Kommentare

"Wir leben auf einer Art atomarer Müllkippe"

Das ist vielleicht nicht so schön, unterscheidet sich aber zunehmend wenig vom Rest der Welt. Eigentlich ist es wohl ziemlich egal, ob man wie in Teilen der Welt verstrahltes zu sich nimmt, oder Entzündungen förderndes Plastik, oder mieses, weil immer zu billiges Fleisch, nur das einem das halt nicht so bewusst ist, solange etwas davon sich in den Vordergrund drängt.

Violetta hat Angst.

"Die Bevölkerung im Nordwesten Russlands ist es gewohnt, beim Thema Radioaktivität im Unklaren gelassen zu werden, sagt Umweltaktivist Ivanow."
> Wenn sich irgendetwas wie ein roter Faden durch die weltweite Abfolge nuklearer Zwischenfälle zieht, dann ist das eine konsequente Beschwichtigungs- und Vertuschungsstrategie.

"Und die junge Politikerin Violetta aus dem Büro des Kremlkritikers Alexej Nawalny vor Ort macht klar: 'Ich selbst hatte Angst, als ich anfing, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.'"
> Das ist zwar völlig belanglos, darf hier aus bekannten Gründen aber nicht unerwähnt bleiben. Fraglich bleibt, wie Frau Violetta aus Herrn Alexey "Kremmelktritiker" Nawalnys Büro von allgegenwärtigem radioaktiven Müll sprechen kann, wenn keine allgegenwärtige Strahlenbelastung zu messen ist.

Wenn ich dauerhaft einer erhöhten Strahlungsbelastung ausgesetzt wäre, würde ich mich definitiv nach einem anderen Wohnort umsehen...

„Angst vor einem alten Atomkraftwerk und neuem Atommüll, keine klaren Informationen - die Bevölkerung in der Region Murmansk ist schon lange besorgt. Laute Kritik gibt es nur von Umweltaktivisten“

Das ist zwar nachvollziehbar:

„Kritik an Rosatom und an der Atompolitik Russlands gibt es aber kaum. Die meisten Einwohner im hohen Norden sind bei der Kriegsmarine beschäftigt oder im Atomkraftwerk weiter südlich der Stadt. Sie verlören schnell ihren Job“

Aber auch extrem kurzsichtig. Denn: Was nützt das so „verdiente“ Geld, wenn man - eben dessentwegen - schon jetzt kein menschenwürdiges Leben mehr hat (und andere andernorts auch nicht)?

Die Bürger müssen endlich aufhören, sich von der Staatsmacht und deren probaten Erpressungsinstrumenten (wie man hier wieder klar sieht, sind die insbesondere finanzieller Art) den Mund verbieten und einschüchtern zu lassen und sich schnellstens wirklichen Vertretern ihrer Interessen (u.a. Umweltaktivisten) anschließen. Nur so kommen sie endlich weiter.

>Tage später räumte die

>Tage später räumte die russische >Wetterbehörde eine bis um das 16-fache >erhöhte Radioaktivität in der Region ein.
Ja, von 0.11 auf 1.76 microsievert. In Deutschland bekommen wir alle etwa 2 microsievert pro Jahr.

Ohne Demokratie kein Umweltschutz

In Russland gibt es keine wirkliche Meinungsfreiheit. Das sieht man an den niedergeknüppelten Demos regelmäßig.

Ohne Demokratie, ohne Demos kein Umweltschutz.

Leidtragend ist nicht nur "die Umwelt". Es sind die Menschen in Russland.

Bisher haben wir keine

Bisher haben wir keine Beweis, dass es die russische Superwaffe wirklich gibt. Nun haben wir sie (durch einen fehlgeschlagenen Test). Aber eines an der Sache ist merkwürdig. Die Russen geben zu das ein Raketentest fehlschlägt und kurz danach kommt eine Meldung über erhöhte Strahlenwerte (auch von den Russen) . Jeder der halbwegs etwas davon versteht, muss auf diese Superwaffe kommen. Die Meldung über erhöhte Strahlenwerte kommen nur aus Rußland. Könnte das nicht alles ein genialer Schwindel sein. Ein Schwindel der einzig und alleine dazu dient die Existenz dieser Waffe indirekt zu bestätigen. Eine Explosion ist schnell herbeigeführt. Die Toten können Erfindung sein. Die Strahlung auch. Und schon glaubt der Westen an eine russische Superwaffe mit Atomantrieb , die es in Wirklichkeit nicht gibt. Es ist nur eine Vermutung.

keine Evakuierung

"Der Dorfvorsteher von Njonoksa gab laut Nachrichtenagentur TASS bekannt: Es würden keine weiteren Tests folgen. Die Menschen sind in ihrem Dorf geblieben, es hat keine Evakuierung stattgefunden."

