Ihre Meinung zu: Buch über Zölibat: Benedikt distanziert sich von Mitautorenschaft

14. Januar 2020 - 16:49 Uhr

Ein Text des Ex-Papstes in einem Buch zum Zölibat war als Affront gegen den aktuellen Papst aufgefasst worden. Den Text hat Benedikt zweifelsfrei selbst geschrieben, Mitautor des Buchs will er aber nicht sein. Wie passt das zusammen?

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Kommentare

altersstarsinn

halt. er war immer schon ein hardliner und wohl nur aus versehen gewählt worden

...Benedikt distanziert sich von Mitautorenschaft

Und da wundert sich die Kirche, auch die Evangelische, wenn die Menschen austreten. Nicht nur die absolut mangelnde Aufklärung der Kindesmissbräuche, nein, auch eine zaghafte Modernisierung, zumindest der katholischen Kirche, wird torpediert ohne Ende.

Vielleicht wurde Bendikt instrumentalisiert

Vielleicht hat Benedikt mit seinem Buch dem sehr konservativen Milieu der kath. Kirche nur als Werkzeug gedient, um den reformfeindlichen Block zu stärken.

Sicherlich gibt es immer noch den konservativen Teil der Kirche, d.h. männliche Mitglieder (vom Priester bis zum Kirchenfunktionär), die weiterhin unter sich bleiben wollen. Was dabei rauskommt, haben wir ja leider gesehen.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass Benedikt von den Konservativen instrumentalisiert wurde.

rer Truman Welt

Ich möchte niemanden zu nahe treten, aber bei allem Respekt, wen interessiert jetzt, was alte Männer außer Funktion und Amt von welchem (Kirchen-)Thema halten.
Die christlichen Kirchen sind im Hinblick auf ihre Gemeindegrößen im Sinkflug begriffen, die katholische besonders. Diese hat Probleme mit Finanzskandale und Pädophilie, die heute weiterhin im Ausmaß wie früher stattfindet, so die letzten Untersuchungsergebnisse dieses Skandals. Die Frage bezüglich des Zölibats ist nicht die einzige und sicherlich auch nicht die dringlichste im Moment. Zudem sollte die Diskussion über dieses Thema auch eines klarmachen: diese wird nur geführt, weil es keinen Nachwuchs gibt. Alleine dieser Umstand sollte offenbaren, dass diese Diskussion nicht von innen heraus von einer Einsicht getrieben wird, sondern lediglich ein notwendiges Übel zu sein scheint, welches letztlich vielleicht akzeptiert werden muss, um als Kirche und Organisation überleben zu können. Das sagt für mich schon fast alles.

Dieses Buch wird bewusst

Dieses Buch wird bewusst zeitlich lanciert vor der in Kürze zu erwartenden Äußerung und Entscheidung von Franziskus, und dahinter stehen erzkonservative Kräfte, die einen Abschied vom Pflichtzölibat, eine Öffnung für Ämter für Frauen, eine dringend notwendige Aktualisierung der Sexualmoral und die nowendigen ökologisch-sozialen Initiativen der Amazonas-Synode kolportieren wollen. Einerseits ist Ratzinger ein erzkonservativer Knochen geworden, der die rückwärts gewandten Zementierungen unterstützt; andererseits halte ich ihn auch für so weltentrückt, dass er nicht mehr merkt, dass er kirchenpolitisch-strategisch vor diesen Karren gespannt wird, obwohl er mit seinem Rücktritt sein Schweigen gelobt hatte.

ich frage mich, warum keiner was ändern will...

ich sehe es schon kommen, wie die Religion eines Tages alles kaputt gemacht hat. Egal welcher Glauben.
Die Katholiken sind gut darin Verbote zu erteilen oder Straftaten zu vertuschen. Zölibat finden die noch gut, weil sie wahrscheinlich auch den Missbrauch gut finden. Und warum stehen die eigentlich über dem Gesetz? Warum dürfen die auf Eigenregie ermitteln und warum dürfen die alle ihre Posten behalten???
Das Modell Religion ist lange überholt, wann sieht das endlich einer ein?

Was für eine Posse

Als ob Herr Ratzinger noch nie ein Buch geschrieben oder Namensbeiträge zu einem Buch beigesteuert hätte. Natürlich kennt er die usancen, wie Autorenschaft im Verlagswesen gehandhabt wird.

Fast wäre es einem lieber, er würde offen gegen Franziskus auftreten, statt so ein windelweiches Gewürge abzuliefern.

16:59 von Karl Napf

altersstarsinn halt. er war immer schon ein hardliner und wohl nur aus versehen gewählt worden

Was die Mullahs für die Moslems sind, ist der Papst, egal welcher, für die Katholiken. Soll er seine Meinung haben, ich habe die meinige. Mir ist seine Meinung zum Zölibat ohnehin wurscht; und wer angesichts eines Zölibats katholischer Priester werden will, muss sich mit dem Zölibat abfinden.

Als ehemaliges (katholisch erzogenes) Kirchenmitglied (seit vielen Jahren konfessionslos) gehen die vorzeitlichen Anschauungen der katholischen Kirche sowieso an mir vorbei.

Die Probleme

unserer Zeit liegen eindeutig in anderen Feldern.

Kirche

Der Vorgang zeigt, dass die Katholische Kirche ein Club der Ewig-Gestrigen ist, selbst wenn der oberste Chef sich zaghaft auf dem Weg in die Gegenwart bewegt...Nun aber zur inneren Ordnung dieses Clubs: Ich dachte immer, die wäre streng hierarchisch, der Vatikan sei "die letzte absolutistische Monarchie in Europa". Dann möge aber der oberste Chef von seinen Befugnissen Gebrauch machen und die "Abweichler" in die Schranken weisen...Ich bin in einem demokratisch verfassten öffentlichen Dienst beschäftigt, müsste aber für jede Veröffentlichung die Genehmigung meiner Vorgesetzten einholen, die - zu Recht! - verweigert würde, wenn sie zu den Interessen des Dienstherrn in Widerspruch steht. Gleiches sollte für hohe Kirchenfunktionäre gelten. Age, Francisce Papa, tua et Ecclesiae res agitur (Handle, Papst Franziskus, Deine und der Kirche Sache steht auf dem Spiel).

Zölibat und Glaube

Das Zölibat ist das Kopftuch der Katholiken ... nur halt für Männer.

Grotesk!

Steht genausowenig irgendwo geschrieben, wie der Zwang zum Kopftuch!

Religion und Glaube ist in etwa so, wie Fanclub und Fussball ... beides hat nicht immer etwas miteinander gemeinsam ...

Franziskus hier für den eigen „Fanclub“ zu missbrauchen, ist äußerst niederträchtig!

Dialektik ist eben eine Kunst. Oder gute Unterhaltung.

Päpste sind unfehlbar. Okay, nur in bestimmten theologischen Aussagen, aber immerhin. Für Ex-Päpste gilt das wohl nicht - oder doch? Wie ist das denn, wenn ein Ex-Papst dem aktuellen Papst widerspricht?

Jedenfalls ist es schlechter Stil. Benedikt sollte sich grundsätzlich aus allen strittigen Fragen, die seinen Nachfolger beschäftigen (könnten), heraushalten, um genau sowas zu vermeiden.

Als Nicht-Katholik finde ich es allerdings auch ein wenig unterhaltsam, das ist ja auch was. Und wenn die Institution Katholische Kirche darunter leidet, muss das ja nicht so schlecht sein.

Man muss sich schämen...

wenn ein ExPapst lügt - oder ist Versprechen nicht einhalten (wie zum Beispiel zu schweigen) nicht auch lügen? Peinlich und der beste Beweis wie weltlich diese lächerlichen Stellvertreter Gottes auf Erden sind. An der eigenen Eitelkeit gescheitert Herr Benedikt. Grüß Gott!

Die Geister, die er rief...

Die Geister die er rief, wird er nun offenkundig nicht mehr los. Es fehlt dem Ex-Papst letztlich an Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit. In seiner Person werden die Probleme der Kirche anschaulich personifiziert.

