Kommentare

Der kleine Unterschied

Da lobe ich mir das deutsche Rechtssystem. Das kennt aus gutem Grund keine Geschworenenjury mehr. Als ehemaliger ehrenamtlicher Richter, auch Schöffe genannt, kenne ich nach 3 Wahlperioden den Unterschied sehr gut. Auch hier gibt es oftmals lange, auch kontroverse, Beratungen im Richterzimmer. Am Ende steht aber IMMER ein Urteil.

Leider ist das Justiz-System ähnlich altmodisch...

... und nicht den modernen Gegebenheiten angepasst wie das Wahlsystem.

Auch wir in Deutschland haben etwas ähnliches wie "Geschworene" - die Schöffen im Jugendstrafrecht zum Beispiel. Aber hier in Deutschland könnte so etwas, was hier in den USA passiert ist, schlicht nicht passieren: Zum einen, weil die Schöffen auf längere Zeit bestellt werden und nicht nur für einen einzelnen Prozess, zum anderen, weil in einem Prozess auf Amtsgerichtsbases beide beteiligten Schöffen zusammen den Richter überstimmen müssten.

Wir hatten in Deutschland auch Geschworenengerichte mit 3 Richtern und 12 Geschworenen - bis 1924. Wir haben diese dann tatsächlich abgeschafft, weil sie zu viele Fehlurteile produzierten und schlicht ineffizient waren.

Leider halten die Amerikaner auch hier an etwas überholtem fest - mit der guten Absicht, "im Namen des Volkes" zu urteilen, aber leider mit der Konsequenz, dass Geschworenenbeeinflussung (egal auf welcher Ebene) zum Handwerkszeug der Anwälte gehört...

Wenn wundert's?

Da die Waffenlobby in den USA ein solch hohes Ansehen geniesst, muss man immer befürchten, von der Polizei erschossen zu werden. Schließlich muss man als Polizist immer damit rechnen, dass ein PKW-Insasse nach seiner Waffe greift!
Egal ob man nun aufrüstet oder nicht – als (potentieller) Waffenbesitzer muss man umgekehrt damit rechnen, dass Polizisten auch mal schneller am Drücker sind!
Das gilt nun zunächst unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Religion usw …
In ihrem Job als Polizeibeamte überziehen wohl alle MitarbeiterInnen gerne mal ihre Kompetenzen; insbesondere wenn wir Normalbürger in den Krimis gerne gezeigt bekommen, dass Gewalt gegen Staatsbedienstete keine unmittelbaren Folgen hat, viele Cops korrupt und manche einfach nur Trottel sind!

Nicht nachvollziehbar.

Einem Fliehenden wird fünf Mal in den Rücken geschossen und einer der Geschworenen glaubt, dass das keine Absicht war. Kranke Welt.

ich musste um mein Leben fürchten

es blieb mir keine andere Wahl, als ihm fünf mal in den Rücken zu schießen.

Also stellte der Erschossene auch nach der vierten Kugel noch eine solch große Bedrohung dar, dass nur der fünfte Schuss den Polizisten davor bewahren konnte, selbst zum Opfer zu werden.
Naja. Immerhin konnte er damit einen von zwölf Geschworenen überzeugen. Das müsste doch auch im nächsten Prozess möglich sein.

verstehe ich nicht,

Aus diesem Bericht entnehme ich, das es genug Beweise gab die den Polizisten für zumindest übertriebene Gewaltanwendung mit Todesfolge schuldig sprechen Müssen.

Das es dennoch nicht zu einem Urteil kam lässt für mich nur den Schluss zu, dass er (wahrscheinlich) aufgrund seiner Position als Polizist durch die Jury über das Gesetz gestellt wurde.

Verstehen sie mich bitte nicht falsch, ich persönlich bin der Meinung das Polizisten in besonderem Maße geschützt werden müssen, da sie einen höchst wichtigen Job unter oft widrigen Bedingungen ausüben.
Sie dürfen jedoch in keinem Fall über das Gesetz gestellt werden.
Das löst nur (gerechtfertigten) Unbill aus.

Aber vielleicht habe ich den Artikel auch falsch gedeutet

Ein seltsamer Gerechtigkeitssinn, ...

... den USA an den Tag legen. Irgendwann wird es Usus sein, in der Öffentlichkeit mit hoch erhobenen Händen und Trippelschritten herum zu laufen. Rein präventiv natürlich und freiwillig.

@Deeskalator

Naja, von "der Jury" zu reden ist auch zu viel. Es war nur ein einzelner Geschworener, der sich quer gestellt hat. Warum, darüber kann man nur mutmaßen.
Das Jurysystem ist nun einmal sehr überholt, es öffnet Psychospielchen, Drohungen oder Bestechung durch Anwälte beider Seiten Tür und Tor während es den Fokus von der Wahrheit nimmt und auf die Beeinflussung juristischer Laien legt.

@Provinzposse - Lebensbedrohliche Rückseite eines Flüchtenden

06:53 von Provinzposse:
"Schließlich muss man als Polizist immer damit rechnen, dass ein PKW-Insasse nach seiner Waffe greift!"

Das mag so stimmen.
Aber konstruieren Sie mir mal bitte ein einziges Szenario, in dem die Rückseite eines Flüchtenden für den bewaffneten Polizisten zur Lebensbedrohung wird.

@Provinzposse: Unabhängig von

@Provinzposse: Unabhängig von der Hautfarbe? Nennen Sie mir ein Beispiel, wo ein Weißer von einem Polizisten fünfmal in den Rücken geschossen wurde. Und genau für solche Fälle haben die Cops doch Taser dabei, er hat ja nach eigenen Angaben um den Verlust seines eigenen gefürchtet. Wenn er dann schon eh die Hand dran hatte, warum hat er ihn denn nicht eingesetzt? Und dass in der heutigen Stimmungslage in den USA unter zwölf Geschworenen einer sitzt, der rassistische Tendenzen hat, darf niemanden wirklich verwundern. Anders ist eine Nicht-Verurteilung in diesem Fall nicht zu erklären.

Dies ist ein Skandal

Dieses Urteil ist ein Skandal. Es handelt sich hier nicht mal um Totschlag, sondern um vorsaetzliche Toetung. Das Einzige was zu pruefen ist, weil strafrelevant, ob niedrige Beweggruende vorliegen.

Die Rolle der Weltpolizei fuellt die USA ebenso.

Ein ebenso gutes wie trauriges Beispiel....

...gegen das angelsächsische Geschworenensystem.
Das Video des Augenzeugen beweist völlig eindeutig, daß hier ein Mord begangen wurde und der Mörder kommt (zumindest vorläufig) auf freien Fuß - unglaublich und verstörend.

