Ihre Meinung zu: Pharmakonzerne stoppen Entwicklung von Antibiotika

12. September 2019 - 6:00 Uhr

Antibiotika gehören zu den wichtigsten Arzneimitteln. Doch die Zahl resistenter Keime nimmt zu. Trotzdem werden kaum neue Wirkstoffe entwickelt - weil es nicht profitabel ist. Von C. Baars und O. Lambrecht.

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Kommentare

Entwicklung von Antibiotika

***Es gebe zurzeit einfach keinen Markt für Antibiotika. Er kenne keine Firma, die gegenüber ihren Eignern verantworten könne, in Bereiche zu investieren, wo das Risiko sehr hoch sei, dass die Forschung nicht erfolgreich sei - und falls doch, kriege man kein Geld dafür, sagt Thomas Cueni, Generaldirektor des IFPMA und Vorsitzender der "AMR Industry Alliance.***

So, so, es gibt keinen Markt für Antibiotika.
Dann müsste man wohl jene Unternehmen vom Markt nehmen, die sich aus der Forschung für Antibiotika heraushalten.
Indem der Gesetzgeber (die dem Gesundheitsministerium unterstellte Behörde) diesen Unternehmen die Zulassung für neue Medikamente verweigert, und wenn möglich, zugelassene Medikamente wieder vom Markt nimmt, werden jene Unternehmen, die nicht forschen, schnell wieder in die Forschung einsteigen. Die Höhe der Mittel für die Forchung sollte sich dann prozentual am Umsatz für Medikamente der Pharmakonzerne orientieren.

Gruß Hador

Wenn die Privatwirtschaft

Wenn die Privatwirtschaft verantwortungslos handelt, muss der Staat aktiv werden, Firmen und Spezialisten einkaufen ausschliesslich zum Zweck der Antibiotika-Forschung.
Gleichzeitig müsste die EU bei allen untätigen Konzernen eine saftige Strafsteuer erheben.

Für alle die, die gegen staatliche Eingriffe oder gar industrielle Aktivitäten sind - es kann jeden treffen, auch Sie.

Imho

wäre es ok, dass die Pharmaindustrie die Entwicklung neuer Antibiotika zurückfährt, wenn stattdessen in die Entwicklung von Alternativen wie z.B. die Phagentherapie investiert wird.
Die Entwicklung neuer Antibiotika zu stoppen ohne nach Alternativen zu suchen dürfte sich irgendwann als fatal erweisen.

Warum ist so ein Thema nicht

Warum ist so ein Thema nicht bei unseren Politikern auf der Tagesordnung?

Die Wirkungslosigkeit mancher

Antibiotika musste ich am eigenen Leib erfahren. Ich hatte Blasenprobleme. Mein Urologe hat mir mind. 5 verschiedene Antibiotika verschrieben, von denen keines richtig wirkte. Mein Vertrauen in diese Medikamente ist sehr gering geworden.

Ich finde es richtig, dass

sich die großen Pharmakonzerne zurückziehen. Es legt doch ganz allein an der Fleischproduktion, wenn Tiere auf engsten Raum hochgezüchtet werden, um schnell das Fleisch auf den Markt zu bringen, weil es der Verbraucher es so will. Das dabei Antibiotika in Massen eingesetzt wird, ist doch jeden bekannt. Wenn jemand viel Schweinefleisch oder die anderen Sorten gegessen hat, ist die Folge bei Eintritt einer schweren Krankheit, dass das Antibiotika nicht mehr anschlägt. So liegt es an dem Verbraucher und man sollte nicht die Pharmaunternehmen die Schuld in die Schuhe schieben. Das ist viel zu einfach !!!!

Kann...

...man ja demnächst in China und Indien bestellen wenn hier infektionschaos entsteht... ansonsten kann man schon zu Studienzwecken phagen bestellen oder sich in Russland behandeln lassen, die haben genug Erfahrung und Ahnung von der Materie oder mal die Niederländer fragen warum in deren Krankenhäusern kaum jemand mit antibiotikaresististen keimen infiziert wird... dass die hiesigen großen pharmakonzerne nicht eingesprungen sind spricht Bände ... es geht scheinbar doch nur um den mamon...

Pharmakonzerne stoppen Entwicklung von Antibiotika

Warum greifen grössere Firmen oder ein Firmenkonsortium die Entwicklung eines Antibiotikum der Firma Achaogen nicht auf?
Somit würden sich die Forschungskosten minimieren oder steckt hinter der Verweigerung einer Neuentwicklung eine ganz andere Absicht?

Gute Artikel

Ich arbeite für eines der Unternehmen, die im Artikel erwähnt sind, die noch neue Antibiotika haben und ich muss die 3 Artikel zu dem Thema loben. Gar nicht das übliche Pharmabashing, sondern Darstellung der Realität. Auch wir verdienen nichts mit den AB. Obwohl diese relativ neuen Substanzen deutlich teurer sind, als „alte“ Präparate. Die müssen von anderen Präparaten querfinanziert werden. Der Artikel über das gescheiterte Start-up zeigt das Problem. Die hatten nichts zur Quersubventionierung. 15 Jahre teure Forschung, die irgendwer bezahlen muss. Geldgeber an der Börse wollen irgendwann ihr Geld zurück. Aber so teuer kann man ein AB gar nicht machen, weil die ja immer nur wenige Tage gegeben werden und über 90% der Patienten zum Glück keinen der resistenten Keime haben. Und damit werden die Reserve-AB auch noch selten eingesetzt (medizinisch korrekt).
Also irgendwer muss die Forschung bezahlen oder die Firma gibt es nicht.

Woher nehmen Politiker ihren Schneid?

Es ist nicht zu begreifen, dass die Politik hier zuschaut, als ginge es um ein paar Semmelbrösel. Längst hätte man Druck auif Indien machen müssen, und ich meine bis hin zu Sanktionen, damit die ihre Umweltprobleme in den Griff kriegen (Antibiotikareste in den Fluss kippen, Resistente Keime "züchten"). Die resistenten Antibiotika reisen auch an Staub angeheftet durch die ganze Welt. Das scheint alles niemanden zu interessieren. Dabei wäre Ursachenbekämpfung nachhaltiger und billiger. Es ist nicht nachzuvollziehen, wie die Politik hier auif ganzer Linie versagt, denn immerhin fehlt ja der Versuch etwas zu unternehmen sogar.

Die haben den Schneid zu glauben, neue Antibiotika wachsen in dem Himmel? Jetzt kriegen sie die Quittung - die Pharmakonzerne sackten vermutlich auch Förder-Geld (oder Absprachen) ein und forschen nicht weiter - und wieder wird nichts geschehen.

Staatlicher Pharmakonzern

Warum überlässt man die Forschung und damit unser Schicksal privaten Unternehmen? Könnte man nicht ein staatliches Pharma-Unternehmen gründen. Mit Steuergeldern finanziert. Dann müsste man natürlich woanders einsparen. Man könnte aber auch endlich den Solidaritätsbeitrag streichen und ersetzen/umbenennen in einen Pharma-Beitrag oder ähnliches. Überhaupt hätte der Staat sicherlich mehr Reserven wenn bewusster mit Steuergeldern umgegangen würde (Beispiel Flughafen BER). Der Staat subventioniert ja auch vieles andere. Auch die Krankenkassen, die hohe Überschüsse erwirtschaften, könnten an den Entwicklungskosten beteiligt werden. Im Endeffekt wären Medikamente wahrscheinlich viel günstiger. Ärzte müssten dann dazu angehalten werden bei der Verschreibung immer das staatliche Medikament zu bevorzugen. Oder bin ich da zu naiv?

@ Hador Goldscheitel

"So, so, es gibt keinen Markt für Antibiotika.
Dann müsste man wohl jene Unternehmen vom Markt nehmen, die sich aus der Forschung für Antibiotika heraushalten."
Am 12. September 2019 um 06:22 von Hador Goldscheitel

Nein, muss man nicht!
Unternehmen sind keine Sozialvereine, sie erwirtschaften Geld und wir sind hier nicht hinterm Eisernen Vorhang.

Wozu gibt es Universitäten?
Aber von der Politik wird Grundlagenforschung nicht mehr erwünscht, auch an den Unis werden hauptsächlich Projekte unterstützt und finanziert, wenn die Ergebnisse später sicher (wem auch immer) Geld bringen.

Es sind nicht die Unternehmen an solcher Entwicklung schuld, sondern (neben Marktkonformer Demokratie) die Marktkonforme Forschung an öffentlichen Einrichtungen.

*

Abgesehen davon muss endlich wieder erlaubt werden kranke Nutztiere vor Ort zu töten und zu verwerten. Dann erübrigt sich die vorsorgliche Massenbehandlung mit Antibiotika in der Tierhaltung.

Der Punkt warum Forschung

in der Pharmaindustrie nur noch dann betrieben wird , wenn es erkennbar ist, das es sich lohnt, ist eine Mischung aus der Entwicklung von Großkonzernen und der Generikaliebe in vielen Ländern dieser Erde. Generika sind in brutalster Form in Deutschland über Jahrzehnte der Heilsbringer im Gesundheitswesen. Generikaunternehmen ( Hexal, Ratiopharm, etc. ) forschen nicht, Sie partizipieren nur von Forschung, die andere gemacht haben. - und forschende Unternehmen haben etwa nur ca ein halbes Jahr, an dem Produkt etwas zu verdienen und die Kosten reinzuholen, denn dann ist es für den Generikamarkt offen. Mit dem Hintergrund ist es völlig klar, warum „nur“ noch in speziellen Märkten geforscht wird und ausgetretene Märkte wie z.Bsp Antibiotika selten geforscht wird.

08:22 von Vollgas "alles auf

08:22 von Vollgas "alles auf die Verbraucher schieben?"
Hmm, man macht es sich an allen Fronten zu einfach. Alles auf den Verbraucher zu schieben ist m.E. sogar noch am einfachsten. Es müssen Verbote her, und der Verbraucher muss das eben schlucken. Wenn Tierhaltung dann nicht mehr funktioniert, liegt es an der MTH, die nicht funktioniert. Es wird ja nur mit dekadenten Ausmaße der Eindruck erweckt MTH funktioniere. Die vielen Fleisch-süchtigen Verbraucher werden sich schon wieder einkriegen, wenn sie erst man die 1-2 Jahre Entzug hinter sich haben-. Und das Argument, die übrige Welt mache anders weiter darf nicht zählen, nur die Vernunft darf zählen. Die anderen kann man ja sanktionieren. Das müsste eigentlich auch über die UNO geregelt werden und das meine ich alles ernst.

Auf Kommentar antworten

Am 12. September 2019 um 08:38 von Mischecco
Staatlicher Pharmakonzern
---
Diese Idee ist so wahnsinnig abartig, dass da niemals ein Politiker drauf kommen würde.
(Sarkasmus aus)
Ziemlich sicher, dass man nicht "an anderer Stelle einsparen" müsste.
Schauen Sie mal in die Berichte von Bundesrechnungshofes und Bund der Steuerzahler.

Auf Kommentar antworten

Am 12. September 2019 um 08:35 von dr.bashir
Gute Artikel
---
Der Bund gibt Zuschüsse zu Solardächern und
Ölheizungen, zu Eigenheimen, hält die Rüstungsindustrie am Laufen subventioniert Landwirtschaft, Arbeit und Arbeitslosigkeit und Furz und Feuerstein. Dann wird es doch möglich sein forschenden Pharmafirmen einen Zuschuss zu AntiBiotiotika zu zahlen, falls die sich nicht genieren das Geld anzunehmen.

zweischneidiges Schwert

Ich arbeite in der Klinischen Forschung, Schwerpunkt Hämatologische Onkologie.

Pharmafirmen sind Wirtschaftsunternehmen, keine Heilsbringer. Gute 10-12Jahre vergehen, bis ein Medikament auf den Markt kommt, ich kenne Phase IV Studien, welche eine Zulassung schon gekippt haben.
Es muss viel (!) Geld fliessen, das muss wieder zurück irgendwann.

Antiobiosen, in den 80-er Jahren fälschlicherweise das Allheilmittel, verlieren ihre Wirkung, Keime passten sich an, der Markt ist, wenn- dann, noch im 3.Welt Land zu finden. Aber da fliessen keine Dollars.

@von dr.bashir

Stimmt.

