Ihre Meinung zu: Polen: Verbot von Abtreibungen bei Fehlbildungen

23. Oktober 2020 - 6:58 Uhr

Polen hatte bereits eines der striktesten Abtreibungsgesetze in Europa. Jetzt wird es noch einmal verschärft. Das Verfassungsgericht des Landes erklärte nun auch Abtreibungen bei Fehlbildungen für illegal.

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Kommentare

Dann muss man zur Abtreibung

Dann muss man zur Abtreibung erst auswandern?
Immer erschreckend, wenn solche Moralapostel, ohne jede Verantwortung, anderen Menschen erklären, wie die ihr Leben zu leben haben.

Ich sehe es als verwerflich

Ich sehe es als verwerflich an, wenn diese polnische Regierung Frauen dazu zwingt, schwerst geschädigte Kinder zur Welt zubringen.
Wer hilft diesen Frauen nach der Geburt? Wie können diese Frauen ihr Leben , dass u.a. mit Arbeit in Einklang bringen, wenn ein solches schwerst behindertes Kind sehr viel Zeit benötigt?
Die Kirche wird sicherlich nicht helfen, außer Worte die diesen Frauen nicht helfen.
Einen sozialen Beistand erwarte ich für diese leidgeprüften Frauen nicht.

Gut

"Die vorsitzende Verfassungsrichterin Julia Przylebska erklärte ein Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche im Falle einer schweren Fehlbildung des Fötus erlaubt, für verfassungswidrig."

Das Recht sollte in der Hand der Frau liegen, Ihr Grund sollte entscheiden. Sie muss es austragen. Unglücklicherweise ist das in Polen nicht gegeben.
Anderseits, der Grund ob ein Fötus eine schwere Fehlbildung hat oder nicht, alleine sollte nicht ausreichen um eine Abtreibung vorzunehmen. Diese Formulierung öffnet die Tür, das z.B Eltern mit einem Fötus von Trisomie 13, die sich gegen einen Test, eine Abtreibung entscheiden, stigmatisiert werden... "Dein Kind braucht keine Hilfe, Ihr wolltet es doch haben. (Ihr hättet doch testen können, Du warst doch schon 38). Es war ja Eure Entscheidung, Ihr hättet doch abtreiben können"

@sonnenbogen

"Anderseits, der Grund ob ein Fötus eine schwere Fehlbildung hat oder nicht, alleine sollte nicht ausreichen um eine Abtreibung vorzunehmen" Am 23. Oktober 2020 um 08:17 von sonnenbogen

*

Ich nehme nicht an, dass Sie persönlich den Frauen bei der Pflege der Kinder helfen werden, sonst würden Sie sowas nicht schreiben.

Ich wünschte, man würde bei solchen Nachrichten immer paar reelle Daten angeben. Zum Beispiel, dass Frauen, die sich zu solchen Eingriff entschieden oft bereits ein behindertes Kind pflegen und am Rande ihrer Kräfte sind.

Ein Kind ist keine Strafe Gottes für Unzucht und eine Frau sollte es nur dann bekommen, wenn sie es möchte. Denn nur gewollte Kinder können glücklich werden.

08:11 von Bender Rodriguez

"Immer erschreckend, wenn solche Moralapostel, ohne jede Verantwortung, anderen Menschen erklären, wie die ihr Leben zu leben haben."

Sind sie in sachen Corona nicht einer dieser Moralapostel?
Da ist es dann OK anderen Menschen erklären zu können was sie tun und zu lassen haben?

Der polnischen Regierung laufen die Leute davon

Hunderttausende Polen arbeiten im Ausland und das soll wohl mit Nachwuchs zwangsausgegliechen werden. Als ob das jemals geholfen hätte.

Ps. Gibt es denn keine Waisenkinder in Polen, um die sich die Regierung kümmern kann?

Am 23. Oktober 2020 um 08:33 von Tada

"Ein Kind ist keine Strafe Gottes für Unzucht und eine Frau sollte es nur dann bekommen, wenn sie es möchte. Denn nur gewollte Kinder können glücklich werden."

Ich stimme Ihnen 100% zu. Die Frau sollte entscheiden, aber die Entscheidung sollte nicht als "ALLEIN" auf die Behinderung abgewälzt werden.