Zumindest in einigen Regionen

Zumindest in einigen Regionen wird in den USA den Polizisten durchaus beigebracht möglichst viel zu verschießen und nicht nur einmal.
Die Begründung mag für uns seltsam klingen, hat aber eine eigene Art perverse Logik: Wenn der Polizist den Verdächtigen nur verletzt, dann kann ihm die Notwehr abgesprochen werden. Denn wer in Notwehr handelt, der verletzt nicht nur, der schaltet den Angreifer um jeden Preis aus. Nur zu verletzen spricht demnach für genug Ruhe, um darüber nachzudenken und somit nicht direkt bedroht zu sein. Die Folge sind dann Schadensersatzforderungen wegen unnötiger Polizeigewalt des verletzten.
So zumindest der Text, den ich dazu lesen durfte.

Wie man auch an den Entschädigungszahlungen sieht geht es dabei auch immer um viel Geld.

Darüber hinaus existiert auch bei den Polizisten eine Panik. Immerhin könnte jeder bewaffnet sein und einen töten. Die Hysterie schaukelt sich dort gegenseitig immer höher mit immer mehr Gewalt von Polizei und Verbrechern.

Ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Amerika erstickt seine modernen Bestrebungen und Bewegungen in solchen altbackenen Strukturen.

Vorbeugend

könnte Herr Maas ja auch zur Abwechslung mal die Gesetze für übergriffige Polizisten verschärfen- und nicht immer nur für übergriffige Zivilisten. Nicht daß da noch amerikanische Verhältnisse auf uns zu kommen... Oder haben wir die schon? in Teilbereichen wie Rache statt Wiedergutmachung?

Schuldfrage

um 07:07 von Nachfragerin:
>>einer der Geschworenen glaubt, dass das keine Absicht war<<

Es geht in dem Verfahren um die Schuld des Polizisten, nicht um die Absicht.

Im Artikel steht:
>>Nach einem Handgemenge versuchte der unbewaffnete Afroamerikaner zu fliehen<<

Warum liefert man sich ein "Handgemenge" mit einem Polizisten? In den USA?

Im Artikel steht:
>>wohl nur deshalb fliehen wollte, weil er befürchten musste, wegen säumiger Unterhaltszahlungen ins Gefängnis zu kommen<<

Ein Schuldiger ist auf jeden Fall damit gefunden. Ob man jetzt jemanden Erschießen muss, weil er vor einer potentiellen Haftstrafe flieht, und sich dabei ein "Handgemenge" mit einem Polizisten liefert, ist natürlich fraglich.
Wer vor dem Gefängnis flieht, und sich ein "Handgemenge" mit einem Polizisten im Dienst liefert, greift eventuell auch nach der Waffe des Polizisten. Für unwahrscheinlich halte ich das nicht.

Ob der Polizist wirklich "schuldig" im Sinne der Amerikanischen Gesetze ist, weiß ich nicht.

Da will einer was sagen

Da will einer was sagen ...

Bei so einer dysfunktionalen Rechtstaatlichkeit ist die Türkeis Rechtstaatlichkeit doch mal ne Lachnummer dagegen!

Also viel nehmen sich die beiden nicht.

Erschreckend!

Beweise und doch nicht..?

Als ich die Überschrift erst laß, dachte ich "na der Prozess ist geplatzt weil das Handyvideo nicht als Beweis zugelassen werden konnte". Man kennt sowas aus den USA. Der Polizist hätte vorher gefragt werden müssen ob er gefilmt werden möchte wie er einen Flüchtigen in den Rücken schießt. Allerdings war das ein Affekt-Mord. Wie da die Rechtslage ist weiß ich nicht.

Viel erstaunlicher finde ich die Tatsache, dass es trotz dieses Videos einen Menschen gab, der augenscheinlich befangen sein Urteil zurückhielt. Anders ist dies nicht zu erklären. Mir ist nicht klar, wie man bei so einer eindeutigen Beweislage ein Brett vor den Augen haben kann.

Es sind zwar nur Kleinigkeiten, aber ich möchte Anmerken dass Sie (die TS) verschiedene Angaben machen. Einmal heißt es, die Familie bekommt 5,7 mio USD, einmal sind es 6,5. Ein großer Unterschied. Und einmal feuerte der Polizist achtmal auf Mr Scott, dann doch wieder fünfmal.

Der Typ war schwarz, hatte

Der Typ war schwarz, hatte ein kaputtes Rücklicht und ist unbewaffnet geflohen

Diese Kombi kostete ihn das Leben OHNE, dass es eine Kohsequenz für den MÖRDER gibt!

Schande!

um 07:26 von Deeskalator

>>Das es dennoch nicht zu einem Urteil kam lässt für mich nur den Schluss zu, dass er (wahrscheinlich) aufgrund seiner Position als Polizist durch die Jury über das Gesetz gestellt wurde.<<
>>Aber vielleicht habe ich den Artikel auch falsch gedeutet<<

Nein das ist schon richtig, sie sollen den Artikel genau so deuten. So ist er geschrieben worden, dass eine alternative Deutung quasi nicht möglich ist. Dafür müsste man grundsätzlich kritisch an den Artikel herangehen.
Sie trifft bei ihrer Fehldeutung keine Schuld.

Der Polizist ist nicht freigesprochen worden, das Verfahren wird neu eröffnet. Der Polizist steht nicht über dem Gesetz.
Der Polizist hat einen Mann erschossen, der ihn tätlich angegriffen hat ("Handgemenge"), und der vor dem Gefängnis floh.
Zum Pech des Polizisten war es ein Schwarzer, was ihn seine Karierre, seine Reputation kostete und ihm ein von öffentlichen (sogar deutschem) Hass begleitetes Verfahren mit für ihn höchstwahrscheinlich fürchterlichen Ausgang beschert hat

12 Geschworene

Im amerikanischen Strafrecht entscheidet Jury aus juristischen Laien = Mitbürgern (peers) über die Schuld des Angeklagten. Über die Höhe des Strafmasses und den Stravollzug entscheidet ein gewählter Richter.

Eine Verurteilung kommt nur zustande durch eine einstimmige Entscheidung der zwölfköpfigen Jury, die die Schuld "beyond reasonable doubt" feststellen müssen. Bei mindestens einer Stimme gegen eine solche Feststellung spricht man von einer "hung jury" und der Prozess muss wiederholt werden.

Leider gibt es Studien amerikanischer Sozialwissenschaftler, dass die Person des Angeklagten (Rasse, Geschlecht, Alter, Bildungsstand, Einkommen) auf die Entscheidung einer Jury einen erheblichen Einflus haben. Dazu kommt die Präsentation der Straftat durch die Anklage und das Verhalten des Angeklagten während der Verhandlung. Gleichartige Vergehen werden unterschiedlich bewertet und bestraft.

Hier ist es wohl eher die Weigerung, einen Polizisten wegen seiner Dienstausübung zu bestrafen.

Solche Urteile, und das ist

Solche Urteile, und das ist ja nicht das Einzige ist Amerikas Offenbarungseid!

