Kommentare

"für Gutes"...

Die Tatsache, dass ein Teil eines gigantischen Vermögens einer Stiftung (in vielen Fällen sogar einer Familienstiftung) übertragen wird, sagt bei weitem noch gar nichts über den Verwendungszweck und die Absicht des Spenders aus. Interessant ist zum einen die Tatsache, dass es sich bei den meisten Familienstiftungen um Stiftungen handelt, deren einziger Zweck darin besteht, die Familie des "Spenders" abzusichern. Bei den übrigen "Spenden" handelt es sich - unverblümt - um Maßnahmen zur Steuerersparnis. Interessanter wäre eine Information zu den Aufgaben der begünstigten Stiftungen und deren bereits umgesetzte "Wohltaten". - Es ist also immer alles mit Vorsicht zu genießen. Hinter großen Worten stehen oft keine großen Taten und gelobte große Taten entpuppen sich allzu oft als blanker Eigennutz.

Die Frage ist:

Was ist mit diesem Geld passiert? Zumindest bei der "Bill & Melinda Gates Foundation" sieht man Verbesserungen der globalen Gesundheit und Agrarpolitik.

Wenn die globalen Kosten der Entwicklungshilfe bei etwa 13,5 Milliarden Euro liegen, müssten die im Beitrag beschriebenen Geldmengen doch irgendwo, zumindest in den USA, zu irgendwelchen Verbesserungen geführt haben?

Das ist eine Medaille mit 2 Seiten.

zunächst ist festzustellen, dass Reiche zu wenig Steuern zahlen, nicht nominell aber tatsächlich. In den USA ist die Steuerlast für Reiche allerdings unverschämt niedrig.
Das auszugleichen bleibt dann dem guten Willen der Begünstigten überlassen, mit Charity und Glamour. Die Empfänger müssen dann tiefe Bücklinge machen zum Dank. Das erinnert an absolutistische Zeiten, und dieses Machtgefühl vermittelt ja unermesslicher Reichtum auch. Wenn Bedürftige sich nicht verleiten lassen, sagen sie l.m.A. und tragen ihren Ärger in die Welt.
Auch wenn man bedenkt, dass Staaten nicht mit Geld umgehen können, was ja Reiche auch immer als Argument anführen für ihre Zahlungsunwilligkeit, muss der Staat haben, was des Staates ist, trotz Ausfallrisiko.
Am schlimmsten wird es, wenn Staaten im Oberschichtklüngel es versäumen, den rechten Zugriff zu nehmen. das gilt auch für Deutschland.

"euer Almosen soll im Verborgenen bleiben!"

So die Lehre dessen, der überhaupt erst die Basis/Grundlage schuf -und immer noch bewirkt- dass 'die Welt besser wuerde'!

Aber, wer weiß, vielleicht haben jene
Gelisteten ja noch mehr gespendet, oder wussten nicht um die Inhalte der Bergpredigt, und der Lohn im Himmel entgeht ihnen (so Gott will) doch nicht?

Bezug zu Bergpredigt, Bibelbuch 'Matthäus', Kapitel 6

Das Ganze ist eine zweischneidige Sache

Einmal ist es natürlich sehr schön, dass diese Leute ihr Vermögen stiften.
Man aber nicht unbedingt davon ausgehen, daß Stiftungen grundsätzlich für die Bedürftigen der Gesellschaft da sind.
Dazu muss man sich den Stiftungszweck jeder einzelnen Stiftung genau anschauen.
Da wird dann auch schon mal der Golfnachwuchs gefördert. Auch regional wird das Vermögen sehr unterschiedlich ausgegeben. Regionen, die sowieso schon reich sind, kommen überproportional in den Genuss von Spendern. Meist, weil die reichen Spender dort leben.
Auch die Attraktivität der Wohltatsempfänger spielt eine große Rolle. Krebskinder wird gerne geholfen. Mit Obdachlosen läßt sich kaum ein Start machen.

hoeneß

fehlt noch herr hoeneß.
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ich finde es toll dass menschen die mit ihren ideen und ihrer kooperation mit den überwachern die freiheit vernichten und kaum steuern zahlen um dann mittels "wohltat" als samariter aufzutreten.
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unter kohl lag der spitzensteuersatz bei über 53%. heute bei 42%. wieso ist das so? wieso ist das so wenn offensichtlich ist, dass gerade die heutigen maximalverdiener mit ihren investments jobs vernichten?! ich verdiene gutes geld. und ich zahle ordentlich steuern. und es ist mir unbegreiflich wieso europa den bach runtergehen muss damit ein paar hyperegoisten mitmachen beim verrat am bürger.
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meiner meinung sollte der maximale besitz für privatpersonen bei irgendwas um die 100 millionen euro liegen. alles andere ist in anbetracht der schieflage, in der sich unsere gesellschaft befindet, zutiefst unanständig.