08:17 von sonnenbogen

“Anderseits, der Grund ob ein Fötus eine schwere Fehlbildung hat oder nicht, alleine sollte nicht ausreichen um eine Abtreibung vorzunehmen.“

Soweit ich weiss, wird keine Frau gezwungen, einen Abbruch vornehmen zu lassen. Es ist (fast) immer ein Kampf um zu einer Entscheidung zu kommen.
Wenn eine Fehlbildung dafür aber nicht ausreicht, was denn dann?
Bei einer Fehlbildung z.B. Trisomi 18 ö.ä., bei der das Kind kaum lebensfähig ist (kein geborenes Kind wird älter als ein Jahr), wird polnischen Frauen nun ein Abbruch verwehrt. Die seelische Belastung, der Kummer und die möglichen Schmerzen denen das Ungeborene ausgesetzt sind, zählen nicht. Was hat das mit Menschenwürde und mit “Recht auf Leben“ zu tun?
Frauen wird von Besserwissern Recht genommen; Besserwisser, die nach der Geburt des Kindes nicht zur Unterstützung zur Verfügung stehen.

Werner

Weder bin ich ein Moralapostel, noch erkläre ich irgendwem, was er zu machen hat, noch sind Embryofehlbildungen ansteckend. Verwurschtel jetzt mal nicht alles auf einmal, was weder stimmt, noch miteinander zu tun hat.
Und für Dich, im Internet immer noch "Du".

"in jeder Entwicklungsphase"

"Abtreibungsregelung einen Verstoß gegen den verfassungsrechtlich verankerten Schutz des Lebens. Dem gab das Gericht recht. Leben sei dem Urteil zufolge "in jeder Entwicklungsphase" zu schützen."

*

Ist ja süß.
Wenn das Leben "in jeder Entwicklungsphase" geschützt werden soll, dann kümmert sich die polnische Regierung vielleicht endlich um das unterfinanzierte polnische Gesundheitssystem. Dann müssen polnische Krankenschwestern nicht im Westen Altenpflege machen.

Na dann man los, ihr Lebensschützer! Macht dass Eure Krankenschwestern für Eure Kranken da sind!
(Aber vermutlich läuft das auf Grenzschließung "wegen Corona" hinaus.)

@Bender Rodriguez

"noch sind Embryofehlbildungen ansteckend" Am 23. Oktober 2020 um 08:59 von Bender Rodriguez

*

Aber oft handelt es sich um vererbte Krankheiten, über die die Betroffenen besser bescheid wissen, als jede Regierung und alle Moralapostel zusammen.

Also sollten die Betroffenen die alleinige Entscheidungsgewalt haben.

Schutz des Lebens

ein sehr schwieriges Thema !
Hat ein Kind kein Recht auf Leben nur weil es nur durch ne Vergewaltigung gezeugt wurde ?
Wie sieht es bei einer schweren Fehlbildung aus ?
Was ist für eine Frau "zumutbar"
Haben nicht gerade wir so unsere Erfahrungen mit Euthanasie ?
Darf man überhaupt eine Frau zwingen ein Kind auszutragen ?
Behindert, ungewollt, falsches Geschlecht, falsche Zeit - aus welchem Grund auch immer ?
Also ich bin gelegentlich froh nicht Richter zu sein, Gott spielen zu müssen

Polen hat die schlimmste Konstellation

In Europa: eine verlogene ultrakonservative Politikerkaste, dazu die kath. Kirche als Wählerzuträger. Diese Mischung macht es aus, dass sich das kommunistische Polen kaum vom heutigen Polen unterscheidet. Polen, eine Schande für die EU.

@Sisyphos3

"Behindert, ungewollt, falsches Geschlecht, falsche Zeit - aus welchem Grund auch immer ?
Also ich bin gelegentlich froh nicht Richter zu sein, Gott spielen zu müssen" Am 23. Oktober 2020 um 09:11 von Sisyphos3

*

Für mich ist es einfacher:
Mein Bauch, meine Entscheidung.

Denn es ist: mein Sodbrennen, meine Atemnot, mein gequetschtes Herz, meine Inkontinenz, meine Hämorrhoiden, meine Gebärmutterabsenkung, mein Risiko einer Schwangerschaftsvergiftung usw.

