Kommentare

Da bin ich völlig konsequent

Aber selber klar kommen, ist dann wieder ein Tabu; da soll dann die Gesellschaft sich solidarisieren und alles möglich machen.

Ich kenne Behinderte, die sich ihren Unterhalt tatsächlich selbst erarbeiten, weil sie nicht geistig, sondern nur körperlich erkrankt sind...übrigens auch Rollstuhlfahrer.
Er arbeitet bei einer Krankenversicherung sogar als Vorgesetzter und bestreitet sein Einkommen selbst, so wie ja auch ein Herr Schäuble oder Steven Horkins. Ein Onkel unserer Familie hat wegen MS im Rollstuhl gesessen und als Vertriebsleiter im Homeoffice gearbeitet. Nur 4x die Woche musste er in die Firma.
Wenn solche Menschen sich selbst bestimmen und finanzieren, ist das prima und lobenswert.
Wenn das nicht geht, kann man aber der Gesellschaft nicht alles Mögliche abringen, um seine Wünsche erfüllt zu bekommen, bin ich der Meinung. Entweder man findet selbst noch die Kraft dazu, oder muss eben die Einschränkungen hinnehmen.
Anderen wird auch nicht alles ermöglicht, es gibt Grenzen.

Dieser Einzelfall beschreibt den

generellen Systemfehler: Mittel stehen bereit für Profite und nicht für den Betroffenen. Pflege zu Hause wird verhindert, Pflegeheime sind teuer und ineffektiv. Der Patient ist nur Mittel zum Zweck.

Beim Lesen des Interviews...

...können einem die Tränen kommen.
Wie stark müssen Frau Wieser und ihre Familie doch sein, diese Intensivstpflege über sich ergehen zu lassen bzw. diese 24 Stunden am Tag zu gewährleisten und durchzuhalten.

Es wäre einfach grausam, würde Frau Wieser aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen gegen den erklärten Willen aller unmittelbar Beteiligten in ein Heim verlegt - ich sage bewusst nicht “abgeschoben“.

Und noch etwas geht mir durch den Kopf:
Wie lächerlich im Vergleich zu einem solchen Schicksal sind doch die “Sorgen“, die manch einen veranlassen, sich lauthals bei Familienangehörigen, Vorgesetzten, Nachbarn... zu beklagen, wenn mal was nicht so klappt wie es soll.

Ich hoffe und wünsche Frau Wieser, dass alles für sie so bleibt, wie sie es möchte.

@ yolo (11:16)

"Aber selber klar kommen, ist dann wieder ein Tabu; da soll dann die Gesellschaft sich solidarisieren und alles möglich machen. (...)
Wenn das nicht geht, kann man aber der Gesellschaft nicht alles Mögliche abringen, um seine Wünsche erfüllt zu bekommen, bin ich der Meinung. Entweder man findet selbst noch die Kraft dazu, oder muss eben die Einschränkungen hinnehmen.
Anderen wird auch nicht alles ermöglicht, es gibt Grenzen."
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Wenn man nicht betroffen ist, fällt es schwer sich in die Lage dieser Menschen zu versetzen, und zu fühlen was sie fühlen. Und wie die Gesellschaft derzeit reagiert, vielleicht auch nur eine Art Behinderung oder Krankheit; jedenfalls Hilflosigkeit, wie oft wenn es darauf ankommt.

@ yolo, um 11:16

“...Anderen wird auch nicht alles ermöglicht, es gibt Grenzen.“

Für mich klingt das, was Sie schreiben, einfach nur entsetzlich.

Pech gehabt, Belastung für die Allgemeinheit nicht zumutbar. Ab damit!
Wissen Sie, wenn ich sehe, dass ich mit meinem Krankenkassenbeitrag die Behandlung von Menschen mitfinanziere, die ihre Gesundheit bewusst, leichtfertig, grob fahrlässig verhunzt haben, muss ich das auch hinnehmen.
Angesichts der unverschuldeten Hilflosigkeit dieser Frau trage ich im Vergleich dazu herzlich gern dazu bei, ihr ein “selbstbestimmtes“ Dasein zu ermöglichen.

Kosten...

"Wenn wir in den Urlaub fahren, müssen deshalb immer zwei Pfleger mitkommen"

Da können wir ja fast "dankbar" sein, das es nicht gleich 5 oder 10 Pfleger sind, die sich um 1 Person kümmern müssen. Und ich wette, jeder 2. in einem Alters- oder Pflegeheim hätte auch gerne immer mehrere persönliche Pfleger, um z.B. mit ihnen auf Kreuzfahrt gehen zu können...

Für mich ist die gute Frau einfach maßlos in ihren Wünschen. Irgendwo muß auch mal Schluß sein, denn was die Gesellschaft für ihren Luxus bezahlen muß, das sprengt einfach jeden Rahmen. Wenn das jeder fordert, dann brauchen wir nur 5 Mio neue Pflegekräfte in Deutschland, und erhöhen einfach mal die Pflegeversicherung in astronomische Höhen...

Immer mehr werden wir von

Immer mehr werden wir von oben her geregelt, und bald zieht man uns Fussfesseln an mit Bewegungsmelder. Hier handelt es sich um falsch verstandene roboterhafte Verantwortung.

Und das geht ja schon so weit, dass @ Yolo im Prinzip etwas wesentliches anspricht. Nur teile ich die Meinung nicht, es hört sich danach an: Wenn ein Haus brennt (das Gebäude der Selbst-Verantwortung), muss man es nicht ganz abbrennen um es total zu machen. Nein, man sollte endlich die Freiheit wieder "entbürokratisieren" und die Selbstverantwortung würdigen, auch wenn ein Mensch sich potentiell damit selbst schädigen könnte (was ja nicht gesagt ist). Aus meiner Sicht wollen hier Lobbygruppen wieder mal "Klientel" zugeschickt bekommen, um ihre Geschäfte zu machen (Kliniken , Heime usw.)-.Das letztere ist dann nur noch unverschämt zu nennen

@harry_up, 11:40

Ich kann mich einfach nur bedanken für Ihren Post.

@ harry_up

"Angesichts der unverschuldeten Hilflosigkeit dieser Frau trage ich im Vergleich dazu herzlich gern dazu bei, ihr ein “selbstbestimmtes“ Dasein zu ermöglichen."

Ähm... ja... das müssen Sie aber nicht, da es sich angesichts der im Artikel beschriebenen familiären Situation doch eher um Privatpatienten handeln dürfte, die sich durchaus dieses selbstbestimmte Leben auch leisten können. Ich meine, hey, welcher Kassenpatient kann sich mit 2 Pflegern einen Urlaub und noch ein Eigenheim dazu leisten?

Gönnen wir es Ihnen!

Ansonsten haben Sie aber Recht. Auch Menschen, die nicht diesen gutsituierten finanziellen Hintergrund haben, müssen das Recht auf ein menschenwürdiges Leben haben. Einfach in die "Klappe" werfen, ist unmenschlich und mit der Idee einer menschlichen Gesellschaft schlicht nicht vereinbar. Wer solche Gedanken trägt, steht völlig außerhalb jedweden moralischen Rechtsempfindens und verdient unser aller Verachtung!

Am 02. November 2019 um 11:16

Am 02. November 2019 um 11:16 von yolo

"Da bin ich völlig konsequent...

. ..Wenn das nicht geht, kann man aber der Gesellschaft nicht alles Mögliche abringen, um seine Wünsche erfüllt zu bekommen, bin ich der Meinung..."

Na Bravo für konsequente Unterdrückung der letzten Reste der Solidarität und Nächstenliebe. Wünsche?
Die Wahrung geringster Ansprüche auf Würde und Regeln menschlichen Tuns im Umgang mit Menschen im Katastrophengebiet der Verwahrlosung durch eine Pflegemaschinerie, die auf Gewinn ausgelegt ist, daß nennen Sie Wünsche?

Soviel Egoismus, Ignoranz und Selbstgefälligkeit lässt sich garnicht kritisieren im Detail. Das ist schlicht ein Armutszeugnis.

Ja, das liebe Geld und die sch... Pflegeversicherung...

...Ich kann diese Frau und stellvertretend alle, die in ähnlicher Situation leben vollkommen verstehen
Warum ganz einfach, jeder kann von heute auf morgen
plötzlich selber so ein Patient sein.

---
Wie ihr glaubt mir nicht?
Ein schwerer Unfall reicht und schon ist man plötzlich
sein ganzes Leben auf Hilfe angewiesen.

Ich persönlich würde den Tod jeglicher Unterbringung in solchen staatl. Pflegestätten vorziehen.

Auch ein schwerstkranker Mensch hat ein Grundrecht auf Selbstbestimmung, welches nicht abhängig von den Kosten der Betreuung sein darf.

Das ist der Sinn des Sozialstaates, in dem ich leben möchte.
Wo jeder seinen Anteil, den er tragen kann zusteuert, um so ein System der Menschenwürde aufrecht zu erhalten.

Herrn Spahn u. auch bestimmt einige andere Leute ( vielleicht auch hier),
sehen aber nur die € die so ein Leben dem Staate kosten würde.

Ich nenne sowas eine verachtenswertende Wertevorstellung.
Laßt der Frau ihr Leben!

harry_up, 11:40

Auch von mir vielen Dank für Ihren post.
Ich bin dankbar, dass ich gesund bin, und um eine Absicherung im Krankenfall weiß, wenn auch nicht so stark wie diese Dame. Aber bei ihrem Schicksal gönne ich es ihr von Herzen, dass sie immerhin noch ein wenig Leben hat und vor allem die Menschen, die sie lieben und dies möglich machen. Denen gehört mein Respekt.

@melancholeriker 11:16 zu yolo @yolo

Treffend ausgedrückt, vielen Dank

@yolo
Wären Sie auch so konsequent, wenn diese Frau Ihre Frau oder Ihre Tochter wäre?

11:40 von harry_up

werter forist harry_up,
Sie sprechen mir aus der Seele. Nicht nur mit Ihrem Kommentar von 11:36, sondern auch Ihre Antwort an den unsäglichen Text von @yolo.
Es gibt Menschen, welche sich nur schlecht in Situationen abseits des eigenen Lebens einfühlen können.
Ich pflege meine Frau (Rollstuhlfahrerin) seit 8 Jahren zuhause mit Unterstützung durch einen äußerst kompetenten und zuverlässigen Pflegedienst. Nie im Leben käme ich auf die Idee, meine Frau in ein Heim zu geben. Never ever. Das ist immer die Vorstufe vor dem allerletztem Umzug.
Solange ein Mensch noch Herr seiner Sinne ist, laufen die Pläne von Herrn Spahn auf Freiheitsberaubung raus.
Bei diesem Thema geht´s nur um die Kohle.

@bleifrei - Warum das Niveau senken statt heben?

12:00 von bleifrei:
"Für mich ist die gute Frau einfach maßlos in ihren Wünschen."

Es ist keinesfalls "maßlos", sein Leben so genießen zu wollen, wie es andere auch tun!

Sie wollen der Patientin den zweiten Pfleger verweigern, weil andere auch keine zwei Pfleger haben. Was soll diese Anpassung nach unten, wenn man auch dafür sorgen könnte, dass jedem Bedürftigen das nötige Personal an die Seite gegeben wird?

Geld ist mehr als genug da. Es kommt nur nicht bei den Patienten an, sondern versickert in einem riesigen Verwaltungsapparat.

"Die Anstalt" hat dem Thema "Pflegenotstand" am 07.12.2017 eine ganze Folge gewidmet.

12:00 von bleifrei

Mit Ihrer Sichtweise der Dinge wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie niemals in eine solche Situation "katapultiert" werden.
Grußig, was man hier so alles lesen muss.

"In den Urlaub müssen zwei Pfleger mitkommen"

über einen ähnlicher Fall wurde mal vor Jahren im TV berichtet
ein an den Rollstuhl gebundener mußte rund um die Uhr betreut werden
(des nachts kam er in eine Eiserne Lunge)
das heißt im Klartext bei ner 35 Stunden Woche der Pfleger Samstag, Sonntag, Urlaub .... auch die sind mal krank bräuchte dieser Mensch 6 Pfleger bei einer häuslichen Pflege
In einer entsprechenden Pflegeeinrichtung wo ein Pfleger auch 3 oder 4 Patienten versorgt käme man mit 1 aus
wäre es unangemessen wenn auch Kranke, sich solidarisch zeigen ?
Eine "gewisse" Einschränkung bei ihren Wünschen in Kauf nehmen

Nachdem ich in einem Pflegeheim arbeiten durfte

steht auch mein Entschluss, nie in so etwas hinein zu wollen.
Selbst die beste Pflege ersetzt nicht die Qualität, sich in den vertrauten eigenen vier Wänden aus dem Leben zu verabschieden.
Mein Fazit aus der anschließenden ambulanten Arbeit.

@yolo:

Es freut mich, dass Sie eine offene Stelle für die bewundernswerte Frau Wieser haben, mit der sie ihre Pflegekosten bestreiten kann. Am meisten jedoch dürfte sich darüber Frau Wieser selbst freuen.

Amputationen, unterschiedliche Lähmungsgrade, Grunderkrankungen, Medikamenteneinnahme, häufige, Klinikaufenthalte, Schmerzen, Beatmung... Pah, ist doch wurscht, sie alle sind geklont, weil Rollifahrer.

Alle anderen Leute sind das Geld wert, das sie kosten: Politiker, Vorstandsvorsitzende, Bankster, Immobilienhaie...

Selbstverständlich werden Sie konsequent den Strick nehmen, bevor Sie eines Tages pflegebedürftig werden, sei es durch Unfall, Krankheit oder auch nur altersbedingt.

P.S.: Welche Ansichtzu diesem Thema Steven Horkins vertritt, entzieht sich meiner Kenntnis. Stephen Hawking hätte allerdings garantiert differenzierter als Sie kommentiert.

Herr Spahn

Tja Leute was hat euer tolle Herr Spahn so vor? Kosten sparen, in dem man behinderte Menschen benachteiligt? Die gute Frau hast ehe schwer in Ihrem Leben, ist so aktuell mit Ihrer Lebenssituation zufrieden, die Angehörigen pflegen Sie mit, was eigentlich unbezahlbar ist,also darf und sollte niemand etwas daran ändern. Man will sparen? Wir könnten ja mal über den viel zu hohen Lohn der Politiker reden und diese mal kürzen.

@ yolo Ich denke ....

es macht schon einen kleinen Unterschied ob man von den Halswirbel oder dem unteren Rücken ab gelähmt ist. Nicht jeder ist ein Steven Hawking der seinen Lebensunterhalt völlig allein bestreiten konnte und sich die Hilfe einfach zukaufen konnte. Ich möchte das wir weiter eine Gesellschaft bleiben in der das Solidaritätsprinzip ein wichtiger Bestandteil ist. Wir demontieren unsere Gesellschaft zum nutzen einer kleinen Gruppe und vielen ist das gar nicht bewusst. Wenn wir zulassen das die Gesellschaft in kleine Gruppen zerstückelt wird, (alt gegen jung, weiß gegen farbig, Gesund gegen Krank) und die Achtung vor dem Menschen zu einer Randgröße wird und nur noch gilt: "von hier ab ein jeder für sich", dann dürfte diese Gesellschaft den Bach runter gehen.