Stiftung an sich selbst

Ich will nicht wissen, wie viele nur stiften, damit das geld weiterhin von der eigenen Familie kontrolliert wird.
siehe Aldi Stiftung, mit deren Geld sollen die Interessen der Albrecht Familie verfolgt werden.
So steht es in der Stiftungssatzung.
Erbschaftssteuer zahlen? Wo würden wir den bei Steuerehrlichkeit hinkommen?

Mildtätig?

Dazu kann man vielleicht einen großen Mann zitieren:

„Reicher Mann und armer Mann
standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
»Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich«.“

Bertolt Brecht (Werk: Kindergedicht "Alfabet")

um nicht als Heuchler geurteilt zu werden-

Im Verborgenen spenden. Lt. Bergpredigt, Matthäus-Bibelbuch, Kapitel 6.

Ist das heutzutage überhaupt noch möglich, bei solch hohen Geldbeträgen?

Damals, vor ca. 2000 Jahren, warnte man noch vorm "Vertrauen auf irdische Güter", und davor "Schätze zu sammeln in den letzten Tagen".
Bibelbuch: 'Jakobus', Kapitel 5

Und was soll diese Liste? Der

Und was soll diese Liste? Der Skandal ist doch, dass es Menschen mit Vermögen von über einer Milliarde u$ überhaupt gibt. Wenn z. B. die reichsten 20 us-Amerikaner so viel besitzen, wie die ärmere Hälfte der us-Bevölkerung (und so ähnlich ist es ja auch anderswo), muss man sich nicht wundern, dass die Wirtschaft nicht funktional ist.

aufrichtig und honorig?

....wohl kaum, denn dann würden die "edlen Spender"
1. nicht damit warten, bis sie selbst nicht mehr tangiert sind, also bereits tot
2. keinen Einfluß mehr nehmen wollen, z.B. über die eigene Stiftung
3. es nicht an die große Glocke hängen

Ich habe vor jedem Spender mehr Achtung, der TATSÄCHLICH einen kleinen Betrag spendet, als vor Superreichen, die dieses nur ankündigen. Geradezu lächerlich! Nein,...erbärmlich trifft es besser....oder: wirklich ARMseelig.

@14:26 von Manfred Korte

"Das auszugleichen bleibt dann dem guten Willen der Begünstigten überlassen, mit Charity und Glamour. Die Empfänger müssen dann tiefe Bücklinge machen zum Dank. "

Das nennt sich Finanzfeudalismus. Willkommen in unserer aufgeklärten, freiheitlichen, demokratischen und gerechten Weltordnung.

Warren Buffet?

Herr Buffet soll ja mal in einem Interview auf die Frage "Was er als den größten noch offenen Konflikt in der Welt" sehe gesagt haben, es sei der Konflikt zwischen Arm und Reich und sie (die Reichen) würden alles tun, um aus diesem Konflikt als Sieger hervor zu gehen.
Spendet er wirklich für die Armen?

Milliarden nicht in Form von Bargeld

Den Lästerern sei angemerkt, dass die Milliarden dieser Reichen ja nicht in Form von Bargeld auf einem Sparbuch herumliegen, sondern in der Regel Firmenanteile sind. Der Wert dieser Firmenanteile hängt sehr stark vom Erfolg – oder Misserfolg – der Firma ab. Schon aus diesem Grunde macht es Sinn, dass die Spender zu Lebzeiten noch aktiv die Firma mitgestalten wollen / sollen.
An pnyx: Wenn Sie meinen man sollte den Superreichen das Geld wegnehmen und es an die armen verteilen, wieviel glauben Sie wird dann jeder bekommen? Das Geld wäre schneller verpufft als ein Strohfeuer. Das klingt alles nach Kommunismus – und dass dieser nicht funktioniert haben wir schließlich mehrfach erlebt.
In Form einer Stiftung hilft es nachhaltig und man kann es den Spendern nicht verbieten wollen, wem und wofür sie spenden wollen.