Staatliche Finanzierung

Einige schlagen hier staatliche Forschungsförderung vor, wie z.B. für Rüstungsgüter. Das Problem ist, Pharmakonzerne verdienen ihr Geld weltweit. Wenn sich also alle Staaten einig wären, wäre es für jeden auch gar nicht so viel.
Aber vermutlich will niemand mit deutschem Steuergeld die AB für den Rest der Welt bezahlen.
Im Gegensatz dazu gibt es in allen Ländern immer mehr Gesetze, die die Preise begrenzen (tatsächlich auch bei uns). Das verhindert dann immer mehr auch die Quersubventionierung.

Ist nicht so einfach

Mutmaßung

Mal angenommen es würde ein Gesetz erlassen, welches Antibiotika in Anwendung für Menschen oder Tierzucht vorschreibt.

Vermutlich würde sich die Antibiotika-Entwicklung für die Tierzucht als profitabler Herausstellen.

Wahrscheinlich haben wir Menschen also das Glück, dass es so ein Gesetz noch nicht gibt.

Gibt es eigentlich nur noch Populismus? I

Ich frage mich echt, wie viel Unwissenheit hier herrscht. Anstatt sich mit dem Thema zu beschäftigen, wird wie immer blöd losgebrabbelt, ohne eigentlich Ahnung vom Thema zu haben.
Gegenfrage: Warum arbeitet ihr nicht für 1,20 Eur die Stunde? Pharmakonzerne sind Wirtschaftsunternehmen mit sozialer Verantwortung. Das heißt aber nicht, dass sie unwirtschaftlich arbeiten müssen. An einem Antibiotikum verdient ein Unternehmen erstmal gar keinen Cent, so lange es nicht zum Einsatz kommt. Es ist also ein Backup. Die Kosten für die Entwicklung bestehen aber uneingeschränkt und die werden immer gewaltiger, weil die Entwicklung immer komplexer und aufwändiger wird. Was glaubt ihr? Dass einfach einer auf den Knopf drückt und dann ist das neue Antibiotikum da, was gegen resistente Keime wirkt?
Und selbst wenn Antibiotika zum Einsatz kommen, sind es mittlerweile "Pfennigartikel". Oder warum wird es wohl in der Tierhaltung eingesetzt. Teurer dürfen Medikamente dann aber auch wieder nicht sein? ...

Antibiotika in der Tiermast

Es gehört verboten das Antibiotika in der Tiermast eingesetzt wird. Dadurch wird die Waffe Antibiotika unwirksam. Wieso ist das überhaupt erlaubt? Dadurch berauben wir uns der wirksamsten Waffe gegen Keime. Da geht eben Profit und Lobbyismus über Vernunft. Abgesehen davon, haben Pharmaunternehmen nicht eine gewisse Verantwortung, nicht nur gegenüber den Eignern? Wer keine neuen Antibiotika entwickelt sollte auch in Deutschland keine anderen Medikamente mehr verkaufen dürfen.

Gibt es eigentlich nur noch Populismus? II

Wie denn nun, was denn nun? Entscheidet euch mal.
Aber glaubt ihr ernsthaft, ein Unternehmen nimmt 100 Mio Eur und mehr in die Hand, um ein neues Antibiotikum zu entwickeln, dass dann eh erstmal im Schrank verschwindet und keinen Cent bringt und durch den massenhaften Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier, durch die Seuchen in der Welt nach seinem Einsatz innerhalb kürzester Zeit entwertet wird?
Man bekommt das Problem nur in den Griff, wenn man an der Wurzel arbeitet: Forschungsunterstützung, besseren rechtlichen Schutz bei den Patenten, Reduzierung des Einsatzes wirklich nur als Medikament und nicht als präventives Nahrungsergänzungsmittel (Pharma ist kein Tierfutterhersteller), vernünftige Erstattungsmodell, v.a. bessere Mischerstattungen (ein Medikament,wo das Unternehmen Geld verdienen kann, wird besser vergütet, sodass es im Gegenzug auch unrentable Medikamente entwickelt). Es gäbe so viele Ansätze. Meckern und sich den eigentlichen Problemen verstellen, gehört nicht dazu.

@ Hador Goldscheitel um 6.22 Uhr,Entwicklung von Antibiotika

"So, so, es gibt keinen Markt für Antibiotika. Dann müsste man wohl jene Unternehmen vom Markt nehmen, die sich aus der Forschung für Antibiotika heraushalten."
Ja, volle Zustimmung, es wäre gut, wenn das so einfach wäre. Leider kommen aber nicht nur Billigklamotten, sondern auch viele unserer Medikamente aus Asien.

Unser Gesundheitsministerium hat kaum Handhabe gegen die Pharmaunternehmen. Viele Medikamente, die hier noch unter ihrem traditionellen Namen verkauft werden, werden mittlerweile in Indien und Bangladesh produziert. Medikamente, gerade die für chronisch Kranke, werden hier gebraucht, deren Verordnung kann man nicht so einfach stoppen. Deshalb werden sich die Pharmafirmen nicht unter Druck setzen lassen - leider.

Warum diesbezüglich letztendlich ...

weniger Initative des Bundesgesundheitsministeriums zu vernehmen ist, als in Bezug auf die Einführung einer auch nach einem Jahrzehnt immer noch nichts abwerfenden digitalen Gesundheitskarte oder Themen wie Telemedizin, bleibt mir ein Rätzel. ... Wem dieses Ministerium sich letztendlich verpflichtet fühlt kann sich vermutlich damit jeder selber denken. Fakt ist: ... Kranke haben keine Lobby. Sie sind Wirtschaftsfaktor! ... Und mit dieser Sicht kann man das Gesundheitsminsiterium eigentlich auch gleich als Unterabteilung des Wirtschaftsminsiteriums führen. ...

Antibiotika

Es wird kaum darüber gesprochen, warum es immer mehr resistente Keime gibt. Wenn man allerdings liest, dass in der Massentierzucht jedes Jahr Tonnen(!) von Antibiotika eingesetzt werden, braucht man sich nicht zu wundern. Das Problem ist seit vielen Jahren bekannt. Warum greift hier die Politik nicht ein? Ist Tierwohl wichtiger als Menschenwohl?

RESERVE-Antibiotika in der Tiermast verbieten

Das wäre der erste und wichtigste Schritt. Schön wäre es, wenn man alle (viele) AB in der Tiermast nicht mehr bräuchte, aber bis dahin ist es ein langer Weg und der ist für die große Masse ohne Ernährungsumstellung... sagen wir mal schwierig.
Aber gerade in unseren Breiten (!) ist es nicht schwierig sich anders zu ernähren.

Öffentliche Einrichtungen

Nur um mal zwei Beispiele zu nennen.

Barolomeo Gosio und Alexander Fleming waren zwei Mediziner und Biologen, die beide entscheidende Entdeckungen auf dem Weg zum Antibiotikum machten. Und beide waren Mitarbeiter in öffentlichen Einrichtungen. Mediziner wie Robert Koch im übrigen auch.

Vielleicht sollte man einmal die sicher nicht ganz unberechtigte Frage stellen, ob wir so lebensnotwendige Forschungen überhaupt einfach so in der Hand von wirtschaftlich gierigen Konzernen lassen sollten?

@ 08:22 von Vollgas

Leider muss ich hier widersprechen:
Sicherlich begünstigt der beschriebene Missbrauch von Antibiotika die Resistenz der Keime, aber dies muss durch Kontrolle und nachhaltige Fleischproduktion vermieden werden. Das Fleisch aus diesem Grunde zu verbieten wäre recht widernatürlich und natürlich auch reichlich am Thema vorbeigedacht. Es geht hier doch um die Profitgier der Pharmariesen und deren Ignoranz. Hier müsste der Staat einschreiten und z.B. den Konzernen diverse Zulassungen für lukrativere Produkte erschweren, solange nicht in essentielle Medizin investiert wird. Es kann doch nicht sein dass die Pharmalobby wieder damit durchkommt.
Wie war/ist es mit der Kriminalisierung der Hanfprodukte ..... mittlerweile ist man schlauer geworden.

Katastrophe mit Ansage

Das ist nicht die einzige angesagte Katastophe. Wir haben da noch:

- Die Klimakatastrophe
- Das Artensterben
- Die Versauerung der Meere
- Die Plastikabfallkatastrohe
- ..

Ich frage mal ernsthaft: Wieviele solche Ansagen muss es denn noch geben, damit endlich so etwas wie ein Umdenken einsetzt oder wird das erst dann passieren, wenn es zu spät sein wird?

Vielleicht kann das auf

einer neuen Entwicklung, mithilfe der Zell -und Gentherapie aufgefangen werden., um den Dunstkreis des Antibiotikums aufgebaut werden und ihn zu entlasten und ganz einzustellen. Doch bis dahin wird oder werden Millionen noch "verpulvert". Das in solchen Situationen auch der materielle Teil eine besondere Rolle spiele ist nicht von der Handzuweisen. Das immer nur der Staat/Gesellschaft für die Finanzierung einspringen muss, stellt doch keine Herausforderung dar. Doch im Vordergrund stehen oder haben zu stehen die strukturellen und gesellschaftlichen Verpflichtungen. Doch auch der Einzelne sollte sich einer gesunderen Ernährung unterziehen. Also nicht nur Vegetanerismus oder zu viel tierische Substanzen zu sich zu nehmen. Eine ausgewogene Ernährung ist doch viel aussagekräftiger und man braucht weniger Medikamente. Das gilt auch für die Tierproduktion (Massenherstellung).

Keine Verbindung zur Politik?

Merkwürdig, dass die Autoren des Beitrags keine Verbindung zur Politik von Bundesregierung und gesetzlichen Kassen zu sehen scheinen. Jedes Jahr tiefere Preise für Generika-Antibiotika in den Zwangsrabattverträgen, gezielter Druck zum Verschreiben von patentfreien Arzneimitteln, gezielte Unterstützung von Reimporteuren (vgl. kürzliche Intervention von Altmaier zugunsten der Reimportquote), u.s.w., und dann das Geheule, dass die böse Industrie einfach nichts mehr herstellt.

Auch bei der Finanzierung der Forschung an Universitäten und staatlichen Forschungseinrichtungen hätte die öffentliche Hand ein Instrument in der Hand. Wieso haben die Autoren nicht mal parallel recherchiert, um wie viel eigentlich die Investitionen von Bund und Ländern hier gestiegen sind?

Ich habe diese Woche in der Apotheke ein Kombinationspräparat zweier Ab angeboten bekommen. Hersteller: Aurobindo (Malta). Das sei auch der neue Partner der AOK... aus der Forschung war mir dieses Unternehmen nicht bekannt.

Indische und chinesische Firmen kauften für läppische...

...15 Mill. € die Rechte auf und keiner weiß, was sie damit machen werden/ wollen.
---
Ich schon.
Ich stelle nun mal eine kühne These auf:

Jeder, der sich schon mal die Wellblechproduktionsstätten f. Medikamente in Indien im TV gesehen hat weiß, daß die Abfälle alle ausschließlich ungefiltert ins Abwasser entsorgt werden.
Die Bakterien dort explodieren schlagartig u. immer neue multiresistente Keime entwickeln sich.

Der "normale" Patient, der sich nun so einen tödlichen Keim einfängt hat nur eine Chance zu überleben.
Er...
1. muß in einem Land wie z.B. Deutschland leben
2. muß in einem Krankenhaus untergebracht sein, welches unabhängig der hohen Kosten für ein Ersatzantibiotikum, diese dem Patienten verabreicht
3. kann nun nur noch hoffen, daß dieses letzte Mittel ihm hilft und die Bakterien abtötet

Sollte er die Behandlung nun überleben kann u. sollte er mehr als nur 3 Kreuze im Kalender machen.

Aber arme Menschen schauen in die Röhre.
Es geht eben nur ums Geld

@smartin79 um 9.27 Uhr, Gibt es nur Populismus II?

Richtig. "Forschungsunterstützung, besseren Schutz bei den Patienten, ... nicht als präventives Nahrungsergänzungsmittel" - für Mensch und Tier.

Das Aufziehen und Halten von Tieren in engen Ställen ohne Tageslicht, mit Luftumwälzung und Wärmerückgewinnung, demzufolge hohe Keimlast und Ansteckungsgefahr - diese Tierhaltung funktioniert nicht ohne Antibiotika. So etwas muss verboten werden. Dann wäre auch das Nitrat-/Gülleproblem reduziert. Natürlich wäre Fleisch dann teurer, aber es ginge auch. Man würde eben das ganze Tier verwerten (nicht nur Filet und Keulen) und den Rest (Hühnerfüße, Hälse, Schweinspfoten, Bauchspeck ...) nach Asien und Afrika verkaufen. Ich selbst esse schon lange keinen Schweinenacken mehr, weil mir berichtet wurde, dass die Tiere dorthin die Betäubungsspritze bekommen. Dort sammeln zwar keine Antibiotika, aber das sedierende Serum. Wer will das essen?

