Ihre Meinung zu: Mit Siegel und Codes gegen gefälschte Medikamente

9. Februar 2019 - 7:00 Uhr

Immer wieder gelangen illegale Arzneimittel in Apotheken. Nun tritt ein neues Schutzsystem in Kraft: Packungssiegel und Codes sollen Fälschungen erkennbar machen - ein Kraftakt für die Branche. Von Sandra Scheuring.

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Kommentare

"...fragen Sie Ihrern... oder Apotheker...!

Nun ja ... Apotheken sind - zumindest in DE - noch hochspezialisierte und seriöse Anbieter diverser Medikamente ... und außerdem lizensierte Abgebestellen für nur ärztlich verordnete (verschreibungspflichtige) Spezialmedikamente. Alles in allem ein System mit weitestgehender Sicherheitskontrolle und Vorsorge + Versorgung "Fragen Sie.zugunsten aller Kunden. Hinzu kommen vermehrt auch Warenangebote im Bereich frei verkäuflicher Mittel zur indviduellen Gesundheitsvorsorge... und dies auch stets mit eloquenter Sach- und Fachberatung durch gut geschulte Apotheken-Fachkräfte.
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Wer dieses fachgründige System durch anonyme Online-Apothekendienste schwächt, macht es im wahrsten Sinne "billig".
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Weil zB. nur ortsständige Apotheken auch verantwortlich gemacht werden können für den Vertrieb von zB. gefälschten oder anderen dubiosen Medikamenten... und natürlich ihre Reputation nicht mutwillig zerstören würden... zum Beispiel durch den Verkauf von Medikamenten mit gefälschten Siegeln und Codes...

Mit Siegel und Codes gegen gefälschte Medikamente

Immerhin, ein Versuch Fälschungen zu verhindern um Patienten zu schützen. Da das Fälschungsgeschäft mit Medikamenten nur allzu lukrativ ist, werden wir in Zukunft mit noch ausgefeilteren Fälschungen rechnen dürfen.
Zudem ist dies kein Schutz vor frisch "zusammengerührten" Medikamenten. Mir fällt in diesem Zusammenhang der bottroper Apothekerskandal ein, bei dem der Apotheker Krebsmedikamente, für tausende von Patienten, gesteckt hatte.
Geldgier kennt halt weder Anstand noch Grenzen !!!

Gruß Hador

Dieses Thema wurde in dem

Dieses Thema wurde in dem (schwarz-weiß) Krimi "Der dritte Mann" bereits in der frühen Nachkriegszeit in Wien dargestellt. Bis zu einer Lösung des Problems sind mehr als 70 Jahre vergangen, doch ohne moderne Technik wäre es auch nicht möglich gewesen.

Tatsache

Es bleibt aber eine Tatsache, dass für jedes Schloss ein Nachschlüssel hergestellt werden kann. Es ist nur eine Frage der Zeit und gilt für sämtliche Sicherheitssysteme!

Ein ganz einfaches Mittel

Ein ganz einfaches Mittel gegen die Zunahme von gefälschten Medikamenten: den Konsum von Medikamenten deutlich reduzieren. Und ich rede natürlich nicht von (über)lebensnotwendigen Medikamenten wie z.B. das Insulin für Diabetiker oder das Antibiotikum gegen lebensbedrohliche Infektionen. Aber wir könnten mal darüber reden, wer sich alles was einschmeißt, um gesundheitsgefährdende Lebensführung zu kompensieren. Und es gibt seriöse Studien, dass ca. 80% aller auf dem Markt befindlichen Medikamente keine nachgewiedene Wirkung haben oder Scheininnovationen sind.

Rezeptpflicht lockern

Vielleicht sollte man auch mal darüber nachdenken, die in Deutschland sehr sehr strenge Rezeptpflicht zu lockern und mehr Medikamente frei verkäuflich zu machen. Sobald ein Medikament überhaupt eine gewisse Wirkung zeigt, ist es in D rezeptpflichtig! In anderen Ländern vertraut man auf den medizinischen Sachverstand der Bevölkerung, und viele in D rezeptpflichtige Mittel sind dort nur apothekenpflichtig.

Wenn man als Chroniker jedesmal erst zum Hausarzt, dann zum Facharzt rennen muß, und der einem dann wegen Praxisaufgabe des früheren auch erst noch eine neue Therapie verordnen will und das Rezept für die Mittel, die 20 Jahre lang geholfen haben, nicht ausstellen will, kann man verzweifeln am deutschen Gesundheitssystem. Da helfen auch neue Packungskennzeichnungen nicht.

