Ihre Meinung zu: Sechs Jahre Haft für Kardinal Pell wegen Missbrauchs

13. März 2019 - 10:12 Uhr

Er war die Nummer drei im Vatikan und ein Vertrauter des Papstes. Als bisher ranghöchster Geistlicher wurde Kardinal Pell wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Nun steht fest: Er muss sechs Jahre in Haft.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
5
Durchschnitt: 5 (2 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Endlich ein deutliches Signal

Richtung Vatikan. Auf der Welt, egal wo gelten weltliche Gesetze. Hoffentlich verstehen die "Herren" in Rom das es so nicht mehr funktioniert. Wenn die kath. Kirche weiterhin in diesen Fällen vertuscht und Akten nicht herausgibt, werden sich noch mehr Menschen von der Kirche abwenden. Das heisst nicht von ihrem Glauben nur von der Institution als solche.

KIndesmissbrauch

Die Zeit der verständnisvollen Richter ist wohl vorbei.
Nun gebietet der gnadenlos moralische und rachsüchtige Zeitgeist, strengste Maßstäbe anzulegen.
Wer hierbei an Populismus denkt, sollte seine Meinung lieber zurückhalten.

Funktionäre der Kirchen sind Menschen - ohne Sonderstatus

Obwohl ich weiß, dass Strafe kaum eine Straftat verhindern wird: Ich finde die Verurteilung richtig. Für jedes Opfer ist die Stellungnahme der Gesellschaft wichtig. Man möchte wissen und bestätigt haben: Mir wurde Unrecht zugefügt, ich bin unverschuldet Opfer geworden, der Schuldige ist identifiziert und wird bestraft.

Die Kirche hat lange genug die Missetaten ihrer Mitglieder verschwiegen. Es wird Zeit, dass alle begreifen: Die Kirche ist eine weltliche Organisation, ihre Funktionäre und Mitglieder müssen sich nicht nur vor Gott, sondern auch vor weltlichen Gerichten verantworten.

Die australischen Gerichte haben hoffentlich den Damm des Verschweigens und der Mauschelei durchbrochen.

Kirchenrecht

Gibt es bei Straftaten eigentlich auch ein eigenes Kirchenrecht, das vor staatlicher Verfolgung schützt so wie das Kirchenasyl?

Kirchenverbot?

Es muss geprüft werden, ob die Kirche weltweit verboten wird, zum Schutz der Erdenbewohner.

Gerechtigkeit

Schön zu sehen das andere Länder Gerechtigkeit noch als zu verteidigendes Gut ansehen.

In Deutschland hätte diese Gestalt mit einer naiv wohlwollenden täterumarmenden Justiz konfrontiert niemals 6 Jahre Haft bekommen!

Ein Beispiel für den deutschen "Rechtsstaat"!

@Einfach Unglaublich

"Gibt es bei Straftaten eigentlich auch ein eigenes Kirchenrecht, das vor staatlicher Verfolgung schützt so wie das Kirchenasyl?"

Es gibt eine Meldepflicht an die Staatsanwaltschaft. In der Vergangenheit hat die sich aber offensichtlich viel zu häufig auf die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Berichte verlassen ohne sie kritisch zu überprüfen und eigene Ermittlungen aufzunehmen. Keine Ahnung ob da mal wirklich nachgeforscht wurde aber meiner Meinung nach ist viel zu viel unter den Tisch gefallen, was noch nicht verjährt gewesen wäre.

Zu @Einfach Unglaublich und andere

Die Wahrheit ist: Kardinal Pell ist faktisch unschuldig! Die Faktenlage ist: Wie kann ein Mensch zu Fuß innerhalb von 8 Minuten 3200 Meter zurücklegen? Ein Gericht fällt aus Haß gegen die katholische Kirche und deren konservative Vertreter ein Unrechtsurteil, das zu den schlimmsten Befürchtungen anregt. Der zweite Fall ist Kardinal Barbarin von Lyon. Eine neue Zeit der Kirchenverfolgung ist ausgebrochen.

Menschenrechtler sind entsetzt

Ich bin auch entsetzt. Niemand sollte ohne Beweise verurteilt werden. In Australien gibt es die Geschworenen die eben abstimmen wie sie das sehen. Manchmal gibt es keine Beweise. Da kann ein Geschworenengericht auch Vorteile haben. Aber in diesem Fall halte ich Kardinal Pell für unschuldig. Die Stimmung ist gegen die Kirche. Aber bei der Rechtsprechung sollte das keine Rolle spielen!

