Ihre Meinung zu: EU-Agrarreform soll neue Schwerpunkte setzen

19. Oktober 2020 - 14:54 Uhr

Grüner, nachhaltiger, mehr Unterstützung für kleine Betriebe: So könnte die EU-Agrarpolitik nach der geplanten Reform aussehen. Am steilsten Weinberg Europas zeigt sich, worum es dabei geht. Von Regina Steffens.

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Kommentare

Gerade diese weinförderung

Gerade diese weinförderung kann wegen mir weg. Entweder man schmeckt den Steilhang oder eben nicht.
Der Kenner wird dann auch dementsprechend, mehr zu Zahlen bereit sein.

"Grüner, nachhaltiger, mehr Unterstützung für kleine Betriebe: So könnte die EU-Agrarpolitik nach der geplanten Reform aussehen"

Hoffentlich könnte sie das nicht nur, sondern tut es auch. Es kann nicht sein, dass es in Wirtschaft und Politik nur noch um möglichst viel "Masse" (Geld) statt um (Lebens)Qualität geht.

"Am steilsten Weinberg Europas zeigt sich, worum es dabei geht"

U.a. in diesem Video aus dem gestrigen Europamagazin: daserste.de/information/politik-weltgeschehen/europamagazin/videos/weinbau-video-100.html

EU-Agrarreform

Da seit Grüdung die Agrar Spenden nie was erreicht haben sollte mann jetzt mal auf alle Alimentierungen verzichten.

Dann kann und muss der Verbraucher entscheiden was er real und wirklich für seine Lebensmittel bezahlen muss und die ganzen Vorwürfe von Billigfleich sind dann sofort erledigt.

Wozu am Steilhang?

Ich habe hier eine absolute Bildungslücke und komme auch nicht aus einer deutschen Weinregion. Kann mir jemand sagen, warum genau man am Steilhang Wein anbauen soll, wenn es anscheinend fast nur Nachteile mit sich bringt?
Wenn es für die Region und den Tourismus so interessant ist, wäre es ggf. sinnvoll, dass hier auch die Region, die ja vom Tourismus direkt profitiert, etwas zuschießt.

Es ist aus meiner naiven Sicht fraglich, warum die EU so viel Geld für eine Anbaumethode ausgeben sollte, die so ineffektiv ist; es sei denn, dass diese vielleicht einen enormen ökologischen Nutzen bringt. Aber ist die Fläche für den Weinanbau zu nutzen viel besser als sie brach liegen zu lassen?

Ich habe sicher etwas übersehen und freue mich über Hinweise.

16:24 von WiPoEthik

Zitat:"Ich habe hier eine absolute Bildungslücke und komme auch nicht aus einer deutschen Weinregion. Kann mir jemand sagen, warum genau man am Steilhang Wein anbauen soll, wenn es anscheinend fast nur Nachteile mit sich bringt?"

Die Nachteile hat der Winzer bei der Arbeit. Den Vorteil hat er anschließend, denn die Qualität des Weines ist in den meisten Fällen höher. Das liegt daran, dass in unseren Breiten, vor allem in den nördlicheren Weinbauregieonen wie Mosel, Main und z.T. auch Neckar, der Winkel der Sonneneinstrahlung in der Ebene flacher ist als in südlicheren Regionen. Am Steilhang, vor allem, wenn er nach Süden oder Südwesten ausgerichtet ist, wird die Sonneneinstrahlung besser aufgefangen, zudem speichert der Boden die Wärme länger. Das macht sich dann in der Qualität des Weines bemerkbar. Wenn das anders wäre, hätte man diese anstrengende Art des Weinbaus schon lange aufgegeben.

16:24 von WiPoEthik

vielleicht weil dort der boden besonders gut für reben geeignet ist, und die steillage viele sonnenstunden am tag bringt. wenn dann der winzer sein handwerk versteht, macht er einen sehr guten wein zu einem hohen preis. also kein grund, wieder nach staatshilfe zu schreien. hoffe geholfen zu haben

EU-Agrarreform soll Schwerpunkte setzen....

