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Antibiotika wirkt nicht

Antibiotika wirkt nicht mehr?
Komisch, wo man das Zeugs doch mittlerweile auf jedem Acker finden kann, zusammen mit den verschiedensten Darmkeimen. Aber auch zur Wachstumsbeschleunigung gefüttert wird. So lebe die Pharmaindustrie erst mit Antibiotika in Futter und Tierpharmazie dann weiter in der Humanmedizin, wenn das kein Supermodell ist. Wie anders können die Milliardengewinne und -zuwächse denn sonst bei Industrie, Aktionären und Manager gehalten werden. Alles andere ist doch da eh unwichtig und erlebt sich ja, nach ein paar Beileidskundgebungen, eh von selbst, wie man weis. Oder will da etwa jemand etwas ändern? Keine Angst unsere Lobbyisten haben da längst alle(s) im Griff!

Schau an ...

... das Leben wehrt sich gegen Antibiotika ...

Die Zeitbombe tickt bereits

Die Pharmaindustrie trägt nachweislich zur Verbreitung multi-resistenter Keime bei und muss entsprechend an den Folgekosten beteiligt werden. Wenn Produktionsabfälle in die Umwelt gelangen, dann muß der Produktionsstandort umgehend geschlossen werden und eine angemessene Strafe verhängt werden. Staatlich organisierte Kontrollinstanzen/-verfahren müssen umgehend implementiert werden (samt begleitender Anti-Korruptionsmassnahmen).

Kenn ich!

Meine Nasennebenhöhlen sind seit über 10 Jahren nur noch mit Salzwasser-Spülung zu behandeln. Ich habe Glück, denn das klappt bei mir jedes Mal sehr gut und ich muss nur etwas Kochsalz im Wasser auflösen. Da geht es anderen Menschen ganz anders.

Ich bin dafür, dass man endlich den Tierschutz so regelt, dass kranke Tiere eingeschläfert werden können, selbst wenn eine Behandlung mit Antibiotika möglich wäre, wenn der Tierhalter das wünscht und dass Nutztiere von den Tierpflegern getötet / eingeschläfert werden dürfen (dazu kann es Fortbildung geben).

Mir ist es unbegreiflich, warum so wertvolle Medikamente an Tiere verschwendet werden.
Es wird beim Einschläfern doch kein Tier gequält.

und wieder ein Argument gegen Nationalismus

denn globale Probleme muss man global angehen.

Maßnahmenbündel notwendig

1. Das Bundeslandwirtschaftministerium muss zeitnah eine positive Image-Kampagne starten, wie naturverbunden die Agrarindustrie doch immer noch ist.
2. Das Kabinett muss eine Elefantenrunde einberufen und eine freiwillige Selbstverpflichtung der Beteiligten herbeiführen.
3. Die SPD muss unbedingt jede Maßnahme verhindern, die qualifizierte Arbeitsplätze in Mastbetrieben gefährdet.
4. Die FDP muss darauf pochen, dass nur eine europäische Lösung sinnvoll ist. Bis diese steht, sollte D auf gar keinen Fall vorpreschen.
5. Die Grünen müssen nachhaken, ob alle Beschlüsse geschlechtsneutral formuliert sind.

@Antibiotika in Landwirtschaft

Klar ist also: Der Einsatz der wertvollen Medikamente muss dringend zurückgefahren werden, sowohl in der Humanmedizin als auch in der Landwirtschaft. [...] Während einige Länder wie Dänemark hier als Vorbilder herhalten können, ist die Situation in anderen katastrophal - insbesondere im Süden des Kontinents, wo in Teilen noch immer massenhaft Antibiotika geschluckt und Tieren verabreicht werden. Und die Resistenzraten in ungeahnte Höhen schnellen.

Wenn der Zusammenhang zwischen Resistenzrate und Antibiotikaeinsatz so signifikant ist, dann ist ja wohl erwiesen, dass der übermäßige Einsatz ursächlich ist. Warum erläßt Brüssel dann keine Verordnung? Die kümmern sich doch sonst um jede Kleinigkeit - hier wäre es notwendig! Antibiotika verbeugend an gesunde Tiere zu verfüttern bedeutet, den Tod von Menschen durch Resistenzbildung billigend in Kauf zu nehmen. Solche Landwirte gehören aus dem Verkehr gezogen ...

