Ihre Meinung zu: Chilenen stimmen für neue Verfassung

26. Oktober 2020 - 8:29 Uhr

"Chile aprobó" - mit einer gewaltigen Mehrheit haben die Chilenen für eine neue Verfassung gestimmt. Tausende Menschen feierten in der Hauptstadt Santiago. Von Anne Herrberg.

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Kommentare

Glückwunsch

Man sollte überlegen, ob eine Generalüberholung der Verfassung nicht in jedem Staat gut wäre. ... falls dann wieder die gleiche rauskommt, auch gut, aber alle 50-100 Jahre sollte man die mal hinterfragen.

@um 08:36 von sonnenbogen

""Der Wandel kommt nicht von einem Tag auf den anderen, aber das war ein erster Schritt", sagt ein Demonstrant in Santiago"

Einfach herrlich, aber Träume sind Schäume. Für die Chilenen wird sich nichts ändern, solange sie nichts am System ändern. Solange allein Geld die Welt regiert, wird sich nichts zum Guten wenden.

Abkehr vom Neoliberalismus

In der Hauptsache geht es wohl darum, die Ökonomie des Landes unter ein neues Paradigma zu stellen, dem der Sozialen Marktwirtschaft, weg von dem Privatisierungswahn.

Dass man dort sogar das Wasser privatisiert hat zeigt, welche aberwitzigen Phantasien die Neoliberalen entwickelt haben. Sicher gab es auch schon Phantasien darüber, wie man auch die Atemluft zu einer kostenpflichtigen Ware machen kann.

Den Chilenen steht noch eine lange Auseinandersetzung mit den Kapitalisten um Eigentum und Pfründe bevor. Und die USA werden die chilenische Sozialisierungs-Bewegung mit größten Anstrengungen zu verhindern suchen, zumal auch US-Firmen Kapital in Chile liegen haben.

08:36 von sonnenbogen

da schneiden sie aber ein heikles Thema an

wie werden denn Menschen angeschaut oder Parteien betrachtet,
die was an der Verfassung ändern wollen
zumal es ja schon zig mal bei unserer gemacht wurde
eben von den "richtigen" initiiert

Eine Erinnerung an ein peinliches Kapitel deutscher Außenpolitik

Die Beseitigung der Demokratie mit Hilfe der CIA (auch Kissinger) wurde von vielen konservativen Politikern bei uns begrüßt.
Die Zusammenarbeit mit den Folterern - Colognia Dignidad - verlief erstaunlich reibungslos.

Gratulation an die Chilenen, die sich offensichtlich von diesem "Erbe" befreit haben.

Sieh an. Verfassungen kann

Sieh an. Verfassungen kann man ändern?
Wenn man das von Spanien oder England verlangt, bekommt man gesagt, das sei nicht möglich. In Deutschland völlig undenkbar, wegen Ewigkeitklausel, blabla.
ALLES lässt sich ändern. Sogar Gesetze, die das verhindern sollen.
Und so wünsche ich Chile, dass sie diese Altlasten los werden und durchstarten können

09:05 von Wolfgang E S

Dass man dort sogar das Wasser privatisiert hat zeigt
.
es geht doch um Chile nicht um unser Land

oder wissen sie nicht dass auch Berlin und viele andere Städte diesen Weg beschritten !

Eine neue Verfassung löst die Probleme nicht

Genau so ist es.
Die aktuelle Verfassung stammt zwar auf der Zeit der Diktatur. Wenn man sie sich einmal durchliest sieht man aber, dass sie gute Grundrechte bietet. Die Verfassung stammt zwar aus einer schlimmen Zeit, ist an sich aber nicht schlecht. Die Verfassung ist nicht das Problem, wie es hier dargestellt wird.
Ja, in Chile gibt es Probleme, aber eine neue Verfassung wird diese nicht lösen. Es braucht vielmehr Reformen und strukturelle Änderungen in der Politik.
Es sind nicht alle Chilenen so froh, wie es heir dargestellt wird. Viele sind sehr besorgt, auch aufgrund der großen Zerstörung, die die linke Bewegung im Land anrichtet, die plündert, unschuldige Menschen, die in "reicheren" Viertel wohnen mit Steinen bewirft, Kirchen in Brand steckt und das feiert. Es herrscht Chaos, aber das wird in diesem schön klingenden Bericht niht erwähnt.
Es haben übrigens weniger als die Hälfte der Menschen in Chile abgestimmt! Von einer überwältigenden Mehrheit kann also nicht die Rede sein.

