Ihre Meinung zu: Beirut: Eine verwüstete Stadt unter Schock

5. August 2020 - 17:38 Uhr

Tote, Verletzte und ein Stadtviertel in Trümmern. Beirut steht am Tag nach den Explosionen unter Schock. Deutschland und andere Länder schicken Helfer in den Libanon, international ist die Anteilnahme groß.

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Kommentare

Malte Gaier von der Konrad-Adenauer-Stiftung vor Ort:
„Zunächst war es schwierig zu lokalisieren, woher das genau kommt.
>> Das hat hier auch zu viel Panik und für Spekulationen über informelle Kommunikationssysteme geführt:
(...) Sprachnachrichten, die teilweise ohne Prüfung des Absenders weitergestreut werden“

Das ist immer so, wenn die Not groß ist und niemand weiß bzw. wissen kann, was "los" und woran er ist.

Damit die Arbeit von dieser „Graswurzelebene“ aus:
„Wir haben bis zu eine viertel Million Obdachlose (...)
tagesschau.de: Was bedeutet das konkret für die Arbeit Ihrer Stiftung?
Gaier: Unsere Arbeit wird sich an der neuen Situation ausrichten müssen. Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten angesichts der ganz schwierigen wirtschaftlichen Lage (...) geschaut, wo wir im Rahmen unserer Möglichkeiten der Bevölkerung helfen können: auf Graswurzelebene, mit lokalen NGOs (...)"
erfolgreich sein kann, ist die lückenlose "Versorgung" aller Bürger mit Informationen essentiell.

Klassisches Staatsversagen

Der Libanon ist ein "failed state".
Es scheint, als wären im Hafen Düngemittel explodiert, die dort unsachgemäss gelagert wurden. Möglich, dass der Importeur nicht in der Lage war, die nötigen Schmiergelder für den Zoll aufzubringen.
Im Libanon kämpfen unterschiedliche Gruppen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit und Ethnie seit Jahrzehnten um ihre politischen Pfründe.
Der Libanon ist ein klassisches Beispiel dafür, dass es eine Illusion darstellt, dass verschiedene Religionen und Ethnien nebeneinander her leben und einen funktionierenden Staat bilden können.

Es wartet viel Arbeit

Es ist begrüßenswert, dass so viele Staaten (DE, NL, F, GR, CD und Rus) ihre unverzügliche Hilfe zur Bergung und für medizinisches Geleit anbieten. Das ist unbedingt erforderlich.
Nicht zu vergessen selbstverständlich die Experten vor Ort, die für schnelle und sachliche Aufklärung sorgen müssen.
Wieso hat so eine Menge Ammoniumnitrat so lange dort lagern können? Wie ereignete sich diese extrem wuchtige Explosion, die den ganzen Hafen und sämtliche Gebäude drum herum zunichte machte?
Es wartet viel Arbeit... vor allem ist auch die Versorgung jener nicht zu vergessen, die somit alles verloren haben.
Mein Beileid für die Angehörigen der Opfer.

Was für ein Vergleich

"Die Druckwelle der zweiten Explosion war so gewaltig, dass sie Hochhäuser zerstörte, Autos zertrümmerte und Menschen zu Boden schleuderte."

Ich habe die Videos gesehen, das war schon enorm, aber Ihr Vergleich ist seltsam strukturiert... die ersten zwei Punkte passen ja, aber "Menschen zu Boden schleuderte". Den Menschen will ich sehen der stehen bleibt wenn ein Hochhaus dem nicht stand hält. Punkt drei ist unsinnig, eher verharmlosend.

Grob geschätzt

dürften das bei 2700 Tonnen Ammoniumnitrat knapp 7% der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe gewesen sein.

https://www.unicef.de/informieren/projekte/asien-4300/libanon-19414/expl...
kurz: https://bit.ly/30ut9d0

https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/fachthemen/news/explosionen-i...
kurz: https://bit.ly/39VH1QQ

Anteilnahme

Bevor nach Schuldigen gesucht wird, gilt meine Anteilnahme den Verletzten und den Angehörigen der Toten. Möge Gott es verhindern, daß noch weitere Menschen das Leben verlieren, es zulassen, daß den Verletzten jegliche Hilfe zukommen kann und daß das Land gestärkt, geeint und friedlich wieder aufsteht.
Für die Toten das lateinische Gebet:
"Requiem aeternam dona eis, Domine; et lux perpetua luceat eis.
Requiescant in Pace!