@17:24 JohnBowie

Genau: Die Probleme unserer Zeit liegen woanders. Dankenswerterweise engagieren sich Christ*innen für Klimaschutz, menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten, die Rechte indigener Völker und für Bildung und Entwicklung in partnerschaftlich organisierten Projekten und Initiativen. Gottlob steht da Franziskus deutlich woanders als Ratzinger.

die welt brennt...

und die katholische kirche debattiert ueber den zoelibat...

Immer gut, wenn da Zwist herrscht.

Der Mann hat "Gott sei Dank" seinen Rücktritt eingereicht. Er sollte einfach seinen Mund halten. Andrerseits: Wen interessiert, was diese stockkonservativen Männer überhaupt sagen. Glaube: Ja, Kirche: Nein. Aber braucht's dazu einen Papst?

Was für ein gottloses

Was für ein gottloses Hickhack.
Selbstverständlich kann man der gut begründbaren Meinung sein, dass jemand, der ein Priesteramt innehat, keine Zeit für eine eigene Familie haben kann, da er ansonsten sein Priesteramt vernachlässigen müßte.
Interessanter aber ist die Aussage in diesem Buch, dass ein Mann, der eine Familie hat, sich eben auch auf diese konzentrieren muß.
Die Schlussfolgerung aus dieser Erkenntnis ist, dass deshalb viel weniger Zeit für lohnabhängige Arbeit aufgewendet werden kann.
Dass heißt nämlich auch, dass für zB eine halbe Stelle ein viel höherer Lohn gezahlt werden muss, um auch damit eine Familie ernähren und unterhalten werden kann.
Dafür sollte eben nicht nur der exPapst kämpfen, sondern die gesamte katholische Kirche bei sich selbst damit anfangen.
Ansonsten hat die Kirche hat sich in der BRD in jeder Beziehung an die Gesetze zu halten.
Insoweit kann sie niemandem verwehren zu heiraten, wen immer er, sie, es will.
Anderenfalls muss sie aufgelöst werden.

selbst schuld

wenn man einem Papst erlaubt zurückzutreten. Benedikt hätte sein Amt bis zum Tod ausüben können und müssen, dann wäre sowas nicht passiert.
Sagt auch eine Menge über den Charakter Benedikts aus, aber auch hier fällt mir in Richtung katholische Kirche nur ein:
Selbst schuld!

Verwirrte alte Männer, die ...

- Angst vor Frauen haben
- tiefe Schuldgefühle ihren eigenen
Bedürfnissen gegenüber mit sich tragen
- in ständiger Angst vor anderen Göttern
leben, obwohl ihre Schrift sagt, es gibt nur
Einen
- seit Jahrhunderten den von der Kirche im
Namen von 'Gott' begangenen, weltweiten
Genozid an indigenen Völkern verleugnen
- nicht begreifen wollen, dass der Mensch nun
mal in einem Körper mit Bedürfnissen lebt
- ihre eigene Schrift nicht richtig lesen, in der
die irdische Dualität von Krieg und Frieden
deutlich beschrieben wird
- und die - last but not least - Vatikan-
gesteuerte Bordelle etc. betreiben
... starker Tobak ...? Jau!! In der Tat!
Hallo, Ihr alten Männer ... Ihr seid von Frauen geboren !!!
Diplom-Theologe M.S., ehemaliger Professor für Systematische Theologie,
Universität Frankfurt am Main

Ex-Papst Benedikt

Als Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt wurde, war er Vorsitzender der Kongregation für die Glaubenslehre, also quasi der Großinquisitor persönlich.
Man hatte sich von ihm Fortschritte erwartet, aber was will man von einem Inquisitor schon erhoffen. Er hat die katholische Kirche eher wieder ins Mittelalter zurück geführt.

Und jetzt meint dieser böse alte Mann, er müßte sich wieder zu Wort melden.

Das ist nicht gut für alle die noch ein Wenig am Glauben hängen und vielleicht schon am Absprung sind.

@karwandler

"Als ob Herr Ratzinger noch nie ein Buch geschrieben oder Namensbeiträge zu einem Buch beigesteuert hätte. Natürlich kennt er die usancen, wie Autorenschaft im Verlagswesen gehandhabt wird.

Fast wäre es einem lieber, er würde offen gegen Franziskus auftreten, statt so ein windelweiches Gewürge abzuliefern."

Wenn ich mir das Foto ansehe, auf dem Ex-Benni und Gänswein zu sehen sind, beschleicht mich der Verdacht, dass Ratzinger evtl. gar nicht so viel dafür kann, weil er überhaupt nicht realisiert hat, wie heikel der ganze Vorgang ist. Er hat halt einfach einen Beitrag geschrieben.
Und dass sich in Wirklichkeit Gänswein von Sarah hat über den Tisch ziehen lassen, was den Zeitpunkt sowie Art und Weise der Veröffentlichung angeht.

@andererseits

Andererseits wählen christliche Wähler Menschen wie Herrn Trump und Leute wie den aktuellen brasilianischen Präsidenten.

@boro

"Man hatte sich von ihm Fortschritte erwartet"

Da muss ich widersprechen: Von Ratzinger auf dem Papststuhl hat niemand Fortschritte erwartet. Ganz im Gegenteil - er wurde eher gewählt, damit die Fortschritte ganz sicher unterbleiben.

Zölibat

Es nutzt nicht nur auf der katholischen Kirche herumzutrampeln und alle Schandtaten aufzubauschen, die auch in anderen Kreisen vorkommen. Fakt ist, dass endlich mal ein Papst dieses Problem anspricht und versucht etwas zu bewegen. Das Zölibat ist mehr als unsinnig. Hat nichts mit der heutign Zeit zu tun. Da lob' ich mir Martin Luther, der damit aufgeräumt hat. Da ich aus einer sog. "Mischehe", wie man früher sagte, stamme, wurde dies Thema öfters mal angeschnitten und meine Eltern und Großeltern fanden das Zölibat unsinnig, obwohl sie ansonsten eher konservativ waren.
Hoffentlich ändert sich was. Ich sitze nicht zwischen zwe Stühlen. Ich stehe auf beiden Seiten. Ich bin Christin, nicht mehr und nicht weniger und beziehe auch die orthodxen Christen mit ein. Das ist mein Standpunkt.

Ziemlich daneben

Man merkt dem Artikel an, dass er von jemandem geschrieben ist, der sich mit kirchlichen (katholischen) Belangen nicht gut auskennt.
Die Behauptung, Benedikt XVI. falle mit seiner Warnung vor der Aufweichung des Zölibats Papst Franziskus in den Rücken, bewegt sich in einem rein säkularen Denkhorizont und ignoriert die Tatsache, dass die Verteidigung eines Kirchengesetzes (das noch auf dem 2. Vatikanischen Konzil 1965 von den Konzilsvätern mit nur vier Gegenstimmen bestätigt wurde) im Einklang mit der Tradition nicht verwerflich sein kann.
Ebensowenig kann der Vorwurf fehlender Unterordnung unter den amtierenden Pontifex erhoben werden; bei Glaubens- und Wahrheitsfragen ist das schlicht die falsche Kategorie.
Gleichwohl sollte man realistisch sehen, dass Ausnahmen in "Einzelfällen" auf dem Papier schnell zur Regel in der Praxis werden (wie bei "Amoris laetitia") und die Einführung von "viri probati" nichts anderes als den Einstieg in den Austieg aus dem Zölibat bedeuten würde.

wieso jetzt erst ...

"ob das Priesteramt in bestimmten Fällen für verheiratete Männer geöffnet werden soll."

Verstehe nicht, wieso die katholische Kirche erst jetzt diese Forderung des Zölibats aufweichen möchte. Gibt man doch vor, dass die Grundlage des Glaubens die Bibel sei, in der Bibel das Zölibat aber nirgends verbindlich gefordert wird.

Genauso wenig wird in der Bibel die Verhütung verboten.