Zitat: "In der Hauptsache

Zitat:
"In der Hauptsache geht es wohl darum, die Ökonomie des Landes unter ein neues Paradigma zu stellen, dem der Sozialen Marktwirtschaft, weg von dem Privatisierungswahn."

ähm - also die "soziale Marktwirtschaft" ist auch nur eines -> Kapitalismus

auch im dieser hat der PRIVATE Besitz an Dingen die absolute Vorfahrt...
..ein GEMIEINSCHAFTLICHES Eigentum (z.B. an Wasser - was ein zentraler Punkt in Chile ist) haben wir in der BRD NICHT!

darum war auch die Wende von der "sozialen Marktwirtschaft" hin zum neoliberalen Kapitalismus so leicht - es gab keinerlei verfassungstechnische Hürden zu überwinden...
..das Eigentum von Gemeinden, Bundesländern usw. ist letztlich auch hier -> PRIVAT und kann jederzeit ohne den Souverrän (das Volk) zu befragen verkauft werden
die damit einhergehenden Verwerfungen sind klar sichtbar...
..in Chile ist es das Grundwasser was die BESITZER der Wasserrechte der Bevölkerung abgraben..

09:06, Sisyphos3

>>wie werden denn Menschen angeschaut oder Parteien betrachtet,
die was an der Verfassung ändern wollen
zumal es ja schon zig mal bei unserer gemacht wurde
eben von den "richtigen" initiiert<<

Es ist völlig egal, wer eine Verfassungsänderung initiiert. Um sie durchzuführen, braucht es in Deutschland eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Wenn die nicht zustande kommt, dann wird auch nichts geändert.

"Bravo!"

Zitat: "Gesundheit und Rentenversicherung, Bildung und sogar die Wasserversorgung sind in Chile privatisiert."

Stimmt.

Deswegen sind Chiles Gesundheitssystem, Rentensystem, und Bildung und die Wirtschaft in Südamerika grundsätzlich die besten.

Jetzt geht man in Richtung sozialistischen Niedergang. Cuba und Venezuela lassen grüßen.

"Bravo!"

vor dem hintergrund

des immer schneller werdenden klimawandels, unter dem Chile jetzt schon in weiten teilen leidet, ist eine verstaatlichung des trinkwassers eine mehr als dringende angelegenheit.

es kann ja nicht angehen, dass private besitzer diese resource lieber zur ausbeutung von bodenschätzen verschachern, während vielerorts quellen versiegen und, vor allem die ärmeren, menschen auf "dem trockenen sitzen" , weil sie sich das überteuerte nass nicht mehr leisten können.

Re Bender Rodriguez

"In Deutschland völlig undenkbar, wegen Ewigkeitklausel, blabla."

In der Bundesrepublik hat es seit 1949 über 60 GG-Änderungen gegeben.
Soviel zu "undenkbar".
Und die von Ihnen angesprochene Klausel bezieht sich darauf, dass bei Änderungen die Grundrechte der Bürger sowie die Mitbestimmung der Länder bei der Gesetzgebung nicht angetastet werden dürfen.

09:14, Janine Mac-Evoy

>>Es sind nicht alle Chilenen so froh, wie es heir dargestellt wird. Viele sind sehr besorgt, auch aufgrund der großen Zerstörung, die die linke Bewegung im Land anrichtet, die plündert, unschuldige Menschen, die in "reicheren" Viertel wohnen mit Steinen bewirft, Kirchen in Brand steckt und das feiert. Es herrscht Chaos, aber das wird in diesem schön klingenden Bericht niht erwähnt.<<

Ja, heute ist ein bitterer Tag für Anhänger von Marktradikalismus und Militärdiktatur.