Der einzige Weg zu weniger Antibiotikaverbrauch in der Tiermast ist die Reduzierung der Stallbelegung.

Alternative: Homöopathie

Leider fallen die Mainstream-Medien momentan der Anti-Homöopathie-Lobby zum Opfer und übernehmen deren "Wording".

Schade für alle, denn die Faktenlage spricht dafür, dass Homöopathika eine echte, bereits bestehende und kostengünstige Lösung des Problems sein könnten.

Siehe z.B. hier:

https://www.homoeopathie-online.info/homoeopathie-senkt-antibiotika-vers...

@09:27 von smartin79

Ja Populismus gibt es reichlich, rechten, grünen,linken und weitere Arten davon. Ist recht modern derzeit.
Aber man sollte bedenken dass die Pharmariesen durch ihre Profitgier schon einigen Schaden angerichtet haben. Wie erklärt sich z.B. die pharmagesteuerte Kriminalisierung der medizinisch mehrfach nutzbaren Hanfpflanze (mit geringen oder keinen Nebenwirkungen!), über Jahrzehnte hinweg, um reichlich Medikamente vermarktet zu bekommen die natürlich auch diverse Zusatzmedikamente für die vielen Nebenwirkungen benötigen und auch wieder Profit erwirtschaften. Vielleicht könnte die Pharmaindustrie hier ein wenig quersubventionieren aus diesem Töpfchen. Somit finde ich es nicht polemisch wenn hier endlich reguliert werden soll!

von DB_EMD

Das kann ich Ihnen beantworten.

IIT`s (Inverstigator Initiated Trials) zB in Unikliniken durchzuführen, stehen vom Aufwand her in keiner Relation zum Endergebniss, alleine schon die Vorbereitung von Studienprotokoll bis Anträge Ethik etc. dauert fast 2 Jahre. Ja, richtig gelesen.
Man bedenke die Deutsche Geschichte, das macht es zusätzlich viel schwieriger Studien (Menschenversuche....) durchzuführen.
Außerdem gibt es hierfür keine Gelder.
Manch ein kluger Kopf könnte hier schon was bewegen, aber die Pharma weiß das schon zu unterbinden, keine Sorge.
Spätestens wenn man Ärzte einstellt, welche in der Wirtschaft wesentlich besser gestellt sind finanziell, und auch hier wirklich Gutes tun können.

Jedoch geht niemand umsonst arbeiten, und gerade in der Krebsforschung, welche unvorstellbare Kosten mit sich bringt, sind Pharmas nun mal Wort- und Handlungsführend, und das ist auch gut so.
Sonst würde so mancher einfach wegsterben.

So viele artikel zum thema

So viele artikel zum thema antibiotika?
Dann muss eben an universitäten geforscht werden. So einfach ist das.
Man kann ja nienanden zur grundlagenforschung zwingen.
Wieder mal aus ner mücke ein elefant gemacht worden.

@von Huf - "Ist Tierwohl wichtiger als Menschenwohl?"

Das ist aber eine merkwürdige Frage - die Tiere erhalten doch die Antibiotika nicht zu ihrem Wohl, sondern weil unter den widerlichen Bedingungen der Massentierhaltung und Leistungszucht a) die Immunabwehr der Tiere stark reduziert ist und daher schneller Infektionen drohen, aber b) eine Infektion den ganzen Bestand gefährden würde.

Außerdem sollte der Mensch sich auch als Arzt und als Patient seiner Selbstverantwortung bewusst sein: Breitbandantibiotika gibt es seit ca. 50 Jahren; seither wurde immer gerne auf die Bestimmung der auslösenden Bakterien einer Infektion verzichtet: mit einem Breitbandantibiotikum draufhauen und basta! Auch bei banalen Infekten - weil Patienten den schnellen Erfolg wollen; viele Patienten nehmen trotz eindringlicher Aufforderung ein verordnetes Antibiotikum nicht zu Ende, sondern hören auf, wenn die Symptome verschwunden sind. Was zurückbleibt, sind überlebende Keime, die sich anpassen und eine Resistenz entwickeln können.

Völlig richtig

Sie haben völlig recht. Was wir hier sehen, ist das Ergebnis der Privatwirtschaft, die sich nach den Profiten ausrichtet, was bei Medikamenten fatal sein kann. Man sollte es in das Stammbuch der FDP schreiben, die in der Privatwirtschaft die Lösung für alle Probleme sieht.

Wenn der Markt nicht willens ist....

….derartoige notwendige Gueter bereit zu stellen, sollte man die Entwicklung und Produktion lebensnotwendiger Pharmazeutika in staatliche Haende legen.

Am besten unter Beteiligung moeglichst vieler Laender, die sich die Kosten teilen und damit Kosten senken koennen.

Zu hoffen, das die Unternehmen sich "ihrer Verantwortung" bewusst werden und aktiv werden, ist naiv.

Es ist offensichtlich, das denen nicht am Wohl der Menschen gelegen ist.

Sondern alleine an der Gewinnmaximierung.

um 9.39 Uhr von Huf, Antibiotika

"Wenn man allerdings liest, dass in der Massentierzucht jedes Jahr Tonnen (!) von Antibiotika eingesetzte werden, braucht man sich nicht zu wundern" ..."Warum greift die Politik nicht ein?" Tja, das frage ich mich auch. Wahrscheinlich weil die Interessenverbände, d.h. die Pharmaindustrie so skrupellos und und die Bauernverbände so stark sind.
Der Weg der Grünen, d.h. deren Kochtopf-Guckerei und Verbotspolitik, hatte nur Spott zur Folge - zu Recht. In China mag das gehen, aber in einem freien Land lässt sich niemand solche Vorschriften machen.

Seit bekannt ist, dass das Fett (Speicher) und die Innereien, die Filterorgane der Tiere, mit Rückständen von Medikamenten belastet sind, wird in Deutschland außer Wurst fast nur noch fettarmes Muskelfleisch verkauft. Der Rest geht ins Tierfutter, nach Asien und Afrika.

Nachteile hohen Fleischkonsums sind nicht nur Antibiotika, sondern auch sedierende Medikamente, z.B. Betablocker u.and. Ohne geht es nicht in der Massentierhaltung.

Reserveantibiotika

Mich deucht, wer Reserveantibiotika in der Tiermast einsetzt, nimmt den Tod von Menschen billigend in Kauf. Aber nicht, weil er sie mit verseuchtem Fleisch vergiften würde.

Staat muss Verantwortung übernehmen

Immer, wenn die Wirtschaft nicht ein Projekt von gesellschaftlichem Interesse stemmen kann, muss der Staat einspringen, dafür ist er da. Sprich, er muss die Forschung an Antibiotika an Universitäten fördern. Das steht außer Frage und Konzernbashing ist völlig fehl am Platz.

Grundlagen der Physik und Weltraumforschung werden ja auch anstandslos finanziert, z. T. auch im EU Rahmen.

Punkt.

Das gesammte Gesundheitssystem ist krank

Natürlich ist die Marge bei einem Produkt wie Antibiotika gering, aber es ist eklatant wichtig.

Der Gesetzgeber muss hier regulierend eingreifen.

Die Pharmaindustrie nagt nicht am Hungertuch, es gibt bei weitem genug Produkte bei denen sie eine Marche von mehren 100% aufrufen.

Die EU muss ihnen die Pistole auf die Brust setzen. Wollen sie die Sahnedeals weiter machen, müssen sie eben auch an Gesellschaftswichtigen Mitteln arbeiten.

Das wird ihnen nicht gefallen, wäre aber problemlos zu stemmen.

Nur wird das nicht passieren, in Europa gibt es keinen Politiker in Amt und "Würden" mehr, der nicht irgendwie auf der Gehaltsliste einer der Großen Lobbyverbände steht (Stichwort Nebeneinkünfte durch Aufsichtsrat posten)

Das gleiche Spiel ist doch bei allen anderen Entscheidungen die einfach nicht getroffen werden zu finden.

Der Industrie und der Politik sind die Bürger mittlerweile vollends egal...

Und zu allem Überfluss spielt das dann noch Vereinen wie der AFD in die Hände.

Ein Verbot von Reserve-Antibiotika

in der Tiermast wird es erst ab 2021 geben. Eigentlich unverständlich. Resistenzen können sich auch während der Behandlung aufgrund falscher Dosierung ergeben. Offensichtlich gibt es da Schulungsbedarf.

ich verstehe die Aufregung nicht

im Kapitalismus ist es ganz normal, dass man erst investiert, wenn es sich lohnt. In diesem Falle also erst, wenn die Katastrophe da ist. Warum sollte man diese vorher vermeiden helfen: das rentiert sich nicht. Man lernt daraus nur, dass Medizin und Pharmazie nicht in Privathände und das Belieben des Kapitals gehören.

um 10:05 von my comment

"Manch ein kluger Kopf könnte hier schon was bewegen, aber die Pharma weiß das schon zu unterbinden, keine Sorge.
Spätestens wenn man Ärzte einstellt, welche in der Wirtschaft wesentlich besser gestellt sind finanziell, und auch hier wirklich Gutes tun können."

Ich habe da so meine Zweifel, ob wirklich jeder Mediziner, der in der Forschung tätig sein möchte, eher auf das Einkommen schaut! Es gibt auch tatsächlich noch solche Menschen, denen die Möglichkeiten zur Forschung mehr bedeuten, als ein extravagant hohes Einkommen! Es ist ja nicht so, dass öffentliche Einrichtungen ihr Personal am langen Arm verhungern lassen.

Wenn wir jede Einrichtung jetzt nur noch einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise unterwerfen würden, dann sind es morgen auch Polizei, Feuerwehr und Seenotrettung, die nur noch rauskommen, wenn es sich finanziell auch lohnt!

Glauben Sie mir. Ich bin bestimmt kein Sozialist. Aber man muss auch mal Geld einfach ausgeben, um am Ende doch von den Vorteilen zu provitieren!

Irgendwann wird sich die Forschung rentieren

Laut Ärzte Zeitung sterben pro Jahr in Europa ca. 25.000 Menschen an Infektionen. Im Jahr 2050 werden es ca. 390.000 sein. In Afrika und Asien werden es 2050 ca. 4.8 Mio pro Jahr sein, die an Infektionen sterben, wenn es keine passenden Antibiotika gibt und sich multiresistente Keime weiter ausbreiten.

Könnte also noch ein Geschäft werden neue Medikamente zu entwickeln. Man sollte nur nicht warten bis die Zahlen in die Höhe schnellen.

Versicherte sind schuld

An allem sind die Politiker schuld - logisch wer sonst. Wir selbst sind für nichts verantwortlich.
So die Logik.
In Staaten wo alles oben geregelt wird, funktioniert ja auch alles bestens: DDR und Nordkorea z.B.

Im vorliegenden Fall gibt es z.B. uns Versicherte, die gerne gegen Keime geschützt wären. An den Sozialwahlen zu den Krankenkassen beteiligt sich aber kaum ein Versicherter. Die gewählten Vertreter bestimmen das Verhalten der Krankenkassen also z.B. den Einkauf von Antibiotika. Es sind wir Versicherte, die über unsere Krankenkasse die medizinischen Leistungen einkaufen. Eventuell müssen wir mehr Geld für Antibiotika ausgeben. Das will keiner und als Folge forscht halt niemand ohne Bezahlung.
FAZIT: Schuld sind nicht die Politiker sondern wir Versicherte.

um 10.05 von Superschlau, "So viele Artikel zum Thema"

"Dann muss eben an Universitäten geforscht werden. So einfach ist das." - Nee, ist es nicht. Universitäten bestreiten einen Großteil ihrer Forschungsprojekte mit Drittmitteln aus der Wirtschaft, die Unis sind darauf angewiesen. Das mag man bedauern, aber ausschließlich staatlich verordnete und gelenkte Forschung fände ich auch fragwürdig. Zudem ist unser Staatsapparat viel zu träge, seitdem alles "durch die EU" muss, umso mehr.

