Ihre Meinung zu: Vietnam: Der lachende Dritte im Handelsstreit

26. August 2019 - 12:41 Uhr

Vietnams Wirtschaft profitiert vom US-Handelsstreit mit China enorm. Ohne Risiko ist das nicht: Das Land könnte zwischen die Fronten geraten - oder Opfer seines eigenen Erfolgs werden. Von Lena Bodewein.

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Kommentare

Überfordert

Der Artikel ist sich nichts Neues .... war vorige Woche in Vietnam und es sieht chaotisch aus:

Klimaprobleme
Müllprobleme
Preisexplosion auf dem Immobilenmarkt
Sehr sehr viele Chinesen die bereits seit vielen Jahren in Vietnam aktiv sind
Hotels sind völlig mit chines Touristen und Geschäftsreisenden

Vietnam wird zum Vorort der Chinesen ... da kommt nichts zwischen die Fronten es ist völlig klar auf welcher Seite Vietnam steht.

Der lachende Vierte ist Singapur

Dafür sorgen gerade die Chinesen
in Hongkong
Im asiatischen Raum könnte schnell
alles über die "freie" Singapurer Börse abgewickelt werden
Dieses würde China ins Mark treffen !

Gemeinsam haben die USA und

Gemeinsam haben die USA und China immerhin, daß sich beide militärisch in jüngerer Vergangenheit in Vietnam bereits eine blutige Nase geholt haben.

Auch wenn das politische System Vietnams dem China gleicht existiert doch eine mehr als 1000 jährige mal mehr, mal weniger ausgeprägte Feindschaft zwischen beiden.

Vietnam

"Nur drei Jahre nachdem Nokia die Handyproduktion aus dem Werk in Bochum nach Rumänien verlagert hat, wird das Werk geschlossen. 2200 Stellen fallen weg. "

Dieses Beispiel Rumäniens sollte Vietnam vor Augen haben - und die damalige Bezeichnung "Karavanenkapitalsimus (Steinbrück) war durchaus berechtigt.
Um ausländische Investoren anzulocken, werden u.U. gewaltige Investitionen in die Infrastruktur getätigt.
Das mag zunächst sinnvoll erscheinen.
1. werden dadurch dadurch traditionelle Strukturen in irreversibler Weise zerstört - was zu einer Verarmung eines Teils der Bevölkerung führt.
2. wenn die Investorenkaravane weiterzieht, weil es anderswo noch günstiger ist, bleiben diese Investitionen und die zerstörtrn Strukturen als kostspielige Ruinen zurück - samt der Schar der nun Arbeitslosen.

Es ist schon ein Handelsstreit

Im weiteren Sinne. Eigentlich ist es kein Handelsstreit sondern es geht um das Handelsbilanzdefizit. Ich finde das schade dass es da keine andere Lösung gibt als die Zölle zu erhöhen. Und dann kommt natürlich der Handelsstreit.

Es ist eben so dass derjenige der ein Interesse daran hat dass alles so bleibt wie bisher im Vorteil ist. Denn er muss gar nichts weiter tun. Aber dadurch wird das Handelsbilanzdefizit erst recht nicht kleiner!

"Die erste Wahl fällt allein schon durch die geographische Nähe auf Vietnam. Auch die Löhne sind niedrig, die Infrastruktur entwickelt sich schnell und das Land hat zahlreiche Freihandelsabkommen mit anderen Nationen. Daher ist es zu einer regelrechten Überschwemmung von Neuansiedlungen in Vietnams Industriegebieten gekommen"

"Überschwemmung" trifft es wohl ganz gut.

"Aber ob das auf lange Sicht etwas Gutes für das südostasiatische Land bedeutet? Das bezweifelt (...) vom Institut für Südostasienstudien in Singapur"

Ich auch.

"(...) "Auch was die Arbeitskräfte angeht, ist es problematisch: So schnell können nicht genug Arbeiter und Techniker ausgebildet werden"

Gut Ding braucht Weile. Und vor allem Weitsicht.

"Wenn die Rivalitäten zwischen den USA und China weiter zunehmen, werden die Staaten sehr vorsichtig sein, welche Seite sie wählen"

Im besten Falle (unter gewissen Voraussetzungen):

Die, die besten Geschäfte verspricht.
Und im Schlimmsten die mit dem größeren Drohpotential.

Sollen die Kriegsverbrecher

aus den USA doch erst einmal Reparationszahlungen leisten für das, was sie in ihrem Aggressionskrieg zerstört haben. Danach können sie dann über Strafzölle oder dergleichen nachdenken.
Aber Reparationenszahlungen gibt es ja immer nur durch Deutschland.

Nicht nur Vietnam könnte lachender Dritter sein

Ganz ehrlich zu dem hier:

https://www.tagesschau.de/ausland/vietnam-handelsstreit-101.html

Vietnams Wirtschaft profitiert vom US-Handelsstreit mit China enorm. Ohne Risiko ist das nicht: Das Land könnte zwischen die Fronten geraten - oder Opfer seines eigenen Erfolgs werden.

nicht nur Vietnam könnte lachender Dritter sein sondern auch Taiwan, die EU, Suedamerika, Neuseeland, Thailand und andere. Aber: Wachstum und Infrastruktur muessen mit Klima- und Umweltschutz Hand in Hand gehen. Das eine geht nicht ohne das Andere.