Eine wunderbare Nachricht

Hoffentlich weis man damit richtig umzugehen

Deutschland

hätte diese Chance (eher Pflicht) 1990 auch gehabt und wissentlich verstreichen lassen. In Chile war es überfällig. Die geltende Verfassung war nach dem Putsch, der von den USA gesteuert und inszeniert wurde, maßgeblich beeinflusst und diente der Unterdrückung der fortschrittlichen Kräfte und der Ausbeutung des Landes. Mal sehen, wann den USA die Entwicklung in Chile zu demokratisch wird. Venezuela und Kuba lassen grüßen. Ich wünsche den Chilenen auf ihrem Weg zu weiterer Demokratie, die den Namen auch verdient, viel Erfolg. Und Deutschland sollte ab und zu mal über seine Demokratie und deren Verbesserung nachdenken. Da gibt es viel zu optimieren.

Da ist nichts "peinlich"!!

Zusammenarbeit mit und Unterstützung von Folterern und Menschenschlächtern ist ein Verbrechen. Punktum.
Fragen wir doch mal die Mitglieder des "Anden-Paktes", warum sie damals mit Strauß durch Südamerika gereist sind und eine bluttriefende Hand nach der anderen zu schütteln … und wie sich das mit ihrem vorgeblichen "Christentum" verträgt. Achja, die Putschisten hatten ja, nicht nur in Chile, immer auch den Segen der katholischen Kirche. Na dann…
"Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich…" (Max Liebermann)

@sonnenbogen (26. Oktober 2020 um 08:36 Uhr)

"Generalüberholungen" sind wohl überflüssig, denn es zeigt sich in der täglichen politischen und gesellschaftlichen Praxis wohl sehr gut, an welchen Stellen eine Verfassung Schwachpunkte hat. Findet sich dann eine qualifizierte Mehrheit für eine Änderung, wird die Änderung beschlossen.

So wird es in Deutschland seit 1949 gehandhabt und das hat sich durchaus bewährt.

Neuanfang

Mal unabhängig davon, wie man das Ergebnis aufnimmt, jetzt wurde die Entscheidung für einen Neuanfang getroffen.
Bei der Ausarbeitung einer neuen Verfassung sollten alle Akteure der Gesellschaft miteinbezogen werden, auch die bei dem Referendum unterlegenen. Wenn die neue Verfassung von einer Seite einseitig formuliert wird, ist für die Zukunft der Zündstoff bereits besorgt.
Es bleibt zu hoffen, dass die Chilenen daher in möglichst großer Einmütigkeit die neue Verfassung ausarbeiten...

08:36 von sonnenbogen

Thomas Jefferson hat sogar vorgeschlagen, dass eine Verfassung alle 19 Jahren "auslaufen" sollte und nicht nur alle 50-100 Jahre. Ich kann den grundsätzlichen Gedanken einer regelmäßigen Erneuerung nur unterstützen!

09:38, Wegelagerer34

>>Deutschland
hätte diese Chance (eher Pflicht) 1990 auch gehabt und wissentlich verstreichen lassen<<

Was passt Ihnen denn am Grundgesetz nicht?

Gesundheit

@ blitzgescheit
Das beste Gesundheitssystem in Südamerika produziert, auf 1 Mio. Einwohner hochgerechnet, mehr Tote in der Coronakrise als die USA, und das will was heißen. Zur Zeit sind die Chilen da die Nummer 8 weltweit. (https://www.worldometers.info/coronavirus/)
Und das Märchen vom guten chilenischen Rentesystem ist schon oft widerlegt worden.

"Heute haben wir Geschichte geschrieben"

Das haben Chiles Bürger wirklich. Und das Wichtigste dabei: Nicht nur für die Menschen in Chile. Herzlichen Glückwunsch!