@Christoph Rhein

Ich weis nicht aus welchen Informationen sie zitieren oder welchem Planeten sie wohnen.
Die Kirche hat in vielen Jahrzehnten den systematischen Missbrauch verschwiegen und verleugnet.
Ob nun die Herren zu Unrecht verurteilt werden kann ich nicht beurteilen vertraue aber auf die juristische Erfahrung und Klugheit der weltlichen Gerichte. Ganz im Gegensatz zur der kirchlichen Gerichtsbarkeit.
Ich fordere auch von unseren Gerichten, Staatsanwaltschaften und Politikern die Untersuchungen und Verurteilungen vor weltlichen, demokratischen Gerichten durch zu fuehren zu lassen. Die Kirche muss sich den demokartischen Maechten unterordnen und die Oeffnung der Archive zulassen. Es kann nicht sein das Schwerkriminelle ungeschoren davon kommen.

@ 09:38 von Einfach Unglaublich

In den meisten Rechtsstaaten wie auch in Deutschland hat der Staat das Gewaltmonopol, auch das alleinige Recht, Strafurteile zu fällen und zu vollstrecken. Ein Kirchenasyl gibt es in Deutschland daher nicht. Alle Straftaten müssen zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gebracht werden. Zusätzlich gibt es aber auch noch ein Kirchenrecht, ähnlich wie es zusätzlich für Beamte ein Disziplinarrecht gibt. Nach diesem Kirchenrecht können zusätzliche "dienstliche" Strafen ausgesprochen werden. In Ländern ohne vernünftige Strafverfolgung ist dies aber ggf. das einzige anwendbare Strafrecht. Das zentrale Problem bei Kindesmissbrauch ist, dass die viele Beteiligte gar kein Interesse daran haben, solche Straftaten zur Anzeige zu bringen. Das gilt für Kirchen, aber genauso auch für Schulen, Sportvereine und noch viel mehr für den größten Teil der Fälle, Taten im Familien- oder Nachbarschaftskreis.

@Einfach unglaublich, 09.38h

Das Kirchenasyl ist rechtlich außerhalb der Kirche nicht verankert.
Es traut sich nur niemand, trotz des Kirchenasyles einzuschreiten.
In Frankreich wird und wurde da anders vorgegangen.

@ 10:13 von sosprach

Das juristische Problem im Fall Pell ist, dass es an Beweisen nur eine einzige Zeugenaussage (des bei der Tat 13jährigen Opfers) für eine einzige Tat gibt. Dabei sind die geschilderten Tatumstände zumindest erstaunlich und sollten berechtigte Zweifel an der Richtigkeit nicht ausschließen. Nach einem rechtsstaatlichen Grundsatz darf eine Veruteilung bei berechtigten Zweifeln an der Schuld nicht erfolgen (in dubio pro reo). Hier handelte es sich aber um ein Geschworenengericht, wo man nicht immer sicher sein kann, dass die Geschworenen eine änliche professionelle Neutralität bei besonders schockierenden Fällen wie hier an den Tag legen, wie Berufsrichter. Deshalb geht der Fall in Berufung und im Berufungsgericht sitzen Berufsrichter, es ist kein Geschworenengericht. Es bleibt abzuwarten, wie die die Beweislage beurteilen. Das Urteil ist jedenfalls noch nicht rechtskräftig, Pell bleibt Beschuldigter, er ist nicht Verurteilter.

Kindesmissbrauch

In Deutschland als "Kavaliersdelikt" behandelt und nachlässig bestraft, wird in anderen Ländern nicht mit der gleichen widerlichen Gleichgültigkeit ob dem Leid der Opfer geahndet!

Bericht ausreichend recherchiert?

Von Journalisten erwarte ich eigentlich, dass sie ausreichend die Sachlage recherchieren und nicht auf einem bestimmten Niveau berichten! Versuchen Sie es doch einmal ohne Lücken, wie es die "Tagespost" gemacht hat!

@ Papafix 09:36 Uhr

"Die Zeit der verständnisvollen Richter ist wohl vorbei.
Nun gebietet der gnadenlos moralische und rachsüchtige Zeitgeist, strengste Maßstäbe anzulegen."

---

Verständnislose Richter, gnadenlos? Im Gegenteil, angesichts des Vergehens ein Urteil, dem man ansieht, dass das Alter des Täters berücksichtigt wurde. Also Verständnis für dessen Situation und sehr viel Gnade.
"rachsüchtiger Zeitgeist"? Von Rache keine Spur, ein Urteil, das ganz anders hätte ausfallen können, wenn Rache geübt würde.
"gnadenlos moralisch"? Nein, ein juristisches Urteil, das auf einer klaren Wertehaltung beruht, den Schutz Minderjähriger vor Missbrauch.
Bei "gnadenlos moralisch" fällt mir eher ein, wie mit wiederverheirateten Geschiedenen umgegangen wird, und wie auch bei anderen Themen vernichtende moralische Urteile lautstark gefällt werden.
Aber Missbrauch wird vertuscht.
"Doppelmoral" nennt man das, was hier deutlich wird. Jesus hätte wohl deutliche Worte gefunden.

