Ihre Meinung zu: Nach dem EuGH-Urteil: Arbeitszeit klar erfassen - aber wie?

15. Mai 2019 - 14:23 Uhr

Nach dem EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung wird darüber diskutiert, was das Urteil mit sich bringt. Dabei ist die technische Umsetzung nach Ansicht vieler Experten nicht das eigentliche Problem. Von Oliver Feldforth.

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Kommentare

Jahrelang habe die Politik das Thema schleifen lassen

Nicht das Vertrauen zwischen dem AG & AN !
Rechtssicherheit wollen zudem beide, damit es zu einer fairen Vergütung
als auch Rente kommt.

aussitzen,aussitzen,abwählen

Klare Erfassung aber wie? Am

Klare Erfassung aber wie? Am besten in Zukunft einfach jedem Arbeitnehmer gleich nach Geburt mit integrierten Stechuhrenprogram chippen. Dann kann man alles genau auf die Sekunde berrechnen und mein Hund fühlt sich auch nicht mehr so diskrimminiert, weil er nicht mehr der einzige gechippte im Haushalt ist. Brave new World, so langsam haben wir die ch erreicht. Wau!

Der Witz schlechthin

Wer nicht zu erfassende Zeiten am Arbeitsplatz leisten muss oder möchte, stempelt aus und geht noch für ein Stündchen oder länger wieder an den Arbeitsplatz. Das war so und wird so bleiben. Bei den Firmen, die Zeiterfassungssysteme produzieren, verkaufen und installieren, knallen aber bestimmt seit gestern Abend die Sektkorken, und die Angestellten können sich schon mal - auf erfasste oder nicht erfasste - Mehrarbeit einstellen. Die Politik hat die Wirtschaft angekurbelt und klopft sich auf die Schulter, und die Gewerkschaften sind überzeugt rein zum Wohle der Arbeitnehmer gehandelt zu haben. Naja, we will see.

Da kommt eine

Da kommt eine zeiterfassungsapp aufs handy und fertig ist die Laube. Da kann man sich prima um 16.00 ausklinken und unbezahlt bis 20.00 weiterwurschteln. Als würde sich irgendwas ändern. Erst wurden üstunden nicht bezahlt, heute erfasst man sie einfach nicht.

endlich Schluß mit Ausbeuterei

mag sein,daß in einigen Bereichen die Arbeitszeiterfassung ggf. Probleme bereiten wird, obschon sich mir das nicht wirklich erschließt. Andererseits gibt es Berufsgruppen ,die arbeiten mit derart verdichteter Arbeitszeit,daß vom Arbeitgeber wissentlich vorrausgesetzt und erwartet wird,daß die betroffenen Arbeitnehmer aus Angst vorm Arbeitsplatzverlust das Arbeitspensum schon erledigen, bis hin,daß sie auf die ihnen zustehenden Pausen verzichten oder ggfs. länger arbeiten als sie müßten.Dies gilt sicher vornehmlich im Bereich der Geringqualifizierten als auch Geringverdiener. Den Arbeitgeber freuts ,der Arbeitsnehmer hat zusehens den Nachteil, von den gesundheitlichen Langzeitfolgen ganz zu schweigen.

Das Urteil ist gut

wer mault, es wäre schwer zu realisieren, der hat, so wie unsere Regierung, die letzten 30 Jahre IT-Entwicklung verschlafen.

Jeder Informatiker im 2. Lehrjahr oder Semester kann ein solches Erfassungssystem recht zeitnah programmieren, sind sie ausgelernt dann wird's sogar optisch schön.

Natürlich, werden wieder alle über einen Kamm geschoren, aber dass muss sein, denn sobald es Ausnahmen gibt, werden die genau von den Firmen missbraucht wegen denen das Gesetz nötig ist.

Bei meinem ehemaligem Arbeitgeber habe ich in nur 2 Jahren 300 Überstunden angehäuft, die er mir nie bezahlt hat, war ja weder schriftlich angeordnet oder erfasst.
Aber Druck machen geht mündlich sehr gut.

