Kommentare

Prost Mahlzeit.

"Es gebe ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben (…). Das schließe die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen (…)."

Das wird lustig, wenn der erste Rettungsschwimmer verurteilt wird, weil er einen Suizidalen aus der Donau gezogen hat.

„Das in Deutschland geltende Verbot der geschäftsmäßigen Hilfe beim Suizid ist verfassungswidrig“

Das Einzige, was mich daran stört, dass sich Befürchtungen wie diese:
„Hinter anderen Verfassungsbeschwerden stehen Ärzte, die befürchten, sich bei der palliativmedizinischen Behandlung todkranker Menschen strafbar zu machen“
jetzt erübrigen, ist das Wörtchen „geschäftsmäßig“.

Gut so

endlich hat das Verfassungsgericht eine gute Entscheidung getroffen.

Gut so.

Selbstbestimmtes Sterben ist eine Frage der Würde.

überfälliges Urteil

Über den eigenen Tod entscheiden dürfen wird nun endlich ein Grundrecht.
In der Onkologie ist man täglich dem langen, qualvollen Leid der Patienten ausgesetzt.
Nur ein Un-Mensch kann dagegen sein.

Was nun? Ein Wunsch.

Vielen Dank an unsere kompetente Legislative, die wiedermal noch intensiver demokratischer debatte eine gesetzt handwerklich schlecht gefertigt hat, so das es kassiert wird.
Was nun?
Man kann jedem/r Arzt°Inn nur wünschen, dass wie beim Ärztekammerpräsidenten nie der Wunsch der Sterbehilfe an ihn/sie herangetragen wird. In Anbetracht der letzten gesellschaftlichen Diskussionen auch gestern hier im Forum und der katastrophalen Situation unseres Gesundheitswesens kann ich auch nur alle pro Sterbehilfe Eingestellten dringendst darum bitten die Ablehnung eines Arztes bzgl. einer Tötung immer zu akzeptieren. Denn auch ein Arzt ist nur ein Mensch und hat somit auch Selbstbestimmungsrechte.
Aber das ist eigentlich selbstverständlich.

leichte Druckerhöhung

Es wird den Druck auf alte, schwache, weitgehend unnütze Menschen, den es schon seit Menschengedenken in fast allen Familien gibt, ein Stück erhöhen.

10:53 von rossundreiter

Sie sind am Thema vorbei.
Es geht um aktive Sterbehilfe mittels Medikamenten.

Ein verbraucherfreundliches Urteil.

Wenn auf der einen Seite aus Kostengründen Hilfe verweigert wird, sollte man wenigstens noch die Wahl haben in Würde zu gehen.

Endlich!

Kein Mensch muss am Lebensende weiterhin unsagbares Elend erleiden, was selbst einem Tier nicht zugemutet wurde. Bisher hat man mit Todkranken ohne deren Erlaubnis gnadenlos gute Kasse gemacht. Ich bin nun sehr erleichtert, auch was meine Zukunft betrifft.

§ 217 StGB vom BGH gekippt

"Ein solcher Anspruch stünde "im eklatanten Widerspruch zur medizinisch-ethischen Grundhaltung der Ärzteschaft", hob Reinhardt hervor."
Na, dieser Vertreter der Ärzteschaft sollte den Mund nicht so voll nehmen:
Medizinisch-ethische Grundhaltung? Da wird man -sich im Sterbeprozess befindend- von Angehörigen, Pflegediensten etc. und Notärzten in die Kliniken verbracht, die sich die Hände reiben über einen Patienten, an dem man noch einmal alles was an medizinischen Spitzfindigkeiten vorhanden ist, kostenträchtig ausprobieren kann - medizinisch-ethisch.
Und wer hier keine verneinende Verfügung getroffen hat, an dem darf!!!!! mit Genehmigung des Gesetzgebers pharmakologisch und auch sonst herumexperimentiert werden!
Übrigens: Wer sich zum Freitod entscheidet, ist geistig voll auf der Höhe.
Seien wir nicht euphorisch: Herr Spahn von der CDU und auch die Vertreter der CSU sowie die katholische Kirche und dergleichen werden nicht ruhen. Da bin ich mir sicher.

Dammbruch

Palliativmedizin ist zu teuer. Hilfe zum Selbstmord ist billiger und geht schneller.

re rossundreiter

"Das wird lustig, wenn der erste Rettungsschwimmer verurteilt wird, weil er einen Suizidalen aus der Donau gezogen hat."

Erstens wird der nicht verurteilt und zweitens sind geschmacklose Witzchen das letzte, was man zu dem Thema beitragen kann.

endlich

das wurde Zeit, nun sollte das Urteil noch zeitnah um gesetzt werden.
Es wäre gut wenn das in der Patientenverfügung schon recht früh festgehalten werden könnte, damit niemand in Verdacht gerät, andere zu beeinflussen oder Ähnliches.

re oooohhhh

"Denn auch ein Arzt ist nur ein Mensch und hat somit auch Selbstbestimmungsrechte."

Und auch Kommentare können sowas von überflüssig sein.

Nirgends wird auch nur am Rande erwähnt, dass ein Arzt verpflichtet werden kann, Sterbehilfe zu leisten.

So wenig wie ein Arzt zur Abtreibung gezwungen werden kann.

11:04 von xxrr

"leichte Druckerhöhung

Es wird den Druck auf alte, schwache, weitgehend unnütze Menschen, den es schon seit Menschengedenken in fast allen Familien gibt, ein Stück erhöhen."

Ihr Kommentar verursacht in meinem Kopf eine "leichte Druckerhöhung".

Ich hoffe, Sie können nachvollziehen, dass es sich um aktive Sterbehilfe bei schwerkranken Menschen mit sehr hohem Leidensdruck und fehlenden Behandlungsmöglichkeiten handelt.

Es geht nicht darum, dass Ärzte jetzt Erben in Finanznot aus der Bredouille helfen sollen.

Ich hoffe (und bin zuversichtlich), dass wir in unserem Gesundheitssystem in der Lage sind, das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

Ansonsten fröstelt es mich bei Ihrem Menschenbild, das ich aus meiner Familie und meinem Bekanntenkreis so zum großen Glück gar nicht kenne.

Bin gespannt auf Spahn und Co

Ein gutes Urteil, das absolut nachvollziehbar erscheint und hoffentlich auch von der christlich motivierten Spahn Fraktion befolgt wird. Hoffentlich denken die sich jetzt nicht wieder irgendwelche Vermeidungsstrategien aus.

11:06 von FritzF

Wenn es nicht so extrem makaber wäre, würde ich Ihnen gute, extreme Satire attestieren können.

@fritz, 11:06

"Verbraucherfreundliches Urteil."

Was wird denn da an welcher Stelle "verbraucht"??

Eine Entscheidung für das

Eine Entscheidung für das Selbstbestimmungsrecht und für die Würde des Menschen, absolut schlüssig und überfällig.

10:12 von andererseits (geschlossen)

Ich verstehe was Sie bewegt.
Ich bin der Meinung, dass aktive Sterbehilfe möglich sein muss.
Nicht jeder Todkranke hat die Kraft, trotz Begleitung, den Weg bis zum Ende zu gehen. Hätte mein Mann die Möglichkeit gehabt den Weg “abzukürzen“, so hätte er das vermutlich wahrgenommen.
Politiker reden von Freiwilligkeit und Selbstverpflichtung. Damit meinen sie aber vermutlich nur Belange, die Wirtschaft und Industrie gegenüber den Menschen haben sollten.
Wieso wird Todkranken das Recht abgesprochen, die Art des Sterbens zu wählen? Sind sie zu dumm, zu wissen was sie wollen oder eben nicht wollen?
Und nicht jede Familie mit todkranken Angehörigen hat die finanziellen Mittel in die Schweiz zu reisen.
Herr Spahn, der sich mit schlauen “Begründungen“ über den Willen dieser Menschen erhebt, könnte im Fall des Falles diese Reise antreten.
Es geht um meine Freiheit der Entscheidung. Kein Arzt wird gezwungen “Täter“ zu sein, kein Kranker Suizid zu begehen. Todkranke werden gezwungen weiterzulebe

Für mich ein sehr wichtiges Thema

Es gibt Dinge die gehen niemanden etwas an. Und das muss auch jeder im Bundestag verstehen. Man mag sich nicht ausmalen welch schreckliches Ende Krankheiten haben können und es muss hier auch einen Ausweg geben. Natürlich mit hohen Vorgaben.

Recht auf selbsbestimmtes Sterben

Hannelore Kohl hatte seinerzeit entschieden ihr Leben zu beenden und hatte aufgrund ihrer Ausbildung die Möglichkeit, sich die dafür notwendigen Medikamente zu beschaffen.

Ich wäre sehr froh, wenn ich ebenfalls dieses Privileg hätte, falls ich in diese schreckliche Situation geraten sollte, nicht mehr weiterleben zu wollen.

Gesundheitsministerium

Da wird Herr Spahn wohl seine verordnete Ignoranz der Anträge sterbewilliger sich nochmals überlegen müssen. Aber es ist bezeichnend das mal wieder ein Gesetz der christlichen Partei der Mitte gekippt wurde. Es zeigt überdeutlich das die CDU in Sachen Gesellschaftspolitik weit hinterherhinkt. Egal wie es einen im Leben ergeht, man wird immer das eigene Leben besitzen...

@xxrr von 11:04

Es gibt Vergleichszahlen, die solche Befürchtungen ad absurdum führen.

Warum nur assistiv?

Wirklich relevant wird doch Sterbehilfe grade bei den Fällen, wo die Menschen nicht mal in der Lage sind sich selber zu töten bzw. eine Spritze zu geben.
Ab Hals abwärts gelähmte Menschen oder Muskelschwund oder solche Sachen wo man nur schmerzen hat und sich gar nicht mehr bewegen kann.
Die müssen dann ihr Leid weiter ertragen, weil sie nicht getötet werden dürfen?
Wer in der Lage ist sich selber eine Spritze zu geben dem geht es ja noch verhältnismäßig gut.
Ich bin für Sterbehilfe aber nur in wirklich harten Fällen mit mehreren Gutachten über einen längeren Zeitraum.
Viele Selbstmorde können so verhindert werden wenn die Leute zum Arzt gehen in der Hoffnung zu sterben aber dann psychologische betreut werden. Und wenn die Ärzte sagen dass es wirklich hoffnungslos ist, keine Chance auf Genesung gibt, der patient nur leid und Schmerz und gar keine Freude mehr hat, dann ist es in der Tat Unmenschlich ihm das Sterben zu verwehren und in langsam zugrunde gehen lassen. Fast wie Folter...

Verbot?

Dann werden jetzt viel Erben schnell zum telefon greifen und maßnahmen fordern.

Dürfen jetzt auch Kommunen und Konzerne die oft Träger der Krankenhäuser sind solche Maßnahmen bei Patienten einfordern wenn die Angehöhrigen das nicht wollen, oder die Kosten bezahlen können?

Und jetzt ?

So, wie sich unser Bundesgesundheitsminister in dieser Frage verhalten hat, kann ich mir nicht vorstellen, daß ihn dieses Urteil in irgendeiner Form beeindruckt. Ich gehe vielmehr davon aus, daß Herr Spahn die wenigen Betroffenen weiterhin qualvoll krepieren läßt, anstatt daß das Bundesgesundheitsamt in den jeweiligen Einzelfällen die Erlaubnis zur Abgabe der erforderlichen Medikamente erteilt, weil der Herr Minister das nicht will.

Zu den Worten der Diakonie kann man nur sagen: ...

Menschenfeindlicher, unchristlicher und nächstenliebeärmer geht es nicht mehr! Aber das ist man von den vermeintlich orthodoxen Strömungen aller Kirchen und Religionen ja gewohnt...

Sehr gutes Urteil von Karlsruhe - Sternstunde!

Ehrlich zugegeben: dieses Urteil ist mehr als ich erwartet hatte. Das ist endlich mal wieder eine Sternstunde von Karlsruhe. Sehr gutes Urteil. Dieses Urteil macht damit einen Freitod endlich unnötig und ja Spahn muss sich jetzt endlich bewegen.

Außerdem entspricht dieses Urteil auch der im Grundgesetz im Artikel 1 festgeschriebenen Menschenwuerde.

Die Beschwerden von Sterbehilfeorganisationen, Ärzten und schwer kranken Menschen hatten Erfolg: Das in Deutschland geltende Verbot der geschäftsmäßigen Hilfe beim Suizid ist verfassungswidrig. Es gebe ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben.

Denn ich muss ehrlich zugeben, das auch ich schonmal in einem Fall im erweiterten Familienkreis einen solchen Fall entsceiden musste. Ich war damals zwischen 13 und 15 Jahren alt, als eine Großtante von mir aus Oberfranken gestorben ist.

Da kam damals sehr spät abends der Anruf vom Krankenhaus und es ging um die Frage: letzte Spritze ja oder nein.

Eine längst überfällige Entscheidung

Ich kann das Urteil nur begrüßen.
Und ich begreife nicht, warum unsere erzkonservativen Politiker, die sich sonst gern als liberale Bewahrer unserer Freiheiten darstellen, vom BVG erst dahin gebracht werden müssen.

Schade

So nachvollziehbar der Wunsch nach einem selbstbestimmten Tod in begründeten Einzelfällen auch sein mag, mit der Freigabe von gewerbsmäßger Sterbehilfe besteht die Gefahr, dass Menschen auch aus weniger nachvollziehbaren Gründen aus dem Leben scheiden, zum Beispiel aus Angst, den Kindern sonst zur Last zu fallen. Oder, und das ist noch schlimmer, Kinder könnten ihre Eltern im Fall der Pflegebedürftigkeit zu dieser Entscheidung drängen bzw. es könnte sich gerade angesichts steigender Pflegekosten ein gesellschaftliches Klima entwickeln, in dem Pflegebedürftige es als innere Verpflichtung sehen, den Tod zu wählen. Für den Schutz des Lebens ist das leider kein guter Tag.

Sterbehilfe !