Siegel und Codes ....

sind also nicht Fälschbar?
Chinesen haben bisher noch alles Gefälscht was sie auch nur einmal in den Händen hatten.

Der immense Aufwand und die Kosten stehen fest, aber

...ob der gewünschte Effekt erreicht wird, bleibt abzuwarten. Es ist aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis die organisierte Kriminalität den Dreh gefunden hat, das System zu umgehen oder zu hacken. Dann gibt es gefälschte oder gestohlene Arzneimittelpackungen mit einem Persilschein im Handel. Das wäre ja noch schlimmer.
Es ist wie überall, Vertrauen zählt. Wenn man mit langjährigen Geschätspartnern zusammenarbeitet und bei zu günstigen Angeboten den gesunden Menschenverstand einschaltet, kann eigentlich nichts passieren.
Die klassische Apotheke vor Ort ist aktueller denn je.

Wo bitte soll da der

Kraftakt sein?
Es ist der Sinn und Zweck von Apothekern und Apothekerinnen den Menschen sichere Medikamente zukommen zu lassen. Dafür wurden und werden sie mehr als ausreichend bezahlt.
Mir scheint der Beruf aber immer mehr in Richtung Verkäufer von unnützen und unwirksamen Beiwerk zu gehen. Wenn die Apotheken sich auf ihr Kerngeschäftt konzentrieren würden hätten wir solche Probleme nicht.

In Bottrop hätte

SecurPharm nichts genützt.
Der Apothekeminhaber ist vor dem übrigen Personal alleine (kein Vier-Augen-Prinzip) in den sterilen Herstellraum gegangen und hat da etwas produziert, was keinen Wirkstoff enthielt.

zusammengerührte Arzneimittel

gestreckt ?

Solche Verbrechen dürfen sich nicht mehr „lohnen“

In Ländern, in denen die örtlichen Gegebenheiten die Umsetzung aufwendiger Scutzsysteme wie die neue EU-Fälschungsschutz-Richtlinie („Kraftakt für die Branche“) bei realistischer Betrachtung unmöglich machen („Wer schon mal im Urlaub im Ausland erkrankt ist, der hat vielleicht auch diese Erfahrung gemacht: Der Arzt drückt einem ein Plastiktütchen mit abgezählten bunten Pillen in die Hand. Verpackung, Beipackzettel - Fehlanzeige. (...). Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jedes Jahr zwischen 300.000 und eine Million Menschen an den Folgen von Produktfälschungen“) werden die meisten Menschen wohl weiterhin dem nicht selten tödlichen Risiko ausgesetzt sein, skrupellosen Medikamentenfälschern zum Opfer zu fallen.
Weil solche Verbrechen für die in höchstem Maße „lukrativ“ sind, werden die trotz aller behördlichen Schutz- und Bekämpfungsmaßnahmen auch weiterhin immer Mittel und Wege finden, aus der Not oft verzweifelter Kranker Kapital zu schlagen (damit Geld zu machen).

Na ja

Markt freigeben und das senkt die Preise ,dazu Harte ,wirklich Harte strafen und Einzug des Vermögens der Täter für falsche ,schädliche Medikamente .Wenn das Risiko grösser als der erwartete Gewinn wäre gäbe es da kein Problem.
Aber die Gewinne werden zur Zeit Maximiert auf Kosten der Verbraucher und über Gesetze die die Marktwirtschaft aushebeln ...
Da blüht der Missbrauch und dazu haben wir Richter wo nicht mehr aburteilen sondern belohnen .Siehe die Urteile seit 2015 gewisse Taten werde nicht mehr bestraft und das fördert die Täter auf ,da sie ja wissen sie kommen so davon.

Einfuhrkontrollen!

Helfen würde bei betrügerischen Importen auch eine rigorose Kontrolle an den Grenzen!

"So konnten Fälscher vor

"So konnten Fälscher vor einigen Jahren 600.000 Packungen des gefälschten Magenmittels Omeprazol in die Apotheken schleusen - verpackt in handelsüblichen Arzneiflaschen mit entsprechenden Aufklebern und Beipackzetteln.

Auch das Krebsmittel Herceptin wurde illegal in den Handel gebracht, gleich mehrere Chargen waren in Italien gestohlen und gestreckt worden. Und erst vor zwei Jahren schreckte ein Skandal um das Hepatitis-Mittel Harvoni Patienten auf. Über einen Großhändler gelangten Plagiate wohl deutschlandweit in die Lieferkette."

