Ihre Meinung zu: Entscheidung des BGH: Yelp darf Bewertungen aussortieren

14. Januar 2020 - 13:00 Uhr

Bewertungsportale im Internet wie Yelp dürfen ihre Bewertungen mit einer automatisierten Software sortieren. Das hat der BGH entschieden und stützt sich dabei auf die Berufs- und Meinungsfreiheit. Von Klaus Hempel.

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Kommentare

Ich verstehe sowieso nicht, ...

.. wie man sich auf anonyme "Bewertungen" bei Kauf oder Buchung verlassen kann, sorry. Es ist doch allgemein bekannt das Trolle gekaufte Meinungen einstellen, Schlechtes gut-und Gutes schlecht geschrieben wird.
Man kann doch selber ein wenig recherchieren ... zumindest das wichtigste. Google Earth z. B. kann sagen, ob Strandnähe auch eine solche ist ... oder 700 M. Luftlinie; oder ob der beworbene, naturfaserfreie Smoking für 45,- € tatsächlich DAS Schnäppchen ist. Oft hilft auch der gesunde Menschenverstand weiter.
Ansonsten muss man eben, wie früher, eigene Erfahrungen sammeln.

Undurchsichtig

Bewertungsportale führen ein sehr zwiespältiges Dasein. Mittlerweile sammle ich meine eigenen Erfahrungen und schaue dort kaum noch nach, da ich nun schon mehrfach bei toll bewerteten Restaurants eher das Gegenteil vorfand. Da haben auch keine Algorithmen geholfen. Das Urteil bewerte ich somit mit nur einem Stern.

Naiv

Grundsätzlich ist eine Filterung gegen Missbrauch ja sinnvoll, aber der BGH zeigt hier doch etwas Naivität:

"Nach welchen Kriterien einzelne Beiträge aussortiert werden, können die Bewertungsportale selbst bestimmen. Nach der Entscheidung des BGH müssen sie die Kriterien nicht offenlegen."
und später:
"Die Plattformen müssen sich dabei aber neutral verhalten und dürfen einzelne Unternehmen nicht bevorzugt behandeln."

Wenn sie nicht offenlegen müssen, wie sie filtern, wie kann dann garantiert werden, dass sie niemanden bevorzugen? Immerhin geht es immer auch ums Geld. Wieso sollten Sponsoren oder gar eigene Angebote nicht vorteilhafter gefiltert werden? Oder gar politisch? Hier vom guten Wille auszugehen ist naiv. Man hätte zumindest eine grobe Offenlegung verlangen können. Auch wenn das Risiko besteht, dass das dann wieder ausgenutzt wird. Aber man kann eben nicht alles haben.

Meinungsfreiheit

Wer heutzutage bei der Vielfalt an sozialen Medien noch auf Bewertungsportale zurückgreift, darf sich nicht wundern! Nur allzu gerne wird speziell in der Touristikbranche manipuliert! Ist uns mehrfach selbst so ergangen mit der Bitte der Betreiber positives in diverse Reisebewertungsportale zu posten?! Das ist bestimmt gängige Praxis. Warum sollte ich dem Vertrauen schenken.

Ich frage mich...

...was dann überhaupt noch der Sinn eines Bewertungsportals für den Endkunden ist?

Urteilsbegründung

Verstehe ich das Wort "Meinungsfreiheit" so sehr anders als ich sollte, wenn ich Bewertungen, die auf das Erstellen eventuell gekaufter und stark vervielfältigter Kommentare zu Geschäften jeglicher Art, als freie Meinung wahrnehme und den verwendeten Algorithmus als Zensur dieser Meinungen?
Meiner Meinung nach kann man sich nie sicher sein, welche der Bewertungen gekauft sind und welche nicht, solange man sie nicht als kompletten Text sucht. Sollte man den Algorithmus nicht maximal einsetzen um einen mittleren Bewertungsbereich anzugeben? D.h. einen Bereich aus vermeintlich gefälschten und allen Bewertungen zu schaffen. Nach diesem Verfahren wären Portale wie Yelp das was sie meiner Meinung nach sein sollten - ein Anhaltspunkt ob ich das Angebot des Geschäfts probieren möchte oder nicht.