Durchstechereien?

er Vatikan ist eine undurchsichtige Gemeinschaft. Wer da genau opponiert wird nicht eindeutig klar werden. Aber so ist es in undemokratischen obskuren Zirkeln. Da findet die Opposition im Verborgenen statt oder es kommt irgendwann zum Putsch

Da es in Deutschland auch eklatanten

katholischen Priestermangel gibt ist es nur noch eine Frage der Zeit . . .

Zwei paar Schuhe

@ Michael König (17:28): "... ist Versprechen nicht einhalten (wie zum Beispiel zu schweigen) nicht auch lügen? "

Nein, ist es nicht. Es ist beides i.d.R. moralisch verwerflich (jedenfalls dann, wenn es nicht um irgendwelche Kinkerlitzchen geht), aber es sind zwei Dinge, die man sehr genau unterscheiden sollte.

Es kann in beiden Fällen auch Rechtfertigungen geben: z.B. die Unmöglichkeit, das Versprechen einzuhalten oder die Wahrheit zu sagen, ohne (großen) Schaden anzurichten

Nur in einem Fall würde ein Versprechen eine Lüge sein: wenn es abgegeben wird, ohne dass man die Absicht hat, es einzuhalten bzw. wenn man weiß, dass die Einhaltung unmöglich ist. Aber es gibt keinen Hinweis darauf, dass Benedikt sein Schweigen nur zum Schein gelobt hat.

Ich finde, solche Differenzierungen müssen sein, sonst werden Diskussionen sehr mühsam oder gar unmöglich.

@Elisabeta

"Fakt ist, dass endlich mal ein Papst dieses Problem anspricht und versucht etwas zu bewegen."

Nun ja, nicht freiwillig.
Denn wie aus dem Artikel hervorgeht, steht Franziskus zum Zölibat. Er ist lediglich bereit, im Falle von extremem Priestermangel über eine Aufweichung nachzudenken.
Nicht weniger - aber auch nicht mehr.

===> nostradamus 2015

. . . nichts anderes als den Einstieg in den Austieg aus dem Zölibat bedeuten würde . . .

Genau das ist Sinn der Sache. Einstieg in den Ausstieg.

@nostradamus2015

"Die Behauptung, Benedikt XVI. falle mit seiner Warnung vor der Aufweichung des Zölibats Papst Franziskus in den Rücken, bewegt sich in einem rein säkularen Denkhorizont"

Sie vergessen, dass die Machtspielchen im Vatikan ganz säkulare Machtspielchen sind.

"und ignoriert die Tatsache, dass die Verteidigung eines Kirchengesetzes (das noch auf dem 2. Vatikanischen Konzil 1965 von den Konzilsvätern mit nur vier Gegenstimmen bestätigt wurde) im Einklang mit der Tradition nicht verwerflich sein kann."

Doch, selbstverständlich kann das verwerflich sein.
Zum einen ist kein (menschliches) Gesetz für die Ewigkeit, sondern kann geändert werden, und zum anderen hat Benedikt nun mal ganz klar zugesagt, Franziskus als Chef zu akzeptieren. Und dann ist es sehr wohl verwerflich, ihm in den Rücken zu fallen, zumal Franziskus ja nicht zum offenen Bruch eines Gesetzes aufgerufen hat, sondern über eine sehr milde Änderung nachdenkt.

re drbeyer

"Wenn ich mir das Foto ansehe, auf dem Ex-Benni und Gänswein zu sehen sind, beschleicht mich der Verdacht, dass Ratzinger evtl. gar nicht so viel dafür kann, weil er überhaupt nicht realisiert hat, wie heikel der ganze Vorgang ist. Er hat halt einfach einen Beitrag geschrieben."

Wenn er einen Beitrag geschrieben hat ist er Mitautor. Egal, wie das auf dem Titelblatt oder im Inhaltsverzeichnis kenntlich gemacht wird.

Und offensichtlich gibt es keinen Zweifel daran, dass er Verfasser eines Teils des Buches ist. Das wird ja nicht bestritten.

Benedikt XVI , Zölibat und der Jesuitenpapst

Franciscus hat schon sehr viel Schaden angerichtet und muss weg. Benedikt war und ist der Richtige, er weiß was Sache ist nicht nur in Sachen Zölibat sondern auch in der gesamten theologischen Ansicht von Gott, Welt und Kirche.
Franciscus ist im Vergleich zu Pius XII, Joannes XXIII, Paulus VI, Giovanni Paolo I et II sowie Benedictus XVI ein Zwerg. Er kann gar nichts, er ist nur genehm dem transatlantischen Kapital, das ihm zur Wahl sehr geholfen hat. C‘est tout.

17:28 von Michael König

Ich glaube nicht, dass er lügt. Er weiß es nicht (mehr). Nennt sich evt. Demenz.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass er sich an die Vorgaben halten muss. Er hat das zugesagt. Tut er das nicht, soll ihn Franziskus raus schmeißen.

ein katholischer Priester ist männlich und heiratet nicht...

und ist stolz darauf, dass er zu dieser auserwählten Kaste gehört und welchem Außenstehenden das nicht passt soll evangelisch werden oder aus der Kirche austreten

@ DrBeyer, um 17:50

re @boro

Das ist wohl richtig, was Sie sagen.
Allerdings erinnere ich mich sehr gut an den Stolz, der durch die deutschen Lande ging, als Ratzinger gewählt worden war: “Wir sind Papst!“
Was man sich damit einhandeln würde, eben darauf hatten die stolzen Menschen allerdings keinen Einfluss.

Unangebracht...

... ist im Kontext ein Generalabrechnung mit der kath. Kirche. Interessant hingegen, Aussagen zur Verpflichtung ggü. der Familie. Jeder Mann der Dienst für und am Menschen leistet wird dem widersprechen. Die Familie ist für viele Ärzte, Pflegekräfte, Feuerwehrleute und Polizisten ein notwendiger Rückhalt, trotz einer eventuellen Nähe zu Gott. Warum Der emeritierte Papst nun seine Mitautorenschaft zurückzieht, ist insofern unverständlich, weil er in seiner Amtszeit genau diese Meinung vertreten hat. Ohne Medien wären sein Aussagen bestenfalls in kirchlichen Lesezimmern wahrgenommen worden. Gut das es Medien gibt, die aufpassen!

@karwandler

"Wenn er einen Beitrag geschrieben hat ist er Mitautor. Egal, wie das auf dem Titelblatt oder im Inhaltsverzeichnis kenntlich gemacht wird."

Ja, das mag sein.
Ich habe nur meine Zweifel, ob er sich der Folgen mancher Äußerungen bzw. des Zeitpunktes der Äußerungen überhaupt noch vollständig klar werden kann.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass zwischen Ratzinger und Gänswein eine Arbeitsteilung existiert: Der eine ist für's Intellektuelle zuständig, der andere für's Administrative.
Und dass Ratzinger sich entweder keine Gedanken darüber gemacht hat, was für einen Wirbel er auslösen kann, oder dass er schlicht zu alt ist, um zu erfassen, was er damit anrichtet.

Wenn ich mich richtig erinnere, war ein wichtiger Grund für seinen Rückzug, dass er den vatikanischen Machtspielchen nicht gewachsen war.

Sturm im Wasserglas

Wo ist (in Deutschland) noch die gesellschaftliche Relevanz für eine Diskussion um ein Nichthema, die in einer der Verbotsreligionen im offenen Widerspruch zur eigenen Lehre geführt wird? Einfach ignorieren, das erledigt sich von selbst, denn Zölibat ist nicht erblich.

Etwas anderes gehört ganz dringend auf die Tagesordnung:
1. die ordentliche, also weltliche, Strafverfolgung auch von "Männern der Kirche".
2. Anklagen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit für alle die, die sie fortgesetzt decken!
3. die Abschaffung der Kirchensteuererhebung durch den säkularen Staat, teilweise der Abzug einer kostendeckenden Gebühr für diese Dientleistung

Bitte differenzieren!

@karwandler (18:11): "Wenn er einen Beitrag geschrieben hat ist er Mitautor. Egal, wie das auf dem Titelblatt oder im Inhaltsverzeichnis kenntlich gemacht wird."