Fehlinformation mit Horroreffekt

"Umgekehrt heißt das: Schon eine Harnwegsinfektion oder eine entzündete Wunde können tödlich enden, wenn die Medikamente nicht mehr wirken - wie früher, bevor es diese Mittel gab."
Bisher und in Zukunft werden praktisch alle Infektionen vom Immunsystem auch ohne jede Hilfe von Antibiotika niedergeschlagen. Das Problem betrifft nur die kleine Gruppe, die z.B. durch Krebstherapie ein stark unterdrücktes Immunsystem oder durch zu weit ausgebreitete Infektion der Bakterien nicht mehr Herr wird.
Zu behaupten dass damit schon kleine Wunden tödlich enden könnten ist ungefähr so wie darauf hinzuweisen dass man sich mit einer Gabel tödlich verletzen kann.
Horror um des Effektes willen statt wissenschaftliche Information über Bakterien Immunsystem und Antibiotika.

@Piffke

"im Gesundheitsbereich längere Auskurierungen bei Grippe, bzw. bei Erkältungen" Am 04. Juli 2017 um 13:53 von Piffke

Beides wird durch Viren verursacht und ist mit Antibiotika eh nicht zu kurieren - jetzt nicht und früher nicht.

Aber ich kenne die Tierbehandlung: Weißt der Tierarzt nicht, was das Tier hat, wir generell ein Breitbandantibiotikum gespritzt.

Schön zu sehen dass das Thema inzwischen auch in den Regierungen

.. angekommen ist. Zwar mit Zehnjähriger Verspätung, aber immerhin.

Es ist zwar ein bisschen ein Euphemismus zu sagen, das "Thema wäre unterschätzt worden".
Ignoriert wurde es! Die Wissenschaft warnt seit vielen Jahrzehnten, und seit rund einem Jahrzehnt so deutlich und vehement, dass man sich schon Mühe geben musste, das nicht wahrzunehmen.

Und nun? Scheint es so zu laufen wie mit der Klimaerwärmung. Absichtserklärungen, Zielvereinbarungen, die so weit in der Zukunft liegen, dass 95% der Wähler sie wieder vergessen haben wenn es denn dann mal so weit ist und sich zeigt, dass man sie nicht annähernd eingehalten hat.

Denn, wie gesagt: Ein Realpolitiker ist ein Kapitän, der sich weigert dem Eisberg auszuweichen, weil dann die Champagnergläser in der ersten Klasse umfallen könnten.

und so werden wir uns in Zukunft auf mehr Stürme, extremeres Wetter, und nun auch noch omniimmune* Keime einstellen dürfen.

.

*: Keime, bei denen kein Antibiotika mehr zuverlässig wirkt

@ 13:43 von Volkspartikel

Chapeau!

Da darf ich mal persönlich werden:

Ich habe gerade eine Harnwegsinfektion, eigentlich nichts völlig ungewöhnliches.
Aber ich bekomme ein synthetisches Reserver-/ Ersatz-Antibiotikum. Es ist schon soweit.

Hmm einige Kommentare hier sind reichlich naiv

Es ist heute schon ein sehr großes Problem, das sich auch kleinste Wunde eben nicht von selber heilen.Gerade jetzt im Krankenhaus hat man mit den Multiresistenten Keimen zu kämpfen, wo dann aus kleinen Wunden lebensbedrohliche Infektionen und Blutvergiftungen werden. Fehlende Antibiotika waren ein Grund z.B. , warum DE den ersten und zweiten Weltkrieg verloren haben, weil mehr Menschen und Soldaten an Wundinfektionen gestorben sind, als an Waffen. Also mal hier nicht so einen esoterischen Unsinn verbreiten. Die Hauptprobleme sind: Tonnenweise Verfütterung von Antibiotika in der Massentierhaltung, auch von Reserveantibiotika, Herstellung in Billigländern, dort werden die Abwässer unkontrolliert verseucht, >Resistenzen die dann hier eingeschleppt werden. Verbreiten der Resistenzen durch Krankenhäuser und Fernreisen und durch leichtsinnige Abgaben der Reserveantibiotika für Pillepalle. Verletzungen kuriere ich mit Jodsalbe, dann heilt das schnell ab, mal so als Tipp.