Ich meine allerdings auch, dass Forschung und Forschungsinstitute nicht zum Selbstzweck werden dürfen.
Im Zuge der "Klima-Katastrophe", gehypt durch die Grünen, werden derzeit Milliarden für Forschung, z.B. am Helmholtz-Institut und am Geomar ausgegeben. Jeden Abend müssen wir einen Jingle mit Mojiib Latif im NDR-Fernsehen ertragen, in dem uns Vorwürfe gemacht werden. "Wir müssen etwas tun.Jetzt" Ja, und was macht das Geomar? Fährt mit Dieselschiffen sonstwohin, "zählt Krabben in der Karibik". Wo ist der volkswirtschaftliche Nutzen für dieses viele Geld?

Zitat: "Resistenzen können

Zitat:
"Resistenzen können sich auch während der Behandlung aufgrund falscher Dosierung ergeben. Offensichtlich gibt es da Schulungsbedarf."

Die Tiermäster wissen das schon sehr genau zu dosieren...
..nur ist dann der Fleischertrag niedriger!
Denn je mehr Antibiotika man gibt desto schneller nimmt das behandelte Tier an Gewicht zu.
Das ist auch genau der Grund warum die Landwirtschaftslobby GEGEN den massiven Einsatz dieser Medikamente sind...

..in der Tiermast werden mehr Antibiotika verkauft und eingesetzt als in der menschlichen Medizin.

Hunderte Millionen für ein Internationales Problem?

Wenn Billionen für die ISS von der Internationalen Gesellschaft ermöglicht wurden sind doch bestimmt paar hundert Millionen für eine Bedrohung der Menschheit möglich. Die Ausgaben sind klein im Vergleich zum Klimaschutz. Selbst wenn jedes Land im Schnitt 5 Millionen Zahlt sind bei 193 UN Ländern wir fast bei Milliarden. Alternativen wie Phages sind auch Grund zu Investieren, die eine Bakterielle Krankheit ein für alle mal lösen könnten.

Fehlgebrauch

Das ist doch nun allzu billig zu sagen, es fehle an Neuentwicklungen, weil es sich nicht lohne - und ich habe weiß Gott keine Verbindungen zur Pharmaindustrie. Auch Neuentwicklungen wären in kürzester Zeit unwirksam aufgrund des anhaltenden kriminellen Fehlgebrauches in Human- und Veterinärmedizin. So wird z. B. in der Massenschweinezucht dem Futter routinemäßig ein Antibiotikum beigemischt, welches in der Humanmedizin ein absolutes, letztes Reserveantibiotikum darstellt - in der Schweinezucht verordnet von gleichgültigen Tierärzten. Verbieten kann man es (noch) nicht. Leider. Aber da muss man erst mal ansetzen bevor man neue Wirkstoffe entwickeln will. Wenn auch in der Humanmedizin nicht laufend Fehlgebrauch- und Verordnungen vorliegen würden wie gehabt, könnte man heute noch Antibiotika wirksam einsetzen, die längst vom Markt schon verschwunden sind. Das ist die bittere Wahrheit.

Kranke sind profitabel, Gesunde nicht.

Auch die Arzneimittelforschung ist offenbar ein Bereich, der in der "Marktwirtschaft" nicht funktioniert. Wie die Bahn, die Post, die Justiz, die Krankenpflege, oder das Wohnen. Alles Bereiche, die sich selbst überlassen so weit degenerieren, dass das Gemeinwohl Schaden nimmt. Hier muss der Staat eingreifen, und zwar entschieden, und nicht zu zaghaft! Die parlamentarische Demokratie ist nicht perfekt, aber sie hat das Interesse der Gesamtbevölkerung besser im Blick als Unternehmen, die nichts und niemandem verpflichtet sind ausser dem Geldbeutel ihrer Eigentümer. Ohne Steuern geht das nicht. Aber die müssen sozial gerecht verteilt werden, und nicht immer nur unten. Und sie dürfen auch nicht für Quatsch verschleudert werden wie Militäreinsätze im Ausland, oder die künstliche Beatmung toter Industrien aus dem vorletzten Jahrhundert.

Zitat aus dem Artikel s.u.

<>
Und damit ist eigentlich schon alles gesagt! "Nicht profitabel" ist hier das Stichwort, WEM auch immer es ums Geld a.k.a. Profit geht.
Angenommen, es würde eine Epidemie oder gar Pandemie ausbrechen,
wäre dann die Herstellung bzw. Forschung eines Heilmittels eine Ehren- oder Profitsache? Meinetwegen auch beides, solange damit die Menschheit gerettet werden kann.
Bis dahin - und das ist keineswegs Zynismus, sondern FAKT unseres Lebens (in vielen Bereichen!) - sind Menschenleben leider verzichtbar. :-/

Es ist schlimm zu sehen wie...

... wieder alles auf die Politiker, die Industrie und die Verwendung von Antibiotika in der Tierzucht abgeschoben wird.

Wir haben in Deutschland ein Problem, denn wir erkennen nicht, daß die Ursache ein Hygiene Problem in den Krankenhäusern und ein Problem in der nicht richtigen Verwendung von Antibiotika durch Patienten ist.

Denn sonst wäre es nicht erklärbar, daß zB in den Niederlanden multiresistente Keime in den Krankenhäusern nicht ein so großes Problem wie hier in Deutschland darstellen.

Und bitte, warum sollte die Pharma-Industrie Milliarden in die Entwicklung eines neuen Antibiotika investieren, wenn sie damit kein Geld verdient? Ich stecke mein sauer erspartes Geld auch lieber in rentable Investitionen als es zum Fenster heraus zu schmeißen.

Aber wenn wir immer für nichts alles haben wollen, müssen wir uns nicht wundern.

Eine Lösung wäre evtl. staatliche Förderung von Forschung nach neuen Antibiotika, die dann, wenn die Gewinnschwelle erreicht wird, zurückgezahlt wird.

Eine interessante Meinung von

Eine interessante Meinung von Herrn Cueni.
Man fühlt nicht im geringsten eine Mitverantwortung als Pharmakonzern für die Gesellschaft, sondern ist nur dem Reibach der Aktionäre Rechenschaft schuldig.
Kann man natürlich so sehen........
.
Es wäre an der Zeit Herrn Cueni mal zu sagen, das eine "Gesellschaft" oder ein "Staat" nicht irgendein Ding ist, an dem sich Investoren an Krankenkassen, Kliniken und ähnlichem nach freiem Gusto bedienen können.
Hier wird doch immer so viel von "Humanität", "sozialer Veratwortung" etc. gebrabbelt?
Was meistens immer von den Bürgern eingefordert wird.
An Pharmakonzernen scheint das abzuprallen.

um 10:04 von locker bleiben

Ich habe nie verstanden, wie Homöopathie wirken soll.

Wenn ich in Hamburg meinen Autoschlüssel in die Elbe werfe, kann ich in Cuxhaven dann mit Elbwasser mein Auto starten?

An Homöopathie muss man glauben, genau wie an den lieben Gott.
Denn wissenschaftliche Nachweise gibt es dafür nicht.

Und dank der Homöopathie-Lobby (ja, die gibt es auch und ist sogar ziemlich mächtig) muss die Homöopathie keine Nachweise liefern.

Die "böse" Pharmaindustrie...

...trägt allein das Risiko der Entwicklung neuer Medikamente. Von der Entdeckung eines neuen potentiellen Antibiotikums bis zur Marktreife vergehen derzeit rund 10 Jahre, die Kosten liegen bei fast 1 Mrd. €, und am Markt "einschlagen" muss der neue Wirkstoff deswegen noch lange nicht.

Also warum überträgt man Forschung und Entwicklung nicht der WHO?
--> Öffentliche Gelder, langer Atem, keine Probleme mit Zulassungen/Patenten, die den Vertrieb auch an finanzschwache Länder/Patienten erschweren, Gewinn käme der ganzen Weltbevölkerung zugute...

Ohne die ach so böse Pharmaindustrie gäbe es überhaupt keine Medikamente! Darüber sollten alle mal nachdenken, die jetzt mit dem Finger zeigen.

" - weil es nicht profitabel ist"

Und damit ist eigentlich schon alles gesagt! "Nicht profitabel" ist hier das Stichwort, WEM auch immer es ums Geld a.k.a. Profit geht.
Angenommen, es würde eine Epidemie oder gar Pandemie ausbrechen,
wäre dann die Herstellung bzw. Forschung eines Heilmittels eine Ehren- oder Profitsache? Meinetwegen auch beides, solange damit die Menschheit gerettet werden kann.
Bis dahin - und das ist keineswegs Zynismus, sondern FAKT unseres Lebens (in vielen Bereichen!) - sind Menschenleben leider verzichtbar. :-/

Antibiotika

Die Phamaindustrie hat keinerlei Verpflichtung, schon gar nicht Minusgeschäfte zu machen. Dies gilt für immer mehrere Medikamente, nicht nur Antibiotika die sich für die Industrie nicht mehr lohnt in Europa/USA zu produzieren. In Drittländern kann billigere (Löhne/Umweltauflagen) hergestellt werden. Die Frage wie lange noch - es gibt bereits Mangel auch bei anderen Präperaten, was wenig in der Öffentlichkeit diskutiert wird.
Wer ist schuld?
Das kaptitalistische System? Die Ignoranz von Behörden? Antibiotika in der Tiermast = Resistensentwicklung. Krankenkassen die die Preise drücken?
Ärzte und Patienten die für jeder Erkältung ein Antibiotika brauchen?
Eine falsche Stategie? Die Bakterien waren vor uns und werden nach uns sein. Sie sind in der Mehrheit - können wir den Kampf gewinnen?
Wer wird bezahlen? Wir Alle, mit Geld oder unserem Leben.

so

vieles nimmt der deutsche Staat bzw. die EU in die eigene Hand, oder versucht es zumindest (Stichworte "Mietpreisbremse", "Niedrigzinspolitik"), und bei so existenziellen Dingen wie Medikamenten überlässt man alles dem Markt. Unverständlich und gefährlich.

Grenze ziehen...

Warum existieren überhaupt Resistenzen. In der Tierzucht kann man gewiß was sagen. Dort verdient die Pharmaindustrie ganz gut. Ebenfalls mit den Folgen der Resistenz. Wer sich jetzt darüber beklagt, reagiert aber selber nicht und verzichtet auf viel und billiges Fleisch. Im Übrigen haben die Pharmaunternehmen sehr viele Lobbyisten in Berlin und Brüssel. Was da jetzt ausgehandelt wird hinter verschlossenen Türen....wer weiß. Über die Apotheke könnten wir reagieren und Produkte von diesen Firmen nicht mehr kaufen. Wetten, das dies nicht gemacht wird. Wir haben eine schnelle Kultur des Klagens, aber eine langsame Reaktionszeit.

Immer dieses Gejammer, dass es nicht profitabel ist

Dann sorgt halt dafür, dass es profitabel ist oder kümmert euch selbst darum, dass die notwendigen Medikamente entwickelt werden.

Vielleicht gibt es doch wesentlich wichtigere Baustellen

als den Klimawandel ... diese z.B. . Aus Sicht der Unternehmen ist das mangelnde Engagement in die Entwicklung neuer Antibiotika verständlich . Wenn also die Industrie mangels Gewinnaussicht dort nicht aktiv ist , wären internationale Organisationen wie die WHO oder zumindest europäische Aktivitäten gefragt.

Resistenzen und ihre Entstehung

Ja, es ist bitter, dass die Marktwirtschaft mittlerweile alles beherrscht.
Aber letztendlich sind wir alle mitverantwortlich.
Superbilliges Fleisch, welches von Tieren kommt, die dauerhaft Antibiotika erhalten...prophylaktisch?
Die betreuenden Menschen, die die dort multiresistenten Keime an sich tragen und die Abwässer die belastet werden... alles eine Folge der Gewinnoptimierung. Und solange unsere Politiker schon bei solch simplen Zusammenhängen mehr an ihrem Amt als am Volkswohl hängen, brauchen wir uns nicht vorzugaukeln, dass es besser wird. Kliniken in Deutschland haben kein Geld um so umzubauen, dass jeder Patient primär isoliert werden kann, weil Profit erzielt werden soll mit Gesundheit. Naja, das Personal fehlt ja schließlich auch. Und lustigerweise steigt die Anzahl der multiresistenten Infektionen mit zunehmendem Mangel an Personal.
Und das sind nur die simplen Zusammenhänge.
Der Fisch stinkt vom Kopf...

Unkenntnis und Kosten

Der zu schnelle und übermäßige Verbrauch von Antibiotika ist in manchen Ländern vielfach auf zwei Gründe zurück zu führen. Zum einen es fehlen die spezifische Medikamente, vielfach weil sie zu teuer sind und zum andern die Ausbildung der Ärzte is so mangelhaft das vielfach aus Unkenntnis schon bei geringste Krankheiten Antibiotika verschrieben werden. Ich spreche hier aus lange Erfahrung aus mehreren Osteuropäischen Ländern.