Das stimmt so nicht. Wer einen Beitrag zu einem sehr viel umfangreicheren Buch schreibt, ist nicht Mitautor des Gesamtwerks, sondern nur Autor seines Beitrags. Es ist keineswegs "egal, wie das auf dem Titelblatt oder im Inhaltsverzeichnis kenntlich gemacht wird". Im Gegenteil, für das Urheberrecht (insbesondere für die geistige Urheberschaft) ist diese Unterscheidung sehr wichtig.

Für mich sieht das momentan so aus, als hätte man eine über diesen einen Beitrag hinausgehende Mitautorenschaft Benedikts vortäuschen wollen.

Selbstverständlich kann man nicht nur Benedikts Beitrag diskutieren, sondern auch, in welcher Umgebung er erscheint.

Das setzt aber u.a. voraus, dass man das Gesamtwerk und diesen Beitrag überhaupt erst mal lesen kann.

Warten wir also mal ab und bilden uns dann ein Urteil.

Volle Stelle @17:38 von nie wieder spd

Sie haben das nicht richtig verstanden. Es geht nicht darum, dass man nur noch 20 Stunden pro Woche arbeiten sollte, um sich mehr der Familie widmen zu können.

Sondern es geht darum, dass für die katholischen Priester nach 60 Stunden pro Woche nicht einfach Feierabend ist und sie nicht einfach nach Hause eilen können um ihrer Familie zu dienen. Wenn der Priester wach ist, ist er Priester und ist im Dienst für Gott. Sozusagen 24/7.
Bei Ihnen ist das anders, Sie haben nach 60 Arbeitsstunden noch viele Stunden frei, um Ihrer Familie zu dienen.

re hagar66

"die Abschaffung der Kirchensteuererhebung durch den säkularen Staat, teilweise der Abzug einer kostendeckenden Gebühr für diese Dientleistung"

Erstens kann der Staat das nicht einseitig abschaffen, weil es Vertragsbruch wäre. Und zweitens erhält der Staat einen Anteil für den Einzug der Kirchensteuer.

PS. Ihr Punkt 2. ist derart over the top ...

Einfach ignorieren

Das ganze Spektakel um Buch und Stellungnahmen einfach ignorieren. Wen bitte schön interessiert das. Und die Strengreligiösen können sich ja untereinander bekreuzigen.
Zur Tagesordnung mit Franziskus übergehen und gut ist.
Das ist schon anstrengend genug.
Meine Meinung.

Papst Benedikt XVI.....

..... könnte damit jener Papst gemeint sein, dessen Bruder als Leiter eines bekannten Domchores in Verdacht der mehrfachen Kindesmisshandlung steht? Oder ist es jener deutsche Papst, der es nicht vermochte, den quasi von oben gedulteten Missbrauch von Kindern durch katholische Priester, aufzuklären? Es ist so verwirrend. War es jener Papst, der aufgrund eines mit grosser Mühe vertuschten Missbrauchsskandals der Rücktritt vom Amt nahegelegt wurde? Stand seine Untätigkeit bei Aufklärung des Missbrauchs von Kindern durch katholische Prister eventuell im krassen Widerspruch zum Unfehlbarkeitsanspruch des katholischen Kirchenoberhauptes? Und wie könnte dieser quasi abgestolperte Ex-Papst nun noch Statements zum Thema Zölibat in Buchform abseiern? Das darf eigentlich nicht wahr sein, oder etwa doch?

@17:38 von nie wieder spd

"Dass heißt nämlich auch, dass für zB eine halbe Stelle ein viel höherer Lohn gezahlt werden muss, um auch damit eine Familie ernähren und unterhalten werden kann.
Dafür sollte eben nicht nur der exPapst kämpfen, sondern die gesamte katholische Kirche bei sich selbst damit anfangen."

Als wenn den Vatikan deutsche Innenpolitik interessieren würde. Und Kommunismus, in diesem Zusammenhang nicht leistungsorientierte Bezahlung, ist doch eh schon immer Teufelszeug für die reaktionären Wertkonservativen. Und was wäre die Kirche denn überhaupt ohne die Armen.

Der Abgedankte

sollte weiterhin unbehelligt im freiwillig gewählten Zölibat leben dürfen. Das wäre ja noch schöner, wenn ihm das jemand verwehren wollte.

Genauso umgekehrt ... wo wir doch nicht mehr Papst sind und selbst der, der den Job jetzt macht .. ach, die Leute machen doch sowieso was sie wollen. Ist auch besser so.

"Alte Männer...

... werden komisch, wenn sie alleine leben" sagte mir mein Vater vor vielen Jahren. Damit wollte er mich womöglich anstiften, eine Familie zu gründen (was ihm auch gelungen ist).

An diesem Beispiel sehe ich sehr schön, dass mein Vater dem Herrn Ratzinger mindestens um dieses Wissen voraus ist.

@dedalos261952@y... 18:12 Uhr

Ja, wenn das so ist, warum hat denn dann der gute Benedikt seinen Rücktritt eingereicht? Und warum wurde der Rücktritt dann auch noch genehmigt?
Er hätte doch alle Zeit der Welt gehabt, seine eigenen Vorstellungen zu verfolgen, indem er das Amt weiter ausgeübt hätte. Was ist das denn für eine Art und Weise, jetzt quasi aus dem Hinterhalt den Amtsinhaber zu intrigieren?
Pfui Teufel!

Re: 18:18 von qpqr27

@qpqr27
Sagen Sie das nicht zu laut , sonst schrumpft der Verein noch schneller. Auserwählte Kaste - ich lache mich kaputt...
„ein katholischer Priester ist männlich und heiratet nicht...
und ist stolz darauf, dass er zu dieser auserwählten Kaste gehört und welchem Außenstehenden das nicht passt soll evangelisch werden oder aus der Kirche austreten„

Am 14. Januar 2020 um 17:55 von Armagedon

"Da es in Deutschland auch eklatanten
katholischen Priestermangel gibt ist es nur noch eine Frage der Zeit . . ."

Sie haben Recht,

aber Priestermangel
hat nichts mit dem Zölibat zu tun.

Viele Priester und Pfarrer verteidigen den Zölibat.
Und das aus gutem Grund.

Eine Ehefrau hat nicht nur Plichten, sondern auch Rechte, die manchmal auch sehr lautstark und energisch eingefordert werden.

Die Rechte einer Haushälterin, sind da weniger kompliziert.
Das ist Fräulein… die Haushälterin von Herrn Pfarrer…, so hieß es immer.

Und Priester mit Kindern, sind so selten nicht.
Es wird nur nicht laut darüber gesprochen.

18:35 von karwandler

re hagar66

"die Abschaffung der Kirchensteuererhebung durch den säkularen Staat, teilweise der Abzug einer kostendeckenden Gebühr für diese Dientleistung"

Erstens kann der Staat das nicht einseitig abschaffen, weil es Vertragsbruch wäre. Und zweitens erhält der Staat einen Anteil für den Einzug der Kirchensteuer.

PS. Ihr Punkt 2. ist derart over the top ...
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*
Etwas anderes gehört ganz dringend auf die Tagesordnung:
1. die ordentliche, also weltliche, Strafverfolgung auch von "Männern der Kirche".
2. Anklagen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit für alle die, die sie fortgesetzt decken!
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Over the Top?
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Entscheiden Sie immer im Einzelfall was diskutiert werden darf?
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Könen Sie sich nicht auch auf 10 Diskussions-Gebote festlegen?

Dieser Ex-Papst ist nicht

Dieser Ex-Papst ist nicht unfehlbar - genauso wie seine Vorgänger und Nachfolger. Aber offensichtlich schreibt er sich diese Eigenschaft zu, wobei er seinen Nachfolger für fehlbar zu halten scheint und ihm offenkundig den rechten Weg Gottes weisen möchte. Das Alter scheint auch bei Päpsten nicht nur körperliche, sondern auch geistige Schwächen
mit sich zu führen.