Schwarze sind es offenbar nicht wert gesühnt zu werden.
Das ist abartig!

um 08:11 von Nachfragerin

>>Aber konstruieren Sie mir mal bitte ein einziges Szenario, in dem die Rückseite eines Flüchtenden für den bewaffneten Polizisten zur Lebensbedrohung wird.<<

Wenn jemand vor dem Gefängnis flieht, und bereit ist, sich mit ihnen als Polizist im Dienst zu prügeln, und (eventuell) nach ihrer Waffe gegriffen hat, dann kann der/die/das zu allem bereit sein.
In Miami waren Straftäter auf Drogen, die Zivilisten die Gesichter vom Kopf gefressen haben.
In amerikanischen Städten gab es gezielte Heckenschützenangriffe auf weiße Polizisten.

Ich wünsche keinem, dass er in die Situation kommt, in der sich der Polizist in diesem Fall befand.
Aber konstruieren sie (und die TS) den Fall bitte nicht so, als ob die Schuldfrage eindeutig sei.
In den USA gilt deren Recht, das unterscheidet sich von unserem erheblich.
Ob der Polizist danach schuldig ist, bezweifle ich stark. Wäre die mediale Aufmerksamkeit (sogar in DE) nicht so groß, wäre er (wohl zu recht längst) freigesprochen worden.

Vorsicht bei der Wortwahl...

@Nachfragerin: Davon, dass der Geschworene das ganze für unabsichtlich hielt, steht in dem Artikel nichts. Er hielt die Schuldfrage nicht für geklärt. Das Theaterstück/der Film "Terror" haben doch jüngst versucht diesen Unterschied zu verdeutlichen.

@frosthorn: Im Zweifel für den Angeklagten davon ausgehend, dass der erste Schuss tödlich war, kommt es auf die weiteren aber für die Strafverhandlung nicht mehr wirklich an. Man will den Polizisten ja nicht wegen Leichenschändung dran kriegen.

@Deeskalator: Der Bericht sagt herzlich wenig darüber aus, ob es genug Beweise gab, den Angeklagten zumindest für "übertriebene Gewaltanwendung mit Todesfolge" zu verurteilen. Gibt es diesen Tatbestand überhaupt? Der Bericht gibt ja auch den Prozessverlauf nicht wieder, sondern fasst nur knapp zusammen, woran eine Verurteilung gescheitert ist.

Dass alle Jurymitglieder sich einig sein müssen ist natürlich in heutiger Zeit trotzdem kaum nachvollziehbar...

um 09:09 von ophorus

>>Vorbeugend könnte Herr Maas ja auch zur Abwechslung mal die Gesetze für übergriffige Polizisten verschärfen<<
Zum einen ist Herrn Maas leider genau das zuzutrauen, weshalb er für dieses Amt höchst ungeeignet ist.

Zum anderen:
>>Nicht daß da noch amerikanische Verhältnisse auf uns zu kommen... Oder haben wir die schon? in Teilbereichen wie Rache statt Wiedergutmachung?<<
Meinen sie die Arabischen Clans in Deutschland? Die Rockerkriege?

Oder Unterstellen sie wirklich unserer Polizei, sie würde sich an amerikanisches Recht halten?
Ich weiß nicht, ob ihre Aussagen bzw. dreisten Unterstellungen von den Richtlinien der Tagesschau gedeckt sind, geschweige von unseren Gesetzen. Unglaublich hier so etwas lesen zu müssen.

Für mich stellt sich die

Für mich stellt sich die Frage, warum ist er abgehauen?
Wieso sprechen alle vom "Fliehen?"
Wieso hatte er einen Taser bei sich?
-
Und warum wollen wir nicht die amerikanische Rechtsform akzeptieren?
Das ist Rassismus, und blanker Populismus, wenn wir Amerika vorschreiben wollen, wie sie ihre Gesetze machen sollen.

Ein Satz zum Prozessrecht wäre hilfreich

In dem Artikel wäre ein Satz hilfreich gewesen wie "Einstimmigkeit der Jury ist im amerikanischen Strafprozessrecht vorgeschrieben, daher wird nun eine neue Jury benötigt.".

Das würde uns Deutschen helfen, etwas weniger erstaunt zu sein.

In Deutschland bekommt ein

In Deutschland bekommt ein Autofahrer Bewährung, weil er bei einem illegalen Autorennen einen Menschen getötet hat, das würde bei einem amerikanischen Geschworenenprozess nicht passieren. Bevor wir andere Rechtsformen angreifen, sollten wir uns mal an die eigene Nase fassen.
Der Mann hat den Polizisten angegriffen und ist geflohen, weil er zur Fahndung ausgeschrieben war und ins Gefängnis gemußt hätte.
Das muß man bitte auch erwähnen.

@StöRschall

Ich finde das, was in den USA vorgeht ja auch schlimm. Aber warum schauen wir immer so weit weg?

Wir gucken in alle möglichen Länder, schauen hin, was da schief läuft und ergötzen uns förmlich an Skandalen und rümpfen die Nase.

Ein Polizist, der seine Waffe zieht, auf einen Unbewaffneten schiesst und diesen tötet und dann davon kommt?

Auf ZDF Info gab es eine Doku-Reihe, die sich mit der Polizei in Deutschland befasste.

Da wurde folgender Fall beschrieben: ein Mann wurde verfolgt.
Er war unbewaffnet, wurde gesucht wegen Drogen-Delikt, war nie gewalttätig.

Der Mann befand sich 10 Meter vor dem Polizisten. Der Polizist zieht die Waffe, schiesst. Der Polizist zielte auf die Beine - und traf aus 10 Meter Entfernung - das Genick.
Und - der Polizist wurde nicht juristisch belastet.

Solche Fälle passieren in allen Ländern. Aber eben auch bei uns.
Wir sollten von unserem hohen Ross ein wenig herabsteigen.

Ahja, der gefürchtete "mistrial"...

Das Problem ist - versuchen Sie mal, das Geschworenensystem abzuschaffen! Der Aufschrei, dass der "nanny state" seinen Bürgern die Rechte wegnehmen will, wäre bis Kathmandu hörbar.

Das US-Justizwesen ist noch kaputter als das, und zwar keineswegs zwingend aufgrund von Korruption oder bösem Willen. Zum Einen werden in den meisten Bundesstaaten die Richter und Staatsanwälte gewählt (!!), was dazu führen kann, dass wegen Amtsmissbrauch suspendierte Richter frech erneut ihr Amt antreten dürfen. Das Gleiche gilt in den meisten Bundesstaaten für die Sheriffs, also die Chefs der Bezirkspolizei. Weiters - auch aus Angst vor der "big government" - gibt es kein bundesweites Verzeichnis von Polizeibeamten der Bezirks- und Stadtpolizeien; mit anderen Worten kann ein Polizeibeamter, der, sagen wir, in Lake Havasu City wegen massiver Polizeigewalt unehrenhaft entlassen wurde, in Albuquerque frisch und unbelastet wieder anfangen.