Das wäre schön, wenn da ökologische Schwerpunkte gesetzt würden. Bisher aber ist es so, daß die Mittel aus der Gemeinsamen Agrarpolitik, jedenfalls in Deutschland den Großbetrieben zugute kommen. Ohne Beachtung von Umwelt und Ökologie. 69 Prozent für 20 Prozent der Betriebe. Für einen 50 Hektar großen Betrieb 14.000 Euro, für einen 5000 Hektar großen 1,5 Millionen.
Und in dem Artikel "Durchsichtige Manöver", vom 22.September steht auch, wer bei einer Reform bremst. Wer in der EU eine Deckelung von 100.000 Euro ablehnte.

@WiPoEthik

Im Internet findet man sehr schnell Antworten zu Ihren Fragen. Zum Beispiel:
https://www.moderne-landwirtschaft.de/klare-antworten-zum-weinbau

Weinanbau an Steilsthängen

Gegen Bildungslücken kann man etwas tun. Googeln Sie unter PORTWEIN, DOURO ALTO. Da finden Sie riesige Weinanbauflächen, gegen die die Moselhänge ein Kindergarten sind. Die Portweinterrassen wurden vor hunderten von Jahren in die Steilhänge des Douros gepickelt, sind als anerkanntes Weltkulturerbe die Grundlage weltweit geschätzter Portweinkultur und als Landschaft ein wahres Abenteuer.
Für Spitzenradsportler sind sie ein Eldorado, aber Vorsicht für Radreisende! Das auf Granit basierende Tal des Douros ist so steil, dass es keine Uferstraßen gibt wie an der Mosel, da ist einfach kein Platz für Uferstraßen. Entweder man fährt steilst bergauf, oder steilst bergab, eine wahre Tortur mit Radreisegepäck.

es wird Zeit

diese, unsere Lebensgrundlagen zerstörende, Landwirtschaft nicht mehr zu subventionieren. In Zeiten, in denen der Bürger immer stärker für Umwelt- und Klimaschutz zur Kasse gebeten wird, kann es nicht sein, dass mit seinen Steuergeldern gleichzeitig Klima- und Umweltzerstörung subventiniert werden!

Es gibt keine Alternative, ausser...

Frau Klöckner, mit ihren Freunden vom Bauernverband und ihren Konservativen Kollegen verhindern wieder alles. Verschieben wie bei der Tierhaltung alles in die Zukunft.

Es muss wesentlich nachhaltiger werden. Mehr Ökolandbau, weniger Pestizide, weniger Dünger, usw.

Weg von der Flächensubvention!

Agrareform

Es gibt nur eine Reform und die besteht im rigerosen Zusammenstreichung der Agrasubventionenen. Einem wenn nicht dem größten Stück des jährlichen Haushaltes.
Es wäre ökologisch sinnvoll, es wäre fair für die Märkte in Afrika, die von der subventionierten Überproduktion auskonkurriert wird, würde die Flucht aus eben diesen Ländern reduzieren.
Die eingesparten Gelder für Bildung, Innovation und Forschung einsetzten damit Europa noch mehr ins Hintertreffen gerät.
Hat Europa die Kraft ?
Ich bezweifle es. Hier gilt ebenso Marcon's Gedanke zur NATO, vom Hirntod Europas und ihrer Representanten. Den Lobbyisten entlich die Tür weisen.