Endlich wird es vom Verfassungsgericht gewürdigt, dass jeder Mensch ein Recht auf seine eigenen Entscheidungen hat, und dies auch im Falle, wenn jemand selbst bestimmt sterben will.
Dass damit der arrogante und überhebliche Herr Spahn verloren hat, tut noch mehr gut.
Der sollte besser, bevor er wieder große Töne spuckt, mal ein paar Wochen in einem Krankenhaus arbeiten, damit er mal selbst sieht und erlebt, wie es dort zugeht, wo es überall klemmt, und was so alles schief läuft im Gesundheitssytem.
Und dann müssen die oberen Herren der Ärztekammer ebenfalls von ihrem hohen Ross runter kommen, und den Willen der Menschen so respektieren und ihre Kollegen nicht in ihrer Arbeit durch äußert fragwürdige Vorschriften zu gängeln.
Und die Politik muss jetzt zügig die Gesetzgebung anpassen.

eine gute Entscheidung getroffen

Bürokratenchinese @

Das glaube ich persönlich nicht.

Gut das man als Kankenschwester oder Artzt nicht dazu gezwungen werden kann das noch zu unterstützen oder durchzuführen.

@Margareta K.

Das war mir noch wichtig a. d. Vorgängerthread. Das Leben kann für unheilbar Kranke trotz Schmerz und Leid sehr schön sein, wenn man nicht alleine ist und die Familie beispielsweise hilft (auch sichselbst) mit dem Sterben in Frieden leben zu können. Das kann sogar unschätzbar bereichern im Sinne der Integration des Sterbens als Teil des Lebens. Ich bin sehr froh über das Urteil und auch über die Klarheit in der Begründung.

ein Stück erhöhen?

von xxrr @

Sehr richtig. Besonders wo es um geld oder Imobilien geht.

Schon heute werden diese fälle oft nicht im Pflegeheim oder Hospiz behandelt weil die Angehörigen das persönliche Vermögen der Kranken nicht dafür ausgeben wollen sondern auf das eigen Erbe achten.

Na dann fröhliches

Na dann fröhliches Euthanasieren...
Ein absoluter Dammbruch.
Offene Tür für " sozial verträgliches Früh Ableben "...natürlich im Interesse der Allgemeinheit... Vorher noch Organe entnehmen?
Euthanasie ins Grundgesetz lesen...
Beeindruckend! Bleibt nur die Frage ob man das nicht bundesweit zentral " erledigen" kann, beispielsweise in Hadamar.

Eben nicht!

@Margareta K.
Nein, es geht eben nicht um aktive sondern um passive Sterbehilfe...

1=0 für die Menschenwürde

Ein weises Urteil, das die Würde der betroffenen Menschen in dieser Situation
wieder unantastbar macht!

Spahn muss nun handeln...

Nein, muss er nicht! Die SPD kann auch selbst einen entsprechenden Gesetzentwurf in das Parlament einbringen und dann mit einer parlamentarischen Mehrheit umsetzen.

@ avshalom

Niemand "reibt sich in der Klinik die Hände" bei Eintreffen eines Todkranken. Schwer kranke alte Menschen sind alles andere als lukrativ für eine Klinik. Ja es wird auch aus wirtschaftlichen Gründen gehandelt und das ist schlimm. Was Sie hier schreiben ist jedoch nur verschwörungstheoretisch...

Sterbehilfe !

All die Vertreter der CDU, CSU und alle christlichen Kirchen müssen sich endlich einmal mit ihrer christlichen Orientierung auseinander setzen, denn es ist absolut nicht christlich einen Menschen nur des Geldes wegen und einer überholten und falschen christlichen Einstellung am Leben zu erhalten, so dass dieser Mensch furchtbare Qualen und Leid ertragen muss, bis er/sie endlich sterben kann.
Die Haltung von Kirche und etlichen Politikern ist einfach nur unerträglich und hat mit christlicher Mitmenschlichkeit nichts zu tun, sondern ist nur ein Getöse von etlichen Eingebildeten.
Auch die obersten Ärztevertreter sollte mal ihre inneren Einstellungen überprüfen, denn sie handeln auch nicht nach menschlichen Grundsätzen.

Gute Entscheidung

Danke an die Richter für ihre Arbeit.

@ oooohhhh Re:Was nun? Ein Wunsch.

Kein Arzt ist verpflichtet einem die "Spritze" zu geben wenn er es nicht will. Also WARUM sollte man dies nicht respektieren? Aber er kann einem dann zu mindest eine Adresse geben, falls man zu "faul" ist selber zu recherchieren.

@ rossundreiter

"Das wird lustig, wenn der erste Rettungsschwimmer verurteilt wird, weil er einen Suizidalen aus der Donau gezogen hat." Am 26. Februar 2020 um 10:53 von rossundreiter

Der Rettungsschwimmer schubst niemanden ins Wasser, der ihn darum bittet, weil er es selbst nicht mehr schafft.

Sie haben Thema verfehlt.

@ Margarete K.

Vielen Dank für Ihre guten und tiefgehenden Beiträge zum Thema hier. Gerade deswegen wollte ich kurz darauf hinweisen, dass der Begriff 'aktive Sterbehilfe' nicht korrekt ist. Das wäre die Tötung durch eine andere Person. Die bleibt verboten. Passive Sterbehilfe ist gemeint, die Hilfe, Ermöglichung des Freitods.

Sehr gutes Urteil!

Ich habe nicht mehr daran geglaubt.

Ich lese immer nur: "Niemand sollte sich unter Druck gesetzt fühlen, seinem Leben ein Ende zu setzen."

Was ist mit dem Druck, dem Menschen ausgesetzt sind, denen Herr Spahn die Erlösung gottgleich verweigert hat?

Die Kirchen-Meinung außen vor

Gut, die Kirchen-Doktrin ist nicht zur Anwendung gekommen. Jetzt kommt es nur drauf an, wie sehr diese "Institutionen" auf die Exekutive einwirken: ob die Todkranken das Zeug denn auch ERHALTEN. Da stemmt sich der Staat dagegen, egal, was seine Richter beschließen? Mehr Säkularisation, mehr Trennung von Kirche und Staat tut Not!

@ rossundreiter Re: Prost Mahlzeit.

vielleicht wird ja die Bahn nun pünktlicher und auch Rettungsschwimmer bekommen weniger zu tun. Der schlimmste Suizid dürfte wohl der sein, der NICHT klappt.

Ross und Reiter

Das Thema ist wirklich nicht geeignet für flache Witzchen
Schämen Sie sich

Konsequentes Urteil

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist konsequent und war auch so zu erwarten. Immerhin hatte eine große Zahl von Verfassungsrechtlern den Bundestag gewarnt, das Gesetz in dieser Form zu verabschieden.
Konsequent ist das Urteil deshalb, weil weder Suizid noch die Beihilfe zum Suizid bis dahin strafbar waren. Das Gesetz hatte dort neue Fakten geschaffen, die aber weder mit dem Grundrecht auf Selbstbestimmung noch mit der Logik unseres Rechtssystems vereinbar sind.
Dass manche Menschen jetzt befürchten, es würden Dämme eingerissen, kann ich zwar verstehen, doch zeigen Erfahrungen aus anderen Ländern, dass diese Befürchtung vermutlich unbegründet ist. Zumal es hier ja nicht um aktive Sterbehilfe geht, sondern nur um die Möglichkeit, todkranken Menschen zu ermöglichen, ihrem Leben selbst ein Ende zu setzen. Das ist zwar traurig, aber das sollten wir akzeptieren. Vielleicht sind wir ja selbst eines Tages in einer ähnlichen Lage.

Janusgesichtig....

Einerseits ist das Recht von schwerkranken, selbstbestimmt die irdische Buehne zu verlassen, zu befuerworten.

Ueber finanziellen Drueck auf die Familien der Kranken - die einen guten Teil Krankenhauskosten tragen duerften - die wiederum den Kranken bereden, kann die Sache schnell ausarten.

Und in euthanasieaehnlichen Verhaeltnissen enden.

Die auch deswegen zuegig kommen koennten, weil der neoliberale Staat gewiss nur ungerne Geld fuer unproduktive Marktsubjekte ausgibt, die sich erdreisten, auch noch Geld zu kosten.

@ xxrr

"Es wird den Druck auf alte, schwache, weitgehend unnütze Menschen, den es schon seit Menschengedenken in fast allen Familien gibt, ein Stück erhöhen." Am 26. Februar 2020 um 11:04 von xxrr

Ihr Kommentar lässt tief blicken.

Es geht nicht um "unnütz", sondern um schwere Erkrankungen und unbehandelbare Schmerzen.

11:04 von xxrr

[…] alte, schwache, weitgehend unnütze Menschen, […]

Alte Menschen sind für Sie unnütz?
Was sollte man ihrer Meinung nach tun? Mit 60 einschläfern lassen?
Oder muss ich jetzt sogar damit rechnen dass die Jagd auf mich eröffnet wird?

Sterebehilfe

Endlich siegt die Vernunft - ich wuerde niemand anderen bestimmen lassen wie und wann.
Die, die dieses bisher verhindert haben - ich meine Religion/Kirche/Christen - ich hoffe ihr koennt es akzeptieren und es waere viel getan wenn ihr eure eigene Probleme loesen wuerdet, z.B. Misbrauch.

Kritik von Nicht-Betroffenen

Die Kritik an dem Urteil scheint ausnahmslos von Leuten zu stammen, die im Umgang mit Tod und Sterben völlig ahnungslos sind.
Wer schon mehrfach sterbende Angehörige bei schweren Krebsleiden über Wochen und Monate in ihrer Qual erlebt hat, der hat eine deutlich andere Meinung dazu.
Auch Personal aus der Palliativmedizin, dem hier ja unterstellt wird, mit den Sterbenden nur Geld verdienen zu wollen, unterstützen dieses Urteil. Warum wohl? Genau, eben nicht weil sie Geld verdienen wollen, sondern weil sie damit die Chance haben dem Wunsch des Patienten zu entsprechen.
Nur jemand, der dieses Leid der Menschen nicht kennt, der ist natürlich vehement dagegen und meint entscheiden zu dürfen, dass Menschen sich weiter quälen müssen weil die passive Ermöglichung des Sterbens nicht in ihr Weltbild passt.
Lasst es gefälligst die Leute entscheiden die es betrifft! Mit einem Verbot nimmt man ihnen diese Möglichkeit. Und das ist unmenschlich!

re werner1955

"Verbot?

Dann werden jetzt viel Erben schnell zum telefon greifen und maßnahmen fordern."

Solche Kommentare schaffen immerhin eins: die Selbstentlarvung des Kommentierenden.

Die Kirchen

haben nachdem was sie Kindern angetan haben keinerlei moralisches Recht mehr in dieser Frage Forderungen zu stellen.

Am 26. Februar 2020 um 11:13 von johanni

"billiger und geht schneller"

Ich möchte tatsächlich gerne meine 15g Barbiturate in geprüfter Qualität, mitsamt dem Antibrechmittel, in der Apotheke kaufen. Statt mir im Internet was Fragwürdiges zu bestellen, wo hinterher beim Fehlschlag die ohnehin überlasteten Ärzte noch mehr Mühe mit mir haben. Oder die armen Zugfahrer/Autobahnmeistereien zu belasten.

Ist es so schwer für euch, freie Entscheidungen zu akzeptieren? Seid doch froh!

Ich habe die schwer

krebskranke Mutter einer Bekannten täglich am Krankenbett bis zu ihrem Tod begleitet.
Di9e Frau "bestand" nur noch aus Schmerzen und bekam die höchsten Morphiumgaben, die auf dieser Station jemals gegeben wurden (lt. Pflegepersonal).
Da ist es gut, dass so einem Menschen der Wunsch nach dem Tod nun erfüllt werden kann.

re cicerone consule

"Euthanasie ins Grundgesetz lesen...
Beeindruckend! Bleibt nur die Frage ob man das nicht bundesweit zentral " erledigen" kann, beispielsweise in Hadamar."

Wer das Euthanasieprogramm der Nazis als Sterbehilfe bezeichnet verhöhnt die Opfer und verharmlost die Verbrechen der Nazis.

11:18 von karwandler

Schön das Sie , wie so oft den ersten Stein werfen obwohl sie im Glashaus sitzen.
Ein bisschen Freundlichkeit und Respekt wäre doch hier im Forum wirklich wünschenswert.

Niemand zwingt...ja richtig... aber die Anspruchshaltung und der gesellschaftliche und ökonomische Druck auf Ärzte bzgl. der Sterbehilfe werden durch das Urteil massiv wachsen.

gutes Urteil

meinen Glückwunsch an die Klagenden

das die Würde der betroffenen Menschen

von Icke 1 @
und den Erben Ihr vermögen sichert.

rer Truman Welt

Ich teile die Sorge, dass aus der Sterbehilfe ein profitorientierter Wirtschaftsbereich werden könnte sowie auch, dass Angehörige Last und Kosten scheuen bzw. an Erbgut gelangen möchten und den Kranken drängen, sich das Leben nehmen zu lassen.
Es ist sicher ein Drahtseilakt, hier das richtige Verfahren, den absichernden Prozess zu finden. Denn auf der anderen Seite ist es unzumutbar, Menschen elend zu quälen ohne Aussicht auf einen besseren Zustand. Beides sollte durch ein geregeltes Verfahren sichergestellt werden, was sicher nicht einfach wird.
Allerdings sollte jede Art der Gewinnerzielung mit Sterbehilfe untersagt, die Vergütung einer solchen "Dienstleistung" (Entschädigungsaufwendung) klar geregelt sein und Verletzungen solcher Vorgaben mit Gefängnisstrafe ohne Bewährung von mindestens 2 Jahren belangt werden.
Sterben ist kein Markt, sondern lediglich eine biologische unter Umständen freiwillig vorgenommene Notwendigkeit.

11:11 von avshalom

Es gibt Regeln und Nettikette hier im Forum.

Dieser Post ist nicht nur in Anbetracht der Situation im Gesundheitswesen komplett vom Mond, da man froh sein kann wenn noch einer da ist der hilft bzw. dieser dafür noch von einer Kasse bezahlt wird.
Sondern er verstößt gg. obengenannten Regeln

Es geht hier um Menschenleben.

Ich kann sie nur bitten sich zu mäßigen.

Urteil Sterbehilfe

Dieses Urteil ist extrem wichtig. Schwierig ist es, wenn Menschen, dieses nicht mehr selbst tun können, aufgrund der Schwere der Krankheit. Alle Gegner haben gut reden.....Herr Spahn kann gerne mal zu uns kommen und meinen Mann für 14 Tage begleiten. Mein Mann ist 48 Jahre und an Chorea Huntington erkrankt. Wir sind im 10. Jahr. Er will nicht sterben, aber zu wissen, das es eine Möglichkeit gibt, beruhigt auch ein bisschen. Alle die nicht sterbenskrank sind können sich überhaupt kein Bild davon machen was es für den kranken überhaupt bedeutet, wenn plötzlich alle möglichen Fähigkeiten verloren gehen. Und als Angehörige ist es einfach nur traurig.