Spendensteuern sind nützlicher als Erbschaftssteuern

Möglichst viele vermögende Bürger zu haben, ist für einen jeden Staat nützlich. Da er dann diese nicht durchfüttern muß wie das alte Rom seine Volksmenge und zudem der breite Wohlstand der Bürger für innere Stabilität sorgt oder wie der Dichter Lucan sagt: „Denn Städte gewinnt oft Hunger allein und Furcht kauft ab der Gewaltige, nährend träges Volk. Denn alles ja wagt ein hungriges Volk.“ Daher sind Steuern auf Erbschaften ein Unsinn, zumal auf die Vermögen ja schon Einkommens-, Zins- und Grundsteuern bezahlt wurden. Wichtiger wäre es hier die Spenden, besonders die testamentarischen, hoch besteuern zu lassen. Selig werden die Erblasser schließlich auch, wenn der böse Staat die Hälfte von dem nimmt, was sie der Kirche hinterlassen haben. Auch werden Not und Elend nicht deshalb weniger in der Welt, wenn der Staat die milden Gaben nicht besteuert. Ferner sollten Stiftungen aller Art sehr hoch besteuert werden, wenn sie ein Versuch sind das Vermögen der Besteuerung zu entziehen.

Solidarität ist etwas anderes

In einem funktionierenden auf Solidarität beruhenden Gemeinwesen wären die Herrschaften nicht so unendlich reich geworden, weil sie vorher ihre Steuern angemessen entrichtet hätten.

Dann wären die Gelder schon lange dahin geflossen, wo sie gebraucht werden.

Die Leute könnten in Saus und Braus leben, müssten sich aber nicht mehr bemühen, ihr "Zuviel" öffentlichkeitswirksam an Bedürftige zu verteilen - wenn sie es denn überhaupt tun. Denen haben sie es nämlich vorenthalten.

53% @ 16:07 von Wolfgang.Schau

klar, 53% statt der aktuellen 42% spitzensteuersatz und ein kapitalertragssteuersatz über 25% wäre eindeutig kommunismus in reinform.
robin kohl war bekanntermaßen einer der letzten echten kommunisten.

@Karl der Hammer 16:09

Zitat:
"Daher sind Steuern auf Erbschaften ein Unsinn, zumal auf die Vermögen ja schon Einkommens-, Zins- und Grundsteuern bezahlt wurden."

Aber nicht vom Erben ! Und deshalb führt Ihre Argumentation in's Leere.

Zitat:
"Wichtiger wäre es hier die Spenden, besonders die testamentarischen, hoch besteuern zu lassen."
"Ferner sollten Stiftungen aller Art sehr hoch besteuert werden, wenn sie ein Versuch sind das Vermögen der Besteuerung zu entziehen."

Zustimmung.

Wohltätigkeit ?

Laut Georg Schramm soll Pestalozzi einmal
gesagt haben :
Wohltätigkeit ist das Ersäufen des
Rechts im Mistloch der Gnade .

Gruß Raupe !

sehr merkwürdige Moralvorstellungen im Forum

Von denen, die sich hier so aufregen:

Welche Summe habe Sie so im Leben gespendet?

Wenn ein erfolgreicher Unternehmer Gelder spendet ist es nicht in Ordnung. Spendet er nichts, ist es auch nicht in Ordnung.

Ich glaube, euch kann es keiner und niemand recht machen...

Korrektur

Der Spruch gilt immer noch:
Bei einer Stiftung geht das Geld zu Lasten der Allgemeinheit und im Sinne Weniger im wahrsten Sinne des Wortes stiften.
Ist es nicht der Staat, welcher für eine "gleichmäßige Belastung" Sorge tragen sollte?!
Der "Normalverdiener" bezahlt seine Steuer VOR Investitionen (sofern überhaupt investiert werden kann) und zusätzlich Sozialabgaben die nur teilweise vom Staat wegen versicherungsfremder Leistung erstattet werden.
Der "Höchstverdiener" bezahlt seine Steuer NACH Investitionen und i.d.R. keine Sozialabgaben.

keine guten Aussichten...