@18:35 von karwandler

"die Abschaffung der Kirchensteuererhebung durch den säkularen Staat, teilweise der Abzug einer kostendeckenden Gebühr für diese Dientleistung"
Erstens kann der Staat das nicht einseitig abschaffen, weil es Vertragsbruch wäre. Und zweitens erhält der Staat einen Anteil für den Einzug der Kirchensteuer.

Und was man vielleicht auch nochmal erwähnen sollte:

Als die Kirchensteuer im 19. Jh. eingeführt wurde, war dies eine staatliche Maßnahme, die bei den Kirchen keineswegs auf Begeisterung stieß. Heute mag die Kirchensteuer den Konfessionen sehr gelegen kommen, aber ursprünglich ist sie ihnen aufgezwungen worden.

Bin mir übrigens nicht sicher, ob die Kirchensteuer auf einem Vertrag beruht; auf jeden Fall gibt es Bundes- und Landesgesetze dazu.

Christ*innen die sich als

Christ*innen die sich als engagiert verstehen, könnten für die Menschheit nichts besseres tun, als sich für die Beendigung und Beseitigung dieses größten Hemmschuhs der Zivilisation einzusetzen, das nichts mit Menschen, nichts mit Nächstenliebe und nichts mit Vernunft zu tun hat.

***immer wieder interessant***

es ist erstaunlich zu sehen, wie sich Personen über die Kirche aufregen, obwohl sie zum Glauben und Christentum null Bezug und eine Oberflächliche Sicht durch die Mendien auf die katolische Kirche haben.

Am Liebsten würder ich zu den vielen lauten Kommentaren, die hier immer wieder zum Thema geliefert werden, antworten. Aber, eins möchte dennoch loswerden. Menschen, die sich nie intensiv mit dem Katholizismus und der Bibel auseinader gesetzt haben, sollen bitteschön keine Meinung dazu haben! Nur eine oberflächliche Sicht haben, und rummeckern, wenns umbequem wird, kann jeder.
Ich finde es sehr gut, dass sich Benedikt zu Wort meldet und das liegt hier immernoch – trotz Franziskus, in seiner Verantwortung. Die Kirche ist nicht nur eine bloße Institution sonder hat einen göttlichen Ursprung und die wird sich nicht, wie es den Leuten gerade passt, verbiegen, nur, weil es der "Zeitgeist" so viel. Die Kirchen werden sich bestimmt nicht plötzlich füllen, wenn die Regeln geändert werden.

@ 18:18 von qpqr27

Meinen Sie mit dem "Stolz" der Priester die, die Missbrauch an Frauen, Männern oder Kindern begingen, oder die, die ihre Einsamkeit in Alkohol ertränken, oder die, die zu zynischem Machtmissbrauch greifen, oder die, die durch Prunk und Weltflucht ihr Heil suchen, oder die, die in ihrem Leben Kompromisse schließen und so leben, wie es ihnen entspricht, oder die, die ihr Amt aufgeben, weil bei den derzeitigen Rahmenbedingungen nichts mehr stimmt für sie?
Bisher hatte ich ein anderes Bild von Stolz.

Mitautorenschaft?

Wenn der Text von ihm stammt, ist er Autor, nicht Mitautor....Klare Kennzeichnung der Urheberschaft, bitte! Das ist in der Wissenschaft so üblich...:-) (sollte zumindest)

@18:49 von Schneckenmaus

"Was ist das denn für eine Art und Weise, jetzt quasi aus dem Hinterhalt den Amtsinhaber zu intrigieren?
Pfui Teufel!"

Das ist doch gute alte Tradition im Kirchenstaat.
"Pfui Teufel"? Der Mann ist noch immer Papst. Wenn der Teufel nun schon Stellvertreter Gottes ist kann das jüngste Gericht wirklich nicht mehr weit sein. Ich hoffe sie schaffen vorher noch das Zölibat ab.

Heckenschützen

kennzeichnen eben oft autoritäre Strukturen wie die katholische Kirche, weil sich ja keiner öffentlich zu kritisieren traut. Erinnert mich an B.Brecht " und der Haifisch, der hat Zähne und die hat er im Gesicht. Und der Mackie hat ein Messer, doch das Messer sieht man nicht"
Abgesehen davon halt ich den Zölibat für unnötig und nicht zeitgemäß

@17:11 von Meinung zu unse...

Ich möchte niemanden zu nahe treten, aber bei allem Respekt, wen interessiert jetzt, was alte Männer außer Funktion und Amt von welchem (Kirchen-)Thema halten.

Sie haben Recht, das interessiert niemanden. Also vielleicht außer 1,3 Miliarden Katholiken auf der Welt, aber was ist das schon.

Schon lustig: Die meisten Kommentare hier fangen sinngemäß an mit "mich interessiert es ja gar nicht, aber ich habe auf jeden Fall eine Meinung".

Ich persönlich finde extrem wichtig, was Benedikt öffentlich als Meinung äußert. Gerade weil ich sie überhaupt nicht teile.

Zölibat

Alte Männer, in der Regel wohlbeleibt. Und in Kleidern. Was wissen die denn? Die Basis denkt doch schon ganz anders. Aber das kommt da oben nicht an.
Vielleicht tut auch einigen Foristen mal ein Lesetip gut: Hans Küng, Die Kleriker

Erinnert mich sehr an die

Erinnert mich sehr an die Geschichte mit dem Ibiza-Video.
Die Art und Zeit der Äußerungen dienen feindlichen Kräften nur als Vorwand, um Demokratie oder Kirche zu schwächen.

Es sollten sich alle katholischen

Pfarrer, die gerne heiraten möchten, sich verabreden, und ihre heimlichen Lebensgefährten/-innen in einer konzertierten Aktion standesamtlich heiraten. Mal sehen, ob die Kirche auf soviel Personal verzichten kann und sie alle rauswirft.

Es wird höchste Zeit,

daß der amtierende Papst die "reaktionären Brüder " in die Schranken weißt.
Es gibt für den Zölibat keinerlei Rechtfertigung in der Bibel. Der Zölibat ist im Mittelalter aus sehr fragwürdigen machtpolitischen und wirtschaftlichen Gründen entstanden. Schon seit Jahrzehnten ist die Abschaffung überfällig. Für Priester gibt es das weder in den orthodoxen, evangelischen noch in der anglikanischen Kirche.
Aber das sind ja laut Benedikt XVI keine echten Kirchen.

Gottlose Kunst

@ nie wieder spd:

Selbstverständlich kann man der gut begründbaren Meinung sein, dass jemand, der ein Priesteramt innehat, keine Zeit für eine eigene Familie haben kann, da er ansonsten sein Priesteramt vernachlässigen müßte.

Vielleicht. Aber das trifft auf Ärzte oder Heizungstechniker ja mindestens genauso zu.

@ karwandler

Erstens kann der Staat das nicht einseitig abschaffen, weil es Vertragsbruch wäre.

Vertragsbruch? Der Staat kann den Vertrag doch einfach kündigen. Mal bei Trump nachfragen, wie sowas geht.

@ nelumbo

Mal sehen, ob die Kirche auf soviel Personal verzichten kann und sie alle rauswirft.

Ohne mit der Wimper zu zucken.

@ Tiberius20

... dienen feindlichen Kräften nur als Vorwand, um Demokratie oder Kirche zu schwächen.

Na, das sind aber zwei Paar Schuhe.

Die Aufregung scheint etwas gekünstelt

Wenn ein über 90 Jahre alter ausgeschiedener Papst eine Meinung äußert ist dies seine Angelegenheit.

Das Sagen hat sein Nachfolger.

Deshalb sollte man sich auch nicht über Gebühr wegen der jetzt geäußerten Auffassung des Ex-Papstes echauffieren. Die Aufregung scheint etwas gekünstelt, evtl. um einen gewissen Einfluss auszuüben. Alles bitte nicht überbewerten.

17:19 von karwandler

Fast wäre es einem lieber, er würde offen gegen Franziskus auftreten, statt so ein windelweiches Gewürge abzuliefern.