Wie genau die Fälschungen in die Lieferkette kommen, ist mir nicht ganz klar. Wie sind die Chargen, die in Italien gestohlen wurden wieder in den Handel gekommen? Müsste es da nicht Zusammenarbeit mit korrumpierten Mitarbeiter der Pharmaunternehmen, Großhändler oder Apotheker geben? Die Fälscher werden die Fälschungen doch nicht in den Handel einführen ohne daraus Profit zu schlagen.

skrupellos

Einfach nur skrupellos und an Abscheulichkeit kaum zu überbieten.

Gut, dass man solche Prüfmechanismen einführt. Kostet zwar eine Menge Geld, geht aber wahrscheinlich nicht mehr ohne.

Nachdem deutsche

Pharmafirmen zum Grossteil nur noch abpacken, und nicht mehr produzieren, ist die Angabe des Ursprungslandes längst überfällig. Beim Fleich ist es ja auch Pflicht!
Leider wurde eine Petiton meinerseits krachend abgelehnt, hauptsächlich verursacht durch die ablehnenden Kommentare der begleitenden User......
Es scheint also kein Bedarf zu bestehen, seitens der Bevölkerung.

@ Quakbüdel 9:04

"Bis zu einer Lösung des Problems sind mehr als 70 Jahre vergangen, doch ohne moderne Technik wäre es auch nicht möglich gewesen."
Ob die moderne Technik die Lösung ist und nicht auch fälschbar ist, wird sich noch herausstellen? Außerdem könnten Fälschungen doch mit Chargencode und Erstöffnungschutz verpackt werden, wenn die Fälscher schon hier in der Lieferkette Zugang haben. Zumindest wird das Fälschen erschwert.

@08:44 von Zwicke - ortsständige Apotheken

>>Wer dieses fachgründige System durch anonyme Online-Apothekendienste schwächt, macht es im wahrsten Sinne "billig".<<

Das sehe ich auch so. Beim persönlich bekannten Apotheker im Wohnviertel fühle ich mich besser aufgehoben, da kann eine der bekannten Onlin-Apotheken noch so viel Werbung machen mit "persönlich".

Sicher?

Sofern imArtikel korrekt beschrieben, wird ein Medikament nicht verkauft, wenn genau derselbe Code schon einmal verwendet wurde. Aber niemand kann wissen, ob der erste abgegebene Code eine Original oder eine Fälschung war.

Es ist wenig erstaunlich, wenn dank der Globalisierung medizinische Wirkstoffe in armen Ländern hergestellt werden. Da wittern gleich einige das grosse Geschäft. Erstaunlich ist nur, dass wir Kunden immer noch die grossen Preise bezahlen müssen, als würden die Medikamente im sicheren Deutschland produziert. Aber Geld ist König!

Kosten?

"Wenn man das auf unsere Packungen umlegt, ergibt das einen Betrag von acht Cent pro Packung. Das sind bis zu vier Prozent des Packungspreises. "
Nach der Rechnung kostet die Packung dann 2€!
Wer fälscht denn ein Medikament, das 2€ kostet?
Da werden Vorgaben in Kraft gesetzt, die wohl über das Ziel hinausschiessen. Sinnvolle Grenzen wären hier angebracht.
Sinnvoll ist das System ganz sicher bei den teuren Medikamenten.

Hauptsache kein "TÜV"-Siegel!

Ich habe einige Produkte erworben, welche ein sogenanntes "TÜV"-Siegel ( oder Plakette, Logo usw.) tragen.

....teilweise der allerletzte Schrott! ( und abgenommen und geprüft von dipl. Ingenieueren!! )

Also, - alles gut, ....- nur bitte kein "TÜV"-Siegel ! )

Siegel...

Nach der unglaublichen Erfolgsgeschichte von gefühlten 10.000 Biosiegeln, Nachhaltigkeitssiegeln, Sicherheitssiegeln und Gütesiegeln jedweder Art muss die Lösung unserer Regierung logischerweise ein weiteres Siegel sein...

Ich müsste mittlerweile nur zum Einkaufen mindestens einen Ordner mit mir rumschleppen um im Siegeldschungel durchzusehen.
Selbst Weinmedaillen (Gold, Silber, Bronze...) in beinahe jeder Sprache zu jeder Sorte für unzählige europäische und internationale Großstadt, Regionen (nicht mal nur für Weinregionen) und Weinsorte (rein und cuvée) sind transparenter als diese Siegel...
Ein weiteres wird an der Situation gar nichts ändern - erzeugt in der Form lediglich Bürokratie...