Und dass dabei diesmal wirklich die demokratischen Grundprinzipien beachtet werden, ist dabei das Allerwichtigste und zugleich Garant für den gemeinsamen Erfolg: „Beim Referendum ging es auch um die Frage, wie eine neue Verfassung ausgearbeitet wird. Dabei entschieden die Wähler gegen ein gemischtes Gremium mit Beteiligung der Parteien. Heißt: Es wird eine eigens gewählte verfassungsgebende Versammlung geben, die je zur Hälfte aus Männern und aus Frauen besteht.“

@Bender Rodriguez (26. Oktober 2020 um 09:13 Uhr)

"Sieh an. Verfassungen kann man ändern?
Wenn man das von Spanien oder England verlangt, bekommt man gesagt, das sei nicht möglich. In Deutschland völlig undenkbar, wegen Ewigkeitklausel, blabla."

Das ist definitiv falsch, falscher geht es kaum. Bitte informieren Sie sich, BEVOR Sie schreiben! Selbstverständlich lässt sich unsere Verfassung nicht nur ändern, sondern sie wurde m. W. schon über 60 Mal geändert.

Die Ewigkeitsklausel betrifft die Grundrechte (Menschen- und Bürgerrechte als Freiheits- und Abwehrrechte der Menschen gegen einen staatlichen Unterwerfungsanspruch) und den Aufbau des Staates als demokratischer und sozialer Bundesstaat. Aus gutem Grund, basierend auf den Erfahrungen der Zeit von 1919 bis 1945, sind diese Artikel geschützt, damit keine Regierung durch ein willfähriges Parlament diese Verfassung so ändern lassen kann, dass sie die Menschen- und Bürgerrechte und den grundsätzlichen Aufbau des Staates als föderale und soziale Demokratie faktisch abschafft.

09:06 von Sisyphos3

«wie werden denn Menschen angeschaut oder Parteien betrachtet,
die was an der Verfassung ändern wollen
zumal es ja schon zig mal bei unserer gemacht wurde
eben von den "richtigen" initiiert»

Wenn ein Ansinnen nach Verfassungsänderung nicht die in DEU notwendigen Mehrheiten von mind. 66% in den Parlamenten erhält, kann wer auch was auch initiieren, und es wird nix draus.

Im Fall von Chile nun soll nicht eine Verfassung in einzelnen Punkten abgeändert, aber bis irgendwann in 2022 eine ganz neue Verfassung erarbeitet werden. Hier nicht wie in DEU 1949 als Konsequenz nach der Niederlage in einem Krieg, sondern als Entscheidung der Bevölkerung in Friedenszeiten.

Details zur bisherigen Verfassung in Chile kenne ich nicht. Aber aus der Zeit unter Pinochet kann man da wohl kaum all zu viele tragfähige Grundlagen für Zukunft und Gerechtigkeit erwarten. Eher erstaunlich, dass die so lange unverändert blieb.

Bis inklusive 2019 gab es in DEU seit 1949 (63) Verfassungsänderungen.

"Neoliberale Reformen"

Zitat: " Sie wurde 1980 hinter geschlossenen Türen von seinem neoliberalen Wirtschaftsweisen, den sogenannten Chicago Boys, ausgearbeitet - und bestand auch 30 Jahre nach Rückkehr zur Demokratie fort."

Ja, richtig. Die Chicago-Boys waren in Chile tätig.

Die "neoliberalen Reformen" hatten ja auch dazu geführt, dass aus Chile, das unter Allende den Weg in ein sozialistisches Land nahm und unter horrender Inflation, Arbeitslosigkeit und Unruhen litt, zu dem wohlhabendsten Land Südamerika wurde und nicht in ein "sozialistisches/kommunistisches Arbeiterparadies" wie Venezuela oder Cuba wurde.

Ein Hoch auf die Chicago-Boys. Die Chilenen haben ihnen sehr viel zu verdanken!

Hoffen wir einmal, dass diese "Reformen" die Errungenschaften der Chicago Boys nicht zerstören werden.

09:39, kulinux

>>Fragen wir doch mal die Mitglieder des "Anden-Paktes", warum sie damals mit Strauß durch Südamerika gereist sind und eine bluttriefende Hand nach der anderen zu schütteln … und wie sich das mit ihrem vorgeblichen "Christentum" verträgt.<<

Der so genannte Andenpakt hat mit Strauß wenig zu tun. Ich empfehle, den Begriff nachzuschlagen.