@ um 12:00 von bleifrei

Leider wurde hier wieder einmal nur unzureichend recherchiert. Die Pflegekräfte müssten sowieso zur Verfügung stehen, deren „Urlaubs“kosten werden aber normalerweise vom Patienten getragen.
Die Behindertenrechtskonvention besagt, daß behinderte Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen können müssen.
Das ist Gesetz. Es werden sogar Heime für Behinderte Menschen geschlossen oder verkleinert, weil die Bewohner in ganz normalen Whg auf dem freien Whgmarkt untergebracht werden und da nur Unterstützung erfahren, wo sie unbedingt nötig ist. Das Freizeitprogramm müssen sich die behinderten Menschen dann selbst ausdenken. Da ist das nämlich billiger, als eine Heimversorgung.
Warum Herr Spahn dieses Gesetz eventuell aushebeln will, wurde offensichtlich auch nicht recherchiert.
Abgesehen davon dürften auch Millionen von Pflegekräften kein Problem sein, wenn in dieser Branche endlich anständige Löhne gezahlt würden.
125 Milliarden Euro an jährlichen Steuerhinterziehungen lassen wir ja auch zu!

11:31 von harry_up

gegen den erklärten Willen aller unmittelbar Beteiligten in ein Heim verlegt
Wie lächerlich im Vergleich zu einem solchen Schicksal sind doch die “Sorgen“
.
Ein Thema wo man leicht als "herzlos" hingestellt wird !!
//
zu ihren Argumenten
haben sie das auch weitergedacht ?
hierzulande erwartet diese Kranke dass Mehrkosten von locker 15.000 Euro/mtl
von der Gesellschaft übernommen werden
einzig damit sie sich "wohler" fühlt .....
in Afrika muß ein Mensch sterben, weil für 2 Euro Durchfalltabletten
nicht bezahlt werden können
meine Frage
was sind Sorgen ??

@ yolo 11:16

"Aber selber klar kommen, ist dann wieder ein Tabu; da soll dann die Gesellschaft sich solidarisieren und alles möglich machen."

---

Dem Artikel entnehme ich, dass Frau W. vorbildlich von ihrer Familie unterstützt wird. Zusätzlich benötigt sie natürlich ausgebildete Pflegekräfte. Diese Form zu leben betrachte ich als selber klar kommen.
Der Unterschied: Einen teuren Heimplatz in Anspruch nehmen, bei dem ab und zu mal Angehörige zu Besuch kommen.
Ja, manche können das nicht anders leisten und benötigen deshalb die Solidarität der Gesellschaft, dass eine Rundumbetreuung in einem Heim in dem Fall gewährleistet ist.
Wer dies nicht in Anspruch zu nehmen braucht, soll dazu auch nicht gezwungen sein.
Darum geht es meines Erachtens.

Das ist eine schwierige

Das ist eine schwierige Situation keine Frage und man selbst wünscht sich niemals in eine solche Situation zu kommen. Die Frage hier ist für mich nicht sollen Intensivpflegepatienten in Heimen betreut werden müssen oder nicht. Hierfür haben wir grundsätzlich eine gute Lösung. Wer Daheim nicht mehr adäquat (will heißen unter einem gewissen Standard) versorgt werden kann, der sollte in eine Betreuungseinrichtung umziehen. Um dies zu entscheiden, verschafft sich eine Pflege-Fachkraft einen Überblick über die Situation. Das wir also ein Gesetzt brauchen, dass entscheidet wer gehen muss und wer nicht finde ich ist zu bezweifeln.
Zuletzt muss man sagen das man auch für Heime eine Lanze brechen sollte, es gibt ebenso gute und schlechte Pflegedienste wie Heime. Wie man die schlechten entlarvt und vom Markt nimmt ist die eigentliche Frage.

Spahn ist ja besonders gut

Spahn ist ja besonders gut darin, festgeschriebene Rechte auszuhebeln oder abzuschaffen, wenn es Lobby-Interessen dient. Schon das Bundesteilhabegesetz ging in diese Richtung.
Hier nun fällt einmal mehr auf, dass Spahn seine Vorhaben in maximaler Geschwindigkeit durchpeitschen will und dafür wiederholt den Bereich der Rechtsstaatlichkeit verlässt.
Kaum Zeit für Stellungnahmen Betroffener oder ernsthafte Diskussion.

Letztlich geht es schlicht darum, dass die Richtigen ihren Gewinn machen. Und nicht etwa -teilweise durchaus zu kritisierende und zu reglementierende- ambulante Pflegedienste. Das Geld soll an Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen gehen.
Letztere allerdings sollte man eigentlich erstmal regeln und überprüfen. Aber das geht ja leider nicht, weil `Markt´.
Also Geld, also Lobby. Damit schließt sich der Spahn-Kreis.

12:14 von Rimutotara

Bei diesem Thema geht´s nur um die Kohle.
.
selbstverständlich geht es vor allem um die Kohle
Geld ist endlich, auch wenn so Sprüche kursieren dafür muß Geld da sein

wir können es aber auch, weil es besser verständlich ist, an der Zeit festmachen
wenn ein Arzt täglich vor seiner Praxis 20 Patienten hat,
deren Behandlung jeweils 1 Stunden beansprucht fürs Nötigste
und 2 Std bei Sonderbehandlung die den Zufriedenheitsgrad erhöht
was macht er dann ?

@ bleifrei um 12:00

>>Da können wir ja fast "dankbar" sein, das es nicht gleich 5 oder 10 Pfleger sind, die sich um 1 Person kümmern müssen. Und ich wette, jeder 2. in einem Alters- oder Pflegeheim hätte auch gerne immer mehrere persönliche Pfleger, um z.B. mit ihnen auf Kreuzfahrt gehen zu können...
Für mich ist die gute Frau einfach maßlos in ihren Wünschen. Irgendwo muß auch mal Schluß sein, denn was die Gesellschaft für ihren Luxus bezahlen muß, das sprengt einfach jeden Rahmen.<<

In dem Artikel ist die Finanzierung gar nicht aufgedröselt und es wird nirgendwo behauptet, dass die Gesellschaft hier oder in anderen Fällen "alles" finanziert. Einen großen Anteil der Kosten von Pflege tragen erfahrungsgemäß die Betroffen und deren Angehörigen selbst. Pflegegeld gibt es immer in begrenzten Maßen.
Also seien Sie doch bitte etwas vorsichtiger mit Ihrer Polemik gegen diese Frau, der Sie Maßlosigkeit unterstellen.

12:17 von Sisyphos3

"wäre es unangemessen wenn auch Kranke, sich solidarisch zeigen ?
Eine "gewisse" Einschränkung bei ihren Wünschen in Kauf nehmen"

Ihr Post entlockt mir doch direkt diese sarkastische Bemerkung: Mit was solch sich denn (wenns um die Kosten geht) ein kranker Mensch solidarisch zeigen?
Mit den Kassen? Mit den gewinnorientierten Heimen? Mit den Versicherungen?
In unserer Gesellschaft liegt die Priorität des Geldausgebens auf ganz anderen Gebieten als in der Pflege von hilfsbedürftigen Menschen.
Ein gesamtgesellschaftliches Armutszeugnis.

Krankheit schützt nicht vor Egoismus

Die Frau im Beispiel ist extrem gut versorgt. Viele andere Menschen sind extrem schlecht versorgt. Wenn wir eine gleichmäßig gute Versorgung anstreben, dann müssen wir solche Ausreisser vermeiden. Bevor irgendjemand eine zwei-Personen-rund-um-die-Uhr-Pflege bekommt sollten erstmal alle diejenigen versorgt werden die in den Heimen vergessen werden.

Na klar muss überhaupt mehr getan werden, aber es muss auch klar sein, dass man wenn man ein begrenztes Budget hat, fair verteilen muss. Und da stehen viele Dinge vor dem Urlaub an.

@Sisyphos3

So lange man selbst nicht betroffen ist, nimmt man doch gern was in Kauf oder? Vielleicht rechnet es sich ja, das der Ehemann richtig geschult wird und dann nicht mehr arbeiten geht, dafür aber sein Lohn trotzdem bekommt und dann halt so ein bis zwei Intrnsivpfleger ersetzt und dann auch eingreifen kann, sollte die Ehefrau mal in eine lebensbedrohliche Lage kommen. Ich denke das würde sich rechnen und auch die Ehefrau wäre glücklicher, wenn der Ehemann regelmäßiger bei Ihr ist, als ein Pfleger. Ob das so geht und in Ordnung ist, sollte die gute Frau entscheiden.

@Hackonya2

Sie haben ja so Recht meine volle Zustimmung danke.

Die Selbstbestimmung muss immer Vorrang haben

Ein pflegebedürftiger Mensch sollte in jeder Lebenssituation selbst entscheiden dürfen, wo und von wem er gepflegt werden soll.
Leider ist das für viele Pflegebedürftige noch immer ein Wunschdenken.
Wenn Pflegebedürftige in ein Pflegeheim kommen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie bald versterben. Ich habe das nun in so vielen Fällen schon gehört oder erlebt. Kaum im Heim sterben doch viele Menschen.
Zufall? Ich denke eher nicht ...
Es muss noch viel, viel mehr getan werden, damit das Pflegepersonal ausreichend ausgebildet wird. Es müssen noch viel mehr -unangemeldete- Kontrollen von qualifizierten Kontrolleuren erfolgen.
Im Pflegebereich liegt vieles im Argen.
Leider scheinen dies die Politiker immer noch nicht zu wissen wie schlimm es wirklich ist.
Wenn diese ein Pflegeheim -angemeldet- besuchen, sehen sie nur die "heile Welt" dort.

bezahlter urlaub?! Thema: Pfleger müssen mit

Naja, man muss das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Sehr einseitig, jetzt nur vom Urlaub zu reden. Ganz ehrlich: Wenn die in Urlaub fahren wollen, und es steht zur Debatte: Zahlt die Krankenversicherung oder Staat oder sie selbst? Würde ich wohl sagen, man solle es dann auch selbst zahlen. Man muss ja nicht nur an die totale Einschränkung oder totale Freiheit denken, dsazwischen gibts auch noch was. Man hat den Wald, die Umgebung, das eigene Haus - ich denke das reicht für die erwünschte Lebensqualität, sofern man selbst die Pfleger für den Urlaub sich nicht leisten kann.

yolo

Hoffentlich kommen Sie mal nicht in eine Situation wo Sie auf andere angewiesen sind und sich helfen lassen müssen. Ihre Aussage ist menschenverachtend, ich weiß von was ich rede, mein Neffe ist durch einen unverschuldeten Unfall querschnittsgelähmt - er war damals 20 Jahre alt. Ich habe meine Schwiegermutter gepflegt, weil damals kein Geld für ein Heim da war, meine Mutter die 5 Jahre dement war und meinen krebskranken Vater, machen Sie so was mal mit, dann können Sie erst mal mitreden.

Humanität hin --

- Humanität her --- - die Akteure im Gesundheitswesen sind m.W. verpflichtet, die jeweils kostengünstigste Problemlösung zu bevorzugen. Ob in diesem speziellen Fall entsprechend gehandelt wird, könnte vielleicht ein entsprechender Vergleich zeigen. Es wurden aber keine Kosten für diese Maximalpflege angegeben, was sehr interessant gewesen wäre. Vermutlich teilen sich mehrere Kostenträger (Haftpflicht der Ärzte, Krankenversicherung und auch die Familie) den großen Aufwand. Mit mehr als drei Wochen auf "Intensiv" als Komapatient habe ich die Kasse ebenfalls viel Geld gekostet, doch arbeite ich wieder voll im erlernten Beruf - bin daher kein ständiger Leistungsempfänger und kein negativer Kostenfaktor. Solange die Beitragszahler noch in der Lage bzw. bereit sind steigende Beiträge zu erwirtschaften, werden solche teuren Fälle auch weiterhin gut leben. Der neue Gesundheitsminister hat da bereits Befürchtungen gezeigt.

Patient nur ein Kostenfaktor

Es werden Milliarden und Aber-Milliarden durch die Bundesregierung jedes Jahr zum Fenster rausgeworfen, sinnlose Wahlgeschenke, Prestigeprojekte, Missmanagement, Unfähigkeit, die Aufzählung könnte endlos mit jeder Menge an Beispielen fortgesetzt werden. Aber wenn es um die geht, die unverschuldet am allerärmsten dran sind, nämlich die Kranken, dann soll plötzlich kein Geld mehr da sein. Das ist einfach nur menschenverachtend, warum heißt es hier nicht einfach mal: "Wir schaffen das...."?

11:16 von yolo

Kritik an diesem Beitrag !

ich finde es unangemessen wie an diesem Beitrag Kritik geübt wird
jeder in unserer Gesellschaft hat Anspruch auf die Solidarität
das ist gut so ! und darauf sollten wir auch stolz sein
dass so ein Denken hierzulande vorherrscht
aber die ganze Sache muß in irgendeiner Weise auch finanzierbar sein und bleiben
und die Möglichkeiten der Medizin wachsen ebenso die Kosten
Beispiel Transplantationen 50.000 ... 60.000 Euro plus die Folgekosten,
die sind ja immer noch Schwerstkrank
und sollte es mal gelingen Organe aus eigenem Gewebe zu züchten, was kommt da an Kosten auf die Gesellschaft zu
ich möchte hier niemandem was unterstellen !
aber wer von den Kritikern ist bereit 1.000 Euro oder mehr in die Krankenkasse einzubezahlen

11:16 von yolo

"Da bin ich völlig konsequent

Aber selber klar kommen, ist dann wieder ein Tabu; da soll dann die Gesellschaft sich solidarisieren und alles möglich machen."

Ja, selbstverständlich ist die Gesellschaft dann verpflichtet, "alles möglich" zu machen.

Was denn sonst?

Ich empfinde Ihren Beitrag als zutiefst grauenvoll.

Spahn, der große RATIONALISATOR

Ach ja, mit welcher Begeisterung müssen sich deutsche Pflegekräfte Tag für Tag mit dem Namen ihres geliebten Gesundheitsministers auf den Lippen in die Grundpflege stürzen!
Wie müssen sie sich freuen, das durch seine gefeierten Pflegepersonaluntergrenzen kleinere Kliniken im ländlichen Raum (auf Kosten der Versorgung der dortigen Bevölkerung) schliessen müssen! Dann können sich die Pflegekräfte die frei werden ENDLICH Jobs in Krankenhäusern in Großstädten suchen, in denen sie sich die Wohnungen nicht leisten können! Herr Spahn, die Lösung für den Pflegenotstand ist nicht, das vorhandene Pflegepersonal zusammenzulegen, sondern Arbeitsbedingungen zu schaffen, die den Beruf für junge Leute attraktiver zu machen.
Bleibt mir nur noch, Frau Wieser viel Glück zu wünschen!