Das ist der Kontext, in dem Sie den Prozess sehen sollten.

@09:12 von StöRschall

Bei so einer dysfunktionalen Rechtstaatlichkeit ist die Türkeis Rechtstaatlichkeit doch mal ne Lachnummer dagegen!

Also viel nehmen sich die beiden nicht.

Definieren Sie Rechtsstaat.

@08:17 von IBELIN

Dieses Urteil ist ein Skandal.

Es kann kein Skandal sein, weil es gar kein Urteil gab.

Ich hab jetzt mal..

zwei Theorien. Die eine ist, man möchte den Polizisten noch das letzte mal Weihnachten mit seiner Familie verbringen lassen. Und die zweite ist, genau dieser Geschworene ist ein Versteckter Rassist. Beides ist nicht Ungewöhnlich im Land der Unbegrenzten möglichkeiten und all seine Exzesse.

@09:15 von StöRschall

Der Typ war schwarz, hatte ein kaputtes Rücklicht und ist unbewaffnet geflohen

Diese Kombi kostete ihn das Leben …

Ich habe keine Lust, Partei für den Polizisten zu ergreifen, aber wenn Sie es so hinbiegen wollen, als ob der Mann wegen einem kaputten Rücklicht erschossen worden wäre, dann kann man das nicht so stehen lassen. (Am Ende glaubt es noch einer.)

…OHNE, dass es eine Kohsequenz für den MÖRDER gibt!

Das ist schlicht unwahr, denn es gab kein Urteil. Der Prozess wird wiederholt.

Mauri

"Ob der Polizist wirklich "schuldig" im Sinne der Amerikanischen Gesetze ist, weiß ich nicht."

Die Schuldfrage hängt von der kognitiven Reife ab und der Einsichtsfähigkeit ab.
Einem Polizisten sollte man doch beides zuschreiben können ... oder?

Möchten sie von Polizisten umgeben sein, die geistig nicht in der Lage sind ihren Beruf auszuüben?

Ergo ein Polizist der schießt MUSS aus der Natur der Sache heraus voll schuldfähig sein!
Die Frage ist eine andere: war es Notwehr?

Denn auch für Polizisten haben die gleichen Gesetze zu gelten!

Klares NEIN!

Merkwürdig

Fahrdienstleiter die 12 Menschen den Tod bereite, durch sinnloses Handspielen!!! Sind in Deutschland ja Opfer und die böse Bahn hätte verurteilt werden.

Eine 14 jährige wird in Hamburg Opfer einer abartigen Gruppenvergewaltugung - die Täter marschieren unter Beifall der anwesenden Großfamilien aus dem Saal - Bewährung.

Aus dem Land, was den Tätern allerbeste Möglichkeiten gibt, wo immer geschaut wird - der arme Täter... aus diesem Land kommt jetzt Kritik? Lachhaft.
Besonders interessant, Jene die den deutschen Rechtsstaat, für seine absurde Milde gegenüber Gewalttätern, als ganz toll frenetisch beklatschen beschweren sich am lautesten.

Man kann jedenfalls nicht

Man kann jedenfalls nicht behaupten, dass der Schuss der Polizei nach hinten los ging.

Widerstand gegen Staatsgewalt

"Handgemenge" Der Typ hat körperlichen Widerstand der Polizei geleistet. Der angegriffene Polizisten erschießt ihn in Notwehr. Also die Frage ist, ob Notwehr überschritten wurde oder nicht. Rassismus Vorwürfe sind hier aus der Luft gegriffen- genau wie der Freiburger Afghane kein Rassist, sondern Mörder und Vergewaltiger ist.

@mauri - Bitte nochmal versuchen!

09:23 von mauri:
"Aber konstruieren sie (und die TS) den Fall bitte nicht so, als ob die Schuldfrage eindeutig sei."

Kennen Sie den Fall überhaupt? Haben Sie das Video gesehen?
Ganz kurz: Polizeikontrolle, Handgreiflichkeiten, Flucht(!) des Kontrollierten, Schüsse von hinten(!) in den Rücken.

Ich bitte ich Sie noch einmal mir ein Szenario zu entwerfen, in dem von einem Flüchtenden eine Lebensgefahr für denjenigen ausgeht, vor dem geflohen wird!

Warum die Aufregung?

Sonst wollt Ihr doch auch immer alles mitentscheiden. Jetzt wird kritisiert, dass Normalbürger in einem Mordfall kein qualifiziertes Urteil fällen können. Aber die Konsequenzen eines Euro-Ausstiegs oder Brexits überblicken natürlich alle. Is klar.

Die Aufregung ist sowieso absurd, weil hier im Forum juristische Laien behaupten, andere juristische Laien hätten falsch entschieden, weil sie juristische Laien sind (obwohl die dabei waren und Ihr nicht).

Damit Ihr Euch aufregen dürft, müsste es wahrscheinlich sein, dass aus einem 11-1 beim nächsten Mal ein 0-12 wird.

Polizist ist Mörder - meiner Meinung nach

Der Polizist hat den unbewaffneten, weglaufenden Mann mehrfach in den Rücken geschossen und damit getötet. Das hat er mit dem Motiv getan, dass das Opfer eine dunkle Hautfarbe hatte.

Wenn ich mich recht entsinne ist das Mord.

Zudem hat der Polizist behauptet sein Opfer hätte ihn mit einer Waffe bedroht, was sich als Lüge herausgestellt hat. Der Polizist hat also erst sogar noch gelogen, um zu verschleiern, dass er sein unbewaffnetes, weglaufendes Opfer hinterrücks ermordet hat.

So jemand gehört nicht in die Polizei, sondern hinter Gittern, da Gefahr für unschuldige Menschen.

@mauri, 9:17

Der Polizist hat einen Mann erschossen, der ihn tätlich angegriffen hat ("Handgemenge"), und der vor dem Gefängnis floh.

Wie deutlich brauchen Sie es denn noch? Der Mann rannte davon, wenn es je ein Handgemenge gab, war es längst beendet. Er wurde in den Rücken geschossen, fünf mal. Wie man daraus eine Notwehrsituation konstruieren kann, ist mir ein Rätsel.
Ach ja, und er sollte ins Gefängnis? Und deshalb durfte der Polizist in Personalunion von Staatsanwalt, Richter und Henker dafür sorgen, dass er seiner Strafe nicht entgeht?

geht's noch?

mauri 9.23

Einem Flüchtendem dem auf Entfernung 5 !!! mal in den Rücken geschossen wird - wie auf dem Video zu sehen - mit "gesichterfressenden Psychopaten und Heckenschützen" zu vergleichen ist aus meiner Sicht nicht mehr zu toppen.