Erstaunlich, dass es auch

Erstaunlich, dass es auch hier im Forum noch Unterstützung gibt für eine Verfassung, die aus der Pinochet-Militärdiktatur stammt - einer Zeit, in der mindestens 40.000 Menschen zu Tode kamen, unzählige gefoltert worden sind und Leichen säckeweise ins Meer geworfen wurden.
Andererseits offenbart diese Unterstützung durch Foristen hier eben auch, wes Geistes Kind man offensichtlich ist.

Zitat: "Was passt Ihnen denn

Zitat:
"Was passt Ihnen denn am Grundgesetz nicht?"

also mir z.B. passt es nicht das es kein VERGESELLSCHAFTETES Eigentum gibt...

..ich weiss nicht ob Ihnen als Linken aufgefallen ist das es hier zu Lande nur und ausschliesslich PRIVATES Eigentum gibt...
..völlig egal ob es der "Staat" oder die "Firma XYZ" besitzt

und vergesellschaftetes Eigentum - also was ALLEN Bürgern gehört - kann dann dank Schutz durch die Verfassung NICHT veräussert/verkauft werden

ja - ich als Linke die in der DDR geboren wurde - hätte gerne eine solche neue Verfassung gehabt

@ sonnenbogen, um 08:36

“Man sollte überlegen, ob eine Generalüberholung der Verfassung nicht in jedem Staat gut wäre.“

Sie denken da sicher nicht zuletzt auch an die amerikanische Verfassung.

So sinnvoll das auch erscheinen mag:
Das ist fast so, als wollte man die Bibel “generalüberholen“. (Aber die lässt sich weit auslegen)

Aber es ist ja nicht abzustreiten, dass sich die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, unter denen eine heute 50 oder gar 250 Jahre alte Verfassung (wie die amerikanische) geschrieben wurde, stark verändert haben.
Dem sollte die gültige Verfassung in jedem Fall Rechnung tragen.

An der Verfassung der BRD wurde und wird ja immer wieder wieder etwas eingefügt oder geändert, daher halte ich sie nach wie vor aktuell und modern.

Das wird - aber das weiß ich nicht sicher - in vielen Staaten der Fall sein.

@ 09:22 Bli...Bot...Brei

Gut, dass wir nun lesen können, dass Sie eine Verfassung unterstützen, die aus der Zeit des Militärdiktators Pinochet stammt, unter dem mindestens 28.000 Menschen brutal gefoltert, mindestens 40.000 Menschen ermordet und auf unsäglich menschenverachtende Art einfach ins Meer gekippt wurden, und die bis heute das Land und die Menschen spaltet.
Gut, dass wir nun lesen können, dass Sie eine Verfassung ablehnen, die die soziale Rolle des Staates stärken, Grundrechte auf Arbeit, Gesundheitsversorgung, Bildung und Trinkwasser aufnehmen sowie die Anerkennung der indigenen Völker festschreiben wird.

Am 26. Oktober 2020 um 09:40 von CaptainGreybeard

Ich stimme Ihnen nicht zu.
Ein Dokument, immer durch Zusatzparagraphen immer länger zu machen ist nicht gut. Irgendwann merkt man sich was man schreiben wollte, und fängt mit einem weissen Blatt Papier an.
Und wie gesagt, falls dann wieder genau das gleiche rauskommt: sehr gut.

Aber moralische Vorstellungen und Verantwortlichkeiten könnten sich über Jahrhunderte ändern. Extrem: Wie wollten Sie gegebenenfalls, den Gedankengang "alle Säugetiere (oder nur Primaten, Delphine, Wale) sind gleich" in die bestehende Verfassung einarbeiten?

Zitat: "Eher erstaunlich,

Zitat:
"Eher erstaunlich, dass die so lange unverändert blieb."

Mich verwundert so etwas nicht...
..denn zum einen sind im wesentlichen die Vermögensverhältnisse und damit die schlichte monetäre Macht bis heute glich geblieben...
..zum anderen sind die Faschisten nicht in der Erde verschwunden - sondern haben sich nur zivile Anzüge angezogen und ("konservative") Parteien, Lobbyverbände usw. gegründet
Ähnliches können sie in Spanien beobachten.