Es ist wie mit dem Roaming, die EU hat die betroffen Unternehmen mehrfach aufgefordert das Kulanzsystem nicht zu missbrauchen...
Die haben aber weiter fröhlich 3€ pro Telefonminute verlangt, irgendwann hats dann halt geknallt.

So eben auch hier, es gibt genug Schuldige die Grund sind für diese Entscheidung.

Und wer kontrolliert ob beim

Und wer kontrolliert ob beim Arbeitgeber nicht welche arbeiten die sich schon ausgestempelt haben?
Der Zoll sicher nicht... die sind dermaßen unterbesetzt, dafür haben die keine Kapazitäten...
Klingt in der Theorie ja alles sehr schick...aber in der Praxis...

so hat aber die eu wieder bewiesen,

wie fleissig sie im umsetzen von irrsinn ist, vor den wahlen noch. wie stellen sich den die hohen herren/damen/diverse in brüssel die umsetzung in bulgarien, rumänien und der tschechei so vor?

DIGITAL!

Meine Güte, ich merke schon wieder wie weit Deutschland hinten dran ist. Ein Wunder das es unseren Firmen noch so gut geht.

Wir schreiben das Jahr 2019 in dem schon jeder Lebensbereich digitalisiert ist. Man wird doch eine Zeiterfassung auf die Reihe kriegen.

Aber Nein, wie bei der Maut überlegt und überlegt und macht Alles nur noch komplizierter. Obwohl es in vielen Ländern schon sseit langer Zeit ein "einfaches" und bewährtes System gibt. Nur noch lächerlich.

Selbst auf Baustellen kann man digitaleErfassungssystem einrichten. Bei unserem löchrigen Funknetz natürlich es schwieriger überall zu machen (Grins).

Fakt ist leider auch das diejenigen die z.B. HomeOffice als Arbeitsplatz nutzen die Erfassung in Eigenverantwortung machen müssen.

Der Vorteil bei Baustellen wäre das eine Überprüfung durch denn Zoll wahrscheinlich einfacher wäre.

Schluss ...

... mit unbezahlten Überstunden. Jeder Betrieb braucht eine manipulationssichere Erfassung der Arbeitszeit.

Gerechtfertigt oder?

Im Grunde genommen ist die AZ-Erfassung längst überfällig. Wo ein Vertrauensvorschuss existiert oder nicht kontrolliert wird, wird schamlos dieses Vertrauen missbraucht. Wo der Chip eingeführt wurde, existiert eine Gleichbehandlung. Der Chef muss genauso seine Arbeitszeiten nachweisen wie die "kleine Sekretärin" und... oh Wunder, auch die hat Überstunden, nicht nur der Chef. Und auch der "faule Michel" merkt mal, wie die 8 Std sich auch mal zähflüssig die Uhr herunter beten.

Daher - absolut notwendig und hoffentlich auch kontrolliert. In der heutigen Zeit betrügen viele den Arbeitgeber um die Arbeitszeit und das auch in den Behörden!

Das Problem ist die Ruhezeit.

Das Erfassen der eigentlichen Arbeitszeit sollte bei Vertrauensarbeitszeit kein Problem sein, diese kann im Zweifel der Arbeitnehmer selbst protokollieren. Aber 11 Stunden Ruhezeit sind gerade bei Vertrauensarbeitszeit nicht immer einzuhalten. Gerade dann, wenn der Arbeitnehmer abends noch Mails checkt oder Telefonate führt.

Super

Wirklich gutes Urteil. Jetzt wird es nicht mehr so leicht sein, seine Mitarbeiter bis aufs letzte auszuquetschen und mit der Ansage: " ist halt so..." abzuwinken. Ein Arbeiter ist auch ein Mensch und hat das Recht auf Privatleben. Und für jede Stunde, die ich in der Firma arbeite, steht mir mein Geld zu.