(Ja, die meisten Schwangerschaften gehen gut aus, aber die meisten Extremsportler kommen auch gut wieder heim.)

09:11 von Träumerhabenverloren

eine verlogene ultrakonservative Politikerkaste,
dazu die kath. Kirche als Wählerzuträger.
Polen, eine Schande für die EU.
.
irgendwie wird die Bevölkerung ja schon hinter der katholischen Kirche stehen.
Ebenso hinter der "verlogenen" ultrakonservative Politikerkaste.
Worin sehen sie jetzt "eine Schande für die EU"
weil die zu vielen Themen ne andere Meinung haben , als sie und ich ?
Auch das ist Ausdruck von Demokratie, andere Meinungen zu tolerieren

09:19 von Tada

Für mich ist es einfacher:
Mein Bauch, meine Entscheidung.
.
freut mich für sie !
ich tue mir eben etwas schwerer
die Rechte der Frau und die des Kindes unter einen Hut zu bringen

@ 09:11 von Sisyphos3

"Wie sieht es bei einer schweren Fehlbildung aus ?
Was ist für eine Frau "zumutbar"
Haben nicht gerade wir so unsere Erfahrungen mit Euthanasie ?
Darf man überhaupt eine Frau zwingen ein Kind auszutragen ?
Behindert, ungewollt, falsches Geschlecht, falsche Zeit - aus welchem Grund auch immer ?"

Zwischen schwerer Fehlbildung und "falsche Zeit oder falsches Geschlecht" wie Sie es aufgeführt haben liegen doch wohl himmelweite Unterschiede.

"Was ist für eine Frau zumutbar?"
Männer haben da nix mit zu tun?

Gerade Ihre Aussage das sie nicht würden richten wollen zeigt doch das man das die schwere Entscheidung ausschliesslich den betroffenen Familien überlassen kann.

09:59 von Fischkopp77

sollte es ihnen nicht aufgefallen sein
ich versuchte ein paar Gesichtspunkte,
Pro/Kontra Argumente aufzulisten
ich glaube nicht für ein Seite Stellung bezogen zu haben !

Abtreibung in Polen

man kann unterschiedlich zu der Abtreibung stehen wie es hier einige Kommentare auch tun, nur vergessen diese Personen eins mit diesen Urteil wird in Polen den Frauen das Recht auf selbständige Entscheidungen entzogen und geht damit ins Mittelalter zurück. jede Frau sollte selbst entscheiden können und nicht wie in Polen wo es den Frauen verwehrt wird und zwar das recht auf selbständige Entscheidungen .

10:07 von Sisyphos3

"09:59 von Fischkopp77
sollte es ihnen nicht aufgefallen sein
ich versuchte ein paar Gesichtspunkte,
Pro/Kontra Argumente aufzulisten
ich glaube nicht für ein Seite Stellung bezogen zu haben !"

doch, das ist aufgefallen - allerdings können wir uns nur von hier aus leisten, für keine Seite Stellung zu beziehen, für Frauen in Polen spielen diese Pro/Kontra Argumente keine Rolle mehr, wenn Abtreibung in fast allen Fällen schlicht verboten wird ...

Also werden wir Polnische Frauen ...

.. zukünftig vermehrt in "abtreibungsliberalen" Ländern der EU antreffen ... quasi ein erneuter Abtreibungstourismus.
Die emanzipierte Polin wird zukünftig ihre u. U. ungewollte- oder "Risikoschwangerschaft" in der Heimat verschweigen und einen "Urlaub" im Ausland antreten.
Allerdings halte ich Polen für imstande, Frauen "im gebährfähigen Alter" bei der Ausreise unter Generalverdacht zu stellen und einen Schwangerschaftstest an zu ordnen ... ich denke, dort ist mittlerweile alles möglich.
Im übrigen bin ich zwar nicht der "unbedingte Abtreibungsbefürworter", unterstütze aber die Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper.
Allerdings: Bei den vielen Möglichkeiten zur Verhütung sollte für jeden (!) etwas dabei sein, oder?

Es wird höchste Zeit,

dass diese katholisch-reaktionäre Regierung, die den Rechtsstaat demontiert, endlich verschwindet.
Die EU hat dem Rechtsbruch Lage genug tatenlos zugesehen.