@neutrale welt (vorheriger Beitragsbaum)

Wenn Sie vom Fach sind wär es doch ein leichtes für Sie herauszufinden, ob Ammonnitrat beim Zersetzen auch NOx bis zu einer bestimmten Menge ergibt. Darum gings doch ursprünglich. Dazu brauchen Sie sich im einfachsten Fall nur ein geeigneetes Zersetzungsgefäß bauen (in Anlehnung an die VCI Verbrennungsapparatur), die Abluft durch eine alkalische Lösung zu leiten und daraus einen Nitritnachweis machen. Wo ist das Problem?

Beirut

Ob Israel Hilfe schickt zu den einstigen Feinden ?
Ob in der Std. großer Not , das Mitgefühl die Feindschaft überwindet . Ob sie nun diese Chance so traurig der Anlass auch ist nutzen . Es wäre mehr als wünschenswert . Ob die Reichen des Libanons die Ärmsten jetzt unterstützen ?
Gut das Deutschland Hilfe schickt .
Und Trump sollte besser den Mund halten von wegen seiner experten, Generäle hätten ihm gesagt es sei bestimmt eine Bombe gewesen ,was ja wohl der totale Unsinn ist . Einfach nur Geschmacklos , dieser Präsident ist auf ganzer Linie ein Skandal und seines Amtes nicht würdig . Mann ist das ein I .

Welche Rolle spielen NGOs?

@ Nettie:
... wo wir im Rahmen unserer Möglichkeiten der Bevölkerung helfen können: auf Graswurzelebene, mit lokalen NGOs (...)" erfolgreich sein kann ...

Ich glaube kaum, dass NGOs bei der Unterstützung der Opfer helfen dürfen. Mussten sich NGOs nicht als ausländische Agenten registrieren lassen?

Ich kann der „Chemie-Expertin“ gerne helfen

Ammoniumnitrat ist tatsächlich schwer entzündlich, zumal es an Luft gelagert immer einen Wassergehalt hat, da es hygroskopisch ist. Der Zerfall von Ammoniumnitrat erfordert eine hohe Aktivierungsbarriere.

Hier kommt der berichtete Feuerwehreinsatz ins Spiel. So etwa ab 350 Grad Celsius beginnt Ammoniumnitrat sich nämlich explosionsartig zu zersetzen. Es handelt sich dabei um eine sich selbst beschleunigende Kettenreaktion, da die Umwandlung zu Stickstoff, Wasserdampf und Sauerstoff sehr exotherm ist (1000 Liter Gas aus 1 kg Sprengstoff/Dünger).

Man nimmt an, das im Verlauf der Thermischen Explosion zunehmend nitrose Gase (NO, NO2) entstehen, die dann auch für die immer wieder beobachtete Orange-braune Farbe der Explosionswolke verantwortlich sind.

Warum in der heutigen Zeit so ein Unglück möglich ist (zuletzt 2001 in Toulouse) ist mir ein Rätsel. Aber ich hätte mir auch nicht träumen lassen das 2019 (!) das Dach von Notre Dame abbrennt.

@ zöpfchen

Klassisches Staatsversagen
Der Libanon ist ein "failed state".
Es scheint, als wären im Hafen Düngemittel explodiert, die dort unsachgemäss gelagert wurden. Möglich, dass der Importeur nicht in der Lage war, die nötigen Schmiergelder für den Zoll aufzubringen.

Wissen Sie, dass der Importeur den Zoll nicht bezahlt hat, bzw. ob auf den Import von Düngemitteln überhaupt Zoll zu zahlen ist? Oder ist das nur so dahin gesagt?
Mit Ihrem Staatsversagen sind Sie rasch bei der Hand.

Das war eine Schiffsladung eines nicht mehr zugelassenen Schiffs

@18:02 von zöpfchen
So wurde es zumindest in einem Bericht erwähnt. Das Schiff musste ohne die Ladung zurück, der Inhalt wurde im Hafen offensichtlich nicht sachgerecht gelagert.
Natürlich ist es auch Staatsversagen. Aber es hat wohl mehr mit der fehlenden Wirtschaftskraft zu tun. Und an der ist das Ausland nicht ganz unschuldig.