Pharmaindustrie

Einen Sack drüber und mit dem Knüppel drauf schlagen - man trifft immer die Richtigen! Natürlich zählt da nur der Profit....ich hoffe meine Damen und Herren in der Pharmaindustrie, das dieser so gut ist, dass Sie dann irgendwann, wenn auch Sie mal auf den richtigen Wirkstoff angewiesen sind, diesen mit viel Geld herbeiwünschen können. Wenn nicht - können sie sich damit trösten, dass sie das gleich Schicksal teilen wie Milliarden von anderen Menschen für deren Tod sie dann ein kleines bisschen mitverantwortlich sind. Gottes Mühlen mahlen langsam aber gerecht...

Ursache und Wirkung

Man sollte lieber mal hinterfragen, warum die Anzahl der resistenten Bakterien wie MRSA so rapide in die Höhe schnellt. Denn der verantwortungslose Einsatz der Antibiotika hat erheblich zu den Resistenzbildungen beigetragen. Dies ist seit langer Zeit bekannt. Dennoch werden Antibiotika häufig wie Bonbons verschrieben, unsachgemäß eingenommen oder in der Tierhaltung eingesetzt, damit der Verbraucher Fleisch zu Spottpreisen kaufen kann. Solange hier kein Umdenken einsetzt, ist die Entwicklung neuer Antibiotika nur ein (teurer) Tropfen auf den heißen Stein.

@miauzi

Ich bezog das mit den Resistenzen auf die Humanmedzin. Dass man so dosieren muss damit nur eine hinnehmbare Höchstzahl an Bakterien eine "Firewall"aufbauen können die nicht zu einer mutierten neuen Art führt. Bzw. bessere Kontrollmöglichkeiten dagegen während der Therapie entwickelt.

Frage an my comment & dr.bashir

Da sie sich anscheinend gut auskennen, hätte ich da eine Frage:

Mir ist bewusst, dass die Entwicklung neuer Medikamente sehr teuer ist, ich dachte aber bislang, dass die klinischen Studien der kritische Posten sind. Laut dem Bericht über Achaogen hatte die Firma diesen Meilenstein (zumindest für eine Indikation) bereits überwunden und die Zulassung erhalten.

Angesichts dessen wundert es mich doch, dass sich große Pharmafirmen sich für Milliardenbeträge gegenseitig schlucken, aber niemand der Großen die 15 Millionen für die Patente von Achaogen investieren wollte.

Ist denn der Aufbau einer GMP-Produktion für ein neues Produkt wirklich so kompliziert und teuer? Und kann die EMA durch einen "Ophan Drug Status" die Zulassung nicht beschleunigen und vereinfachen?

Neue Antibiotika sind wichtig,

aber der sinnvolle Einsatz umso wichtiger
Was nützen neue Antibiotika, wenn Antibiotika teilweise bei jedem kleinen Schnupfen schon verlang und verschrieben werden. Im Bekanntenkreis eine Mutter mit 4 Kindern und bei jeder Kleinigkeit besteht Sie auf Antibiotika und bekommt die auch für die Kinder verschrieben. Wenn heutzutage teilweise Medikamente\Antibiotika auf begründeten Verdacht verschrieben werden und nicht Aufgrund von Laborergebnissen. Ich kenne nur wenige Fälle wo bei Infektion das Antibiotika erst nach dem Laborergebnis ausgewählt wurde. Da hat aber der Patient darauf bestanden und die Untersuchungen selber bezahlt! Z.B. ein normaler Labor Test für eine Lungenentzündung dauert mehrere Tage, kann jeder mal bei seinem Hausarzt nachfragen wie lange er auf ein Ergebnis mit Resistenzprüfung dauert, dafür ist der Preis relativ günstig (klassische Mikrobiologie). Ein Test der innerhalb von 5 Stunden ein Aussagekräftiges Ergebnis liefert kostet halt mehr, aber die gibt es.

@ 10:18 von DB_EMD

"Ich habe da so meine Zweifel, ob wirklich jeder Mediziner, der in der Forschung tätig sein möchte, eher auf das Einkommen schaut! Es gibt auch tatsächlich noch solche Menschen, denen die Möglichkeiten zur Forschung mehr bedeuten, als ein extravagant hohes Einkommen! Es ist ja nicht so, dass öffentliche Einrichtungen ihr Personal am langen Arm verhungern lassen."

Liebe*r DB_EMD
Ich bin ganz bei Ihnen ! Die, welche forschen mögen, haben aber nun mal keine Basis in öffentlichen Einrichtungen, DAS ist der Knackpunkt.
An meiner Uni gibt es einige gute Köpfe, deren Ideen jedoch nicht umsetzbar sind ohne die finanziellen und auch personellen Mittel.

Und da viele KH heutzutage Wirtschaftsunternehmen und manche auch Börsen notiert sind, spielt Geld leider eine grosse Rolle.
Das hat die Politik mitzuverantworten.

Das Problem.......

Betrifft nicht nur das Antibiotika.
Alt bewährte Medikamente sind viel zu billig, also werde neue raus gebracht. Diese werden nicht groß erforscht... Zu teuer.
Gutes Beispiel ist Marcumar. Kostet nur paar Cent, gibt es schon lange. Dann bringt man xeralto raus, ist teuer aber kaum erforscht. Es gibt Todesfälle, aber egal.
Und das ist ein riesen Problem, es geht immer nur ums Geld. Krebsmedikamente sind extrem teuer, aber eben auch nicht genau erforscht, Hauptsache es wird verkauft.
Das Problem wird sich nicht lösen lassen.

Finde es falsch

hauptsächlich den Pharmafirmen den Schwarzen Peter zuzuschieben. Letztendlich ist es natürlich Ziel von Firmen Geld zu verdienen - sonst machen sie pleite. Ein Grund für die ennorm hohen Kosten bis zur Marktreife sind die enormen Sicherheitauflagen in der Medikamentenentwicklung. die meist sehr umfangreiche klinische Studien erfordern. Sicherheit ist natürlich auch enorm wichtig - teilweise muss dies aber sicherlich irgendwann an die Zahl der späateren Zielgruppe angepasst werden. Aktuell lohnen sich (zumindest finanziell) Entwicklungen neuer Therapeutika nur bei häufigen (am best chronischen) Erkrankungen. Wenn Auflagen dazu führen, dass nicht mehr entwickelt wird ist der Sinn sicherlich auch verfehlt - hier ist also eher die Politik gefordert.

Das Überleben der Menschheit ist offenbar eine Frage des Geldes

"Immer mehr Geldgeber zogen sich aus der Antibiotika-Entwicklung zurück und investierten lieber in andere Medikamente, die höhere Gewinne versprachen. Die Kurse von allen börsennotierten Firmen, die sich auf Antibiotika spezialisiert hatten, fielen seit Anfang 2018 - teils sogar dramatisch. Nach NDR-Recherchen stoppten in dem Jahr mindestens zehn Unternehmen ihre Forschung.
Und dann verkündete auch noch Novartis im Sommer als einer der letzten verbliebenen Pharmariesen seinen Ausstieg aus der Antibiotika-Forschung. "Das war ein ganz schlechtes Timing für uns", so Cirz. Damit schwand die Hoffnung, dass ein großer Konzern möglicherweise noch bereit gewesen wäre, die Firma und die Rechte an dem Antibiotikum zu kaufen"

Es ist also am Geld gescheitert. Dabei ist es wahrlich nicht so, dass der Bedarf an in Zukunft schlicht überlebenswichtigen an neuen Antibiotika gegen resistente Keime in der Zwischenzeit abgenommen hätte: "Obwohl die zunehmende Ausbreitung resistenter Keime als eine (...)"

Wer Reserveantibiotika

in der Massentierhaltung erlaubt handelt kriminell.
Und dem Verbraucher ist es recht wenn das Fleisch so schön billig ist.

Die Abwesenheit von Vernunft zu diesem Thema ist erschreckend...

Antibiotika in der Tierhaltung

Ein wichtiger Grund für die zunehmenden Resistenzen ist der Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht. Vollkommen unverantwortlich und dem Umstand geschuldet, dass der Verbraucher mit billigem Fleisch vom Discounter bei Laune gehalten werden muss. Also hier die große Welle gegen die Pharmaindustrie machen, weil keine neuen Antibiotika entwickelt werden, andererseits aber schön täglich billiges Fleisch essen, das finde ich schon ganz schön inkonsequent.

10:04, locker bleiben

>>Leider fallen die Mainstream-Medien momentan der Anti-Homöopathie-Lobby zum Opfer und übernehmen deren "Wording".

Schade für alle, denn die Faktenlage spricht dafür, dass Homöopathika eine echte, bereits bestehende und kostengünstige Lösung des Problems sein könnten.<<

Ja klar.

Bei schwersten akuten Infektionen sind Globuli das Mittel der Wahl.

Aber die Mainstreamlobbyverschwörung hält diese Erkenntnis von uns fern.

Dabei hat Herr Hahnemann das schon vor 223 Jahren entdeckt, ohne überhaupt zu wissen, was Bakterien, geschweige denn Infektionskrankheiten, überhaupt sind.

Forschung an Universitäten

Ich sehe hier häufig das Argument, das eben die Universitäten die Forschung übernehmen müssten - allerdings kann eine Universität zwar einen Wirkstoff (oder meistens eher einen Wirkstoffvorgänger) entdecken, aber um ein neues Antibiotikum zur Marktreife zu bringen (also nach GLP und GMP und im geeigneten Maßstab zu produzieren - also minimal mehrere 100 Kilo, sowie die Expertise und die Mittel zu haben das Zulassungsverfahren und die Klinischen Phasen ordentlich durchzuführen...) das kann meines Erachtens und meiner Erfahrung nach keine Universität der Welt leisten. Zum einen gibt es dafür die Infrastruktur am Campus gar nicht, zum anderen wird ja ca. 50-70% der Forschung von Doktoranden und Postdocs auf befristeten Stellen durchgeführt - in maximal 5 Jahren wird man kein Experte für Medikamentenentwicklung.

Nicht nur Antibiotika

Die Problematik besteht ja nicht nur im Bereich Antibiotika oder Forschungskosten hinsichtlich neuer Medikamente, sondern mittlerweile in vielen Bereichen der Medizin.
Stichwort: Fallpauschalen.
Oder gehe man zum Hausarzt und komme in den berechneten 5 Minuten über die Höflichkeiten von Guten Tag und wie geht es Ihnen hinaus.
Ist ein generelles kommerzielles Problem und viele ehrliche Mediziner oder Forscher bleiben mit ihrem guten Willen und guten Absichten in den Mühlen stecken.

@ 11:00 von mlz

Vielleicht weil auf lange Sicht die Herstellung und Lagerung (das passiert nicht in der heimischen Apotheke...) kostenverschlingend ist in Relation zum Gewinn.
Ja, leider, das liebe Geld.

Die Kosten sind im 6-7 stelligen Bereich, je nach Produkt. Von Bleistift bis Pillendose ist da alles dabei. Inklusive Personal natürlich.
Die EMEA ist ein nicht transparentes, juristisch vielfach gestricktes Konstrukt um natürlich in erster Linie den Menschen zu schützen; jedoch haben Orphan Drugs in good old Europe nur eine kleine Lobby, eben aufgrund der Seltenheitsmerkmale der Erkrankungen, dazu gehören auch einige Krebsarten.

Antibiosen sind KEINE Orphans.

Andere Medienkampagne

Anstatt in jeder Nachrichtensendung immer schön hervorzuheben, wie viele Menschen ein Terrorist wieder irgendwo in der Welt mit ins Paradies genommen hat, sollte jeden Tag gemeldet werden, wie viele Menschen heute alleine in Deutschland an Krankenhauskeimen, Behandlungsfehlern oder Medikamentenversagen ums Leben gekommen sind. Laut der Europäischen Seuchenbehörde ECDC sind in der EU 2017 33.000 Menschen durch multiresistente Keime gestorben, das sind 90 am Tag - da müssten die Terrornetzwerke schon ordentlich schaffen, um auf diese Zahlen zu kommen. An Krankenhauskeimen sterben alleine in Deutschland 40.000 Menschen jährlich, aber die Medienwelt und die Politik machen sich Sorgen, wenn 2018 445 Radfahrer im Straßenverkehr ums Leben kamen, deswegen sollen 3 Millionen LKW mit Abbiegeassistenten nachgerüstet werden. Ich hoffe, dass der Sarkasmus verstanden wurde, jeder Tote egal wodurch ist einer zu viel...