Nun, zunächst mal kommen wir ja mit der Spenderitis eher dahin, dass nun die reichen dieser Welt bestimmen, wer denn hier soziale Wohltaten zu erwarten hat.

besser wäre es doch, von vornherein ordentlich Steuern zu zahlen und dann eben - demokratisch legitimiert - das Geld für das gemeinwesen auszugeben.

Wenn aber nun immer mehr Superreiche sich zunächst mit allerlei Steuertricks an der Steuer vorbeimogeln, um dann anschließend "Gutes" zu tun, kommen wir irgendwann dahin, dass die reichen auch noch bestimmen, wer denn nun Bedürftig ist und wer nicht.

Das sind keine guten Aussichten...

außerordentlich großzügig

Warren Buffet ... verpflichtete sich 2012, drei verschiedenen Stiftungen 3,1 Milliarden Dollar zukommen zu lassen. Schon 2006 hatte er ... versprochen, fast 44 Milliarden Dollar schenken zu wollen.

Und?
Hat er diese Versprechen auch in die Tat umgesetzt? Oder wartet er noch auf bessere Steuervorteile?

Wirklich sehr großzügig, außerordentlich großzügig - diese Versprechen.

"für Gutes" um 14:12 von MikLondon

Sie haben es auf den Punkt gebracht! Vielen Dank dafür.
In meinem Bekanntenkreis mein(t)en viele, dass bei dem Wort "Stiftung" immer hehre Ziele vorliegen. Das war einmal so im Mittelalter (Stichwort: Stift ...). Heute sieht das aber zu 99 % anders aus.

...und wer hat sein Versprechen gehalten?

Wenig informativ ist, wer was versprochen hat - im Artikel stehz z.B., dass Warren Buffet "...sich verpflichtet hat..." bzw. "...versprochen, fast..." - was daraus geworden ist, findet sich hier nicht. Fakten fehlen.

Reichtum

und der Mechanismus zu ihm sind ein großes Risiko und Problem für menschliche Gesellschaften und die Menschheit insgesamt. Nicht mehr, nicht weniger.

0--steve--0

... so ist diese " neid " Diskussion.
Wir können alle in Deutschland an gemeinnützige Vereine spenden- je wie es unser Wille ist, und wie es das Portemonnaie öffnet, und bei uns ist die Spende auch beim Finanzamt absetzbar.
Dies wissen wohl manche Foristen nicht aus eigener Erfahrung.

Falls es wirklich wahr wird, was die "Stifter" hier versprechen,

dann kann doch eigentlich jeder Bürger der Vereinigten Staaten jetzt nur hoffen, dass die Stifter so schnell wie möglich "ihren Weg gehen". Sie hatten doch zu Lebzeiten i.d.R. nur minimale Abgaben an die Finanzbehörden, also an jene Staatsbürger entrichtet. Der marode Zustand der Infrastruktur dieses Landes ist der Beweis, dass die fortwährenden Steuersenkungen den Reichtum eben dieser "Stifter" vermehrt haben. R.I.P.

Beim höchsten Steuersatz von

Beim höchsten Steuersatz von 35% für Unternehmen und einem maximalien Steuersatz von 39,6% (60,61% Deutschland) für natürliche Personen in den U.S.A. und den steuerlichen Vergünstigungen bei Stiftungen braucht die Welt noch sehr viele Mark Zuckerbergs. (Ende aller Ironie)

um 16:07 von Wolfgang.Schau

"Wenn Sie meinen man sollte den Superreichen das Geld wegnehmen und es an die armen verteilen, wieviel glauben Sie wird dann jeder bekommen?"
Ich meine, was ich sage. Eine Wirtschaft, in der der Reichtum allzu polarisiert ist, ist dysfunktional. Diese Tatsachenfeststellung hat mit Kommunismus nichts zu tun. Allerdings muss ich ihnen sagen; ich hab noch kein Wirtschaftssystem erlebt, das nachhaltig funktioniert. Das muss zuerst noch erfunden werden. Aber bald, denn wir sind dran unseren Planeten aufzufressen.

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