Selbstentlarvung

von karwandler @

oder ein klare Realisitischer Blick auf die wahren Hintergünde.

Bitte keine Geschäfte daraus machen

Sterbehilfe darf nur von Ärzten, speziell Palliativmedizinern durchgeführt werden. Bitte keine Sterbevereine, hier können sich sehr schnell schwarze Schafe ausbreiten. Und ganz wichtig, es muß eine Patientenverfügung vorliegen, die jetzt um den Punkt „durch Ärzte begleiteter Suizid“ erweitert werden muß.

@ 10:27 von xeniosson (Vorgängermeldung)

Entgegen Ihrer Behauptung zwinge ich meine Gedanken niemandem auf sondern beteilige mich als jemand, der das Gebiet sehr gut aus Erfahrung kennt, an der Diskussion hier. Es irritiert mich, dass Sie mir den Mund verbieten möchten.

um 11:34 von cicerone

um 11:34 von cicerone consule

Na dann fröhliches Euthanasieren...
Ein absoluter Dammbruch.
Offene Tür für " sozial verträgliches Früh Ableben "...natürlich im Interesse der Allgemeinheit... "

Ein Schlag ins Gesicht derer, deren Autonomie und Recht auf Würde im Leben wie im Sterben hier unterstützt wird. Ohne es zu merken, sind Sie mit Ihrem Rundumschlag den "Euthaniesierern" näher als irgendjemand in diesem Verfahren, in dem es sich keiner der Verantwortlichen leicht gemacht hat. Mit keinem Gedanken würdigen Sie die Gründe, aus denen ein durch Leiden hilfloser Mensch einen solchen christlichen Appell an Helfer richtet. Stattdessen stempeln Sie diese als Objekte ab, die irgendeiner unterstellten Willkür zum Opfer fallen und praktisch keinerlei Willen zugestanden wird. Das klingt bei Ihnen viel mehr nach Hadamar als bei den Menschen, die sich jahrelang den Kopf zerbrechen, wie man aus dem moralischen Dilemma rauskommt und der Würde der Betroffenen gerecht wird.

Grenzenlose Freiheit

Die Idee der völligen Selbstbestimmung des Menschen wird immer weiter auf die Spitze getrieben. Doch wo die Grenzen sind, sehen wir immer wieder. Menschen sind eben nicht uneingeschränkt zu rationalem Denken fähig. Die Beeinträchtigung der Urteilsfähigkeit durch psychische Störungen, gesellschaftliche Normen und nicht zuletzt Druck der Umgebung, aber auch duch unterbewusste Vorgänge ist weit höher, als sich viele vorstellen können. Grenzenlose Freiheit heißt auch, dass man Psychopathen rumlaufen (oder rumfahren) lassen muss, bis sie straffällig werden. Sie heißt auch, dass man alte Menschen mit ihrer vollen Geschäftsfähigkeit Betrügern und Fake-Polizisten aussetzt. Die Komplexität menschlichen Denkens und Fühlens wird zugunsten der Ideologie der Freiheit des vernünftigen Geistes ignoriert. Gesetze sollen nicht nur bestrafen sondern vor allem Schwache schützen und ihnen helfen. Bei einer grenzenlosen Freiheit bleiben die im Rinnstein liegen, wenn die Starken durch das Leben rasen.

@ 10:53 von rossundreiter

An der Situation, die Sie schildern, kann ich nichts lustig finden, halte Ihren Gedanken einer Verurteilung für einen Rettungsschwimmer allerdings für maximal weltfremd.

@ 11:06 von FritzF

Den Begriff "verbraucherfreundlich" finde ich in dem Zusammenhang ziemlich unpassend und befremdlich: Wer verbraucht denn da wen oder was?

@Autochon, 11.48h

Weder ich noch sonst jemanden aus meinem Familien- oder Bekanntenkreis hat bei einem Krankenhausaufenthalt jemals mehr aus eigener Tasche bezahlt, als die Wahlleistungen.
Woher soll also der finanzielle Druck auf die Familien kommen?

@um 10:53 von rossundreiter

"Das wird lustig, wenn der erste Rettungsschwimmer verurteilt wird, weil er einen Suizidalen aus der Donau gezogen hat."

Sie wissen genau, daß es darum nicht geht. Warum dann der zyn. Kommentar?

Polemik?

Am 26. Februar 2020 um 11:28 von werner1955:
"Dann werden jetzt viel Erben schnell zum telefon greifen und maßnahmen fordern" [originale Rechtschreibung].
Wie kommen Sie zu dieser Vermutung? Wenn Sie selbst nicht so handeln wollen, können Sie einfach von sich auf Andere schließen.
"Dürfen jetzt auch {...} Träger der Krankenhäuser {...} solche Maßnahmen bei Patienten einfordern"
Das lässt sich nicht einmal mit schlechtem Willen aus dem Urteil ableiten. Bitte äußern Sie Ihren Unmut über das Urteil auf sachlichere Art und Weise.

re ooo

"Niemand zwingt...ja richtig... aber die Anspruchshaltung und der gesellschaftliche und ökonomische Druck auf Ärzte bzgl. der Sterbehilfe werden durch das Urteil massiv wachsen."

Die Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass dem nicht so ist, und dass Sie folglich nur auf möglichst negative Folgen spekulieren.

@um 11:28 von werner1955

"Dürfen jetzt auch Kommunen und Konzerne die oft Träger der Krankenhäuser sind solche Maßnahmen bei Patienten einfordern wenn die Angehöhrigen das nicht wollen, oder die Kosten bezahlen können?"

Was verstehen Sie an dem Begriff "selbstbestimmt" nicht? Kommunen oder Konzerne sind nichtbefugt, aktive Sterbehilfe anzuordnen oder einzufordern.

In was für einer Zeit leben wir

Selbstbestimmung- das Schlagwort unserer Zeit.
Was, wenn aus der umjubelten Selbstbestimmung einiger Menschen, der Wunsch und der Druck der Gesellschaft erwächst, krankes, nicht der Norm und der Gesellschaft entsprechendes Leben zu beenden?
Nicht gewolltes Leben kann durch die Entscheidung einer Mutter legal zu Beginn der Schwangerschaft beendet werden und nun kann man auch sein Leben selbstbestimmt beenden.
Unsere Gesellschaft ist an einer unheilbaren Ichbestimmung erkrankt.
Sehr schade und bedenklich.
Wir nehmen die Verantwortung, die wir als Gemeinschaft haben nicht mehr ernst, weil wir nur das ICH im Blick haben.
Welche Werte vermitteln wir mit diesem Urteil unseren Kindern und Enkeln?
Statt Selbstbestimmung sollten wir selbstverständlich mit unserer Zeit und Kraft für die Schwachen, Kranken und die, welche sich nicht mehr selbstbestimmt mitteilen können, einsetzen.
Schlimmer als Schmerzen, ist das Gefühl am Lebensende alleingelassen zu sein.

re werner1955

"Selbstentlarvung

von karwandler @

oder ein klare Realisitischer Blick auf die wahren Hintergünde."

Ihr "realistischer Blick" ist eine Beleidigung aller Angehörigen von Sterbenden, die Sie pauschal zu meuchelnden Erbschleichern erklären.

Dieser Realismus darf ruhig Ihr ganz persönlicher bleiben.

Geschäftsmäßige Sterbehilfe

§217 StGB verbietet nur die geschäftsmäßige Sterbehilfe, nicht die Sterbehilfe selbst. Das BVerfG wendet sich nun dagegen, dass §217 StGB durch seine weiten Effekt eine Sterbehilfe praktisch unmöglich macht. Es ist ein Maßnahme des BVerfG aufgrund des Übermaßes der gesetzlichen Regelung. Grundsätzlich akzeptiert das BVerfG Maßnahmen des Gesetzgebers, z.B. Profitmache mit Sterbehilfe zu verhindern, also die Intention des Gesetzgebers, dagegen vorzugehen, Menschen aus Profitgründen zur Selbsttötung zu motivieren etc. Nur ist die Gestaltung des angegriffenen Gesetzes so, dass schon die Einschaltung eines Apothekers, der ein normales Schmerzmittel verkauft, diesen schon strafbar machen könnte, wenn dieses für einen Suizid verwendet wird. Es geht hier also nur um die Frage, ob die gesetzgeberische Maßnahme zur Erreichung des Ziels verhältnismäßig ist. Es geht nicht um die Frage, ob Sterbehilfe zulässig ist oder nicht.

11:04 von xxrr

“Es wird den Druck auf alte, schwache, weitgehend unnütze Menschen, den es schon seit Menschengedenken in fast allen Familien gibt, ein Stück erhöhen.“

Hä? Was geht denn in Ihrem Kopf vor?
Über meine Mutter (sie ist 87 Jahre) kenne ich ziemlich viele ältere, um nicht zu sagen alte, Menschen. Viele davon sind körperlich oder/und geistig nicht mehr ganz so fit. Bei keiner/m habe ich den Eindruck, dass die Kinder an sozialverträglichen Ableben interessiert sind.
Um diese Art des Ablebens geht es hier aber auch gar nicht. Einen Arzt zur “Unterstützung“ werden Sie vermutlich/hoffentlich dazu nicht finden.

@ andererseits

"Entgegen Ihrer Behauptung zwinge ich meine Gedanken niemandem auf sondern beteilige mich als jemand, der das Gebiet sehr gut aus Erfahrung kennt, an der Diskussion hier. " Am 26. Februar 2020 um 12:08 von andererseits

Wir haben alle Familien und in jeder Familie ist schon jemand gestorben und in jeder Familie gab es einen schnellen Tod und den langsamen, qualvollen.

Jeder hier ist auf dem Gebiet genauso spezialisiert und erfahren, wie Sie es von sich behaupten.

11:18 karwandler

>>"Denn auch ein Arzt ist nur ein Mensch und hat somit auch Selbstbestimmungsrechte."

Und auch Kommentare können sowas von überflüssig sein.<<

Haben Sie das Gleiche auch einmal bei Ihren Kommentaren bedacht? Anstatt immer nur die Keule raus zu holen oder mit sarkastischen Gegenfragen zu antworten, habe ich von Ihnen leider noch kein einziges bezogenes Sachargument innerhalb einer Diskussion lesen können.

ich bin verwundert

über die Kommentare, die jetzt einen "Dammbruch" erkennen wollen, in dessen Folge Patienten massenhaft von ihren gierigen / geizigen Angehörigen genötigt werden, endlich zu sterben. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: ich könnte mir ein solches Verhalten meinen Verwandten / Bekannten gegenüber niemals vorstellen, nicht einmal den unausgesprochenen Gedanken daran. Und da frage ich mich schon ganz ketzerisch, ob für diejenigen, die es nicht nur für möglich, sondern gar für wahrscheinlich halten, dass auf Sterbenskranke Druck ausgeübt wird, selbst ein solches "Nachhelfen" als ganz praktisch erscheinen würde.

11:28 von werner1955

Mit erben und Erben hat das Thema nichts zu tun. Aber ich denke, das wissen Sie genau.
Niemand zwingt Sie persönlich, auch nicht bei - unbeweglich im Bett liegend, auf jede Art von Hilfe angewiesen zu sein (windeln, füttern, kratzen bei Juckreiz, stündliches wenden usw.), möglicherweise keine Artikulation mehr - Ihrem Leben ein Ende zu setzen. Niemand wird Ihnen gegen Ihren Willen das Leben nehmen, Sie müssen das nur festlegen. Dafür gibt es Verfügungen und Vollmachten.
Sprechen Sie aber den Menschen, die das “volle Programm“ nicht haben möchten, auch nicht das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben in Würde ab.
Danke!

Hintergründe

Am 26. Februar 2020 um 12:07 von werner1955
">>Selbstentlarvung von karwandler @"
"oder ein klare Realisitischer Blick auf die wahren Hintergünde" [originale Rechtschreibung]
Sie wollen dem BVerfG unterstellen, es wolle dem Gesundheitswesen mit seinem Urteil Kosten ersparen und Erben zu schnellerem Erbfall verhelfen?
Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass es auch deutlich gesagt hat, dass "der Staat sogar verpflichtet sei, Gefahren entgegenzutreten, die eine Entscheidung des Einzelnen für die Selbsttötung und gegen das Leben beeinflussen können".

um 12:05 von oooohhhh 11:11 von avshalom

"Es geht hier um Menschenleben.

Ich kann sie nur bitten sich zu mäßigen."

Ich kann Ihnen da weder inhaltlich folgen noch in der Kritik an der Form, mit der User 'avshalom' auf die "Warnungen" eines bestimmten Ärztevertreters reagiert. Es geht hier auch nicht um Menschenleben, über die Ärzte verfügen MÜSSEN, weil sie einen Eid geschworen haben oder weil es andere Sachzwänge nötig erscheinen lassen, sondern um die Autonomie von klar urteilenden Menschen, die sich in einem schweren körperlichen und psychischen Kampf befinden, um den sich ein Arzt u. U. überhaupt keinen Kopf machen braucht, da er sich darauf berufen kann, die Funktionen des Körpers am Laufen zu halten. Ich habe schon in der Pathologie gearbeitet und ein paar Dinge gehört und gesehen. Es IST notwendig, sich vertieft mit den Perspektiven derer zu beschäftigen, die von solchen Entscheidungsnöten betroffen sind. Aber hier sind die Leidenden zuerst gefragt und dem trägt das heutige Urteil u. a. Rechnung.

12:03 Meinung zu unse...

>>Allerdings sollte jede Art der Gewinnerzielung mit Sterbehilfe untersagt, die Vergütung einer solchen "Dienstleistung" (Entschädigungsaufwendung) klar geregelt sein und Verletzungen solcher Vorgaben mit Gefängnisstrafe ohne Bewährung von mindestens 2 Jahren belangt werden.<<

Das sehe ich genauso. Ein wichtiger Aspekt, ansonsten wäre das Chaos hinterher bei den Prozessen vorprogrammiert.
Es könnten sich weitere Geschäftszweige der übelsten Sorte bilden.
Ansonsten befürworte ich definitiv dieses Urteil.

um 12:05 von oooohhhh 11:11 von avshalom

"Es geht hier um Menschenleben.