Bei einem solchen friedlichen Übergang sichern sich die (scheinbar) abtretenden Machthaber einen fortwährenden Schutz - z.B. vor strafrechtlicher Verfolgung für ihre begangenen Verbrechen.

Und der Staatsapparat wie z.B. die Polizei oder das Militär wird nicht über Nacht zum friedfertigen Beschützer der Bürger.
*sarkasmus*

Am 26. Oktober 2020 um 09:14 von Sisyphos3

"Dass man dort sogar das Wasser privatisiert hat zeigt
.
es geht doch um Chile nicht um unser Land

oder wissen sie nicht dass auch Berlin und viele andere Städte diesen Weg beschritten !"

In Berlin und anderen Städten gehört das Grundwasser und das Flusswasser privaten Firmen?

Re Blitzgescheit/bote/breiterbart

Und die Proteste des letzten Jahres wegen der Ungerechtigkeiten im Bildungs-(die Studenten verschulden sich bei zigtausenden Dollar Kosten pro Semester) und Gesundheitssystem (katastrophale Situation der nicht privat versicherten). Den Protest der Rentner gegen die horrende Altersarmut (nachzulesen übrigens bei der von Ihnen so gern zitierten NZZ) ignorieren Sie natürlich auch.
Aber gut, mit solchen Kleinigkeiten hält man sich als blitzgescheiter Bote natürlich nicht auf, das ist ja nachvollziehbar...

10:00 von andererseits

"@ 09:22 Bli...Bot...Brei"

Dank dafür, Sie sind so unermüdlich im Entlarven dieser ständigen Provokationen, bleiben Sie bitte dran,
herzliche Grüße, Frau Schmitt

@09:13 von Bender Rodriguez

>>Wenn man das von Spanien oder England verlangt, bekommt man gesagt, das sei nicht möglich. In Deutschland völlig undenkbar, wegen Ewigkeitklausel, blabla.<<

England hat doch gar keine Verfassung, sondern nur ein Konglomerat an Gesetzen.

@Am 26. Oktober 2020 um 10:00 von andererseits

Zitat: "Gut, dass wir nun lesen können, dass Sie eine Verfassung unterstützen, die aus der Zeit des Militärdiktators Pinochet stammt, unter dem mindestens 28.000 Menschen brutal gefoltert, mindestens 40.000 Menschen ..."

Die neoliberalen, wirtschaftlichen Reformen, die "Chicago Boys" in Chile umgesetzt haben, unterstütze ich zu 100 %.

Die "neoliberalen Reformen" hatten ja auch dazu geführt, dass aus Chile, das unter Allende den Weg in ein sozialistisches Land nahm und unter horrender Inflation, Arbeitslosigkeit und Unruhen litt, zu dem wohlhabendsten Land Südamerika wurde und nicht in ein "sozialistisches/kommunistisches Arbeiterparadies" wie Venezuela oder Cuba wurde.

Dass ich damit Pinochets Diktatur befürworte, das entstammt mal wieder Ihrer faktenfreien Verdrehung der Tatsachen.

Interessant ist, dass Sie die Anzahl der Opfer dieser Diktatur gleich mal um den Faktor 10 größer angeben und natürlich ignorieren, dass kommunistische Regime weit mehr Menschen umgebracht haben.

@ 09:51 von Bli...Bot...Brei

Ihre Geschichtsverfälschung ist kaum erträglich: Unter Pinochet wurde also Ihrer "Kenntnis" nach Chile zu dem "wohlhabensten Land Südamerikas" - Sie vergessen dabei zu erwähnen, wer wodurch und auf welche Kosten reich wurde und wer verarmte, verfolgt und umgebracht wurde: Die Rezession von 1975 zerstörte die Existenz vieler zur ärmeren Bevölkerung gehörenden Familien, Reallöhne sanken um bis zu 60%, die Arbeitslosigkeit verdoppelte sich, während die Vermögens- und die Kapitalertragsteuer abgeschafft wurde und stattdessen eine Mehrwertsteuer eingeführt wurde. Gewerkschaften wurden verboten, Gewerksschafter verfolgt, gefoltert, ermordet. Ein Hoch auf die hinter dieser Politik stehenden Chicago-Boys? Aha.

