Ihre Meinung zu: Strafprozess im Dieselskandal: Ex-Audi-Chef vor Gericht

30. September 2020 - 18:20 Uhr

Ex-Audi-Chef Stadler und drei weitere Angeklagte müssen sich von nun an vor Gericht verantworten. Es ist der erste Strafprozess im Dieselskandal. Der Vorwurf: Betrug. Zu Beginn verpasste das Gericht der Anklage einen Dämpfer.

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Kommentare

rer Truman Welt

Vor Gericht und verurteilt gehört nicht nur Stadler, sondern alle Autofirmen-Bosse, die seit 2010 in Amt und Würden waren. Ohne ihre Erlaubnis und damit Kenntnis wäre das nie passiert. Sowas basteln nicht eine handvoll Ingenieure in Eigenregie und frickeln das in die Autos. Das muss durch Design, und Produktionsplanung und Montage. Wer ernsthaft glaubt, sowas passiert unter der Hand, der glaubt an den Weihnachtsmann oder an die Lüge und hat noch keine Produktionsfirma von innen gesehen. Alle haben es geplant, durchgeführt und deshalb gewusst und genehmigt bzw. veranlasst. Oder wie erklärt es sich, daß es alle Autobauer gemacht haben?
Das ist kriminell und muß mit mehrjähriger Haft ohne Bewährung geahndet werden. Alles andere wäre eine Aufforderung zur Wiederholung.

Ich rate dieser Person ,

Ich rate dieser Person , Deutschland nicht mehr zu verlassen. Andere sind nicht so nachsichtig und müssen auch nicht auf Arbeitsplätze schauen.
Es war, ist und bleibt schlicht BETRUG.
Wenn er nichts wusste, soll er wenigstens sein Salär zurückgeben. Denn dann wäre der Mann eine Vollnull und sein Geld nicht Wert gewesen.
Ich kann, will und darf mir solche Fehler bei der Arbeit nicht erlauben.

Statt gegen viel zu niedrig

Statt gegen viel zu niedrig festgelegte
Stickoxidgrenzwerte zu kämpfen, eine Testerkennungssoftware schreiben zu lassen, war keine kluge Entscheidung.

also bei aller Hingabe

mit der ich sonst auch Blüten verteidige, die die Rechtsstaatlichkeit und die Verteidigerrechte treiben können: das hier

Im Gerichtssaal lenkte der Anwalt das Augenmerk dann auf die Autos der Richter - mit einem Befangenheitsantrag: Gleich zu Beginn wollte er wissen, ob die Richter oder ihre Ehepartner nach 2009 Dieselautos aus dem VW-Konzern gefahren haben. Das könnte zum Ausschluss wegen Befangenheit führen.

ist für mich beim besten Willen nichts anderes als ein Manöver von Winkeladvokaten. Wie sollen denn noch Prozesse gegen Lebensmittelvergifter stattfinden können, wenn man keine Richter findet, die noch nie was gegessen oder getrunken haben?

Anklage wegen Unterlassung. Ein Witz....

Es ist ein Witz, wenn die Staatsanwaltschaft hier wegen Unterlassung klagt. Ja, Audi hat weiterhin Autos auf den Markt gebracht die nicht den Vorgaben entsprachen.
Ja, Volkswagen, Seat, Skoda und Porsche haben dies auch getan.
Auch bei anderen Hersteller, wurden Autos weiterhin verkauft, die danach nochmal in die Werkstatt gerufen wurde, da nach Prüfung des KBA dort auch eine unerlaubte Abschalteinrichtung verbaut war.

War dies aber nicht von der Bundesregierung geduldet bzw. wurde dies in Kauf genommen, da diese über das KBA ja die Typenzulassung er Modelle hätte aufheben können?
Warum wurden Gebrauchtwagen weiterverkauft, die zu diesem Zeitpunkt immer noch mit der "Schummelsoftware" unterwegs waren?
Einem Vorstandsvorsitzenden, deshalb anklagen ist schwach, dann doch bitte auch den Minister für Verkehr, da dieser seiner Pflicht nicht nachgekommen ist.