Der Nebel scheint sich zu lichten

nach all den Spekulationen scheint jetzt "vergessenes" Düngemittel für die Explosion verantwortlich zu sein. Für die Angehörigen und Verletzten und diejenigen, deren Wohnungen zerstört sind tut es mir leid. Ob je rauskommt, wer für die Schlamperei verantwortlich ist? Eine gute Nachricht trotzdem, dass Israel hilft- trotz Gegnerschaft. Der Libanon war mal ein verhältnismäßig reicher und moderner Staat- die Schweiz des Nahen Ostens. Heute kann er sich nicht mal mehr selbst helfen nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen der verschiedenen religiösen Gruppen.

Auch wenn ich noch nicht ...

... Ursachen oder Anlass der Embargos
und Sanktionen (Importverbote)
ergründet habe, so zeigt sich wieder einmal,
dass diese in erster Linie die Bevölkerung treffen.

Medikamente und medizinische Artikel dürften nicht unter Sanktionen fallen.

Gruß
Leipzigerin59

@ 18:02 von zöpfchen

Wie kommen Sie von explodierendem Ammoniumnitrat auf Probleme mit „ dass verschiedene Religionen und Ethnien nebeneinander her leben„
Also war das 1921 in Ludwigshafen auch die Ursache? Lächerlich...
Gefährlich sind nur die Extremisten aus allen „Religionen und Ethnien“ wie Sie das nennen...
und deren Wegbereiter mit solchen steilen Thesen...

Chancen nutzen...

Entgegen allzufrühen Unkenrufen im hiesigen Forum ist die internationale Libanon-Hilfe nun angelaufen und wird unter sachgerechter Anleitung örtlicher Einsatzstellen gewiß auch hilfreich sein.
_
Bei alldem - auch angesichts der aktuellen Katastrophe - sollte man aber nicht vergessen, daß der früher in den 50er-60ern mal westorientierte Libanon heute politisch ganz anderen Einflüssen unterliegt und quasi zum Spielball nahöstlicher Interessengruppen gemacht wurde. So etwas prägt die Menschen, zumal die heutige Generation im Libanon nur Unsicherheit, Krieg und Entbehrungen kennt. Aber wie immer und überall gibt es auch Nutznießer... die mit orientalischem Impetus im Libanon trotzdem gute Geschäfte machen... zB. mit der lukrativen Einlagerung von Gefahrstoffen, was aber aus Renditegründen lax gehandhabt wird und zu Katastrophen wie jetzt führen kann... wie es mir gegenüber ein libanesischer Freund vermutet...
_
Anyway - der Westen sollte seine Chancen nutzen...

Woher kommt Hilfe?

Der Währungsverfall und die Verhandlungen mit dem IWF stocken. Die Regierung schaut trotzdem nur nach Westen. Auch wenn von dort keine Hilfe kommt ...
Hilfe für den Libanon kann nur aus Syrien, dem Iran und aus Russland kommen.

Klassisches Staatsversagen

@ Zöpfchen

Woher nehmen sie ihre Äusserungen?
Könnten sie die bitte belegen?
Warum klappt das zusammenleben in vielen anderen Ländern ua. hier in Deutschland?
Zumindest nach meiner Auffassung und meinen Erlebnissen. Kleiner tipp: mal die Finger vom BlauBraunen Kuchen lassen und lieber Mitgefühl für die Hinterbliebenen und Verletzten aufbringen dann klappt es auch mit dem Zusammen leben.

7 Jahre Lagerzeit

Was mich interessiert ist warum war das Nitrat immer noch im Lager? Das wurde vor 7 Jahren beschlagnahmt.
Inzwischen hätte man das doch versteigert oder weiterverkauft. Oder es wäre durch Korruption verschwunden.

wer wird für dieses inferno und die menschen,

die unschuldig ihr leben verloren haben, die schwerverletzt sind, die ihr heim verloren haben, all die verzeifelten, die verantwortung übernehmen ?

die schuld wird doch nicht etwa hafenarbeitern zugeschoben ?

Ich bin sehr betroffen...

