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Vorab: Ich finde es wirklich

Vorab: Ich finde es wirklich sehr lobenswert, dass die tagesschau schon von Anfang einen erweiterten Fokus gehabt hat und auch Probleme eher abseits der `eigentlichen´ Corona-Problematik im Blick gehabt und diesen Raum eingeräumt hat. Frauen, Familien, Kinder. Vielen Dank dafür, denn diese Öffentlichkeit ist wichtig. Auch weil so die Politik dazu `gezwungen´ wird, diese Themen wahrzunehmen.
Und dabei auch Dank an @andererseits :)

Ich arbeite in diesem Bereich und es ist tatsächlich schwierig, Kontakt zu Familien mit Problemen zu halten. Wenngleich das in `Brennpunkten´ sicher noch ungleich schwieriger sein dürfte als hier.
Ein Problem sind gar nicht mal die `bekannten Familien´. Die hat man auf dem Schirm und teilweise kann man da in Eigeninitiative doch relativ gut Kontakt halten und `reinhören´.

Schwieriger sind die, die `im

Schwieriger sind die, die `im Mittelfeld´ liegen. Also eigentlich funktionieren und die in `normalen Zeiten´ organisiert sind. Wo aber Druck und zusätzliche Belastung das System destabilisieren und wo so dann Probleme entstehen können. Wenn Ausweichmöglichkeiten und bewährte `Eskalationen´ vielleicht vermeidende Methoden wegfallen. Entlastung dadurch, dass Kinder zum anderen Elternteil, zu Freunden oder den Großeltern können, um für `beide Seiten´ Freiräume zu schaffen.
Darum ist es auch sehr zu begrüßen, dass die Notbetreuung ausgeweitet wird und man den Fachkräften vor Ort die Möglichkeit gibt, selbst auszusuchen, wer betreut wird. Zumindest teilweise.
Abschließend: Möchte ich noch lobend erwähnen, dass zumindest hier sowohl das Jugendamt als auch insbesondere die SPFH auch in `Hoch-Zeiten´ der Corona-`Krise´ immer ansprechbar und kooperativ gewesen ist.
Jugendämter sind eigentlich tatsächlich besser als ihr Ruf manchmal :)

Grund zu großer Sorge ?

Was sind das für Eltern die bei dieser jetzigen lage Gewalt gegen Kinder ausüben?

Konnen jetzt die Eltern die sonst Ihr Kinder stundenlang an Kitas und Schulen abgeben so schnell an Ihre Grenzen?

Ist das der Preis von Selbstverwirklichung,
Urlaub, großer Wohnung und Auto den jetzt die Kinder bezahlen müssen.

wie habne eltern in eien 30qm Wohnung mit einem kleinen Arbeiter eikommen bloß früher gschaft und ihr Kinder zu Verantwortungsvollen,leistungsbereiten demokratischen Bürger geleitet haben?

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Teilweise hoher Druck auf Familien und „wegfallende“ soziale Kontrolle („So melden zahlreiche Jugendämter, dass ihnen durch die weitgehende Schließung der Schulen und Kitas die wichtigsten Institutionen fehlen, die ansonsten die Kinder im Blick halten – und die im Normalfall am zuverlässigsten mögliche Gefährdungen melden“) sind eine äußerst ungute Mischung. Wenn sich aufgestauter Druck gewaltsam entlädt, haben zwangsläufig die Schwächsten – das sind naturgemäß die Kinder – die Folgen zu tragen.

Dass dieser ohnehin oft kaum noch erträgliche Druck auf alle Beteiligten von Seiten der Politik durch bürokratische Regulierungswut und damit zusammenhängende „finanzielle Zwänge“ noch weiter gesteigert wird, darf ja wohl nicht wahr sein: “Sorgen äußerten viele Träger der Kinder- und Jugendhilfe, wenn es darum geht, finanziell durch die Krise zu kommen. >> Viele von ihnen werden etwa nach der Anzahl der Hausbesuche finanziert, können aber derzeit oftmals nur telefonischen Kontakt halten (...)"

Familien als Hauptgefahr?