Ich arbeite seit 6 Jahren bei

Ich arbeite seit 6 Jahren bei dem größten Onlinehändler und seitdem in 3 Ländern ohne Zeiterfassung. Selbst nach der langen Zeit fällt es mir schwer zu sagen ob die Vertrauensarbeitszeit für mich positiv oder negativ war. Es ist definitiv nicht schwarz und weiß und äußerst schwer dafür ein Urteil zu fällen. Persönlich habe ich durchschnittlich ca 50 Stunden die Woche netto gearbeitet, was sich auf Jahre natürlich gut summieren würde. Allerdings habe ich dafür die Möglichkeit Donnerstags für lange Wochenenden schon um 14:00 das Büro zu verlassen um zum Flughafen zu fahren, Freitag vom Hotel zu arbeiten und mir dafür keinen Urlaub zu nehmen und werde insgesamt überdurchschnittlich bezahlt. Unterm Strich habe ich nicht das Gefühl dass das negativ für mich war.
Das waren allerdings die ersten 6 Jahre meiner Karriere. Schwer zu sagen was ich in 10 Jahren auf die gleiche Frage antworten würde. Ich glaube jeder hat jetzt schon die Wahl. Bei uns sagt man 'dann geh halt zu BMW oder Otto'.

Vertrauensarbeitszeit

In mehrfacher Hinsicht bezeichnend ist es, dass in den Reaktionen fast nur von Kontrollsystemen die Rede ist - egal, ob nun die alte Stempelkarte oder moderne Systeme über Handy, PC-Erfassung und was weiß ich noch.

Im Artikel selbst geht es aber auch um ganz andere Systeme, bei denen Beschäftigte einfach ihre Zeiten aufschreiben. Setzt ein gewisses Vertrauen voraus, wenn das jemand mißbraucht, kann man die Vorgesetzten abzeichnen lassen usw.

Jedenfalls finde ich es wichtig, dass Öffentlichkeit, Beschäftigte, Gewerkschaften usw. in dieser Richtung diskutieren und ihre Forderungen aufstellen. Es darf nicht sein, dass nur über das beste Kontrollsystem diskutiert und verhandelt wird!

@um 15:15 von Deeskalator

Keine Frage, ein Systemchen ist leicht umzusetzen. Wer täglich im Büro oder Fabrik ist, für den ist Zeit-Erfassung easy. NUR: Es wird lediglich die Anwesenheit protokolliert. Und Anwesenheit ist eben keine Leistung: im AT ist das Blödsinn, in kreativen Berufen auch. Man misst also etwas, was gar nichts wert ist außer gerichtsverwertbar. Das ist, wie wenn ich hierzulande mit Südsee-Muscheln zahlen wollte anstatt Bargeld. Eine Zeiterfassung wäre für mich ein Korsett. Oder anders: wer angelogen werden will, wird angelogen.

Vetrauen ist gut, Kontrolle ist jedoch besser!

Dabei ist nicht die Kontrolle über den PC oder Kameras gemeint, so wie es denen aus Silicon Valley oder anderen Utopisten vorschwebt und die damit verbundene stetige Erreichbarkeit seiner Mitarbeiter, nein, es ist ganz einfach die Kontrolle gemeint, die ein ehrlicher Arbeitgeber hat gegenüber seinem Personal, in dem er darauf aufbaut dass Arbeitnehmer ihrer Arbeit wie gewohnt auf ihrem wie ehemals gewohnten Arbeitsplatz nachkommen und dass auf diese Weise, so ähnlich wie in einer Familie, der direkte und nötige Kontakt und der Dialog bestehen bleibt und gefördert wird.
Anders kann und wird eine gesunde Welt und das Miteinander nicht funktionieren können und alles andere beruht auf unausgereiften Visionen die die Solidarität, das Vertrauen und zuletzt die Gesellschaft an sich und im Kern schwächen.
So wie in einer Familie muss man versuchen Menschen zueinander zu führen und man darf sie auf keinen Fall isolieren und kontrollieren und schon gar nicht bei sich zuhause und hinter einem PC.

@15:15 von Deeskalator: Sie haben völlig recht

Ich sehe es genauso wie Sie. Gestern gab es schon eine Diskussion dazu bei SPON. Dort waren jede Menge Gegner der Zeiterfassung im Forum.
- "Wie soll das überhaupt gehen. "
- "Ich arbeite im Home-Office"
- "Ich bin Wissenschaftler, da arbeitet man auch mal 14 Stunden am Stück"
- "Meine Tochter ist Ärztin im Krankenhaus, da sind 12 Stunden-Schichten normal."