Selbstverständlich hätte er im vollen Lauf schnell noch seine Uzzi aus der Unterhose ziehen können und dann in einer schnellen Drehung, sowohl den armen Polizisten, als auch die Passanten niedermähen können.

Für mich ein sehr trauriger Beweis, wie weit sich der Rassissmus in der USA mittlerweile erstreckt. Wäre der Vorgang nicht zufällig gefilmt worden, wäre gegen den Polizisten wahrscheinlich gar nicht erst ermittelt worden.

Die Frage ist eine andere:

Die Frage ist eine andere: war es Notwehr?
Klares NEIN!
@ störschall
Diese Aussage dürfen sie garnicht treffen.
Auch nach deutschem Rechtssystem ist er erst schuldig, wenn ein Richter seine Schuld festgestellt hat.
Sie haben überhaupt kein Recht so etwas zu sagen.
Egal in welchem Lande, Deutschland oder Amerika.

@mauri - Sehr viel Erklärungsbedarf!

09:12 von mauri:
"Wer vor dem Gefängnis flieht, und sich ein 'Handgemenge' mit einem Polizisten im Dienst liefert, greift eventuell auch nach der Waffe des Polizisten."

Wenn jemand in einem Handgemenge nach der Dienstwaffe des Polizisten hätte gegriffen haben können, es aber nicht - oder nicht erfolgreich - getan hat, dann ist das ein Grund, diese Person auf der Flucht von hinten zu erschießen? Ist es das, was Sie uns mitteilen möchten?

"Zum Pech des Polizisten war es ein Schwarzer, was ihn seine Karierre, seine Reputation kostete und ihm ein von öffentlichen (sogar deutschem) Hass begleitetes Verfahren mit für ihn höchstwahrscheinlich fürchterlichen Ausgang beschert hat"

Verstehe ich Sie richtig: Wenn das Opfer weiß oder der Fall nicht öffentlich geworden wäre, dann wäre dieser Fall kein vorsätzlicher Totschlag, sondern ... ja was eigentlich? Konsequenzenfreier Berufsalltag eines US-Cops?

06:51 von Dennis K.

Auch wir in Deutschland haben etwas ähnliches wie "Geschworene" - die Schöffen im Jugendstrafrecht zum Beispiel.
.
ein Geschworener ist wohl was anderes als ein Schöffe
letzterer ist ein Richter, mit dem gleichen Stimmrecht
(wie sie ja schon feststellten)

Sachliche und themenorientierte Diskussion erwünscht

Sehr geehrte NutzerInnen von meta.tagesschau.de,

wir möchten Sie bitten, zu einer sachlichen und themenorientierten Diskussion zurückzufinden. Persönliche Auseinandersetzungen sind nicht erwünscht.

Mit freundlichen Grüßen

Die Moderation
meta.tagesschau.de
P.S. Diese Mitteilung gilt allen TeilnehmerInnen dieser Diskussion.

Ist

ist dies auch einer dieser Berichte von überregionaler Bedeutung?

09:37 von Druide

Der Mann hat den Polizisten angegriffen und ist geflohen, weil er zur Fahndung ausgeschrieben war und ins Gefängnis gemußt hätte.
Das muß man bitte auch erwähnen
.
stimmt das sollte man auch erwähnen
ob man ihn deshalb gleich "hinrichten" muß
und anders kann man das ja wohl lt. Video nicht bezeichnen
das ist die Frage

@Kryptiker - Absicht und Schuld

09:24 von Kryptiker:
"Davon, dass der Geschworene das ganze für unabsichtlich hielt, steht in dem Artikel nichts."

Ja, im Artikel steht etwas von "Schuld" und mir fehlt einfach das Verständnis, wie eine Person unverschuldet einem Flüchtenden in den Rücken schießen kann.

Zählt es in den USA zu den Aufgaben eines Polizisten, Flüchtende zu erschießen? Falls ja, kann ich die Entscheidung der Jury nachvollziehen - andernfalls nicht.

@Druide - Taser?

09:29 von Druide:
"Für mich stellt sich die Frage, warum ist er abgehauen? Wieso sprechen alle vom 'Fliehen?'""

Wie bezeichnen Sie denn das fluchtartige Verlassen eines Ortes?

"Wieso hatte er einen Taser bei sich?"

Wie kommen Sie denn darauf? Laut offiziellem Tathergang feuerte der Polizist seinen Taser auf Scott ab und traf diesen auch. (Siehe englische Wikipedia "Shooting of Walter Scott".)

Der Fall ist sonnenklar,

denn obwohl es ein Handgemenge gab, war dies vor den tödlichen Schüssen. Selbst wenn das Opfer eine Waffe gehabt haben sollte, so hätte er diese nicht einsetzen können, da er dem Polizisten den Rücken zuwandte und vor ihm flüchtete.

Jetzt ist nur die Frage, wie der Polizist angeklagt wurde: "Mord" oder "Totschlag"? Trotz fünf Schüssen in den Rücken wird man sicher keine Tötungsabsicht beweisen können. Vielleicht konnte sich der eine Geschworene deshalb nicht eindeutig entscheiden?

So sieht's aus

Wäre der Erschossene weiß oder der Polizist schwarz gewesen, hätte der Fall gar nicht diese Aufmerksamkeit bekommen.

Wer sich mit einem Polizisten in den USA anlegt und danach versucht, zu fliehen, muss damit rechnen, vo diesem oder seinen Kollegen erschossen zu werden.

Erschreckend

wie viele Kommentatoren hier offensichtlich das Video nicht gesehen haben...

Dieser Mörder hat den Taser NACH dem Mord beim Opfer abgelegt, und anstatt Erste Hilfe zu leisten ihn langsam ausbluten lassen wie ein Stück Schlachtvieh. BLM? Aus der Sicht des Schützen definitiv nicht. Weder das Leben des Polizisten noch sonst einer anderen Person war in Gefahr, es ging hier um ein kaputtes Rücklicht!

Thema Handgemenge: Natürlich hat mal wieder ein unbewaffneter Schwarze einen bewaffneten Polizisten angegriffen! Ein Weißer schießt einem Schwarzen 5 mal in den Rücken, aber der Schwarze war natürlich der Gewalttätige...

Wenn die Szene nur in SW zu sehen gewesen wäre, hätte es sich ohne irgendeine Schwierigkeit genauso in irgendeinem Ghetto im Osten abspielen können, nein, ich bin mir sogar sicher, das exakt sowas tatsächlich passiert ist!

Die Lust, mit der manche auch in D diese Verhalten rechtfertigen, ist nur noch abstoßend.

@10:31 von frosthorn

Wie man daraus eine Notwehrsituation konstruieren kann, ist mir ein Rätsel.

Ich frage mich, warum man das überhaupt will. Die deutsche Definition von Notwehr spielt doch außerhalb unserer Landesgrenzen gar keine Rolle.