Ich habe manchmal den Eindruck, dass das Ausmaß des Problems herbeigeschrieben wird. Es kann natürlich sein, dass Kinder aus Problemfamilien wegen der wegbrechenden Kontakte in Schulen sich weniger anderen Personen anvertrauen. Andererseits erleben wir auch nicht selten ein Versagen von Jugendämtern bei der Gewaltprävention - sicher oft auch aus nicht vorwerfbaren Gründen...aber die Ämter kommen teils zu wenig und zu spät.
Letztlich erweckt die alarmistische Darstellung hier aber den Eindruck, dass Familien in der Krise die Hauptgefahr für die Kinder sind … und das ist doch ausgemachter Unfug.
...oder sollte ich das Problem wirklich fatal unterschätzen.

Verantwortung ausschließlich bei Eltern

Die Verantwortung für ihre Kinder liegt ausschließlich bei den Eltern diser Kinder.

Darüber müssen sich Vater und Mutter stets und ständig bewußt sein.

Der Staat kann nur helfen und lenken. Der Staat kann -Staatsbürger- erziehen.

Erzieher und Erzieherinnen können evtl. gute Hilfestellung geben.

Aber, die Verantwortung für den eigenen Nachwuchs liegt immer bei den Eltern! - Und davor kommt erstmal gar nix!

Natürlich muss Elternschaft ebenso gelernt werden und auch gelernt sein. - Dazu sind die Großeltern, - ebenfalls also auch Eltern, - verantwortlich.

Lehrer, Erzieher und Jugendämter sind nicht zur Ur- Erziehung da, - sondern nur als staatliche und soziale Lösung in der jeweiligen Gesellschaftsordnung.

Wenn Eltern für ihre Kinder nicht genug Fürsorge, Liebe und Verantwortung übernehmen können.
- Dann müssen die Kinder in die Obhut des Staates, - und das Volk muss diese Obhut kontrollieren!

Oder anders gesagt: Wer dauernd besoffen Auto fährt,
... - verliert den Führerschein.

Was ist denn wenn man etwas meldet und niemand kümmert sich?

Ich glaube mittlerweile nicht mehr , dass es wirklich irgendjemanden interessiert, wenn irgendwo Kinder ansehen müssen, dass ein Mann seine Frau wiederholt seit zig Jahren schlägt. Wir haben dies mehrfach Polizei und Wohnungsgesellschaft gemeldet und nichts passiert, außer das Polizei mal kommt und wenige Tage später das gleiche Schauspiel ist. Natürlich liegt das auch daran, dass die Frau ihren Mann nicht anzeigt. Dass sich die Wohnungsgesellschaft auf Datenschutz beruft, wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass bei der Polizei viele Einsätze vorliegen und 2020 das Thema Verjährung bemüht, wenn man an frühere entsprechend Eingaben erinnert.... - diese Wohnungsgesellschaft wird von öffentlichen Mitteln finanziell unterstützt. Die drei Affen, nichts hören, nichts sehen, nichts sagen - das ist mittlerweile die Strategie im Haus und wen interessiert es, dass ich immer noch hoffe, dass solche Zustände im Deutschland 2020 eigentlich nicht unbeachtet bleiben sollten, können.

Ich wünschte die Politik würde sich so sehr um Kinder und Familien kümmern wie um Flugzeugbauer, Autobauer und alle Lobbyverbände. Man sieht es in der Coronakrise wieder einmal ganz deutlich, die Familien und Kinder haben einfach keine Lobby und werden daher von der Politik komplett übergangen. Ich mache mir sehr sehr große Sorgen um die Kinder und Frauen (und zu einem geringen Teil Männern, die aber auch erwähnt sein sollten) die auch ohne Krise schon Beziehungsgewalt ausgesetzt waren. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es in diesen Familien während der Coronakrise zugeht, wo alle dicht gedrängt in der Wohnung hocken ohne Chance der Situation zu entfliehen und aufgrund der Kontaktverbote sich irgendjemanden aus dem normalen Umfeld anzuvertrauen. Mir wird wirklich Angst und Bange bei dem Gedanken, wie vermutlich jedem der sich mit der Thematik auskennt. Doch die Krise wid noch lange dauern, die Politik muss schnellstens Lösungen suchen und finden, bevor es für viele zu spät ist!