Ich kann sie nur bitten sich zu mäßigen."

Ich kann Ihnen da weder inhaltlich folgen noch in der Kritik an der Form, mit der User 'avshalom' auf die "Warnungen" eines bestimmten Ärztevertreters reagiert. Es geht hier auch nicht um Menschenleben, über die Ärzte verfügen MÜSSEN, weil sie einen Eid geschworen haben oder weil es andere Sachzwänge nötig erscheinen lassen, sondern um die Autonomie von klar urteilenden Menschen, die sich in einem schweren körperlichen und psychischen Kampf befinden, um den sich ein Arzt überhaupt keinen Kopf machen braucht, da er sich darauf berufen kann, die Funktionen des Körpers am Laufen zu halten. Ich habe schon in der Pathologie gearbeitet und ein paar Dinge gehört und gesehen, die mir den Glauben an so einiges für lange Zeit genommen haben.

Welche maßlose Arroganz

...muss man eigentlich haben, wenn man dieses Urteil nicht begrüßt?

Liebe Nicht-Betroffene:
Meine Schwester starb an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie beschrieb ihre Schmerzen als wenn jemand mit einer Kettensäge in ihrem Bauch alle Organe zerlegt. Auch Morphin half irgendwann nicht mehr. Dazu kam dann ein massiver Schlaganfall, der dazu führte, dass der Hirndruck stieg und sie wochenlang in einem Dämmerzustand war, sich nicht mehr bewegen konnte, Schmerzen ohne Ende hatte, selbst das Atmen weh tat und sie (als einzige Reaktion) einen ab und zu nur noch schmerzverzerrtem Gesicht flehentlich ansehen konnte.
Zwei Monate, Tag für Tag habe ich in der Klinik an ihrem Bett gesessen und ihre Hand gehalten und mir das mit ansehen müssen.

So sieht die Realität aus.
Hart aber wahr.

Es schmerzt mich sehr mich jetzt wieder so stark daran erinnern zu müssen.

Wenn jemand den Wunsch hat, sich solch ein Ende zu ersparen, dann sagt mir bitte, mit welchem Recht jemand meint ihm das verwehren zu dürfen!

Manche Beiträge sind...

...einfach nur widerlich, menschenverachtend und wie @karwandler schrieb, selbstentlarvend.
Es sollten Möglichkeiten geschaffen werden, dass rache- und geldgierige Motive der vermeintlichen Erben, die damit Druck auf den Kranken ausüben, zu verhindern. In der Regel erkennen Ärzte und Pflegepersonal nach längerer Betreuung solche Familienverhältnisse.
Jetzt kann man das ohne oder auch mit Absprache mit den Verwandten ja in seine Patientenverfügung aufnehmen. Das Medikament solltedann nur nach entsprechenden Gutachten vom BfArm direkt an einen Palliativmediziner übergeben werden.
@Margareta K., vielen Dank für Ihre Beiträge.
Wer diese Lebensfreude noch empfinden kann, wird diese Sterbehilfe nicht wollen.

Sterben in Würde ab

Margareta K. @

Das gab es auch schon vor dem Urteil. neu ist das jetzt wirtschftsunternhemen und Vereine
darna mitarbeiten und verdienen können.

11:31 von BotschafterSarek

Wie am Beispiel einiger Bundesstaaten USA zu sehen ist, lässt sich regeln, dass “die Oma nicht sozialverträglich ableben muss“ oder, dass die Erben aus der Ecke kommen.
Es gibt bei uns bereits ein Urteil über das man sich (nicht nur Herr Spahn) hinwegsetzt. Für die Freigabe des einzigen Medikaments sind Besuche bei mehreren Ärzten und etliche Gutachten nötig. Einfach so über die Ladentheke geht da nichts. Sie können aber mit diesem in Deutschland hergestellten und in die Schweiz exportierten Medikament in der Schweiz ihrem Leben ein Ende setzen. Das finde ich absurd. Todkranke, die nicht in Würde zu Hause sterben dürfen, sondern ins Ausland müssen.
Allerdings könnte, wie die Dame in der Reportage sagt, der Unkrautvernichter im Gartencenter ohne Probleme gekauft werden. Führt auch zum Tod, aber ziemlich qualvoll.
daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/sterbehilfe-video-100.html

@ all: man darf also Hilfe von Ärzten u. solchen Vereinen nutzen

@ all

Wenn man sich den Urteilsspruch anschaut, dann ist gewerbsmäßige Sterbehilfe legal:

https://www.tagesschau.de/inland/sterbehilfe-urteil-103.html

Das schließe die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und dabei Angebote von Dritten in Anspruch zu nehmen. Der neue Strafrechtsparagraf 217 mache das weitgehend unmöglich.

Dass bedeutet also:
man darf bei solchen schwersten irreversiblen Erkrankungen die Hilfe von solchen Sterbehilfevereinen und Ärzten in Anspruch nehmen. Das finde ich gut so.

Damit is Gröhe auf voller Linie krachend gescheitert

Dann ist Gröhe - der hatte uns dieses Gesetz aufs Auge gedrueckt - auf voller Linie krachend gescheitert und Spahn ist ebenfalls als Gesundheitsminister weg vom Fenster weil der dieses Bundesinstitut verfassungswidrig dazu gezwungen hat, diese gestellten Anträge abzulehnen:

https://www.tagesschau.de/inland/sterbehilfe-urteil-103.html

SPD: Spahn muss nun handeln

Die SPD im Bundestag fordert nun Bewegung von Gesundheitsminister Jens Spahn. Der Minister müsse nun seinen Widerstand gegen die Abgabe der für die Sterbehilfe notwendigen Medikamente aufgeben, sagte Fraktionsvize Bärbel Bas der Nachrichtenagentur dpa. Das Urteil gebe den Auftrag, für Rechtssicherheit zu sorgen.

Nochdazu hatte der BGH ebenfalls gesagt, dass sterben lassen nicht zwingend strafbar ist. Siehe entsprechenden Tagesschau-Bericht im Netz. Damit hat die Union nun ein Problem mehr.

@ werner1955

Dürfen jetzt auch Kommunen und Konzerne die oft Träger der Krankenhäuser sind solche Maßnahmen bei Patienten einfordern wenn die Angehöhrigen das nicht wollen, oder die Kosten bezahlen können?
Was soll eigentlich solch eine in meinen Augen schwachsinnige Äußerung? EINFORDERN Ein ganz klares NEIN. Keiner kann den Suizid einfordern, außer der Patient selber, denn der hat ein RECHT zu sterben und nicht die Pflicht zur Einsparung bei Kranken- und Sozialkassen. Sie schauen wohl zu viel Science-Fiction.
Jede weiter Anmerkung dazu dürfte wohl überflüssig sein.

11:32 von melancholeriker

“Das Leben kann für unheilbar Kranke trotz Schmerz und Leid sehr schön sein, wenn man nicht alleine ist und die Familie beispielsweise hilft (auch sichselbst) mit dem Sterben in Frieden leben zu können.“

Sie haben völlig recht. So haben wir das auch erfahren.
Trotzdem haben nicht alle Betroffenen die Kraft oder das passende Umfeld das zu (er)leben. Ich bin der Meinung, auch für diese Menschen muss ein aus ihrer Sicht würdevolles Sterben möglich sein.

um 12:36 von frosthorn ich bin verwundert

"Und da frage ich mich schon ganz ketzerisch, ob für diejenigen, die es nicht nur für möglich, sondern gar für wahrscheinlich halten, dass auf Sterbenskranke Druck ausgeübt wird, selbst ein solches "Nachhelfen" als ganz praktisch erscheinen würde."

Gewagte These. Aber auch ich frage mich, wie und warum man auf so eine Idee kommen kann. Das lässt tief blicken, wenn man sich damit in eine Diskussion begibt. Und die sollte auch Raum für solche Tabubereiche öffnen, so unappetitlich das auch werden kann.

11:43 von DemokraSte

Vielen Dank für den Hinweis. Ja, da da hatte ich “aktiv“ im Kopf. So war es natürlich nicht gemeint.

@ 11:21 von Margareta K.

Zunächst einmal danke für Ihre wertschätzende und differenzierte Antwort. Ich kann meinerseits auch Ihre Überlegungen nachvollziehen, vor allem weil ich aus der Nähe das Leid und die schwierigen Fragestellungen kenne. Ich möchte auch niemanden das Recht auf Selbstbestimmung absprechen und habe hohen Respekt vor jedem einzelnen Menschen, der die Entscheidung trifft, bei einer schmerzhaften schwersten Erkrankung aus dem Leben scheiden zu wollen. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Hürden zur Beteiligung anderer hoch bleiben sollen und die bisher geltenden Regelungen in den Bereichen Palliativmedizin, Hospiz, Patientenverfügung und auch beim individuell assistierten Suizid ausgereicht hätten. Ich respektiere selbstverständlich das Urteil und hoffe, dass wir den Ausbau geschäftsmäßiger aktiver Sterbehilfe kritisch begleiten und auswerten.

@ werner1955

Schon heute werden diese fälle oft nicht im Pflegeheim oder Hospiz behandelt weil die Angehörigen das persönliche Vermögen der Kranken nicht dafür ausgeben wollen sondern auf das eigen Erbe achten.
Na, Sie scheinen sich ja gut aus zu kennen. Eigene Erfahrung, oder sprechen Sie solch eine Vorgehensweise nur pauschal allen anderen zu?

11:28 von werner1955

"Verbot?
Dann werden jetzt viel Erben schnell zum telefon greifen und maßnahmen fordern.

Dürfen jetzt auch Kommunen und Konzerne die oft Träger der Krankenhäuser sind solche Maßnahmen bei Patienten einfordern wenn die Angehöhrigen das nicht wollen, oder die Kosten bezahlen können?"

.-.-.

Lieber werner1955, üben Sie an Ihrer Leseschwäche.

Es ist nach wie vor nicht erlaubt, dass Erben Ihre Angehörigen gegen den Wunsch der Angehörigen ermorden.

Und es ist auch nicht erlaubt, dass die Ärzte von sich aus und gegen den Willen der Angehörigen Kranke ermorden.

Entsetzlich, wenn ein Bürger Texte so verquer versteht.

11:34 von cicerone consule

“Na dann fröhliches Euthanasieren...
Ein absoluter Dammbruch.
Offene Tür für " sozial verträgliches Früh Ableben "...natürlich im Interesse der Allgemeinheit... Vorher noch Organe entnehmen?
Euthanasie ins Grundgesetz lesen...“

Mit diesem Kommentar disqualifizieren Sie sich selbst.

@ 11:58 von Ketzer7

Da irren Sie sich: Die Kritik bzw. die Bedenken zu diesem Urteil kommen vor allem von Menschen, Gruppen, Organisationen und Initiativen, die sehr nah dran sind am Leiden von Schwerstkranken und ihren Angehörigen, Freund*innen und ihrem Umfeld.

12:03 von werner1955

“...und den Erben Ihr vermögen sichert“

Wieso schließen Sie mit diesen Gedanken von sich auf andere?

Hinweis Leipzigerin59

"Jetzt kann man das ohne oder auch mit Absprache mit den Verwandten ja in seine Patientenverfügung aufnehmen. Das Medikament solltedann nur nach entsprechenden Gutachten vom BfArm direkt an einen Palliativmediziner übergeben werden."

Da hoffe ich mit jedem Palliatmediziner, dass er das dann nicht vom BfArm, der KK, dem GBA oder im SGB V festgelegt durchführen muss.
Denn dann werden noch mehr fähige Ärzte dieses Land verlassen oder ihre Arbeit einstellen.

So ich das Bundesverfassungsgerichtsurteil verstehe, geht es aber darum gar nicht.

Möglicherweise haben sie es nur missverstanden.
Dann sorry.

Ich finde das Urteil gut und richtig

und das BVerfG hat sich diese Entscheidung sicher nicht leicht gemacht. Es stellt den freien Willen des Menschen über die Bedenken und das ist angemessen. Kein Mensch entscheidet sich leichtfertig, sterben zu wollen. Aber wer je Schwerstkranke in seinem Umfeld am Ende ihres Lebens erlebte wird das Urteil begrüßen! Wie ich.

12:06 von Fastback777

“Er will nicht sterben, aber zu wissen, das es eine Möglichkeit gibt, beruhigt auch ein bisschen.“

Sie haben völlig Recht.
Wie ich heute bereits schrieb, es geht nicht um “jetzt gleich sterben“, sondern, dass grundsätzlich die Möglichkeit besteht, dem Leben ein würdevolles Ende zu setzen. Zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt, mit sich und der Familie im Reinen. Das beruhigt.
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft auf dem Weg.

@ DerVaihinger Re: Ich habe die schwer

Di9e Frau "bestand" nur noch aus Schmerzen und bekam die höchsten Morphiumgaben, die auf dieser Station jemals gegeben wurden (lt. Pflegepersonal). Und ein Bisschen mehr (um sie zu erlösen) durfte es nicht sein.
Ich werde auch nie den "Bitte hilf mir" Blick meines Vaters vergessen. Ihn hatte man nach einem Schlaganfall (es war nicht der erste und auch nicht der zweite) am Bett fixiert, weil er sich die Behandlungsschläuche entfernt hatte.

Am 26. Februar 2020 um 12:45 von Ketzer7 Welche maßlose Arroganz

Dem ist nichts mehr beizufügen.
Sie haben mein Mitgefühl für das was sie und viel schlimmer noch ihre Schwester erdulden musste.

Ich kann jedem hier der andeutet Ärzte würden sich wenn ein Patient nicht mehr zu retten ist "die Hände reiben" weil sie an ihm Geld verdienen können nur erwidern, das dies wohl das Widerlichste ist was ich je gehört habe.

Meine Frau ist Ärztin und es bricht ihr jedes Mal das Herz wenn sie Patienten (die nach Einschätzung aller Kollegen, nur noch eine bestimmte Zeit mit furchtbaren Quallen vor sich haben) dabei zusehen muss wie sie (ungewollt) leiden.

Ich möchte sehr wohl alleine entscheiden dürfen ob ich am Ende einer unheilbaren Krankheit nicht genug vom Leiden habe. Da hat mir keine Regierung, keine Familie, keine abergläubiger Verein (aka. Kirchen) reinzureden. Punkt

11:31 von BotschafterSarek

"die Gefahr, dass Menschen auch aus weniger nachvollziehbaren Gründen aus dem Leben scheiden, zum Beispiel aus Angst, den Kindern sonst zur Last zu fallen. Oder, und das ist noch schlimmer, Kinder könnten ihre Eltern im Fall der Pflegebedürftigkeit zu dieser Entscheidung drängen bzw. es könnte sich gerade angesichts steigender Pflegekosten ein gesellschaftliches Klima entwickeln, in dem Pflegebedürftige es als innere Verpflichtung sehen, den Tod zu wählen."

