Ihre Meinung zu: Demo in Moskau gegen Verbot des Chatdienstes Telegram

13. Mai 2018 - 10:27 Uhr

Der Kreml hat den populären Chatdienst Telegram sperren lassen, genutzt wird die App trotzdem weiterhin. Erneut wurde für die Freiheit im Internet demonstriert - doch mit deutlich weniger Teilnehmern als erwartet. Von Birgit Virnich.

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Kommentare

Ich verstehe die Aufregung

Ich verstehe die Aufregung nicht. In den USA passiert das gleiche. Dort will die Regierung auch an die Daten der Nutzer. Auch in Deutschland ist die Politik darum bemüht das man z.B. WhatsUp kontrollieren kann.
Warum wird das in der Argumentation gegen Russland immer verschwiegen?
Ist es etwa OK, wenn wir das machen, und bei Russland pfui.
Wie soll ich mir diese Berichterstattung erklären?
Das einzige was ich sehr gut finde ist, das der Macher sich weigert die entsprechenden Codes heraus zu Geben.
Da ist er einigen westlichen Messengerdiensten weit voraus, denn die knicken meißt ein.

Demo für Freiheit im Internet

Die freie Welt drückt der russischen Opposition die Daumen.
Was sagt eigentlich Edward Snowden zur Meinungsfreiheit in Russland?

Technisch falsch

Telegram verschlüsselt die Nachrichten nur, wenn manuell ein "Geheimer Chat" ausgewählt wird. Diese Chats funktionieren nur an einem Gerät (also nicht parallel an Laptop und Smartphone). Die Standarteinstellung bei Telegram sind unverschlüsselte Chats, die sogar auf den Telegram Servern gespeichert werden.

Gruppenchats sind bei Telegram nicht zu verschlüsseln.

Weiterhin nutzt Telegram selbstgebaute Algorithmen (grundsätzlich eine schlechte Idee) die mehrfach von Experten kritisiert wurde.

Im Gegensatz dazu nutzt WhatsApp die Signal Verschlüsselnung und verschlüsselt alle Chats und Gruppenchats standartmäßig und ist viel (!) stärker einzustufen als das selbstgebaute Laubhüttenkonzept von Telegram.

Natürlich gibt es bei WhatsApp auch Probleme: Die Metadaten der Kommunikation liegen bei Facebook, die Ende-zu-Ende Verschlüsselung kann durch das Cloud-Backup zunichte gemacht werden und die App ist Closed-Source.

Trotzdem bietet Telegram nicht per-se bessere Privatsphäre - im Gegenteil

Kommunikationskontrolle

Der Kreml will alles kontrollieren...Russland wohin willst du? Wer die Kommunikation der Menschen kontrolliert, verliert die Zustimmung der Menschen.

Tja

Vielleicht merkt die russische Regierung mal, dass es doch nicht so einfach ist, die Zustände von Orwells 1984 herbeizuführen, wie man gerne hätte.

Meinen Zuspruch an die Demonstranten, die sich selbst nach all den Verhaftungen der Vergangenheit nicht unterkriegen lassen und für ihre Bürgerrechte auf die Straße gehen.

Herr Durov...

... Will die Schlüssel, die Terroristen beim tödlichen Attentat in St. Petersburg verwendet haben, NICHT herausgeben, obwohl er das nachweislich machen kann. Dafür habe ich absolut kein Verständnis.

(Korrektur, bitte unbedingt durchlassen).

Telegram ist auch in Deutschland sehr gut nutzbar, aber

- die Handy-Nummer haben die Veranstalter natürlich, sonst funktionierte das Ganze ja nicht. Und damit ist, auch eine Rückverfolgung zum Handyinhaber möglich, wie bei WhatsApp auch.

Es sei denn, die Handynummer wäre anonym, das aber ist in Deutschland nicht ohne weiteres möglich.

Also

Das beschneiden von Persönlichkeitsrechten,angeblich wegen dem Terror ist doch mittlerweile Standard.
Schön das es eine Demo gibt.

die Sperre ist schlimm

aber was tun, wenn die Terroristen, wissend, dass die russischen Geheimdienste keine Verschlüsselung für Telegramm haben, nutzen diesen Chatdienst für ihre Kooperation und Vorbereitung der Anschläge in Russland.
Wer denkt, dass die westlichen Geheimdienste keine Verschlüsselungen für populäre Chatdienste haben, irrt sich sehr.

@Alpha_Omega (12:42):

>>die Sperre ist schlimm
aber was tun, wenn die Terroristen, wissend, dass die russischen Geheimdienste keine Verschlüsselung für Telegramm haben, nutzen diesen Chatdienst für ihre Kooperation und Vorbereitung der Anschläge in Russland.<<

Es sollen also 142 Mio Menschen auf ihr Recht auf Privatsphäre und Datenschutz verzichten, weil es sein *könnte*, dass einige Hundert bis Tausend Menschen Telegramm für unlautere Zwecke benutzen? Ich denke, da fehlt die Verhältnismäßigkeit.