@18:43 von werner1955

Mit Schuldzuweisungen und sich größer, andere kleiner machen ist hier keinem geholfen. Es ist Fakt, dass es das Problem Beziehungsgewalt gibt und das die Gewalt für die Opfer in verheerendem Maß traumatisierend ist. Natürlich ist es falsch was die Täter machen und die Täter gehören strafverfolgt und bestraft, aber die Opfer sind in diesem Zusammenhang das Wichtigste und um die muss man sich kümmern und sorgen. Das mit den Tätern geschieht automatisch gleich mit. Aber in der aktuellen Zeit ist es äußerst schwierig für die oft hilflos ausgelieferten Opfer irgendwo Hilfe zu bekommen. Wenn Sie sich hinstellen und darüber wettern, was das für schlechte Menschen sind die die Taten begehen haben Sie recht, aber damit tragen Sie nichts hilfreiches bei. Besser wären Lösungsansätze, wie man betroffenen Opfern helfen könnte - vor allem von Seiten der Politik, denn Hilfe benötigt entsprechende finanzielle Mittel.

Der Focus liegt wieder auf den Falschen

Leider focussieren sich wieder viele auf die Eltern, aber nicht auf die Kinder.

Letztlich ist es doch vollkommen egal, warum Eltern gewalttätig werden und ob dies aus einer Überforderung resultiert, die nachvollziehbar ist oder nicht oder aus ganz anderen Gründen.

Fakt ist leider, dass die Kinder, die in gewaltbereiten Familien leben müssen, in den letzten Wochen keinerlei Schutzraum mehr hätten und dazu auch noch eine wesentlich angespanntere und stressigere Atmosphäre herrschte.

Ein Bekannter arbeitet in einer Notaufnahme. Was er erzählt, ist einfach nur furchtbar.

Und der Verweis auf die vermeintlich besseren alten Zeiten hilft auch nicht viel weiter - damals war es auch normal, Kinder zu schlagen und gerade das wollen wir nicht mehr.

19:00 von Freiherr von Eggburg

Oder anders gesagt: Wer dauernd besoffen Auto fährt,
... - verliert den Führerschein.
.
was bei derlei Dingen einfach scheint
beim Thema Kinder könnte es sich schwieriger gestalten
wenn es in derselben Konsequenz geschieht

von nomatch 18:59

"...nicht selten ein versagen von jugendämtern..."
ich habe 25 jahre bis 2018 in einem berliner jugendamt gearbeitet, in den letzten jahren hatte ich bis zu 120 familien zu betreuen, fachleute und verantwortliche politiker in berlin erwähnten oft in diskussionen/gesprächen hinsichtlich einer guten fachlichen tätigkeit eines sozialarbeiters/n im jugendamt gern die anzahl 65!,
in einer dokumentation im zdf oder ard zu diesem thema sprach eine leiterin im jugendamt von darmstadt von einer durchschnittlichen betreuungsanzahl von 45! und erwähnte, daß mit dieser anzahl eine gute betreuung der familien durch das jugendamt gewährleistet sei und somit natürlich auch eine gute intensive zusammenarbeit mit den koll./n. der freien träger der jugendhilfe stattfinden kann,
p.s. ich habe aufgrund dieser belastungssituation vor 1,5 jahren im jugendamt und somit im öff. dienst gekündigt,

Jetzt belegen erstmals Zahlen...

... dass die befragten Jugendämter eine Selbsteinschätzung vorgenommen haben. Fallzahlen gibt es hier nicht. Es gibt nur eine Selbsteinschätzung.

Das mal nur so zur Präzision, weil es wahrscheinlich schnell überlesen wird, wenn es um Kinder geht.

Dass natürlich das Risiko der Kindeswohlgefährdung gegeben ist, bleibt unbestritten. Tragische Fälle, wie hier mit dem Jungen aus MG, gibt es auch ohne Corona-Kriese immer wieder. Ich halte diesen tragischen Fall für ungeeignet, das Thema sachgerecht aufzunehmen. Schade eigentlich, denn es bedeutet für mich, dass anscheinend niemand sich bis jetzt die Mühe gemacht hat, echte Fallzahlen zusammen zu tragen. ... Das ist traurig.