.-.-.-.-.

Theoretisch ist das möglich. Aber

1. kann das ein Ärzteteam vermutlich unterscheiden
2. wiegt in meinen Augen die körperliche Qual eines Kranken viel, viel mehr.

Man hat nicht das Recht, diese Qual einem Kranken zuzumuten; es ist quasi Folter.

Es gibt in unserem Leben nichts Positives, was nicht auch Gefahren in sich birgt.
Wir müssen abwägen.

@ 12:29 von Tada

Das spreche ich niemandem ab. Aber hier gibt es eine deutliche Tendenz so zu tun, als würden nahezu alle, die Schwerstkranke und Schmerzpatient*innen in der Familie und im Freundeskreis hatten oder haben, das Urteil einhellig begrüßen. Dem ist nicht so: Es gibt hunderte und tausende Geschichten von Menschen, die im Feld der Palliativmedizin und Hospizarbeit mitsamt ihren Angehörigen bestens medizinisch, pflegerische, psychologisch und seelsorglich begleitet und betreut wurden und in deren Mitte der/die Angehörige sterben konnte ohne Schmerzen und ohne lebensverlängernde "Apparatemedizin" und durchaus auch mit rechtlich unbedenklichen Abwägungen zur Lebensverkürzung - nur deshalb habe ich geschrieben, dass ich (sowohl beruflich wie persönlich) dem Bereich seit Jahrzehnten kenne.

Endlich! Mit diesem Urteil

Endlich! Mit diesem Urteil ist nach dem Recht auf selbstbestimmtes Leben endlich auch die Selbstbestimmung auf den eigenen Tod garantiert. Manchmal kehrt so doch ein Moment lang der Glaube zurück, dass wir hier eine Verfassung zur Hilfe der Menschen geschaffen haben und nicht um ihn leichter nach dem Willen anderer belasten zu können.

@werner1955

Das gab es auch schon vor dem Urteil. neu ist das jetzt wirtschftsunternhemen und Vereine darna mitarbeiten und verdienen können.

Jepp, Geld verdienen mit dem Tod ... fast wie die Rüstungsindustrie :(

Das wüsste ich

@andererseits 13:03

Ich arbeite seit 40 Jahren in dem Bereich.

12:21 von Dagmar Jahn

“Statt Selbstbestimmung sollten wir selbstverständlich mit unserer Zeit und Kraft für die Schwachen, Kranken und die, welche sich nicht mehr selbstbestimmt mitteilen können, einsetzen.
Schlimmer als Schmerzen, ist das Gefühl am Lebensende alleingelassen zu sein.“

Theorie? Oder woher wollen Sie das wissen?
Ich kann Ihnen sagen: meinen ALS-kranken-Mann, mit Hilfe von Familie, Hospiz und Palliativ bis zu seinem Tod zu Hause! gepflegt. Er war nicht allein. Trotzdem wollte mein Mann am Ende nur noch sterben.
Wieso sprechen Sie diesen Menschen das Recht ab, ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr leben zu wollen?
Ich habe auch den Eindruck, dass Sie keine Ahnung haben wie es für Angehörige ist, einem Lebensunwilligen bei der Qual des Sterbens zusehen zu müssen. Und ich glaube, dass Sie keine Ahnung davon haben, was wirklich Schmerzen sind. Nicht einmal ich kann das beurteilen, obwohl ich es täglich miterlebt habe.

Re karwandler täglich grüßend

Im Gegenteil:
Ich versuche, Ihnen ganz persönlich tagtäglich Erlebtes-Reales in unserem einzigartigen Gesundheitswesen mitzuteilen. Das kann man nun wahrlich nicht spekulieren nennen.

.... jeder muss für sich

.... jeder muss für sich selbst entscheiden dürfen ob er vorzeitig aus dem Leben scheiden möchte.
Ich habe in meinem Beruf, sowie in meiner Familie erlebt wie furchtbar es ist unter
fürchterlichen Schmerzen bei Krebserkrankungen (oder sonstige Krankheiten) zu leiden, am Tropf, am Sauerstoffgerät zu hängen, leiden ohne Aussicht auf Besserung über eine lange Zeit. Ich habe viele Leidensgeschichten in meinem beruflichen Leben miterlebt. Das tragische Leiden von schwerst kranken Menschen und das Mitleiden der Angehörigen die begleiten.
Ich gestehe jedem Menschen das Recht der freien Entscheidung zu seinem Leiden ein Ende zu bereiten.
Denn nur der Betroffene selbst weiss wie er sich fühlt, kennt seine Schmerzen und die Auswirkungen auf seine Befindlichkeit und ob er weiter damit leben möchte und kann.
Wobei allerdings auch eine gute paliative Versorgung helfend eingesetzt werden kann.

11:52 von Felina2

"Die Kirchen

haben nachdem was sie Kindern angetan haben keinerlei moralisches Recht mehr in dieser Frage Forderungen zu stellen."

.-.-.

Kirchen sind entweder Gebäude oder eine abstrakte Institution.

Beide können weder reden noch denken.
Also können sie auch keine Moral ausdrücken oder etwas fordern.

Wenn heute lebende Kirchenangehörige nie je einem Kind etwas angetan haben, dieses auch schwer verurteilen - warum sprechen Sie denen das Recht ab, sich bezüglich Moral zu äußern?

Sie HABEN das Recht.
Aber SIE haben kein Recht, pauschal Leute in Sippenhaft zu nehmen.

"geschäftsmäßige" Sterbehilfe???

Es erschreckt mich, dass
"geschäftsmäßige"
Sterbehilfe zugelassen
wird. Es scheint ein Frei-
brief, auch für nicht seriöse Geschäftemacher
zu sein. Ich befürworte
Selbstbestimmung , aber diese Formulierung stört mich sehr! Selbstbestimmtes
Sterben in schweren
Krankheitsfällen sollte
ermöglicht werden, aber keinesfalls durch
"Geschäftemacher"!

@ 13:19 von Ketzer7

Dann wissen Sie als Kollege ja, wovon ich spreche.

Würdevolles Leben im Sterben

26. Februar 2020 um 12:55 von Margareta K.

"Trotzdem haben nicht alle Betroffenen die Kraft oder das passende Umfeld das zu (er)leben. Ich bin der Meinung, auch für diese Menschen muss ein aus ihrer Sicht würdevolles Sterben möglich sein."

Freilich haben besonders jene die Fürsorge nötig, die diese Neuregelung hoffentlich möglich machen kann. Allgemein drückt sich in der ganzen Diskussion eine gewisse Hartherzigkeit aus bei so manchen Teilnehmern, die sowohl dem Leben als auch dem Sterben Grenzen setzen wollen, wie mir scheint. Wer manchen Menschen das bloße Leben nicht gönnen will (zum Beispiel Flüchtlingen), der gönnt ihnen erst recht nicht die Freiheit, dieses zu verlassen. Würde hat viel oder fast nur mit Respekt und Demut (Mut zu dienen) zu tun. Da wird es doch zur Ehre, Todkranken zu helfen.

Hinweis...ungeschickt ausgedrückt

um 13:08 von @oooohhhh,
Nein der Palliativmediziner soll es nicht ausführen
Es soll als ein möglicher Weg des Medikaments sein, mit hoher Sicherheitsstufe.

@werner1955, außer der Erkrankte darf niemand etwas einfordern, kann es sein, dass Sie zu viele schlechte Filme sehen.

@ rossundreiter, um 10:53

Kein Thema ist ernst genug, als dass man nicht noch etwas Lächerliches dazu zu sagen wüsste.

@ cicerone consule Re: Na dann fröhliches Euthanasieren...

Offene Tür für " sozial verträgliches Früh Ableben "...natürlich im Interesse der Allgemeinheit... Vorher noch Organe entnehmen? Organspende? Wohl kaum. aber dauf habe ich auch schon den User Marten gestern (https://meta.tagesschau.de/id/145070/umfrage-mehrheit-befuerwortet-aerzt...)
aufmerksam gemacht, der im Hinblick auf Organspende die (Euternasie) Sterbehilfe(Auzug Wiki: (ursprünglich) ein aus der Sicht des Sterbenden und seiner Angehörigen „guter Tod“ (siehe Geschichte der Euthanasie)) verbieten will. Die Organe dieser Patienten sind NICHT verwertbar egal wie alt der Patient ist oder welches Organ erkrankt ist. Der Tot tritt in solchen Fällen durch eine VERGIFTUNG (Überdosierung) ein. Außerdem geht es nicht um die Sozialverträglichkeit sondern um einen Menschenwürdigen Tot eines Kranken Patienten. Aber Das scheint für manche einfach zu Hoch zu sein.

11:59 von oooohhhh

"Niemand zwingt...ja richtig... aber die Anspruchshaltung und der gesellschaftliche und ökonomische Druck auf Ärzte bzgl. der Sterbehilfe werden durch das Urteil massiv wachsen."

.-.-.

Wenn Sie das vermuten, liegt das einzig an Ihrer persönlichen Mentalität.
Dann ist auch besser, man wird mit dieser Mentalität kein Arzt.

Der normale Mensch wird so nicht handeln, wird auch so nicht denken.

Diese Art von Unterstellungen, dass die Ökonomie grundsätzlich die Menschenliebe zerstört, setzt ein kaputtes Menschenbild voraus, eigentlich fast Hass auf Menschen.

12:47 von Leipzigerin59

“Wer diese Lebensfreude noch empfinden kann, wird diese Sterbehilfe nicht wollen.“

Es schließt das Eine doch das andere nicht aus. Mein Mann hatte die Entscheidungsfreiheit nicht. Bis heute sind alle Anträge auf Zuteilung dieses Medikaments abgelehnt worden. Auf Anweisung von Regierungsmitgliedern.
Viel leichter kann vielleicht noch Lebensfreude empfunden werden, wenn man weiß, das es im Fall des Falles eine Möglichkeit gibt zu gehen.
Die meisten Todkranken möchten nicht sofort sterben, aber in Ruhe gehen können, wenn für sie der Zeitpunkt erreicht ist. Diese Möglichkeit hätte mein Mann auch gerne gehabt.

13:16 von BotschafterSarek @werner1955

13:16 von BotschafterSarek
@werner1955

"Das gab es auch schon vor dem Urteil. neu ist das jetzt wirtschftsunternhemen und Vereine darna mitarbeiten und verdienen können.§

"Jepp, Geld verdienen mit dem Tod ... fast wie die Rüstungsindustrie :("

Der Tod war schon IMMER ein einträgliches Geschäft.
Um das zu begreifen, muss man nur einmal auf die Preislisten von Bestattern, Sarglieferanten, Krematorien, Friedhöfen etc. schauen.

Es ändert aber nichts daran, dass manche Schwerstkranke das Bedürfnis haben, SELBST zu entscheiden WANN ihr physisches Leiden ein Ende hat. Eine Entscheidung, die für Manche, die zurückbleiben müssen, sicher schwer nachzuvollziehen und zu respektieren ist. Die aber M.E. nach zu respektieren IST, solange der/die Betroffene sie noch bei klarem Verstand fällt.

@ oooohhhh, um 11:04

Wir sollten jetzt nicht voreilige Schlüsse ziehen.
Zunächst ist ein - aus meiner Sicht sinnvolles - Urteil ergangen.
Nun ist es Sache des Gesetzgebers, diesem zu einer für alle Beteiligten akzeptablen Umsetzung zu verhelfen.
Und natürlich haben Sie recht wenn Sie fordern, dass nicht jeder Arzt dazu “gezwungen“ werden darf, den Suizid eines Patienten aktiv zu unterstützen.
Aber wie gesagt, das wird sich finden.

26. Februar 2020 um 10:53 von rossundreiter

"
Prost Mahlzeit.
"Es gebe ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben (…). Das schließe die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen (…)."

Das wird lustig, wenn der erste Rettungsschwimmer verurteilt wird, weil er einen Suizidalen aus der Donau gezogen hat.
"
Sie sprechen von Gewässerverschmutzung, Gesundheitsgefährdung und möglicher psychologischer Belastung Unbeteiligter. Beim Zug ist es Sachbeschädigung und und und ...
Wenn es um legitimen Suizid geht muss auch dieser sich an Regeln halten und darum geht es in der Gesamtbetrachtung.
Als Vergleich: Jeder Gefängnisinsasse hat ein Recht auf Bewegungsfreiheit, aber er darf diese nicht durch Sachbeschädigung und Körperverletzung erlangen. Wenn die Tür offen steht und der Gefangene einfach hinaus spaziert hat er keine Straftat begangen. In das Gefängnis kommen die Menschen, die entweder sich oder andere gefährden, und damit wird das Grundrecht abgewogen, da körperliche Unversehrheit und Anrecht auf Leben auch Grundrecht sind.

@ andererseits

"Die Kritik bzw. die Bedenken zu diesem Urteil kommen vor allem von Menschen, Gruppen, Organisationen und Initiativen, die sehr nah dran sind am Leiden von Schwerstkranken und ihren Angehörigen," Am 26. Februar 2020 um 13:03 von andererseits

Nah dran ist aber nicht mitten drin.

So nah dran sind alle Familienmitglieder sowieso, aber mitten drin sind nur die Betroffenen selbst und um diese geht es hier und diese sollen nicht mehr abgewiesen werden, nur weil dem Helfer rechtliche Konsequenzen drohen können.

@ johanni, um 11:13

Natürlich ist Palliativmedizin teuer.
Es geht dem sterbewilligen Patienten sicher nicht darum, die Krankenkassen zu schonen.
Ebenso wenig den Krankenhäusern.

Vielleicht befassen Sie sich einmal längere Zeit mit der Lebensweise und der hundertprozentigen Abhängigkeit eines Schwerstkranken von Apparaten, Medikamenten und Menschen.
Wenn ein solcher Patient den Wunsch äußert, so nicht weiter existieren (eher vegetieren) und seinem ein Ende setzen zu wollen, klingt die Argumentation mit Kosten unangebracht.
Daher sehe ich da keinen “Dammbruch“.

