Ihre Meinung zu: Kulturszene in der Krise: Corona-Millionen für die Clubs

27. Juni 2020 - 16:29 Uhr

Die Kulturszene leidet besonders unter der Corona-Krise. Nun stellt Kulturstaatsministerin Grütters Fördergelder in Aussicht, um ein "Clubsterben" zu verhindern.

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Kommentare

Wieviel Kultur..

..können wir uns leisten?

Damit meine ich nicht Opernhäuser und Theater sondern sogenannte Clubs.

Wer soll noch alles unterstützt werden und auf wessen Kosten?

müssen wir Kleinstadtbewohner Sachen mitfinanzieren,die wir nicht benötigen und die uns nichts angehen?

Wenn Hilfe, dann nur Landesmittel, damit wir nicht irgendwelchen Wildwuchs künstlich am Leben erhalten..

@16:39 von 91541matthias

Angeregt durch Ihren Kommentar frage ich mal umgekehrt: Wieviel Nicht-Kultur können wir uns leisten?
Damit meine ich nicht nur fehlende Theater, Bühnen und Clubs.
Eine Gesellschaft, die nicht in Kultur investiert, verliert auch die Kultur eines guten Miteinanders schneller als manchen lieb ist.
Oder um es mit Gottfried Johann Seumes Worten zu sagen:
„Wo man singet, laß dich ruhig nieder,
Ohne Furcht, was man im Lande glaubt;
Wo man singet, wird kein Mensch beraubt;
Bösewichter haben keine Lieder."
In diesem Sinne: Investieren wir in die mannigfaltige Kulturszene!

wer jezt kein Geld geschenkt kriegt

weil er nicht laut genug "Hier!" gerufen hat, der ist wohl selbst schuld.
Ich bin der letzte, der selbständigen Künstlern keine Hilfe gönnt. Und von mir aus kann auch eine beliebige Menge verteilt werden, auch und grade von meinen Steuergeldern. Aber das Prinzip ist irgendwie irrsinnig. Kommt nur in den Genuss gesellschaftlicher Solidarität, wer einen Dach- (sprich Lobby-) Verband hat, der die "Systemrelevanz" der eigenen Klientel beschwört? War bei der jetzigen Aktion auch der Bundesverband der Türsteher beteiligt (ich wette, dass es einen solchen gibt)? Warum blieb die Forderung des Dachverbands der Frosthörner nach Hilfen für diese bedrohte Spezies bisher ungehört?
Und wer entscheidet eigentlich, wer Geld bekommt und wer Applaus vom Balkon?

Man lernt nie aus!

Daß man über Kunst nicht streiten kann, sondern sie meistens nur "verstehen" soll, wofür ich scheinbar zu alt und zu dumm bin, war schon klar. Und daß auch oft von vielen nur so getan wird, als ob, war mir auch klar. Aber daß Discotheken oder Klubs zur Kultur oder zumindest zur sogenannten Kulturszene gehören, war mir neu. Dabei macht deren Unterstützung sogar irgendwie Sinn. Warum werden wohl Fussballvereine unterstützt? Man will die beschäftigungslosen Unterhaltungssüchtigen nicht im Regen stehen lassen, denn es sind potentielle Wähler! Und werden sie nicht schon genug mit überflüssigen polizeilichen Drogenkontrollen oder Rassismus drangsaliert? Auf ein paar Millionen € mehr oder weniger sollte es also nicht ankommen.

@16:54 von frosthorn

"Warum blieb die Forderung des Dachverbands der Frosthörner nach Hilfen für diese bedrohte Spezies bisher ungehört?"

Könnte ich die Hilfe von der Steuer absetzen? Wenn ja, dann richten Sie ein Sonderkonto für diese bedrohte Spezies ein.

"Und wer entscheidet eigentlich, wer Geld bekommt und wer Applaus vom Balkon?"

Das würde mich auch interessieren. Die Antwort könnte meine nächtse Wahlentscheidung erheblich beeinflussen.

Clubs sind wichtig

Für eine funktionierende Nachbarschaft braucht es Clubs. Dort können sich die Leute ihr Gehirn mit Bass rauspumpen. Fehlen diese Stressbewältigungsmöglichkeiten, fängt die Ruhestörung in der Nachbarschaft erst so richtig an. Wenn man den vor allem jungen Leuten die Möglichkeit gibt ihre teils illegalen aber stets anderen störenden Vorlieben auszuleben, dann hält das die Kit der ganzen Gesellschaft zusammen. Clubs bilden da nur einen Teil, aber einen wichtigen.

Natürlich ist der Aufwand von Club zu Theater ein anderer. Clubs sind meist nur einfache Hallen, wo das teuerste schon die Belüftungsanlage und die Stromrechnung ist.

Das Clubsterben aber könnte man auch nutzen um Clubs zukünftig nicht mehr in Wohngebieten anzusiedeln und Plätze um sie herum zum Abreagieren des "Club-Stress" zu ermöglichen. Laute Musik und schreiende Idioten in der Nacht sind zu keiner Zeit toll. Wenn man nun noch Clubbesitzer verpflichten und entschädigen würden ihren Türstehern auch das Gelände zu bewachen...

@16:55 von karlheinzfaltermeier

"Warum werden wohl Fussballvereine unterstützt? Man will die beschäftigungslosen Unterhaltungssüchtigen nicht im Regen stehen lassen, denn es sind potentielle Wähler!"

Da frage ich mich, warum man mich an der Bushaltestelle im Regen stehen lässt. Ich bin auch potentielle Wählerin.

Die hier wieder ahnungslos nölen...

... sollten sich mal klar machen, wie groß deren Anteil an dem BIP ist:
Die Kultur- und Kreativwirtschaft wird insbesondere von Freiberuflern sowie von Klein- und Kleinstbetrieben geprägt, Anteil am BIP in 2018 über 100 Milliarden Euro(Ohne Disco etc)!
Wenn da nun LÄCHERLICHE 150 Millionen zum Erhalt der sehr stark- zum Wohle derer die hier gerade unverschämte Beschwerde führen - von den Maßnahmen gegen Corona betroffenen Menschen bereitgestellt werden, ist das sehr deutlich zu wenig. Zu wenig aus wirtschaftlicher Sicht und noch deutlich wichtiger aus kultureller Sicht. Wer mit Kultur nichts anfangen kann, gut, schade, aber erklärt sicher so manche geistige Grundhaltung. Aber wer schon aus Prinzip dagegen sein will, weil er ja selbst nicht betroffen ist, der sollte zumindest wissen wovon er redet. Einen jährlich 100 Millarden ausmachenden Wirtschaftsbereich so gering zu unterstützen ist für die deutsche Wirtschaft unverantwortlich! Erst denken, dann nölen!

@beschäftigungslosen Unterhaltungssüchtigen?

Das dürfte dann für jeden Menschen zutreffen. Theatergänger, Kleingärtner, Straßenkünstler, Vereinsschützen, Freiwillige Feuerwehr...sie alle wären ohne ihre "Unterhaltungssucht" beschäftigungslos... :D

Macht nun mal eine Freizeitbeschäftigung aus, dass man ohne sie beschäftigungslos wäre...oder zielen sie eher auf Arbeitslose ab? Wäre unfair, denn die können sich meistens die Vereinsbeiträge und Stadientickets garnicht leisten!

jetzt ist Geld für alles da ....

mal unabhängig davon ob ich es für sinnvoll halte oder nicht
aber sollte man sich nicht mal gelegentlich Gedanken darüber machen, dass es auf Pump bezahlt wird
und irgendwann dies doch zurückgezahlt werden sollte

@frosthorn, 16:54

„Aber das Prinzip ist irgendwie irrsinnig. Kommt nur in den Genuss gesellschaftlicher Solidarität, wer einen Dach- (sprich Lobby-) Verband hat, der die "Systemrelevanz" der eigenen Klientel beschwört?“

Sieht irgendwie schon danach aus.

„Warum blieb die Forderung des Dachverbands der Frosthörner nach Hilfen für diese bedrohte Spezies bisher ungehört?“

Die haben ihre „Systemrelevanz“ offenbar nicht unüberhörbar genug „beschworen“ (wo und bei wem auch immer...)

„Und wer entscheidet eigentlich, wer Geld bekommt und wer Applaus vom Balkon?“

Sie, ich und die Frosthörner anscheinend nicht ... :))

16:54, frosthorn

>> Kommt nur in den Genuss gesellschaftlicher Solidarität, wer einen Dach- (sprich Lobby-) Verband hat, der die "Systemrelevanz" der eigenen Klientel beschwört?<<

Allein machen sie dich ein. Alte linke Weisheit.

