Ihre Meinung zu: Dammbruch in Brasilien: Viele Opfer befürchtet

26. Januar 2019 - 11:15 Uhr

Eine Schlammlawine in Brasiliens Bergbauregion Minas Gerais hat das Umland unter sich begraben. Hunderte Menschen werden vermisst. Der gebrochene Staudamm war erst kürzlich überprüft worden. Von Ivo Marusczyk.

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Kommentare

Wasser bahnt sich seinen Weg

Ich wünsche allen Helfern und Rettern viel Kraft und Neven, ebenso allen, die jemanden vermissen.
Und sofort wird im Artikel auf "menschliches Versagen" hingewiesen und auf Schuld? Schwachsinn, meiner Meinung nach. Wasser bahnt sich seinen Weg. Da kann man überprüfen und überprüfen und es reicht, dass irgendwo eine Sandkorngroße Lücke ist, die niemand sehen kann, dann saugt sich Gestein voll, und irgendwann, ohne jede Vorwarnung bricht es heraus.
Ich habe erst letzte Wochen einen Wasserschaden in einem Haus begutachtet. Wasser ist ausgelaufen, eigentlich in kleinen Mengen, keiner hat's bemerkt, es hat sich Stundenlang unter einem Dielenboden gesammelt, ist langsam in den Putz eingedrungen, hat sich wer weiß wo verteilt, und dann, von einem Moment auf den anderen kam es unten Raus wie aus dem Wasserhahn, Fingerdicke Wasserstrahlen, mehrere, mitten aus der Decke. Niemand hatte dafür eine technische oder logische Erklärung... Wasser bahnt sich seinen Weg.

Unglück mit Ansage

Leider war absehbar, dass ein solches Desaster sich nach dem Dammbruch vom November 2015 wiederholen wird. Denn so nachlässig und unternehmensfreundlich wie die brasilianische Politik mit dem Bergbaukonzern Vale und seiner für das damalige Unglück verantwortlichen Tochter Samarco verfahren ist, war der gestrige erneute Dammbruch absehbar. Schon damals sind die Opfer kaum entschädigt und die Umwelt dauerhaft schwer beschädigt worden. Diesmal sind die Dimensionen wohl deutlich größer. Neben vermutlich über 300 Toten vor Ort fließt jetzt die giftige Brühe durch den Rio Paraopeba zum Rio Sao Francisco. Der ist die größte Wasserquelle für Trinkwasser und Bewässerung der Felder im gesamten Nordosten Brasiliens. Wie diese Gefahr abgewendet werden soll, weiß bisher Niemand.

Und sollte sich bewahrheiten, dass der TÜV Süd den Staudamm geprüft und nicht beanstandet hat, dann ist dies nach Diesel-, Banken- und anderen Skandalen der nächste Sargnagel für das Image der deutschen Wirtschaft.

Was wird der TÜV Süd

dazu sagen?
Mein Mitgefühl den Opfern!!!

@cari, 10:49h

"Wasser bahnt sich seinen Weg. Da kann man überprüfen und überprüfen..."

So einfach wie bei einer Wasserleitung im Haus ist das bei einem Staudamm aber nun doch nicht. Selbst brasilianische Ingenieure, die allgemein nicht als Nestbeschmutzer gelten, haben gestern gesagt, dass es vorab immer Anzeichen für eine Instabilität eines Staudamms gibt. Wenn diese richtig untersucht und behoben würden, wäre ein Dammbruch auf jeden Fall zu verhindern.

Etwas ähnliches gab es

bereits mehrfach und auch hier in Europa. Die, teilweise legalen, Methoden billigster Produktion baden meist Unbeteiligte aus. Und Prüfer sind auch nur Menschen machen Fehler oder sind hin und wieder auch korrupt.

Jedes Unglück

hat Ursachen. Allzu oft sind es Profitgier und Schlampigkeit. Billigproduktion kostet Menschenleben, immer und immer wieder. Und um jedes Leben ist es schade und traurig, auch weil es die trifft, die keine Schuld daran haben.

@Felina2

"Was wird der TÜV Süd dazu sagen"

Darauf bin ich auch gespannt.

Aber bevor hier wieder viele Vorverurteilungen kommen: Im Artikel wurde bereits angedeutet, dass Prüfer nur das prüfen, was sie zu prüfen beauftragt wurden.
Niemand von uns weiß genau, was der TÜV Süd dort prüfen sollte.

Möglicherweise sollte er nur die Intaktheit des Farbanstrichs des Pförtnerhäuschens überprüfen, damit sich der Konzern hinterher mit dem TÜV-Siegel brüsten kann ...

Warten wir es ab ...

Como no 2015

Unfassbar! Genau wie in 2015, als 60 Millionen Kubikmeter Giftschlamm über den Rio Doce gewälzt sind, 19 Menschen waren damals gestorben.
Verantwortlich ist das selbe Unternehmen, die transnationale Kompanie Vale/Samarco, und das Umweltverbrechen ist im selben Bundesstaat geschehen!

Bei einer Veranstaltung in Deutschland hatte ich eine indigene Aktivistin, Shirley D. von den Krenak kennengelernt. Der Rio Doce war der Lebensmittelpunkt ihres Volkes gewesen. Vor nur einem Monat hatte sie mir Links geschickt, auf denen zu sehen war, was die Krenak am bisherigen Verbrechen und an dessen Aufarbeitung noch kritisieren.
Zum Glück geht es ihr gut.

Aber leider wird bis heute in Brasilien der Profit vor den Menschen gestellt und in dem internationalen Wirtschaftsdenken fehlt die Dimension der Ethik.

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