@ Klabautermann 08, um 11:42

Ein Schwerstkranker und seine Angehörigen sind sicher nicht zu “faul“, um selber zu recherchieren.
Ihre bereits in vorangegangenen Kommentaren zu diesem Thema erkennbare saloppe Ausdrucksweise verliert auch durch Anführungszeichen nicht ihre Geschmacklosigkeit.

Wenn ein Verfassungsgericht von seinen Betroffenen umarmt wird:

Ein schon fast Zombie wie ich hat noch nie das Verfassungsgericht so liebend umarmt wie ich heute!

Diesen K... der ganzen Welt...

Nennen wir die Fakten

Töten ist eine Totsünde.
Man kann sie nicht beichten wenn man selbst Tod ist.
Daher wurden früher Selbstmörder an der Kirchenmauer begraben ohne einen richtigen Abschied.

So ist das Tabu Freitod gewachsen.

Das ist in anderen Kulturen anders. (Auch nicht immer nachahmenswert, aber anders.)

Natürlich soll und muss Menschen mit Selbstmordgedanken erst psychologisch geholfen werden.

Aber bei starken Schmerzen ohne die Möglichkeit einer Besserung oder Linderung ist diese Art von Hilfe nutzlos.

Früher dachte man, die Leute kommen wenigstens in den Himmel, wen sie auf Erden leiden. Das sei Gottes Prüfung (anders konnte man sich die Krankheiten nicht erklären), die müsse durchgestanden werden, Selbstmord sei Schummeln und werde von Gott bestraft.

Glaubt das jemand heute noch?

"Geschäftsmäßig"

um 13:27 von Koeln 2019
"geschäftsmäßige" Sterbehilfe???

"Es erschreckt mich, dass
"geschäftsmäßige"
Sterbehilfe zugelassen
wird."

Daß diese bösartige und arglistig erdachte Wortkopplung hier noch ihre Framingadressaten findet, war zu befürchten. Hat aber lange gedauert. Es gibt sicher einige Moglichkeiten, das Wort
" geschäftsmäßige" durch einen völlig anderen Terminus zu ersetzen, zumal ja auch explizit darauf hingewiesen wird, daß es dabei nicht um Geld gehen muß oder Güter. Aber wie man hier gut erkennen kann, haben die Anwälte des Ministeriums darauf spekuliert, die unvermeidbare Diskussion allein durch diese Wortwahl auf perfide Art emotionalisieren und manipulieren zu können. Rechtlich ist dss sicher nicht zu beanstanden,aber widerwärtig.

Lebensfreude...

...Bei Todkranken
13:34 von @Margareta K. , Sie haben recht, ich meinte auch eher -solange man diese Lebensfreude empfinden kann -

@ cicerone consule, um 11:34

Angesichts Ihres aus meiner Sicht absolut geschmacklosen Kommentars wundere ich mich schon, dass andere inhaltsreichere und themenbezogenere Kommentare nicht freigeschaltet werden.
Sie haben die Situation überhaupt nicht annähernd verstanden.

Jau

und Sie ziehen sich mal wieder nur an Begrifflichkeiten hoch, statt konstruktive Beiträge zu verfassen.

Lange Rede kurzer Sinn!

Lange Rede kurzer Sinn!

Wenn ein Mensch das Bedürfnis hat, zu sterben, dann soll man ihn auch sterben lassen, noch dazu, wenn er so krank ist, dass er dauernd unter Schmerzen leidet oder sein Leben keinen Sinn mehr macht. Da reicht es m. E. auch schon aus, wenn ein Ehepartner verstirbt und der andere ihm "nachfolgen" will, weil er alleine keinen Sinn mehr auf dieser Welt sieht. Ob das für einen anderen plausibel ist oder nicht, braucht keine Rolle spielen.

Das Recht auf Leben oder Sterben hat jeder Mensch nicht anders, als ob er zu Lebzeiten seine Organe spenden will.

Ein Hungerstreik ist im Prinzip nichts anderes, nur dass dieser Streik einen bestimmten Zweck verfolgt; in Deutschland wird er zwangsernährt. Soweit ich weiß (bin mir aber nicht sicher), wird in England ein Hungerstreikender nicht zwangsernährt; man lässt ihn seinen Willen.

@ harry_up Re:@ Klabautermann 08, um 11:42

Und Sie ziehen sich wieder an Begrifflichkeiten hoch und greifen lieber andere persönlich an, an Statt konstruktive Beiträge zu verfassen.

Wir können uns wirklich glücklich schätzen,...

dass wir ein Bundesverfassungsgericht haben, welches immer und immer wieder die schlechte Arbeit der Gesetzgebung korrigiert.

Geschäftsmäßig

Wenn die Berichterstattung richtig verstanden habe, kreist doch alles um den Begriff "geschäftsmäßig". Und er meint eben nicht nur, dass jemand Hilfe zum Selbstmord aus kommerziellem Interesse anbietet. Dann könnte ich das Gesetz noch verstehen. Juristen verstehen darunter auch jeden, der das mehr als einmal macht, also etwa für einen Angehörigen. Darunter fallen dann aber alle Palliativmediziner, die per Definition wohl häufiger mit solchen Patienten zu tun haben. Und die haben nun sicher kein kommerzielles Interesse daran, Patienten ein letztes Medikament zu geben. Also wieder eine Konstruktion, die am Gegensatz von Juristerei und allgemeinem Sprachverständnis scheitert.

Dass es natürlich auch Fälle gibt, wo der Tod des Vaters eingefordert wird, weil sein Überleben das Erbe schmälert habe ich im Bekanntenkreis erlebt. Bruder und Schwester reden seitdem nicht mehr miteinander und der Vater unterhält nach seiner Genesung das Altenheim mit Klavierdarbietungen. War knapp.

Palliativmedizin

Es darf hier nicht der Eindruck entstehen, dass dieses Urteil und die Möglichkeit über seinen Tod selbst zu entscheiden dazu führt, dass die Palliativmedizin abgeschafft wird!
Natürlich ist diese für die große Mehrheit der Betroffenen der beste Weg; Palliativstationen, Hospize, ambulante Palliativteams, psychologische Unterstützung für Patienten und Angehörige. Und natürlich die Unterstützung durch die Familie.

Trotzdem gibt es noch einen Teil der Patienten, die trotz dieses Angebotes mit ihren Schmerzen und Qualen nicht mehr zurecht kommen und bewusst vorzeitig aus dem Leben scheiden möchten, weil sie eben trotz aller Hilfe nicht mehr können und wollen. Und genau um diese Menschen geht es. Denen nützt nun mal das gesamte (gute) Angebot nichts.
Und wer, wenn nicht sie selber, kann denn entscheiden, ob sie stärkste Schmerzen weiter ertragen wollen oder nicht?
Natürlich kann man diese Schmerzen auch mit Steigerung der Medikamente unterdrücken; man vegetiert dann aber nur noch dahin...

@ werner1955, um 12:48

re @ Margareta K.

Merkwürdig, dass bei Ihnen der finanzielle Aspekt nach diesem Urteil von derart großer Bedeutung ist, denn immer wieder weisen Sie darauf hin.

Besteht die Aussicht, dass Sie sich einfach einmal mit dem Leiden eines Schwerstkranken und seinem ureigenen Wunsch, diesem freiwillig und selbstbestimmt ein Ende zu bereiten, befassen?
Damit wären Sie dann auch beim Thema.

Selbstbestimmung

In einer vorherigen Diskussion zum Thema habe ich auf die Dystopie „Soylent Green“ hingewiesen. Karwandler verstand mich damals falsch, da es mir bei erlaubtem und ärztlich begleitetem Suizid nicht darum ging, dass wir alle zu Pellets verarbeitet werden. Es ging mir um die Darstellung von staatlichen Suizidzentren, die um Kundschaft werben um der Überbevölkerung Herr zu werden und letztendlich auch gesunde jedoch gebrechliche Menschen annehmen. Und auch wenn mir damals Anna Elisabeth pauschal die Kompetenz abgesprochen hat ohne auch nur nachzufragen, habe ich ausreichend praktische Erfahrung in der Palliativmedizin um zu wissen, dass wir genug Möglichkeiten haben um Sterben zu ermöglichen. Ich sehe keine Einschränkung der Selbstbestimmung darin, dass Ärzte keine Mittel geben dürfen um das Sterben zu beschleunigen.

@johanni um 11:13

Sie unterstellen Dammbruch, wo keiner kommen wird. Bevor Sie billige Polemik betreiben, sollten Sie sich über die Statistik der Länder informieren, wo die Sterbehilfe bereits legalisiert ist.

@ harry_up Re:@ Klabautermann 08

Können Sie bitte Ihre Mailadressen austauschen und Ihre persönlichen Animositäten untereinander ausmachen?
Das hat weder mit dem Thema zu tun, noch wird es der Tragik des Themas gerecht.

@ Klabautermann 08, um 14:05

re @ harry_up, um 11:42

Ein würdiges Thema verdient eine würdige Sprache, nicht weniger.

Mich verwunderte Ihre Ausdrucksweise umso mehr, als Sie schon gestern und heute auch von Ihrem verstorbenen Vater berichteten, eine Schilderung, die mich in der Tat berührt hat.

@ melancholeriker Re:"Geschäftsmäßig"

Ich hatte mich auch über diese Bezeichnung gewundert, aber in Bezug auf Ministerien und Politik nicht soooo weit gedacht wie Sie. Schließlich betreibt ja auch JEDER Arzt seine Praxis geschäftsmäßig und nicht NUR aus reiner Menschenliebe weil er den hippokratischen Eid geschworen hat. Gibt der Sterbehilfe allerdings den gewissen, und wohl, wie sie schreiben, gewollten, negativen "Geschmack".

@ Ketzer7, um 14:08

Danke für Ihren sachlichen und abgewogenen Kommentar, der m. M. n. beide Aspekte genau richtig darstellt.

@Demokratieschülerin 12.55

mit Verlaub! Ich find das Urteil auch gut, aber Ihr Triumphgeheul bei dem ernsten Thema völlig unpassend! Man muss nicht existentielle Probleme zum billigen parteipolitischen Spielchen missbrauchen!

Diakonie und Politik

"Diakonie warnt vor Konsequenzen"

Klerus und Politiker warnen vor Konsequenzen bei der Sterbehilfe oder bei Abtreibungen. Die, die am lautesten Schreien, haben oft nicht viel oder gar nichts mit den Sorgen eines qualvollen Lebens oder dem Elend eines ungeliebten/unerwünschten Kindes zu tun.

Klerus und Politiker maßen sich an, über das Schicksal anderer Menschen bestimmen zu wollen und überlassen Menschen auf der untersten Ebene die Arbeit und das Elend zu verwalten.

Entscheidung vs. freie Entscheidung

Ein psychisch kranker Mensch, der, weil er seine Krankheit und deren Heilbarkeit nicht erkennt, keinen Sinn mehr im Leben sieht und sterben möchte, entscheidet sich nicht frei. Ein Alter, der vielleicht gerne noch leben möchte, aber der merkt, dass er seiner Umgebung eine Last ist und SO nicht weiter leben möchte, entscheidet sich nicht frei. Ein Schwerkranker, dem von geschäftstüchtigen Sterbehelfern (wo ein Markt ist, erscheint auch ein Anbieter) die Nachteile seines Lebens und die Freuden der ewigen Ruhe besonders drastisch dargestellt werden, entscheidet nicht frei. Der Gesetzgeber muss die Bürger vor solchen nicht-freien Entscheidungen schützen. Die liberale Denkweise, jeder soll sich um sich selber kümmern, ist spätestens hier unmenschlich. Doch wo soll der Gesetzgeber die Grenze setzen? Lieber einen zuviel am Suizid hindern? Oder lieber einen Suizid mehr als richtig ist? Die Abwägung ist schwierig. Das BVerfG hat sie ein bisschen in Richtung lieber einen Suizid zuviel bewegt.

Randproblem als Kernthema

Immer wieder freue ich mich, wie erfolgreich Politik und Medien Randthemen zu Kernthemen machen.
.
Ich vermisse eine sachliche Aufstellung, wieviel Prozent der Bevölkerung von einer Thematik betroffen sind. Dass 2 Millionen Kinder in HartzIV-Familien aufwachsen, scheint weniger zu jucken, als die paar Tausend Senioren/Leidenden, die Sterbehilfe begehren.
.
Daran sieht man, wie verheuchelt unsere Gesellschaft ist.

12:36 Margarete K.

Ich schließe mich ihrem Kommentar ohne wenn und aber an.

Sterbehilfe und Hilfe zum Sterben

Für meinen Geschmack wird hier ständig das Thema verwechselt. Es geht darum, ob Ärzte aktiv den Tod bringende Medikamente mit genau diesem Zweck verabreichen dürfen. Das sollten sie meiner Meinung nach nicht. Sie dürfen aber durchaus einen Sterbewilligen mit Medikamenten begleiten die nicht unmittelbar zum Tod führen. Und wer nun unbedingt Sterben möchte kann das auch durch Nahrungsverweigerung im Sinne des Sterbefastens. Der Unterschied ist, dass zu keinem Zeitpunkt jemand anderes den Tod direkt unterstützt. Und Sterbefasten geht auch heute schon und ist über die Patientenverfügung und die Selbstbestimmung abgedeckt. Und das geht auch mit liegender Magensonde die man ja nicht mit Nahrung bedienen muss. Nur in diesem Fall lehnt der Patient ein Angebot ab, im Fall von aktiver Sterbehilfe nimmt er ein Angebot an. Darin liegt der Unterschied.

Geschäftsmäßig ist nicht...

...gleich erwerbsmäßig! Diesen Unterschied scheinen viele nicht zu verstehen. Es soll in diesem Falle kein Geschäft mit dem Tod gemacht werden.

@ dr.bashir Re: Geschäftsmäßig

Dass es natürlich auch Fälle gibt, wo der Tod des Vaters eingefordert wird, weil sein Überleben das Erbe schmälert habe ich im Bekanntenkreis erlebt. Bruder und Schwester reden seitdem nicht mehr miteinander und der Vater unterhält nach seiner Genesung das Altenheim mit Klavierdarbietungen. War knapp.
Da hoffe ich doch für ihn, das er MINDESTENS so lange seine Mitbewohner mit seinen Darbietungen beglücken kann, bis dass das Vermögen aufgebraucht ist. Länger ist natürlich besser.