Schön, dass er verurteilt wurde.

Schade, dass er nur 6 Jahre erhielt.
Ich finde die Strafen in Bezug auf die Vergehen nicht angemessen.
Missbrauch scheint in manchen Köpfen immer noch ein Kavaliersdelikt zu sein.

Des Weiteren müssten auch die Mitwisser, die das oft auch noch deckten, bestraft werden, auch wenn dies bedeutet, dass ein Papst bestraft wird.

Jeder der Straftaten deckt gehört auch angeklagt.

@Papafix

"Die Zeit der verständnisvollen Richter ist wohl vorbei."

Das kann nicht für Deutschland gelten.

"Nun gebietet der gnadenlos moralische und rachsüchtige Zeitgeist, strengste Maßstäbe anzulegen."

Der Zeitgeist ist geprägt von Verstädniss und Anteilnahme mit dem Schicksal der Täter. Opfer nur noch als Grundlage für die eigene absurd Milde.

"Wer hierbei an Populismus denkt, sollte seine Meinung lieber zurückhalten."

Opferschutz wird zum Gluck in Australien nicht als Populismus gebrandmarkt...

nicht Fisch nicht Fleisch

Also entweder er ist schuldig, dann gehört er bis zum Lebensende in den Bau wie jeder Kinderschänder, Mörder oder Vergewaltiger oder er ist es nicht.
Aber offensichtlich ist es nicht nur in Deutschland so, daß die Richterschaft beim Strafmaß den Täterschutz in den Vordergrund stellt.

@Christoph Rhein - 09:55

"Eine neue Zeit der Kirchenverfolgung ist ausgebrochen."

Meinen Sie?
Zwei vermeintliche Fehlurteile und schon reden Sie von Kirchenverfolgung.

Ich will gar nicht aufwärmen, wen die Kirchen historisch ihrerseits ziemlich brutal verfolgt haben, aber mit dem Missbrauch an Schutzbefohlenen präsentieren die Kirchen der Öffentlichkeit doch ein anderes Bewusstsein als es das Strafrecht allgemein verlangt.
Hier den Kirchen Sonderrechte einzuräumen, kommt heutzutage nicht gut an. Anstelle christlicher Hoffnung hat man so für einen immensen Vertrauensverlust gesorgt.

Man kann die Beweislage des Gerichts hier infrage stellen.
Allerdings sollte man ebenso kritisch bewerten, wie die Kirche selbst den heute meist erwachsenen Opfern begegnet. Mit verleugnen und geschwärzten Akten (gestern noch in "Frontal 21" berichtet), hat das weder mit Aufklärung noch mit rechtsstaatlichem Bewusstsein etwas zu tun.

@ privat23 11:12 Uhr

und auch noch einmal @papafix:

Ich wage zu bezweifeln, dass es angesichts von einer Meinungspluralität "den Zeitgeist" als solchen gibt, außer eben, dass er vielleicht in dieser Pluralität besteht. Aber dann kann man schlecht behaupten, etwas würde generell so oder so gesehen oder gehandhabt. Im Fall Ihrer Beiträge die Frage des Opferschutzes bzw. des Verständnisses für Täter.
Warum finde ich bei Ihnen, privat23, eine einseitige Betrachtung als unangemessen?
Ist dem Opfer einer Straftat mehr gedient, wenn das Gericht nicht versucht, den Täter in seinem Handeln zu verstehen?
Opfer gehören geschützt, Täter gehören angemessen bestraft. Beide sind Menschen, denen auch nach der Tat ein menschenwürdiges Leben ermöglicht werden soll. Das Opfer findet hoffentlich nach unterstützer Bearbeitung des Geschehenen zurück in ein recht gutes Leben, der Täter nach Verbüßen und unterstützter Resozialisierung auch, in welchem er hoffentlich straffrei bleibt.
Darum sollte es gehen.

@ Papafix, um 09:36

Wenn kein Populismus - wie also soll man Ihren 2. Satz verstehen?