Selbstverständlich geht das. Eine App aufs Smartphone und schon meldet man sich an oder ab. Wenn man Pizza über eine App bestellen kann, dann kan man auch etwas so simples wie Anfang, Pause oder Ende der Arbeitszeit erfassen.

Schon heute ist es gesetzlich geregelt, dass eine Arbeitszeit von mehr als 11 Stunden nicht zulässig ist..

Niemand ist so wichtig, dass er nach 11 Stunden Arbeit keine Pause machen kann. Es sei denn er hat sich selbst unentbehrlich gemacht und keinen Vertreter.
Sehr peinlich für den AG, denn wenn der Unentbehrliche plötzlich fehlt (Tod, Krankheit), kann er die Bude zu machen.

„Dabei ist die technische Umsetzung nach Ansicht vieler Experten nicht das eigentliche Problem“

Wahrlich nicht. Es geht schließlich um etwas ganz anderes:
Dass die meisten von uns - allen voran die politisch Verantwortlichen - konsequent am eigentlichen Ziel: die Behebung der eigentlichen Ursache der für alle - Arbeitsmarkt, Wirtschaft, kurz: die ganze Gesellschaft - belastenden Schieflagen vorbeischießen, statt sich auf die Suche und Behebung des „Systemfehlers“ zu konzentrieren (HIER würde der Einsatz der immer leistungsfähigeren und vielseitigeren technischen „Hilfsmittel“ tatsächlich Sinn machen) und sich statt mit der Suche nach dem eigentlichen „Systemfehler“ lieber mit dem Herumdoktern an den Folgen daraus (der „Symptome“ - die dann wiederum jeweils ganz eigene neue Probleme „generieren“) befassen.
Dabei hätten alle schon mehr als genug zu tun, wenn wir uns um die Behebung der wirklichen Probleme und deren Ursachen kümmern würden. Wofür wegen o.g. Irrsinns oft die Zeit fehlt.

Man kann heutzutage sicher

Man kann heutzutage sicher erwarten, dass die geforderte AZ-Erfassung vorgenommen wird u. funktioniert - höchste Zeit ! Schliesslich ist/war es auch kein Problem, Arbeitnehmer detailliert u. engmaschig zu überwachen u. entspr. Daten zu erfassen (sofern im Interesse d. Arbeitgeber). Wie man hier immer wieder lesen kann (Amazon, Lidl etc.) ... Das Problem liegt woanders: Letzteres ist meist im Interesse d. Arbeitgeber, also d. stärkeren Parts. Ersteres (kann) zum Vorteil d. Arbeitnehmers sein, wenn dieser seine geleistete Arbeitszeit nachweist u. dann dementspr. entlohnt werden möchte. In diesem Zusammenhang auf "Vertrauen" u. "Flexibilität" zu setzen, ist genauso naiv u. weltfremd wie unverschämt u. entspricht nicht d. Realität (s. Überwachung oben !). Die Kontrolle, um finanz. Benachteiligung v. Arbeitnehmer zu verhindern ist erforderlich, zeitgemäss und richtig ! MfG. B.W.

Handwerksbetriebe haben da sicherlich Probleme mit...

Bei den meisten Handwerksbetriebe wird die Fahr zur Baustelle nicht bezahlt, so wahr es jedenfalls früher,
Oder wird jetzt eine Stechuhr mitgeführt...

Die Betriebe sind da sicherlich erfinderisch und das Gesetz wird bestimmt einige Lücken lassen...

was ist Arbeitszeit?

Freiberufler und selbstständige dürfen sich ruhig totarbeiten.
Aber wie sieht die Erholungsphase nach den maximal 8 Stunden Arbeitszeit aus wenn die Hausarbeit und Kindererziehung einen fordert oder die Pflege der Eltern.
Das ist sicher Hobby oder was?

Bedeutet letztendlich nur Mehrarbeit

Mag ja sein, dass eine gute Absicht hinter dem Urteil steckt, aber letztendlich bedeutet das wieder nur Mehrarbeit auf allen Seiten. Der AG muss entsprechende Systeme anschaffen, am Laufen halten und, auswerten und agieren. Der AN muss penibel seine Arbeitszeiten protokollieren und ggf. auch mal seine Arbeit liegen lassen, wenn zeitlich erforderlich.