@08:11 von Bender Rodriguez

"Immer erschreckend, wenn solche Moralapostel, ohne jede Verantwortung, anderen Menschen erklären, wie die ihr Leben zu leben haben."

Nunja, wir halten uns sonst ja auch immer unsere Werteorientierung zugute und die an sich philosophische Frage, wann Leben wirklich beginnt ist relevant und nicht eindeutig zu beantworten. Jede konkrete Regelung kann maximal ein Kompromiss zwischen unterschiedlichen Vorstellungen davon sein.
Absurd wird´s allerdings, wenn diese Vorstellungen unterkomplex von irgendeinem religiösen Dogma abgeleitet werden, dass einfach ohne Nachzudenken als die Wahrheit übernommen wird.
Das Verwenden von Kondomen ist da vermutlich schon "Spermozid" ;-)

Verschärfung geht in meinen Augen zu weit

Als Konservativer und Liberaler - sprich: AfD-Wähler - bin ich, bekannterweise neben Donald Trump, einer der größten Menschrechtsaktivist und Lebensschützer. Deswegen halte es für richtig, dass menschliches Leben geschützt bleibt und dass Abtreibungen nur unter bestimmten Voraussetzungen und Bedingungen erlaubt sein sollte. Bei starken Fehlbildungen sollte nach meinem Dafürhalten eine Abtreibung erlaubt sein, die schließlich immer noch ein massiver Eingriff für die Frau darstellt, sowohl in physischer als auch psychischer Sicht.
Die Verschärfung des Abtreibungsrechts in Polen geht insofern in meinen Augen zu weit.

Ich bin jedoch sehr dafür, dass andere Länder SELBER darüber entscheiden sollten, wie sie in derartige moralisch und ethisch tiefgreifenden Fragen verfahren.

Bemerkenswert ist mal wieder, dass die Vertreter der linken Position als "Menschenrechtsaktivisten" geframt werden, wobei sie sich eben gegen den Schutz des (ungeborenen) Lebens aussprechen.

Funny world!

@ H. Hummel

"unterstütze aber die Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper. Allerdings: Bei den vielen Möglichkeiten zur Verhütung sollte für jeden (!) etwas dabei sein, oder?" Am 23. Oktober 2020 um 11:00 von H. Hummel

*

Für Radikale Katholiken kommt auch keine Verhütung in Frage. Das ist "Betrug an Gott".
Daher braucht man da die Verhütung gar nicht ins Spiel zu bringen.

Und sachlich: Nein, es gibt nicht für jeden was dabei. Kondom kann reißen und Hormone können für manche gefährlich sein (genetisch bedingte Thrombose gefahr; diese ist auch für Fehlgeburten verantwortlich, da die Thrombosen die Blutgefäße verstopfen und der Fötus verhungert; Betroffene müssen in der Schwangerschaft Thrombosespritzen nehmen.)

Zum Vergleich:
Die Männer nehmen die Pille für den Mann schon deshalb nicht, weil sie davon Pickel bekommen.

Thrombosen mit Lebensgefahr - Pickel.
Was soll man dazu sagen?

Polnisches Verfassungsgericht, gehört vor das selbige!

Unfassbar! Abtreibung ist human! Doch wenn Personen sich einbilden, dass Leben zu Ertragen sein hat, frage ich mich warum? Man stelle sich hochrangige männliche Politiker vor. Uuund jene wären auf wundersame Weise plötzlich die, die etwa von widerlichen Kerlen vergewaltigt und geschwängert würden. Da würde sich bei jenen emotional und gesellschaftlich alles gegen Herzigung jenes Kindes wehren. Und, da bin auch ich mir sicher. Wenn jene hohen Politiker als Mann ein stark behindertes Kind austragen sollten, weil Frauen keine emotionale Mitmenschlichkeit für Schwangerschaftsabbrüche hinbekämen, dann gingen jene auf die Barrikaden. - Oder Schreck: sollen geborene Kinder mit Behinderungen irgendwann dem wehrlosen Kindesmissbrauch zugeführt werden, oder medizinische Versuchskanickel? Dann sollen jene Politiker im Knast landen, sage ich in dem Fall! Das Leben soll Lebenswege herzigen, nicht aber Behinderungsqualen provokativ anzüchten! Die Mütter entscheiden! Denn sie Lieben!!!
Frau D. Brauer