Aktives Tun setzt Handlungs- (und Entscheidungs-)freiheit voraus

„Nach Einschätzung des Landgerichts München kommt bei den ihm zur Last gelegten Taten nur Unterlassen infrage, kein aktives Tun“

Vermutlich, weil die nicht nur, aber besonders in Bayern vom Gesetzgeber festgelegten Rahmenbedingungen für die Wirtschaft von vornherein so „komfortabel“ ausgestaltet sind, dass sie das Bewusstsein für Ethik bzw. die eigene gesellschaftliche Verantwortung oft schon im Keim ersticken.

Besonders, wenn man bedenkt, dass in unserem Wirtschaftssystem nicht nur nach Auffassung ihrer Führungspersönlichkeiten, sondern auch der meisten Bürger immer noch die Maxime gilt, dass alles vom Geld abhängt - und demzufolge eine soziale Politik, worunter allgemein offenbar nicht zuletzt die Schaffung bzw. Erhaltung von „Arbeitsplätzen“ verstanden wird (wobei es fast egal ist, welchem Zweck die dienen, solange sich mit ihnen die angebliche Basis der Gesellschaft - das Geld - erweitern lässt) logischerweise nur bei "Erwirtschaftung“ möglichst hoher (Geld-)Gewinne möglich ist.

Das ist nur die Spitze

des Eisberges. Auch das Versagen des KBA und damit der staatlich betreute Betrug gehören aufgeklärt und angeklagt.

Es wird aber wohl bei den Bauernopfern -wie so oft- bleiben, da Parteispenden ja nicht gefährdet werden sollen.

19:26 von Odi.14

>>Es wird aber wohl bei den Bauernopfern -wie so oft- bleiben...<<

Der Vorstandsvorsitzende einer weltweit agierenden AG ein Bauernopfer?
Also ich weiß nicht.

Was wird er wohl Aussagen?

Bestimmt nur dass, wo er weiß, dass die Ankläger es ihm nachweisen können.
Mit Sicherheit nicht ein bisschen mehr.
Schauen wir mal, ob hier auf einmal einer "umfassend" die Wahrheit sagt.
Ich glaube nicht daran, bin aber noch lernfähig.

Das Problem wäre doch

Das Problem wäre doch soooooooooo einfach zu lösen gewesen, ohne Betrug: Wenn der 23-Liter-Tank mit AdBlue nicht bis zum nächsten Wartungsintervall reicht, muss der Autobesitzer in die Lage versetzt werden, diesen Tank selbst aufzufüllen - das Zeug ist ja billiger als Sprit...

19:05 von Werner40

da haben sie wohl nicht ganz Unrecht !

wobei jetzt kriegt man es ja auch hin mit dem NOx
verbrauche 0,7 l/1.000 km Adblue,
eigentlich ne Lachnummer dann nen 23 l Tank einzubauen
ohnehin wird mit dem Diesel übertrieben
ich habe nen Rußpartikelfilter, ein Benziner nicht !
und CO erzeugt meiner die Hälfte wie ein Benziner
CO2 ohnehin geringer weil effizienter

Ist der nächste Skandal schon vorprogrammiert ?

Die Selbstverständlichkeit wie diese Betrügereien durchgeführt wurden , das fehlende Unrechtsbewusstsein, die totale Selbstverständlichkeit wie die Öffentlichkeit betrogen wurde aber auch die unglaubliche Risikobereitschaft seitens der Unternehmen, das anscheinende Unwissen das es hier um Milliarden Schäden ging. Aber auch die Öffentlichkeit, wie lange hat es gedauert bis man sich bewusst war was hier passiert ist.
Und was lernen wir daraus, nicht nur bei Autos, sondern bei sämtliche an den Verbrauchern gerichtete Artikel, vor allem Lebensmittel.
Oder ist der nächste Skandal schon vorprogrammiert ?

Am 30. September 2020 um 19:15 von frosthorn

Zitat: ist für mich beim besten Willen nichts anderes als ein Manöver von Winkeladvokaten. Wie sollen denn noch Prozesse gegen Lebensmittelvergifter stattfinden können, wenn man keine Richter findet, die noch nie was gegessen oder getrunken haben?