Mag schon sein, dass es Ausbeuter gibt, die sich das Fehlen einer Zeiterfassung zu Nutzen machen oder AN, die sich bis in den Burnout verarbeiten. Aber die (hoffentlich) Mehrheit der AN, die einfach nur etwas weiterbringen wollen und ein gutes Verhältnis zum AG haben sind die Gelackmeierten.

In manchen Bereichen

sicherlich sinnvoll - in anderen grober Unfug. Leite ein wissenschftliches Institut in dem Mitarbeiter teilweise aus EU Mitteln finanziert werden. Hier müssen nicht nur die Gesamtarbeitzeit sondern auch die täglich im spezifischen Projekt geleisteten Stunden dokumentiert werden. Praktisch kaum machbar, von KEINEM Mitarbeiter gewünscht oder als sinvoll erachtet und für die Leitung sinnfrei vertane Zeit, die bei Forschung und Lehre verloren geht!

Time is Money...

Die EuGH-Initiative zur allgemeinen Arbeitszeiterfassung finde ich völlig richtig ... und lasse Einwände der Wirtschaft wegen einer angeblich problematischen technischen Umsetzung nicht gelten. Es wird doch in der EU längst "Schlaulinge" geben = IT-Entwickler und/oder Start-Ups, die sehr brauchbare - und sehr kostengünstige - elektronische Erfassungssysteme schon in der Schublade haben...
_
TIPP: In meinem Unternehmen (inzwischen von meinen cleveren Kindern und Schwiegerkindern geführt) haben alle Mitarbeiter - stationär in Büros oder im Außendienst) eine firmeneigene App zur Verfügung, mit der sie sich - egal wann - bei Arbeitsbeginn oder Arbeitsende ein- oder ausloggen, inklusive sofortiger Gegenbestätigung ... aber auch mit anschließend interner Auswertung der angemeldeten Arbeitsleistung. Das ist viell. nicht perfekt und führt manchmal auch zu Diskussionen, ist aber unterm Strich für eine Firma wie unsere - mit Auslandsfilialen und vielen dortigen Mitarbeitern - gut praktikabel.

Sinnfreie weinen

So Zeiterfassung auf der arbeit per terminal, funktioniert wunderbar, Zeiterfassung über die Webseite, geht auch,

Was neu dazu kommt wenn der bereichsleiter am Sonntag Mails verschickt arbeitet er und die Arbeitszeit wird auch am Handy verbucht...

Überstunden gibt es sicher trotzdem aber dann halt auf das stundenkonto

Vertrauen

Wenn AG und AN einander vertrauen, kriegen sie auch ein funktionierendes Zeiterfassungssystem ans Laufen - das habe ich schon ein paarmal live miterlebt.

Wenn sie sich misstrauen, hilft das beste Zeiterfassungssystem nichts - beide können es nach Herzenslust missbrauchen.

///Die Vertrauensarbeitszeit

///Die Vertrauensarbeitszeit sei der Kern einer modernen Arbeitswelt und auch grundsätzlich mit dem Richterspruch vereinbar.///
.
Der erste Teil des Satzes ist richtig, der Zweite völlig falsch. Vertrauen wird durch Kontrolle zerstört.

@ 16:53 von Nebellicht

"Aber wie sieht die Erholungsphase nach den maximal 8 Stunden Arbeitszeit aus wenn die Hausarbeit und Kindererziehung einen fordert oder die Pflege der Eltern.
Das ist sicher Hobby oder was?"
.
Ja!
.
Das ist so!
.
Es ist Ihr privates Problem, ob Sie nach der Arbeit in die Kneipe gehen, mit Ihrem Hund Gassi gehen oder Ihre Kinder versorgen!
Oder was weiß ich was machen....
.
Sie sind für Ihre Erhohlungsphase selber verantwortlich!
Soll Ihr Arbeitgeber Sie noch um 23:00 anrufen, hey, Du mußt in´s Bett und stell Dir Deinen Wecker?
.
Fordern Sie jetzt eine totale Betreuung?