@privat23 - rechtsstaatliche Prinzipien

10:15 von privat23:
"Besonders interessant, Jene die den deutschen Rechtsstaat, für seine absurde Milde gegenüber Gewalttätern, als ganz toll frenetisch beklatschen beschweren sich am lautesten."

Wenn einem mutmaßlichen Täter eine Tat nicht nachgewiesen werden kann und man diesen deshalb laufen lassen muss, dann ist das kein Zeichen von Milde, sondern von Rechtsstaatlichkeit.

Und genau das ist ja das Verstörende an diesem Fall: Es gibt einen eindeutigen Video-Beweis, der die Schuld des Polizisten unzweifelhaft belegt.

@12user34 - Notwehr

10:17 von 12user34:
"Der angegriffene Polizisten erschießt ihn in Notwehr."

Informieren Sie sich bitte, was unter dem Begriff "Notwehr" zu verstehen ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Notwehr_(Vereinigte_Staaten)

@10:45 von Nachfragerin

Ja, im Artikel steht etwas von "Schuld" und mir fehlt einfach das Verständnis, wie eine Person unverschuldet einem Flüchtenden in den Rücken schießen kann.

Mir auch. Und 11 von 12 Geschworenen auch. Nur einem nicht. Der muss aber niemandem Rechenschaft darüber ablegen, warum er das so sieht.

Zählt es in den USA zu den Aufgaben eines Polizisten, Flüchtende zu erschießen? Falls ja, kann ich die Entscheidung der Jury nachvollziehen - andernfalls nicht.

Da genau liegt der Verständnisfehler. Die Jury hat eben NICHT entschieden.

ob es wirklich immer rassismus ist

man erinnere sich In Charlotte im Bundesstaat North Carolina tödlichen Schüsse eines schwarzen Polizisten auf den ebenfalls schwarzen Keith S. am 20. September.
kann es nicht möglich sein, (möglich sein !!)
dass von manchen Gruppen eine höhere Gefahr ausgeht,
entsprechend (über)reagiert wird

09:12 von mauri

Wer vor dem Gefängnis flieht, und sich ein "Handgemenge" mit einem Polizisten im Dienst liefert, greift eventuell auch nach der Waffe des Polizisten. Für unwahrscheinlich halte ich das nicht.

Dumm nur, dass das Handgemenge genauso wie der Griff zu Taser beides nicht auf dem Video zu sehen ist, sondern wesentlich wenn nicht gar allein auf der Aussage des Polizisten beruht. Auf dem Viedeo ist indes zu sehen, wie ein Polizist eine vor ihm fliehende Person aus mehreren Metern Entfernung 5 x in den Rücken schießt und die fliehende Person kein Objekt in den Händen hält. Danach geht der Polizist zu der Person und platziert etwas neben dieser (was sich als Taser des Polizisten herrausstellte).

Zu erkennen war also, dass keinerlei unmittelbare Gefahr für den Polizisten bestand und selbiger praktisch sofort nach den Schüssen dabei war, eine Spurenlage zu eigenen Gunsten zu erstellen, was durch das Video vereitelt wurde.

Auf Flüchtige schießen

Also ich hab mal in der Wachausbildung der Bundeswehr gelernt, dass man bei Personen, die sich der Kontrolle entziehen wollen, die Schusswaffe einsetzen darf, wenn vorher ein Angriff auf Leib und Leben geschah(§15UZwGBw). Die Fragen sind also:
1. Musste der Polizist um sein Leben fürchten, während des Angriffes?
2. Konnte er sicher gehen, dass der Flüchtige seinen Teaser nicht entwendet hat, bevor dieser sich durch Flucht entzieht?
3. Wie hätte zweiefelsfrei die Identität des mutmaßlichen Straftäters festgestellt werden können, bei erfolgreicher Flucht?
4. War der Einsatz der Schusswaffe unverhältnismäßig, gerade in Bezug auf die 1., 2. und 3. Frage? Dies in Verhältnis zur Polizeiausbildung.

Und diese Fragen hat ein Gericht zu entscheiden und nicht der Rechtslaie Karl Heinz hinter seinem PC.

mauri, 09:12

||Ob man jetzt jemanden Erschießen muss, weil er vor einer potentiellen Haftstrafe flieht, und sich dabei ein "Handgemenge" mit einem Polizisten liefert, ist natürlich fraglich.||

Jemanden der wegläuft in den Rücken zu schießen ist Mord, da ist nichts "fraglich".

Unfassbar

Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, mir das Video im Netz anzusehen. Da gibt es nichts zu diskutieren. Auch wenn das Opfer davonnrennt, geht in dem Moment keine akute Gefahr von ihm aus, die tödliche Fewalt rechtfertigt.
Der Polizist schießt ihm aus kurzer Entfernung in den Rücken.
Das kann nicht unbestraft bleiben!

@Sisyphos3

Nun, es gibt seit einiger Zeit so einiges an Dokus zu diesem Thema. Leider irgendwie nie zu Uhrzeiten, dass die Mehrheit das mitkriegen könnte. (Suchen, aufzeichnen, nachgucken, ist echt anstrengend).

Gerade nach der von Ihnen genannten Tötung eines Schwarzen durch einen schwarzen Cop, wurde sehr viel erklärt (da sind die Diskussionen auf CNN zu empfehlen).

Es handelt sich in diesem Fall nicht um einen individuellen Rassismus. Auch nicht wenn der Polizist weiss ist. Sondern das System Polizei ist rassistisch.

In Seminaren sollen inzwischen Polizisten dafür sensibilisiert werden, dass es Alltag ist, dass die Hautfarbe bestimmt, wie ein Polizist mit jemandem spricht.

Und dann gibt es viele Dokus über die Ausbildung. Diese Schreierei, diese Aggression, die den Polizisten antrainiert wird.
Und: das Bewusstsein, dass die Chancen gut stehen mit Fehlverhalten durch zu kommen.
Also ein kulturelles - oder polizei-klimatisches Problem.

Zusammen: tödlich.

von und-nachts-da-ruft

>>Dumm nur, dass das Handgemenge genauso wie der Griff zu Taser beides nicht auf dem Video zu sehen ist, sondern wesentlich wenn nicht gar allein auf der Aussage des Polizisten beruht. Auf dem Viedeo ist indes zu sehen, wie ein Polizist eine vor ihm fliehende Person aus mehreren Metern Entfernung 5 x in den Rücken schießt<<

Das ist das schöne an solchen Videos, dass sie einen Allumfassenden Blick auf die gesamte Situation geben.
Populisten können daraus ganz einfach ihre viel zu einfache Sicht rechtfertigen.

Warum wird der Passant wohl angefangen haben zu filmen? Weil die beiden Protagonisten einen netten Plausch hatten? Weil er hellseherische Kräfte besitzt, und von der bevorstehenden Polizeigewalt wusste?

@Cowboy8 10:18

Haben sie das Video gesehen ?