Relikt aus Nachkriegsnöten

Die Versorgung mit Nahrungsmitteln können wir sichern durch eine Vielfalt von Quellen, die nicht regional sein müssen, aber deren Preise Transport und Qualitätskennzeichnung fair einschließen. Flächensubventionen behindern oft unfair Importe. Landschaftspflege sollte auch unabh. von Landwirtschaft bezahlt werden (z.B. halbwilde Blühpflanzen). „Kleine Betriebe“ ist zumindest dort kein sinnvolles Förderkriterium, wo Arbeitskräfte eher knapp sind. Sonst sollten wir analog Subventionen für Autohersteller auch auf kleine Werkstätten konzentrieren, die Autos mit wenig Maschinen zusammenschrauben (aber mit hohen Kosten). Ironiestopp: Subventionen für kleine Betriebe bremsen techn+ökon. Fortschritt. Die GAP schadet statt zu nutzen. Die vorgestellten jungen Weinbauern sollten gefördert werden bei der Fortsetzung ihres Studiums - nicht beim unwirtschaftlichen Weinbau als Touristentheater.

Am 19. Oktober 2020 um 16:24 von WiPoEthik

„Wozu am Steilhang?
Ich habe hier eine absolute Bildungslücke und komme auch nicht aus einer deutschen Weinregion. Kann mir jemand sagen, warum genau man am Steilhang Wein anbauen soll,

Als Nicht-Weintrinker natürlich unvorstellbar.

Weintrinker spazieren gern, genießen die schöne Aussicht auf die Mosel und dann noch ein köstliches Schlückchen Wein.

Ich habe zwar schon mal den Unterschied zwischen Wein- u. Biertrinker beschrieben, aber

Weinkenner nehmen einen kleinen Schluck, lassen ihn langsam die Zunge heruntergleiten, machen ein zischendes, schnalzendes Geräusch.

Danach wissen sie sofort, nicht nur welcher Stein dem Tropfen den edlen Geschmack gegeben hat, sondern kennen sogar die Geschichte, mit der der Stein seine unverkennbare Herkunft erzählt.

Biertrinker, nehmen 1-2-3 Schluck oder trinken das Glas aus, machen AHHH, lehnen sich zurück und….

Es gehört eben auch viel Idealismus und Freude an der Arbeit dazu, in den beschriebenen Steillagen Wein anzubauen.

viel Idealismus und Freude

Werner Krausss @
Aber das muss doch dann nicht von der EU hoch Alimentiert weden.

So wie sonst auch sollten "NUR" die Nutzer bezahlen. Egal ob beim Wein, Steak oder andern Lebensmitteln.

Steuergelder von morgen für System von gestern

Die Vorschläge, die Klöckner hier diskutieren lässt, machen die GAP mitnichten umweltfreundlicher, sie stellen sich aktiv gegen den EU Green Deal. So sollen künftig z.B. genau so viele Flächenanteile pro Betrieb für Insekten & Co. zur Verfügung stehen wie bisher (nämlich 5% auf denen sogar angebaut werden darf; die Wissenschaft sagt, es müssen 10% nicht-produktiv sein). Außerdem soll beschlossen werden, dass die GAP zu 40% klimafreundlich sei, auch wenn es hierfür keinerlei Evidenz gibt, und u.a. der Europäische Rechnungshof diese Lesart scharf kritisiert.
Die Minister lassen auch die Betriebe alleine, wenn sie das Fördersystem nicht auf Zukunft programmieren. Denn die Klima-und Umweltauflagen kommen früher oder später ohnehin, nur ohne GAP bekommen die Landwirte dann keine Hilfe dabei sich darauf einzustellen. Und das ganze geschicht nicht EU-weit, so dass der Wettbewerb leidet.... Die Liste ließe sich lange fortsetzen...

Am 19. Oktober 2020 um 17:58 von werner1955

„viel Idealismus und Freude
Werner Krausss @
Aber das muss doch dann nicht von der EU hoch Alimentiert weden.
So wie sonst auch sollten "NUR" die Nutzer bezahlen. Egal ob beim Wein, Steak oder andern Lebensmitteln.“

Danke, dass Sie meinen Kommentar gelesen haben.

„Idealismus und Freude an der Arbeit“

Sie haben Recht.

Hätten mehr Leute Freuden an dem was sie tun, könnten die Krankenkassenbeiträge sicher gesenkt werden.