@15:15 von Deeskalator

>> Das Urteil ist gut ... wer mault, es wäre schwer zu realisieren, der hat, so wie unsere Regierung, die letzten 30 Jahre IT-Entwicklung verschlafen. <<
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Möchte Ihnen beipflichten und ergänzen ... das "Verschlafen" hat "politische Methode" ...
denn es begünstigt genau jene Unternehmen in DE, die mit der arbeitszeitigen Ausbeutung von Beschäftigten noch und nöcher Profite machen... Und das betrifft beileibe nicht nur Billigstbeschäftigte im Gastgewerbe, sondern mit gezielter Berechnung auch diverse Großkonzerne in DE... und sogar Staatsorgane selbst bspw. mit einer aufgebauten Tsunamiwelle bisher unbezahler Überstunden von Polizisten... Wer soll die je bezahlen ... da helfen auch allmähliche Neueinstellungen nix... Und - AUCH WICHTIG - wer will Polizisten (und ähnlichen öffent.Bediensteten) unterstellen, die - zu bezahlenden - Überstunden seien nicht regulär..?!
_
Im privaten Wirtschaftsbereich soll das aber plötzlich ein Nachweisproblem sein..? Wie lächerlich...!

@17:29 von Frank61

>> In manchen Bereichen sicherlich sinnvoll - in anderen grober Unfug. Leite ein wissenschftliches Institut in dem Mitarbeiter teilweise aus EU Mitteln finanziert werden... <<
_
Und da haben Sie sicher auch schon von allgemeiner oder projektbezogener Leistungserfassung gehört... und praktizieren das sicher auch intern. Zumal die regelgerechte Verwendung von EU-Fördermitteln auch nachgewiesen werden muß. Insofern ist Ihr Beispiel nebensächlich ... Denn hier geht es vordergründig um die Frage, wie sichergestellt werden könnte, daß allgemein im Wirtschaftstreiben innerhalb der EU einem mehr oder weniger offenen Sklavenhandel Einhalt geboten werden kann... der längst nicht mehr nur osteuropäische Billiglöhner betrifft...

Jedem Mitarbeiter einen Chip

einpflanzen und schon kann dieser überall und jederzeit von dem Unternehmen erfasst werden, die Kosten trägt selbstverständlich der Mitarbeiter.

An der Realität vorbei

In unserer Software-Firma arbeiten alle 70 Mitarbeiter mit Vertrauensarbeitszeit. Die Einhaltung der ca. 40 Stunden wird nicht überwacht, durch die Arbeit in kleinen Teams würde es aber natürlich auffallen, wenn jemand dauerhaft viel weniger leistet. Das kommt aber nicht vor. Auch andersherum gilt: Falls jemand mal deutlich länger arbeitet, oder evtl. aufgrund einer Deadline mal einen Tag am Wochenende, dann kann man diese Zeit problemlos Pi mal Daumen abfeiern.

Es gab anfangs mal von der Konzern-Mutter die Auflage, alle Arbeitszeiten zu erfassen, aber da hat dann einfach jeder einmal jeden Monat pauschal für jeden Arbeitstag 8 Stunden eingetragen und fertig. Das wurde dann wieder abgeschafft.

Das Gesetz mag ja in manchen Branchen sinnvoll sein - bei uns ist es aber völlig realitätsfern, und von niemandem gewünscht. Dies per Zwang durchzusetzen wäre bananenrepublikanisch. Wir werden das daher sicherlich einfach ignorieren. Hoffentlich muss dafür niemand in den Knast.

@Gassi - 15:58

"Wer täglich im Büro oder Fabrik ist, für den ist Zeit-Erfassung easy. NUR: Es wird lediglich die Anwesenheit protokolliert. Und Anwesenheit ist eben keine Leistung: im AT ist das Blödsinn, in kreativen Berufen auch."