Ob Benedikt oder Franziskus ist doch egal. Die Köpfe des Klerus bestehen aus dem gleichen Material. Wenn ich mir manchmal die Bilder aus dem Vatikan so anschaue, wie die gesamte Priesterschaft, allen voran der "Heilige Vater", mit ernstversteinerten Gesichtern wie eine Menschenschlange in ihrer Kirchenuniform in die Heiligen Gemächer einziehen, dann muss ich mich fragen, was in diesen Köpfen nur so vorgeht. Würde ich so etwas als einzelner abziehen, käme ich in die Klapse.

19:29 von nelumbo

Mal sehen, ob die Kirche auf soviel Personal verzichten kann und sie alle rauswirft.

Die Kirche wirft sie freilich raus.

Die Tagesschau mit ihrer

Die Tagesschau mit ihrer derzeitigen Vorliebe für Randerscheinungen. Nun also die katholische Kirche...

Ist da nicht Franziskus der Boss ? Soll er doch einfach sagen, was Sache ist. Oder noch naheliegender, einfach Gott fragen, der wird´s ja wohl wissen.

Interessanter wäre, im 21. Jahrhundert die Rolle der Kirchen insgesamt kritisch zu betrachten. Ohne auf innere Querelen einzugehen, die auch noch ziemlich belanglos anmuten. Hat der eine das nun gesagt oder doch nicht ? Für aufgeklärte Menschen völlig Wurscht.

Als ueberzeugte Atheistin

Als ueberzeugte Atheistin kann ich ueber Papst & Co. nur den Kopf schuetteln.

Vor allem wenn diese weltfremden Maenner versuchen zu bestimmen was Frauen mit ihrem Koerper zu tun und zu lassen haben.

Ist vielleicht auf den ersten Blick OT, hat aber wie Ablehnung von Verhuetung und celibacy practice mit der mitteralterlichen Denkweise der Kirchen zu tun.

Ruhestand heißt Ruhe geben

Diese ewige Schreiberei vom Expapst Benedikt...alias Kardinal Ratzinger...kann auch nerven...warum kann er seine konservativen Gedanken nicht für sich behalten? Er war einmal zu seiner Tübinger Zeit "fortschrittlich", dann hat ihn die antiautoritäre Studentenbewegung nach Regensburg vertrieben, über München dann in den Vatikan, dort hat er als Hardliner der Glaubenskongregation u.a. die Theologen Boff und Küng drangsaliert und dann als Papst im Vatikan z.B. zu den Problemen des Mißbrauchsskandals und der Vatikanfinanzen wenig bewirkt...irgendwie ist er in seiner professoral abgehobenen Theologie immer stehengeblieben...der normale Gläubige hat nichts damit anfangen können.

@ 19:17 lumo

Wahrscheinlich meinen Sie das Buch "Kleriker" von Drewermann, oder? Von Küng kenn ich einen solchen Titel nicht.

@nie wieder spd

"Ansonsten hat die Kirche hat sich in der BRD in jeder Beziehung an die Gesetze zu halten.
Insoweit kann sie niemandem verwehren zu heiraten, wen immer er, sie, es will."

Wo verweigert denn die Kirche das Recht zu heiraten wen man will?

Das ist schon ewig Sache des Staates und die Kirche kann Heiratszeremonien abhalten bis sie umfällt, ohne Standesamt wird die Heirat nicht rechtskräftig.

Geheiratet wird über das Standesamt, die Zeremonie kann man bei der Institution seiner Wahl buchen.

Da steht es der Kirche frei auch Aufträge abzulehnen, wie jedem Unternehmen oder auch ihnen als Privatmann.

Trauerspiel

Ich hoffe, dass der katholischen Kirche alle Menschen den Rücken kehren, da sie selber über Jahrhunderte nur Lügen verbreitet und sich bereichert bzw. eben die Gutgläubigkeit der Menschen ausgenutzt hat. Und unser erzkonservativer Benedikt sollte sich gefälligst zurückhalten und auf gut deutsch den Mund halten. Was will dieser alte verknöcherte Mann eigentlich?

Die Bibel lehrt etwas anderes

Eigentlich müsste jeder Priester es wissen, dass Ehelosigkeit kein biblisches Modell ist. Leider hatte die röm.-kath. Kirche den Priester-Begriff entstellt und das als Grundfeste erhoben, der man nicht widersprechen durfte/darf.
Schade, schade, was da an Unheil heraus erwachsen ist. Und immer noch sieht man das nicht.
Es ist eben nicht das biblische Modell, dass ein Priester eine eierlegende Wollmilchsau ist, deren Leben allein der Gemeinde gewidmet sein soll. Unbiblisches Wunschdenken!
Vielmehr sollen alle Gemeindeglieder aktiv mitarbeiten mit ihren gottgegebenen Gaben. Doch hier taucht das nächste hausgemachte Problem auf, dass man einen Unterschied zwischen den Gläubigen und den Geistlichen (Klerus) machte, klar, die Kleriker stehen drüber. Welch eine unbiblische Torheit.
Vielleicht sollten sich diese selbsternannten Heiligen mal bspw. die "freien" Gemeinden ansehen, wo auch ganz normale Menschen predigen. Klar, (geistliche) Leitung gibt es auch, doch ist die nie so abgehoben.

Die Kirche ist eine

Die Kirche ist eine demokratiefeindliche "Institution". Eigentlich sollte man sie, allein schon deshalb, auf Verfassungskonformität hin prüfen, danach sinnvollerweise verbieten (und Vermögen einziehen?). Für mich steht das fest.

re werner krauss

"aber Priestermangel
hat nichts mit dem Zölibat zu tun.

Viele Priester und Pfarrer verteidigen den Zölibat."

Sehr unlogisch. Wer sich dazu bekennt meckert natürlich nicht darüber. Aber wer sich nicht bekennt wird nicht Priester == Priestermangel

Für....

mich als Katholik ist der Papst wichtig er heißt Franziskus. Benedikt XVI. ist nicht mehr der Papst er ist zurückgetreten. Meiner Meinung soll das Zölibat nur in Ausnahmen gelockert werden. Wenn aber der Papst, Kurienkardinäle und die Vollverschleierung der Kardinäle und Bischöfe zu einer anderen Meinung kommen dann soll man das respektieren. In der römisch katholische Kirche ist was aus der Vaterstadt kommt ist Kirchenrecht.

re wielstadt

"Bin mir übrigens nicht sicher, ob die Kirchensteuer auf einem Vertrag beruht; auf jeden Fall gibt es Bundes- und Landesgesetze dazu."

Stimmt, es sind Gesetze.

Alte weisse Männer

@Armagedon - eben, sehe ich genauso

re k-inga

"Ich finde es sehr gut, dass sich Benedikt zu Wort meldet und das liegt hier immernoch – trotz Franziskus, in seiner Verantwortung. Die Kirche ist nicht nur eine bloße Institution sonder hat einen göttlichen Ursprung und die wird sich nicht, wie es den Leuten gerade passt, verbiegen, nur, weil es der "Zeitgeist" so viel."

Die Katholische Kirche hat sich immer schon dem Zeitgeist angepasst, oder sich verbogen, wenn Sie es ihr so vorwerfen wollen.

Zum Beispiel: Der Zeitgeist hat die Sklaverei abgeschafft. Die Kirche ist dann mitgelaufen.

Traurig

Das traurige ist ja, dass wir Steuerzahler die Kirche schon seit ueber hundert Jahren mitfinanzieren, jenseits der Kirchensteuer.
Wer das nicht glaubt, einfach mal "Staatsleistungen an die Kirchen" googlen.
Wenn das nicht waere, dann waere es mir egal was die katholische Kirche macht, solange es nicht gegen laufende Gesetze verstoesst natuerlich.

20:21 von karwandler

re wielstadt

"Bin mir übrigens nicht sicher, ob die Kirchensteuer auf einem Vertrag beruht; auf jeden Fall gibt es Bundes- und Landesgesetze dazu."