Es stimmt das Unternehmen aus China weggehen

Dann zu dem hier:

https://www.tagesschau.de/ausland/vietnam-handelsstreit-101.html

Wenn zwei sich streiten, wandern die Unternehmen zum lachenden Dritten ab. So scheint es im Fall von China, den USA und - Vietnam. Dort siedeln sich viele Firmen an, die aus China weggehen, da sie die erhöhten Zölle für chinesische Produkte auf dem US-amerikanischen Markt fürchten.

das stimmt zwar dass Unternehmen aus China weggehen. Aber das hat mit steigenden Löhnen zu tun laut Handelsblatt:

https://tinyurl.com/yyon6vjt
Handelsblatt: Weg von der Werkbank China: Elektronikhersteller suchen alternative Standorte (11.08.2019 - 08:50 Uhr)

Die Löhne in China steigen seit Jahren, nun verunsichert der Handelskonflikt. Elektronikhersteller reagieren darauf – und suchen zunehmend Alternativen zum Standort China.

Aber wenn jetzt anderswo genauso die Löhne steigen, dann lohnt es sich nicht mehr, Lohndumping zu treiben. Und das ist gut so.

@ 13:31 von Esche999

1. werden dadurch dadurch traditionelle Strukturen in irreversibler Weise zerstört - was zu einer Verarmung eines Teils der Bevölkerung führt.

Im Gegenteil. Dank "Investorenkaravane" steigen die Löhne. Ob diese Invesititionen nun von Innen oder von Aussen kommen.
In den letzten Jahrzehnten konnten, dank der Investitionen, hunderte Millionen Menschen in Asien der bittersten Armut der "traditionellen Strukturen" entkommen.
Sozialisten wollen es aber nicht glauben, weil dieser erstaunliche Erfolg nicht zur Ideologie passt.

13:32 von Karlmaria ..Handelsbilanzdefizit"

was für schöne Begrifflichkeiten - einem "Handelsbilanzdefizit" begegnet man am besten mit Konsumeinschränkungen - wenn man das nicht will oder mag, dann muss man den Export steigern, was aber auch auf Probleme stößt … ach was richtig schade ist, ist das die wirkliche Welt so schön kompliziert ist.
"Handelsstreit", ist auch schön, gabs auch schonmal, auch ein schönes Wort - ähnlich schön wie "Bagatellschaden" oder gar "Weltwirtschaftskrise", das hatten wir auch schon …
Was alles aber nicht mehr heißt, das da einer ein Problem mit der Komplexität der Wirklichkeit hat.

Lachender Dritter?

Sehr wohlwollend ausgedrückt! Klar ist, dass die Leute für etliche Jahre Arbeit haben werden - aber zu welchen Konditionen und Entlohnung? Und wie überall, wo der Boom einen Schnell-Schnell-Aufbau bedingt hat, werden Bau-Standards nicht eingehalten und vor allem die Umwelt massiv geschädigt. Alle Billigländer haben das erleben müssen: Wirtschaftswunder in D. mit umgekippten Flüssen, Pseudo-Krupp und Wäsche, die nach dem Trocknen schwarzer war als vor dem Waschen. Von Trockengebieten ganz zu schweigen, weil das Wasser rigoros abgepumpt wurde. Selbiges erlebte Portugal (habe ich selbst miterlebt), der Balkan, die Türkei, Indien .... die Liste ist endlos und setzt sich in Vietnam fort. Die soz. Strukturen will ich gar nicht erst anführen, denn ich vermute, dass die durch den Vietnam-Krieg schon heftig zerstört wurden. Aber den Dreck wird Vietnam achtlos und billigend in Kauf nehmen, weil die herrschende Schicht sich die Taschen füllen wird und dann den Dreck zurücklassen wird.

Antwort

1.Ich hatte von "einem Teil" der Bevölkerung gesprochen.
2.vielleicht schauen Sie mal nach Afrika - dahin sind gewaltige Investitionen geflossen von westlichen Unternehmen. Und dann schauen Sie aufs Mittelmeer - und dann schlagen Sie die Brücke zu dem größten Problem Europas heute.
3. dann erinnern Sie sich an "stetiges Wachstum" und vielleicht fällt Ihnen dann soetwas wie Klimaproblem ein
4. Sie sollten bei dem Begriff "Armut" nicht zwanghaft an Sozialismus denken.

re nicht supergescheit

"15:19 von karwandler

***Viele Foristen geben Kommentare zu diesem Bericht ab, als wenn sie in Vietnam leben würden, aber wenn man sie fragen würde, wo sich Vietnam auf der Landkarte befindet: Achselzucken!***
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**Sie werden kaum wissen können, wie es um die Geografiekentnisse hiesiger user bestellt ist.**

Sie aber auch nicht!"

Das ist genau der Grund, warum ich, im Gegensatz zu Ihnen, keine Vermutungen dazu anstelle.

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