Es stimmt schon, was viele hier sagen, dass die Verantwortung bei den Eltern liegt. Aber eben nicht nur. Dafür sind wir eine Gesellschaft, eine Gemeinschaft. Auch Eltern brauchen Hilfe. Das sage ich nicht, um sie zu entschuldigen, sondern weil es einfach so ist. Wer Kinder hat weiß das.

@18:53 von Nettie

"Dass dieser ohnehin oft kaum noch erträgliche Druck auf alle Beteiligten von Seiten der Politik durch bürokratische Regulierungswut und damit zusammenhängende „finanzielle Zwänge“ noch weiter gesteigert wird, darf ja wohl nicht wahr sein:..."

Ich weiß, Sie meinem es nicht so, aber für mich hört sich das so an, als trage die Politik eine Mitschuld an der Gewalt in Familien.

Da wo Gewalt durch Druck (was immer den verursachen mag oder auch nur so empfunden wird) jetzt zunimmt oder entsteht, war Gewalt schon zumindest im Keim schon vorher vorhanden. Daran ist mitnichten die Politik schuld. Aus meiner Sicht gibt es KEINE Entschuldigung für Gewalt an Schwächeren. Dass es vermehrt zu Streitigkeiten kommt kann ich noch nachvollziehen. Aber Gewalt? Niemals.

@19:00 von Freiherr von Eggburg

"Aber, die Verantwortung für den eigenen Nachwuchs liegt immer bei den Eltern! - Und davor kommt erstmal gar nix!"

So ist es. Es scheint aber heute Mode zu sein, die Verantwortung für Kindererziehung und Bildung einfach komplett an Kita und Schule weiterzureichen. Da ist es auch kein Wunder, wenn sich jetzt viele Eltern überfordert fühlen.
Dass die jetzige Situation für manche Eltern, besonders für Alleinerziehende, jetzt sehr schwierig ist bzw. sein kann, ist unbestritten. Wenn man aber merkt, dass das eigene Nervenkostüm zu dünn wird, muss man sich als Erwachsener Hilfe suchen, bevor man seinen Frust an den Kindern auslässt.

Jugendämter ran an die Front

Da offensichtlich ein Bedarf an Kommunikation zwischen den Kindern und den Jugendämtern besteht, müssen die Jugendämter die offensichtlich betroffenen Kinder zum Jugendamt einladen. Das geht über die Eltern. Offensichtlich funktioniert das aber nicht. Die Jugendämter sind Kaputtgespart, und haben nicht genügend Personal und Infrastruktur, um diese Aufgaben zu bewältigen und umzusetzen. Offensichtlich ist dies ein weiteres Markrodifizit der "schwarzen 0-Politik". Da hilft notgedrungen nur der Einsatz der Landes-Ordnungshüter (ggf. Landespolizei) / Ordnungsämter auf Verlangen und Weisung der Jugendämter, sodass die Kinder der Einladung der Jugendämtern folgen können.

18:43 von werner1955

“wie habne eltern in eien 30qm Wohnung mit einem kleinen Arbeiter eikommen bloß früher gschaft und ihr Kinder zu Verantwortungsvollen,leistungsbereiten demokratischen Bürger geleitet haben?“

Früher, ja früher da war alles besser. Da wussten die Frauen wo ihr Platz war. Er hat die Kohlen ran geschafft und sie war für die “drei K“ zuständig. Wenn der “Versorger“ nach Hause kam, wartete Muttchen mit den Pantoffeln hinter der Tür, das Essen und das Bier standen auf dem Tisch. Samstag Abend, nach dem Baden, wurden die ehelichen Pflichten erfüllt.
Vielleicht sollten Sie mal hinterm Ofen hervorkommen, Vorurteile abbauen und den heutigen Alltagshorizont erweitern. Von Mieten, was Kinder heutzutage kosten und was sonst noch alles so kostet, scheinen Sie wenig Ahnung zu haben.
Ich kenne viele junge Familien, die schon lange nicht in Urlaub waren oder ein fettes Auto fahren.
Was ist eigentlich falsch daran, dass Frauen nicht mehr von Beruf Frauchen sein wollen? Abhängig vom Herrn und Gebieter.

ie 19:00 von Freiherr von

ie 19:00 von Freiherr von Eggburg
l

Aber, die Verantwortung für den eigenen Nachwuchs liegt immer bei den Eltern! - Und davor kommt erstmal gar nix!

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Das stimmt so nicht.

Wenn die Familie eine Gefahr für ein Kind darstellt, kann hier nicht von Übernahme an Verantwortung ausgegangen werden. Hier wird Verantwortung von Seiten der Familie abgelehnt.
Dann obliegt dem Staat die Verantwortung. Und er MUSS sie übernehmen, wenn es die Eltern nicht können oder wollen.

Kein Kind darf hilflos allein gelassen werden. Erst recht nicht, wenn Gefahr im Verzug ist.

und ...

zur gleichen Zeit spricht man von beeinträchtigter Chancengleichheit durch Schulschliessungen und "homeschooling", ...mann, wie ich dieses neudeutsch -möchtegern English hasse. Eltern im Doppelstress - Homeoffice und quengelnde Kinder, die nicht professionell betreut werden können. Mütter- alleinerziehend und Hartz4, die sich total an das Einkaufen bei der Tafel gewöhnt haben. Wenn dann mal wieder einer durchdreht, was ja nicht nur in den USA zu täglichen Leben gehört, sondern hier auch langsan zum regelmässigen Irrsinn gehört, dann haben es ja alle wieder gewusst. Kein und nicht genug Personal, dass den gesellschaftlichen drop-outs zur Seite stehen konnte. Der Staat hat versagt, zu früh- zu spät- zu schnell- zu langsam reagiert und uns die Freiheit und genommen. Selbstverantwortung? Gibt es eigentlich soetwas noch. Hat der Mensch neben dem Recht auf Freiheit auch noch eine Pflicht zur Selbstverantwortung? manchmal denke ich, der liebe Gott hat noch zu wenig Virus regnen lassen. Amen!

18:43, werner1955

>>Grund zu großer Sorge ?
Was sind das für Eltern die bei dieser jetzigen lage Gewalt gegen Kinder ausüben?

Konnen jetzt die Eltern die sonst Ihr Kinder stundenlang an Kitas und Schulen abgeben so schnell an Ihre Grenzen?

Ist das der Preis von Selbstverwirklichung,
Urlaub, großer Wohnung und Auto den jetzt die Kinder bezahlen müssen.

wie habne eltern in eien 30qm Wohnung mit einem kleinen Arbeiter eikommen bloß früher gschaft und ihr Kinder zu Verantwortungsvollen,leistungsbereiten demokratischen Bürger geleitet haben?<<

Gewalt in Familien war auch früher an der Tagesordnung. Das Schlagen von Kindern und der Ehefrau war sogar mehr oder weniger erlaubt.

Das ist gar nicht lange her.

Ich kann mich noch deutlich an das fast allabendliche Gebrüll in der Wohnung unter uns erinnern, damals, als ich Kind war. Ich bin Jahrgang 56. Da hat niemand die Polizei gerufen.

@um 18:43 von werner1955

Denken Sie tatsächlich, früher - in der guten alten Zeit, gab es keine häusliche Gewalt? Da muss ich Ihnen leider mitteilen, früher war das Alltag in vielen Haushalten und sogar erlaubt. Oder besser gesagt, nicht strafbar.

@werner1955

Urlaub, großer Wohnung und Auto den jetzt die Kinder bezahlen müssen.
wie habne eltern in eien 30qm Wohnung mit einem kleinen Arbeiter eikommen bloß früher gschaft und ihr Kinder zu Verantwortungsvollen,leistungsbereiten demokratischen Bürger geleitet haben?

Das haben die früher so gut und so schlecht geschafft wie heute. Ich komme aus einer Familie, in der nix mit Urlaub, großer Wohnung und Auto war. Und noch niemand von Corona gehört hatte. Sondern 30 qm Wohnung und kleines Arbeitereinkommen.

Und was es da im Überfluss gab: Gewalt. Von den Eltern aneinander und von beiden Eltern gegen die Kinder. Ach, übrigens: ich bin ebenfalls Jahrgang 1955, und wenn Sie auch wie ich damals schon mit offenen Augen durch die Welt gegangen wären, dann wüssten Sie das so gut wie ich.

21:33 von StöRschall

Absolut korrekt!

@ 18:32 von Silverfuxx

Es steht zu befürchten, dass die "Totalität" des Ausgeliefert-seins in häuslichen Situationen von Gewalt in Partnerschaften, Familien und diversen Abhängigkeitsverhältnissen in der derzeitigen Situation sowohl von Gewalt und Übergriffen Betroffene mundtot macht wie auch die sinnvolle und notwendige gesellschaftliche "Wächter- und Fürsprecher-Funktion" von Kitas, Schulen und Einrichtungen der Jugend- und Sozialarbeit weitgehend außer Kraft setzt.
Da kommt noch einiges auf uns zu.

@18:32 von Silverfuxx

"Ich arbeite in diesem Bereich und es ist tatsächlich schwierig, Kontakt zu Familien mit Problemen zu halten. Wenngleich das in `Brennpunkten´ sicher noch ungleich schwieriger sein dürfte als hier."

Da Sie sich offensichtlich auskennen, gestatten Sie mir ein paar direkte Fragen?
Was empfehlen Sie z.B. dem User "19:14 von denkmalnach16"? Was kann man überhaupt tun, wenn keine Anzeige erstattet wird. Und sind Kinder überhaupt bereit, etwas gegen die eigenen Eltern zu sagen? Was kann das Jugendamt tun, wenn die Gewalt nicht erst im Krankenhaus enden soll?

@ 18:59 von nomatch

Ja. Es könnte tatsächlich sein, dass Sie das Problem fatal unterschätzen - so sehr ich im Sinne Betroffener hoffen möchte, dass die Gewaltsituationen nicht dramatisch steigen...

@ 19:00 von Freiherr von Eggburg

Leider muss man öfter als uns lieb sein kann Kinder vor ihren Eltern schützen, weil sie sich selbst nicht schützen können.

 22:35 @Anna-Elisabeth @18:32 Silverfuxx

Weitere Fragen
Ich habe vor einigen Wochen auf ZDF
den Film "Stumme Schreie" gesehen,
Szenen nach dem Sachbuch
"Deutschland misshandelt seine Kinder" von Rechtsmediziner Michael Tsokos und Saskia Guddat.

In manchen Szenen wurde das Dilemma Jugendamt für mich plausibel dargestellt, wenn such nicht beruhigend oder befriedigend

Auch wenn "nur" Film, ich war ziemlich fertig.

Trifft dieser Film das Thema realistisch?

Allein

Leider sind Kinder von Alleinerziehenden immer wieder sehr gefährdet. Wenn unter Belastung und dem Druck, sich allein um die Kinder kümmern zu müssen die Sicherung durchbrennt, gibt es dort leider niemanden, der das Problem abfedert.

18:43 @werner1955

Sie meinen,
geprügelt, oder vornehmer gezüchtigt, wurde nur von Arbeiterfamilien in einer kleinen Wohnung?

Gezüchtigt wurde bis weit in die 70er - sogar völlig legal -
in den Schulen der alten Bundesländer.

Gezüchtigt wurde und wird gern um Namen Gottes - in großer wie in kleiner Wohnung, von arm wie von reich, früher wie heute.

Es gibt ein interessantes Gemälde von Max Ernst
"Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen: ..."

"Was sind das für Eltern die

"Was sind das für Eltern die bei dieser jetzigen lage Gewalt gegen Kinder ausüben?"

Das sind z.B. Eltern, die zwischen Arbeitgeber und Schule/Kita zerrieben werden.
Lassen Sie mich raten, Sie haben noch nie über mehrere Wochen zwei kleine Kinder parallel zum Homeoffice betreut. Richtig?

"wie habne eltern in eien 30qm Wohnung mit einem kleinen Arbeiter eikommen bloß früher gschaft ..."

Jedenfalls haben sie es offenbar nicht immer geschafft, ihren Kindern Rechtschreibung korrekt beizubringen.
Scherz beiseite, sie haben es halt *nicht* immer geschafft. Auch früher gab es viele gestörte und misshandelte Kinder, die zu gestörten und misshandelnden Erwachsenen wurden.

Aber es hat keine Sau interessiert! Es gab damals noch kein Facebook zum Aufregen und Jugendämter sind bei ein paar Beulen und Schlägen nicht aktiv geworden, Disziplin tut dem Gör doch gut!!!
Zudem war die Frau IMMER zu Hause und kümmerte sich. Und der Mann selten. So klare Rollenverteilung gibt es auch nicht mehr.

@werner1955

"Was sind das für Eltern die bei dieser jetzigen lage Gewalt gegen Kinder ausüben?" Am 06. Mai 2020 um 18:43 von werner1955

*

Ganz normale Menschen.

Mein Zoologieprofessor sagte mal:
"Wenn Sie mal Kinder kriegen, dann müssen Sie als erstes lernen, wie man Holz hacken geht."

Jeder kommt an seine Grenzen und der Mensch ist nun mal von Natur aus darauf geeicht in Gruppen, und nicht in Kleinfamilien zu leben.

Nicht jeder ist dafür geschaffen Superelternteil zu sein.
Ist auch nicht schlimm, Menschen teilen sich die Aufgaben. Es gibt Lehrer und Erzieher und andere Berufe auch.

*

Ein weiteres Drama ist, dass überall einem eingetrichtert wird, dass Eltern glücklich zu sein haben und dass Kinderkriegen das reinste Glück bedeutet.
Schon jede Schwangere hat glücklich zu sein und strahlend auszusehen.
Manche Teenager kriegen deshalb Kinder, weil sie sich erhoffen, so das Glück zu finden, das sie nicht bei ihren eigenen Eltern bekommen haben.

Dabei ist Familie harte Arbeit.

@ frank77

In Zeiten meiner Urgroßmutter heiß es noch:
"Wer liebt, der schlägt."

Damit schließe ich mich Ihrem Kommentar an.

Bei Menschen, die immer die "guten alten Zeiten" sehen kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln.
Ich habe Anthropologie als Hauptfach studiert und unser Professor hat uns einiges über das Familienleben in den "guten alten Zeiten" erzählt. Das ging hin bis zum gesellschaftlich akzeptierten Mord an Kindern, Alten und Pflegebedürftigen unter bestimmten Umständen (Mord war verboten also hat man diese Menschen "falsch gepflegt" bis sie starben).

"War halt so und hat keinen interessiert".

22:35 von Anna-Elisabeth

1000 Zeichen :)

Zum Beitrag von 19:14 Uhr: Kurz gesagt: Das reicht. Die Polizei rufen, auch bei nur Verdacht, ist okay. Aber alles weitere liegt dann bei anderen. Erhält die Polizei Kenntnis über häusliche Gewalt, muss sie ein Ermittlungsverfahren einleiten. Sie kann dann den Täter/die Täterin der Wohnung verweisen, auch für länger. Wird, wenn Kinder auch nur mittelbar beteiligt sind, sogar relativ oft gemacht.
Schutzanordnungen müssen bei Gericht beantragt werden.
Zu `keine Anzeige erstatten´ interessant: https://tinyurl.com/yy3t4l8f

Zur zweiten Frage: Ganz direkt meiner Erfahrung nach selten. Die Loyalitätskonflikte und die Versuche von Kindern, irgendwie vermittelnd oder deseskalierend zu wirken, sind wirklich ein `existenzielles´ Problem.
Dazu kommt dann natürlich auch noch `Druck´ auf verschiedene Arten.
Kurz und doch interessant:
https://tinyurl.com/ycp39yyd

Oder länger :)
https://tinyurl.com/y75fpre3

Sorry, ist so allenfalls Halb-Thema...

Eben gelesen

Eigentlich wollte ich nur wissen, wievile Kinderheime es bei uns gibt und dann lese ich das:

***Heimkinder in Deutschland
SOS im Kinderdorf
Die Zahl der Heimkinder wächst seit Jahren stark an. Plätze und Personal sind knapp - darunter leidet die Qualität der Betreuung. Experten warnen vor einem wachsenden Risiko für Übergriffe.*** (SPIEGEL Panorama 16.05.2018)

Und jetzt ein weiterer Anstieg? Wo soll das hinführen, wenn auch die Heime zum Problem werden? Jetzt fange ich doch an, den Ruf nach dem Staat zu verstehen.

Darstellung: