Ihre Meinung zu: Interview zu #MeToo: "Von Gleichberechtigung weit entfernt"

15. Februar 2018 - 22:13 Uhr

Auf der Berlinale wird es auch um die #MeToo-Debatte gehen. "Das wurde höchste Zeit", sagt Schauspielerin Gesine Cukrowski. Mit tagesschau.de spricht sie über strukturellen Sexismus und was sich verändert hat.

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Kommentare

Paralleluniversum.

Ein Mann in meinem Beruf (...) verdient bis zum Doppelten dessen, was eine Frau verdient. (...) Und damit drückt man aus: Die Frau ist weniger wert."

Nur seltsam, dass in dieser angeblich "frauenunterdrückenden" Gesellschaft die ärmsten der Armen (Obdachlose) fast alles Männer sind.

Aber so etwas nimmt man natürlich nicht wahr, wenn man den ganzen Tag zwischen Filmset und Preisverleihung hin und her pendelt...

Kenne ich zu gut

Aus eigener Erfahrung kann ich diese ständige Diskriminierung gut nachvollziehen. Sie ist viel schleichender als "früher". Niemand hat sich mir gegenüber unsittlich benommen. Aber als Frau steht man vor ganz subtileren Problemen.

Gesprächsführung: Unterbricht er sein Gegenüber, dann weiß er halt, was er will. Nimmt niemand krumm. Tue ich das als Frau, habe ich sofort den Ruf einer unhöflichen Zicke.

Kollegialität: In nicht dienstlichen Gesprächen unter der männlichen Belegschaft spielen sexistische Anspielungen rund um Frauen und Männlichkeit eine unglaublich wichtige Rolle. Da kann ich nicht teilnehmen. Und deshalb gehöre ich nie vollwertig dazu.

Arbeitsplanung: Treffe ich (die Projektleiterin) einen neuen Sponsor und hinter mir kommt meine ungelernte (männl.) 450€-Kraft in den Raum, wird automatisch er angesprochen und nicht ich. Und selbst nach Aufklärung wird er weiter am Gespräch beteiligt. Als wenn eine Sekretärin in Banksitzungen mitreden dürften. Einfach nur zum k...

immer und nie

Das sind zwei Worte die ich nur äußerst selten verwende. Mit immer und nie verallgemeinert man. Und es gibt nicht die universelle Lösung oder Erklärung. Das Leben ist wie die deutsche Sprache: Keine Regel ohne Ausnahme.

Ich kann also nicht sagen, dass es nie vorkommt, dass Frauen für die gleiche Leistung schlechter bezahlt werden, als Männer. Mir ist kein Fall bekannt. Ich kenne nur gleiche Bezahlung für etwa ähnliche Tätigkeiten. Ich kann keinen Fall nennen, in der ein Mann oder eine Frau schlechter gestellt ist.

Genauso wenig kann ich in den Raum stellen, dass es immer die Frauen sind, die dies beklagen. Oft ja, mehrheitlich ja, dass kann ich guten Gewissens darlegen. Aber immer wäre übertrieben.

Und ich habe nie ein Problem mit Frauen zusammen zu arbeiten. Auch meine Kollegen nicht. Im Arbeitsleben zählen nur Sachinhalte, und da werden Frauen gleich behandelt.

Was aber gar nicht geht, ist sich als benachteiligt hinstellen, und dadurch Vorteile zu bekommen. Da hört es auf.

Namen nennen

"Opfern von echter sexueller Gewalt muss man immer Gehör verschaffen. Und dann darf man auch Namen nennen."

Richtig. Und zwar bei der Polizei. Die ist nämlich für die Aufklärung von Straftaten da.
Und das aus gutem Grund.

Antwort 1 auf Frau Weiß

Aus ihrer Sichtweise haben Sie natürlich Recht. Jedoch möchte ich Ihnen widersprechen.
Ein Gespräch kann man auf unterschiedliche Weise unterbrechen, das kommt auch auf den eigenen Rang in der Gruppe, aber auch auf das Verhältnis der beteiligten Personen untereinander an. Vielleicht haben Sie ja nicht die entsprechende Stellung gehabt, aber da ich Sie und die Situation nicht kenne, kann ich nur Vermutungen aufstellen.

Zum Punkt Kollegialität: Ich als Mann kann an Gesprächen zwischen Frauen auch nicht richtig teilnehmen, gehöre nie richtig vollwertig dazu. Andererseits warum muss ich das wollen? Muss ich mich deswegen diskriminiert fühlen? Frauen haben ihre insider, wir Männer unsere.

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