Ja, wenn der BGH den Begriff

Ja, wenn der BGH den Begriff Meinungsfreiheit so auslegt und Sie nicht, dann verstehen sie ihn nicht nur anders, sondern falsch.

Erpressung mit Bewertungsportalen

Ich bin niedergelassener Facharzt und schon unzählige Male haben Patient/innen mir mit einer negativen Bewertung gedroht, wenn ich bestimmte Dinge nicht verordnen sollte. Ich bin entsetzt über das Ausmaß und die Unverfrorenheit mit der solche Drohungen, die in meinen Augen Erpressung sind, inzwischen geäußert werden.

Bei den Urteilen unserer

Gerichte kann man sich nur noch vor den Kopf schlagen. Das einzige was das Urteil erreicht ist das Unternehmen erpressbar werden. Wir bewerten dich positiv... kostet aber. Grausam und für anständige Menschen nicht mehr nachvollziehbar. Rechtsstaat? Das ist längst vorbei.

Reinste Erpressung

@ Mitte:
Erpressung mit Bewertungsportalen. Ich bin niedergelassener Facharzt und schon unzählige Male haben Patient/innen mir mit einer negativen Bewertung gedroht, wenn ich ...

Da bin ich voll auf Ihrer Seite. Mir geht's genau so. Ich habe ein Tattoo-Studio.

Meinungsfreiheit

Meinungsfreiheit ist ein persönliches Recht.

... insofern kann die „Meinung“ eines Bots oder eine gekaufte Meinung nicht geschützt sein! ...

Wie aber ein Algorithmus das filtern will/soll/kann ist vollkommen schleierhaft!

Ein sinnloses Urteil, so lange nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, WER sich hinter der Bewertung verbirgt!

Ein erster Schritt wäre, dass man nur bewerten kann, wenn nachweislich die Leistung überhaupt persönlich in Anspruch genommen wurde und daher überhaupt bewertet werden kann!

ansonsten:
>>> Klarnamenpflicht!

(muss ja nicht angezeigt werden - aber eindeutig festgestellt werden können!)

früher hieß es:
„Papier ist geduldig“

heute gilt:
„Bites sind geduldig“

... also alles beim Alten!

Manipulierte Bewertungen

Es gibt Algorithmen zur Erstellung von Gefälligkeits-Bewertungen und diese Algorithmen und ihre kommerzielle Verwendung sind nicht illegal.

ja ja, der Zeitgeist...

der Mensch will betrogen werden, also wird er betrogen.
Dieser stumpfsinnige Glaube ans Internet/Bewertungsportale. Natürlich steht da nur manipulierter Mist drin. Es geht um viel Geld. Das ist wie mit Biolabel im Supermarkt, da glauben ja auch alle das Massenware Bio sei. Hauptsache Label drauf und alles ist gut. Jetzt auch mit richterlichem Segen...

@Brynhildur Erik...

Online-Restaurantbewertungen sind sowieso unbrauchbar, da die Bewerter häufig keine Ahnung von guter Küche haben und an künstliche Aromen und Fast Food gewöhnt sind. Da kann ein Sternerestaurant leicht schlechte Bewertungen bekommen, während bekannte Fastfood-Ketten Bestnoten erhalten.

Wenn man TUI schlecht

Bewertet weil die Behausung dreckig ist, die Nachbarschaft eine einzige Baustelle... es wird gelöscht. Kein Wunder das nur gekaufte Meinungen einfließen und jedes Jahr unzählige auf Usedom ihr Geld loswerden... leben am Stettiner Haff und morgens wecken einen die Bauarbeiter.

@@Mitte

Ihnen ist klar, dass Sie sich gegen unberechtigte schlechte Bewertungen zur Wehr setzen können?

wer um Gottes Willen.....

ist Yelp ? und wer liest das ? uns noch den letzten Cent aus der Tasche zu saugen - das ist das einzige Ziel !

um 17:15 von Deutsche-Elite

ansonsten: >>> Klarnamenpflicht!

Nicht nur, dass Leute, die so etwas fordern, das Internet nicht wirklich verstehen, es bringt in dem Fall überhaupt nichts, denn Fake-Bewertungen kann man auch unter Klarnamen oder Namen, die wie solche erscheinen anfertigen.