@Mischa007 (11:50):

>>[...] Auch in Deutschland ist die Politik darum bemüht das man z.B. WhatsUp kontrollieren kann.<<

Wann und wo hat die Bundesregierung denn bitteschön versucht, an die WhatsApp-Verschlüsselung/Daten zu kommen?

>>Warum wird das in der Argumentation gegen Russland immer verschwiegen?
Ist es etwa OK, wenn wir das machen, und bei Russland pfui.
Wie soll ich mir diese Berichterstattung erklären?<<

Weil es in diesem Bericht um die Versuche der russischen Regierung geht und nicht die der US-amerikanischen. Als damals die US-Regierung versucht hat, an verschlüsselte Daten von Apple zu gelangen, fanden sich in der Berichterstattung der Tagesschau ja auch keine Seitenhiebe auf Russland. Warum sollten hier also Verweise auf den Westen enthalten sein? Um die Relativierungen und den Whataboutism der Russlandfreunde zu bedienen?

11:50 von Mischa007

"Warum wird das in der Argumentation gegen Russland immer verschwiegen?
Ist es etwa OK, wenn wir das machen, und bei Russland pfui."

Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Wenn in Deutschland die Behörden Zugriff auf Kommunikationsdaten gleich welcher Art haben wollen, gibt es immer, und zwar zu Recht, eine große Diskussion, und regelmäßig auch Prozesse bis in die höchsten Instanzen.

Allerdings habe ich noch nirgendwo gelesen: Ist doch alles ganz normal, wozu das ganze Geschrei, die Russen machen das doch auch.

Die russische Regierung

Die russische Regierung sollte ihre Bemühungen, den Kommunikationsaustausch ihrer Bevölkerung zu beschränken, schleunigst wieder aufgeben. Diktatur durchzusetzen ist heutzutage nicht mehr ganz so einfach wie zu Zeiten der Sowjet-Union. Gut, dass Einige sich das nicht gefallen lassen. Sonst enden die Russen noch wie die Chinesen in einer Regierungspropagandablase.

Brandgefeahrliches Spiel

Alle machen sie die gleichen Fehler. Alle! Das zeigt, das schon seit Jahrhunderten, gar Jahrtausenden der durch Korruption und Gewalt erhaltbare Machtanspruch einer Regierung regelrecht in den Genen zu liegen scheint und derartige Mittel zur ersten Wahl gehoeren. Denn im Grunde ist das nichts Neues. Unterrueckung von Meinungen ist ein alter Hut, Unterdrueckung von Nachrichtenquellen ebenso. Die Methoden variieren nur, aber die Konsequenzen steigen exponential mit der Technikentwicklung an. Das passt nicht mehr zusammen und ist gefaehrlich fuer die Entwicklung der Menschheit zu einem Verbund frei denkender Menschen. Vielleicht liegt das ja auch nicht im "Interesse" der Evolution.

um 14:10 von

um 14:10 von ErebMacar
@Mischa007 (11:50):
>>[...] Auch in Deutschland ist die Politik darum bemüht das man z.B. WhatsUp kontrollieren kann.<<

Wann und wo hat die Bundesregierung denn bitteschön versucht, an die WhatsApp-Verschlüsselung/Daten zu kommen?

-> Stichwort: Staatstrojaner
richtig...Bundesregierung wollte nicht direkt den Zugriff auf die Verschlüsselung...

...schuf dafür aber nur die rechtliche Grundlage um auf sämtlichen elektronischen Geräten verdachtsunabhängig Trojaner installieren zu können (die die Kommunikation auf dem jeweiligen Gerät abfangen & der Staat so mitlesen kann...) - explizit begründet mit der Verschlüsselung von Diensten wie WhatsApp...

@nerdmitahnung

"Trotzdem bietet Telegram nicht per-se bessere Privatsphäre - im Gegenteil"
.
Mag alles sein, nur wird WhatsApp nicht wegen der Weigerung, die Nutzerdaten herauszurücken, gesperrt. Komisch?! Offensichtlich ist WhatsApp gegenüber den Geheimdiensten eine kleine Plaudertasche....

@11:50 von Mischa007

Sie verstehen die Aufregung nicht? Es geht hier um Zensur , Abschaltung des Internet. Ganz so, wie das in Russland bereits mit zig Fernsehsendern und Presseorganen gemacht wurde.

Das mit der Situation hier zu vergleichen zeugt entweder von Unkenntnis oder ist ein Ablenkungsmannöver eines Russlandhörigen.