@Blitzgescheit 12:29

„Als Konservativer und Liberaler- sprich: AFD-Wähler- bin ich ... neben Donald Trump, einer der größten Menschenrechtsaktivisten und Lebensschützer“
Zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

um 09:11 von Sisyphos3

"Schutz des Lebens
ein sehr schwieriges Thema !
Hat ein Kind kein Recht auf Leben nur weil es nur durch ne Vergewaltigung gezeugt wurde"

"Ne Vergewaltigung"

Darin steckt der Keim für das Leid, das viele Frauen erdulden müssen in einer noch immer von Männern dominierten Legislative.

Ihr coupiertes Pronomen bringt es auf den Punkt. Würden Sie noch von 'ner' Knarre reden, wenn Sie selbst mal in die Mündung gucken mussten, völlig hilflos? Worüber wollen Sie mitreden, wenn Sie nicht mal den Respekt aufbringen, das Entsetzliche NICHT zu bagatellisieren, wie Sie das bei fast allem machen was Frauen geschieht oder Frauen aktiv tun?

Es passt alles zusammen ...

... die Nöte der Frauen werden ins Unermessliche (kaum eine Frau entscheidet eben mal leichtfertig) gesteigert, gleichgeschlechtliche Beziehungen verfolgt usw. Gewalt gegen Meinungsabweichler wird dagegen gebilligt. Und auch das wieder unter dem Deckmantel von Religion.

@eureka, 08:14

"Wer hilft diesen Frauen nach der Geburt? Wie können diese Frauen ihr Leben , dass u.a. mit Arbeit in Einklang bringen, wenn ein solches schwerst behindertes Kind sehr viel Zeit benötigt?"

Sehr gute und berechtigte Fragen, die Sie stellen. Dass Eltern (nicht nur Frauen) von behinderten und nichtbehinderten Kindern viel zu wenig Hilfe erfahren, ist einer der größeren Skandale westlicher Gesellschaften!

Nur: Das unborene Leben deshalb einfach abzutöten (abtöten zu dürfen), kann ja wohl kaum die zivilisierte Antwort darauf sein.

um 12:58 von schneegans

>>
Und auch das wieder unter dem Deckmantel von Religion.
<<

Entwicklung zum Gottesstaat. Geht eben auch unter christlichen Vorzeichen. Und alle relevanten sind a priori frauenfeindlich. Wurzeln alle in patriarchalischen Gesellschaften.

Tja...

es ist wie in Deutschland, Berlin, oder Großbritannien. Man bekommt was man wählt. Ist ziemlich einfach.

Nicht abtreiben ist

Nicht abtreiben ist grundsätzlich natürlich besser.
Nun könnte das politische Volk seine Regierung dazu drängen, ein vernünftiges Pflegesystem für Kinder mit Behinderungen einzurichten. Am fehlenden Personal wird das nicht scheitern können. Immerhin gibt es in Polen so viele überzählige Pflegekräfte und Ärzte, dass die sogar ins Ausland abwandern.
So können also auch Arbeitsplätze geschaffen werden.
@ Tagesschau und Faktenfinder: Berichtet doch bitte mal über das polnische Sozialsystem.
Wie hoch sind die Renten, die medizinische Versorgung, wie gut werden die Altenheime geführt, wie sieht die Arbeit mit behinderten Menschen in Polen aus?
Bitte Richter hier doch mal eine neue Rubrik ein, in der sämtliche EU - Länder in allen politischen, sozialen und gesellschaftlichen Bereichen ausführlicher dargestellt werden.
Damit man vergleichen kann und Ideen für das eigene Land bekommt.
Für die Renten zB gibt es gleich mehrere europäische Länder, die wesentlich bessere Lösungen gefunden haben.

12:58 von schneegans

gleichgeschlechtliche Beziehungen verfolgt .... auch das wieder unter dem Deckmantel von Religion.
.
was sagt den unser Heilige Vater zur gleichgeschlechtlichen Beziehung ??
Ich glaube ihr Informationsstand bezüglich dieses Themas ist veraltet

12:53 von melancholeriker

ist es nötig mich so unflätig anzugreifen ?
ich habe ein paar Aspekte für und gegen eine Abtreibung gebracht
nicht mehr nicht weniger
meine Meinung zum Thema kennen sie ohnehin nicht
Aber vielleicht können sie mal konkreter werden,
erklären wie sich ein Kind unterscheidet
anhand der Tatsache wie es jetzt gezeugt wurde
Vergewaltigung, heiße Liebesnacht mit und ohne Kinderwunsch, künstlich befruchtet, Leihmutter ....
und sein sich dadurch ergebendes spezielles Lebensrecht ?

@um 09:11 von Sisyphos3

"Hat ein Kind kein Recht auf Leben nur weil es nur durch ne Vergewaltigung gezeugt wurde"

Kurz und knapp - zu diesem Zeitpunkt ist es noch kein Kind, damit ist eine solche Frage obsolet.

Zu etwas anderem - es gibt ja immer diesen "Marsch für´s Leben" der Abtreibungsgegner. Komischwerweise decken deren Protagonisten/Teilnehmer sich oft mit der "Absaufen, Absaufen"-Protestbewegung und feiert jeden ertrunkenen Flüchtling im Mittelmeer. Soviel zu den Argumenten vieler (nicht aller) Abtreibungsgegner.

10:49 von Frau Schmitt

wenn Abtreibung in fast allen Fällen schlicht verboten wird ...
.
an wem liegt das ?
ich habe kein Wahlrecht in Polen um ne Änderung herbeizuführen
wohl aber alle Frauen in Polen
warum nehmen die das nicht in dem von ihnen gewünschen
Sinne wahr

Am 23. Oktober 2020 um 13:37 von Sisyphos3

12:58 von schneegans: gleichgeschlechtliche Beziehungen verfolgt .... auch das wieder unter dem Deckmantel von Religion.
.
Zitat: was sagt den unser Heilige Vater zur gleichgeschlechtlichen Beziehung ?? Ich glaube ihr Informationsstand bezüglich dieses Themas ist veraltet

Glauben Sie, dass Franzens (neue) Haltung die polnischen (homophoben) Katholiken nachhaltig beeindruckt?

Abtreibung

Wenn es sich wirklich um eine Fehlbildung handelt, dann sollten die Eltern zusammen entscheiden dürfen, ob Abtreibung oder nicht. Ob aber überall auch sehr sehr sicher eine Fehlbildung festgestellt werden kann? Ich hab schon von so vielen mitbekommen, das die angeblich einen Jungen bekommen sollten, es aber nachher doch ein Mädchen wurde oder umgekehrt.

13:58 von Wolfes74

Kurz und knapp - zu diesem Zeitpunkt ist es noch kein Kind, damit ist eine solche Frage obsolet.
.
legen sie das fest ?

"Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG schützt auch das sich im Mutterleib entwickelnde Leben als selbständiges Rechtsgut."
Urteil, 25. 02.75, Az.: 1 BvF 1, 2, 3, 4, 5, 6/74
Angesichts der Tatsache, dass das BVerfG bereits 2x erkannt hat, dass auch das ungeborene Leben unter Art. 2 II GG fällt Entwicklung als Mensch und nicht zum Menschen

Zitat : "der Abtreibungsgegner."
machen sie mich jetzt dafür verantwortlich ?
warum nicht für die Befürworter
woher wollen sie überhaupt wissen wie ich dazu stehe ?

14:00 von falsa demonstratio

ich hoffe nicht !!
würde man mir ja dann unterstellen können,
ich wäre dafür, dass die Kirche unser Denken und unsere Rechtsprechung bestimmen soll

@ um 09:32 von Sisyphos3 09:19 von Tada

"Für mich ist es einfacher:
Mein Bauch, meine Entscheidung.
.
freut mich für sie !
ich tue mir eben etwas schwerer
die Rechte der Frau und die des Kindes unter einen Hut zu bringen"
.
Ich sehe es folgendermaßen: solange ein ungeborenes Kind außerhalb der Mutter nicht einigermaßen lebensfähig ist (also ganz sicher bis zum fünften Schwangerschaftsmonat), solange sehe ich das Recht allein bei der Frau. Ein noch nicht lebensfähiger Fötus kann nicht mehr Rechte haben als die Mutter.