Nach einen gerangel auf der Flucht 5x in den Rücken Geschossen. Auch Für einen Laien ist das mehr als Plausibel. Und ich bin mir Sicher wäre das kein Polizist, hätte er schon Lebenslänglich. Bei 5x ist das nicht nur Mord, sondern kommt einer Hinrichtung gleich. Dieser Mensch entehrt die vielen Tausenden Polizisten die eine gute Arbeit Leisten.

@@11:18 von Nachfragerin

Wenn einem mutmaßlichen Täter eine Tat nicht nachgewiesen werden kann und man diesen deshalb laufen lassen muss, dann ist das kein Zeichen von Milde, sondern von Rechtsstaatlichkeit.

Der Kollege [@10:15 von privat23] untermauerte sein Argument aber mit 2 Beispielen, bei denen die Schuld eben nachgewiesen WURDE.

Und genau das ist ja das Verstörende an diesem Fall: Es gibt einen eindeutigen Video-Beweis, der die Schuld des Polizisten unzweifelhaft belegt.

Da Sie gar nicht wissen, wie genau die Anklage lautete, können Sie auch nicht beurteilen, ob das Video die Schuld (im Sinne der Anklage!!!) belegt. Z. B. könnte in der Anklage eine TötungsABSICHT unterstellt gewesen sein. Ich weiß nicht, ob man die einfach nur aus dem Video ableiten kann. Kann man nicht auch mit nur einem Schuss in die Brust jemanden töten wollen? Aber nochmal: 11 von 12 Geschworenen teilten ja Ihre Ansicht.

@cowboy8 - Verständnisfehler

"Zählt es in den USA zu den Aufgaben eines Polizisten, Flüchtende zu erschießen? Falls ja, kann ich die Entscheidung der Jury nachvollziehen - andernfalls nicht."

11:23 von cowboy8:
"Da genau liegt der Verständnisfehler. Die Jury hat eben NICHT entschieden."

Nein, kein Verständnisfehler: Ich kann die Unstimmigkeit der Jury (bzw. die Entscheidung des einen Jurymitglieds) nicht nachvollziehen. Das war es, was ich zum Ausdruck bringen wollte.

um 10:01 von StöRschall

>>Die Schuldfrage hängt von der kognitiven Reife ab und der Einsichtsfähigkeit ab.
Einem Polizisten sollte man doch beides zuschreiben können ... oder?<<

Sie scheinen nicht zu verstehen worum es hier geht.
Es geht nicht darum, ob sie ihn für schuldig halten nach welchem Recht auch immer.

Es geht darum, ob eine Geschworenen-Jury in den USA den Polizisten für schuldig nach Amerikanischem Recht hält. Das Urteil der Jury muss einstimmig sein, sonst wird eine neue Jury gesucht. Das ist hier passiert.

Ich bezweifle dass sie das US-Recht so gut kennen, dass sie die Schuldfrage glaubhaft beantworten können.

Stehenbleiben oder ich schiesse!

Auf flüchtende Straftäter darf, nach vorheriger Warnung, in einigen Staaten der U.S.A. geschossen werden.
Was glauben sie wohl warum sonst soviele aus Strafanstalten entflohene Gefangene bei der Vervolgung erschossen werden?
Das einzige was erforderlich ist ist ein Zuruf und ein Warnschuss.
Mit Notwehr hat das nichts zu tun. Das einzige was man dort dem Polizisten vorwerfen kann ist dass er nicht nur auf die Beine gezielt hat.
Ich war lange genug in den U.S.A. um zu wissen dass man dort sein Leben aufs Spiel setzt wenn man nach dem 'Stop' einfach weiterläuft, und das weiss da jedes Kind.
Weglaufen ist 'Suicide by cop'.

Berichterstattung

Was hat der Bericht mit der Lebenswirklichkeit in Deutschland zu tun, gibt es hier ähnliche Fälle?
Richter haben wir hier, und die entscheiden, auch hierzulande gibt es bestimmt wichtiges, armes Opfer!

um 10:18 von Nachfragerin

>>Ich bitte ich Sie noch einmal mir ein Szenario zu entwerfen, in dem von einem Flüchtenden eine Lebensgefahr für denjenigen ausgeht, vor dem geflohen wird!<<

Sie verstehen mich falsch, ich habe die Aussagen des Angeklagten nicht bewertet.
Die Geschworenen-Jury beurteilt die Schuld des Polizisten nach Amerikanischem Recht anhand der Anklagepunkte. Die beurteilung muss einstimmig sein.

Wie ich schon einem anderen User geschrieben habe, ich glaube auch bei ihnen nicht, dass sie das US-Recht so gut kennen, dass sie die Schuldfrage eindeutig glaubhaft beantworten können.

Sie scheinen übrigens immer zu vergessen, dass es sich bei dem getöteten um einen vor dem Gefängnis fliehenden Mann handelte.
Und weil sie es für so unwahrscheinlich halten, dass von einem vor der Polizei fliehenden Menschen Gefahr für Leib und Leben ausgeht:
Schauen sie mal US-Lokalnachrichten. Beschäftigen sie sich mit Kriminalität in den USA. Dafür finden sich genug Beispiele.

Und diese Fragen hat ein

Und diese Fragen hat ein Gericht zu entscheiden und nicht der Rechtslaie Karl Heinz hinter seinem PC.
Danke für diesen Kommentar.
Ob diese deutschen Laienrichter etwas so oder so sehen, ob in China ein Sack Reis umfällt, nur das Gericht und alle (alle) Geschworenen müssen 100% von der Schuld überzeugt sein.
Und dann erst ist der Angeklagte schuldig.
Nicht schuldig bei Verdacht oder deutschen Laien.
Hoffentlich haben die das dann überhaupt verstanden, um was es hier geht.
Der Angeklagte ist unschuldig bis ein Richter ihn schuldig gesprochen hat, aufgrund der allseitigen Schuldzusprechung der Geschworenen.
Punkt aus.
Hört auf mit dem Geschrei.

@Holt - Fluchtversuch

11:32 von Holt:
"Also ich hab mal in der Wachausbildung der Bundeswehr gelernt, dass man bei Personen, die sich der Kontrolle entziehen wollen, die Schusswaffe einsetzen darf, wenn vorher ein Angriff auf Leib und Leben geschah(§15UZwGBw)."

In der ersten Zeile dieses Paragraph sind folgende Worte zu finden: "wenn dies den Umständen nach erforderlich ist".

Einen Fluchtversuch ließe sich auch durch gezielte Schüsse auf die Beine verhindern.

Berichterstattung

Was hat der Bericht mit der Lebenswirklichkeit in Deutschland zu tun, gibt es hier ähnliche Fälle?
Richter haben wir hier, und die entscheiden, auch hierzulande gibt es bestimmt wichtiges, armes Opfer!