Aber man kann nicht alles gerecht entlohnen.
Die größten „Hierschreier“ und diejenigen, die sich auch ehrenamtlich engagieren.

Die Welt ist eben ungerecht!

Hehe

„Die Mauern und warmen, freien Flächen der Steilhänge bieten außerdem Lebensraum für Eidechsen, Hummeln, Falter oder Vögel.“

Kurz gesagt: für alles, was einander frisst.

Probleme der heutigen Agrarwirtschaft bekämpfen

Das Beispiel der Winzer, die einen extremen Steilhang bewirtschaften, ist m. E. nicht besonders geeignet, die Probleme der EU-Agrarwirtschaft aufzuzeigen.

Bei der neuen Agrar-Förderung sollte es darum gehen, die Krankheiten der heutigen Agrarwirtschaft zu bekämpfen.

Also: so weit wie möglich weg mit giftigem Pflanzenschutz, mit giftigen Düngern, mit Grundwasser verseuchenden Substanzen, mit Monokulturen, mit prekären Arbeitsverhältnissen, mit unethischer Massentierhaltung, mit CO2, Methan und Feinstaub fördernden Bewirtschaftungsmethoden usw.

Antragsteller sollte schlüssig belegen, wie ihre Bewirtschaftungsbilanz zu den oben genannten Punkten aussieht und Fördergelder erhalten, deren Höhe abhängig ist vom Erfüllungsgrad einer nachhaltigen Agrarwirtschaft einschließlich guter Arbeitsbedingungen und unter Berücksichtigung des Tierwohls.

Über so ein Bewertungssystem kann man fördern, was gut ist und uns langfristig nützt, und man kann Mthoden bekämpfen, die mehr schaden als nützen.

Hopfen wird nicht an

Hopfen wird nicht an Steilhängen angebaut.
Und am Schluss kommt ein besseres Getränk dabei raus. Wieso muss ich Wein subventionieren?

Soll Essen noch ein Genuss bleiben ??

Ein wesentlicher Grund für den Erhalt Kleinbäuerliche Betriebe dürfte doch an allererste Stelle sein, den Erhalt von natürliche und traditionell produzierte Produkte aus Land- und Viehwirtschaft.
In den Landwirtschaftliche Großbetrieben geht bedingt durch die Massenproduktion der natürliche Anbau weitestgehend verloren und damit auch der original Geschmack und Qualität. Es gilt nur der Preis.
Wer die Möglichkeit hatte aus Kleinbetriebe hergestellt Produkte zu schmecken oder über mehrere Jahren zu essen weiß wovon die Rede ist. Denn viele heutige Produkte angeboten in Handel und auch in der Gastronomie sind nur noch ein Schatten ihrer frühere einzigartige Schmackhaftigkeit.
Noch gibt es viele Beispiele, die sollten wir uns erhalten.

richtiges Foerdern durch Subventionen

mal sehen, wer sich bei der jetzigen Runde durchsetzen wird, die Förderer der "konventionellen" Landwirtschaft oder die, die durch gezielte Subventionen Kulturlandschaften pflegen, an der Mosel durch die Pflege der Steilhänge Erdrutsche verhindern und biologisch korrekt angebaute Getreide und Gemüse und ebenfalls artgerechtes Halten und Verarbeiten des "Fleischesser"futters fördern.
Kurz gesagt, nicht mehr Großbetriebe, sondern Klein- und Mittelbetriebe fördern.
Die Fehler der letzten Jahrzehnte wie Butterberg, Milchsee, Rinderflut, Glykolskandal usw sollten nicht mehr gemacht werden; Dunkeltierhaltung gehört verboten wie der Transport über mehrere 100 km
Also für ein gesünderes Gericht auf den Tellern, sei es vegan, vegetarisch oder wie bei mir fleischhaltig
Gruß
Georg

Die kleine Betriebe

Auch diese Neue EG Agrarreform werden die "Kleinen Bauernhöfe" nicht überleben.

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