Irgendwie doch ein Lobbystaat

der mit dem Etikett freier Markt daherkommt. Jeder bedient sich zu seinem Vorteil, am Ende bleibt der Mensch, auch jener Vorteilsnutzer, auf der Strecke. Eine Selbstregulierung des Marktes ist ein Als-ob-handeln für den zu beruhigenden Bürger. Vielen ist garnicht bewusst, dass diese Medikamente in Indien und China produziert werden. Wenn jene die Werkbank schließen, sitzen wir hier mit unseren Krankheiten ganz schön hilflos da. Am besten nicht krank werden. Krankheit ist im freien Markt unbeliebt, fragen Sie ihre Versicherung.

Es hat doch alles keinen Sinn

Aus dem Blickwinkel verschiedenster Probleme betrachtet, komme ich immer wieder zu dem Schluss, dass die Menschheit in der Breite ihrer heutigen Existenz nur eine Chance hat:

Wir brauchen eine Weltregierung, die den Überblick und die Kontrolle über die Interessen und der Handlungen sowohl der "Mächtigen" als auch der "Ohn-Mächtigen" behält. Jeder vertritt heute nur seine eigenen Interessen, und weil die "Mächtigen" die besseren Chancen zur Verwirklichung haben, würden sich die Schwachen anfangs radikalisieren, aber auf Dauer keine Chance haben.

Als die Menschheit noch in Jäger- und Sammlergrüppchen durch ihre Heimat zogen, mag das der richtige Weg gewesen sein. Aber heute führt das zum Untergang auch derjenigen, die bereit wären, den Hilfebedürftigen die Hand zu reichen.

Die Rechtspopulisten werden sich letztlich durchsetzen, wenn wir so weiter machen.

Der Schimmelpilz

Nicht nur die Mikroben bedrohen unsere Gesundheit. Der sich immer weiter ausbreitende Schimmelpilz des Gewinnstrebens hat sich tief in unser Gesundheitssystem eingefressen. Langbewährte Medikamente, zudem "leider" preiswert, werden durch teurere Pseudoweiterentwicklungen ersetzt. Denn laut Gesetz kann die Pharmaindustrie ein "neues" Präparat 1 Jahr lang zum Wunschpreis auf den Markt werfen, bevor eine Überprüfung behördlicherseits erfolgt und mit den Krankenkassen die Preise gemäß Kosten-Nutzen-Analyse vereinbart werden müssen.

@Tada, um 08:42 Uhr

"Abgesehen davon muss endlich wieder erlaubt werden kranke Nutztiere vor Ort zu töten und zu verwerten."

Welche "Verwertung" meinen sie? Menschliche Ernährung? Tierfutter? Können Sie sich noch an den "BSE"-Skandal Anfang der 90er erinnern? Seine Grundlage ist genau eine solche nur "kriminell" zu nennende Schnapsidee.

Kranke Tiere müssen aus dem Ernährungskreislauf ausgeschlossen werden. Selbst für die Dauer einer medikamentösen Behandlung. Alles andere tendiert in Richtung Massenmord.

Das Problem der heutigen Fleischerzeugung ist die ungezielte und dauerhafte Breitbandverwendung von Antibiotika. Weil Medikamente billiger als der Tierarzt sind, werden sie permanent mitverfüttert, auch und vor allem an gesunde Tiere. Durch diese massenhafte Freisetzung bilden sich resistente Stämme - nicht im Tier, sondern sozusagen "in der freien Wildbahn", denn ein Großteil der Wirkstoffe landen im Klärschlamm, auf dem Acker und schliesslich im Grundwasser.

Vielleicht so?

Abgesehen davon, dass der gewaltige Fleischbedarf eingeschränkt werden muss, sollten Pharmazeuten auf jedes hergestellte Medikament einen Antibiotikaaufschlag vornehmen dürfen, sofern sie sich an weiterführender Forschung beteiligen.

@11:02 von Miezekatze

"Krebsmedikamente sind extrem teuer, aber eben auch nicht genau erforscht, Hauptsache es wird verkauft."

Ganz falsch.
Aufgrund nur kleinerer Patientenpopulationen in eben diesen Studien gibt es nicht nur das höchste Mass an Regulatorien/Überwachung/Monitoring, sondern auch die höchsten Kosten genau deswegen.

Eine BreastCancer Studie wurde weltweit gestoppt, nachdem 1 (!) Patientin aufgrund einer allergischen Reaktion verstarb.

Ich hoffe, Ihnen Ihre Vorurteile genommen zu haben.

Und es sind immer noch Menschenversuche, von denen wir hier sprechen.
Bei Antibiotika gibt es nix mehr zu Sehen oder zu Erforschen, nur noch die unrentable Herstellung.
Das wird natürlich problematisch i-wann.

Wunderbar auf den Punkt gebracht

Warum man ausgerechnet die Reserveantibiotika in der Tierhaltung einsetzen muss, erschließt sich mir bis hetue keinen Millimeter.
Hier wäre das erste Mittel, diese wieder zu untersagen. Über die ganzen Zwischenstationen unseres Wirtschaftens und final unseres Konsums, muss dann eben der Verbraucher am Preis und in der Menge spüren was was wert ist.

Staatlicher Pharmakonzern?

Ich finde hier einige Kommentare sehr amüsant: Die private Wirtschaft verdient damit kein Geld und dann ruft man nach einem staatlichen Pharmakonzern. Woher sollen die Forscher denn kommen? Wenn sich der Chemiker oder Biologe entscheiden muss, ob er ein Gehalt im öffentlichen Dienst nimmt oder aber ein Forscher-Gehalt bei Bayer oder Sanofi.
Der Staat kann nichts selbst. Er kann nur Rahmenbedingungen schaffen - z.B. Reserve-Antibiotika bezahlen, oder z.B. Rechte auf entwickelte Antibiotika länger gelten lassen, damit die Nachahmer-Präparate später auf den Markt kommen.

@ 08:38 von Mischecco

Warum nicht den Staat Medikamente entwickeln lassen? Weil Bürokraten weder Phantasie noch langfristige Perspektiven haben. Es gibt immer irgendwas drängenderes als Langzeitaufgaben - kann man an dem Zustand unserer Straßen sehen. Selbst in der DDR kamen viele sehr wichtige Medikamente für teuer Geld (vor allem für Funktionäre etc.) aus dem kapitalistischen Ausland, weil die DDR für deren Entwicklung nicht die Prioritären richtig setzte. Letztlich tragen die Krankenkassen die Entwicklungskosten - doch da die Preise für die Medikamente aufgrund der Preisregulierung nicht so hoch angesetzt werden dürfen, dass sie die Entwicklungskosten tragen, verweigern sie sich dem eben. Oder sie lassen zu teure Medikamente erst gar nicht zu, hat der Patient halt Pech gehabt. Der Fehler hier liegt gerade in der Bürokratie, nicht in der Marktwirtschaft.

@ Frank61 - Zulassungsauflagen lockern

Die Zulassung zu vereinfachen ist keine gute Idee. Unzählige Medikamente sind wegen tödlicher Auswirkungen schon wieder vom Markt verschwunden (z.B. Vioxx, Glitazone), reichlich ohne Vorteil gegenüber Vorsubstanzen kommen auf den Markt und kassieren ab (z.B. Fibrate, Gliptine, Aggrenox, ... unendliche Liste). Diese Tür darf keinen Spalt weiter auf.

Bei all den Klagen über teure Forschung irritiert doch immer eines: alle großen Pharmafirmen geben deutlich mehr Geld für Werbung aus als für Forschung.

Sie haben Recht: die Politik ist gefragt. Aber nicht um weniger Regulation zu schaffen. Im Gegenteil...

zu OnwellAG

Mt Verlaub, ich habe nicht den Fleischverzehr in Frage gestellt, sondern direkt die Massentierhaltung. Denn dort wird doch Antibiotika eingesetzt, damit die Tiere schnell wachsen und nicht krank werden. Werden die krank, wird kein Veterinär das Fleisch abstempeln und muss "vernichtet" werden.
Mt dem hohen Fleischkonsum wird doch auch das Antibiotikum mit aufgenommen und die Residenz von Krankheitserregern. Deshalb braucht man keine Verbote von der Politik, sondern Aufklärung der Massentierhalterproduzenten und der Verbraucher bestimmt, ob von Bauern ohne Massentierhaltung gekauft werde oder von der Massentierhalterproduzenten.

Nicht immer nur auf die Pharmaindustrie abzielen ...

... sondern einfach ganz den Einsatz von (Reserve)-Antibiotika in der (Massen)-Tierhaltung verbieten. Und den Import von Fleisch verbieten das mithilfe von Antibiotika erzeugt wurde. Das kostet gar nix und man könnte drei (3) Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Wirksamkeit der Mittel bliebe länger gewährleistet, Massentierhaltung würde praktisch unmöglich und dadurch erhielte Fleisch wieder einen Preis der es den meisten Menschen wieder schmackhaft machen würde mehr Gemüse zu essen.
.
@ "... Zudem sollten neue Mittel nur im Notfall verwendet werden, wenn alle herkömmlichen Antibiotika nicht mehr anschlagen. Sie sollen also als Reserve zurückgehalten werden, damit sie ihre Wirkung nicht so schnell verlieren...."
.
@"...Für mich ist absolut klar, dass die Pharmaindustrie eine Verantwortung für die Gesellschaft hat" .......... zu allererst hätte die Politik eine Verantwortung für die Gesellschaft ... der sie aber leider nicht nachkommt.

@ 11:19 von cap0815

Grundsätzlich richtig, nur das Fazit fehlt: Wir sind nicht bereit für das Gesundheitswesen soviel Geld auszugeben, um all diese Missstände zu vermeiden. Die Folgen tragen die Menschen, die eben Pech haben, krank zu werden und ins falsche Krankenhausbett gelegt werden. Der größte Teil der Bevölkerung spart dabei Geld und ignoriert die Einzelschicksale derjenigen, die darunter leiden müssen. Nennt man Demokratie, aber nicht-demokratische Staaten sind noch schlimmer, da interessiert eine kleine Oligarchen-Minderheit auch nicht, wenn die Mehrheit leidet.

@Am 12. September 2019 um 11:26 von Muzzi

Fleischbedarf einschränken - Wie soll das gehen, wenn große Mengen nach Fernost verschifft werden (und die Fäkalien hier bleiben)?

Die Gesundheit als Opfer auf dem Altar der Rendite !

Die fünfzig größten Pharmakonzerne vereinen einen Umsatz von mehr als $ 600 Mrd. pro Jahr (lt. PharmExec). Und die sollen nicht in der Lage sein, ihre Forschung in Antibiotika zu finanzieren ???
Sich die Forschung vom Staat finanzieren zu lassen ist natürlich die einfachste Lösung für die Konzerne.

Soziale Verantwortung - Fehlanzeige !!!

Die Konzerne haben die Aufgabe, die Gesellschaft mit wirksamen Medikamenten zu versorgen. Wenn sie dies nicht können oder wollen, muss die Gesellschaft überlegen, ob sie den Konzernen diese Verantwortung nicht entziehen sollte.
Daraus folgt entweder der Ausschluss aus dem Markt, oder die Verstaatlichung dieser Konzerne.
Es kann schließlich nicht sein, dass die Gesellschaft wegen des Renditeversprechens seitens der Konzerne, und der daraus resultierenden Gewinnmaximierung, leidet.