@ um 12:39 von OrwellAG

Auch für behinderte Menschen gilt: Wenn du nicht genug Geld hast, fährst du nicht in den Urlaub.
Das bezahlt nämlich weder die Krankenkasse noch der Staat.

allgemein

jeder sollte für sich entscheiden was er als angemessen betrachtet
ne Verdoppelung seiner Krankenkassenbeiträge als Beitragszahler
oder was man als Kranker wirklich als angemessen betrachtet von der Solidargemeinschaft fordern zu können !

12:00 von bleifrei

"Für mich ist die gute Frau einfach maßlos in ihren Wünschen."

Maßlos ist ihr Leid.

"Irgendwo muß auch mal Schluß sein"

Warum?
Nur weil wir beide kein endloses Leid haben, müssen wir unsere Herzen in Stein verwandeln?
Und unser angeborenes Menschsein abtöten?

@ Warmduscher 12:37 Uhr

"Krankheit schützt nicht vor Egoismus
Die Frau im Beispiel ist extrem gut versorgt."

---

Ich zitiere aus dem Artikel: "Ich werde zu Hause rund um die Uhr von einem Intensivpflegedienst versorgt, der sehr gute Arbeit macht. Außerdem betreuen mich mein Mann und meine Eltern, die extra von Herzogenaurach nach München gezogen sind. Sie kümmern sich tagsüber um mich, bis mein Mann von der Arbeit kommt."

Ich weiß nicht, wie ich Ihre diese Frau bzw. Familie so negativ beurteilende Aussage einordnen soll. Egoismus, wenn diese Familie in der Not zusammensteht? Diese Menschen wären weniger egoistisch, wenn Frau W. in einem Heim leben würde?
Das sehe ich anders.
Könnte man nicht erwarten, dass in anderen Fällen auch die Familienangehörigen umziehen müssten, bevor jemand in ein Heim kommt?
Nein, wohl nicht.
Ich denke, es sollte individuelle Lösungsmöglichkeiten geben. Pflege zuhause und in Einrichtungen sollte möglich sein und gut funktionieren. Statt Zwangsmaßnahmen welcher Art auch immer.

an yolo !

Was du da geschrieben hast, mag in Teilen richtig sein, aber es geht hier um Menschen, die sehr oft unverschuldet in eine solche sehr
schwierige Situation geraten sind.
Grundsätzlich gilt für jeden Menschen, ein Recht auf ein selbst bestimmtes Leben. Und solange ein Mensch seine eigenen Vorstellungen ganz bewusst formulieren kann, darf niemand und auch kein Gesetz dieser Person seine/ihre Freiheit nehmen.
Wenn wir die Geschichte dieser Frau lesen, dann ist doch eindeutig klar, sie hat einen von Menschen verursachten heftigen Schicksalsschlag erlitten, kann Dank ihres Mannes und der Eltern, sowie einem sehr guten Pflegedienst "ihr" Leben zuhause, in vertrauter Umgebung leben.
Da du Yolo von Konsequenz schreibst, denke mal darüber nach, sollte dich ein solch heftiger Schicksalsschlag treffen, ob du dann auch noch so konsequent bist und dich selbst in ein Heim abschiebst, wo dein freies Leben dann vorbei ist.
Also bitte erst mal nach denken und dann schreiben.

@ Sisyphos3

"In Afrika muß ein Mensch sterben, weil für 2 Euro Durchfalltabletten nicht bezahlt werden können."

Aha... "der reiche Europäer! Ein unwürdiger Mensch, der es weniger verdient hat, ein gutes Leben zu führen, als die arme afrikanische Familie, die immer per se die Guten sind."

Ihre Aufrechnung des Elends bei uns mit dem Elend auf der ganzen Welt, ist ganz großer Mist! Ansonsten fühlen Sie sich frei, die ganze notleidende Welt bei sich zu Hause aufzunehmen und sich darum zu kümmern. Meine Unterstützung hätten Sie! Versprochen!

Selbstentscheidung.....

finde ich bei vollständiger Entscheidungsfähigkeit zum Wohle der Betreffenden Menschen sehr wichtig.
Nur der Behinderte erkrankte Mensch kennt seinen Körper und sich sehr genau, weiss was er kann oder nicht kann.
Ich habe viele Jahre als Gemeindeschwester (in Deutschland) eine MS- kranke Person, die in ihrer Beweglichkeit total eingeschränkt war im Wechsel mit anderen an der Pflege und Betreuung beteiligten Personen, in ihrer
häuslichen Umgebung versorgt.
Der Dame ging es wunderbar und sie fühlte sich wohl. Die Versorgung war sehr gut organisiert.
Später als Pflegedienstleiterin in einem AH hier in der Schweiz, das klein und sehr familiär geführt wurde, erlebte ich oft wie sich der plötzliche Wechsel (durch Überforderung der Familie usw.) in das AH negativ auf das psychische Empfinden auswirkte. Ganz besonders bei noch jungen Pflegebedürftigen.
Sie kamen sich abgeschoben und unnütz vor.
Sie benötigten sehr viel Zuwendung und vor allem viel Zeit um Vertrauen aufbauen zu können.

Endlich wird über dieses Thema gesprochen!

Endlich wird dieses Thema auch bei der tagesschau thematisiert. Falls diese Gesetzesänderung kommt, wird sie uns alle, vor allem diejenigen, die noch nicht schwerkrank sind betreffen. Jeder von uns kann durch einen Unfall oder eine allergische Reaktion in so eine Situation kommen (zum Beispiel durch Hirnschädigung ins Koma/Wachkoma fallen). Diejenigen, die dann "neu" dazu kommen, werden es viel schwerer haben, zuhause versorgt zu werden. Anstatt sich über die Frau zu beschweren, würde ich deshalb dankbar dafür sein, dass sie so offen und ehrlich ist und sich somit nicht nur für ihre Rechte, sondern für die aller zukünftigen Betroffenen einsetzt, selbst zu entscheiden, wo und wie man gepflegt wird.

12:47 von Sisyphos3

"aber wer von den Kritikern ist bereit 1.000 Euro oder mehr in die Krankenkasse einzubezahlen"

Ich bitte Sie. Werfen Sie doch bitte hier keine Phantasiezahlen in den Raum.
Ihre Meinung impliziert, dass Sie die bestehenden Verhältnisse als gegeben ansehen. Die Verhältnisse müssen sich ans Sytem anpassen.
Sind Sie noch nie auf die Idee gekommen, dass unser Umverteilungssystem dringend reformbedürftig ist?

Pflegeheime sollten ihrem Namen besser gerecht werden

Ich kenne mittlerweile etliche Pflegeheime. In allen gab bzw. gibt es wohl weiterhin Mißstände, die nicht nur geringfügig sind.
Zu wenig Fachpersonal und teils schlecht ausgebildetes Personal tragen zu Pflegemängeln erheblich bei.
Im Grunde werden viele Bewohner in solchen Heimen eher verwahrt als gepflegt.
Der Wechsel von Windeln wird oft sehr vernachlässigt, die Medikamentengaben sind vielfach fehlerhaft, die ärztliche Versorgung ist mangelhaft, die Getränkeversorgung ebenso, und, und, und.
Wenn sich die Angehörigen der Pflegeheimbewohner nicht noch zusätzlich um diese kümmern können und wollen, ist es niemandem zu raten, in ein dt. Pflegeheim zu gehen.

Eigene Erfahrung

Aus eigener Erfahrung, kann ich berichten, dass mein Vater, der seit ca. 5 Jahren im Wachkoma und jetzt im minimalen Bewusstseinszustand ist, als er zuvor 6 Monate im Pflegeheim war, insgesamt mehr als ein mal pro Monat ins Krankenhaus eingeliefert wurde und mehrmals fast gestorben wäre. Und das, obwohl er auf einer sogenannten "Wachkomastation" war. Erst seit er zuhause gepflegt wird, hat sich sein Zustand stabilisiert, er war seither nur ein einziges Mal im Krankenhaus und das geplant. Auch die Krankenhaus- und Transportkosten müssen miteingerechnet werden, wenn es dem Minister schon nur ums Geld geht. Abgesehen davon, ist sein Vorschlag mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbaren, denn jeder Mensch, unabhängig von Krankheit und Behinderung sollte das Recht haben, gut und liebevoll gepflegt zu werden. Ein Wachkomapatient kann im Pflegeheim nicht angemessen gepflegt werden, er kann ja nicht mal die "Klingel" selbst drücken. Würden Sie gerne in dieser Situation sein?

12:41 von Quakbüdel

"Humanität hin --
- Humanität her --- -"

NEIN! Nicht Humanität hin oder her.
Es ist furchtbar, dass man so was schreiben kann - seelisch dazu in der Lage ist.

Aber jetzt begreife ich langsam, was es alles für Menschen gibt.
Sie sind ja nicht der einzige in diesem Thread, der für die Entmenschung ist.

"die Akteure im Gesundheitswesen sind m.W. verpflichtet, die jeweils kostengünstigste Problemlösung zu bevorzugen."

Nein, das sind sie NICHT.
Sie sind immer verpflichtet - solange man nicht von Robotern spricht, sondern von Menschen -, die MENSCHLICHSTE Problemlösung zu bevorzugen.

Mich schaudert, wenn ich daran denke, dass auch ich mal in die Hände von Befürwortern der Kaltherzigkeit fallen könnte.

Da möchte ich mit der Patientin sagen:
'Dann lieber tot sein.'

@12:47 von Sisyphos3

"Kritik an diesem Beitrag !"

Nutzer Yolo spricht eine unbequeme Wahrheit an:
Bei aller christlicher Nächstenliebe muss auch an das Ganze gedacht werden. Es ist eine Frage der Abwägung und dabei wollen wir durchaus großzügig, aber nicht maßlos werden!

Eine 24/7-Betreuung in der Einzelpflege kostet ca. 250 t€ im Jahr. Es ist daher naheliegend, dass man 6 oder 12 Patienten in (ambulanten WGs) zusammenfasst. Das sollte wegen der sozialen Kontakte wohnortnah zu Familie und Freunden passieren.

Übrigens, wie immer, ein guter "Stalinski".

einige Kommentare erschrecken...

Ich bin zutiefst erschrocken, wie hier von einigen die Meinung vertreten wird, man könne nur das erhalten, was man erarbeitet hat und muss dann mit dem zufrieden sein, was man bekommt und kann all seine Wünsche eben nicht erfüllen.
Diese Menschen haben doch nur den Wunsch teilzuhaben am Leben, dabei sein zu dürfen, zuhause wohnen zu können.
Diese Familie steht zusammen, sie halten auch in der Not zusammen, aber sie brauchen Unterstützung, die kostet, aber ein Intensivpflegeheimplatz gibt es auch nicht für 1,50€, auch der kostet.
Es geht hier um Menschen, die warum auch immer schwerst erkrankt sind und jeder kann betroffen sein- von jetzt auf gleich.
Pflegedienste sollen natürlich kontrolliert werden, damit die Pflege wirklich gewährleistet ist, aber wenn es zuhause funktioniert, sollte sich eine Gesellschaft wie die unsere das leisten.

Es sollte Möglichkeiten

geben, die den Bedürfnissen behinderter Menschen und ihrer pflegenden Angehörigen und sonstigen an der Pflege beteiligten Personen angepasst bzw. für sie wählbar sind.
Wichtig ist auch die Überprüfbarkeit auf Pflegequalität, sehr gute Ausbildung des Personals und ganz wichtig finde ich ausreichend Personal.
Am Personal darf und sollte nicht gespart werden. Um die Berufe in der Betreuung und Pflege von behinderten und betagten Menschen attraktiver zu machen, sollte schon vom Gesetzgeber darauf geachtet werden, dass dieser harte Beruf entsprechend entlohnt wird, Arbeitszeiten attraktiver gestaltet werden. Jede Institution sollte ein Leitbild vorweisen an das es sich zu halten hat.
Fühlt sich das Personal wohl fühlt sich auch der Bewohner oder die Bewohnerin wohl. Ein gutes Image der Pflegeinstitutionen ob ambulant oder stationär beseitigt Ängste bei Menschen die deren Dienste benötigen.
Der Staat sollte hierbei nicht sparen.

Jeder liest zwischen den Zeilen, was er gerne möchte...

Immer das selbe.
Im Artikel steht nicht, dass Frau Wiesner nicht arbeiten will. Auch nicht, dass sie 365 Tage im Jahr Non-Stop im Uralub ist.
Darum geht es auch gar nicht. Sondern darum dass im SELBST-bestimmten und SELBST-organisierten Alltag mit vereinten familiären Kräften eine Lösung gefunden wurde, welche Frau Wiesner möglicherweise sogar zusteht. Bevor also ein einziges Kräfte verzehren und Rechtsweg-Drama losgetreten wird, erinnert sie hier sehr offenherzig an diese berechtigten Wünsche.
Da interessiert mich auch nicht, ob vereinzelte Angehörige aufgrund anderer Erkrankungen noch bessere Lösungen gefunden haben.
@ Yolo:
"...und als Vertriebsleiter im Homeoffice gearbeitet. Nur 4x die Woche musste er in die Firma."
4x die Woche in die Firma, der Rest zu Hause. Das nennt man dann Homeoffice? Ich hab ja erst ein bisschen gebraucht, aber dann hab ich die feine Satire in Ihrem ganzen Beitrag bemerkt. Grüße

yolo und andere

Jahrzehnte hat mein Mann als Selbständiger freiwillig Pflichtversichert in Kranken- und Pflegekasse eingezahlt. Den Höchstbetrag! Ich hatte/habe meine Krankenversicherung als Arbeitnehmer. Krank waren wir nie; Leistungen haben wir in Anspruch genommen, wenn es sein musste (Vorsorge).
Dann wurde mein Mann krank - ALS.
Er hatte sich diese Scheisskrankheit nicht ausgesucht. Frau Wieser ihre Behinderung sicher auch nicht.
Wir haben uns für häusliche Pflege entschieden und somit der Allgemeinheit viel Geld gespart. Das Pflegegeld für häusliche Pflege reicht hinten und vorne nicht, es blieben immer noch Zuzahlungen. Wie sich die Pflege auf mein Rentenkonto auswirkt, weiss ich auch schon.
Nicht jeder Kranke/Behinderte kann arbeiten. Sollten Sie eigentlich wissen.
Und der Wunsch Frau Wieser sterben zu wollen - selbst dem sind Riegel vorgeschoben. Es bleibt einem Kranken mit Todeswunsch leider nur die Einstellung jeglicher Nahrungsaufnahme und ein verständnisvoller Palliativmediziner.
Armes D.