Laut § 4 der deutschen Notfall-Dosiswerte-Verordnung ist eine wöchentliche Strahlendosis von 100 Millisievert ein angemessenes Kriterium für eine Evakuierung. Sofern die Aussage über die 20-fache Erhöhung des Normalwertes stimmt, läge die Wochendosis in Njonoksa lediglich bei 0,37 Millisievert. (Das entspricht der Strahlenbelastung von einigen Röntgenaufnahmen.)

Ein nuklearer Antrieb kann auch nicht allzu viel radioaktives Material enthalten, da das Gerät (im Gegensatz zu einem Kernreaktor) sehr leicht sein muss. Für eine zuverlässige Gefahrenabschätzung wäre es aber wichtig, die freigesetzten Stoffe zu kennen.

Volk ohne Informationen

Die Führung sagt dem russischen Volk nicht die Wahrheit über den Unfall. Die staatlich gelenkte Presse verharmlost alles und die Arbeiter vor Ort sind vergiftet.
Hier im Westen sind wir durch kritische Medien um ein Vielfaches unvoreingenommener und besser informiert als das russische Volk.

Nichts gelernt

Der Kreml ist nicht lernfähig...ob Majak, Tschernobyl oder jetzt bei Murmansk...es wird der Bevölkerung kein reiner Wein eingeschenkt...alles ist solange geheim, bis es nicht mehr geleugnet werden kann. Und die Staatsmedien pfeifen das gleiche Lied...alles gut. Über die vielen dahin rostenden Atom-U-Boote in den Nordmeerhäfen um Archangelsk regen sich die Leute schon nicht mehr auf. Eigentlich alles unfassbar, wie der Kreml mit seinen Bürgern umgeht. Statt in Gesundheit und Bildung zu investieren, wird in militärische Experimente unverantwortliche viel Geld versenkt. Wozu eigentlich?

@ landart

Statt in Gesundheit und Bildung zu investieren, wird in militärische Experimente unverantwortliche viel Geld versenkt. Wozu eigentlich?

Weil sich gegenwärtig im Kreml eine Macht-Clique etabliert hat, die gegen den Westen orientiert ist und eine rechts-nationale Politik verfolgt.

Wie bitte?

Putin hat - wann war das, vor über einem Jahr? - öffentlich bekanntgegeben, dass man an einem atomgetriebenen Marschflugkörper arbeite bzw. diesen bereits habe. Jetzt gibt es diesen Unfall. Und Ihnen fällt dazu nur ein, zu behaupten, der Westen sehe Gespenster?
Gäbe es nur eine Spur dieser Gerüchte über eine solche Entwicklung bei den Amerikanern, hätten wir wahrscheinlich schon Friedensdemos auf den Straßen. Mir fehlt hier der Aufstand der Friedensbewegten. Wieso kommt dieser Aufschrei nie bei Aufrüstung beim potentiellen Gegner? Das war interessanterweise auch schon vor Jahrzehnten beim NATO-Doppelbeschluss so, dass man in Deutschland bei Friedensdemos kaum Transparente gegen die SS-20 sah, dafür umso mehr gegen die Pershing 2, obwohl die SS-20 früher stationiert wurden.

@Merkur - milli statt mikro

21:02 von Merkur:
"In Deutschland bekommen wir alle etwa 2 microsievert pro Jahr."

Es sind ca. 2 Millisievert. Rechnet man den von den russischen Behörden genannten Wert auf ein Jahr hoch, wären das 15,4 Millisievert.