Gruß Hador

@ 11:00 von mlz

Ich weiß nicht, welche Substanz Archaogen entwickelt hatte. Jeder, der so eine kleine Firma kaufen könnte rechnet ganz einfach. Was kostet der Laden, wie viel muss danach noch investiert werden und wie viel können wir damit einnehmen. 15 Mio. sind eigentlich "Peanuts", aber wenn keiner Chancen für das Produkt sieht ist auch das zu viel. Manchmal hilft es noch, wenn man sich von dem Produkt ein gutes Image verspricht. Aber unbekannte Krankheiten mit wenig Patienten bringen auch kein Image. Beispielsweise wäre ein Ebola Impfstoff. Damit ist schwer Geld zu verdienen, gibt aber ne gute Presse.

was die Zukunft (eventuell) bringt

Man muss zwar nicht zwingend Fachmann in der Pharmazie sein, aber man kann erkennen wohin die Stoßrichtung geht.
Die erste dürfte sein, das alternative Therapien zum tragen kommen werden, eben wie die eingangs erwähnte Phagentherapie. Oder auch die Therapie der Infektion der Erreger mit genmanipulierten Viren.
Es läuft also auf (derzeit) extrem teure Individualmedizin hinaus, wie sie ja z.B. in modernen onkologischen Therapien eingesetzt werden. Das dürfte das Gesundheitssystem überfordern in Sachen des Geldes und könnte den Weg ebnen für eine Privatisierung bestimmter Krankenversicherungsleistungen, also ein DreiKlassen-Gesundheitssystem

Ethisch mehr als bedenklich

Die Pharmaindustrie weltweit hat Jahrzehnte von der oft verantwortungslosen Anwendung von Antibiotika massiv profitiert, sowohl bei Menschen aber auch in der Massentierhaltung. Sie selbst hat intensive Lobbyarbeit bei Ärzten betrieben, damit Präparate verschrieben werden — siehe die gravierende Zunahme der Verschreibungen von Antibiotika in den letzten 20 Jahren. In der Praxis führte dass dazu, dass bei fast jedem Infekt oder Husten erst einmal ein Breitbandantibiotikum verschrieben wird, egal ob bei Kindern oder Erwachsenen. Im Gegenzug gibt es oft eine „Aufwandsentschädigung“, wenn der Arzt dann ein paar Daten über die Behandlungen an den Hersteller zurückschickt. Unnötig und fahrlässig, da genau das zur Bildung von Resistenzen beigetragen hat. Aber ein Milliardengeschäft für die Pharmaindustrie. Wenn diese sich jetzt aus der Behebung der selbst mit geschaffenen Misere heraushält, weil nicht mehr genug Geld zu verdienen ist, ist das nicht nur ethisch fragwürdig. Es ist erbärmlich.

Weil es nicht profitabel ist? - Profitabel reicht nicht mehr!

Der Artikel "Antibiotika-Startup - Am eigenen Erfolg gescheitert " zeigt ein Beispiel dafür, dass - wenn alles vom Kapital bestimmt wird - dies nicht zu unser aller Nutzen ist.

Leider verstellen uns die negativen Erfahrungen mit den ersten gescheiterten Versuchen, eine Alternative zum Kapitalismus zu schaffen, den Blick auf Erkenntnisse die schon Karl Marx hatte.
Er hat nachgewiesen, dass mit der Konzentration des Kapitals und mit immer größeren monopolähnlichen Konzernen "profitabel" alleine nicht mehr ausreicht, um gegen die Konkurrenz bestehen zu können.

Die Konzerne investieren also nur in Dinge, die den "Maximalprofit" versprechen; ein bischen profitabel reicht da nicht!

Profitabel @Stefan_E um 10:30

"Ohne Steuern geht das nicht." Dem kann man nur zustimmen. Ergänzend sei gesagt, dass die Novartis AG eine seit 22 Jahren ansteigende Dividende ausweisen kann (von 0,50 CHF im Jahr 1996 auf 2,85 CHF im Jahr 2018, vgl. novartis.com). Der Nettoertrag liegt laut statista.com für das Jahr 2018 bei 12,6 Mrd. USD. Das Geld, das in die Hand genommen werden muss, ist also vorhanden, steht aber dennoch für die notwendige Forschung nicht zur Verfügung.

@Hador Goldscheitel 11:38

"Die Konzerne haben die Aufgabe, die Gesellschaft mit wirksamen Medikamenten zu versorgen."
.
Völliger Unfug. Ein Konzern ist eine Organisationsform gewinnorientierter Unternehmen. Und hat nur eine Einzige Aufgabe: Profite für seine Eigentümer zu erzielen.
.
Der Einzige, der Verantwortung für "die Gesellschaft" hätte ist der Staat und der versagt auf ganzer Linie.

Kapitalismuskritik

ist richtig und wichtig, geht aber im vorliegenden Fall am Problem vorbei.

Es geht nämlich um die Entwicklung von Reserveantibiotika, die Jahre oder sogar Jahrzehnte nicht zum Einsatz kommen. Nämlich so lange, wie es noch wirksame eingeführte Antibiotika gibt, also von den pathogenen Bakterien noch keine Resistenzen entwickelt wurden.

Vorher darf man sie nicht einsetzen, weil man sonst genau dies befeuern würde.

Mit diesen so genannten Reserveantibiotika lässt sich aus diesem Grunde kein Geld verdienen, und ihre Entwicklung kostet sehr, sehr viel Geld.

Staatliche Forschung wäre also das Mittel der Wahl, auch wenn dies die Nationalisten auf den Plan rufen würde, denn die Ergebnisse dieser Forschungen kämen ja der ganzen Welt zugute.

Ich sehe die Kommentare schon vor mir: "Deutschland Zahlmeister" usw.

Ein Skandal ist übrigens, daß Reserveantibiotika durchaus in der Tiermast eingesetzt werden. Es sind dann eigentlich gar keine Reserveantibiotika mehr, bringen aber kurzfristig Geld.

Gut begründet

des Geldes wegen kommt kein Pharmazeutiker oder Biologe zum Staat, dessen Arbeitsbedingungen echt immer mehr unterirdisch werden.
Der Staat, egal ob unter Obhut eines Ministeriums oder eines Amtes, kann dies nicht leisten oder übernehmen. Aber er muss die Rahmenbedingungen neu denken. Und da sollte er getrost Sonderfälle erzeugen, das er Reservemittel selbst benennt, schützt und bezahlt.
Er sollte aber auch die gesamte Wertschöpfungskette mal genauer sich ansehen und eingreifen. Denn wie genau kommen wohl die Reserveantibiotika in die Tierhaltung hinein? Eben weil da ein heimlicher Massenmarkt mit Marketing in Richtung der Landwirte und Veterinäre betrieben wird um irgendwie Rendite noch heraus zu holen.

RE: w.k.e. um 11:30

***Ich finde hier einige Kommentare sehr amüsant: Die private Wirtschaft verdient damit kein Geld und dann ruft man nach einem staatlichen Pharmakonzern. Woher sollen die Forscher denn kommen? Wenn sich der Chemiker oder Biologe entscheiden muss, ob er ein Gehalt im öffentlichen Dienst nimmt oder aber ein Forscher-Gehalt bei Bayer oder Sanofi. Der Staat kann nichts selbst. ...***

Sie vergessen die Unikliniken, staatl. Forschungseinrichtungen und Organisationen wie z.B. die Max-Planck-Forschungsgruppe für Systemimmunologie. Da wird maßgeblich geforscht. Nur ist leider so manche Uniklinik "Opfer" von Privatisierung geworden.

Gruß Hador

Wie immer, es wird sich

Wie immer, es wird sich standhaft geweigert, den Kapitalismus als Problemursache zu erkennen.

Weil es nicht profitabel ist, eignet sich als Begründung für vieles, vor allem dafür keine Steuern zu zahlen und/oder illegale Geschäfte legalen vorzuziehen.

@my comment.......

Nicht ganz, da ich als Krankenschwester der Pharmaindustrie sehr kritisch gegenüber stehe.
Aber das ganze ist kein neues Problem, früher hat bloß keiner darüber geschrieben.

@ 10:39 von witch of endor

"Ich habe nie verstanden, wie Homöopathie wirken soll."
.
Das wird uns beiden vermutlich nie zugänglich werden......

RE: geselliger misa... um 11:48

***Ein Konzern ist eine Organisationsform gewinnorientierter Unternehmen. Und hat nur eine Einzige Aufgabe: Profite für seine Eigentümer zu erzielen.***

Wenn es der einzige Zweck eines Pharmakonzerns wäre, den Gewinn für seine Anteilseigner zu maximieren, dann geht der Nutzen für die Gesellschaft gegen Null.
Und dann wäre ich für die sofortige Verstaatlichung !

Gruß Hador

Konzerne enteignen, Produktion vergesellschaften!

Wann checken die Leute endlich, dass die Allianz zwischen freier Marktwirtschaft und bürgerlicher Demokratie ein parasitäres Verhältnis ist, in dem die Demokratie und damit die Menschen nur verlieren können?

Schlüsselindustrien gehören in die Hände der Gesellschaft und nicht in die Börse!

@fathaland slim

Kein Skandal ist der Einsatz der sog. Reserveantibiotika, sondern der Beleg dafür, dass es eben doch um Kapitalismus geht. Die Reserveantibiotika sind gar keine mehr sondern heißen bloß so.

Die medizinisch sinnvolle Idee der Reserveantibiotika ist an der Realität des Kapitalismus gescheitert. Das gilt übrigens für das gesamte Gesundheitssystem.

11:49 von fathaland slim

Ein Skandal ist übrigens, daß Reserveantibiotika durchaus in der Tiermast eingesetzt werden. Es sind dann eigentlich gar keine Reserveantibiotika mehr, bringen aber kurzfristig Geld.

Was soll`s? In den USA bekommen Sie Antiobiotika in jeder Drogerie zum Kaufen.

Phagentherapie

Großer Zulauf an Patienten kann Georgien verzeichnen. Hauptsächlich Franzosen ergreifen diese Möglichkeit, wenn kein Antibiotika mehr hilft. Im Gegensatz zu Antibiotika zerstören Phagen nur die pathogenen Keime und verschonen die für den menschlichen Organismus nützlichen Bakterien. Der Gebrauch von Bakteriophagen zur Behandlung krankheitsverursachender bakterieller Infektionen, bezeichnet die Phagentherapie. Phagen sind Viren, die auf Bakterien und Urbakterien als Wirtszellen spezialisiert sind. Anders als einige Ostblockstaaten hat der Westen diese Heilbehandlung nicht weiter verfolgt, obwohl diese Art der Behandlung keinesfalls neu ist.

Ganz schön viel Ratlosigkeit,

Ganz schön viel Ratlosigkeit, wenn es um das überleben geht. Ich nenne hier mal die beliebtesten Worte der User zu diesem Thema in einigen Variationen: (sollen/können/sein)

Man sollte/könnte, die Pharmaindustrie, sollte/könnte, der Staat sollte/könnte, der Profit sollte/kann, es wäre (an der Zeit), kann (die EMA) nicht..., könnten wir (reagieren), es ist bitter, dafür ist er da (der Staat), wären ... gefragt, im Kapitalismus ist es (ganz normal), es ist (bitter), (Demokratie) ist nicht perfekt, wir selbst sind (für nichts verantwortlich), die Pharmaindustrie (skrupellos) ist, der Bauernverband ist (mächtig), es wäre (gut), man sollte (nicht warten), schön wäre es, Unternehmen sind (keine Sozialvereine), ist seit (vielen) Jahren bekannt, es kann jeden (treffen), (angenommen) es würde ein Gesetz erlassen, es ist nicht (zu begreifen).

Nein, die Welt ist nicht zu begreifen, vor allem nicht, wenn es um uns geht - aber zuschauen geht.
"Und damit ist eigentlich schon alles gesagt!"(@1ofU

08:38 von Mischecco

Könnte man nicht ein staatliches Pharma-Unternehmen gründen.

Dann wäre der Forschungsstand, ich sage es mal zynisch ausgedrückt, im Jahre 1960.

Aktuelle Politik ist nicht

Aktuelle Politik ist nicht nur vollkommen machtlos, gegen die Lobby der Pharma, der Viehzucht oder der Chemie, sondern tut alles erdenkliche um den Wünschen der Lobby vorauszueilen. Schaden bis hin zum Weltuntergang werden lachend hingenommen, solange noch ein Quartal der Gewinn gesteigert werden kann.
Auch überbezahlte Beamte investieren aus Gier in Pharma-Aktien und profitieren daher von den illegalen Gesetzen und Machtstrukturen...

Da lässt sich nie mehr was ändern... bis kein Antibiotika mehr wirkt und die Menschen und Nutztiere wie die Fliegen sterben ;)

@Autograf, um 11:30 Uhr

"Der Fehler hier liegt gerade in der Bürokratie, nicht in der Marktwirtschaft."