12:57 von RoyalTramp

was soll dieser beleidigende Beitrag ?

Es war nicht Thema meines Beitrags
ich stellte lediglich fest, dass es in Afrika an 2 Euros liegt
die zwischen Leben und Tod entscheiden
hierzulande ein paar Tausend Euro mehr im Monat eingesetzt werden
lediglich um den Wohlfühlfaktor des Einzelnen zu erhöhen

@bleifrei um 12:00 Uhr

"Für mich ist die gute Frau einfach maßlos in ihren Wünschen. Irgendwo muß auch mal Schluß sein, denn was die Gesellschaft für ihren Luxus bezahlen muß"

Für mich war immer die Frage, wann wir in einer Gesellschaft leben werden, in der Nächstenliebe, Fürsorge, Herzlichkeit und bedingungslose Hilfsbereitschaft die größten Tugenden aller Bürger sind. In der von 80 Millionen Bürgern alle gesunden, kräftigen und mündigen - also ca. 50...60 Millionen - uneingeschränkt selbstlos denken und handeln.
Ihr Kommentar jedoch ist von Neid zerfressen (und sehen völlig unbegründet Luxuskreuzfahrten), denn Sie können und wollen sich nicht in die Behinderung der "guten Frau" hineinversetzen.
Wahrscheinlich aber kann ich meine Frage begraben, oder auf die nächsten 2000 Jahre verschieben, denn es gibt wohl doch zu viele voreingenommene und auf die Ellenbogengesellschaft fixierte Bürger wie Sie in Deutschland.

13:07 von AbseitsDesMains...

Nutzer Yolo spricht eine unbequeme Wahrheit an:
.
klar tut er das und man fällt deshalb über ihn her
Geld ist eben endlich, man kann es auch nur einmal ausgeben
das ist nicht unsozial sondern ne Binsenweisheit

818,57 € monatlich

um 12:47 von Sisyphos3…
aber wer von den Kritikern ist bereit 1.000 Euro oder mehr in die Krankenkasse einzubezahlen

Ich bezahle 818,57 € monatlich in die gesetzliche Krankenkasse. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich einige User hier im Forum von meinen Zahlungen ausnehmen. Für die anderen bezahle ich das gerne.

von Shorty74

ich kann ihnen nur zustimmen.
Jeder kann von jetzt auf nachher oder morgen
betroffen sein. Ich wünsche jedem dass er die Versorgung bekommen kann und darf um noch eine bestmögliche Lebensqualität haben zu dürfen und nicht sein Dasein fristen muss.

Hier dürfte schon von staateswegen nicht gespart werden. Es werden soviel Zigmillionen vom Staat verplempert, die in diesem Bereich besser investiert wären und das Leben für behinderte und kranke Menschen und an deren Pflege beteiligter Personen angenehmer gestalten könnte.

13:00 von Rimutotara

Sind Sie noch nie auf die Idee gekommen, dass unser Umverteilungssystem dringend reformbedürftig ist?
.
natürlich
ein Single zahlt dieselben Krankenkassenbeiträge wie ne 20 köpfige Familie
halten sie das für unsozial ?
nicht ausreichend

12:00 von bleifrei

“Für mich ist die gute Frau einfach maßlos in ihren Wünschen. Irgendwo muß auch mal Schluß sein, denn was die Gesellschaft für ihren Luxus bezahlen muß, das ...“

Kristina Vogel, kennen Sie die? Sie stellte einem Herrn ohne Behinderung, aber seinen MercedesSUV auf dem Rollstuhlfahrerplatz, folgende Frage: wenn Sie 'meinen' Parkplatz in Anspruch nehmen, hätten sie sicher auch kein Problem damit, meine Behinderung ebenfalls zu übernehmen.

Das bringt mich zu dem Punkt; sicher würden Sie gerne für (sagen wir mal) nur ein halbes Jahr mit Behinderten tauschen. Nur um auch den Luxus geniessen zu können, den diese Menschen täglich geniessen dürfen. Von den alltäglichen Hirnlosigkeiten im Alltag gesunder Menschen gegenüber Behinderten schreib ich noch garnicht.

an bera777 !

Vollkommen richtig, was du da geschrieben hast. Etliche Personen unserer Regierung verschleudern Milliarden an Steuergeldern für aberwitzige Projekte und wir Steuerzahler müssen die Zeche dafür tragen.
Es werden zum großen Teil Gesetze im Schleudergang einer Waschmaschine durch gepeitscht, ohne wirklichen Sinn und Verstand.
Dann kommt noch die Frage, warum steigen gerade in der Medizin und in der Pflege in Kosten ins Uferlose ????
Alle daran beteiligten wollen groß verdienen, die Krankenhäuser, die Pharmafirmen und etliche mehr. Gerade die Pharmalobby tut sich da sehr hervor. Es gibt aber auch Pflegedienst und Einrichtungen, die den Hals nicht voll kriegen, die Mitarbeiter schlecht bezahlen und die Patienten nur als Ware betrachten.
Es krankt im kompletten System, und durch total unfähige Politiker wird es auch nicht besser, sondern immer schlechter.

„Menschen wie ich dürfen nicht der Willkür ausgesetzt sein von Leuten, die Gutachten erstellen. Wie ich lebe, will ich selbst entscheiden. Das ist ein verfassungsmäßiges Recht eines jeden Menschen, und das muss auch für Behinderte gelten“

Es GILT auch für Behinderte.

„tagesschau.de: Ein Anliegen des Gesetzes ist ja, einen Missstand zu beheben: Gerade in ambulant betreuten Pflege-WGs ist die Versorgung offenbar häufig schlecht und Patienten sowie Personal werden abgezockt. Wie könnte eine sinnvolle Lösung aussehen, die den unterschiedlichen Situationen von Pflegebedürftigen gerecht wird?
Wieser: Natürlich gibt es beispielsweise Wachkoma-Patienten, bei denen sich die Familien (...) Die sind dann in der Tat in solchen "schlechten" Pflege-WGs dem System hilflos ausgeliefert“

Sinnvolle (und zugleich einzig mögliche) Lösung: Das Instrument, das Abzocke überhaupt erst möglich macht und dazu führt, dass Menschen Willkür ausgesetzt sind - das Geldsystem - durch ein menschenwürdiges ersetzen.

Danke harry_up

Es ist ermutigend, solche Kommentare, wie die Ihren zu lesen.
Aber was hier teilweise von anderen Foristen zu lesen ist - wirklich erschreckend.
Erbärmliche, gefühlskalte Welt, in der der Mensch nur noch ein Kostenfaktor zu sein scheint.

Es geht nicht um Luxus sondern um eine grundlegende Teilhabe.

Einige sehen die Intensivpflege hier wohl als Luxus und zeigen damit das sie keinerlei Vorstellung haben wie körperlich Eingeschränkt diese Menschen zumeist sind. Viele können nur noch ihre Augen bewegen, für diese Menschen bedeutet die Anwesenheit einer auf sie eingestellten Pflegekraft schlichtweg eine Notwendigkeit um kommunizieren zu können und nicht bei vollem Bewusstsein qualvoll zu ersticken. Für etliche Betroffenene würde das Heim Isolationshaft gleichkommt da dort niemand die Zeit hätte für technisch unterstützte Kommunikation, zudem diese auch ausfallen kann. Das diese Leute in Deutschland Zuhause Leben können, teilweise sogar studieren und Arbeiten ist eine Errungenschaft auf die wir als Land stolz sein könnten und sein sollten. Das geplante Gesetz ist völlig inakzeptabel da es komplett ignoriert das viele Menschen nicht von einer Beatmung entwöhnt werden können aufgrund unheilbarer Krankheit oder Unfall. Diese Menschen sollen wegverwahrt werden, aus den Augen aus dem Sinn.

man merkt, viele haben keine ahnung

ich bin selbst vom hals ab querschnittsgelähmt und künstlich beatmet.
ich werde vom Pflegedienst 24h zu hause betreut. ich möchte nicht in einem heim, wg oder sonstwo versorgt werden. und ich bin auch kein Privatpatient (so wie es frau wieser auch nicht sein muß). wer über die kassenbeiträge schimpft, sollte sich erstmal fragen, wer sich zuerst aus der Solidargemeinschaft verabschiedet. es sollten ALLE in die gesetzliche kasse einzahlen (Politiker, proffessoren, beamte usw.)
wer die berichte gelesen hat, weiß was für zustände in heimen herrschen. das möchte ich auf keinen fall erleben. auch wg`s sind unterbesetzt. solange man nicht selbst betroffen ist, hat man gut reden, aber wehe wenn...
einige wie Hackonya2 z.b. haben vollkommen recht ,dem ist nichts hinzuzufügen.

@yolo : wenn du ein bißchen Ahnung hättest, dann wüßtest du, daß die meisten firmen lieber die strafen zahlen, als auch nur annähernd die Quote zu erfüllen, behinderte einzustellen.

über andere sprechen oder mit anderen reden?

Vielen Dank an Familie Wiesner für den Einblick. Hab mich sehr über Ihre Offenheit gefreut. Man spürt auch die Dankbarkeit gegenüber der eigenen Familie, aber auch dass der Alltag zwiegespalten sein kann zwischen Depression, Notwendigkeit, Zuversicht und Optimismus. Finde ich gut. Vielen anderen geht es ähnlich. Den existenziellen Aspekt, dass nun Befürchtungen und Ängste wach wurden, teile ich.
Wussten Sie, dass Sie gemeinsam ein tolles Vorbild darstellen? Das nehm' ich gerne mit. Schöne Fotos.
Viel Erfolg

@12:41 von Quakbüdel

""die Akteure im Gesundheitswesen sind m.W. verpflichtet, die jeweils kostengünstigste Problemlösung zu bevorzugen."

Na dann ist es nicht mehr weit bis zur Euthanasie.

Pflegeheim

Neimanden darf vorgeschrieben werden, wie und wo er im Pflegefall zu leben hat. Es ist klar die häusliche Pflege zu bevorzugen weil:
1.Das Pesonal in Pflegeheimen hoffnungslos überfordert ist. 2. Es viele schwarze Schafe unter den Pflegeheimbetriebern gibt. 3. In Heimen bekommt der Begriff "Hinvegetieren
" eine ganz neue Dimension. 4. Es gibt einfch nicht genug gute Einrichtungen und qualifiziertes, gut bezahltes Personal. 5. Die gewohnte Umgebung und Menschen sind lebensbejahend. 6. Im Heim geben viele schnell ihren Lebenswillen auf, weil Ihre Hoffnung rapide sinkt.
Solange Angehörige und ambulantes Personal da sind, gibt es kein Grund für ein Heim. Im Gegenteil die ambulante Pflege muss ausgebaut werden. Heime sind nur die 2. Option. P.S. ich wünsche allen Heimbefürworten ein langes, gesundes Leben und am Ende einen schnellen Tod, damit sie nicht den Entwürdigung im Pflegeheim ausgesetzt sind. Ein Herr S. braucht sich da sicher weniger Gedanken zu machen, so wie immer.

12:17 von Sisyphos3

“In einer entsprechenden Pflegeeinrichtung wo ein Pfleger auch 3 oder 4 Patienten versorgt käme man mit 1 aus.“

Mein verstorbener Mann, ALS erkrankt, in einer Pflegeeinrichtung; das stelle ich mir gerade vor. Alle zwei Stunden schaut Pflegepersonal vorbei. Und das bei einem Menschen, der “nur“ körperlich eingeschränkt ist, geistig aber auf Höchststand. Soll der dann auch noch geistig verwahrlosen? Weil's egal ist?
Tut mir leid, aber in welcher Pflegeeinrichtung ist ein/e Pfleger/in für drei oder vier Patienten zuständig? Ich kenne keine. Vielleicht privat, oder in Skandinavien oder Asien. Privat ist nicht finanzierbar, weil noch teuerer. Und Ausland? Ja, das wär's. Den Luxusaufenthalt in Thailand. Spart der Allgemeinheit auch Geld, denn dafür macht die Pflegekasse keinen Cent locker. Auch nicht, wenn von Anfang an einbezahlt wurde.

Das, was an diesem

Das, was an diesem Gesetzentwurf im Wesentlichen kritisiert wird, ist die Entmündigung allein körperlich behinderter Menschen.
Gegen ihren ausdrücklichen Willen, den sie bewusst formulieren, würden die Menschen in Heime gesteckt werden. Mir kommt dabei durchaus der Vergleich mit Inhaftierung und Freiheitsberaubung in den Sinn...

Wenn Sie gestatten, verlinke ich zu einem weiteren `Fallbeispiel´.

https://abilitywatch.de/2019/08/16/haeusliche-beatmung-
bedeutet-freiheit-und-aktivitaet/

Daraus: "Es hat also weder mit Inklusion noch mit Qualität zu tun, was die Bundesregierung gerade plant. Für uns Betroffenen ist das Gesetzesvorhaben ein enormer Einschnitt in die Lebensqualität und widerspricht jeglichen Rechten auf Selbstbestimmung."

Geld wird an anderer Stelle zu genüge verschwendet

Da sich hier einige Sorgen wegen ihrer Beiträge machen, die Kosten für Menschen wie die Frau im Interview betragen maximal 3,6 Prozent der Gesamtausgaben der KK letztes Jahr, gerechnet mit den wenigen verfügbaren Zahlen und davon den höchstmöglichen Summen, der wirkliche Prozentsatz wird geringer sein. Also an diesen Menschen deren letzte Lebensqualität ihr Zuhause ist zu sparen ist nicht nur moralisch und menschlich verwerflich, sondern als Kostensparmaßnahme auch noch ungeeignet, selbst wenn man 1 Prozent hierbei einsparen würde, wäre das bei der Gesamtkostenentwicklung der GKV eine kaum wahrnehmbare Entlastung die mit Sicherheit nicht zu sinkenden Beiträgen führen würde.

13:46 von Wolfes74

<< @12:41 von Quakbüdel

""die Akteure im Gesundheitswesen sind m.W. verpflichtet, die jeweils kostengünstigste Problemlösung zu bevorzugen."

Na dann ist es nicht mehr weit bis zur Euthanasie. <<

Auf diesen Gedanken bin ich selber zwar vorhin noch nicht gekommen - aber ich kann ihn nachvollziehen.
Und Sie könnten sogar Recht haben.