09:51, Blitzgescheit

Daß Sie ein Unterstützer von Pinochets Militärdiktatur sind, das überrascht hier wohl niemanden.

Chile sollte unser Vorbild sein !

Deutschland sollte es den Chilenen nachmachen - ein Referendum muss her !

Der Neoliberalismus schadet fast allen - zu Gunsten der wenigen Fettaugen !

09:54, Miauzi

>>Zitat:
"Was passt Ihnen denn am Grundgesetz nicht?"

also mir z.B. passt es nicht das es kein VERGESELLSCHAFTETES Eigentum gibt...

..ich weiss nicht ob Ihnen als Linken aufgefallen ist das es hier zu Lande nur und ausschliesslich PRIVATES Eigentum gibt...
..völlig egal ob es der "Staat" oder die "Firma XYZ" besitzt

und vergesellschaftetes Eigentum - also was ALLEN Bürgern gehört - kann dann dank Schutz durch die Verfassung NICHT veräussert/verkauft werden

ja - ich als Linke die in der DDR geboren wurde - hätte gerne eine solche neue Verfassung gehabt<<

Das Grundgesetz verbietet es nicht, Eigentum zu vergesellschaften. Die einzige Voraussetzung dafür: eine entsprechende Mehrheit im Bundestag.

Was passt Ihnen denn am Grundgesetz nicht?

@fathaland slim

Das Kinderrechte immer noch nicht im Grundgesetz verankert sind. Und das im Jahr 2020. So werden weiterhin jeden Tag Kinderrechte in Deutschland mit Füßen getreten.

@10:00 von andererseits

>>Gut, dass wir nun lesen können, dass Sie eine Verfassung unterstützen, die aus der Zeit des Militärdiktators Pinochet stammt, unter dem mindestens 28.000 Menschen brutal gefoltert, mindestens 40.000 Menschen ermordet und auf unsäglich menschenverachtende Art einfach ins Meer gekippt wurden, und die bis heute das Land und die Menschen spaltet.<<

Kennen Sie die chilenische Verfassung? Ich kenne sie nicht.
Die wenigsten Diktaturen werden dort hineinschreiben, dass Mord ein legitimes Mittel des Umgangs mit der Opposition ist. Häufig sind in Diktaturen die bestehenden Rechte schlichtweg nicht realistisch einforderbar - z.B. in China.

In dem Fall wäre eine Anpassung der Verfassung ausreichend - der komplette Bruch wäre dabei eher ein symbolischer Akt. Ob man auf diesen symbolischen Akt - der mit viel rechtlicher Unsicherheit einhergeht - Wert legt ist m.E. moralisch völlig neutral. Am Ende zählt, ob die Rechte der Menschen gestärkt werden.

@09:54 von Miauzi Re fathaland slim

"mir z.B. passt es nicht das es kein VERGESELLSCHAFTETES Eigentum gibt"
"also was ALLEN Bürgern gehört"
"ja - ich als Linke die in der DDR geboren wurde - hätte gerne eine solche neue Verfassung gehabt"

Obwohl ich - wenn ich international vergleiche - froh um unsere Verfassung bin und obwohl ich nie mit der DDR sympathisiert habe, hätte ich es auch besser gefunden, wenn die so genannte Wiedervereinigung nicht nur ein Anschluss gewesen wäre.

Rechte der indigenen Völker

Ich hoffe das wenigstens in Chile etwas einigermaßen gutes dabei heraus kommt.
Das ist ja eines der trauerigsten Kapitel in Südamerika und nicht nur dort,aber passend zum Thema,vor allem gerade dort in Lateinamerika.

@ 09:22 Bli...Bot...Brei...

Wohin die von Ihnen hochgepriesene Privatisierung der Wasserversorgung in Chile führt, können Sie nachlesen, u.a. in von Ihnen ja meist geschätzten Schweizer Medien (tinyurl.com/y6s22pho): nur ein Beispiel, wo ein privates Unternehmen sich die Wasservorräte für seine Avocado-Großplantage (für den Export, nicht für die eigene Bevölkerung) gesichert hat und Dörfer in der Umgebung die katastrophalen Folgen zu tragen haben: Dürre, Versickern und Austrocknen der Brunnen, Verssorgung stattdessen jetzt mit Tanklastern(!):
"Bravo!"