Hätten Sie den Artikel aufmerksam gelesen, wäre Ihnen dieser Passus wohl kaum entgangen:
"Mit Antibiotika lässt sich deutlich weniger Geld verdienen als beispielsweise mit Krebsmedikamenten oder Mitteln gegen chronische Erkrankungen. Denn Antibiotika werden in der Regel nur wenige Tage lang eingesetzt. Zudem sollten neue Mittel nur im Notfall verwendet werden, wenn alle herkömmlichen Antibiotika nicht mehr anschlagen. Sie sollen also als Reserve zurückgehalten werden, damit sie ihre Wirkung nicht so schnell verlieren." (Hervorhebung von mir)

Was Sie als "Fehler" bezeichnen, ist nichts weiter als ein vernünftiger und vorausschauender Umgang mit einem knappen Gut. Würden die Konzerne mit jedem neuen Antibiotikum den Markt fluten, würden wir uns nur um so schneller in der selbstgebastelten Resistenzen-Falle drehen.

"Mehr Markt"-Geschrei löst also wieder mal keines der Probleme

@geselliger misa...

Profit oder Moral - beides geht offensichtlich nicht - sagt der profitorientierte Mensch. Profitorientiert aber ein Mensch! Und für wen machen wir das alles - für die Menschen !? oder doch nur für den Profit ? Jepp....das isses, für das eine wie das Andere. Also muss ich um das eine zu erreichen, dass andere auch bedienen. Also wenn ich am Menschen verdienen will - andere würden das vielleicht sogar Ausbeutung nennen - dann muss ich auch im Sinne der Sache agieren. Und das bedeutet nun mal auch, einer Verantwortung gerecht werden, die aus diesem Deal erwächst. Die Pharmaindustrie ist verpflichtet ihrer Verantwortung nachzukommen und mit den beschämenden Gewinnen aus anderen Bereichen, die wirklich wichtigen Bereiche (Antibiotika) querzufinanzieren!!! Alles andere ist unmenschlich und gehört von diesem Planeten verbannt....

Tiermast - Alternative aus der Schweiz

Durch meine Erfahrungen in der Landwirtschaft kann ich nur dazu auffordern, die üblichen Pharma-Wege der Lobbyisten zu verlassen und sich nach - sogar oft kostengünstigeren - Alternativen umzusehen.

Auch ich war anfangs skeptisch, habe mich aber eines Besseren belehren lassen.

Durch ökologische Landwirtschaft und homöopathische Behandlung ließen sich alleine in Deutschland Tonnen von Antibiotika einsparen:

https://www.bauernzeitung.ch/artikel/homoeopathie-statt-antibiotika

@11:59 von Miezekatze

Wir haben beide den selben Job.
Ich verstehe Sie voll und ganz und auch mich gruseln einige Machenschaften.
Ich arbeite in einer Studienambulanz an einer Uniklinik, das nur am Rande.

Jedoch liegt es auch immer ein Stück weit an der Ärzteschaft.
Man muss keinem 95j noch Chemo reinkippen und die letzten Lebenswochen erschweren mit möglich auftretenden Komplikationen, zB Infektionen (und hier kommen wieder die Antibiosen ins Spiel).
Sorry,da bin ich zu sehr Mensch geblieben in diesem schwierigen System.

es an dem Verbraucher?

Vollgas @
Und was mach der bewußt und gut lebende Bürger wenn er im Krankenhaus mit Multiresisten keimen infiziert wird?

Richtig, sterben wie alle andern auch.

Archaogen

Ich habe es mal gegoogelt. Archaogen hat ein AB, das zu einer bekannten Gruppe gehört, die nur sehr ungern verordnet wird. Sehr wirksam gegen bestimmte Bakterien aber auch schwere Nebenwirkungen. Also wird es schon mal sehr selten eingesetzt, weil „Reserve“ und außerdem gibt es unter den Reserveantibiotika welche aus anderen Gruppen, die deutlich besser verträglich sind. Das wäre also immer der allerletzte Versuch. Sehr schwierig. Wundert mich, dass das überhaupt entwickelt wurde.

Das ist allerdings das, womit sie auf ihrer Website Werbung machen. Keine Ahnung, ob die noch was Besseres in der Pipeline haben.

Ist es denn zu fassen,

der Staat verbietet den Erfindern die breite Anwendung neuer Antibiotika aber Schuld an der Misere sind natürlich die bösen Pharmaunternehmen - die hier wohl MRD Euro investieren sollen ohne einen Euro dafür zu bekommen. Wie wäre es denn wenn die überbezahlte Frau Theuretzbacher mal ein Jahr unbezahltes Voluntariat machen würde in einer Gemeinnützigen Organisation? Da vermute ich mal davon wäre sie weniger begeistert.
Wenn der Staat neue Antibiotika haben möchte muss er logischer Weise die Kosten dafür tragen wie das in jeder anderen Branche auch der Fall ist.

@11:49 von fathaland slim

"Es geht nämlich um die Entwicklung von Reserveantibiotika, die Jahre oder sogar Jahrzehnte nicht zum Einsatz kommen. Nämlich so lange, wie es noch wirksame eingeführte Antibiotika gibt ..."

Wenn Sie geschrieben hätten >> die Jahre oder sogar Jahrzehnte nicht BREIT zum Einsatz kommen ...", dann würde ich Ihnen zustimmen.

Da es aber in Krankenhäusern immer wieder Fälle gibt, wo die im Allgemeinen wirksamen Atibiotika nicht mehr wirken, ist es sinnvoll, in diesen Fällen und nur dann Reserveantiobiotika einzusetzen.
Natürlich sind das dann auf den Einzelfall umgerechnet immens hohe Kosten, aber die hat man in der Krebstherapie auch und das für "neue" immer teurere Medikamente, die oft gar keine wirklich neuen sind.

um 11:01 von my comment

"An meiner Uni gibt es einige gute Köpfe, deren Ideen jedoch nicht umsetzbar sind ohne die finanziellen und auch personellen Mittel."

Das mag so sein! Aber dann verkommen die künstlich und politisch motiviert geförderten "Elite-Unis" im Lande doch zu einem Witz! Eine Uni ist nicht nur Lehranstalt. Sie dient auch wesentlich der Forschung und Entwicklung. Wenn diese jetzt nur mit Millionen gefördert werden, um anschließend die mit öffentlichen Geldern geförderten Elite-Studenten in den Rachen der turbokapitalistischen Konzerne zu schmeissen, deren Gemeinwohl dem Artikel nach ja ein lächerlichers Dasein als Mauerblümchen fristet, dann allerdings wird es dringend Zeit, dem entgegenzuwirken.

Noch werden Politiker von Bürgern gewählt. Nicht von der milliardenschweren Pharmaindustrie!

@smartin79 - 09:27

"Gegenfrage: Warum arbeitet ihr nicht für 1,20 Eur die Stunde? Pharmakonzerne sind Wirtschaftsunternehmen mit sozialer Verantwortung. Das heißt aber nicht, dass sie unwirtschaftlich arbeiten müssen."

Ah ja - das mit der sozialen Verantwortung würde ich gerne mal mit Ihnen diskutieren, wenn Sie als Patient bei uns im Krankenhaus liegen.
In diesem Betrieb darf auch nicht unwirtschaftlich gearbeitet werden und falls Ihre Erkrankung zu betreuungsintensiv ist, würde ich mal gerne Ihre Argumentation aufgreifen. Unsere Überstunden, die regelmäßig über den Arbeitsvertrag hinausgehen, resultieren daraus, weil sich das Haus nicht mehr Pflegepersonal leisten will. Im Gegensatz zu Ihrem Beispiel wäre der Bedarf da - ist aber unwirtschaftlich.

Wenn Sie den Knopf drücken, soll ich aber da sein, auch wenn es für mich unwirtschaftlich ist, weil ich schon längst Feierabend hätte. Das ist meine soziale Verantwortung - aber, interessiert Sie das überhaupt?

Noch mal was zur Tiermast

Die neueren Reserveantibiotika sind zum Glück für die Tiermast viel zu teuer. Da kosten ein paar Tage Therapie mehr, als ein Schwein wert ist. Erst wenn das Patent abläuft und es jeder, der keine Forschungskosten hat, für kleines Geld herstellen und verkaufen darf, tritt das Problem auf.

Aber es gibt ein paar alte, billige AB, die durchaus in der Humanmedizin wichtig wären als Reserve, die sehr breit eingesetzt werden.

Also - teuer lassen oder eben einige Substanzen in der Tiermast verbieten.

@joyomaran 12:20

"... Und das bedeutet nun mal auch, einer Verantwortung gerecht werden, die aus diesem Deal erwächst. ..."
.
Bitte erklären Sie mir warum aus einem "Deal" (Ich stelle etwas her das Du brauchst ... wir beide sind glücklich) irgendeine "Verantwortung" enstehen sollte?
.
.
"...Die Pharmaindustrie ist verpflichtet ihrer Verantwortung nachzukommen und mit den beschämenden Gewinnen aus anderen Bereichen, die wirklich wichtigen Bereiche (Antibiotika) querzufinanzieren!!!..."
.
Ich dachte wir hätten einen "Deal"? Ich habe etwas hergestellt das Du gebraucht hast .... wir beide waren glücklich ... und jetzt soll ich noch etwas, das Du vielleicht brauchst quasi kostenlos herstellen? Willst Du am Ende etwa glücklicher sein als ich?
.
und übrigens: was sind in Ihren Augen "die wirklich wichtigen Bereiche"? Zählen Krebsmedikamente dazu?

immer die anderen

es ist wie beim Wohnraum. die Anforderungen immer höher und höher so das sich die klagende Meute der Rechtsanwälten Milliardeneinkommen sichern kann und die Verwaltungs und Marketingkosten exponentiell steigen, alles gut solange der Patient dadurch noch mehr geschützt wird.
Aber nun neigt sich die Wage gegen Schutz vor Nebenwirkungen und wieder zum Schutz vor Infektionen.

Also Anforderungen runter, Geld weg von der Juristerei, Verwaltung, Marketing rein in die Forschung und Mediziner.

Ein Beitragszahler

Poltik, Gesundheit und Forschung haben nichts miteinander zu tun

Gesundheitspolitik hat nichts mit dem Gesellschaftssystem zu tun? Nein. Die Gesundheit der Bevölkerung ist vorgegeben. Private Unternehmen tun was sie können, um diese zu erhalten. Nur nebenbei geht es um Profitmaximierung, und wenn es hilft, kümmern sich Pharmakonzerne, bestimmt wegen der Quersubventionierung, um weder verlogenes noch irreführendes Marketing. Wir können unseren Arzt oder Apother fragen.
Die sagen uns was Sache ist, und kümmern sich auch erst dann um ihre Abrechnung.

Es gibt

Institute die in der Grundlagen- Materialwissenschaften "gemeinnützig" sind, wie Max Blanck und Frauenhofer. Es wäre doch ein Leichtes Antibiotikaforschung hier einzugliedern....
Aber momentan gibt es halt anscheinend wichtigere Themen, wie
Stichwort CO2, Klima, Wasserknappheit und die Liste könnte beliebig lang sein.
In diesem Sinne Solong und 42

@um 12:41 von Wanderfalke Re: smartin79

Sie antworten auf die Argumentation >>Pharmakonzerne sind Wirtschaftsunternehmen mit sozialer Verantwortung. Das heißt aber nicht, dass sie unwirtschaftlich arbeiten müssen.<<

mit:
"... das mit der sozialen Verantwortung würde ich gerne mal mit Ihnen diskutieren, wenn Sie als Patient bei uns im Krankenhaus liegen. ... ... ... Wenn Sie den Knopf drücken, soll ich aber da sein, auch wenn es für mich unwirtschaftlich ist, weil ich schon längst Feierabend hätte. Das ist meine soziale Verantwortung ..."

So weit wie bei Ihnen geht die soziale Verantwortung der "Wirtschaftsunternehmen" leider nicht, da hat smartin79 leider irgendwie recht, wenn man die Wirklichkeit anschaut.

"(Betriebs-)wirtschaftlich" steht in unserer Gesellschaft leider nun mal weit über der sozialen Verantwortung. Ob das letztlich auch für die Mehrheit der Menschen wirtschaftlich ist, darf bezweifelt werden.

Escobar wäre neidisch

habe heute eine augenchirurgische OP gehabt und dort wiedermal ein Medikament ins Auge bekommen.
deshalb werde ich seit Jahren nicht blind.
Danke Dr.

Allerdings kostet das Medikament einer Schweizer Pharmafirma für 0,05 ml 1300 euro Listenpreis.

Solange das únd vieles vergleichbares u.a. bei uns legal ist, wird sich kein Hersteller für andere Medikamente interessieren.

Danke inkompetenter Gesetzgeber hier und anderswo.

PS:
Das Honorar für die OP inkl aller Vor und Nachbereitung an mir betraegt lt DR.
weniger als ein sechstel des Listenpreises des Medikamentes.
Gute Nacht.

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