... als ich die gestrigen Bilder gesehen und die heutigen Berichte gelesen habe.

Meine aufrichtige Anteilnahme gilt allen Verletzen, Hinterbliebenen und allen denen, deren Hab und Gut zerstört wurde, sowie den verletzten Seelen.

... und nein, an den spekulativen Theorien über die Ursache dieses tragischen Unglücks beteilige ich mich nicht.

@18:02 von zöpfchen

"Klassisches Staatsversagen. Der Libanon ist ein "failed state."

Die Frage ist doch warum? Der frühere General Wesley Clark hat 2007 in einem Live-Interview gesagt, dass die USA kurz nach den New-York Anschlägen vom 11. September 2001 beschlossen hätten folgende 7 Staaten des arabisch-islamischen Raumes zu zerschlagen bzw. aufzuteilen: Libyen, Irak, Syrien, Sudan, Somalia, Libanon und zuletzt den Iran.

Jetzt ist offenbar der Libanon an der Reihe. Das hätte man an der aktuellen Wirtschaftskrise schon vorausahnen können. Und laufen momentan nicht harte Wirtschaftssanktionen gegen den Iran? Libyen, Irak, Syrien sind schon in mehrere Gruppen aufgeteilt (Sunniten, Schiiten, Kurden usw.).

Ich glaube in der internationalen Politik jedenfalls nicht an Zufälle. Vor allem dann nicht, wenn diese so gehäuft auftreten wie im Nahen-Osten.

Rücktritt der Regierung

Die Regierung des Libanon ist im Oktober letzten Jahres zurück getreten. Verbessert hat sich dadurch nichts. Die aktuelle Regierung steht der Hisbollah nahe, die in Syrien gegen die Zivilbevölkerung Krieg führt. Jetzt wird es wohl Zeit für einen erneuten Rücktritt der Regierung.

Nicht die erste Explosion dieser Art

Ammoniumnitrat ist ein Bestandteil vieler Düngemittel aber auch Sprengstoffe.

Nicht erst gestern in Beirut ist es bei der Lagerung oder Produktion zu katastrophalen Explosionen gekommen.

Wikipedia listet auf:

2015 | Tianjin, China: Hunderte Tote

2013 | Waco, Texas: 14 Tote

2004 | Ryongchŏn, Nordkorea: mindestens 161 Tote

2001 | Toulouse, Frankreich: 31 Tote

1947 | Brest, Frankreich: 26 Tote

1947 | Texas City, Texas: 600 Tote

1921 | Ludwigshafen: 559 Tote

Es ist Wahnsinn, große Mengen in der Nähe von Wohngebieten zu lagern. Hoffentlich lernen wir global endlich daraus.

@ spax-plywood

Dazu brauchen Sie sich im einfachsten Fall nur ein geeigneetes Zersetzungsgefäß bauen (in Anlehnung an die VCI Verbrennungsapparatur), die Abluft durch eine alkalische Lösung zu leiten und daraus einen Nitritnachweis machen.

Wozu? Ein Blick ins Chemiebuch Ihrer Kinder reicht. Es entsteht H2O (Wasser), und N2O (Lachgas). Das Lachgas zerfällt vermutlich aber sofort wieder in N2 (Stickstoff) und O2 (Sauerstoff).
NH4NO3 <-> 2 H2O + N2O

Das hat Wesley Clark nie gesagt

@ pxslo:
Die Frage ist doch warum? Der frühere General Wesley Clark hat 2007 in einem Live-Interview gesagt, dass die USA ...

Das liest man erstaunlich oft, ist aber schon seit etlichen Jahren von mehreren großen Medien als Fake entlarvt.

Ammoniumnitrat ist Sprengstoff

In Deutschland wird damit wohl auch entsprechend umgegangen. Es ist tragisch, dass die Menschheit seit Jahrzehnten Ammoniumnitrat im Maßstab von hunderten Millionen Tonnen als effektiven Stickstoff-Dünger nutzt. Nur deshalb gibt es immer wieder diese Riesenmengen auf einem Haufen! Sprengstoff würde und sollte nicht so gelagert und transportiert werden. Wer käme zB auf die Idee, Dynamit wie Sand mit dem Bagger zu schaufeln ?