@vox moderandi

Es geht hier nicht um Vitamin-C-Pillen, sondern um verschreibungspflichtige Medikamente. Stumpf zu behaupten, das meiste davon bräuchte man nicht, wenn man nicht raucht, weniger Alkohol trinkt und sich mehr bewegt, ist anmaßend und hanebüchen.

Und wenn statt ner N1/N2

Und wenn statt ner N1/N2 Packung nur ne N3 Packung vorrätig ist und nur ein Teil angegeben wird? Geht das dann nicht mehr?
Was ist mit vor Ort gemischten Produkten?
Und ist die erste Packung mit der eindeutigen Nummer die Fälschung oder die zweite?

Warum werden so viele Medikamente in Überzahl ausgegeben und müssen dann in den Restmüll?
Klar: Gewinn>Umweltschutz.

@vweh

Der Kraftakt liegt nicht nur bei den Apothekern, sondern auch oder sogar vor allem bei den Großhändlern bzw. bei den Pharmaherstellern.
Warum also das Apothekerbashing?
Wie groß ist die Gewinnspanne eines verschreibungspflichtigen Medikaments für den Apotheker? Ich weiß es nicht.
Da ist der Verkauf der Vitaminpräparate oder Hautcremes vielleicht verständlich.
Ich selbst kann gut auf diese Zusatzprodukte verzichten, mir reichen durchaus die verschreibungspflichtigen Medikamente. Ein Fieberthermometer oder vom Arzt dringend empfohlenes Blutdruckmessgerät habe ich dann doch mal gekauft.

@ Vigilante

"Es geht hier nicht um Vitamin-C-Pillen, sondern um verschreibungspflichtige Medikamente. Stumpf zu behaupten, das meiste davon bräuchte man nicht, wenn man nicht raucht, weniger Alkohol trinkt und sich mehr bewegt, ist anmaßend und hanebüchen."

Ich habe auch nicht von Vitaminpillen geschrieben. Lesen Sie bitte meinen Beitrag genauer. Und krankheitsvermeidendes Verhalten ist nicht hanebüchen. Ich habe auch nicht "stumpf" behauptet, dass dann nie mehr Medikamente nötig wären.

Zweitprüfung?

Ok, der Apotheker kann also prüfen, ob das Mittel das er ausgibt noch ein unverkauftes Unikat ist... schön für den Apotheker heißt aber noch lange nicht, dass Fälscher die Packung nicht vorher geöffnet haben, den Inhalt gestreckt haben, das gestreckte Unikat nach Deutschland und den gestreckten Rest nach Afrika verkauft haben.

Heißt auch nicht, dass der Kunde zuhause prüfen könnte, ob die Online-Apotheke ihm ein geprüftes Unikat geschickt hat, denn der re-check zuhause würde nach dem Verkauf ja hoffentlich ergeben, dass das Medikament bereits in Umlauf ist. Kann der einzelne Kunde das System überhaupt nutzen oder ist der Zugang auf authorisierte Fachhändler beschränkt?

Wenn die Fälschung vor dem Unikat verkauft wird, dann würde der erste Käufer die Fälschung locker weiter konsumieren, während das Original aus Sicherheitsgründen nicht mehr verkauft wird.

Weitere Missbrauchsidee

Wo ich gerade dabei bin, mir mögliche Lücken im System auszudenken fällt mir ein, dass kriminelle Apotheker eine neue Möglichkeit zum Nebenverdienst bekommen:

Wer das Original-Präparat bei der Abgabe NICHT registriert kann seinen Kunden das Original verkaufen und seinen "speziellen Kunden" die unbenutzten Original-Nummern zur Zweitverwertung verkaufen.

@meinungsquirl

heißt aber noch lange nicht, dass Fälscher die Packung nicht vorher geöffnet haben, den Inhalt gestreckt haben, das gestreckte Unikat nach Deutschland und den gestreckten Rest nach Afrika verkauft haben.

In dem Bericht ist von einem Erstöffnungsschutz (z.B. Siegel) die Rede ...

Heißt auch nicht, dass der Kunde zuhause prüfen könnte, ob die Online-Apotheke ihm ein geprüftes Unikat geschickt hat,

Wer verschreibungspflichtige Medikamente in Online-Apotheken kauft, hat selbst schuld. Soll es mit den Apotheken so laufen, wie mit anderen Fachgeschäften, die durch den Onlinehandel immer weiter verdrängt werden? Was, wenn ich dann mal Beratungskompetenz vor Ort brauche?

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