Sterbehilfe

Es hat in der Regel immer mit einem selbst zu tun wenn ich meine Meinung kundtue. Siehe Druck von Erben, sozialer Druck usw.
Es gibt überhaupt keine Zweifel das es zur Menschenwürde gehört bestimmen zu können wann und wie man sterben möchte, außer man zieht andere mit darein. Zugführer usw.
Der andere ist der Blender Herr Spahn
Wenn man es durch Gesetzgebung schafft z. B. die Psychotherapeuten Ausbildung zu erschweren und das als Qualitätsmassnahme verkauft ist schon super. Das bei Wartezeit 1/2 Jahr und mehr. Und noch einige ähnliche Gesetze. Die das Ziel haben den Krankenkassen Geld zu ersparen. Würde mich nicht wundern wenn seine 2. Karriere irgendwo dort schon abgesprochen ist.
Ich persönlich kann es nicht glauben das Herr Spahn etwas anderes als Jens Spahn im Kopf hat

Verfassungsklage ? Senat Vosschulte irrt

Verfassungsklage ?
ich beziehe mich auf gestrige hochkarätige Diskussion in diesem Forum und deren Zusammenfassung:
Straffreiheit für Ärzte in besonderen Fällen : JA und gemäß Thema und Umfrage. Für andere Gruppen (wie Angehörige Pfleger Richter Polizisten Soldaten) NEIN, weil ihnen die Sachkunde (Ausbildung bis Gewissensbildung darin fehlt wann krank gesund austherapiert hoffnungslos) und unter Berücksichtigung von Euthanasie bis Organspende.
Zur Missbrauchsvorbeugung werden die Vorschläge des Herrn "NL--Kollegen" dankbar aufgegriffen: nach Anmeldung in einem ärztlichen Gremium und bei der Justiz (mind. ein Richter -ohne Berufungsverfahren). Danach bessere Ausbildung bei den Ärzten und Justiz.
Es kann in dieser Gesellschaft nicht angehen, daß sich Sachunkundige über das generelle Tötungsverbot unserer Verfassung hinwegsetzen, Ärzte einerseits bisher straffrei Schwangerschaftsabbrüche durchführen dürfen, andererseits sich Soldaten - Ärzte (ua Retter) Mörder nennen lassen müssen.

@ketzer7

Mein Mitgefühl für ihre Schwester, aber auch hier hätte ein Stopp von Lebenserhaltenden Medikamenten, Nahrung und Flüssigkeit wochenlanges Leid erspart und das völlig ohne todbringendes Medikament. Ich kann daher JEDEM empfehlen, eine konkrete Patientenverfügung aufzusetzen. Sie mögen vielleicht 40 Jahre im Bereich arbeiten, ich nur etwa 20 und haben bestimmt mehr Erfahrung als ich, von daher wundert es mich, wieso sie nicht einfach die Ernährung unterbunden haben.

bin schockiert

Ich will niemandem das Recht auf Suizid absprechen, aber diesen "geschäftsmäßig" zu unterstützen - das würde ich gerne wieder verboten wissen.

Palliativmedizin

Menschen missbrauchen alles! Und jetzt werden schwache, kranke, unnütze Menschen so mit gezwungen schneller zu sterben! Das ist eine Schande!

Worauf achten Politiker?

War doch klar, dass das Selbstbestimmungsrecht nicht per Gesetz aufgehoben werden kann. Warum bemühen sich Politiker in Parlamenten überhaupt erst solche Gesetze zu machen?
Bremsen, Bremsen, Bremsen? Lasst die Verfassung und die Menschenrechte zukünftig in Ruhe.

@ N.Schwarz.

Menschen missbrauchen alles! Und jetzt werden schwache, kranke, unnütze Menschen so mit gezwungen schneller zu sterben! Das ist eine Schande! Oh, spricht da der Nazi aus Ihnen? KEIN Mensch ist unnütz und wird als solcher bezeichnet, es sei denn sie sehen sich selber als unnütz. Es wird auch KEINER GEZWUNGEN schneller zu sterben. Aber diejenigen die des Lebens müde (Nicht Lebensmüde) sind und einfach nicht mehr WOLLEN oder aus ihrer eigenen Sicht nicht mehr können, haben das RECHT ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Aber vielleicht ist es Ihnen ja angenehmer Ihre Frau/Ihren Mann an der in einem Krankenhaus, Altenheim, oder Schlafzimmer dahin siechend zu sehen oder an der Wohnzimmerlampe hängend zu finden oder vom ICE ab zu kratzen statt ihr/ihm die letzte Ehre zu erweisen in Frieden und Ruhe von Ihnen zu scheiden.

@ De Hahn

Der Sinn und Zweck der Grundrechte ist, jeden Einzelnen - also auch Sie - zu schützen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob nur eine Person oder Millionen betroffen sind. Ihr Argument ist daher nicht stichhaltig.

@DeHahn 14.25

Dass 2 Millionen Kinder in HartzIV-Familien aufwachsen, scheint weniger zu jucken, als die paar Tausend Senioren/Leidenden, die Sterbehilfe begehren."
Das Eine hat mit dem Andern nichts zu tun. Die Kinder in HartzIV-Familien sind tragisch. Aber für Betroffene und Angehörige ist das Thema Sterbehilfe kein Randthema , sondern ein für sie wichtiges. Sie müssen das nicht kommentieren , um es runterzuspielen. Das sollte der Anstand gebieten.

Geschäft

um 14:35 von unterschicht2

"bin schockiert
Ich will niemandem das Recht auf Suizid absprechen, aber diesen "geschäftsmäßig" zu unterstützen - das würde ich gerne wieder verboten wissen."

Auch Sie tappen in diese Begriffsfalle, die ich dafür genau erdacht sehe. In der nach dem ursprünglichen Gesetz von 2017 entstandenen Brache aus Deutungszwistigkeiten und den darauf sich entwickelnden Prozessen, die heute endlich zur Entscheidung kamen, wirkt diese Begrifflichkeit wie ein Trojaner. "Geschäftsmäßig" soll hier einfach bedeuten, daß die Handlung der Beihilfe mehr als einmal gewährt wird. Das heißt: Der Arzt, der seinem Gewissen folgt und als Einziger für Hilfe infrage Kommender dem Leidenden Medikamente zur Erlösung zukommen lässt, ist beim 2.Mal fällig, obwohl es dieselbe Gewissensentscheidung bleibt , nur für eine andere Person.

14:43 von N.Schwarz.

Palliativmedizin
.
Menschen missbrauchen alles! Und jetzt werden schwache, kranke, unnütze Menschen so mit gezwungen schneller zu sterben! Das ist eine Schande!

Ihr Kommentar ist im Grunde völlig sinnlos, weil er an der Thematik vorbei geht.

Es geht in keiner Weise darum, dass schwache, kranke, unnütze Menschen gezwungen werden zu sterben, sondern dass man Menschen, die aus bestimmten Gründen keinen Lebenswillen oder keine Aussicht auf ein menschenwürdiges Leben mehr haben, das eigenwillige Recht auf Sterben einräumt. Und das ist gut so!

Es wird sich zeigen, wie die

Es wird sich zeigen, wie die Entwicklung weitergeht. Nimmt man die Feindiagnostik bei der Pränataluntersuchung, die in der Regel dazu führt, dass Kinder mit einer potentiellen Behinderung abgetrieben werden, zum Vergleich, wird die Legalisierung der Sterbehilfe dazu führen, dass Schwerkranken die Nutzung lebensverlängernder Maßnahmen irgendwann zum Vorwurf gemacht werden wird, da ein ärztlich begleiteter Selbstmord doch für die Gesellschaft viel günstiger ist.

10:53 von rossundreiter

Das wird lustig, wenn der erste Rettungsschwimmer verurteilt wird, weil er einen Suizidalen aus der Donau gezogen hat.

Entweder Sie verkennen den Sachverhalt oder Sie plaudern halt völlig instinktiv irgendwelche Wörter hinaus.

Die Rechtssprechung sagt nicht aus, dass ein Rettungsschwimmer verurteilt wird, wenn er einen Suizidalen aus der Donau gezogen hat, sondern einem Menschen bei begründeten Motiven mit Hilfe eines Arztes das Recht auf ein menschenwürdiges Sterben einräumt.

Wenn ein Mensch sich allerdings in einer lebensbedrohlichen Notlage befindet, dann ist man freilich gehalten, diesen auch zu helfen, denn es gibt auch noch die Verpflichtung zur Hilfe. Ein Rettungsschwimmer kann nicht sofort erkennen, ob der Ertrinkende freiwillig ins Wasser stieg oder nicht. Also ist in derartigen Fällen stets Hilfe geboten. Woher weiß denn zum Beispiel der Notarzt bei einem Unfall, ob der Geschädigte unfreiwillig in den Unfall verwickelt wurde oder sich das Leben nehmen wollte.

Völlig unverständlich

@ DeHahn:
Dass 2 Millionen Kinder in HartzIV-Familien aufwachsen, scheint weniger zu jucken, als die paar Tausend Senioren/Leidenden, die Sterbehilfe begehren.

Auf was wollen Sie damit hinaus?
Dass Sterbehilfe unwesentlich ist?
Oder wollen Sie Hartz-IV streichen?

@Margareta K.

"Die meisten Todkranken möchten nicht sofort sterben, aber in Ruhe gehen können, wenn für sie der Zeitpunkt erreicht ist." Am 26. Februar 2020 um 13:34 von Margareta K.

Eben.
Ich habe Humangenetik als Nebenfach gemacht. Dort ging es eigentlich um Pränataldiagnostik bei Erbkrankheiten "ja oder nein", aber bei dem Thema kam auch zur Sprache, dass viele Betroffene dann Selbstmord begehen, wenn sie sicher sind, dass sie es noch selbstständig tun können.

Könnten sie sich sicher sein, dass ihnen entsprechend geholfen wird, wenn sie nicht mehr selbst können, dann würden sie noch länger am Leben bleiben und die letzten Tage, Wochen, Monate noch mit ihren Familien genießen / sich ärgern / sich freuen / sich streiten - was man in den Familien halt so macht.

@ rossundreiter

Das wird lustig, wenn der erste Rettungsschwimmer verurteilt wird, weil er einen Suizidalen aus der Donau gezogen hat.

Sie haben es nicht verstanden. Es wird vom BVerfG keine neue Strafbarkeit eingeführt, es wird lediglich ein bisheriger Straftatbestand gestrichen.

@ Ketzer7, um 14:18

re @ harry_up Re: Klabautermann 08

Mich wundert Ihre Meinung - da Sie ja offensichtlich unsere Kommentare (aber scheinbar nicht alle?) gelesen haben.
Ich finde nach wie vor, dass unsere Meinungsverschiedenheiten sehr wohl und sehr direkt mit dem Thema zu tun hatten.
Und ich denke, dass sie beendet sind.

re andererseits

" Aber hier gibt es eine deutliche Tendenz so zu tun, als würden nahezu alle, die Schwerstkranke und Schmerzpatient*innen in der Familie und im Freundeskreis hatten oder haben, das Urteil einhellig begrüßen."

So eine Tendenz gibt es nicht. Wer das Recht auf Selbstbestimmung vertritt ist am wenigsten verdächtig, anderen das Recht auf Selbstbestimmung - den Tod ohne Sterbehilfe - abzusprechen.

Freiheit

Die Freiheit des Individuums endet da wo sie andere einschränkt. Das beschreibt schon das allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten vom 5. Februar 1794, in der Einleitung II. Allgemeine Grundsätze des Rechts. §. 83. „Die allgemeinen Rechte des Menschen gründen sich auf die natürliche Freyheit, sein eignes Wohl, ohne Kränkung der Rechte eines Andern, suchen und befördern zu können.“. Das Wohl ist per Definition eher relativ und so kann es sein, dass der Tod eines Menschen sein Wohl befördert, nämlich dann wenn das ihm gegebene Leben zur Qual wird und aus seiner Sicht nicht länger lebenswert ist. Das darf aber nur er selbst entscheiden. Dies hat das Gericht nur bestätigt.
Es wurde Zeit das moralische Entrüstung oder die Befindlichkeiten anderer, einen Menschen nicht länger das Leiden verlängern durften und jene die die Bürde auf sich nahmen Sterbenskranken die letzte Hilfe zu gewähren, nicht länger kriminalisiert werden. Natürlich muss das klar geregelt werden!

re Leipzigerin59, um 14:26

Sie weisen zu Recht auf diese missverständlichen Begriffe “geschäftsmäßig“ und “erwerbsmäßig“ hin, wobei mir letzterer eher als “gewerbsmäßig“ geläufig ist.

Und im Hintergrund schwingt dann auch noch der Begriff “g e werblich“ mit, der im Zusammenhang mit diesem höchst heiklen und sensiblen Thema einige Mitmenschen dann zu vollends abstrusen Vorstellungen verleiten mag.

re primel

" habe ich ausreichend praktische Erfahrung in der Palliativmedizin um zu wissen, dass wir genug Möglichkeiten haben um Sterben zu ermöglichen. Ich sehe keine Einschränkung der Selbstbestimmung darin, dass Ärzte keine Mittel geben dürfen um das Sterben zu beschleunigen."

Wie man in der Palliativmedizin "das Sterben ermöglicht", aber es nicht Sterbehilfe nennt, wäre mal interessant zu erfahren.

Aber auch wenn die Sterbehilfe "hintenrum" ermöglicht wird ist das noch lange nicht das Recht auf Selbstbestimmung, das das BVerfG einfordert.

Sterbehilfe

Jeder sollte ein selbstbestimmtes Leben führen dürfen. Dazu gehört auch der selbstbestimmte Tod. Warum sollten sich todkranke Menschen quälen. Das hat rein gar nichts mit Humanität zu tun. Wer einmal einen todkranken Menschen gepflegt hat für den Sterben eine Erlösung war, weiß was ich meine. Wie kann es sich eine zivilisierte Gesellschaft das Recht herausnehmen sich über den freien Willen eines Menschen zu stellen? Endlich hat das Verfassungsgericht Stellung bezogen nachdem Politiker versagt haben die nicht im entferntesten über eine medizinische Ausbildung verfügen aber mitreden wollen ohne Ahnung zu haben. Die Politiker sollten alle einmal für einen Monat in einem Hospiz arbeiten. Dann sehe die Sache wohl anders aus.