@Blitzgescheit 12:29

"Bei starken Fehlbildungen sollte nach meinem Dafürhalten eine Abtreibung erlaubt sein, die schließlich immer noch ein massiver Eingriff für die Frau darstellt, sowohl in physischer als auch psychischer Sicht."

Schade nur, dass man den Fötus hierzu nicht befragen kann, welche Entscheidung er denn für richtig hält. Unser Sohn, jetzt 35 Jahre alt, glücklich verheiratet und als Dipl. Finanzwirt tätig, wurde mit einer beidarmigen Dysmelie geboren. Kurze Arme, keine richtig ausgebildeten Hände. Nicht perfekt, oder? Dennoch ein lebenslustige Mensch. Wir haben dies seinerzeit als Herausforderung erkannt, um menschlich zu reifen. Ein Menschenleben zu vernichten, nur weil es nicht dem"allgemeinen Standard" entspricht, halte ich für menschenverachtend. Bei persönlicher Notlage gibt es immer noch die Alternative der Adoption.

11:00 von H. Hummel

Die emanzipierte Polin
.
an was machen sie den Begriff "Emanzipiert" fest.

Da sie sich ja so gut auszukennen scheinen
Wie ist denn die rechtliche Grundlage hierzulande,
bezüglich Abtreibung aus sozialen Grünen ?

13:37, Sisyphos3

>>12:58 von schneegans
gleichgeschlechtliche Beziehungen verfolgt .... auch das wieder unter dem Deckmantel von Religion.
.
was sagt den unser Heilige Vater zur gleichgeschlechtlichen Beziehung ??
Ich glaube ihr Informationsstand bezüglich dieses Themas ist veraltet<<

Da ist es mit dem Christentum und dem polnischen politischen Katholizismus ähnlich wie mit dem Islam und dem Islamismus. Wenn Religion als Deckmantel für erzreaktionäre Agenden benutzt wird, dann interessiert es diese Benutzer wenig, wie sich religiöse Autoritäten dazu positionieren. Man findet immer andere, die im eigenen Sinne sind. Gerade Polen ist mit entsprechenden Bischöfen reichlich gesegnet. Die haben ihre höchst weltliche Machtagenda und es interessiert sie im Zweifelsfalle ziemlich wenig, wie der Papst sich positioniert.

14:12 von Ritchi

Ein noch nicht lebensfähiger Fötus kann nicht mehr Rechte haben als die Mutter.
.
aber weniger ?
Jede Gesellschaft betrachtet das eben mit ihren Augen und in ihrer Zeit.
Aktuell werden eben die Rechte der Frau höher bewertet, als die des Kindes
Vor 50 Jahren war das anders, in 50 Jahren kann das wieder anders gesehen werden
Das ist eben so !

wie sich religiöse

wie sich religiöse Autoritäten dazu positionieren
.
freut mich wie sie das so sehen
darf ich sie bei Gelegenheit daran erinnern :-)

@Ritchie 14:12

"Ein noch nicht lebensfähiger Fötus kann nicht mehr Rechte haben als die Mutter."

Ein Fötus lebt bereits, oder denken Sie er ist tot? Ergo ist er lebensfähig und hat genauso das selbe Recht zu leben wie die Mutter. Und warum sollte die Mutter sterben? Im übrigen gibt es wissenschaftliche Literatur, welche nachgewiesen hat, dass Föten bereits nach wenigen Wochen Empfindungen haben. Ihre Argumentation ist sehr merkwürdig.

14:23, Sisyphos3

>>Jede Gesellschaft betrachtet das eben mit ihren Augen und in ihrer Zeit.
Aktuell werden eben die Rechte der Frau höher bewertet, als die des Kindes
Vor 50 Jahren war das anders, in 50 Jahren kann das wieder anders gesehen werden
Das ist eben so !<<

Mit einem solch platten Relativismus lassen sich grundlegende ethische Fragen nicht diskutieren. Es ist dem Ernst des Themas nicht angemessen.

Vor fünfzig Jahren wurde nicht weniger abgetrieben als heute, lediglich die Moral war entschieden doppelter und die Frauen rechtloser. Die gingen damals zur so genannten Engelmacherin. Für arme Polinnen wird jetzt wohl der Drahtkleiderbügel wieder zum medizinischen Instrument. Die etwas reicheren reisen dann nach Westen, um den Eingriff vornehmen zu lassen.

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