Mein Chemiebaukasten enthielt dieses Salz tatsächlich. Wohl um die negative Lösungswärme zu demonstrieren. Seit dem 9/11 sind in Chemiebaukästen nur noch Chemikalien zu finden, die nicht gefährlicher sind als die die in jedem Haushalt zu finden sind.

18:02 @zöpfchen Klassisches Staatsversagen

Muss man für die "Durchreise" Zoll bezahlen?
Ich denke nicht.

Das Schiff war unterwegs von Georgien nach Afrika.

Das leere Schiff liegt immer noch im Hafen.

Ihre weiteren Schlussfolgerungen
- Staatsversagen -
entsprechen Ihrer üblichen Argumentation gegen
- kurz ausgedrückt -
Multikulti.

Gruß
Leipzigerin59

Failed State

@ zöpfchen:
Klassisches Staatsversagen. Der Libanon ist ein "failed state".

Libanon und Syrien sind an der Machtgier der jeweiligen Oligarchien und der Gewaltbereitschaft der politischen Eliten staatlich gescheitert. Es wird Jahrzehnte dauern, wieder die eigene Bevölkerung zu ernähren.

@20:31 von wladimir kevesligeti

"Das liest man erstaunlich oft, ist aber schon seit etlichen Jahren von mehreren großen Medien als Fake entlarvt."

Die wiederum von anderen, unabhängigen Medien als Fake-News entlarvt wurden.

@zöpfchen - Sie erfinden Zusammenhänge, die es nicht gibt.

18:02 von zöpfchen:
"Der Libanon ist ein 'failed state'.
Es scheint, als wären im Hafen Düngemittel explodiert, die dort unsachgemäss gelagert wurden."

> Schauen Sie mal nach, wo die letzten Düngelager explodiert sind. Mit "failed state" hat das herzlich wenig zu tun.

"Der Libanon ist ein klassisches Beispiel dafür, dass es eine Illusion darstellt, dass verschiedene Religionen und Ethnien nebeneinander her leben und einen funktionierenden Staat bilden können."
> Ihr Kommentar ist ein klassisches Beispiel dafür, wie sich jemand ein faktenfreies Weltbild zusammenzimmert. Es gibt genug Gegenbeispiele, die Ihre Behauptung widerlegen.

Warum besinnen sich die

Warum besinnen sich die Menschen nicht auf Menschen sein, und lassen ihre religiösen Eigenheiten einfach mal weg? Den meisten Ländern im nahen Osten, nein Allen, könnte es mit religiöser Toleranz so viel besser gehen. Und Unglücke, wie dieses, scheren sich nicht um Firlefanz. Wann kapieren das die Menschen?

@ pxslo

Und laufen momentan nicht harte Wirtschaftssanktionen gegen den Iran? Libyen, Irak, Syrien sind schon in mehrere Gruppen aufgeteilt (Sunniten, Schiiten, Kurden usw.).

Im Libanon ist die politische Macht gerecht unter Sunniten, Schiiten, Christen und Drusen aufgeteilt. In Syrien hat die alawitische Minderheit die politische Macht seit Beginn der 70er Jahre nach einem Staatsstreich des Assad-Clans in den Händen und unterdrückt brutal die sunnitische Mehrheit.

Mit Ammoniumnitrat ist nicht zu spaßen

Es gilt zwar als relativ ungefährlich - aber im Jahr 1921 hat eine gleichartige Explosion im Stickstoffwerk der BASF das Städtchen Oppau praktisch dem Erdboden gleichgemacht, mit damals 561 Toten.
Es würde mich nicht wundern wenn das Lager in Beirut eigentlich illegal war wegen Verstoß gegen diverse Sicherheitsvorschriften bezüglich der Lagerung und Handhabung dieses Stoffes.
Sowas gehört in ein gesichertes und überwachtes Chemielager weit außerhalb der Stadt und jeder Wohnbebauung.

Failed states wg fehlender Verantwortung

@Am 05. August 2020 um 20:39 von wladimir kevesligeti
Failed State
@ zöpfchen:
Klassisches Staatsversagen. Der Libanon ist ein "failed state".