Ihre Kernaussage, dass so ein Wert keine Dramatisierung zulässt, bleibt damit aber richtig. (Zum Vergleich: Für beruflich strahlenexponierte Personen beträgt die zulässige Jahresdosis 100 Millisievert.)

@ Nachfragerin

In Ihren Beiträgen lese ich die gleichen Beschwichtigungsformeln wie wir sie von Kreml nahen Medien kennen. Das möchte ich zurück weisen.

Verharmlosung ...

... und Zurückhalten von ehrlichen Informationen ist meiner Meinung nach der völlig falsche Weg. Ich verurteile das. Ich verlange, dass diese russische Regierung zurück tritt und den Weg für ...

@ Nachfragerin

... wenn keine allgegenwärtige Strahlenbelastung zu messen ist.

Ich sehe darin eine Beschwichtigung im Sinne der russischen Machthaber Ihrerseits.

Schlendrian

In russischen Atomanlagen herrscht ein Schlendrian, den die Menschen hier im Westen sich nicht vorstellen können. Das weiß ich von Soldaten, die im Nordmeer Dienst geschoben haben.

Am 14. August 2019 um 21:52 von russische Seele

Zitat:
"...Weil sich gegenwärtig im Kreml eine Macht-Clique etabliert hat, die gegen den Westen orientiert ist und eine rechts-nationale Politik verfolgt..."

Wie wäre es mal damit, weil sich gegenwärtig in der NATO-Zentrale eine Macht-Clique etabliert hat, die gegen asiatische, arabische und südamerikanischen Ländern orientiert ist und eine menschenfeindliche Politik verfolgt..."

@landart - Sie fordern Transparenz?

21:42 von landart:
"[...] es wird der Bevölkerung kein reiner Wein eingeschenkt...alles ist solange geheim, bis es nicht mehr geleugnet werden kann."
> Wenn Tepco so transparent gewesen wäre, wie es die russischen Behörden derzeit sind, hätte man die letzte radioaktive Katastrophe vielleicht verhindern können. (Der hier vorliegende Fall dürfte bei dem vermutlich eingesetzten Material selbst im worst case kaum von überregionaler Bedeutung sein.)

"Statt in Gesundheit und Bildung zu investieren, wird in militärische Experimente unverantwortliche viel Geld versenkt."
> In welchem Land ist das nicht so?

"Wozu eigentlich?"
> Um das Raketenschild der USA umgehen zu können.

Am 14. August 2019 um 21:35 von russische Seele

Zitat:
"...Hier im Westen sind wir durch kritische Medien um ein Vielfaches unvoreingenommener und besser informiert als das russische Volk..."

Ist das die russische Seele die hier spricht?

Am 14. August 2019 um 21:02 von Merkur

Was bei anderen Artikel dabei steht, sind Vergleichswerte, die fehlen bei TS leider.
" Ganzkörper-Computertomographie = 10 - 20 Millisievert

Bei eine Computertomographie des ganzen Körpers erhält ein erwachsener Mensch eine Strahlendosis von 10 bis 20 Millisievert. "

Man kann Zahlen auch hoch spielen, aber nützlich ist das nicht.

um 21:35von russische Seele

>Hier im Westen sind wir duch kritische Medien um ein Vielfaches unvoreingenommener und besser informiert als das russische Volk <
- Glauben ist alles. Das ist ja eines der Hauptanliegen auch unserer Regierung und der Auftrag auch unserer Medien, dass wir in diesem Glauben leben. Wenn man darauf reinfällt, wird man auf einem Auge blind.
Der Vorfall ist sehr bedauerlich. Mein Mitgefühl gilt den fünf Opfern der Explosion und ihren Angehörigen. Aus anderen Quellen durfte ich erfahren, dass die Behörden vor Ort und die Regierung sich mit den Folgen des Unfalls intensiv befassen und die notwendigen Maßnahmen vornehmen. Es ist kein ukrainisches Tschernobyl, kein japanisches Fokushima oder ähnl., es wird keine Panik gemacht, wie es auch sonst wo wäre, es wird an der Stelle sachlich gehandelt und in den Medien berichtet. Nicht anders, als im Westen.