@Mischa007 11:50

Hier geht es um die russische Regierung und nicht um die Bundesregierung. Bitte nicht vom Thema ablenken! Unabhängig davon nennen Sie mir bitte einen direkten Beleg und Beweis dafür, dass die Bundesregierung Whatsapp kontrollieren will und plant sämtliche weitere Kommunikationskanäle zu überwachen. Genau dies will die russische Regierung. Telegram ist nur der Anfang. Man will Google verbieten und meint man hätte eine bessere Suchmaschine (was eine Illusion ist), man will Youtube und Twitter verbieten und meint man hätte bessere Alternativen. Man will sämtliche amerikanischen Medikamente verbieten und meint man wäre in der Medizintechnik auf einem Niveau.
Wie man seine Bevölkerung für so dumm halten kann ist schon der Wahnsinn.
Die haben ganz einfach Angst vor ihrer eigenen Bevölkerung nachdem sie gesehen haben was in Armenien und in der Ukraine passiert ist, dies ist die Wahrheit, auch wenn sie weder die kremltreuen Foristen hier noch die Regierung selbst es je zugeben würde.

Wieviele Demonstranten waren es denn genau?

Spannend bei so einer Meldung: Geht es um 50 Demonstranten oder 1.000.000? "Heute wollen erneut tausende..." Erneut? Wieviele waren es denn beim letzten Mal? Sie haben doch die Korrespondentin offensichtlich vor Ort; die kann doch eine zuverlässige Schätzung abgeben, oder nicht?

@No pasaran 12:16

Blöd nur, dass Pavel Durov überhaupt nicht interessiert wofür Sie Verständnis haben oder nicht. Durov hat eine Verpflichtung gegenüber den Nutzern von Telegram und sonst ist er gegenüber niemandem was verpflichtet. Das Attentat in St.Petersburg war schlimm, aber es ist absolut korrekt und richtig, dass Durov keine Schlüssel rausrückt mit denen die russische Regierung in Wahrheit nur ihre eigenen Bürger überwachen will. Da gibt es auch keinerlei Diskussionsgrundlage. Durov handelt richtig.
Facebook wird auch nicht abgeschaltet weil die Attentäter von Paris oder der IS darüber kommuniziert haben. Soweit kommt es noch, dass man wegen ein paar erbärmlichen Terroristen sämtliche Kommunikationsmöglichkeiten sperrt.
Genau sowas wollen die doch.
Wenn man so handelt haben die Terroristen noch einen Sieg errungen!
Hier gehts um die Kommunikationsfreiheit und die muss geschützt werden.

@ErebMacar 13:44

Absolut korrekt. Immer wieder amüsant zu sehen was für Wege Foristen finden um die russische Regierung bei ihren Versuchen zu verteidigen die eigene Bevölkerung zu überwachen. Nein Terroranschläge berechtigen niemals dazu das Recht auf Privatsphäre und Datenschutz von 142 Millionen Menschen zu beschneiden!

@nerdmitahnung 12:05

Was Telegram nutzt oder nicht nutzt spielt hier keine Rolle. Telegram wird in Russland mehr genutzt als Whatsapp und ist damit ein sehr häufig verwendetes Kommunikationsmittel.
Hier geht es darum, dass eine Regierung meint wegen ein paar irren Terroristen 142 Millionen Menschen zu überwachen und deren Recht auf Privatsphäre und Kommunikationsfreiheit zu übergehen. Wie Foristen ernsthaft so ein vorgehen noch gutheißen können ist mir schleierhaft. Jeder der solch einein Eingriff in die Kommunikationsfreiheit gutheißt sollte sich schämen.

Kritische Kommentare unerwünscht.

Jeder der im Internet unterwegs ist gibt freiwillig seine Daten preis und zwar an private Konzerne, die die Daten handeln und verkaufen.
Das ist kein Geheimnis und sollte jeder wissen.
Dazu bedarf es keiner US.- oder sonstiger Regierung, die bekommen die Daten auch ohne großes Geschrei.
Was anderes ist einen Internetdienst zu sperren, das gibt es nur, in nicht ganz so demokratischen Ländern.

Ob Edward Snowden dazu zu

Ob Edward Snowden dazu zu sagen hat, bin so gespannt?

Demo in Moskau gegen das Verbot des Chatdienstes Telegram...

In dem Artikel fehlt aber eine Angabe darüber,wie groß die Demonstration war.Oder ist das nebensächlich ?

Jedenfalls gab es da schon größere Demonstrationen,am 1.Mai waren landesweit fast 2 Millionen auf den Straßen,eine Million in Moskau bei der Demonstration des "unsterblichen Regiments".

Blick schärfen!

Bevor wir uns hier, nach Million Teilnehmern am Gedenkmarsch des "unsterblichen Regiments" weiter über Protestaktionen in Moskau unterhalten, sollten jeder einmal auf obenstehendes Foto rechte untere Ecke werfen. Die Teilnehmerzahl scheint sich bei 50-100 zu erschöpfen.

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