Tut mir Leid, aber das ist doch wirklich Quatsch!
Wenn man den Sinn dieser EuGH-Maßnahme nicht verstehen will, muss man dies nicht noch mit Narreteien anreichern.
Das ein Arbeitgeber bei gestempelter Anwesenheit von Arbeitnehmern sich nicht um deren Leistung schert wäre noch eine größere Dämlichkeit als wenn Arbeitnehmer ausstempeln um dann für Nüsse weiter zu arbeiten.

"Man misst also etwas, was gar nichts wert ist außer gerichtsverwertbar.
Das ist, wie wenn ich hierzulande mit Südsee-Muscheln zahlen wollte anstatt Bargeld."

Nee, das ist so als wenn sie sich in einer Kneipe haben volllaufen lassen und sich zum Schluss wundern, warum Ihnen der Wirt einen Deckel mit so vielen Strichen unter die Nase hält.
Die verkostete Flüssigkeitsmenge wurde zur Abrechnung erfasst.

Vielleicht war ich in den falschen Firmen, aber....

.... da wo es "Vertrauensarbeitszeit" hieß, war die generelle Arbeitslast IMMER so auslegt, dass die anfallende Arbeit in unter 10 Stunden täglich kaum zu schaffen war.
Und dann gibt es noch diese grenzlegalen Klauseln in den Arbeitsverträgen wie ".....anfallende Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten, es besteht kein Anspruch auf Ausgleich oder Auszahlung....."
Wie wäre es mal als nächsten dringenden Schritt, diese Klauseln zu untersagen und bei Verstoß Strafen in 8 oder 9-stelligen Höhen zu verhängen ?

Dann hätte dieses Gesetz als nötige Vorstufe sogar einen Sinn.

Ratlos ...

Ich habe mich vor Jahren von meinem Arbeitgeber bis zum Burnout überlasten lassen. Heute weiß ich und weiß mein AG: Es schädigte mich nachhaltig, und es kostete ihn mehr Geld, als es ihm je eingebracht hat. Das Gegenteil von "Win-win".
Heute bin ich noch immer bei diesem AG. Erster Arbeitsbeginn ca. 8 Uhr, letztes Arbeitsende so bei 20 Uhr, halb Büro, halb Homeoffice. Wie lange ich am Tag *tatsächlich* arbeite? Interessiert keinen.
Der Chef sagt: "Wer zu viel auf'm Tisch hat, sagt Bescheid!" - Läuft.
Während des Homeoffice kümmere ich mich um meinen pflegebedürftigen Angehörigen. Zwischendurch Medizin geben, massieren, ein paar Worte, einfach Zuwendung. Und das soll ich jetzt mitstoppen?! Wie absurd!
Die neue EU-Regelung erinnert mich an Trump: "Schaut, ich habe eine ganz einfache Lösung für euer vielschichtiges Problem." Ich finde, die EU ist in die Populismusfalle getappt. Meine Kollegen sind ratlos, der Betriebsrat entsetzt.

Der Arbeitgeber wird staunen

In Zukunft wird so mancher Arbeitgeber große Augen machen, wenn er erfährt, wie viel seine Mitarbeiter wirklich arbeiten. So manche Lohnverhandlungen und Tarifverhandlungen werden höher abgeschlossen werden, weil der Arbeitnehmer einen eindeutigen Nachweis über die wirkliche Arbeitszeit hat und wie diese von seinen Vertragsstunden abweicht. Lebensarbeitszeitkonten werden wie Pilze aus dem Boden sprießen, weil man irgendwo hin muss mit den vielen Überstunden. Es werden noch mehr Fachkräfte fehlen, die aber notwendig wären, um die Kollegen vor Überstundenbergen zu schützen.

@18:55 von Internetnutzer

>> An der Realität vorbei ... In unserer Software-Firma arbeiten alle 70 Mitarbeiter mit Vertrauensarbeitszeit... <<
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Genau ... denn darum - wie bei Ihrem Arbeitgeber - geht es doch hier gar nicht...! Vielmehr geht es um den derzeit propagierten Paketboten, der als Scheinselbständger 3-4 Euro/Std. für einen Sub-Sub-Unternehmer fährt, der nominell im Ausland sitzt und dort keinerlei Sozialabgaben abführt... und für ebensolche Verbrecher, die osteuropäische Arbeiter auf Baustellen in DE einsetzen, die in Camperkarren wohnen und nach getanem Job wieder - angeblich - nach Osteuropa verschwinden. Was aber zum Problem für hiesige Dritt-Leistungsnutzer / Bauherren wird im Fall eventueller Reklamationen, die dann in die Röhre gucken...
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Sowas gab/gibt es nicht bei seriösen Firmen in DE mit eigenen Festangestellten und klarer Arbeits- und Leistungserfassung. Zwar etwas teurer - aber auch um ein Vielfaches besser...