Am 14. August 2019 um 21:42 von landart

Zitat:
"...Statt in Gesundheit und Bildung zu investieren, wird in militärische Experimente unverantwortliche viel Geld versenkt. Wozu eigentlich?..."

Die Rüstungsausgaben aller 29 NATO-Staaten beliefen sich 2018 auf rund 963 Milliarden Dollar.
Die Rüstungsausgaben Russlands lagen 2018 bei 61 Milliarden Dollar.

Wer hier unverantwortlich Geld in den Sand setzt, ist augenscheinlich.

@russische Seele - Wer ist besser informiert?

21:35 von russische Seele:
"Hier im Westen sind wir [...] besser informiert als das russische Volk."

Welche Information haben Sie denn den westlichen Medien entnehmen können, die nicht schon vorgestern bei RT zu lesen waren?

(Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben: Den westlichen Medien fehlt es an Quellen. Die können auch nur die offiziellen Behauptungen wiedergeben und diese mit den politisch motivierten Meinungen von Frau Violetta und ungenannten "US-Experten" garnieren.)

Parallelen auch zu uns.

@20:54 von Nettie
Die Bürgermeister an AKW-Standorten, die angesichts der vielen €, die die Energiekonzerne ausschütteten, ganz große Augen bekamen wehren sich heute heftig gegen die Folgen.
Vor allem, da absehbar ist, dass sie den Müll vielleicht nicht mehr so schnell los werden.

Atomenergie ist teuer und wurde nur aus militärischen Gründen entwickelt. Die Folgen werden uns nicht mehr loslassen.

PS.: Ist Pluto - Namensgeber fürs Plutonium - bei den Griechen/Römern nicht der Gott der Unterwelt/Höllenhund?

Was kümmert mich Russland?

Was kümmert es mich. Ich wohne nahe Köln. Kaum 100 km Luftlinie steht ein marodes Atomkraftwerk in Belgien und etliche andere Meiler in Frankreich. Bei der überwiegenden Westwetterlage machen die mir eher Sorgen. Ganz zu Schweigen von den Anlagen in der BRD.

@ 21:23 von Dirk Potzeba

Tja, eine interessante Vermutung. Man traut 'den Russen' ja alles zu. Warum also nicht auch eine potemkinsche Superwaffe. Nur warum dieser Aufwand? Ein medial aufbereiteter Testflug täte es doch auch. Vermute ich.

@ russische Seele (21:35)

"Die Führung sagt dem russischen Volk nicht die Wahrheit (...) Hier im Westen sind wir durch kritische Medien ... besser informiert..."

Ich stimme Ihnen da zu. Erst heute werden wir über das Microplastik in unserem Körper informiert. Auch bekommen wir erzählt, dass dieses nicht gesund ist.
Leider will das Plastik auf diese Information nicht hören und bleibt einfach da (im Körper). Es kommt sogar morgen und übermorgen und ... noch mehr dazu.
Was macht einen jetzt kränker? Ist mit Aufklärung und Information die Vergiftung vorbei? Ist das informierte Volk gut dran?

Hier wird wohl viel vertuscht

""16-fach erhöhte Radioaktivität
Tage später räumte die russische Wetterbehörde eine bis um das 16-fache erhöhte Radioaktivität in der Region ein. Die Bewohner sind auch gleich mit Geigerzählern losgezogen. Die gehören hier zum Haushalt wie anderswo die Bohrmaschine. Nach wenigen Stunden soll die Strahlung laut der Behörde aber wieder zurückgegangen sein.""
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Seid vielen Jahren wird in dieser Region ausgedienter Atomschrott aus U- Booten gelagert.Daher ist die Besorgnis der Bewohner sehr wohl berechtigt.Es wird ja nicht alles was dort passiert an die " große Glocke " erteilt.

@merkur

In Deutschland "bekommen wir" etwa 2 Millisievert = 2000 Microsievert als Jahresdosis. Pro Stunde sind das 2000/(24*365,25) also rund 0,22 Microsievert. Diese Dosisleistung kann zum Vergleich mit den in Russland gemessenen Werten (1,8) herangezogen werden. Also kurzzeitig das Achtfache der mittleren Dosisleistung hierzulande. Also relativ unerheblich so meine Meinung.

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