Stimmt, es sind Gesetze.
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Aber ursprünglich lagen Sie auch nicht weit daneben.
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Ein Staatskirchenvertrag ist ein Vertrag zwischen einem Staat (Nationalstaat oder Gliedstaat) und einer Glaubensgemeinschaft.

Staatskirchenverträge mit der römisch-katholischen Kirche, genauer mit dem Heiligen Stuhl, heißen Konkordate (lateinisch concordatum ‚Vereinbarung, Vertrag‘). Nach strengem römischem Sprachgebrauch schließt der Heilige Stuhl ein Konkordat nur mit einem katholischen Staatsoberhaupt, während die Verträge mit nicht-katholischen Regierungen Konventionen heißen. Staatskirchenverträge mit nicht-katholischen Religionsgemeinschaften, insbesondere mit evangelischen Kirchen, bezeichnet man dagegen als Kirchenverträge.
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Quelle Wikipedia

@nostradamus 2015

"[...] Die Behauptung, Benedikt XVI. falle mit seiner Warnung vor der Aufweichung des Zölibats Papst Franziskus in den Rücken, bewegt sich in einem rein säkularen Denkhorizont und ignoriert die Tatsache, dass die Verteidigung eines Kirchengesetzes (das noch auf dem 2. Vatikanischen Konzil 1965 von den Konzilsvätern mit nur vier Gegenstimmen bestätigt wurde) im Einklang mit der Tradition nicht verwerflich sein kann. [...]"

Die Verbrennung von Menschen auf dem Scheiterhaufen, die den "falschen Glauben" hatten (Katharer, Johannes Hus und viele andere), stand auch einmal im Einklang der Tradition der römisch-katholischen Kirche. Diese Tradition wurde auch geändert. War das jetzt verwerflich? Der Kirchenapparat ist menschlich, Grundsätze und Gesetze sind für Menschen. Gott braucht keine Gesetze. Grundsätze, Traditionen und Gesetze kann man jederzeit ändern. Davon geht die Welt nicht unter.

Respekt und Gehorsam

Ich persönlich täte mich ja mit manchen Aspekten des Gehorsams schwer, deshalb bin ich froh, dass ich als Laie meinem Gewissen folgen darf. Aber als Katholik schulde ich den amtierenden Papst Respekt, dass ist mir unter der Regentschaft von Benedikt manchmal sehr schwer gefallen, jetzt ist Franziskus Papst, dass konservative Kardinäle und Katholiken jetzt diesen Respekt nicht aufbringen, lässt für die Zukunft der Kirche pessimistisch sein.

Warum dem überhaupt noch

Warum dem überhaupt noch zuhören? Oder überhaupt einem christlichen "Heiligen"???
Klärt erstmal die ganzen Vergewaltigungen kleiner KINDER auf und übergebt die Verbrecher der Justiz. PUNKT

18:59 @k_inga

"Menschen, die sich nie intensiv mit dem Katholizismus und der Bibel auseinader gesetzt haben, sollen bitteschön keine Meinung dazu haben!"

Sie sollten froh sein, dass viele scheinbar Ungläubige mitdiskutieren.

Pew Research letztes Jahr Studie in den USA, wer kennt sich wie gut über Religionen aus.
Atheisten (17,9 von 32 Fragen) und Juden (18,7 ) am Besten. Nur Evangelikale waren in eigenen christlichen Glaubensfragen knapp besser als Atheisten und Juden. Alle anderen teilweise viel schlechter Katholiken (14,0) , Historische schwarze Protestanten (9,7) .
(Pew Research, What Americans Know About Religion, 23.7.2019)

Gehandelt im guten Glauben.....

Hier ist der frühere Papst Benedikt wohl benutzt worden und sein Sekretär hatte da wohl nicht die notwendige Erfahrung. Der Autor-Kardinal hat da wohl nach einem Türöffner gesucht. Es ist wohl nicht anzunehmen das er der Meinung war das der frühere Papst Benedikt als `Gegenpapst` aufgebaut werden konnte.

Ein katholischer Priester ist männlich und heiratet nicht......

@qpqr27-soweit so gut, was aber ist mit den katholischen Kirchenmänner, die trotz Zölibat in einer festen Beziehung leben und auch Kinder haben. Gebt diese Menschen endlich frei. Nur wenige können und wollen Liebe leben, Zölibat eine schlimme Erfindung
eben von alten Männer, die ihre Macht ausleben wollen/wollten. So hat man Menschen die Sünde erklärt.

Liebe Tagesschau ...

... ich verstehe ja den Wunsch nach griffigen, eine Situation beschreibenden, Schlagwörtern. Aber sie dürfen schon richtig sein. "Ex"-Papst ist es ganz sicher nicht. Benedikt XVI IST Papst. Und das bleibt er auch bis zu seinem natürlichen Ende. Wäre er es nicht, Papst, dürfte er keine weiße Soutane tragen. Was ihn vom aktuellen Amtsinhaber unterscheidet, ist der von ihm erklärte Verzicht auf die mit dem Amt verbundenen Aufgaben. In diesem Kontext ist auch der jetzt kolportierte Wunsch Benedikts zu sehen, seine Urheberschaft an dem Buch zu bekennen. Es wäre einem Skandal gleichgekommen, einer unbotmäßigen Einmischung, in die aktuellen und nur Franziskus obliegenden Amtsgeschäfte.

Bitte denken Sie sich einen anderen Begriff aus.

Von einer Modernisierung der Kirche...

...hat auch Ex-Papst Benedikt XVI, denn frühere Päpste wurden ins Exil gejagt oder ermordet, ein ordentlicher Rücktritt aus Altersgründen war da nicht vorgesehen.
Allerdings stellt sich die Frage, ob er sich mit seiner Einmischung nicht selbst zum Gegen-Papst gemacht hat. Und war es nicht schon immer Tradition in der katholischen Kirche, dass Gegenpäpste exkommuniziert wurden?

Das ist nur ein Job

@ Alles gut:
Sondern es geht darum, dass für die katholischen Priester nach 60 Stunden pro Woche nicht einfach Feierabend ist und sie nicht einfach nach Hause eilen können um ihrer Familie zu dienen. Wenn der Priester wach ist, ist er Priester und ist im Dienst für Gott. Sozusagen 24/7.

Wenn für einen Job 40 Wochenstunden nicht reichen, sollte man den Fehler erst mal beim Job suchen, nicht beim Arbeitnehmer. Und Priester sind rechtlich gesehen Arbeitnehmer, die nach Dienstschluss einfach frei haben.

Ich bin Urologe und mag meine Patienten. Aber wenn nach Praxisende noch jemand anrufen möchte, bin ich weg und er muss sich an den Notdienst oder ein Krankenhaus wenden.

Wenn es Benedigt nicht mehr auf dem (heiligen)Stuhl hält,

dann muss das einen triftigen Grund haben. Soll heißen, irgendwann platzt jedem der Kragen. Hat die katholische Kirche in der letzten Zeit nicht genug Skandale gehabt? Priester, die sich an kleinen Jungs vergehen haben doch im letzten Jahr fast täglich die Gazetten gefüllt. Sollen die in Zukunft auch noch heiraten dürfen? Ich kann den Alten und seine Sorgen irgendwie verstehen. Und noch etwas: Die Welt mag ja heute im schnellen Wandel sein, aber dieser Wandel muss ja nicht immer zum Besseren führen. "Du bist der Fels, auf dem ich meine Kirche Baue.". Und ich hoffe sehr, dass dieser Fels auch in diesem Fall standhaft bleibt.

Kirchensteuer

Die Kirchensteuer für die römisch-katholische Kirche beruht auf dem Reichskonkordat von 1933, einem Vertrag zwischen dem damals bereits nationalsozialistischen Deutschland und dem Vatikan.

Natürlich könnte man diesen Vertrag kündigen. Der regelt aber noch viele andere Dinge.