Geschworenengerichte sind

Geschworenengerichte sind überholt und sollten durch ein moderneres Verfahren abgelöst werden.

um 10:31 von frosthorn & um 10:35 von meta7

Sie vergessen beide, dass sich die Tat in den USA abgespielt hat. Mitsamt aller Banden- und Drogenkriege, schrecklicher Verbrechen die sich dort abspielen. Der Angeklagte wie auch der Tote haben bzw. hatten eine Lebensrealität die sich von der ihre radikal unterscheidet. Das gilt genauso für die Geschworenen.

Ich bin der Meinung, dass so lange der Tote nicht versucht hat jemanden zu töten, er sein Lebensrecht zu keinem Zeitpunkt verwirkt hat. Daraus folgt, dass ich den Mord am Opfer persönlich zutiefst bedauere und die Tat verabscheue.

Meine persönliche Einschätzung ist aber leider völlig irrelevant, da sich das ganze nicht nur in einem fremden Land, sondern auch noch unter fremdem Recht abgespielt hat.
Und die amerikanischen Gesetze sind grundsätzlich anders als die von mir bevorzugten hiesigen.

Das Urteil der Jury dort bezieht sich aber auf das US-Recht. Und ob das so eindeutig ist, nur weil ein Video eines Teils der Situation existiert, bezweifle ich stark.

Filmaufnahmen

Körperkameras könnten helfen, und eine stärkere öffentliche Beobachtung des öffentlichen Raumes,
Per Video solche Fälle besser aufzuklären.

mauri, 11:46

||Warum wird der Passant wohl angefangen haben zu filmen? Weil die beiden Protagonisten einen netten Plausch hatten? Weil er hellseherische Kräfte besitzt, und von der bevorstehenden Polizeigewalt wusste?||

Zum Beispiel weil der Passant sich bewußt war, dass es in den USA laufend zu Polizeigewalt kommt.

@ 11:32 von Holt

Fragen sind also:
1. Musste der Polizist um sein Leben fürchten, während des Angriffes?

Nein, natürlich nicht!

2. Konnte er sicher gehen, dass der Flüchtige seinen Teaser nicht entwendet hat, bevor dieser sich durch Flucht entzieht?

Das Opfer hatte keinen Teaser, der Polizist hat ihn nach den Schüssen neben den am Boden liegenden abgelegt.

3. Wie hätte zweiefelsfrei die Identität des mutmaßlichen Straftäters festgestellt werden können, bei erfolgreicher Flucht?

Gar nicht! Ist aber auch nicht relevant. Hätte man das Opfer unbedengt an der Flucht hindern MÜSSEN, wäre ein einziger Schuss ins Bein ausreichend.

4. War der Einsatz der Schusswaffe unverhältnismäßig, gerade in Bezug auf die 1., 2. und 3. Frage? Dies in Verhältnis zur Polizeiausbildung.

Absolut unverhältnismäßig! Bedauerlicherweise kann man in den Staaten nur für die -> angeklagte Tat verurteilt werden, das ist hier in Deutschland anders.

@aolbernd

>ist dies auch einer dieser Berichte von überregionaler Bedeutung?

Ja, denn er zeigt uns, dass man einzelne Tat als Beweis fuer die Niedertraechtigkeit einer ganzen Gruppe nehmen kann. Zumindest, wenn es gerade ins Weltbild passt.

um 11:41 von kommentator_02

>>Jemanden der wegläuft in den Rücken zu schießen ist Mord, da ist nichts "fraglich".<<

Subjektiv moralisch mag das für sie Stimmen.

Leider ist die Welt nicht so einfach. Es gilt das US-Recht, nicht das deutsche Recht und auch nicht irgend ein Moralisches Recht.
Wenn die Anklage auf Mord lautet, ist der Angeklagte höchstwahrscheinlich nicht schuldig. Denn nach Amerikanischem Recht darf ein Polizist auf einen Fliehenden Verdächtigen schießen, wenn dieser sich der Kontrolle entzieht. Er darf ebenfalls auf einen fliehenden Verdächtigen schießen, der ihn zuvor mit tötungsabsicht Angegriffen hat.

So sehr es aus unserer Deutschen Sicht unfassbar erscheint, dass Schüsse in den Rücken nicht automatisch schuldig bedeuten, so sehr ist es wichtig, die Emotionen zurückzuhalten und nach Recht und Gesetz entscheidet.

Die ganze Kommentarsektion liest sich wie ein wütender Lynchmob, der den Angeklagten am nächsten Baum aufhängen würde.
Deshalb versuche ich Rationalität hineinzubringen.

@ mauri

Haben sie außer Spekulationen irgendetwas zu bieten, was ihre abenteuerlichen Thesen unterstützt? Das Video ist eindeutig, inklusive der nachher manipulierten Beweislage (platzieren des "entwendeten" Tasers). Sie hingegen stellen die Aussagen des Cops als bloße Tatsachen hin, ohne das es dafür irgendeines Beweises bedurft hätte, und gleichzeitig unterstellen sie anderen Populismus?

Hier mal die nicht einfache, aber leider reale Sicht der Dinge: Sklaverei, Lynchmorde zum Vergnügen, Kampfhunde auf Großmütter hetzen, und was der sonstigen Grausamkeiten (ersparen sie mir Details zum Punkt Sklaverei zu nennen) noch sind, die rassistisch motivierte Gewalt geht historisch von den Weißen aus!

Und dann kommen unwissende Experten wie sie daher und stellen die Tatsachen auf den Kopf. Der systematische Rassismus in den USA ist allgegenwärtig, und die Gewalt gegen Schwarze ebenso (stop and frisk!).

Deutschland

Leider liegen wieder einige falsch, der Schußwaffengebrauch auf Flüchtende ist auch in der BRD zulässig (§10(1)2 UZwG und auch im Grenzdienst § 11). Ich denke, daran scheitern die Schüsse auch nicht, sondern vielmehr an der Verhältnismäßigkeit der Mittel.
Der Beamte wirkt im Video sehr höflich und ruhig, keine Spur von Rassismus, es ging auch nur um ein defektes Rücklicht. Die Untersuchung ergab, dass der Getötete Scott, Kokain und Alkohol im Blut hatte. Er war zuvor öfter verhaftet worden und auch als Dealer bekannt. Der Fahndungscomputer zeigte den Hinweis "Bewaffnet". Daher sind die Zweifel des Geschworenen nicht ganz unbegründet. Ebensowenig, wie man jemanden in den Rücken schießen sollte, bedarf auch das Urteil einer Einbeziehung aller Sachverhalte.

Richtig, das Rechtssystem mit Geschworenen ist alt, aber auch bürgernah. Und auch in England, Belgien, Australien....usw. gehört es noch lange nicht zum alten Eisen.

Bedeutet dies im Umkehrschluss

das Recht in den USA "frei auslegbar" ist, man muss nur lange genug die Jury tauschen?

Es wäre ja naiv zu glauben, das bei X Personen nicht ein käuflicher dabei wäre....

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