Wie war das früher ...

als es noch keine Antibiotika gab? Sicher hat die Pest ganze Landstriche entvölkert, aber eine kleine Entzündung war keineswegs tödlich. Man wusste um die Wirksamkeit von Kamille, Holunder, Schafgarbe und all den anderen Heilkräutern, deren Kenntnis Großmütter, Schäfer und andere Heilkundige weitergaben. Man steckte die Kranken ins Bett und ließ sie die Krankheit auskurieren. Entzündungen wurden durch eben die Symptome, Fieber, Rötung, Schwellung und Schmerz, vom Körper bekämpft, die die Pharmaindustrie umgehend beseitigen möchte, um eine Heilung vorzutäuschen.
So gewöhnen wir dem Körper systematisch ab, sich selbst zu helfen. Nun wird die Waffe stumpf. Zeit zum Umdenken!

Meine Meinung

Wenn menschliches Leben und Gesundheit auf dem Spiel steht (wie im Beispiel um 15:52 von Manfred Korte), dann ist eben jedes Tier nachrangig zu behandeln (völlig egal, wie sehr jemand an ihm hängt).

Da bin ich auch bereit mir vorwerfen zu lassen, dass für mich Tiere Wegwerfware wären.

@15:52 von Manfred Korte

Hinzu kommt: es gab in der vergangenheit engpässe bei der lieferung von Antibiotika (u.a. Tazobac) (ich glaube ein großes werk in Indien hatte gebrannt)

Außerdem wird die Gefahr größer auch in der EU, daß produktfälschungen in die Apotheken kommen. (über-, unterdosierung von wirkstoffen, wirkstofffrei - schon dagewesen)

Und in NRW hat ein Apotheker Zytostaika gestreckt. Der sitzt jetzt in U-haft.

willkommen in der wirklichkeit.

@Marcus2 (13:59)

"Zu behaupten dass damit schon kleine Wunden tödlich enden könnten ist ungefähr so wie darauf hinzuweisen dass man sich mit einer Gabel tödlich verletzen kann"

Aber hallo! Natürlich kann das passieren. Es kommt auf den Bakterienstamm an, auf deren Auswirkung im Körper.

"Bisher und in Zukunft werden praktisch alle Infektionen vom Immunsystem auch ohne jede Hilfe von Antibiotika niedergeschlagen"

Na dann erklären Sie mir Mal bitte, warum in der Generation meiner Großeltern jeder 2. vor dem 3. Geburtstag starb. Im Schnitt waren es etwas mehr als 50%.
Ich hätte ohne Antibiotika auch meinen 1. Geburtstag nicht erlebt. Mein Sohn seinen 2. nicht.
Und selbst wenn es "natürlich" ausgeheilt hätte, hätten wir beide Folgeschäden, die die Lebensqualität einschränken. So habe ich zum Glück lediglich Narben in der Lunge.

@um 13:34 von jiha

Das ist ziemlicher Blödsinn, denn ...

- es ist weitaus besser, wenn VIELE VERSCHIEDENE nach neuen Antibiotika forschen anstatt einem großen globalen Konzern UND
- es IST ein deutsches Problem, da nirgendwo sonst eine so intensive und industrialisierte Tierhaltung betrieben wird. Raten Sie mal wo hier in Deutschland die größte Schweinedichte vorliegt. Das ist NICHT bei den Bundesländern mit "viel Freifläche", sondern genau dort wo man das Futter kinderleicht per Schiff anliefern kann: Im nordwestlichen Ruhrgebiet ... und zwar in Ställen wo man dann auch präventiv die Antibiotika BRAUCHT. Quelle: https://www.atlas-agrarstatistik.nrw.de/

@16:08 von Oldtimerin

Ganz so idyllisch, wie sie es darstellen war die Welt früher nicht. An Wundinfektionen und anderen, die heute problemlos ausheilen (mit billigen Antibiotika) wurde früher gestorben. Vor der Entdeckung des Penicilins u.a. Ja, manche Infektionen, sogar viele, schafft unser Immunsystem auch alleine, aber eben nicht alle. Und die, die heute an einer scheinbar banalen Infektion sterben haben das Pech einen aggressiven und zusätzlich multiresistenten Keim erwischt zu haben. Das weiß man aber erst, wenn das erste Antibiotikum versagt und dann kann es für ein Reserveantibiotikum auch schon mal zu spät sein.