Es ist nicht so leicht wie sie denken

Ich bin selbst seit 5 Jahren beatmet.Zudem sind auch viele meiner Freunde in ähnlicher Situationen und weiß daher wovon ich spreche.
Nicht jeder Behinderte oder Beatmete ist gesundheitlich überhaupt in der Lage einer regelmäßigen Arbeit nachzugehen.Dazu kommt,dass es nun mal auf dem Arbeitsmarkt zu Diskriminierung kommt und Behinderte trotz nötiger Qualifikation und zigfacher oder hundertfacher Bewerbungen keinen Job findet.Zudem ist für uns der Weg zu höheren Bildungsabschlüssen und damit zu besseren Einkommensmöglichkeiten oft versperrt.Eine Bekannte von mir wurde von ihrem Kostenträger die Betreuung für ihren Master in Journalismus verweigert,weil sie ja schon den Bachelor habe und ein Weiterführendes Studium ihr nicht zusteht.Es ist uns also noch nicht mal möglich einen Bildungsgrad wie ein Steven Hawkins zu erreichen. Eine Betreuung wie die von Frau Wieser kostet monatlich über 20.000€. Die wenigsten gesunden Menschen verdienen so viel.Für 99% der Behinderten ist dies zu stemmen.

Jeder darf gerne 4 Wochen wie

Jeder darf gerne 4 Wochen wie ein ALS Patient im Locked in Syndrom leben, vielleicht würden es einige dann verstehen. Im Endeffekt lässt das Gesetz den Menschen die Wahl zwischen Tod und kompletter Isoliertheit vom Leben. Das Jugendliche beatmete Kind einer Bekannten, das einen Schulabschluss macht hat schon gefragt ob es mit 18 aussortiert werden soll. Wenn dieser Entwurf durchkommt soll sich Deutschland hüten andere Länder wegen Menschenrechtsverstößen zu kritisieren.

Warum ist Hr. Spahn nur so ein extremer Menschenhasser ?

So ziemlich alle seine "Reformen" und Neuerungen im Gesundheits- und Pflegebereich sind durch die Bank weg eine Verschlechterung bis hin zur absoluten Inhumanität.
Solange sich (vielleicht....) ein paar verfluchte Euro sparen lassen, wird es gemacht - völlig egal wie ekelhaft und inhuman das ist.

@um 11:40 von harry_up

Dann müssten auch allen anderen Eingeschränkten diese Mittel zur Verfügung stehen. Weil das nicht geht und leistbar ist, kann man meiner Meinung nach keine Ausnahmen machen.
Wie viele fahren gar nicht in den Urlaub, weil sie es sich nicht leisten können. Da fragt niemand, ob sie lieber ein anderes Leben hätten. Kinder verharren oft in der Armut ihrer Familien. Wer schickt diese Kinder mit Sicherheit in einen Urlaub?

Urlaub ist ein Luxusgut. Entweder man kann es sich leisten, oder muss darauf verzichten.
Eine Übermoralisierung lehne ich hier ab.

Am 02. November 2019 um 14:05

Am 02. November 2019 um 14:05 von Alexander 4711
"Warum hat ein beatmeter Mensch einen höheren Stellenwert als zum Beispiel ein dementer oder spastisch gelähmter???"

Den Rest Ihrer Äußerung lasse ich mal weg für die Ehre der Menschheit.
Machen Sie doch was aus Ihrem Leben und finden es heraus.
Fachpfleger werden sehr gesucht wie die Vernunft im Allgemeinen. Das wäre sicher gut für Ihr Karma.

manche scheinen...

hier nicht zu verstehen das die Dame nicht selbst schuld an Ihrer Situation ist...jemand Anderer ist dafür verantwortlich... jeder Alki bekommt Entziehungskuren bezahlt...warum?...ich kannte einen Beamten bei der Feuerwehr...erst in den Innendienst,dann 3 Kuren...zum Glück hat er nie Pension bekommen...das sind Kosten die unnötig sind...bei Frau Wieser sieht das ganz anders aus...ich wünsche ihr viel Glück...

14:16 von ColJack

“Jeder darf gerne 4 Wochen wie ein ALS Patient im Locked in Syndrom leben, vielleicht würden es einige dann verstehen.“

Ich glaube nicht, dass sich irgendwer - wenn nicht selbst betroffen oder Angehöriger - vorstellen kann, was das bedeutet.

@um 12:13 von Huhn

Wären Sie auch so konsequent, wenn diese Frau Ihre Frau oder Ihre Tochter wäre?
....
Ja. Ich habe drei kranke Kinder. Wir beanspruchen keinerlei Hilfen vom Staat oder von den Kassen.
Ich bin dafür, dass man ein selbstbestimmtes Leben führt, welches man sich leisten kann.
Das bedeutet auch Einschränkungen und Verantwortung für sich selbst.
Das Hoffen auf fremde Hilfe kann ja durchaus für manche lohnend sein. Ich bin eher dafür, mit eigener Kraft das Leben zu stemmen und nicht auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein.
Wenn das gar nicht anders gehen würde, wäre das schade. Aber einen Urlaub würde ich niemals anderen abverlangen, weil es Luxus bedeutet und NICHT zu den normalen Existenzsicherungen gehört.
Das geht über ein vertretbares Maß hinaus.
Menschen, die selbst unter Einkommensmangel leiden, durch Solidaritätszahlungen solche Leistungen abzuverlangen ist schäbig und egoistisch.
Was nicht geht, das geht nicht.

Neben Selbstständigkeit, 6Kindern versorgen wir Obdachlose und Alte.

14:16 von ColJack

die Wahl zwischen Tod und kompletter Isoliertheit vom Leben
.
und genau um solche Vergleich geht es bei ihrer Schwarz / Weiß Sicht
das Prinzip der Solidarität dreht sich um :
Ausreichend, Zweckmäßig, Wirtschaftlich und Notwendig
wenn einer ein Einzelzimmer in der Klinik haben möchte
- warum nicht - wenn er es selber zahlt

wenn einer Porzellankronen wünscht, gar ein Implantat ....
ihm seine Brüste zu groß / klein ...

@um 12:25 von Hadbang

es macht schon einen kleinen Unterschied ob man von den Halswirbel oder dem unteren Rücken ab gelähmt ist.
...
Richtig. Und was nicht mehr geht, das geht eben nicht mehr.
Die Einsicht, dass nicht eine ganze Gesellschaft in Haft genommen werden kann für die Wünsche eines Einzelnen (mag er auch noch so krank sein), sollte gegeben sein.
Wenn sich dann doch jemand aus Empathie heraus gesehen in der Lage sieht zu helfen, so ist das prima, leibenswert und löblich.
Allerdings sollte man aus meiner Sicht daraus keinen Anspruch ableiten können.
Oder wer schenkt den vielen Kranken einen Urlaub, eine ständige Haushaltshilfe, etc, weil sie sich nicht in der Lage sehen?
Die bekommen die wenigsten.
Zunächst sollte es die Aufgabe eines jeden selbst sein, diese Dinge zu organisieren.
Es ist lächerlich, dass für den Urlaub zwei Pfleger aus der öffentl. Hand bezahlt werden sollen.
Die Forderung geht mir hier entschieden zu weit.
Existenzhilfen ja, Luxus nein!

14:17 von WirSindLegion

“Warum ist Hr. Spahn nur so ein extremer Menschenhasser ?
So ziemlich alle seine "Reformen" und Neuerungen im Gesundheits- und Pflegebereich sind durch die Bank weg eine Verschlechterung bis hin zur absoluten Inhumanität.“

Ich glaube nicht, dass Herr Spahn ein Menschenhasser ist. Er macht sich schlicht keine Gedanken, was diese “Verbesserungen“ für Einzelne bedeuten. Anstatt sich zu kümmern, dass die Pharmaindustrie an die Kandarre genommen wird (nirgendwo in der EU sind Medikamente so teuer), dass überflüssige Operationen unterbleiben usw., sorgt er evt. für seine Anschlussverwendung vor. Und - Weil Herr Spahn persönlich, vermutlich nie in den Genuss seiner Reformen kommen wird, macht er das, was er jetzt so macht.

Am 02. November 2019 um 14:18

Am 02. November 2019 um 14:18 von yolo

"Dann müssten auch allen anderen Eingeschränkten diese Mittel zur Verfügung stehen..."

Dachte mir schon, daß das dahintersteckt. Der Anker Ihrer Heulboje gründet in der Frage, die auch in den absurden Behinderungen von Rettungskräften u. a. immer wieder verborgen auftaucht.
"Und wer kümmert sich um mich oder wer rettet mich?"
Ihre Argumente sind nicht zu verstehen in einer solch existenziellen Frage und emotionalisieren dieses niveauvolle Forum.

@um 12:27 von W_Wupper

Solidarität der Gesellschaft, ?

Bei der Unterstützung eines Urlaubs hört es bei mir eben aus, egal wer da auf der anderen Seite fordert. Wir haben andere Aufgaben zu lösen, als den Urlaub einiger zu sichern, egal ob krank oder nicht.

14:37 von yolo

“Es ist lächerlich, dass für den Urlaub zwei Pfleger aus der öffentl. Hand bezahlt werden sollen.“

Wo steht das denn? Vielleicht bekommt Frau Wieser den üblichen Satz für häusliche Pflege bezahlt. Alle Aufwendungen, die den Urlaub betreffen, trägt die Familie selbst.
Wir mussten für den Transport meines Mannes zu seinem letzten 3-Tage-Urlaub auch selbst organisieren und!!! bezahlen.

@14:30 von yolo - Sie wollen einen Staat...

...den zum Glück die Mehrheit in diesem Land nicht haben möchte.

---

Und dieser Versienst, den wir uns in den letzten 80 Jahren verdient
und erarbeitet haben ist gut so.

Ihnen würde ein Land wie die USA gut stehen.
Dort kann man durchaus ein selbstbestimmtes Leben führen.
Eines wo das Krank sein davon abhängig wird, wie dick die Geldbörse ist.
Wenn Ihre anscheinend gut gefüllt,
können Sie sich glücklich schätzen.

Aber bedenken Sie, Sie und auch wenige andere hier, die so denken wie Sie,
leben in einer demokratischen Gemeinschaft wo die Mehrheit immer noch entscheidet.

Und die Mehrheit denkt so wie ich und das ist gut so.

@um 12:40 von Zirbelkiefer

Hoffentlich kommen Sie mal nicht in eine Situation wo Sie auf andere angewiesen sind.
....
Das haben wir längst und ich bin stolz darauf, dass wir uns selbstständig über Wasser halten können. Drei meiner sechs Kinder haben eine seltene Stoffwechselerkrankung und leben eingeschränkt.
Ich habe ihnen beigebracht, dass sie sich auf das konzentrieren müssen, was sie selbstständig können und dass sie dort an sich arbeiten müssen, um möglichst unabhängig leben zu können. Das ist bisher gelungen und weder Kassen noch Staat zahlen drauf, sprich der Steuerzahler. Was nicht geht, geht eben nicht.
Seien persönlichen Grenzen zu kennen beurteile ich als essentiell und als Grundlage, für ein zufriedenes Leben, dass die eigenen Grenzen eben berücksichtigt, ohne die Freiheit anderer einzuengen.
Dennoch leistet meine Familie viel Unterstützung und investiert viel Zeit und Kraft. Da gehört es auch hin.
Selbstverantwortung ist ein Fremdwort für viele, wie mir scheint.
Der Staat solls richten?

Die Politik ist nicht an

Die Politik ist nicht an Schiksalen interessiert. Sie orientiert sich an den Möglichkeiten der Verteilung eingenomener Geldmitteln.
Wenn sie nun (wieder mal) die Arbeitsseite (hier durch Kürzungen) gegenüber der Kapitalseite stärker belastet, dann ist dies leztlich nur eine Frage der Vermögensverteilung in unserer Gesellschaft und der Setzung von Prioritäten.
Man kann sich auch fragen, wofür wollen wir unsere Arbeit, unsere Zeit einsetzen: für die Produktion von noch mehr Plastik, noch mehr Spielzeug, noch mehr Müll, oder wollen wir mehr Zeit für Menschen, Kinder, Kranke und andere Bedürfnisse aufbringen. Geld ist nur der Gegenwert für Arbeitszeit; Politik die Frage der Verteilung und Proritätensetzung.

@14:30 von yolo - Leben heißt nicht nur existieren...

...Ein Mensch sollte es erlaubt sein auch mal einen Urlaub machen zu dürfen.
Oder einem Hobby nachgehen.

---

Sie aber wollen, daß das nur die Menschen machen dürfen, die es auch vorher verdient haben.
Allen anderen verwehren Sie es.

Und genau das ist der falsche Ansatz für eine funktionierende soziale Gesellschaft,
in der ich jedenfalls nicht leben möchte.
Und ganz ehrlich von Menschen wie Ihnen möchte ich auch keine persönliche Hilfe,
wie Sie den Obdachlosen oder Alten geben, erhalten.

Vielleicht rechnet rechnet es sich....

es rechnet sich sicher nicht. Da sicher irgendwann auch mit Ausbildung der Ehemann mit der Pflege und Betreuung seiner Frau überfordert sein wird....und selbst an seine Grenzen kommt.
Es ist eine grosse Herausforderung rund um die Uhr schwerstpflegebedürftige Angehörige zu versorgen. Ich habe oft sich aufopfernde pflegende Angehörige (meist Töchter) erlebt, die ihren Beruf aufgaben und irgendwann an ihre Grenzen kamen, kein Leben mehr für sich hatten und irgendwann die ganze Familie leiden musste, sogar eine Ehe kaputt ging.
Daher sollte grösstmögliche Entlastung von Familien für zu pflegenden Angehörigen statt finden. So wie es in diesem hier im Forum beschriebenen Fall stattfindet, finde ich sehr gut. Es ist wunderbar wie die Familie zusammenhält und die Dame in ihrer Familie, wo sie hingehört, bleiben darf.

@um 12:49 von Sausevind

Ja, selbstverständlich ist die Gesellschaft dann verpflichtet, "alles möglich" zu machen.
....
Nein, das glaube ich nicht.
Es gibt lebenserhaltende Maßnahmen und auch pflegerische. Bei Luxusforderungen muss eine Forderung allerdings unterbleiben, wie hier z. B. der Urlaub mit Pflegekräften.
Wollen Sie nun jedem Bürger einen Urlaub finanzieren, weil er ggf. kränklich ist oder aber sogar es sein Herzenswunsch ist?
Wo soll das hinführen.
Die Versorgung im Normalfall muss reichen.
Alles, was darüber hinaus geht, muss man sich entweder selbst leisten können, oder aber darauf verzichten, ist meine Meinung.

Herzlos bin ich sicher nicht, sondern nur konsequent. Aber das ist ja heutzutage schon für viele ein Problem. Da sagt jemand Nein, also ist er hartherzig. So ein Blödsinn.
Ich versorge Obdachlose, helfe ehrenamtlich an der Schule neben Kindern und Selbstständigkeit. Mein Mann ist teilgehörlos und arbeitet voll ohne Behindertenausweis, weil es auch ohne geht. Punkt.

Es ist kein Luxus zu kommunizieren und nicht zu ersticken

Jeder dieser Menschen würde wohl mit Kusshand tauschen wenn er könnte. Wer es als Luxus bezeichnetdas ein Mensch nicht wie ein Gegenstand aufbewahrt wird und als leere Hülle abgetan wird, der sollte dringend überlegen in was für einer Welt er leben möchte. Desweiteren diese Kommentare mit ja aber andere Behinderte, Beatmung und komplette Lähmung bringen nun mal spezielle Probleme mit sich. Im Übrigen alle Betroffenen sagen das das Recht auf ambulante Pflege auch für Demente und andere Personen gelten soll. Was tun denn die Ungerechtigkeit Schreier für mehr Gerechtigkeit in der Pflege? Es wird mir für immer ein Rätsel bleiben wie man so missgünstig auf schwerkranke und Behinderte Menschen sein kann.

@yolo "eine ganze Gesellschaft

"nicht eine ganze Gesellschaft in Haft genommen werden kann"

Eine Gesellschaft (wie unsere) ist sehr viel größer als jeder einzelne Bürger. Und auch größer, als die Summe aller Bürger.
Sie kann selbstverständlich für alles in Haft genommen werden, was in ihr geschieht!

"Jeder ist für sich selbst verantwortlich" soll nur unser Gefühl unterdrücken, für jeden anderen unserer Mitmenschen in gleichem Maße auch verantwortlich zu sein, weil es so maßlos viel erscheint. Was wir aber zu jeder Zeit sind - alle 82 Millionen (wechselseitig)! Der Staat sind alle.

Zum Thema Urlaub

Die Pfleger müssen bezahlt werden ob zuhause oder woanders, aber die gesamten Urlaubskosten einschließlich der Unterbringung der Pfleger werden privat getragen.

Am 02. November 2019 um 14:30

Am 02. November 2019 um 14:30 von yolo

"...Das Hoffen auf fremde Hilfe kann ja durchaus für manche lohnend sein. Ich bin eher dafür, mit eigener Kraft das Leben zu stemmen und nicht auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein."

Ihnen ist schon klar, daß Sie hier Leute kränken, die genau das nicht mehr können, darunter auch Foristen? Das scheint ja eine super lonesome hero Sache zu sein, die Sie wie beiläufig stemmen. Aber in einem Sozialstaat und das ist hier Hintergrund, ist das irrelevant und eine überflüssige Provokation.

@um 12:57 von Traumfahrer

Also bitte erst mal nach denken und dann schreiben.
....
Wie frech, zu glauben, das hätte ich nicht.

14:21 von Margareta K.

aber in welcher Pflegeeinrichtung ist ein/e Pfleger/in für drei oder vier Patienten zuständig? Ich kenne keine
.
sollten wir nicht einigermaßen sachlich miteinander umgehen ?
was bedeutet 1 Pfleger auf 3 ... 4 Patienten
dass der Pfleger tag und nachts pflegt,
keinen Urlaub hat, keine Fortbildung und nie selber erkrankt
die Woche hat 24 x 7 Stunden
bei ner 35 Stunden Woche bedeutet das, dass man da bequem 5 Leute braucht,
dass immer einer da sein kann
und dann kommt noch die Fehlzeit drauf - wir sind dann bei 6 !
also ein Pfleger ist dann für 20 Patienten zuständig

14:38 von Margareta K.

Ich glaube nicht, dass Herr Spahn ein Menschenhasser ist.
.
der hat die Kasse mit der Kohle in der Verantwortung
und das Geld muß er verteilen
reicht es nicht muß er betteln gehen .....
eine wie ich meine sehr schwierige Aufgabe

@um 13:20 von Margareta K.

Nicht jeder Kranke/Behinderte kann arbeiten.
....
Weiß ich. Aber so ist es nun in meiner Weltanschauung normal, dass man weitgehend versucht, sich selbstständig zu versorgen. Erst wenn dies nicht mehr möglich ist, greift m.M.n. eine Solidarität für das Existenzminimum und nicht für Luxus- u Wohlfühlmomente.
Dass die Familie dann in Anspruch genommen werden muss, ist eine Schicksalsschlag, aber eben einer, den man tragen muss. Jeder hat sein Päckchen zu tragen.
Aus meiner Sicht hat niemand das Recht auf Unversehrtheit in diesem Leben. Zufälle und Unvorhergesehenes trifft eben jeden; manche schwerer als andere.
Dass man hilft, ist für mich selbstverständlich.
Dass das "Opfer" des Lebens aber Forderungen stellt, die über die Existenzgrundlage hinausgehen, finde ich unverschämt. Denn auch andere haben ihre Päckchen zu tragen.
Es gibt keinen Anspruch auf Wunscherfüllung.

Yolo 14,3ß

Neben Selbstständigkeit, 6Kindern versorgen wir Obdachlose und Alte."
das nötigt mir allerhöchsten Respekt ab! Handelt es sich doch um die, die so gerne übersehen werden. Von daher, ich finde Ihre Einstellung bemerkenswert! Auch wenn das Thema schwierig ist und für Nichtbetroffene schwer abzuschätzen, was von der Solidargemeinschaft gefordert werden kann

@um 14:46 von Biocreature

Und die Mehrheit denkt so wie ich und das ist gut so.
....
Sie können denken, wie Sie wollen.
Mich stört es nur, dass Sie anscheinend ein Problem damit haben, dass andere anders denken könnten als Sie.
Für eine Demokratiefähigkeit ist es aber unablässig, auch Andersdenkende leben zu lassen und zu tolerieren.
Sie interpretieren in mein Leben Dinge hinein, die Sie nicht kennen können.
Vielmehr sind wir einfach nur eine leistungsorientierte Familie, weil daraus Wachstum, Freiheit und Selbstbestimmung resultiert. Alles andere sollte für Notfälle gewährleistet sein, wie es ehemals auch in Deutschland vorgesehen war: FÜR NOTFÄLLE und nicht als Wohlfühlprogramm.
Vollkasko durch den Staat lehne ich ab, weil es die Eigeninitiative mindert und Forderungen explodieren lässt, ohne selbst dafür aufkommen zu müssen.
Eigenanteile sind wichtig, damit man versteht, was leistbar ist und bleibt.

@14:53 von WM-Kasparov-Fan - Herausragend!

Wirklich herausragend!

Meinen Dank an das von Ihnen gesagte.

Denn genau das ist der Staat,
so wie ich ihn verstehe
und in dem ich leben möchte.

Danke Ihnen.

Der Gesetzentwurf ist

Der Gesetzentwurf ist indiskutabel, weil er verfassungswidrig ist.

Die Frau Wieser sieht das völlig richtig! Niemals Zwang!

Heime werden niemals das Gefühl des zu Hause haben können - das geht auch gar nicht. Es sind Orte, die ein unbeschreibliches Gefühl der Hoffnungslosigkeit und des Todes ausstrahlen. Auch für Besucher und alle die dort arbeiten.
Es ist wie ein Krankenhaus - aber ohne Befristung des Aufenthalts.

Was für ein Akt der Grausamkeit, wenn das wirklich so kommt!

Wenn ich mal soweit wäre, würde ich sofortige "Konsequenzen" ziehen. Das Recht auf diese Entscheidung habe ich.

@15:19 von StöRschall: Verstößt bereits gegen §1 Abs.1 des GG

"Die Würde des Menschen ist unantastbar......" Das Gesetz vestößt ganz eklatant dagegen.

@um 14:56 von melancholeriker

Ihnen ist schon klar, daß Sie hier Leute kränken, die genau das nicht mehr können, darunter auch Foristen?
.....
Anderer Meinung zu sein, ist eine Provokation?
Wenn das einige so empfinden, tut es mir leid.
Die Grundlage einer Demokratie lebt von Kontroversen und Dissenzen. Andere Meinungen kränken?
Dann hat man eine übersteigerte Fixierung auf das eigene Ich. Anderen ihre Weltanschauung zu lassen, kostet keine Kraft, sondern sollte selbstverständlich sein.
Übertriebene Zurückhaltung ist für mich heuchlerisch und dient nicht der Lösung.
Wenn ich vor jedem zurückweiche, der anderer Meinung ist oder aber sich gekränkt fühlen könnte, wäre wohl die Kommunikation kaum noch möglich.
Ich kränke niemanden, sondern zeige nur auf, wo meine persönlichen Grenzen gezogen sind.
Das steht mir zu.

@15:09 von yolo - Merken Sie eigentlich noch, was...

...was Sie hier schreiben?

---

Was für ein supertolles, Wohlfühlprogramm genießt denn diese Frau oder auch andere ähnlich schwer Kranke?

Das sie mit ihrem Mann vielleicht einmal im Jahr für eine Woche Urlaub macht?

Sie untersagen dieser Frau schlicht weg zu leben.

P.S.:
Ich habe überhaupt kein Problem damit, daß andere Leute eine andere Meinung haben wie ich.
Ganz im Gegenteil.
Aber verlangen Sie nicht von mir, daß ich alle Meinungen auch gut heiße
oder gar tolleriere.

Beispiel:
Ein Nazi (nicht Sie) würde hier seine Meinung kund tun und ich würde dem energisch widersprechen.
Würden Sie dann immer noch behaupten, ich tolleriere keine andere Meinung?

Es gibt für mich Grenzen.
Und Ihre Meinung zu diesem Thema
kann ich nunmal nicht tollerieren.

So einfach ist das.

"...Vielmehr sind wir einfach

"...Vielmehr sind wir einfach nur eine leistungsorientierte Familie, weil daraus Wachstum, Freiheit und Selbstbestimmung resultiert. Alles andere sollte für Notfälle gewährleistet sein, wie es ehemals auch in Deutschland vorgesehen war: FÜR NOTFÄLLE und nicht als Wohlfühlprogramm..."

Danke für die Ehrlichkeit und den Mut, mich in den erweiterten Kosmos Ihrer Sichtweise eingeladen zu haben. Da wird so einiges verständlicher.

Ich betreue und Pflege seit 5 Jahren meine Frau und bin nach vielen erwarteten Enttäuschungen stolz auf unsere Autarkie. So etwas wie Urlaub habe ich nicht mehr gehabt seit Januar 2015 und Reha Anträge für uns beide...Naja. Aber was ist eine Lähmung der Linken Körperhälfte gegen die ganzen Krankheiten, bei denen man wirklich lieber tot wäre...
Ich kann Ihrer Philosophie schon ein bißchen folgen, aber dort wollen Sie nicht sein, wo beatmet werden muß und schließlich ist die Krankheit, wie bei meiner Frau, harte, harte Arbeit. Da muß auch mal Urlaub drin sein.

Pflegegeld ungerecht

Das Pflegegeld ist m. E. ungerecht bemessen, denn es werden unterschiedliche Pflegegelder ausgezahlt. Für häusliche, ambulante oder stationäre Pflege werden unterschiedliche Beträge gezahlt, wobei die häusliche Pflege (meistens durch Familienmitglieder) intensiver und umfangreicher ist; sonstige Gefälligkeitsdienste sind obligatorisch inbegriffen. Die ambulante oder stationäre Pflege läuft nach einem bestimmten Schema im Hinblick auf den Pflegegrad ab; sonstige Gefälligkeitsdienste müssen extra gezahlt werden.

Daher wäre ich dafür, dass für jeden Pflegebedürftigen je nach Pflegegrad der gleiche Betrag ausgezahlt wird; mit diesem Betrag kann der Pflegebedürftige selbst entscheiden, wie er diesen für seine Pflege einsetzen will. Denn der Pflegeumfang ist der stets der selbe, ob zu Hause oder im Heim. Zuhause kämen dann die Angehörigen eher auf ihre Kosten. Ein Schwerstpflegebedürftiger braucht rum um die Uhr Pflege, das kann man nicht mit der Uhr bemessen; im Heim tickt die Uhr mit.

@ yolo

Ich kann an keinem Ihrer Beiträge den Versuch erkennen, auch nur ansatzweise zu berücksichtigen, dass die hier vorgestellte Frau W. eine große Unterstützung ihrer Familie erfährt; die Eltern sind extra dafür umgezogen, um täglich bei ihr zu sein, bis ihr Mann von der Arbeit nach Hause kommt.
Stattdessen nur Kritik Ihrerseits, weil diese Frau etwas aus Ihrer Sicht Maßloses verlangt, obwohl Sie sie gar nicht persönlich kennen.
Nach längerer Diskussion brüsten Sie sich damit, was Sie alles leisten, das kenne ich aus den Diskussionen dieser Art hier bereits.
Ja, auch Sie haben dafür Respekt verdient, aber leiten Sie doch bitte nicht das Recht daraus ab, anderen ihr Selbstbestimmungsrecht nicht zuzugestehen. Die Familie der Frau W. tut das ihrige und möchte nicht Frau W. in ein Heim zwangseingewiesen sehen, darum geht es.

@ um 15:04 von deutlich

schwer abzuschätzen, was von der Solidargemeinschaft gefordert werden kann
....
Die Anzahl der ehrenamtlich Arbeitenden geht stetig zurück mit gleichzeitigem Forderungskatalog nach mehr und mehr Möglchkeiten der Unterstützung.
Wer von denen, die hier lauthals Zustimmung für die Kostenübernahme von Urlaubsbetreuung bekunden, leistet selbst einen Vollzeitjob plus Ehrenamt?
Wer soll das möglich machen, wenn alle Kräfte bezahlt werden?
Wir arbeiten nebenher ehrenamtlich und senken damit die Kosten für die Versorgung von Menschen.
Wenn ich aus meinem Engagement heraus kaum Urlaub mache, dann ist das persönlich freiwilliges Opfertum. Einen generierten Anspruch darauf würde ich niemals stellen, weil ich argumentieren würde, dass wir selbst behinderte Kinder haben, oder aber mein Mann eingeschränkt ist.
Entweder-oder.
Man kann aber nicht unbegrenzt fordern, weil weder Kräfte noch Finanzen unbegrenzt vorhanden sind. Das ist unverschämt, maßlos , sowie realitätsfern gegenüber allen Helfern.

@ yolo 15:25 Uhr

"Ich kränke niemanden, sondern zeige nur auf, wo meine persönlichen Grenzen gezogen sind.
Das steht mir zu."

---

Demnach müssten Ihre persönlichen Grenzen bis zu der hier vorgestellten Frau W. reichen, das kann nicht sein.
Ich halte es für gut möglich, dass sich Frau W. und ihre Familie durch Ihre Aussagen gekränkt fühlen.

@ um 15:30 von Biocreature

Das sie mit ihrem Mann vielleicht einmal im Jahr für eine Woche Urlaub macht?

Sie untersagen dieser Frau schlicht weg zu leben.
....
Sie interpretieren, dass man nur lebt, wenn man einen Urlaub machen kann?
Dann haben wir massig Scheintote in diesem Land, weil ihnen ein Urlaub nicht möglich ist.
Das ist ja schrecklich.

Nein, Urlaub gehört nicht zur Grundlage eines Lebens, sondern zur Verschönerung des Lebens. Es steigert die Lebensqualtität, ist aber nicht notwendig.
Die Gesellschaft sollte man nur für Notwendigkeiten heranziehen.
Die DDR ist finanziell gescheitert, weil sie alles Mögliche ihren Bürgern gönnen wollte.
Das ist schlicht nicht möglich, es sei denn, der Urlaub wird komplett privat bestritten.

Biocreature: "Aber verlangen Sie nicht von mir, daß ich alle Meinungen auch gut heiße
oder gar tolleriere."
---
Habe ich nicht und werde ich nicht.
Problem gelöst.

@ um 15:30 von Biocreature

Und Ihre Meinung zu diesem Thema
kann ich nunmal nicht tollerieren.

So einfach ist das.
.....
Natürlich ist das einfach. Viel einfacher, als sich mit Diskursen rumzuschlagen, Argumenten inhaltlich zu begegnen und neben der Übermoralisierung auch noch ggf eine Finanzfähigkeit für die Forderungen zu erarbeiten.
Natürlich steht Ihnen Ihre Meinung zu, auch die Verweigerung von Argumenten, etc.
Aber jemanden nicht zu tolerieren ist heftig.
Ich sprach ja nicht von Akzeptanz, sondern von Toleranz.
Die brauchte es für einen demokratischen Kurs zwingend.
Wer Demokrat sein will, sollte das beherzigen.

@um 15:33 von W_Wupper

Ich kann an keinem Ihrer Beiträge den Versuch erkennen, auch nur ansatzweise zu berücksichtigen, dass die hier vorgestellte Frau W. eine große Unterstützung ihrer Familie erfährt;
...
Das liegt daran, dass ich das für selbstverständlich halte. Ich komme aus konservativen Verhältnissen, in denen das eine Normalität darstellt.
Ich muss niemanden persönlich kennen, wenn er sich in die Öffentlichkeit begibt und Forderungen stellt, kann ich diese Forderungen für mich einordnen und bewerten. Ich muss nichts gut heißen, weil jemand im Rollstuhl sitzt oder andere Probleme hat. Für mich gelten die Prinzipien für alle gleich. Urlaub ist Privatsache und gehört privat organisiert und finanziert.

Wenn die Familie es nicht alleine schafft, ist ein Heim die Entlastung ihrer Familie. Die sollte nicht weniger beachtet werden, als der Patient selbst. Wenn etwas über die Kräfte und Möglichkeiten geht, ist es eben nicht möglich, egal, was man sich wünscht.
Man muss Grenzen erkennen und akzeptieren.

@um 15:39 von W_Wupper

Demnach müssten Ihre persönlichen Grenzen bis zu der hier vorgestellten Frau W. reichen, das kann nicht sein.
....
Die Grenze liegt bei der Belastbarkeit eines jeden einzelnen Bürgers, sei es durch Sozialabgaben, Steuern oder Ehrenamt, geringe Bezahlung für Pflegeberufe, Schuldenberge für junge Menschen, etc.
Die Patienten tragen selbst eine Verantwortung, die Kosten für die Gemeinschaft gering zu halten, auch wenn das Verzicht bedeutet.
Solidarität ist keine Einbahnstraße.
Schon heute sind wir das Land auf Platz 2 mit den höchsten Steuerabgaben weltweit.
Dazu kommen Migrantenversorgung, Klimawandelrettung, Kinderarmut, Obdachlose, etc. Wer soll das alles stemmen?
Wir arbeiten hart dafür. Aber die Forderungen müssen auch einmal ein Ende haben. Ansonsten versklaven wir viele für die Wünsche weniger.
Wenn sich Private finden, die das ermöglichen wollen: Prima! Dann los.
Aber nicht rufen und die Allgemeinheit muss springen.

@um 15:39 von W_Wupper

Ich halte es für gut möglich, dass sich Frau W. und ihre Familie durch Ihre Aussagen gekränkt fühlen.
...
Mit unangenehmen Gegenwind muss jeder rechnen, der in die Öffentlichkeit geht.
Wer das nicht kann, sollte es lassen.

Ich finde es bedauerlich,

dass sich in manchen Beiträgen der Blick verengt auf das sehr emotional besetzte Thema Urlaub (obwohl niemand weiß, wie genau es sich kostentechnisch auswirkt, mir scheint da das Engagement was das Praktische und das Finanzielle angeht sehr hoch zu sein).
Der eigentliche Knackpunkt des Artikels bezüglich des beabsichtigten Gestzes ist aber doch, ob jemand wie Frau W. gegen ihren Willen in ein Heim gezwungen werden kann.
In der Diskussion würde ich mir den Betroffenen gegenüber ein Wohlwollen wünschen, welches über das "was nicht geht, geht halt nicht" hinausreicht.
Die Selbsbestimmung bezüglich der Wohnsituation ist ein hoch zu veranschlagendes Gut, denke ich.

02. November 2019 um 15:33

02. November 2019 um 15:33 von W_Wupper
@ yolo

Sehr klar und umfassend ausgedrückt alles. Schade, Darwinismus hat ja nun überhaupt nichts verloren, wo es um die Schwächsten der Schwachen geht und damit ist nur die Chance zur Teilhabe gemeint. Daß
Intensivpflege heutzutage von Strohmännern für die einschlägigen Investoren eingekauft werden kann, gerät dabei vollständig aus der Sichtlinie.
Das u. a. gehört eigentlich zum Thema dazu.

@11:34 von Ist Wahr @ yolo (11:16)

"Wenn man nicht betroffen ist, fällt es schwer sich in die Lage dieser Menschen zu versetzen, und zu fühlen was sie fühlen."

Mit einem gesunden Ausmaß an Empathie ist das kein Problem. Man nur WOLLEN.

@11:31 von harry_up

"Es wäre einfach grausam, würde Frau Wieser aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen gegen den erklärten Willen aller unmittelbar Beteiligten in ein Heim verlegt - ich sage bewusst nicht “abgeschoben“."

Ja, das wäre grausam. Es ist kein Nebelteppich, der sich über unserem Land ausbreitet, es die soziale Kälte, die uns erstarren lässt.

@11:16 von yolo

"Anderen wird auch nicht alles ermöglicht, es gibt Grenzen."

Sie klingen nicht zum ersten Mal wie jemand, der den Ärmsten der Armen die Butter auf dem Brot nicht gönnt.

Seien Sie doch einfach mal dankbar, dass es Ihnen besser geht.

Am 02. November 2019 um 15:59

Am 02. November 2019 um 15:59 von yolo

"Mit unangenehmen Gegenwind muss jeder rechnen, der in die Öffentlichkeit geht.
Wer das nicht kann, sollte es lassen."

Schön blöd von mir, daß ich immer wieder auf die Prahlerei anspringe, mit der Sie sich hier als edles Opfer eines Raubzuges inszenieren und noch als moralisch unabhängiger Macher. Da Sie aber einen nicht geringen Anteil von Menschen repräsentieren, die Grausamkeit im Netz zurschau stellen, bedaure ich das nicht. Was anderes ist Ihr Credo für diese Art von Liberalismus nicht. Ja, das ist auch eine Meinung und ich finde nichts, was die entkräften könnte.

@Biocreature 14.51

Und ganz ehrlich von Menschen wie Ihnen möchte ich auch keine persönliche Hilfe,
wie Sie den Obdachlosen oder Alten geben, erhalten."
Na, dann geht es Ihnen offensichtlich zu gut, wenn Sie sich derartige Arroganz leisten können. Echte Hilfsbedürftige sind froh und dankbar für jede kleine Hilfe, wie ich schon erfahren konnte.

Lang, lang ist's her

In den 80iger Jahren hatten wir einen Patienten auf einer neurologischen Station, der nach einer Basilaristhrombose vom Hals abwärts gelähmt und ebenfalls intubiert war. Die Ehefrau kam jeden Tag und hat ihren Mann weitgehend selbst gepflegt. Die Krankenkasse wollte ebenfalls eine Heimunterbringung - fernab vom Wohnort. Die Ehefrau hätte ihn dann kaum noch besuchen können. Die Ärzte haben ALLES getan (mit Erfolg), damit der Patient in unserer Klinik bleiben konnte, weil auch sie sicher waren, dass weder der Patient noch die Ehefrau diese Trennung verkraften würden.
Es galt halt noch Menschlichkeit vor Wirtschaftlichkeit.

@ Anna-Elisabeth (16:07)

>>@11:34 von Ist Wahr @ yolo (11:16)

"Wenn man nicht betroffen ist, fällt es schwer sich in die Lage dieser Menschen zu versetzen, und zu fühlen was sie fühlen."

Mit einem gesunden Ausmaß an Empathie ist das kein Problem. Man nur WOLLEN.<<
------

Wie man hier auf dieser Seite lesen kann, fehlt es heute wieder mal an etwas "Empathie" oder "WOLLEN" (auch ganz schöne Begriffstautologie - oder?).
Wohin wollen mit der Empathie? Problem: jeder wollen ein bißchen mehr für sich und weniger Belastung, ein bißchen weniger für die Anderen, aber dafür hier mehr Belastung. Empathie oder System?

@ um 16:07 von Anna-Elisabeth

"Wenn man nicht betroffen ist, fällt es schwer sich in die Lage dieser Menschen zu versetzen, und zu fühlen was sie fühlen."
Man muss nur WOLLEN.
.....
Und dass einige eine Grenze ziehen und eben gewisse Dinge NICHT WOLLEN, gehört zum Leben und dessen Vielfalt dazu.

Wie jemand betroffen ist, ist eine Schicksalssache. Der eine mehr als der andere.
Und dennoch ist der neidvolle Blick auf diejenigen, die es besser zu haben scheinen, nicht ratsam. Niemand kennt die Nöte des anderen, es sei denn, er macht sie öffentlich.
Die Nöte kann man lindern. Ja.
Aber man sollte dafür dann ausreichend Ehrenamtliche haben, die das leisten können. Doch wer stellt sich diesen Aufgaben bereitwillig, ohne Bezahlung, aufopfernd und beklagt sich nicht?
Diesen Verlust unserer Gesellschaft beklage ich, weil Forderungen laut und lauter werden, aber die Angebote der befürwortenden Menschen nicht gleichzeitig kommen.
Die Anderen sollen´s richten.
Teurer soll aber nichts werden.
Heuchelei ist´s in meinen Augen.

@12:49 von Sausevind 11:16 von yolo

"Ich empfinde Ihren Beitrag als zutiefst grauenvoll."

Ich auch. Ich habe mich gar nicht getraut, zu schreiben, was ich empfinde.

Auch nach vielen tiefen Atemzügen, kann ich mich kaum beruhigen...

@um 16:18 von Anna-Elisabeth

Sie klingen nicht zum ersten Mal wie jemand, der den Ärmsten der Armen die Butter auf dem Brot nicht gönnt.
...
Fehlanzeige. Ich mache Foodsharing für Obdachlose in meiner Freizeit und opfere dafür einen Teil meines Wochenendes, meiner Kraft und meines Kapitals.

Seien Sie doch einfach mal dankbar, dass es Ihnen besser geht.
....
Danke. Bin ich. Ich bin aber nicht dankbar für dauernde Forderungen von Menschen, die selbst nichts für die Gesellschaft tun oder hergeben wollen. Nöte lindern ist sehr gut.
Luxusprobleme bedienen: Nicht mit mir.
Wenn wir zuwenig ambulante Pfleger haben, dann verstehe ich z.B. nicht, warum es so wenig Ehrenamtliche gibt, die sich ausbilden lassen und die Arbeit unentgeltlich machen.
Statt dessen schreit man nach dem Staat, dem Bürgertopf und hofft, dass andere anpacken. Welch eine bequeme Position!

Selbstbestimmung oberstes Gut

Dass Kranke und Behinderte nach Staatswillen 'entsorgt' oder abgeschoben werden hatten wir doch schon mal während des 3. Reichs. Haben wir nichts aus der Vergangenheit gelernt? Ein kranker oder körperlich behinderter Mensch hat in unserer Gesellschaft schon genug zu kämpfen, da darf nicht auch noch fremdbestimmt werden wo und wie er zu leben hat! Das Recht auf Selbstbestimmung darf nicht eingeschränkt werden!!

Intensivpflegestärkungsgesetz

Nur eine weitere Maßnahme um die Familie auseinanderzureißen.
Familien sind in diesem Land unerwünscht, weil sie ihre Interaktionen nicht vollständig den Gesetzen des Marktes unterwerfen.

Offensichtlich nicht viel

Wenn man einiges liest scheinen manche der Meinung Sauber Satt und still ist genug Würde für kranke Menschen und die sollen froh sein wenn man sie überhaupt versorgt, egal unter welchen Bedingungen. Weit zu ist kein lohnenswerter Teil der Gessellschaft kann weg ist es da nicht mehr.

@ um 16:33 von Anna-Elisabeth

Auch nach vielen tiefen Atemzügen, kann ich mich kaum beruhigen...
....
So ist es, wenn man mit den Ansichten anderer Menschen konfrontiert wird, die einem nicht genehm sind.
Schön aber, dass Sie geneigt sind, das auszuhalten.
Es ist schon grauenvoll, wenn jemand sagt was er denkt, nicht wahr?
Ich bin mir völlig sicher:
Wenn ich mein Leben vor allen ausbreiten würde, würde man uns für unsere Stärke gratulieren und ggf. froh sein, dass wir für all unsere Defizite nicht immer gleich nach dem Staat riefen.
Weil ich aber klar mache, dass man Grenzen auch akzeptieren muss, geraten hier einige außer Rand und Band.
Dabei tun wir offenbar oft mehr, als andere es imstande sind und leisten trotz harter Schicksalsschläge immer noch viel für andere.
Wie grauenvoll, wenn sich so jemand noch wagt auszusprechen, was er denkt.
Vielleicht ist es unangenehm, dass eine Großfamilie funktioniert, Ehrenamt betreibt und Defizite selbst ausgleicht u konservativ ist.Tief durchatmen muss man in Demokratien oft

Ich hoffe für Sie, dass Sie

Ich hoffe für Sie, dass Sie nie in einer ähnlichen Situation sind und mit ähnlich zynischen Kommentaren anderer konfrontiert sind. Es geht hier nicht um das WOLLEN sondern um das KÖNNEN. Und eben für solche Situationen sind wir ein Sozialstaat. Sollten Sie Ihre Arbeit verlieren oder arbeitsunfähig werden, springt auch dieses Sozialnetz ein, um Ihnen zu helfen und sperrt Sie nicht kostengünstig irgendwo weg. Auch Pflegebedürftige haben jahrelang in das System eingezahlt in der Hoffnung nie darauf angewiesen zu sein! - leider lässt sich dies in Sachen Gesundheit nicht steuern!!