„Libanon und Syrien sind an der Machtgier der jeweiligen Oligarchien und der Gewaltbereitschaft der politischen Eliten staatlich gescheitert.“

Falsch. Die Bevölkerung im Libanon wählt entlang religiös-ethnischere Grenzen. Und erwartet, dass „ihre“ Politiker für die jeweilige Gruppe durch Arbeitsplätze im aufgeblähten und ineffizienten Staatsapparat sorgen.

„Es wird Jahrzehnte dauern, wieder die eigene Bevölkerung zu ernähren.“

Völlig richtig. Hier wachsen Jahrzehntelange Tätigkeitsfelder für NGOs heran , die viel zur Linderung aber nichts zur Verbesserung der Lage beitragen.

@zöpfchen

"Im Libanon kämpfen unterschiedliche Gruppen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit und Ethnie seit Jahrzehnten um ihre politischen Pfründe.
Der Libanon ist ein klassisches Beispiel dafür, dass es eine Illusion darstellt, dass verschiedene Religionen und Ethnien nebeneinander her leben und einen funktionierenden Staat bilden können."

Nichts von dem, was Sie hier behaupten, hat irgendwas mit diesem Unglück zu tun. Unsachgemäße Lagerung haben Sie doch selbst zunächst als Ursache vermutet, soweit lagen Sie nach dem derzeitigen Ermittlungsstand noch richtig.
Alles,was Sie danach schreiben,ist ohne Fakten und reines Wunschdenken Ihrerseits.

um 18:39 von spax-plywood

Wenn Sie vom Fach sind wär es doch ein leichtes für Sie herauszufinden, ob Ammonnitrat beim Zersetzen auch NOx bis zu einer bestimmten Menge ergibt.

Wikipedia hilft weiter:

Die beiden Zersetzungs- (und Explosions-) Formeln sind:

Beim Erhitzen (T> 170 °C) zerfällt Ammoniumnitrat gemäß der Gleichung[11]
NH4 NO3 --> 2 H2O + N2O
in Wasser und Lachgas.

Durch starke Initialzündung zerfällt es folgendermaßen:

NH4 NO3 --> 4 H2O + 2 N2 + O2

Das Stickstoffatom des Nitrat-Ions NO3− (Oxidationsstufe +V) oxidiert dabei das Stickstoffatom des Ammonium-Ions NH4+ (Oxidationsstufe −III), so dass sich am Ende, im N2-Molekül, beide Stickstoffatome auf gleicher Oxidationsstufe befinden.
Der explosionsartige Übergang vom Feststoff (NH4 NO3) zu ausnahmslos gasförmigen Produkten (H2O, N2 und O2) dieser Reaktion erklärt die hohe Sprengkraft des Ammoniumnitrat: Mit etwa 980 l/kg[6] besitzt es eines der höchsten spezifischen Schwadenvolumen ...

Es entsteht kein NOx !

@ Möbius

Sprengstoff würde und sollte nicht so gelagert und transportiert werden. Wer käme zB auf die Idee, Dynamit wie Sand mit dem Bagger zu schaufeln ?

Ammoniumnitrat kann beim Baggern oder beim Transport nicht explodieren.


Mein Chemiebaukasten enthielt dieses Salz tatsächlich.

Sorry, das halte ich für vollkommen ausgeschlossen. Vermutlich meinen Sie Ammoniumsulfat.


Wohl um die negative Lösungswärme zu demonstrieren.

Das geht mit Kochsalz (NaCl) wesentlich besser.

@20:43 von Bender Rodriguez

"Warum besinnen sich die
Warum besinnen sich die Menschen nicht auf Menschen sein, und lassen ihre religiösen Eigenheiten einfach mal weg? Den meisten Ländern im nahen Osten, nein Allen, könnte es mit religiöser Toleranz so viel besser gehen."

Nein, Religion hat damit wenig zu tun. Die ist nur Mittel zum Zweck. Es geht dort in erster Linie um Land und um Öl. Terrorismus gibt es komischerweise vor allem dort, wo es entweder wertvolle Rohstoffe oder wichtige Transportwege gibt. Alles Zufall?

Beim sog. "Dreißigjährige Krieg" der in Deutschland tobte, ging es weniger um Religion als um Politik, Geld und Macht. Der Glaube spielte tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle. So haben beide Seiten bspw. katholische wie protestantische Söldner gleichzeitig in ihren eigenen Regimentern gehabt. Oft haben diese sogar die Seiten gewechselt, je nach dem wer im Augenblick mehr gezahlt hat.