"Never change a running system" ist das Prinzip, das hier gilt. Und da die Rufe nach Änderungen nicht so besonders eindringlich sind, und es viele andere wichtige politische Baustellen gibt, wird sich niemand ernsthaft mit den Kirchen anlegen. Deren Bedeutung mag abnehmen - unbedeutend sind sie damit noch lange nicht.

re quantacosta

" Benedikt XVI IST Papst. Und das bleibt er auch bis zu seinem natürlichen Ende. Wäre er es nicht, Papst, dürfte er keine weiße Soutane tragen."

Das das Kirchenrecht bisher keinen Anlass hatte, die Kleiderordnung für "Papst im Ruhestand" zu regeln, ist das eine sehr dürftige Beweisführung.

Oder im Zeichen der Demut möchte er die Klamotten auftragen ;-)

ein 92jähriger - vielleicht einfach nicht mehr ganz so fit?

Abseits von chronischer Kirchenkritik:
Hier hat ein 92jähriger Mann zu etwas beigetragen, wozu er nachher doch nicht steht. Wie fit ist Benedikt XVI. eigentlich noch? (Immerhin wird er nicht ohne Grund zurückgetreten sein, das zeugt doch von kritischer Selbsteinschätzung!)

Ich frage mich, ob irgendein Außenstehender - wie wir alle im Forum hier - überhaupt abschätzen kann, wie sehr sich Benedikt noch im Klaren ist über die Folgen seines Tuns. Nicht, daß ich ihm Demenz unterstellen würde... sondern einfach, daß er auch mal Tage oder Wochen nicht so fit ist, mal ein ihm zugeschicktes Manuskript nicht mehr oder nicht vollständig liest, mal den religionspolitischen großen Zusammenhang nicht mehr mitbekommt usw. Ob da immer sein Privatsekretär aufpaßt... ob Benedikt dem auch mal auf etwas autoritäre (oder altersstarre) Weise sagt, wo's langgehen soll, obwohl der Privatsekretär Zweifel hat... usw.

Kurz: Ich vermute in dem Hin und Her mehr persönliches Durcheinander als große Verschwörung.

Am 14. Januar 2020 um 20:16 von karwandler

re werner krausss
"aber Priestermangel
hat nichts mit dem Zölibat zu tun.
Viele Priester und Pfarrer verteidigen den Zölibat."

Sehr unlogisch. Wer sich dazu bekennt meckert natürlich nicht darüber. Aber wer sich nicht bekennt wird nicht Priester == Priestermangel

Sie haben natürlich Recht,

aber das Leben ist nicht immer geradlinig.

Eine in jungen Jahren getroffene Entscheidung zur Askese, kann sich später als
Entscheidung aufgrund schlechter- oder zu wenig Information herausstellen.

Vorhandene Information, Qualität der Entscheidung.

Früher hatten die Söhne reicher Bauern oder Gutsbesitzer nur die Möglichkeit den Hof zu erben, Karriere beim Militär- oder bei der Kirche zu machen. Andere Möglichkeiten gab es damals nicht.

Einfluss und Ansehen waren in beiden Berufen hervorragend.

Mit der Zeit wird der Mensch erfahrener, bequemer,
man lernt ja auch immer wieder dazu.

"Unterm Krummstab ist gut leben."

17:11 von draufguckerin

"Vielleicht wurde Bendikt instrumentalisiert
Vielleicht hat Benedikt mit seinem Buch dem sehr konservativen Milieu der kath. Kirche nur als Werkzeug gedient, um den reformfeindlichen Block zu stärken."

.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.

Das schimmert ein bisschen aus dem Kommentar durch, ja. Auch aus dem, was Gänswein und Biesinger sagten.

20:54 von Umfaller

Hat die katholische Kirche in der letzten Zeit nicht genug Skandale gehabt? Priester, die sich an kleinen Jungs vergehen
-
414.582 Priester weltweit dazu Bischöfe, Diakone, Katecheten.
also Insgesamt 4.666.073 Seelsorger.
was erwarten sie in so ner großen Herde
gelegentlich ein schwarzes Schaf nicht ?
bei den Protestanten gibt es ebenso viele "Skandale"
und in Sportvereinen sogar das doppelte
also ne gewisse Ehrlichkeit wäre geboten

Der nächste Papst wird Afrikaner!!

Dann können sich die, die glauben, von Detmold oder Bergkamen aus die katholische Kirche revolutionieren zu können, schon mal warm anziehen!

Nicht falsch verstehen: Ich unterstütze diese Leute oft inhaltlich (nicht immer) und stehe auch in den meisten Fragen auf der Seite des Papstes.

Ich bin aber dennoch auch Demokrat. Die katholische Kirche ist Weltkirche, mit vielen sehr konservativen Positionen, und das soll (und wird) sie auch bleiben.

Wer diese Weltdemokratie nicht aushält, kann gerne gehen und eine weitere protestantische Splitterkirche gründen.

17:46 von DrBeyer

"Wenn ich mir das Foto ansehe, auf dem Ex-Benni und Gänswein zu sehen sind, beschleicht mich der Verdacht, dass Ratzinger evtl. gar nicht so viel dafür kann, weil er überhaupt nicht realisiert hat, wie heikel der ganze Vorgang ist. Er hat halt einfach einen Beitrag geschrieben.
Und dass sich in Wirklichkeit Gänswein von Sarah hat über den Tisch ziehen lassen, was den Zeitpunkt sowie Art und Weise der Veröffentlichung angeht."

.-.-.-.-.-.-.

Das leuchtet mir sehr ein, was Sie schreiben; und das, was Ratzinger betrifft, habe ich mir so ähnlich auch gedacht.
Bei Gänswein könnte es auch so gewesen sein.

Natürlich muss klar sein,

Natürlich muss klar sein, dass das Zölibat keine biblische Vorschrift ist, sondern vor Jahrhunderten eingeführt wurde, um zu verhindern , dass möglicherweise vermögende Priester von ihren Kindern beerbt werden konnten. Da es zur damaligen Zeit nicht selten war, dass Sprösslinge reicher Familien Priester wurden, gelang es der Kirche auf diese Weise erhebliche Besitztümer zu erlangen. Das Erbe eines ehelosen Priesters ging damals automatisch in den Besitz der Kirche.
Es war nur ein Schachzug der Kirche bzw eines Papstes, um sich selbst u/o die Kirche zu bereichern.

20:52 von karawanke

Ich bin Urologe und mag meine Patienten. Aber wenn nach Praxisende noch jemand anrufen möchte, bin ich weg und er muss sich an den Notdienst oder ein Krankenhaus wenden.
.
mein Freund ist praktischer Arzt
der ist nicht weg ....
das heißt nicht dass ich verhalten kritisiere !!
aber jeder hat ne andere Auffassung
ich bin normaler Sachbearbeiter gewesen
und wenn es noch Arbeit gab, war ich nicht weg

@Sisyphos3

Ich habe (unter anderem) geschrieben:

"Hat die katholische Kirche in der letzten Zeit nicht genug Skandale gehabt? Priester, die sich an kleinen Jungs vergehen"
-
Sie:
"414.582 Priester weltweit dazu Bischöfe, Diakone, Katecheten.
also Insgesamt 4.666.073 Seelsorger.
was erwarten sie in so ner großen Herde
gelegentlich ein schwarzes Schaf nicht ?
bei den Protestanten gibt es ebenso viele "Skandale"
und in Sportvereinen sogar das doppelte
also ne gewisse Ehrlichkeit wäre geboten"

Sie wollen etwas relativieren, Er will etwas ändern. Ist Ihnen der Unterschied geläufig?

vor den Karren gespannt

Da wurde Benedikt, ein gesundheitlich äußerst angeschlagener Mann, von Kardinal Sarah vor den Karren gespannt.
Weil er der Kurie nicht mehr Herr wurde; dies war vermutlich der Grund für den Rücktritt von Papst Benedikt.
Die Aktion von Kardinal Sarah unterstreicht, dass er in seiner Rücktrittsentscheidung richtig lag.
In Kardinal Sarah hatte ich eigentlich einen sehr fähigen Mann gesehen. Die Aktion wird wohl seine Chance verringern, bei der nächsten Papstwahl gewählt zu werden.

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