@9:22 von WirSindLegion

>> Vielleicht war ich in den falschen Firmen, aber... da wo es "Vertrauensarbeitszeit" hieß, war die generelle Arbeitslast IMMER so auslegt, dass die anfallende Arbeit in unter 10 Stunden täglich kaum zu schaffen war...
_
Sorry ... will Sie nicht kritisieren, aber doch nachfragen, warum Sie offensichtliche Ausbeutung für sich doch akzeptieren ... Können Sie das erklären..?

@19:53 von bobby3001: Sie meinen die tun dann überrascht ?

Ich glaube, die wissen sehr genau, wieviel ihre Angestellten / Arbeiter tatsächlich arbeiten. Und sei es durch Auswertung natürlich rein zu "statistischen Zwecken", wann das Gebäude durch wen betreten wurde oder wann der Dienstrechner gestartet wurde.
Außerdem haben die sehr präzise Informationen über den mittleren nötigen Zeitaufwand, den die zugeteilten Arbeiten zwingend benötigen.
Aber ja, ich wette, gegenüber den Gewerkschaften fallen die aus allen Wolken und heucheln totales Nichtwissen vor.....

@WirSindLegion - 19:22

"Und dann gibt es noch diese grenzlegalen Klauseln in den Arbeitsverträgen wie ".....anfallende Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten, es besteht kein Anspruch auf Ausgleich oder Auszahlung....."
Wie wäre es mal als nächsten dringenden Schritt, diese Klauseln zu untersagen und bei Verstoß Strafen in 8 oder 9-stelligen Höhen zu verhängen?"

Da brauchen Sie nicht auf den nächsten Schritt zu warten - solche Klauseln sind bereits unzulässig. Haben Sie über die arbeitsvertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinaus gearbeitet, sind diese Stunden trotz Klausel zusätzlich zu vergüten.

Lesen Sie hier:
"Grundsätzlich kann ein Arbeitnehmer nach dem Bundesarbeitsgericht davon ausgehen, dass die von ihm geleisteten Überstunden vergütet werden – entweder in finanzieller Form oder in Form eines Freizeitausgleichs [BArbG, 22.02.2012, 5 AZR 765/10]. Kein Arbeitgeber kann erwarten, dass seine Arbeitnehmer mehr arbeiten, ohne dass sie in irgendeiner Form dafür entlohnt werden."

Arbeitszeiterfassung für Lehrer

Ich bin als Lehrer an einem Gymnasium tätig (ja, jetzt bitte kein pauschales Beamten- und Lehrer-Bashing).
Ich habe zwischendurch mal die eine oder andere Freistunde, die ich auch zum "Smalltalk" mit Kolleginnen und Kollegen über pädagogische Inhalte, aber auch über z.B. das Leistungsvermögen einzelner Schüler und zum Bericht über das vergangene Elterngespräch nutze. Daraus entwickeln sich dann "dienstliche Gespräche". Ist das nun "Freizeit" oder"Dienst"? Zudem: Ich könnte mich morgens um 7h25 per Zeiterfassungssystem ein- und gegen 16h wieder ausloggen. Was ich während dieser Zeit zusätzlich über die verpflichtend zu erbringenden Unterrichtsstunden hinaus (Vor-/ Nachbereitung, Elterngespräche, Kopieren, Korrigieren, Projekte koordinieren) erbracht habe, kann nun niemand kontrollieren. Schließlich noch ein Punkt: Bei mehrtägigen Klassenfahrten (z.B. Schüleraustausch mit der Partnerschule) können Ruhezeiten ohnehin nicht eingehalten werden - Gesetz hin oder her.

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