>>War bei der jetzigen Aktion auch der Bundesverband der Türsteher beteiligt (ich wette, dass es einen solchen gibt)?<<

Türsteher sind Angestellte der Clubs. Deren Interessen werden von der NGG vertreten. Oder sollten es zumindest. Ich weiß nicht, wie hoch der gewerkschaftliche Organisationsgrad unter Türstehern ist.

>>Warum blieb die Forderung des Dachverbands der Frosthörner nach Hilfen für diese bedrohte Spezies bisher ungehört?<<

Vielleicht weil seine Öffentlichkeitsarbeit zu wünschen übrig lässt?

>>Und wer entscheidet eigentlich, wer Geld bekommt und wer Applaus vom Balkon<<

Wohl der Finanzminister. Zumindest in letzter Instanz.

16:52 von andererseits

Bösewichter haben keine Lieder."
.
na ich weiß nicht, ob man das so pauschal sagen kann
Horst Wessel Lied, Panzerlied, Heiliges Feuer ....
das fällt mir jetzt auf die Schnelle ohne googeln ein

Schade

Gerade von der kulturellen Szene hätte ich mehr Fantasie und Kreativität erwartet.
Warum haben sich nicht sämtliche coronageschädigten Künstler schon längst im Internet zusammengeschlossen?
Eine eigene Seite mit Links zu sämtlichen Kulturschaffenden, auf der die eigene Kunst dargestellt wird. Natürlich mit Angabe eines Spendenkontos.
Auch hätten Radio - und TV - Sender Sendezeit anbieten können um Kunst zu übertragen und die Künstler hätten eine Gage bekommen können.
Stattdessen wird der Millionärssport mit Hunderten von Millionen € gefördert.
Das Geld hätte besser in echte Künstler investiert werden können, die normalerweise nicht schon mit 20 Jahren so viel Geld bekommen haben, dass sie auch später niemals mehr arbeiten müssen.
Aber so weit reicht die Kunst dann wohl doch nicht.
Obwohl die Möglichkeiten unendlich sind.

16:55, karlheinzfaltermeier

>>Daß man über Kunst nicht streiten kann, sondern sie meistens nur "verstehen" soll, wofür ich scheinbar zu alt und zu dumm bin, war schon klar. Und daß auch oft von vielen nur so getan wird, als ob, war mir auch klar. Aber daß Discotheken oder Klubs zur Kultur oder zumindest zur sogenannten Kulturszene gehören, war mir neu.<<

"Ein Teil der Mittel stehe für Clubs zur Verfügung, die Live-Aufführungen bieten."

Steht im Artikel.

Liveclubs und Diskotheken lassen sich im Einzelfall oft nicht eindeutig trennen.

Ich habe früher oft in Diskos gespielt.

Das hat sich ein wenig geändert, da DJs inzwischen durchaus kreativ tätig sind. Spätestens seit "House". Ich kenne einen der führenden DJs dieser Szene, Eric D. Clark. Eric ist ein sehr kenntnisreicher, ernsthafter Musiker, auch wenn sein Instrument der Laptop ist. Mein "Lebensmensch", der nach unserer Räumung bei Eric untergekommen ist, spielt Bluegrass und Oldtime. Eric liebt diese Musik und setzt ihn sogar bei Produktionen ein.

Neue Ideen noetig

Dass die derzeitige Lage auch gerade kleinere Buehnen und Musikclubs in Existenznot bringt ist schade, aber so hart es ist muss da auch einfach mit Einfallsreichtum nach neuen Ideen gesucht werden womit solche Buehnen voruebergehend anders Geld verdienen koennen. Lagerraum? Musikschule? Drive-in Konzert auf dem Parkplatz?

Mit Sicherheit wird der

Mit Sicherheit wird der Begriff der hier zur Diskussion stehenden "Kulturszene" spätestens dann genauer definiert, wenn es an das Verteilen der Gelder geht.
Wer um Mitternacht mit seinen Katzen an der Leine durchs Amüsierviertel wandelt und singt und keine Helfer zu bezahlen hat, dürfte da rausfallen. Zumindest, wenn er mit seiner Passion üblicherweise keine nennenswerten Einnahmen erzielt. Ist aber dennoch Kultur und bewundernswert.

@Anna-Elisabeth um 17:14Uhr

Weil Sie kein Stadion oder Discothek füllen! Und auf einzelne Wählerstimmen konnte schon immer verzichtet werden, es sei denn, Sie schaffen es Aufmerksamkeit zu erregen und die Medien auf Ihre Seite zu ziehen.

17:21, Sisyphos3

>>jetzt ist Geld für alles da ....
mal unabhängig davon ob ich es für sinnvoll halte oder nicht
aber sollte man sich nicht mal gelegentlich Gedanken darüber machen, dass es auf Pump bezahlt wird
und irgendwann dies doch zurückgezahlt werden sollte<<

Es ist sehr unwahrscheinlich, daß dieses Geld zurückgezahlt wird. Es wird über die Jahre durch das Wirtschaftswachstum relativiert werden, denn die relevante Bemessungsgröße für Staatsverschuldung ist ihr Verhältnis zum BIP. Einer der Gründe, warum der Kapitalismus auf Wirtschaftswachstum angewiesen ist. Müssten die Staatsschulden zurückgezahlt werden, dann wäre das Gemeinwesen pleite und die Vermögenden wüssten nicht wohin mit ihrer Kohle. Einen kleinen Vorgeschmack gab uns ja die Finanzkrise, die viele Staaten arm machte und gleichzeitig die Immobilienpreise und dadurch die Mieten in die Höhe trieb. Irgendwo muss das Geld ja hin und dann auch noch Rendite bringen.

Die Clubs waren schon immer eine Erscheinung für sich

Und sind tausende Jahre alt. Schon die alten Ägypter hatten vergleichbare Einrichtungen, das weiß man von Ausgrabungen sehr genau.
Also sind die Clubs ein sehr alter und fester Bestandteil der Menscheit insgesamt und ein Fehlen dieser führt zwangsweise zu heftigen Verwerfungen und Krisen in der gesamten Struktur einer Gesellschaft. Streß und Aggressionen können nicht mehr "weg-gedanced" werden, die Gewaltbereitschaft steigt immens. Das will kein Politiker bisher mit der Nacht in Stuttgart in Verbindung bringen - aber das hatte meiner Ansicht nach zumindest einen Teil als Ursache.
Wenn es eine wirksame Möglichkeit gäbe, die unter 40-jährigen Clubbesucher von den Älteren fernzuhalten, würde ich auch in Corona-Zeiten überhaupt kein Problem sehen, die Clubs alle wieder zu öffnen. So muss man sicher bald ernsthaft abwägen, ob der Schaden größer wird, wenn man die Clubs geschlossen lässt oder wieder öffnet.

@16:55 von karlheinzfaltermeier: Fussball ist systemrelevant!

Schon vor 2000 Jahren hieß es in Rom: Brot und SPIELE....

16:39 von 91541matthias

Wieviel Kultur....können wir uns leisten?
-
gute Frage
in meiner Jugend hat meine Heimatstadt für mehrere hundertausend DM
Skulpturen auf dem Schlossplatz aufgestellt
zugegeben ich fand die grässlich - bin aber auch ein Kulturbanause
warum ?
der Mensch lebt nicht vom Brot allein ...
so in der Art eben, man gibt sich ja ein entsprechendes Image wenn man als Mäzen für Künstler auftritt
ja und dann war vor einigen Jahren so ne Statistik,
dass jede Theater und Ballettkarte mit 230 Euro subventioniert wird
eigentlich klar
Intellektuelle und Künstler genießen Sonderstatus

17:14, Forfuture

>>Die Kultur- und Kreativwirtschaft wird insbesondere von Freiberuflern sowie von Klein- und Kleinstbetrieben geprägt, Anteil am BIP in 2018 über 100 Milliarden Euro(Ohne Disco etc)!<<

Danke daß Sie darauf hinweisen.

>>Wer mit Kultur nichts anfangen kann, gut, schade, aber erklärt sicher so manche geistige Grundhaltung.<<

Ja, es erklärt so einiges. Aber diese Banausen sind gewiss sehr überrascht, daß unsereins derart viel zum BIP beiträgt.

>>Erst denken, dann nölen!<<

Wer denkt, nölt im allgemeinen nicht. Nölen ist ein Zeichen von gedankenlosem Ressentiment.

16:39 von 91541matthias

"""
Wieviel Kultur..
..können wir uns leisten?
"""

Sehen wir es doch mal rein wirtschaftlich. Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist nach der Automobilbranche der zweitgrößte Wirtschaftszweig in diesem Land.

17:13, Jayray

>>Für eine funktionierende Nachbarschaft braucht es Clubs. Dort können sich die Leute ihr Gehirn mit Bass rauspumpen. Fehlen diese Stressbewältigungsmöglichkeiten, fängt die Ruhestörung in der Nachbarschaft erst so richtig an. <<

Zu dem, was hier "Clubs" genannt wird, gehören auch Jazzclubs, Folkclubs, Kleinkunstbühnen undsoweiter. Mein Arbeitsplatz.

Uffz uffz uffz natürlich auch. Aber nur unter anderem.

17:25 von fathaland slim

>>Und wer entscheidet eigentlich, wer Geld bekommt und wer Applaus vom Balkon<<
Wohl der Finanzminister. Zumindest in letzter Instanz.
.
ich denke unsere Regierung beschäftigt viele Analytiker
die wissen recht genau wo das eingesetzte Geld den größten Nutzen beim Wahlverhalten bringt
und wenn man mehr Wähler damit mobilisieren kann wenn man ein Fußballvereinsheim finanziert
statt eine Beratungsstelle für Alleinerziehende Mütter
ist das glaube ich auch geklärt

17:29, nie wieder spd

>>Gerade von der kulturellen Szene hätte ich mehr Fantasie und Kreativität erwartet.
Warum haben sich nicht sämtliche coronageschädigten Künstler schon längst im Internet zusammengeschlossen?
Eine eigene Seite mit Links zu sämtlichen Kulturschaffenden, auf der die eigene Kunst dargestellt wird. Natürlich mit Angabe eines Spendenkontos.<<

Wissen Sie, wie lang eine solche Liste würde?

Es gibt übrigens zahlreiche Musiker, die Internetkonzerte geben, mit Spendemöglichkeit.

>>Auch hätten Radio - und TV - Sender Sendezeit anbieten können um Kunst zu übertragen und die Künstler hätten eine Gage bekommen können.<<

Eine Gage? An ganz viele Künstler? Von unseren Zwangsbeiträgen? Was meinen Sie, wie groß dann das Geschrei wäre.

>>Stattdessen wird der Millionärssport mit Hunderten von Millionen € gefördert.<<

Verschwindend wenig im Vergleich zu den Werbegeldern. Millionärssport ist eben so was von Mainstream, mehr Mainstream geht kaum noch. Ein riesiger Markt mit massig Kunden.

€ 0,15 Milliarden ist ja nun

€ 0,15 Milliarden ist ja nun kein Betrag über den man lange nachdenken muss.

17:57, Sisyphos3

>>ich denke unsere Regierung beschäftigt viele Analytiker
die wissen recht genau wo das eingesetzte Geld den größten Nutzen beim Wahlverhalten bringt
und wenn man mehr Wähler damit mobilisieren kann wenn man ein Fußballvereinsheim finanziert
statt eine Beratungsstelle für Alleinerziehende Mütter
ist das glaube ich auch geklärt<<

Ich denke nicht, daß das Hauptaugenmerk eines verantwortlichen Politikers darauf liegt, wie er am besten Wählerstimmen generiert.

Ich weiß, Sie und viele andere hier im Forum sind da anderer Meinung.

Es sind aber nicht alle wie Trump.

Kulturdarwinismus

Die institutionell geförderten Einrichtungen sind diejenigen die viel zu oft künstlich am Leben erhalten werden. Das Forschungsfeld der KuWI dazu nennt sich "Nicht-Besucherforschung". Die institutionell geförderten Einrichtungen sind nicht ausgelastet, die Bevölkerung goutiert in der Masse keine Top Down Kultur, sie will die Künstler aus Ihrer eigenen Mitte. Die institutionell geförderte Kultur ist vollkommen von der Realität abgehoben, ohne Milliardenzuschüsse jährlich nicht lebensfähig, verkrustet, kann weg!

16:55 von karlheinzfaltermeier

«Daß man über Kunst nicht streiten kann, sondern sie meistens nur "verstehen" soll, wofür ich scheinbar zu alt und zu dumm bin, war schon klar.»

Wie alt Sie sind … weiß ich nicht.

Dieter Hallervorden wird bald 85 Jahre alt.
Der ist nicht "zu alt" für Kunst.
Meine ich nun nicht: "Ich hätt' gern 'ne Flasche Pommes Frites !".
Aber sein eigenes Theater / seine eigene Bühne ohne Subventionen.

Verständnis für Kunst / Kultur "hat man" … oder auch nicht.
Ist nichts … was im Alter abnimmt … wie geringer werdende Sehkraft.

«Aber daß Discotheken oder Klubs zur Kultur oder zumindest zur sogenannten Kulturszene gehören, war mir neu.»

Wo dachten Sie, dass Musiker (auch) auftreten, um ihre Musik zu spielen?
Nicht "The Rolling Stones" / "Helene Fischer".
"Die nehmen" … Hallen & Stadien.
Aber die "anderen Kleinen" … wo treten die wohl auf?
Wenn nicht (auch) in Clubs & Bars & Co. am Abend.
In Kantinen, Mensen & Co. am Mittag?

Für manche sind auch Strip-Shows in Dicsos "Kunst & Kultur" …

17:42 von fathaland slim

die Vermögenden wüssten nicht wohin mit ihrer Kohle.
.
das ist ein wichtiger Punkt
und man sieht ja Geld ist da
aber bedenken sie bitte
während die Staatsverschuldung in Griechenland oder Italien 176 (120) vom BIP beträgt
schränkt die Bedienung der Zinsen die Ausgaben (Investitionen) schon ziemlich ein
da haben es Länder wie Estland mit 8 % oder Luxemburg mit 20 % doch gut

und auch wenn sie überhaupt nicht meine Auffassung vertreten
was tun so Länder wenn der Zins mal wieder auf 7... 8 % steigt und dann höher ist als die Staatseinnahmen ?

um 17:29 von nie wieder spd

Wenn sie mal im Internet schauen, dann werden Sie unfassbar viele solcher Aktionen finden. Die Künstler und Kreativwirtschaft haben sich nicht aufs Sofa gelegt und auf die DRINGEND benötigte Hilfe gewartet. Zu bedauern ist, das kaum öffentlich-rechtliche und schon gar nicht private Sender Raum im Programm dafür gewährt haben. Kaufen kann man sich diese Slots nicht, bzw. man kann sie nicht finanzieren. Ich komme aus der "Szene" und kann Ihnen versichern, dass man sehr aktiv war, allerdings hatte man trotz zT hoher Klickrate, eher überschaubare Erträge. Leider sind offenbar große Teile derer, die sich für aktuelle Kultur außerhalb des "Elitenprogramms"(Klassik, Theater etc) interessieren aktuell finanziell auch nicht gerade auf Rosen gebettet, da reden wir halt locker von einem Drittel der Bevölkerung.

17:36, tirilei

>>Neue Ideen noetig
Dass die derzeitige Lage auch gerade kleinere Buehnen und Musikclubs in Existenznot bringt ist schade, aber so hart es ist muss da auch einfach mit Einfallsreichtum nach neuen Ideen gesucht werden womit solche Buehnen voruebergehend anders Geld verdienen koennen. Lagerraum? Musikschule? Drive-in Konzert auf dem Parkplatz?<<

Lagerraum auf Abruf?

Musikschule?

Wenn man eine Musikschule betreiben kann , dann kann man auch den Club wieder aufmachen. Unter Coronagesichtspunkten betrachtet.

Und Sie werden lachen, ich spiele demnächst in einem Autokino. Mit Abi Wallenstein und "Hobo" Daub. Das bringt sogar richtig Geld. Aber auch nur, weil da ein Sponsor hintersteht.

Selbstverständlich müssen

Selbstverständlich müssen Clubs erhalten werden. Mehr noch, als Opernhäuser. Da kann man einfach die Preise erhöhen. Die Kundschaft ist meist gesättigt und weiß nicht wohin mit den Millionen. Aber in Clubs lebt die Scene. Die muss meist mittellos, alles improvisieren. It's a long way, to the Top, sag schon acdc. Ohne Clubs kein Rock n Roll, kein Techno, kein Acid, kein House, Elektro,...das muss staatlich gefördert werden. Wie gross der Markt ist, sieht man an den weltbesten Festivals. Wo sind die? Natürlich in Deutschland.

Am 27. Juni 2020 um 18:03 von fathaland slim

Zitat: Ich denke nicht, daß das Hauptaugenmerk eines verantwortlichen Politikers darauf liegt, wie er am besten Wählerstimmen generiert.

Ich weiß, Sie und viele andere hier im Forum sind da anderer Meinung.

Ich bin ganz Ihrer Meinung und denke an den Sinnspruch meiner Oma: "Nur wer schlecht ist, denkt schlecht."

""" und auch wenn sie

"""
und auch wenn sie überhaupt nicht meine Auffassung vertreten
was tun so Länder wenn der Zins mal wieder auf 7... 8 % steigt und dann höher ist als die Staatseinnahmen ?
""""

Wird nicht passieren, denn das wäre das Ende vom Euro. Also ist es andersrum, erst wenn der Euro zu Ende ist, wird es wieder solche Zinsen geben. Bis dahin wird alles getan was notwendig ist um den Euro am Leben zu halten. Das kann man gut oder schlecht finden, ist aber die politische Realität. Ich für meinen Teil finde die langfristigen Ziele des Euro sehr gut, bin aber zu sehr Laie um die Maßnahmen im hier und jetzt angemessen bewerten zu können.

@17:14 von Anna-Elisabeth

Da frage ich mich, warum man mich an der Bushaltestelle im Regen stehen lässt. Ich bin auch potentielle Wählerin.

@Anna-Elisabeth,

danke, dass Sie Probleme/“Baustellen“ immer wieder so anschaulich und lebensnah auf den Punkt bringen. :-)

18:05, Sisyphos3 17:42 von fathaland slim

>und auch wenn sie überhaupt nicht meine Auffassung vertreten
was tun so Länder wenn der Zins mal wieder auf 7... 8 % steigt und dann höher ist als die Staatseinnahmen ?<<

Sollte der Leitzins der Zentralbanken auf solche Höhen steigen, dann wäre dies mit einer exorbitanten Inflation verbunden. Und dann lassen sich auch solche Zinsen mühelos bedienen.

Kulturszene in der Krise?

Leider werden viel Betriebe das nicht aus eigener Kraft schaffen.

Die Steuerzahler sollten aber nur für wichtige gute wirtschaftliche Betriebe zahlen müssen.

18:04, Schlüsselmann23

>>Die institutionell geförderten Einrichtungen sind diejenigen die viel zu oft künstlich am Leben erhalten werden. Das Forschungsfeld der KuWI dazu nennt sich "Nicht-Besucherforschung". Die institutionell geförderten Einrichtungen sind nicht ausgelastet, die Bevölkerung goutiert in der Masse keine Top Down Kultur, sie will die Künstler aus Ihrer eigenen Mitte. Die institutionell geförderte Kultur ist vollkommen von der Realität abgehoben, ohne Milliardenzuschüsse jährlich nicht lebensfähig, verkrustet, kann weg!<<

Beethoven, Bach, Mozart und wie sie alle hießen wären ohne Kirche, Ade, Staat etc. nicht lebensfähig gewesen und hätten ihre Kunst nicht ausüben können.

Ihren marktradikalen Ansatz teile ich nicht und halte ihn für falsch.

Was bitte sind "Künstler aus der eigenen Mitte"? Ich bin aus niemandes Mitte.

17:54 von fathaland slim

«Zu dem, was hier "Clubs" genannt wird, gehören auch Jazzclubs, Folkclubs, Kleinkunstbühnen undsoweiter. Mein Arbeitsplatz.

Uffz uffz uffz natürlich auch. Aber nur unter anderem.»

Gibt es "nicht wenigstens" nun zur Summer-Season die Möglichkeit "für Musiker wie Sie" in "Clubs" mit Terrassen / Außengastronomie zu Anlässen wie "Frühschoppen" u.ä. zumindest in geringerem Umfang "hin & wieder" auftreten zu können?

Wie hält man sich als Musiker "finger-fit", wenn Auftritte seit Monaten + für vermutlich (viele) weitere Monate kaum … bis gar nicht mehr … möglich sind?

Und wenn Summer-Season dann wieder vorbei ist.
Sind es wieder nur geschlossene Räume, in denen Musiker / andere Darbietende ihre Darbietungen darbieten können.

Uffz uffz uffz …!

@16:52 von andererseits @16:39 von 91541matthias

"Eine Gesellschaft, die nicht in Kultur investiert, verliert auch die Kultur eines guten Miteinanders schneller als manchen lieb ist."

Schon beim Gedanken an eine Welt ohne Kultur versinke ich in Depressionen.
Ich frage mich gerade, wieviel Zeit ich schon damit 'verplempert' habe, indem ich Straßenmusikanten zugehört habe. Oft waren es Musikstudenten. Einmal auch eine verdammt gute Opernsängerin aus Russland mit der Habanera aus Carmen. Dann wieder eine Laien-Truppe mit Schlagern aus den 60igern. Einfach toll.

rer Truman Welt

Grundsätzlich eine Überlegung für eine gerechte Behandlung aller Branchen. Mittel-, langfristig betrachtet stellt sich aber die Frage, welche Betrieb hat überhaupt eine Überlebenschance. Sind Veranstaltungen mit Tausenden Menschen kurz-, mittelfristig vorstell- bzw verantwortbar? Das ist wohl schwer vorhersagbar, aber ehrlich gesagt, kann ich mir das nicht vorstellen. Konzerte mit 20, 30 Tausend Zuschauern und mehr kann ich mir ebensowenig vorstellen wie Fussballspiele mit 50 Tausend Zuschauern und mehr. Das ist wohl der Wunsch, aber wohl ebenso Illusion Ich sehe das jedenfalls für nächstes Jahr nicht. Wer überlebt den anders bis 2022 oder noch später? Das sollte mit berücksichtigt werden. Jahre langes finanzielles "Durchschleppen" könnte ein Topf ohne Boden sein. Deshalb sollte eine perspektivische Betrachtung hinsichtlich einer Überlebens-Wahrscheinlichkeit mit berüchtigt werden, bei einer Entscheidung, einer längeren oder umfangreicheren finanziellen Unterstützung.

18:03 von fathaland slim

<<<17:57, Sisyphos3
>>ich denke unsere Regierung beschäftigt viele Analytiker die wissen recht genau wo das eingesetzte Geld den größten Nutzen beim Wahlverhalten bringt und wenn man mehr Wähler damit mobilisieren kann wenn man ein Fußballvereinsheim finanziert
statt eine Beratungsstelle für Alleinerziehende Mütter ist das glaube ich auch geklärt<<

Ich denke nicht, daß das Hauptaugenmerk eines verantwortlichen Politikers darauf liegt, wie er am besten Wählerstimmen generiert.

Ich weiß, Sie und viele andere hier im Forum sind da anderer Meinung.

Es sind aber nicht alle wie Trump.<<<

Vollkommen richtig.
Wer das nicht von sich selber kennt - wie bedeutsam es z.B. für die Entwicklung des Individuums ist, ein Instrument zu beherrschen:

der hält es für unmöglich, dass man das fördern will einfach aus Liebe zu den Menschen, selbst wenn es kaum Wählerstimmen bringt.

18:12 von fathaland slim

«Und Sie werden lachen, ich spiele demnächst in einem Autokino. Mit Abi Wallenstein und "Hobo" Daub. Das bringt sogar richtig Geld. Aber auch nur, weil da ein Sponsor hintersteht.»

"Renaissance of Autokino".

Helge Schneider tat ja in seiner stets mysteriösen Art kund, unmittelbar gäbe er das Musizieren komplett für in alle Ewigkeit dran. Träte jemals jemand an ihn heran mit der Frage, ob er denn in einem Autokino auftreten wolle …

Richtig

dass auch an die leidende Kulturszene gedacht wird. Ich hoffe nur, dass nicht die kleinen Clubs, die oft von ehrenamtlichen Kulturinitiativen am Leben gehalten werden, vergessen werden. Die bieten nämlich vielen aufstrebenden Künstlern und Bands eine Bühne und ein Sprungbrett. Hier geht's nicht nur um die großen Schlachtrösser, die in den Reiseführern stehen. Der fathaland slim wird Einige davon in meiner Gegend kennen, z.B. die Halle in Reichenbach oder den "Uhlenspiegel"

Ob der Begriff "Kultur"

bei "Clubs" angebracht ist, darüber könnte man durchaus streiten.

@16:39 von 91541matthias

Was heißt "künstlich am Leben erhalten"? Diese Menschen konnten ihren Lebensunterhalt vor der derzeitigen Krise bestreiten und konnten nicht damit rechnen, dass wir in die derzeitige Situation geraten. Bei vorherigen Pandemien ("Asiatische Grippe" 1957; "Hongkong Grippe" 1968) wurde nicht derart in unseren (Berufs-)Alltag eingegriffen. Damit will ich nicht sagen, dass es nicht richtig ist, das jetzt zu tun.

Für mich sind Kunst, Kultur, Clubs, Festivals etc. auch systemrelevant.

Davon abgesehen, was wäre Ihr Vorschlag? Umschulen? Würde auch (Staats-)Geld kosten.

Und irgendwann wird die Infektionsgefahr und werden diese Maßnahmen vorbei sein - und das Bedürfnis nach Musik hören, Tanzen und auch Feiern wird nach wie vor oder gerade deswegen bestehen.

@ um 18:00 von fathaland slim

Die Werbegelder würden nicht fließen, wenn sich für diesen Unsinn kein Sender finden würde.
Da ist es umso unverständlicher, dass die Sender zahlen müssen, anstatt Geld für die Sendezeit von den Fußballorganisationen zu verlangen.
Aber die Untiefen dieses Geschäftsmodells werden wohl auch von Recherchenetzwerken nicht aufgedeckt werden.

@18:11 von Forfuture um 17:29 von nie wieder spd

//...die sich für aktuelle Kultur außerhalb des "Elitenprogramms"(Klassik, Theater etc) interessieren...//

Da bin ich ja jetzt fast beleidigt. Klassische Musik ist für mich Lebenselexier. Mit Elite habe ich aber gar nichts zu schaffen.
Die Liebe zu dem Einen bedeutet ja auch nicht Ablehnung des Anderen. Zugegeben, Udo Lindenberg konnte ich noch nie ertragen - 'riechen' musste ich ihn trotzdem mal. Brauche ich nicht.

@nie wieder spd (17:29):

>>Gerade von der kulturellen Szene hätte ich mehr Fantasie und Kreativität erwartet.
Warum haben sich nicht sämtliche coronageschädigten Künstler schon längst im Internet zusammengeschlossen?<<

Sie meinen so, wie das Online Musik Festival, das vor einem Monat stattgefunden hat? 13 Bands die neben ihren Musikbeiträgen auch noch kleine Workshops gezeigt haben. Ticketpreis war frei wählbar zwischen 1€ und 50€, je nachdem, was der eigene Geldbeutel hergab und man den Künstlern zu Gute kommen lassen wollte. Die Einnahmen wurden dann unter den beteiligten Musikern aufgeteilt.

Um mal nur ein Beispiel zu nennen.

@17:57 von Sisyphos3 17:25 von fathaland slim

//>>Und wer entscheidet eigentlich, wer Geld bekommt und wer Applaus vom Balkon<<
Wohl der Finanzminister. Zumindest in letzter Instanz.
.
ich denke unsere Regierung beschäftigt viele Analytiker
die wissen recht genau wo das eingesetzte Geld den größten Nutzen beim Wahlverhalten bringt
und wenn man mehr Wähler damit mobilisieren kann wenn man ein Fußballvereinsheim finanziert
statt eine Beratungsstelle für Alleinerziehende Mütter
ist das glaube ich auch geklärt//

Sie wissen sehr genau, was fathaland slim gemeint hat und er hat recht.
Es arbeiten übrigens ca. 1000 ausgebildete deutsche Pflegekräfte in Luxemburg für ein Jahresgehalt von über 90.000 Dollar und bei uns fehlt es an Nachwuchs. Klatschen auf dem Balkon in Deutschland.
So, das wäre jetzt auch geklärt. Oder doch nicht?

18:18, werner1955

>>Kulturszene in der Krise?
Leider werden viel Betriebe das nicht aus eigener Kraft schaffen.

Die Steuerzahler sollten aber nur für wichtige gute wirtschaftliche Betriebe zahlen müssen.<<

Wer soll das Ihrer Ansicht nach entscheiden?

Und welche Kriterien sollte man da anlegen?

Ausschließlich wirtschaftliche?

um 17:36 von tirilei

Neue Ideen wurden sofort angegangen, finden Sie sehr reichlich im INternet. Die Kreativwirtschaft hat umgehend sehr viele tolle Projekte aus dem Nichts geschaffen, können aber nicht annähernd den Ausfall kompensieren.
Ihre Ideen sind eher, nun ja sagen wir, wenig hilfreich. Wenn ich entsprechend Coronavorschriften eine Musikschule betreiben könnte, dann auch einen Liveclub.
Lagerraum, ist Ihnen klar von welch gewaltigen Räumlichkeiten wir da sprechen? Selbst wenn die Wirtschaft überkochen würde, gäbe es nicht annähernd so viel zu lagern. Auftritt auf Parkplätzen etc. sind bei bestehenden Hygienevorschriften nicht zu finanzieren und Sponsoren sind sehr rar gesäht, wenn man nur eine so kleine Veranstaltung machen kann. Um einen so bedeutenden Wirtschaftszweig zu retten, muss einfach staatliche Hilfe selbstverständlich sein. Wie gesagt Anteil am BIP über 100 Mrd. jetzt wissen Sie, wer große Teile der Hilfen für Lufthansa etc erwirtschaftet. 150 Mio Hilfe sind betriebswirtschaftlich nichts

18:24, schabernack

>>Gibt es "nicht wenigstens" nun zur Summer-Season die Möglichkeit "für Musiker wie Sie" in "Clubs" mit Terrassen / Außengastronomie zu Anlässen wie "Frühschoppen" u.ä. zumindest in geringerem Umfang "hin & wieder" auftreten zu können?<<

Es geht langsam wieder los. Es kommen Jobs rein. Wenige noch, bisher, aber ein Silberstreif am Horizont...

>>Wie hält man sich als Musiker "finger-fit", wenn Auftritte seit Monaten + für vermutlich (viele) weitere Monate kaum …bis gar nicht mehr … möglich sind?<<

Ich habe viel Zeit zum Üben. Notgedrungenermaßen. Außerdem spiele ich Internetkonzerte mit Kollegen, aus geschlossenen Kneipen, tauche öfters mal in meinem "Wohnzimmer", dem Yorckschlösschen in Berlin, auf, wo wir dann spontan jammen, oder treffe mich mit Kollegen auf "House Parties".

Open air

Open Air mit weniger Publikum müsste schon jetzt starten oder besser - noch jetzt im Sommer, falls das noch geht.
Schwimmbad geht ja auch - Lokale und Biergärten, Restaurants, draußen mit Abstand und unter Freiluft ist Normalität möglich.

Generell muss man Kultur, Kunst, Tanz, Musik, Gesang, Clubs unbedingt am Leben erhalten und unterstützen.

Hier wünscht man sich passenderweise viel Kreativität.

ZB.Online. Open Air. Kopfhörer. Waldbühne. Autokino. Oper und Theater mit Abstand müsste gehen ( Publikum gibt ja keine Aerosole ab)

In Frankreich und Italien werden in erster Reihe die schönen Künste wie Mode & Design vom Staat unterstützt, in D ist erst Technik und Auto das Wichtigste.

17:50 von Sisyphos3

«ja und dann war vor einigen Jahren so ne Statistik,
dass jede Theater und Ballettkarte mit 230 Euro subventioniert wird
eigentlich klar
Intellektuelle und Künstler genießen Sonderstatus»

1. gibt es viele kleinere Theater & Bühnen, die gar nicht subventioniert werden. Nicht nur das des bekannten Dieter Hallervorden nicht. Aber (x) viele weitere. Das Millowitsch-Theater in Köln erhielt als Familienbetrieb auch niemals Subventionen. Geschlossen wurde es nur, weil in der Familie kein Nachfolger ist, der das Theater nach Rückzug von Peter Millowitsch weiter führen kann. Seine Schwester Mariele ist Schauspielerin … aber nicht auf der Bühne eines "Volkstheaters".

2. beschreiben Sie Subvention von "Großem Theater." Ginge es nach meinem Hörempfinden. Hätte man die Wagner-Bude in Bayreuth schon vor Jahrzehnten dicht machen können. Was anderes als "Vertonter Kopfschmerz" wurde dort nie aufgeführt …

3. sind "Künstler & Intellektuelle" ohne "Sonderstatus".
Nur ‰ werden subventioniert …!

18:39, nie wieder spd

>>@ um 18:00 von fathaland slim
Die Werbegelder würden nicht fließen, wenn sich für diesen Unsinn kein Sender finden würde.
Da ist es umso unverständlicher, dass die Sender zahlen müssen, anstatt Geld für die Sendezeit von den Fußballorganisationen zu verlangen.
Aber die Untiefen dieses Geschäftsmodells werden wohl auch von Recherchenetzwerken nicht aufgedeckt werden.<<

Es ist alles gar nicht so finster.

Fußball ist ein ungeheurer populärer Sport. So populär, daß ich bei jeder WM oder EM ein ungeheuer einsamer Mensch bin. Diese ungeheure Marktmacht macht das Geschäftsmodell aus. -Zig Millionen Fans...

Wären alle Deutschen so wie ich, dann könnte man die Stadien getrost schließen und die Vereine auflösen, ich bin aber die ganz große Ausnahme. Ich weiß nicht mal, wie der momentane Bundestrainer heißt. Oder ist das immer noch der Typ mit der Moe Howard-Frisur?

Staatsknete(!) für Clubs!

Die private Party-, Sauf-, Feier-, und Eventszene ist also ebenfalls(!) angeblich systemrevalant und bekommt ebenfalls Staatsknete(!) zur Bewältigung der Corona Krise!

Gemeinsam saufen für den Weltfrieden, GEGEN den Hunger in der Welt usw muss halt sein!

@ 17:25 von Sisyphos3

Da haben Sie natürlich recht. Mir fallen auch noch so manche Schlachtgesänge und Marschlieder ein... Auch Kultur lässt sich missbrauchen, wie man daran erkennt.

18:37, derdickewisser

>>Ob der Begriff "Kultur"
bei "Clubs" angebracht ist, darüber könnte man durchaus streiten.<<

Es gibt so viele verschiedene Clubs, das ahnen Sie wohl gar nicht.

Mein gesamtes erwachsenes Leben habe ich von und in Clubs gelebt. Folkclubs, Jazzclubs, Kleinkunstbühnen, Discos, Kulturkneipen und alle möglichen Mischformen davon.

@17:54 von fathaland slim

Ein Freund von mir hat den größten Teil seines Lebensunterhaltes mit "Uffz ..." bestritten. Wobei, die sind genretechnisch sehr breit aufgestellt und es gibt gar nichts vom Band. Wenn es sich ergibt, wird auch mal improvisiert. War sicherlich nicht sein Traum, aber das, was sich ergeben hat und er wohl recht gut kann. Gelegentlich hat er sich an Projekten beteiligt, wenn die Zeit es zuließ. Zur Zeit läuft natürlich nichts, keine Privatfeiern, Stadt- und Betriebsfeste. Ein wenig Erspartes hat er, und Musikunterricht geht auch wieder. Hilfreich, wenn man die vorhandene Lärmschutzplexiglaswand als Spuckschutz umnutzen kann. ;-) Die Vorgabe, die erhaltenen Landesmittel nur für Betriebskosten einzusetzen finde ich an der Realität vorbei.

Wer soll das Ihrer Ansicht nach entscheiden?

fathaland slim @
Das wäre zuerst das Finazamt, dann die Sicherheitsbehörden und dann die Nachbarn.

@ 18:30 von Anna-Elisabeth

... und ich denke an so manch kleine wie große Theater, Musikbühnen, Galerien und Installationedie sie mir in München und an vielen Orten dieses Landes und unserer Welt das Leben erträglich machen, erschließen und genießen lassen.
Es war eine Freude, letzte Woche hier in einem kleinen Theater in einer Inszenierung für Einzelgäste bzw. Paare verzaubert und erfreut worden zu sein.

Ohne geht nicht.

um 18:41 von Anna-Elisabeth

Schulljung, Sie haben Recht, war auch nicht so böse gemeint, wie es rüberkam. Nur die ganzen staatlichen Orchester und Schauspieler etc. bekommen alle "lecker" Kurzarbeitergeld. Die Theater etc, werden in unfassbarer Höhe schon im Regelbetrieb unterstützt und die vielen eigenständigen Künstler, deren Agenten, also die die ganze wirtschaftliche Abwicklung leisten, Veranstalter, Spielortbetreiber, werden sehr sträflich vernachlässigt und zum überwiegenden Teil nur mit Hartz IV "unterstützt". Wenn man sieht, dass dieser Wirtschaftsbereich aber für über 100 Mrd BIP im Jahr verantwortlich ist, dann treibt einem das schon die Scham- und Zornesröte ins Gesicht. Auch wenn ich mich beruflich eher wenig mit Klassik etc beschäftige, so weiss ich sie doch zu schätzen!

19:04, Frank von Bröckel

>>Die private Party-, Sauf-, Feier-, und Eventszene ist also ebenfalls(!) angeblich systemrevalant und bekommt ebenfalls Staatsknete(!) zur Bewältigung der Corona Krise!<<

So sehen Sie also meinen Arbeitsplatz.

Interessant, aber nicht wirklich überraschend.

@ um 18:41 von ErebMacar

Dann nehme ich meine Anwürfe gerne zurück.
Aber Reklame für solche Veranstaltungen ist mir bisher nicht untergekommen.
Da könnte offensichtlich noch etwas mehr getan werden.
Dass professionelle Medien sich nicht einbringen, um die notleidende Kultur zu unterstützen, bleibt als Mangel aber bestehen.

19:01 von fathaland slim

«Ich weiß nicht mal, wie der momentane Bundestrainer heißt. Oder ist das immer noch der Typ mit der Moe Howard-Frisur?»

Ich wiederum weiß nicht mal, wer Moe Howard ist.

Aber der Typ, der den Bundestrainer der Runden Leder mimt, ist seit nach der Fußball-WM 2006 in Deutschland immer noch der … mit der immer gleichen Frisur …

19:11, werner1955

>>Wer soll das Ihrer Ansicht nach entscheiden?
fathaland slim @
Das wäre zuerst das Finazamt, dann die Sicherheitsbehörden und dann die Nachbarn.<<

Das sind natürlich künstlerische Autoritäten.

Sie wissen vielleicht nicht, daß die Kunst- und Musikszene von Menschen am Leben erhalten wird, die großenteils eine prekäre Existenz führen, gegen die Hartz4 sich direkt luxuriös ausmacht, und die trotzdem Großes leisten.

19:08, Kaneel

>> Die Vorgabe, die erhaltenen Landesmittel nur für Betriebskosten einzusetzen finde ich an der Realität vorbei.<<

Ja, das ist eine klassisch bürokratisch-ignorante Entscheidung.

Ich habe früher in einer

Ich habe früher in einer Rockband Bass und Gitarre gespielt. Unterstützung? Was ist das denn? Nichtmal Räume für Auftritte bekam man vergünstigt. Geschweige denn Proberäume. Anders, wenn man brotlosen Ausdruckstanz betrieb.
Da wurde gefördert. Clubs bekamen Brandschutzauflagen, NACHDEM nicht mehr geraucht werden durfte.
Wir waren weder Markt, noch Wähler. Um Rocker, Hippies, Grunger, Raver, Skater, Tekkies wurde sich nicht gekümmert. Beschämend, wenn man als "kulturscene" nur die vergeistigten "Künstler " aus den Foiletons wahr nimmt. WIR sind aber deutlich mehr.
Wackeln 500000 Zuschauer. Full Force 50000 Zuschauer. Loveparade 1000000 Zuschauer. Wagnerfestspiele? 100?
Da sieht man doch, worum es geht.wieviele rundfunkochester gibt es? Wie viele staatliche opernhäuser? Und wie viele Staatliche Rockbands, DJs,...?

19:17, schabernack

>>19:01 von fathaland slim
«Ich weiß nicht mal, wie der momentane Bundestrainer heißt. Oder ist das immer noch der Typ mit der Moe Howard-Frisur?»

Ich wiederum weiß nicht mal, wer Moe Howard ist.<<

Echt nicht?

Das ist aber nun wirklich eine Bildungslücke. Schlagen Sie den mal nach. Sie werden begeistert sein. Einer DER Könige des Schabernacks.

@19:04 von Frank von Bröckel

//Die private Party-, Sauf-, Feier-, und Eventszene ist also ebenfalls(!) angeblich systemrevalant und bekommt ebenfalls Staatsknete(!) zur Bewältigung der Corona Krise!//

Das finde ich beleidigend.

Ich würde mich freuen, wenn der Cotton-Club hier in Hamburg bald wieder brummt.

@fathaland
Wie wärs mit einem Hamburg-Ausflug?

18:04 von Schlüsselmann23

Die institutionell geförderte Kultur ist vollkommen von der Realität abgehoben, ohne Milliardenzuschüsse jährlich nicht lebensfähig, verkrustet, kann weg!

Dann versuchen Sie mal den Osnabrückern "ihr" Theater wegzunehmen! Viel Erfolg! Bei dem Versuch musste schon eine Partei zurückrudern... Ohne Zuschuss lebensfähig ist es nicht, aber gefragt und gewollt hier schon. Natürlich kann die Relation zwischen der Förderung der "staatlichen" Kultur und der freien Kunstszene kritisch hinterfragt werden.

@19:15 von Forfuture um 18:41 von Anna-Elisabeth

"Schulljung, Sie haben Recht, war auch nicht so böse gemeint, wie es rüberkam."

Ich weiß, deshalb schrieb ich auch "fast beleidigt".
Aber Danke für Ihre Ausführungen.

17:13 von Jayray ...u. a. ...

die Kulturszene überhaupt muss gestützt werden, denn wer sollte uns sonst zusammen und den Spiegel vor halten - für die funktionierende braucht es vermutlich her Eckkneipen und Shisha Bars - Nachbarschaft funktioniert nämlich nicht, oder wenn dann auch gern per APP. Nichtsdestotrotz macht es keinen Sinn eine relativ intakte Szene kaputt gehen zu lassen, man weiß nicht wer dann die Lücke füllt.

@Schabernack 19.17

Der Bundestrainer isch immer noch der högschd konzentrierte Jogi Löw;-) Aber hier sieht man doch gut, wie unterschiedlich Menschen sind: Von Wagner- Flüchtigen über Fußball- Anhängern oder -Verachtern über Klassikfreunde bis zu Rock- und Bluesfans reicht die Bandbreite. Und Sie und ich wissen, das ist okay so. Wir müssen uns ja nicht auf nach Bayreuth machen;-) Jeder nach seiner facon

Ich würde vorsichtigerweise

Ich würde vorsichtigerweise zunächst von Konsum-/Unterhaltungsszene sprechen. Was dann an Kultur bleibt und finanziell unterstützt wird, fällt weniger ins Gewicht und ist leichter zu fassen. Dann bleibt noch ein Teil der Kulturszene, der schon früher nicht nur keinen Cent von der Öffentlichkeit zu sehen bekam, sondern ganz das Gegenteil. Viele Politiker waren froh, wenn diese Szene klein blieb, bzw. diese Kulturschaffenden von der Bühne verschwanden. Nur Konsumangebote sind systemrelevant.

@fathaland slim

Sehen Sie, als ganz kalter Krieger der ganz alten Schule, habe ich jahrzehntelang hauptberuflich(!) wohlgemerkt mit Krieg und Bürgerkrieg zu tun gehabt!

Soldaten in einer Besonderen Auslandsverwendung eventuell(!) in ein Gefecht auf Leben und Tod schicken ODER eine private Feier in einem Club abhalten, NOCH mehr Gegensatz(!) geht ja kaum noch!

Meine ganz persönliche Sichtweise in dieser Angelegenheit ist bei mir halt beruflich bedingt, aber dafür können Sie als Musiker halt persönlich nix!

19:04 von Frank von Bröckel

«Die private Party-, Sauf-, Feier-, und Eventszene ist also ebenfalls(!) angeblich systemrevalant und bekommt ebenfalls Staatsknete(!) zur Bewältigung der Corona Krise!»

Millionen von Menschen gehen (vorwiegend) an Wochenenden in kleineren / größeren Städten / in Dörfern "zu Kultur", um sich zu unterhalten / unterhalten zu lassen.

Verglichen mit den Millionen ist es ein geringer Prozentsatz, die sich regelmäßig dabei besaufen. Sind dann immer die Gleichen. Als ich als Student einst Nachtdienst am Telefon / in der Erstaufnahme in einem Krankenhaus machte. War's jedes Wochenende "D'r Pitter".
Wir waren per Du … und ich sagte ihm dann:

«Ach sieh an … Du schon wieder … auf Dich hab' ich schon gewartet.
Heute wieder mit … oder mal ohne Schlägerei?»

«Gemeinsam saufen für den Weltfrieden, GEGEN den Hunger in der Welt usw muss halt sein!»

Oder was anderes "für Weltfrieden".
Kann die Berliner Ex-Straßenmusikantin "Elen" auch nicht in Clubs auftreten. Mit: "Liegen ist Frieden" …

19:30 von Kaneel

"Natürlich kann die Relation zwischen der Förderung der "staatlichen" Kultur und der freien Kunstszene kritisch hinterfragt werden."

Wie gnädig von Ihnen. Die freie Szene stirbt, ganz einfach. und es ist politisch gewollt, weil die freie Szene Konkurrenz ist um das eine Publikum. Das alles ist hinreichend erforscht. Die unabhängige Konkurrenz wird nun so gut es geht dezimiert in der Hoffnung eine bessere Auslastung der eigenen Häuser zu erzwingen. Untauglicher Versuch, die Jugend wird den Mittelfinger recken.

@Schlüsselmann23

Sie haben vollkommen recht!

Insbesondere die Oper, Operetten, Musicals, Theater und Ballett stammen noch aus uralten Zeiten, in denen es damals weder Fernsehen, DVD, noch Youtube gab!

Insbesondere in diesem Bereich werden heutzutage immer noch WAHRE Unsummen für immer neue Aufführungen regelrecht sinnlos verschleudert, die zumeist OHNEHIN kaum noch jemand wirklich sehen will!

Diese Art von Kunst ist heutzutage einfach schlichtweg anarchronistisch, also einfach zeitlich überholt!

So sehe ich das halt!

Starker Widerspruch um 19:40 von Ist Wahr

Es ist natürlich Ihr gutes Recht eine subjektive, offenbar sehr eng gefasste, um nicht zu sagen ignorante, Auffassung von Kultur zu haben, aber als Denkanstoss möchte ich Ihnen gerne ein paar Definitionen von Kultur an die Hand geben, mit denen eine gedankliche Beschäftigung wirklich Sinn macht:
Duden:
GESAMTHEIT der von einer bestimmten Gemeinschaft auf einem bestimmten Gebiet während einer bestimmten Epoche geschaffenen, charakteristischen geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen

Wikipedia:
Kultur bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbstgestaltend hervorbringt – im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur

Definition von Kultur:
In der grundlegendsten Definition kann Kultur als Antonym zur Natur gelten. Kultur ist demnach alles vom Menschen selbst Geschaffene. Andere Konzepte gehen davon aus, dass alles Kultur ist und es keine Natur, sondern lediglich eine Beschreibung ihrer durch kulturelle Instrumente gibt

19:28 von fathaland slim / @schabernack

«Echt nicht?
Das ist aber nun wirklich eine Bildungslücke. Schlagen Sie den (Moe Howard) mal nach. Sie werden begeistert sein. Einer DER Könige des Schabernacks.»

Hab' ich nachgeschlagen. Noch mehr Bildungslücke.
Auch: "The Three Stooges" waren mir bis eben unbekannt.

1970 haben die ihre Aktive Karriere als Schabernacke dran gegeben.
Damals war ich 5 Jahre alt. "Irgendwie wohl gerade" der Altersunterschied zwischen uns beiden, der Sie Moe Howard kennen lässt … während er mir bis heute unbekannt war.

Aber was nicht ist … kann im Zeitalter des Internet ja meist recht einfach … noch werden …

19:51, Schlüsselmann23

>>Die freie Szene stirbt, ganz einfach. und es ist politisch gewollt, weil die freie Szene Konkurrenz ist um das eine Publikum. Das alles ist hinreichend erforscht. Die unabhängige Konkurrenz wird nun so gut es geht dezimiert in der Hoffnung eine bessere Auslastung der eigenen Häuser zu erzwingen.<<

Das ist aber nun wirklich ein Verschwörungsmythos.

Oder glauben Sie wirklich, das Rock-, Folk-, Liedermacher (neudeutsch Singer/Songwirter)- oder Kleinkunstpublikum würde dann in die Opernhäuser strömen?

Nein, es ist viel banaler und mit dem Schlagwort "Austerität" durchaus adäquat beschrieben. Die öffentliche Hand kürzt, wo sie kann. Seit den späten Siebzigern, da ging das los.

19:42 von Frank von Bröckel

@fathaland slim

Sehen Sie, als ganz kalter Krieger der ganz alten Schule, habe ich jahrzehntelang hauptberuflich(!) wohlgemerkt mit Krieg und Bürgerkrieg zu tun gehabt!

Soldaten in einer Besonderen Auslandsverwendung eventuell(!) in ein Gefecht auf Leben und Tod schicken ODER eine private Feier in einem Club abhalten, NOCH mehr Gegensatz(!) geht ja kaum noch!

Meine ganz persönliche Sichtweise in dieser Angelegenheit ist bei mir halt beruflich bedingt, aber dafür können Sie als Musiker halt persönlich nix!
///
*
*
Ich stehe Ihnen als alter Seelbständiger bei Ihrer Auffassung näher.
*
Aber ich kann mich auch noch an den Spruch erinnern, gib dem Volk Brot und Spiele.
*
Alles wiederholt sich in der Geschichte.
*
Wer sich eine Spaßtruppe erlaubt, größer als für ein 80 Millionenvolk, der muss sich der Zustimmung seiner Kulturschaffenden sicher sein, für sein Schönreden?

großenteils eine prekäre Existenz führen?

von fathaland slim @

Ja, und das war auch schon vor Corona selbstgewählt so.

trotzdem Großes leisten?@
Das gestatten Sie aber sieht doch jeder anders.
Der Abeiter, Polizist oder Artzt der 40Sdt. in der Woche pünklich um 6 Uhr auf der Arbeit ist hat da vieleicht andere Schwerpunkte.

Ich perönlich auch.

19:42, Frank von Bröckel @fathaland slim

>>Sehen Sie, als ganz kalter Krieger der ganz alten Schule, habe ich jahrzehntelang hauptberuflich(!) wohlgemerkt mit Krieg und Bürgerkrieg zu tun gehabt!

Soldaten in einer Besonderen Auslandsverwendung eventuell(!) in ein Gefecht auf Leben und Tod schicken ODER eine private Feier in einem Club abhalten, NOCH mehr Gegensatz(!) geht ja kaum noch!

Meine ganz persönliche Sichtweise in dieser Angelegenheit ist bei mir halt beruflich bedingt, aber dafür können Sie als Musiker halt persönlich nix!<<

Sie wissen aber, daß die sogenannte Truppenbetreuung durch Musiker in vielen Armeen der Welt ein sehr wichtiges Mittel war, um die Soldaten bei Laune zu halten?

In West Oakland/Kalifornien gab es die so genannten Shipyards. Die waren im zweiten Weltkrieg immens wichtig für die US-Flotte. Direkt außerhalb des Werkstores befanden sich zahlreiche Bluesclubs, wo die Arbeiter dann ihre Kohle lassen konnten. Lowell Fulson, T-Bone Walker, Pee Wee Crayton spielten da. Reste davon gab es noch 1990/91.

@Schlüsselmann23 @Kaneel

Wie gnädig von Ihnen. Die freie Szene stirbt, ganz einfach. und es ist politisch gewollt, weil die freie Szene Konkurrenz ist um das eine Publikum. Das alles ist hinreichend erforscht. Die unabhängige Konkurrenz wird nun so gut es geht dezimiert in der Hoffnung eine bessere Auslastung der eigenen Häuser zu erzwingen. Untauglicher Versuch, die Jugend wird den Mittelfinger recken.

Schreiben Sie als selbst Betroffener? Dann habe ich natürlich Verständnis für Ihren Frust. Okay, klingt schon wieder gönnerhaft – aber sorry, bessere Worte finde ich gerade nicht. M.M.n. sind beide Bereiche gesellschaftlich relevant. Ich sehe auch nicht, dass die unabhängige Konkurrenz absichtlich dezimiert wird. Und Ihre Begriffe empfinde ich als ein wenig schwammig. Könnten Sie den Bereich, den Sie speziell meinen, für mich etwas spezifizieren?

Am 27. Juni 2020 um 19:42 von Frank von Bröckel

Zitat: Soldaten in einer Besonderen Auslandsverwendung eventuell(!) in ein Gefecht auf Leben und Tod schicken ODER eine private Feier in einem Club abhalten, NOCH mehr Gegensatz(!) geht ja kaum noch!

Ich hoffe, die jungen Leute waren nach Beendigung ihres Einsatzes noch in der Lage, gelegentlich abzufeiern.

Sehen Sie, überall dort, wo ein durstiger,..

.. feierwütiger Mensch mit etwas Geld in der Tasche auftaucht, DORT macht man auch sofort (!) den allerneuesten, angesagtesten, coolsten und somit hippsten Club in der Stadt auf, denn Geld regiert nun einmal die Welt!

Alte Clubs verschwinden quasi über Nacht, neue Clubs entstehen, und das war auch noch niemals anders!

Aber eine Systemrevalanz dieser privat geführten Clubs sehe ich persönlich trotzdem nicht!

Am 27. Juni 2020 um 20:01 von Frank von Bröckel

Zitat: Insbesondere in diesem Bereich (Anm.: Oper, Operetten, Musicals, Theater und Ballett) werden heutzutage immer noch WAHRE Unsummen für immer neue Aufführungen regelrecht sinnlos verschleudert, die zumeist OHNEHIN kaum noch jemand wirklich sehen will!

Die großen Musicalerfolge der letzten Jahre sind von Ihnen vollkommen unbeachtet geblieben?

19:51 von Schlüsselmann23

… weil die freie Szene Konkurrenz ist um das eine Publikum. Das alles ist hinreichend erforscht. Die unabhängige Konkurrenz wird nun so gut es geht dezimiert in der Hoffnung eine bessere Auslastung der eigenen Häuser zu erzwingen. Untauglicher Versuch …»

Und zwar derart grotesk untauglich, dass nicht einmal die dümmsten unter den Bären daran "glauben" würden + versuchen täten, man müsse nur "Die Freie Szene" ohne Suvbentionen platt machen. Um die verwaisten Bären ohne geeignetes Unterhaltungsangebot in Lokalitäten zu: "Klassischer Musik", zu Opern, oder zu: "Warten auf Godot" zu verlocken.

Wer da hingehen will … kann das auch dann tun, wenn sich die Zahl der "Clubs" in Berlin … oder anderswo … verdoppelt oder verdreifacht.

«… die Jugend wird den Mittelfinger recken.»

Viel, viel klüger ist "die Jugend" … als bräsig nur Finger zu recken.
Gar nicht so sehr im Gegeneinander verhaftet, wie die Bären & Elche, die immer beschwören wollen, dass Gegeneinander neues Miteinander sei !

@ Forfuture (20:09)

"Es ist natürlich Ihr gutes Recht eine subjektive, offenbar sehr eng gefasste, um nicht zu sagen ignorante, Auffassung von Kultur zu haben, aber als Denkanstoss möchte ich Ihnen gerne ein paar Definitionen von Kultur an die Hand geben, mit denen eine gedankliche Beschäftigung wirklich Sinn macht:
Duden (...); Wikipedia (...)"
------
Vielen Dank dafür - nur benötige ich diese Texte nicht (schon in der Oberstufe war ich weiter). Sie haben auch noch die oberflächlichsten genommen. Damit schaffen Sie es nicht, mich zum Nachdenken über Kultur zu bringen. Noch weniger über die Kulturszene, um die es im Artikel geht.
Hätte ich heute tiefer in das Thema einsteigen wollen, wäre ich nicht damit in dieses Forum gegangen.

Ich habe eben auf der HP einer Kulturinitiative

hier im Südwesten ein auf September terminiertes Konzert einer Rockband gefunden. Weiß da Jemand mehr? Da können schon mal ein paar Hundert Besucher kommen. Sind die einfach optimistisch? Wär ja toll, wenn es da weiter ginge

Teile von Unterhaltungs- und

Teile von Unterhaltungs- und Freizeitbranchen sollen finanziell unterstützt werden. Das ist wirtschaftlich sinnvoll.

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20:21, werner1955

>>großenteils eine prekäre Existenz führen?
von fathaland slim @

Ja, und das war auch schon vor Corona selbstgewählt so.

trotzdem Großes leisten?@
Das gestatten Sie aber sieht doch jeder anders.
Der Abeiter, Polizist oder Artzt der 40Sdt. in der Woche pünklich um 6 Uhr auf der Arbeit ist hat da vieleicht andere Schwerpunkte.

Ich perönlich auch.<<

Ich habe größten Respekt für den Beruf des Arbeiters, Arztes und Polizisten. Das heißt aber noch lange nicht, daß ein Künstler weniger wert ist.

Auch ich bin pünktlich bei meiner Arbeit. Wäre ich das nicht, dann könnte ich bald einpacken.

Morgens um sechs aufzustehen und dann vierzig Stunden zu arbeiten, fünf Tage die Woche ist, für sich allein genommen, noch kein Qualitätsmerkmal.

Meinen Sie nicht auch, daß die Welt ärmer wäre, wenn alle demselben Lebensentwurf folgen würden?

Jeder Beruf sollte übrigens selbstgewählt sein.

19:30, Kaneel

>>Dann versuchen Sie mal den Osnabrückern "ihr" Theater wegzunehmen! Viel Erfolg! Bei dem Versuch musste schon eine Partei zurückrudern...<<

Das wäre aber auch eine ungeheure Frechheit. Zum Glück sind nur wenige Menschen im Lande komplette Kulturbanausen. Ohne das Stadttheater würde Osnabrück komplett in die Provinzialität abrutschen und wäre dann von meiner Heimat Hasbergen kaum noch zu unterscheiden:=)

Ich kann mich noch an Generalmusikdirektor Heinz Finger erinnern, den Leiter des Osnabrücker Symphonieorchesters. Sein Sohn Peter ist einer der weltbesten Gitarristen im so genannten Picking Style sowie der Chef "meiner" Plattenfirma.

Auch das ist kulturelle Kontinuität.

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