Vielleicht sollte man

Vielleicht sollte man grundsätzlich auch mehr dafür tun, dass man nicht schon bei dem Wort "Heim" an einen Gruselfilm denkt - und das vielfach mit Recht! Aber solange die Rendite als Gottheit verehrt wird, wird daraus wohl nichts.
Ein Heim, fernab aller Verwandten und Freunde kann auch nicht im Sinne des Patienten sein.

@Ich empfinde ... 16:33 von Anna-Elisabeth

" Ihren Beitrag als zutiefst grauenvoll."
zu @@11:16 yolo

Sicherlich. Aber das ist ja der Sinn der Beiträge dieser 'Menschenverächter'.
Man will Emotionen provozieren, um später in die bekannte Opferrolle zu schlüpfen,
nach dem Motto:
'Das wird man wohl doch noch mal sagen dürfe,ohne gleich als N... betitelt zu werden.'

Einfach nicht übermässig auf solche Nullbeiträge eingehen, nur das hilft.

@um 16:40 von Shuusui

Familien sind in diesem Land unerwünscht, weil sie ihre Interaktionen nicht vollständig den Gesetzen des Marktes unterwerfen.
...
Schon Karl Marx waren seine familiären Pflichten ein Graus. Auch Lenin verstand sich nicht auf familiäre Strukturen.
Das ist der Leitgedanke von Kommunisten, dass die Familie es nicht braucht, weil Familie tatsächlich vermag autonom und autark zu leben, sich nicht in der Weise kontrollieren lässt, wie man es aus sozialistischer Sicht aber für nötig erachtet.
Unsere Gesetze sind voller familienfeindlicher Strukturen.
Das Auseinanderreißen hat auch mMn System.
Dennoch wäre es auch hier die Aufgabe der Familie, für die Basis zu sorgen, die das Zusammenhalten ermöglicht.
Eine Ausbildung zur Versorgung der Kranken könnte eine Pflegekraft ersetzen.
Dass dadurch Entbehrungen andererseits entstehen, kann niemand leugnen.
Wer Familie über den Staat setzt, kann es auch schaffen, wenn man private Gönner und Finanziers findet, die darauf warten, Gutes zu leisten.

Am 02. November 2019 um 16:31

Am 02. November 2019 um 16:31 von yolo

"Niemand kennt die Nöte des anderen, es sei denn, er macht sie öffentlich." So, daß haben sie hiermit getan und das ist an und für sich nichts schlechtes.
Meine Frau und ich haben nur überlebt (auch auf der wirtschaftlichen Ebene), weil wir genau das getan haben.
Unaufdringlich, aber sehr emotional, wenn's darauf ankommt bei Behörden.
Meine Frau hat jahrelang in der Pflege geschuftet und beschwert sich nicht bis heute, obwohl sie evtl. dem Vater einer Amtfrau täglich den Po abgewischt hat, obwohl der vielleicht meine Frau rassistisch und sonstwie beleidigt hat. Ja, ohne Offenheit oder gar Öffentlichkeit verkümmert die Seele zu einem Ort der Bitterkeit und des falschen Stolzes.

16:36 von yolo

"Ich bin aber nicht dankbar für dauernde Forderungen von Menschen, die selbst nichts für die Gesellschaft tun oder hergeben wollen."

Und Sie unterstellen damit andauernd, dass Verena Wieser, um die es sich im Artikel handelt, nichts für die Gesellschaft tut oder hergibt.

Und darum, schlussfolgern Sie, habe sie kein Recht auf Selbstbestimmung, sondern sie muss abgeschoben werden.

Woher wissen Sie, dass Verena Wieser nicht sehr viel "gibt"?

Und selbst wenn sie ein Egomane wäre, die anderen Menschen nur schaden will:
selbst dann hat sie ein Recht auf Selbstbestimmung.

Egal, wie sehr Sie gegen die Menschenwürde ankämpfen:
in einer Demokratie werden Sie damit nicht durchkommen.

@Shuusui (16:40)

" Intensivpflegestärkungsgesetz

Nur eine weitere Maßnahme um die Familie auseinanderzureißen.
Familien sind in diesem Land unerwünscht, weil sie ihre Interaktionen nicht vollständig den Gesetzen des Marktes unterwerfen."
------

Diese Strategie der Ensolidarisierung, Vereinzelung, Empathiereduzierung läuft nicht erst seit heute und doch ist sie anscheinend vielen nicht bewußt oder als eine besonders wetvolle Art der individuellen Freiheit akzeptiert. Die Intensivierung der Märkte bis in die inneren "Welten" der Menschen geht weiter.

@16:40 von Shuusui: Gesetze des Marktes vs. Menschlichkeit

Die Gesetze des Marktes waren nicht schon immer diametral gegen Familien und Menschlichkeit - seit ca. der Jahrtausendwende - also seit 20 Jahren aber immer mehr.

Dieser Trend ist einfach nur abzulehnen - die ganz freie Marktwirtschaft führt zu Verhältnissen wie in den USA oder China (nur noch etwas totalitärer) und Menschen werden zu Robotern bzw. möglichst emotionslosen Maschinen erzogen. Jede Abweichung wird sofort und hart sanktioniert.
In so einer Gesellschaft will ich auch nur noch entfliehen (Exil) oder im Untergrund leben.
Mal schauen wie schlimm es kommen wird......

@16:30 von Ist Wahr @ Anna-Elisabeth (16:07)

"Wohin wollen mit der Empathie? Problem: jeder wollen ein bißchen mehr für sich und weniger Belastung, ein bißchen weniger für die Anderen, aber dafür hier mehr Belastung. Empathie oder System?"

Ich behaupte mal, mit Empathie ließe sich ein menschlicheres System gestalten. Unsere Gesellschaft scheint mir in der entgegengesetzten Richtung unterwegs zu sein - ganz nach dem Motto, was geht mich das Elend der anderen an.

16:33 von Anna-Elisabeth

<< @12:49 von Sausevind 11:16 von yolo

"Ich empfinde Ihren Beitrag als zutiefst grauenvoll."

Ich auch. Ich habe mich gar nicht getraut, zu schreiben, was ich empfinde.

Auch nach vielen tiefen Atemzügen, kann ich mich kaum beruhigen... <<

Genau zu beschreiben, was in mir vorging, habe ich mich auch nicht getraut.
Aber ich ahne jetzt, wie dunkle Zeiten möglich wurden.

Lieben Dank für Ihr Feedback.

@ yolo

Differenzieren Sie eigentlich noch, welche Kritik einer weit verbreiteten Haltung in unserer Gesellschaft gilt und was konkret nun der Frau Wieser und ihrer Familie gilt?
Ausgangspunkt war, dass Sie auf den Wunsch von Frau Wieser, selbst zu bestimmen, ob sie weiterhin zuhause oder in einem Heim leben möchte, in einer Weise reagiert haben, als würde sie sich in unberechtigter Weise in eine "soziale Hängematte" legen wollen.
Um 15:52 Uhr schreiben Sie, wenn die familie es nicht schaffe, müsse die Frau eben in ein Heim. Es ging aber nicht darum, dass die Familie es nicht schafft.
Ich kann es nicht nachvollziehen, wieso Sie diese Frau und ihre Familie, die Sie persönlich gar nicht kennen, hier in dieser Weise angehen. Auch für diese Familie wird ihr Engagement in dieser Angelegenheit selbstverständlich sein, und nur das möchte sie weiterhin geschützt wissen, um nichts anderes geht es, keine weitergehenden "unberechtigten" Ansprüche.

@yolo - 15:57

"Die Patienten tragen selbst eine Verantwortung, die Kosten für die Gemeinschaft gering zu halten, auch wenn das Verzicht bedeutet.
Solidarität ist keine Einbahnstraße.
Schon heute sind wir das Land auf Platz 2 mit den höchsten Steuerabgaben weltweit.
Dazu kommen Migrantenversorgung, Klimawandelrettung, Kinderarmut, Obdachlose, etc. Wer soll das alles stemmen?
Wir arbeiten hart dafür. Aber die Forderungen müssen auch einmal ein Ende haben. Ansonsten versklaven wir viele für die Wünsche weniger."

Und für Ihre Versklavungsleier nehmen Sie hier die angebliche Maßlosigkeit von Patienten aufs Korn, die einzig in der Verantwortung stehen, die Kosten für die Gemeinschaft gering zu halten?

Das unverschämte in Ihrer Darstellung ist, dass Sie die Einflussnahme auf die Kosten der schwächsten Stelle in unserem ach so teuren Gesundheitswesen lenken. Krankheitsbedingte Bedarfe sollen begrenzt werden, aber der täglich abgegriffene Reibach aus diesem Solidartopf ist für Sie selbstredend kein Thema.

@Anna-Elisabeth 16.18

ich weiß und freu mich, dass Sie wirklich eine sozial eingestellte empathische Frau mit einem Herz und dem Auge für Schwächere sind. Aber Sie sollten der Userin Yolo nicht unrecht tun. Die macht viel für Andere und stellt nur die extreme Anspruchshaltung an Andere in Frage., die auch hier im Thread gut sichtbar wird- meist von Leuten, die selbst weder was geben noch tun. Ich bin selbst ehrenamtlich in der Wohnungslosigkeitshilfe tätig. Da gibt es seitens der Betroffenen viel Dankbarkeit und Freundlichkeit, aber teils auch viel Unverschämtheit und überzogene Ansprüche. Und wenig neue Ehrenamtliche, wenn überhaupt...

Pflicht zum sparsamen Umgang mit Kassengeldern ...

... genauso wie Krankenkassen, Ärzte, Krankenhäuser sollte auch von Patienten Solidarität und sparsamer Umgang mit Geldern der Versicherten verlangt werden.
.
25.000 Euro im Monat zu Hause vs. 7.000 Euro Kosten im Monat bei Pflege in einer Einrichtung. Da dürfte es eigentlich überhaupt keine Diskussion geben. Schafft genügend Pflegeeinrichtungen, kontrolliert sie streng und erlaubt Pflege zu Hause nur noch sofern ein Patient den Differenzbetrag/Mehrkosten selbst trägt.
.

@15:03 von yolo

"Dass das "Opfer" des Lebens aber Forderungen stellt, die über die Existenzgrundlage hinausgehen, finde ich unverschämt."

Im Zusammenhang mit der Patientenverfügung habe ich meinem Arzt gesagt: "Ich hänge durchaus an meinem (noch selbstständigen) Leben, aber nicht an meiner Existenz."

Mehr als die bloße Existenz gönnen Sie den Patienten aber nicht. Gleichzeitig sind Sie gegen Sterbehilfe (wenn ich Ihre diesbezüglichen Kommentare richtig in Erinnerung habe).
Das finde ich unverschämt.

16:51 von artist22

<< @Ich empfinde ... 16:33 von Anna-Elisabeth
" Ihren Beitrag als zutiefst grauenvoll."
zu @@11:16 yolo

Sicherlich. Aber das ist ja der Sinn der Beiträge dieser 'Menschenverächter'.
Man will Emotionen provozieren, um später in die bekannte Opferrolle zu schlüpfen,
nach dem Motto:
'Das wird man wohl doch noch mal sagen dürfe,ohne gleich als N... betitelt zu werden.'

Einfach nicht übermässig auf solche Nullbeiträge eingehen, nur das hilft. <<

Ja und nein, lieber Artist.
Es gibt hier im Thread schon viel zu viele, die eine ähnliche Tendenz in sich tragen:

und der muss akut klar und deutlich widersprochen werden. Wie übel es einem selber im Moment auch geht.

@ yolo 15:59 Uhr

"Mit unangenehmen Gegenwind muss jeder rechnen, der in die Öffentlichkeit geht.
Wer das nicht kann, sollte es lassen."

---

Ja, das ist auch eine traurige Wirklichkeit unserer Gesellschaft: Einfache Menschen trauen sich nicht mehr, sich mit ihrem Schicksal zu zeigen, weil andere sich einen "Freibrief" ausstellen, ohne Rücksichtnahme und mit jeglicher Art von pauschalen (Ab-)urteilen darauf zu reagieren.
Möchten Sie daran teilhaben?

@ Anna-Elisabeth (16:59)

"Ich behaupte mal, mit Empathie ließe sich ein menschlicheres System gestalten. Unsere Gesellschaft scheint mir in der entgegengesetzten Richtung unterwegs zu sein - ganz nach dem Motto, was geht mich das Elend der anderen an."
------
.... und warum ist "unsere Gesellschaft" in diese Richtung unterwegs? Etwa ein Empathiegendefekt eingetreten? Ein Schub an Intelligenz? Es könnte auch sein, die Gesellschaft wird dorthin geschoben(?)

@ um 16:51 von artist22

Man will Emotionen provozieren, um später in die bekannte Opferrolle zu schlüpfen,
...
Wie falsch Sie doch liegen.
Eben weil man mir Emotionslosigkeit vorwirft, kann man mir ja die Emotionisierung nicht vorwerfen. Entweder, oder!
Es ist aber auch schon traurig, dass man, weil man im Kanon der Emotionen eben nicht mit einstimmt, daran erinnert wird, dass man an sein eigenes Wohlergehen denken sollte und sich doch endlich bitte tiefe Gedanken machen sollte, so als ob man das nicht getan hätte oder täte.
Dort verwischen die Konturen Ihres Vorwurfs gehörig.
Meine Emotionslosigkeit regt sie auf, man könnte auch Sachlichkeit sagen.
Mein Leben kennen Sie nicht und dennoch erinnern Sie mich ohne Not an mein den Blick auf mein eigenes Leben.
Tue ich dies und komme zum Schluss, dass ich das Allermöglichste bereits tue, so beschämt es Sie nicht, sondern ist eine Ausrede in einer Opferrolle?
Wissen Sie nun, was Sie wollen?
Geht es nur um abstrafen, oder doch lieber um den Inhalt meiner Argumente?

17:16 von Ist Wahr

<< @ Anna-Elisabeth (16:59)

"Ich behaupte mal, mit Empathie ließe sich ein menschlicheres System gestalten. Unsere Gesellschaft scheint mir in der entgegengesetzten Richtung unterwegs zu sein - ganz nach dem Motto, was geht mich das Elend der anderen an."
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.... und warum ist "unsere Gesellschaft" in diese Richtung unterwegs? <<

Ich habe den Eindruck, dass die Mehrheit sich immer Richtung Menschlichkeit entwickelt.
Empathie ist ein Grundbedürfnis des Menschen.

Die Minderheit, die das Gegenteil vertritt, vertritt das möglicherweise erst, seit es die Internetkommunikation gibt.

Ein bisher dumpfes Gefühl - 'ich zuerst' - wird gemeinsam allmählich zu einer Theorie:
Wer nicht selber für sich sorgen kann, soll anderen nicht zur Last fallen.

Bisher HANDELTE man vielleicht in dem Sinne, aber in den Internetforen entzündet man sich gegenseitig, sodass man das nun wortreich und in zahlreichen Beiträgen als gültige Philosophie verkauft.

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