26. Februar 2020 um 11:48 von Autochon

"
...
Die auch deswegen zuegig kommen koennten, weil der neoliberale Staat gewiss nur ungerne Geld fuer unproduktive Marktsubjekte ausgibt, die sich erdreisten, auch noch Geld zu kosten.
"
Unser Grundrecht kennt auch das Recht auf Leben und so darf niemand in den Tod gezwungen werden.
"Unproduktive Marktsubjekte" sind diese Menschen zu einem guten Teil nicht, weil sie oftmals Konsumenten von lebenserhaltenden Maßnahmen und zugehöriger Medizin sind, die zum Teil aus eigener Tasche oder nahestehenden Angehörigen bezahlt wird.
Das Gesetz muss jetzt überarbeitet werden und es sollte eine psychologische Profession eingebunden werden um die Sicherstellung des Grundrechtes auf Leben und eigenen Willen zu gewährleisten.
Dieser "neoliberale Staat" setzt übrigens auch auf unbezahlte Freiwilligenarbeit, die keine direkten wirtschaftlichen Auswirkungen hat. Erst wenn Löhne dafür bezahlt werden steigt der Umsatz und somit wächst auch die Wirtschaft. Das hängt nicht nur vom Gewinn ab.

@rareri, 16:01

"Ein Rettungsschwimmer kann nicht sofort erkennen, ob der Ertrinkende freiwillig ins Wasser stieg oder nicht."

Vielleicht ja doch.

Vielleicht steht ja die Ehefrau am Ufer und sagt dem Rettungsschwimmer mit Beleg Abschiedsbrief, "den musst du nicht retten, der will das so."

Nach der heutigen Begründung des Gerichts ("Es gebe ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben (…). Das schließe die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen (…).") gäbe es dann ja die Möglichkeit, den Retter zu verklagen, wenn er trotzdem rettet.

Unsägliche Argumentation.

re dehahn

"Immer wieder freue ich mich, wie erfolgreich Politik und Medien Randthemen zu Kernthemen machen.
.
Ich vermisse eine sachliche Aufstellung, wieviel Prozent der Bevölkerung von einer Thematik betroffen sind. Dass 2 Millionen Kinder in HartzIV-Familien aufwachsen, scheint weniger zu jucken, als die paar Tausend Senioren/Leidenden, die Sterbehilfe begehren.
.
Daran sieht man, wie verheuchelt unsere Gesellschaft ist."

Und man sieht an solchen Kommentaren, wie manche existenzielle Probleme erst ab einem von ihnen bestimmten Quorum als Probleme zulassen möchten.

Sterbehilfe

Das wurde auch Zeit. Kommerzielle Lebensverlängerung darf nicht über Selbstbestimmung stehen

16:11 von Tada

dass viele Betroffene dann Selbstmord begehen, wenn sie sicher sind, dass sie es noch selbstständig tun können.
.
wenn der Betroffene aber keine Aussage über sein Weiterleben machen kann ....
irgend ein spitzfindiger Winkeladvokat wird auf die Idee kommen zu postulieren eine getroffenen Entscheidung muss man jederzeit widerrufen koennen
kann das ein Demenzerkrankter ?

Das Urteil begrüßen, ...

... Ja @andererseits, ich begrüße dieses Urteil. Bitte versetzen Sie einmal in die Situationen eines Angehörigen ( z.B. häusliche Pflege) und Sie müssen über einen langen Zeitraum mit ansehen, wie der Erkrankte leidet, vor allem trotz starker Schmerzmittel, und Sie können ihm nicht helfen, dieses Leiden zu lindern. Wie, denken Sie, fühlen Sie sich dabei - insbesondere, wenn der Wunsch besteht, den Erkrankten zu Hause sterben lassen, weil dieser das auch wünscht?
Die Nebenwirkungen dieser Mittel schädigen Körper und Geist zusätzlich.

Es gibt, Menschen, die nicht lange leiden müssen, und man sagt oft dazu: zum Glück. Ich weiß jetzt, was das bedeutet.

re rossundreiter

""Ein Rettungsschwimmer kann nicht sofort erkennen, ob der Ertrinkende freiwillig ins Wasser stieg oder nicht."

Vielleicht ja doch.

Vielleicht steht ja die Ehefrau am Ufer und sagt dem Rettungsschwimmer mit Beleg Abschiedsbrief, "den musst du nicht retten, der will das so.""

Ich hätte nicht gedacht, dass Sie Ihre unsägliche Story noch weiter ausspinnen. Aber wenn Sie das brauchen ...

"Nach der heutigen Begründung des Gerichts ("Es gebe ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben (…). Das schließe die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen (…).") gäbe es dann ja die Möglichkeit, den Retter zu verklagen, wenn er trotzdem rettet."

Man wird dem Rettungsschwimmer Verbotsirrtum einräumen ...

@ Primel

"Und wer nun unbedingt Sterben möchte kann das auch durch Nahrungsverweigerung im Sinne des Sterbefastens." Am 26. Februar 2020 um 14:26 von Primel

Erstens ist es total fies anderen den Hungertod zu wünschen, anstatt schnellem Einschlafen. Hunger Sie Mal paar Tage lang - keine Sorge, das führt noch nicht zum Tod und ich gehe davon aus, dass Sie das keine 24 Stunden durchhalten.

Zweitens haben Sie offensichtlich nie von Zwangernährung und künstlichen Ernährung gehört.

um 16:42 @rossundreiter

Bitte hören Sie auf, solchen Mist zu konstruieren.

@N.Schwarz

"Menschen missbrauchen alles! Und jetzt werden schwache, kranke, unnütze Menschen so mit gezwungen schneller zu sterben! Das ist eine Schande!" Am 26. Februar 2020 um 14:43 von N.Schwarz

Was wäre dann Ihr Lösungsvorschlag?

Wenn Ihrer Meinung nach die Menschen alles missbrauchen, dann... weg mit allem, alles verbieten, nichts zulassen???

PS. Wenn Sie schreiben "Menschen missbrauchen alles!", dann sprechen Sie bitte für sich.
Für mich trifft das definitiv nicht zu.

re kuestenkind

"Sterbehilfe

Das wurde auch Zeit. Kommerzielle Lebensverlängerung darf nicht über Selbstbestimmung stehen"

Mit der "kommerziellen Lebensverlängerung" stellen Sie sich auf eine Stufe mit dem "sozialverträglichen Ableben".

Nur andersrum, aber ebenso zynisch.

@ Kuestenkind, um 16:47

“Kommerzielle Lebensverlängerung darf nicht über Selbstbestimmung stehen“

Es ist immer wieder unfassbar, auf welche Vergleiche Menschen kommen.

Wenn auch die “Kostenersparnis“ durch passive Sterbehilfe bei einigen, gottseidank wenigen anderen Kommentatoren weit über dem ethischen Aspekt dieses todernsten Themas angesiedelt sind.

Vielleicht haben Sie sich auch nur ein wenig ungeschickt ausgedrückt...

@DeHahn, 14.25h

Dass zwei Millionen Kinder in Hartz IV aufwachsen, hat mit dem vorliegenden Thema nichts zu tun und ist auch nicht wichtiger, sondern betrifft nur einen anderen Personenkreis.,
Wo da Heuchelei ist, bleibt Ihr Geheimnis.

@rossundreiter, 16:42

Ihre Rechthaberei treibt schon merkwürdige Blüten, merken Sie das nicht? Anstatt dass Sie einfach einräumen, aus der Hüfte geschossen zu haben (das passiert andern auch, da bricht Ihnen kein Zacken aus der Krone), konstruieren Sie immer absurdere Spezialfälle.

@andererseits

"Aber hier gibt es eine deutliche Tendenz so zu tun, als würden nahezu alle, die Schwerstkranke und Schmerzpatient*innen in der Familie und im Freundeskreis hatten oder haben, das Urteil einhellig begrüßen" Am 26. Februar 2020 um 13:13 von andererseits

Wo ist Ihr Problem?

Wer es nicht begrüßt, der muss es auch nicht in Anspruch nehmen. Fertig.
Es sind nicht alle Schmerzen gleich und nicht alle Schmerzmittel wirken bei jedem gleich gut.

PS.
Es wird auch niemand zu einer Abtreibung gezwungen, nur weil sie hier für diejenigen straffrei ist, die sie in Anspruch nehmen.

@Tada, 17.08h

Nach Aussage der behandelnden Ärztin meiner Mutter sei das Verhungernlassen eine humane Todesart.
Meine Mutter war vom Pflegeheim ins Krankenhaus verlegt worden und hat da angeblich die Nahrungsaufnahme verweigert.
Darum mein Gespräch mit der Ärztin.
Zurück im Pflegeheim hat meine Mutter wieder mit gutem Appetit gegessen.
Des Rätsels Lösung.
Die Überlastung des Pflegepersonals. Die haben meiner schwer dementen Muttzer einfach das Essen auf den Nachttisch gestellt, und als es nach einiger Zeit unberührt war. wieder mitgenommen.
Auf die Idee, ein 90jährige, demente Frau zu füttern, kam niemand.

@DeHahn

"Ich vermisse eine sachliche Aufstellung, wieviel Prozent der Bevölkerung von einer Thematik betroffen sind. Dass 2 Millionen Kinder in HartzIV-Familien aufwachsen, scheint weniger zu jucken" Am 26. Februar 2020 um 14:25 von DeHahn

Was den Tod angeht, so sind 100% der Bevölkerung davon betroffen. Ein Glücklicher Mensch, der friedlich einschläft.

Was H4 angeht, so ist eine (schwere) Erkrankung in der Familie oft der Grund für H4. Auch in Familien mit Kindern.

@DerVaihinger (17:08)

Tja.

Das kenne ich von meinem Großvater.

Er war schon fast 90, wurde nach einem Herzstillstand reanimiert und lag noch 3 Monate bis zu seinem Tod im Krankenhaus, das auf solche Pflege nicht eingestellt war... Hitze draußen, Wasserflasche auf dem Tisch...

Nein, verhungern lassen ist nicht schön.
Das tut man auch keinem kranken Tier an.

@ 14:34 von Primel

Danke für Ihren sachlichen und fachlichen Kommentar. Schwerkranke, die sterben möchten, stellen oft selbst das Essen ein; auch die Versorgung mit Flüssigkeit ist oft nicht oder nur in geringem Maße nötig. Körperpflege, Mundpflege und menschliche Nähe sind bedeutsam.

§217: Moral und Ethik nicht im Einklang...

Jeder, der länger in der Palliativmedizin arbeitet, kann Fälle berichten, bei denen der Tod eine Erlösung gewesen ist und die Palliativmedizin erreicht eben nicht zu 100% ein friede-, würde- und liebevollen Tod. Selber als Palliativmediziner tätig, bin ich wie andere Kollegen, die gegen §217 geklagt haben, dankbar, dass Rechtssicherheit wieder einkehren könnte. Der Gesetzestext ließ Spielräume, die meine Arbeit in Frage stellten: darf ich Notfallmedikamente wie Opiate dem Betroffenen überlassen, mit denen er sich suizidieren könnte? Welche Art von Sterbehilfe ist denn gemeint- ist die Medikation, die die Lebensqualität des Patienten erhöht aber mgl.-weise sein Leben verkürzt verboten (indirekte Sterbehilfe)? Wo sind die Rechte der Ärzte- ist es nicht auch ein Grundrecht eines Arztes zu sagen, ich leiste keine Beihilfe zum Suizid und erst Recht nicht aktive Sterbehilfe- an wen soll ein Suizident sich dann wenden, ausser an den Staat, der für unser aller Grundrechte einzustehen hat.

@ 17:30 von DerVaihinger

Ihre Schilderung macht deutlich, wie verwoben die Themen sind - und wie wenig wir derzeit gesellschaftlich für Menschen an den Randbereichen des Lebens an Geld, Zeit und Zuwendung zur Verfügung stellen.

17:27 von Tada

Ich denke das Forum schon, oder?

Verhungern human...

um 17:30 von DerVaihinger
@Tada, 17.08h

"Nach Aussage der behandelnden Ärztin meiner Mutter sei das Verhungernlassen eine humane Todesart.
Meine Mutter war vom Pflegeheim ins Krankenhaus verlegt worden und hat da angeblich die Nahrungsaufnahme verweigert.
Darum mein Gespräch mit der Ärztin."

Das mit Ihrer Mutter tut mir leid. Ob das Personal "auf die Idee kommt" oder nicht, dürfte keiner Frage folgen müssen. Da ist die
Pflegenotstandsökonomie verantwortlich und ist ein anderes wichtiges Thema. Daß diese vorprammierte Krise vom Pflegeheim an das KH weiterdelegiert wird, ein weiteres. Daß das Verhungern aber zu einer "humanen Todesart" (ich kann das nicht glauben) etikettiert wird, besonders vor der geschilderten Entwicklung, wirft ein Schlaglicht auf die Zwänge und Ängste, welche den zunehmenden Stress in der Pflege allgemein so stark zuspitzt, daß es zu einem Offenbarungseid in dieser Art kommen kann. Das ist ein Abgrund. Und was für einer. Verhungern ist human.

re andererseits

"Schwerkranke, die sterben möchten, stellen oft selbst das Essen ein; auch die Versorgung mit Flüssigkeit ist oft nicht oder nur in geringem Maße nötig."

Es gibt sich von selbst.

Entschuldigen Sie, aber das ist mir als Beitrag zum Thema Sterbehilfe, zu dünn, zu romantisierend und zu ausweichend.

Liberalisierung akzeptieren und gestalten – statt kritisieren

Diakonie und Kirchen unterstellen möglichen Missbrauch, die CDU in persona Gesundheitssprecherin Maag befürchtet "Normalität der Sterbehilfe". Das alles haben die Verfassungsrichter ganz sicher auch in den letzten Tagen und Wochen diskutiert – und sind dennoch zu der Überzeugung und dem Urteil gelangt, das Verbot zu kippen. Die Beschwerden waren schließlich von Betroffenen geführt worden und nicht von Organisationen, die ein Geschäftsmodell wittern.

Die CDU lässt keine Gelegenheit aus zu dokumentieren, dass sie die Lebensrealität verweigert und von gestern ist – auch jetzt nicht. Muss sie ihrer christlichen Klientel immer wieder zeigen, dass sie eine konservative Meinung vertritt – selbst wenn Menschen unnötig leiden? Die CDU soll einfach das tun, was sie soll (und weiß): die Sterbehilfregulierung mitgestalten und die Palliativmedizin unterstützen.

Auch die katholischen Organisationen sollten sich überlegen, ob ihre Argumentation nicht wieder zu einer Austrittswelle führt.

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