Auch die katholische Kirche hat Schuld

Strafgerichte sind notwendig. Darüber hinaus sind aber grundsätzliche Veränderungen an der Struktur der katholischen Kirche erforderlich. Der Zölibat und der Ausschluss der Frauen von kirchlichen Ämtern sind menschliche Erfindungen, die unnatürlich sind und dem göttlichen Geist widersprechen. Martin Luther hat dies erkannt und entsprechend gehandelt. Warum winden sich die Verantwortlichen in der Hierachie der katholischen Kirche drum herum? Sie wird weiter mit Missbrauchsfällen zu kämpfen haben, weil sie unmenschliche Ansichten für göttlich hält und nicht zugeben kann, dass Papst und Konzilien irren. Was würde Christus wohl sagen, wenn er auf die Erde zurückkehrt?

Am 13. März 2019 um 11:38 von ser04

"Opfer gehören geschützt, Täter gehören angemessen bestraft. Beide sind Menschen, denen auch nach der Tat ein menschenwürdiges Leben ermöglicht werden soll."

Tja da sind wir dann wohl nicht ganz beieinander. Es konnte mir bislang noch keiner glaubhaft näherbringen, warum jemandem, dem offensichtlich die Rechte seines Opfers am Allerwertesten vorbeigehen, ein "menschenwürdiges" Leben ermöglicht werden soll. Das Primärinteresse muß dem Opfer gelten und das allein kann schon dazu führen, daß ein Täter lebenslang eingesperrt sein sollte.
Das zweite ist der Schutz der Bevölkerung und bei Rückfallquoten von 15% + Dunkelziffer im Falle von Kindesmißbrauch halte ich pauschal lebenslang für angemessen. Und zum Drittens sollte die Tat bei der Strafbemessung im Vordergrund stehen, sonst läuft die Rechtsprechung Gefahr subjektiv und willkürlich zu werden.

Es sind schlicht Prioritäten zu setzen und da ist der Schutz und das Wohlergehen der Masse im Zweifelsfall vorrangig.

@Duisburg

"Schade, dass er nur 6 Jahre erhielt.
Ich finde die Strafen in Bezug auf die Vergehen nicht angemessen.
Missbrauch scheint in manchen Köpfen immer noch ein Kavaliersdelikt zu sein."

Ihre Ausführungen sind leider zu bestätigen. Selbst in diesem Forum gibt es genug Personen die solchen Tätern eine "besondere" sexuelle Vorliebe zuschreiben und Toleranz einfordern.

Weltweit die Kirchen verbieten?

09:44 von Allahkadabra

"Es muss geprüft werden, ob die Kirche weltweit verboten wird, zum Schutz der Erdenbewohner."

Dann müsste auch geprüft werden, ob alle Familien weltweit verboten werden.
Am 14.06.2017 schrieb der Spiegel:
"Der häufigste Tatort für Kindesmissbrauch ist die Familie".

@ Hansix

"Der Zölibat und der Ausschluss der Frauen von kirchlichen Ämtern sind menschliche Erfindungen, die unnatürlich sind und dem göttlichen Geist widersprechen. Martin Luther hat dies erkannt und entsprechend gehandelt." Am 13. März 2019 um 12:20 von Hansix

Ja, klar. Martin Luther als Feminist. Geht's noch???
Für den waren Frauen zum Kinderkriegen da und wenn eine dabei gestorben ist, dann war das halt so.

Dabei wäre ausgerechnet der ohne seine Frau wohl in der Versenkung verschwunden. Sie hat ihm wirtschaftlich alles ermöglicht.

@privat23

"Selbst in diesem Forum gibt es genug Personen die solchen Tätern eine "besondere" sexuelle Vorliebe zuschreiben und Toleranz einfordern." Am 13. März 2019 um 12:34 von privat23

... oder durch (etwa Zwangs?-) Heirat zu "heilen" wissen.

Wenn also ein Mann keine Frau zum heiraten findet, dann kann er vergewaltigen und missbrauchen, was das Zeug hält, denn der arme "muss" ja seinen Trieben folgen, weil das so natürlich sei.

@ Komplex einfach 12.25 Uhr

Lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung ist ein Instrument, das in Deutschland auch angewandt wird, und das ist, wenn als notwendig erachtet, gut so und berechtigt.
"Pauschal" werden in Deutschland keine Urteile gefällt, sondern der Einzelfall wird geprüft und dementsprechend geurteilt.
Bezogen wird sich dabei natürlich auf die Tat und deren notwendige Einordnung (z.B. den Unterschied zwischen Mord und Totschlag), worauf denn sonst?
Warum in einer humanen Gesellschaft ein Mensch, der Täter geworden ist, nicht menschenwürdig behandelt werden soll (siehe unser Grundgesetz), erschließt sich mir nicht.

Darstellung: