Ihre Meinung zu: Interview zur Lage in Beirut: "Zwischen Schock und Entsetzen"

5. August 2020 - 15:52 Uhr

Nach den Explosionen in Beirut helfen sich die Einwohner mit Solidarität durch die Not, berichtet Malte Gaier von der Konrad-Adenauer-Stiftung vor Ort. Sie haben nicht nur diese eine Krise zu bewältigen.

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Kommentare

Tragödie

Ohne Frage. Dies ist eine Tragödie für den Libanon und die dort lebenden Menschen. Es ist zu hoffen, dass die Zahl der Opfer nicht weiter steigt und die Verletzten schnell versorgt werden können.
Es ist aber keine „nationale“ Tragödie, weil es „die“ libanesische Nation nicht gibt. Das Land zerfällt in diverse religiöse und ethnische Gruppen, die wenig miteinander zu tun haben und einander gründlich misstrauen.
Gut möglich, dass der Unfall nur dadurch verursacht wurde, dass man sich über die Schmiergeldzahlung für den Zoll nicht einig und die gefährliche Ware zwischenzeitlich unsachgemäß gelagert wurde.

„Nach den Explosionen in Beirut helfen sich die Einwohner mit Solidarität durch die Not, berichtet (…) vor Ort. Sie haben nicht nur diese eine Krise zu bewältigen“

Wahrlich nicht: „(…) die Aufnahmekapazität der Krankenhäuser erschöpft war – (…) schon in den letzten Wochen starke Krisensymptome wegen zunehmender Coronavirus-Fälle“/
“Auch wegen der Inflation und einer akuten Versorgungskrise, die sich durch das Verbot von Importen zunehmend auswirkt, hat man (…) immer wieder Zahlungsprobleme und Schließungen erlebt. Jetzt wird die Lage noch einmal erheblich erschwert“.
Und: daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/libanon-krise-tauschhandel-video-100.html.

Umso wichtiger, dass ihnen das jetzt nicht auch noch unnötig schwer gemacht wird:
„Es geht jetzt kurzfristig erst einmal darum, Verletzte zu versorgen, Vermisste aufzufinden. Dann wird der Schaden durch die Zerstörungen mit enormen Kosten verbunden sein. Die Verluste werden auf bis zu fünf Milliarden US$ (...)

Interview zur Lage in Beirut:"Zwischen Schock und Entsetzen"

Malte Gaier von der Konrad-Adenauer-Stiftung geht auch auf die Krise ein,in dem der Libanon schon vor der Katastrophe steckte.Aber viel wird dazu nicht gesagt.Der Währungsverfall,Verhandlungen mit dem IWF stocken.Der Premierminister guckt trotzdem nach Westen.Auch wenn von dort keine Hilfe kommt........

Schockierend

Einfach schockierend. Was die Menschen im Libanon erleben mussten und müssen, entzieht sich sehr wahrscheinlich meiner Vorstellungskraft. Kürzlich habe ich hier im Forum noch über meine komplizierte wirtschaftliche Lage wegen Corona lamentiert. Angesichts der Bilder aus dem Libanon bin ich von meinem lächerlichen Selbstmitleid geheilt.

Es erinnert an BASF Ludwigshafen 1921

Besonders tragisch ist das man ein georgisches Schiff aus dem Verkehr gezogen hatte das seine Fracht nach Afrika bringen wollte. Die Fracht, Ammoniumnitrat, ist ein Stickstoffdünger aber auch ein Sprengstoff. Warum hat man diesen nicht weiterverkauft, entsorgt oder von der Reederei abholen lassen etc. ?

Die Brisanz von Ammoniumnitrat liegt darin, dass er unter Wärmeentwicklung in rein gasförmige Reaktionsprodukte zerfällt wenn er initial gezündet wird. 1921 ist das Unglück sogar durch die damals üblichen Sprengungen (!) des zum Verklumpen neigenden Salzes ausgelöst worden.

Hier war wohl der Brand die Ursache (der Sprengstoff zerfällt bei 170 Grad).

Ähnlich wie bei der SARS-Cov-2 Epidemie lernt die Menschheit offenbar aus Fehlern nur im Schneckentempo. Da kommen mir manchmal Zweifel am angeblichen Tempo des Fortschritts!

Warum man trotz Dutzender ähnlicher Explosionsunglücke weltweit immer noch nicht den richtigen Umgang mit Ammoniumnitrat gelernt hat, macht mich betroffen

Schon 1921 gab es Fake News

Im Zusammenhang mit dem Explosionsunglück mit über 500 Toten, immerhin das größte Explosionsunglück in der deutschen Geschichte überhaupt, gab es viele Falschmeldungen in den Medien, heute besser als „Fake News“ bekannt.

So wurde über eine grünliche Giftgaswolke geschrieben oder das die Ammoniakproduktion nach dem damals recht neuen Haber-Bosch Verfahren schuld gewesen sei am Unglück etc Fake News sind also keine moderne Erscheinung „rechter Verschwörungstheoretiker“, sondern immer schon Teil der Medienlandschaft.

RE @ 14:39 von spax-plywood

"Die Zersetzung von Ammonnitrat ist ein Grundversuch für Lehrlinge und Studenten. Stets wird Lachgas N2O nachgewiesen. Stickoxide entstehen nicht. Siehe Lehrbücher (Jander etc. ) oder sorgfältig geplanter Versuch oder vorführen lassen."
.
Jetzt haben Sie mich ja vollkommen überzeugt.
Und Sie kennen sogar den Jander?
Kleine Empfehlung: Sich mal über die thermische Zersetzung von N2O informieren.
Gez. Dr. rer. nat.

@ 14:44 von Karl Klammer

"Welch eine kleine Welt
Pleite sind bei ihnen nur die welche einen
leeren Geldbeutel haben."
.
Das ist die Definition von "Pleite".
.
"Sie kennen offenbar auch alle Libanesen mit all ihren geistigen eigenschaften und Erfindungsreichtum"
.
Außer Herrn Miri und Hisbollah sind mir da wenige bis gar keine bekannt.
Aber Sie helfen uns bestimmt weiter?

Ein Jammer...

Ich empfinde Trauer und Beileid für die toten Unglücksopfer und ihre Angehörigen, sowie Mitgefühl und Hoffen auf Genesung für alle Verletzten. Ob und wie die K-A.S helfen kann und wie gut überhaupt deren Wirken im Libanon ist, kann ich nicht beurteilen. Und Herr Gaier (KAS) kann - schon altersbedingt - auch nur den "neueren" Libanon beurteilen.
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Ich erlebte den Libanon (als Jungunternehmer) erstmals 1978 und bei mehreren Aufenthalten bis 1984 (während israel. Militär und UNIFIL-Truppen für Ruhe sorgten). Damals konnte man noch Reste spüren vom früheren Lebensgefühl, als der Libanon als "die Schweiz des Orients", und Beirut als "levantinisches Paris" bezeichnet wurden.
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Hingegen sind der Libanon und Beirut heute ein Jammer... wie viele Weltgegenden unter dem Einfluß des politischen Islam. Hinzu kommt die Neigung aller Orientalen zur ausgebufften Geschäftemacherei. Ein Bekannter (Libanese) meinte heute (telefonisch), daß die Lagerung des Gefahrenguts nur auf Korruption beruht...

Auch wenn.......

der Versuch eines Kommentars zu einer anderen Meldung, aber zum gleichen Thema wieder einmal scheiterte, bleibe ich bei meiner Einschätzung, daß es sich nicht nur beim Libanon um einen "failed state" handelt, der letztlich nur noch auf Karten existiert und bei dem es eigentlich unerklärlich ist, warum er noch besteht.Vielleicht liegt es daran, daß er, wie manche andere, ein künstliches Gebilde und Ergebnis eines Krieges ist, der nur so lange "funktionierte", als interessierte Kreise daraus Vorteile zogen. Ich kann mich noch gut an die Schlagzeilen erinnern, mit denen Beirut in den fünfziger Jahren mit dem Libanon als die Schweiz des Orients gepriesen wurde. Den Libanon interessiert niemanden mehr, seit er zum Spielball und Tummelplatz vieler politischer Kreise wurde. Wie sollte da eine Verwaltung funktionieren? Ob nun eine Explosion in Beirut oder einstürzende Häuser und Großbrände in Dhaka, beides sind Beweise für nicht funktionierende staatliche Verwaltungen.

BeirutEs tut mir so leid für diese Menschen.Ich bin bei Ihnen!!

nur die Kunst kann uns retten.Daniel Barenboim hat uns vereinigt.Alle Menschen sind Brüder.

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