 19:03 @wladimir kevesligeti

Foristin @Nettie
zitiert aus einem Artikel von TS Malte Gaier von der Konrad-Adenauer-Stiftung vor Ort.

"... lokale NGOs ..."

Herr Gaier wird wohl eher wissen,
was da geht oder nicht.

Warum sollten sich lokale NGOs als "... ausländische Agenten registrieren lassen?" ?

Es kommt übrigens nicht nur Hilfe aus Syrien, Russland oder Iran.

Ich empfehle Ihnen, erst einmal den Artikel, ggf. weitere zu lesen, bevor Sie Ihren Glauben veröffentlichen.

Gruß
Leipzigerin59

Am 05. August 2020 um 20:40

Am 05. August 2020 um 20:40 von pxslo
@20:31 von wladimir kevesligeti

"Das liest man erstaunlich oft, ist aber schon seit etlichen Jahren von mehreren großen Medien als Fake entlarvt."
Die wiederum von anderen, unabhängigen Medien als Fake-News entlarvt wurden.

Ja Fake News ist nur was man selbst nicht glauben will ,alternative Fakten wird das heute genannt..
Mehere großen Medien ??? wer ist das?
Solchen quatsch hoeren wir von Agent Orange jeden Tag.

Ich...

Bin erst einmal in Gedanken und Gebeten bei den Todesopfer und die Verletzten sollen so rasch genesen. Die Menschen die die Wohnungen verloren hatten sollen rasch ein Obdach bekommen.Ich verstehe aber nicht wie so viel explosives Material an einem Ort gelagert werden könnte.

@ zöpfchen

„Der Libanon ist ein klassisches Beispiel dafür, dass es eine Illusion darstellt, dass verschiedene Religionen und Ethnien nebeneinander her leben und einen funktionierenden Staat bilden können.“

Ich bin beruhigt, dass so viele Foristen diese dunkelbraune Meinung genau in die Ecke stellen, in die sie gehört.

Konflikte tauchen nur dort auf, wo Minderheiten (religiös, Hautfarbe etc.) stark benachteiligt werden. Sehen Sie es also besser als Ihre Aufgabe an, diese Gruppen bei uns zu integrieren und nicht als Auslöser von Konflikten zu brandmarken.

Für mich nehmen Sie hier die Rolle des Brandstifters ein.

Mittlerweile gibt es ja hier Videos zu sehen, bei der man ja...

...schon fast an eine Explosion einer kleinen A-Bombe denken könnte,
wenn man sich die Art und Weise der Explosion anschaut.

---

Das Fatale an Ammoniumnitrat ist ja, daß wenn es zur Explosion kommt,
daß sich der Feststoff Ammoniumnitrat (NH4NO3) explosionsartig
schnell in flüchtige Gase (H2O, N2 und O2) umwandeln
und somit eine immense Druckwelle entsteht.
Die Detonationsgeschwindigkeit beträgt: 2500 m·s−1
-
Was immer sich auch im Explosionsradius einer solchen
2750 Tonnen Ammoniumnitrat-"Bombe" befindet,
wird nahezu schlagartig zerstört.
-
Bleibt zu hoffen, daß die Zahl der Toten nicht zu hoch steigen wird
und die Verletzten alle wieder gesund werden.
-
Und zwar physisch wie psychisch.

@wladimir kevesligeti - Chemiebaukasten

20:59 von wladimir kevesligeti:
"Sorry, das halte ich für vollkommen ausgeschlossen. Vermutlich meinen Sie Ammoniumsulfat."
> Warum sollten von einem Stoff, der tonnenweise in der Landwirtschaft eingesetzt wird, nicht auch ein paar Gramm in einem Chemiebaukasten befunden haben? Salpeter oder konzentriertes Wasserstoffperoxid war vor einigen Jahren ja auch noch frei verkäuflich.

"Das geht mit Kochsalz (NaCl) wesentlich besser."
> Wenn Sie eine Kochsalzlösung anrühren, ändert sich die Temperatur kein bisschen. Probieren Sie es aus!

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