Es geht doch den Verteidigern nicht darum, ob die Richter jemals ein Auto gehabt haben, sondern darum, ob sie ein Auto gefahren sind, das von der Schummelsoftware betroffen war.

Ist es nicht einen Gedanken wert, zu hinterfragen, ob ein vielleicht persönlich Betrogener über den Betrüger zu Gericht sitzen darf? Soll er sich im Rahmen des Prozesses dann auch noch gleich Schadensersatz zusprechen können?

Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben: Dürfte ein Richter, der an einer Lebensmittelvergiftung erkrankt war, im Prozess wegen Körperverletzung über den Verursacher urteilen?

Am 30. September 2020 um 19:16 von Berliner_Schnauze

Zitat: Es ist ein Witz, wenn die Staatsanwaltschaft hier wegen Unterlassung klagt.

Die StA hat wegen aktiven Tuns angeklagt. Erst das Gericht hat das Vorliegen eines Unterlassungsdeliktes ins Spiel gebracht.

Zitat: Ja, Audi hat weiterhin Autos auf den Markt gebracht die nicht den Vorgaben entsprachen.

Es wird über Herrn Stadler geurteilt, nicht über Audi. Fraglich ist allein, was Herr Stadler persönlich getan oder unterlassen hat.

30 Jahren ein bescheidenes Auto fährt.

„Im Gerichtssaal lenkte der Anwalt das Augenmerk dann auf die Autos der Richter - mit einem Befangenheitsantrag.“

Kann ich verstehen.

Ein Richter, der mit dem Fahrrad in der Großstadt unterwegs ist und die Abgase dieser Bescheißer ("Ganz ohne Bescheißen werden wir es nicht schaffen.") einatmen muss, wird die Angelegenheit sicher anders betrachten, als jemand, der seit 30 Jahren diese Marke fährt.

Wer will schon von sich behaupten, dass er seit 30 Jahren ein beschissenes Auto fährt.

„ Vorsprung durch B.......“ eben.

Durch Technik, war zu Piëchs Zeiten.
Danach kamen die anderen-.

Bauernopfer

Die von der EU erlassenen Schadstoffgrenzwerte gehören vor Gericht.
das ist IRRSINN.
Euro5
Euro6
Euro . . .
Bei Euro 10 darf nur noch pupwarme Luft aus dem Auspuff kommen.

@falsa demonstratio, 20:08 re @frosthorn

Danke. Das war wohl wirklich ein Schuss aus der Hüfte von mir. Sie haben natürlich recht.

@waldbeutler 19:35

"Das Problem wäre doch soooooooooo einfach zu lösen gewesen, ohne Betrug: Wenn der 23-Liter-Tank mit AdBlue nicht bis zum nächsten Wartungsintervall reicht, muss der Autobesitzer in die Lage versetzt werden, diesen Tank selbst aufzufüllen"

Ich denke, dass ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne, wenn ich behaupte, dass die Autokonzerne das bestimmt gemacht hätten, wenn es sooooo einfach gewesen wäre.
Nur so als Gedankenanstoß: Möglicherweise war der AdBlue-Tank so verbaut, dass man das wirklich nicht jedem Kunden zumuten konnte. Vielleicht hätte man, um das jedem Kunden zumuten zu können, einen anderen Deckel auf den Tank machen müssen, was aber so kurzfristig nicht ging.
Möglicherweise hingen da langfristige Verträge dran, die man nicht so einfach kündigen konnte.

Alles das sind nur Sachen, die mir gerade so durch den Kopf gehen und die keinesfalls zutreffen müssen, sondern nur zeigen sollen, dass es vermutlich Gründe gab, dass es doch nicht ganz so simpel war.

@6X66 20:21

"Bei Euro 10 darf nur noch pupwarme Luft aus dem Auspuff kommen"

Wo ist das Problem?
Wir haben doch angeblich die besten Ingenieure der Welt! Wenn die Politik die Rahmenbedingungen entsprechend gestaltet, ist das mit der "pupwarmen Luft" (oder sogar ohne sie!) doch auch jetzt schon möglich!

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