Übrigens ein guter Artikel, der die Fakten richtig darstellt und auf die übliche Polemik verzichtet.

Dass der richtige und sparsame Einsatz von Antibiotika mehr bringt, als alles andere ist richtig. Das würde übrigens auch in der Pharmaindustrie niemand bestreiten, der ernstgenommen werden will. Wobei ich hier nur die Humanmedizin beurteilen kann.

Die Natur weis wie balance gehalten wird.

Nachdem Krankeiten gut bekaempft werden konnten ist die Menscheit ueberproportional gewachsen. Das ist vielleicht ein Wendepunkt fuer die Ueberbevoelkerung. Das ist zwar nicht schoen, passt aber.

Und ich dachte immer im Schweinefleisch für

2,95 das Kilo - was ja immer noch von Supermarktketten tapfer beworben wird -
wäre alles was man an gesundem Antibiotikum braucht enthalten. So dass man bei regelmässigem Verzehr praktisch einen lebenslangen Schutz geniesst.

Am einfachsten wäre es

die Pharmafirmen zu zwingen, an neuen Atibiotikas zu forschen, statt an Viagra für Mann und Frau oder Blutfettdingern!
Seit 30 Jahren ist kein neues AB entwickelt worden, weil der zu erzielende Gewinn zu gering eingeschätzt wurde.

Komplettes Ausgabeverbot

Wer das rigorose Ausgabeverbot der Reserveantibiotika für die Massentierhaltung nicht durchsetzt , noch nicht einmal ins Auge fasst, ist nicht ernst zu nehmen in seinen "Bemühungen".

Das Ende der Fahnenstange ist schon erreicht wenn jetzt schon Dritt - und Viertgenerationen ausgegeben werden.

Die erwähnte "Berliner Erklärung" vom Mai d.J.

darf man wohl getrost unter "Real-Zynismus"
ablegen.
Politik reagiert - wie hier im Forum bereits bemerkt - mit überdeutlicher Verspätung, und erst dann, wenn in irgend einer Form das "Goldene Kalb" Wirtschaft - sprich Wachstum betroffen ist.
Nur die Gesundheit des Stimmviehs war nicht Grund genug für eine Erklärung!
Bitte langsam auf der Zunge zergehen lassen!

"Es sei eine "schleichende

"Es sei eine "schleichende Katastrophe", sagt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). "

Und warum unternimmt dieser Man nichts?

Hat er keine Lust, leine Kompetenz oder darf er nicht?

@16:30 von Pflasterstein

"es IST ein deutsches Problem"

Was die industrielle Landwirtschaft angeht kann ich das nicht beurteilen inwiefern andere Länder da "besser" sind. Was allerdings die Antibiotikaresistenzen angeht sagt der Artikel ganz richtig, das es da in Europa ein klares Nord-Süd(Ost)-Gefälle in Europa gibt. Und zwar bei jedem einzelnen Problemkeim und Antibiotikum. Skandinavien ist immer gut (grün auf den entsprechenden Karten), während Rumänien, Bulgarien und Griechenland fast immer tiefrot sind (hohe Resistenzraten). Das hat klar mit dem Umgang mit Antibiotika in der Humanmedizin zu tun. Die Niederlande habe glaube ich auch intensive Landwirtschaft sind aber in ihren Kliniken immer ganz gut.
Das Problem ist, dass die Keime mit den Menschen heute leicht reisen.

@Tada

Ich bin dafür, dass man endlich den Tierschutz so regelt, dass kranke Tiere eingeschläfert werden können, selbst wenn eine Behandlung mit Antibiotika möglich wäre

Das ist ein ziemlich lebensverachtender Vorschlag. Tiere sind doch keine Wegwerfprodukte! Und gerade bei Haustieren hängen da auch Emotionen dran. Erklären Sie mal einem Kind, warum seine geliebte Katze eingeschläfert werden soll, wenn sie mit einem Antibiotikum problemlos geheilt werden könnte.

Gesunden Tieren hingegen Antibiotika zu geben, das muss endlich ohne jede Ausnahme verboten werden ...

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