Eigenverantwortung - eigene Entscheidung

Es ist doch mehr und mehr ein eindeutiger Anstieg von Naivität und Irrglauben zum bzw. bezüglich des Internets zu verzeichnen. Mehr und mehr glaubt ein Großteil der Menschheit, dass im Internet die alleinige Wahrheit auf all unsere Fragen zu finden wäre. Bei allem, was man an Informationen aus dem Internet zieht, darf man die eigene Verantwortung und das eigene Urteil niemals außer acht lassen. Wie kann man nur Bewertungsportalen vorbehaltlos glauben schenken; bedarf es wirklich irgendwelchen nicht nachvollziehbaren Bewertungen, um sich eine eigene Meinung zu bilden? Wenn dies bei den Leuten so sein sollte, dann kann man diesen auch problemlos ein X für ein U vormachen!

Klarnamenpflich

um 18:14 von und-nachts-da-ruft

Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Es muss aber auch klar sein, dass jeder für seine Meinung geradestehen muss (positiv oder negativ). Eine Klarnamenpflicht hilft , den Autor der Meinung zu identifizieren. Niemand braucht sich zu verstecken, wenn seine Meinung anständig ist und der Wahrheit entspricht (positiv wie negativ). Jeder der einen Account, gleichgültig auf welcher Intenetseite und für welchen Zweck, erstellen will sollte durch das Postident oder Videoident-Verfahren seine Identität offenlegen. Indem "Nicknames" verwendet werden, ist diese Identität für andere nicht sichtbar, kann aber bei Streitigkeiten herangezogen werden. Sicherlich werden dann Fake-News, falsche Bewertungen und Cyber-Mobbing sehr schnell weniger werden.

Was bringt ein

Was bringt ein Vergleichsportal, bei dem ich erst Zeit investieren muss, um zu verstehen, wie die Bewertungen zu deuten sind?

Solche Portale versuchen nur mit den Leistungen Dritter Geld zu verdienen.

BGH zu Yelp Beurteilungen

Wie ist das Phänomen zu erklären, dass der BGH letztendlich kritiklos der Meinungsfreiheit das Wort redet, ohne eine Überprüfung auf die Urheberschaft der Meinung zuzulassen bzw zu fordern!
Wer zu feige ist, sich zu seiner Meinung zu bekennen, sollte schweigen. Daher gibt es nur eine Schlussfolgerung: nachprüfbare Klarnamenpflicht in allen Bereichen, auch und gerade in einschlägigen Foren.
Es sollen sich alle trauen, ihre Meinung zu äußern, aber auch zutrauen, dazu zu stehen. Anonymität ist ein Zeichen der Schwäche.

Der BGH übersieht etwas ganz Eklatantes

Nämlich, dass nicht nur Positivbewertungen Fakes sein können, sondern auch Negativbewertungen.
Beispielsweise „gekaufte“ Negativbewertungen durch Mitbewerber, sprich: Konkurrenz.
Dass Algorithmen zumindest der Justiz gegenüber nicht offengelegt werden müssen, ist unsäglich.

In meinen Augen ein (im wahrsten Sinne des Wortes) sehr kurzsichtiges Urteil mit einer ebenso schwachen Begründung.
Keine Sternstunde der Rechtssprechung.
Meine unmaßgebliche Meinung.

Internet in Deutschland auch für Richter noch Neuland.

Ich verstehe nicht, wie das genau von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, wenn privaten Unternehmen mit finanziellen Interessen wie Bewerbungsportalen erlaubt wird, „hilfreiche“ Bewertungen von „nicht hilfreichen“ zu trennen, ohne den Prozess dahinter offenlegen zu müssen. Was ist denn mit der Meinungsfreiheit der Menschen mit „nicht hilfreich“ erachteten Kommentaren, wenn sie authentisch sind und auf echten Erfahrungen basieren, und der Algorithmus oder ein anderes Bewertungssystem dies nicht erkennt und sie quasi mundtot macht? Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Richter hier überhaupt nicht verstehen, wie das heutzutage auf solchen Plattformen im Internet abläuft und welche Implikationen dieses Urteil auf die Geschäfts- und Wirtschaftsdynamik nehmen kann, von Einzelschicksalen wie der Studiobetreiberin ganz abgesehen.

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