09:55 von harry_up

«An der Verfassung der BRD wurde und wird ja immer wieder wieder etwas eingefügt oder geändert, daher halte ich sie nach wie vor aktuell und modern.

Das wird - aber das weiß ich nicht sicher - in vielen Staaten der Fall sein.»

In den meisten Staaten ist es so mit Änderungen, die es immer mal wieder gibt. Das United Kingdom hat gar keine schriftliche Verfassung. Tradition rules … und irgendwie Präzedenzfälle zu vielen Themen. Was ja beim Brexit eher viel Theater machte.

In den USA sind die Hürden zur Verfassungsänderung so hoch gesetzt, dass man sie bei grundlegenden Fragen kaum überspringen kann. 6 Amendments nach 1945 zu Wahlalter, Amtszeit Präsident, Abgeordnetenbezügen.
27 Amendments seit 1789. Nicht so viel.

Ob ganz einzigartig in der Richtung, weiß ich nicht. Aber die 1947 Verfassung in Japan wurde noch nie in nur 1 Zeichen geändert. Prinzipiell mögl., aber man hat nie ein Auführungsgesetz gemacht, das genauer regelt. Vorher sind Debatten über Änderungen für's Nirvana.

@10:15 von hakea

>>Chile sollte unser Vorbild sein !
Deutschland sollte es den Chilenen nachmachen - ein Referendum muss her !

Der Neoliberalismus schadet fast allen - zu Gunsten der wenigen Fettaugen !<<

Wir sind allerdings kein neoliberales Land im Sinne der Chicago Boys.

10:09, Blitzgescheit

>>Die "neoliberalen Reformen" hatten ja auch dazu geführt, dass aus Chile, das unter Allende den Weg in ein sozialistisches Land nahm und unter horrender Inflation, Arbeitslosigkeit und Unruhen litt, zu dem wohlhabendsten Land Südamerika wurde und nicht in ein "sozialistisches/kommunistisches Arbeiterparadies" wie Venezuela oder Cuba wurde.

Dass ich damit Pinochets Diktatur befürworte, das entstammt mal wieder Ihrer faktenfreien Verdrehung der Tatsachen.<<

Sie singen ein Loblied auf den Putsch und behaupten im selben Atemzug, daß Sie damit die Pinochetdiktatur nicht befürworten.

Das ist atemberaubend.

warum komme ich

mir (und sicher viele andere auch), wenn es um den nutzer Blitzgescheit/Bote/Breit... geht, immer mehr wie Don Quichote vor. aber im gegensatz zum Ritter von der traurigen Gestalt darf besagter nutzer aber sicher sein, der "Kampf gegen Windmühlen" wird hier so schnell nicht stoppen.

Am 26. Oktober 2020 um 10:15 von hakea

Zitat: Deutschland sollte es den Chilenen nachmachen - ein Referendum muss her ! Der Neoliberalismus schadet fast allen - zu Gunsten der wenigen Fettaugen !

Ganz abgesehen davon, dass der Begriff "Neoliberalismus" hier oftmals ziemlich unbedacht Verwendung findet, hat Neiliberalismus keinen Verfassungsrang.

@Am 26. Oktober 2020 um 10:05 von Mister_X

Zitat: "Und die Proteste des letzten Jahres wegen der Ungerechtigkeiten im Bildungs-(die Studenten verschulden sich bei zigtausenden Dollar Kosten pro Semester) und Gesundheitssystem (katastrophale Situation der nicht privat versicherten). Den Protest der Rentner gegen die horrende Altersarmut (nachzulesen übrigens bei der von Ihnen so gern zitierten NZZ) ignorieren Sie natürlich auch."

Das ändert nichts an der Richtigkeit der Aussage, dass Chile - relativ gesehen - das wohlhabendste Land Südamerika ist.

Vergleichen Sie doch einmal die durchschnittliche Rente, Einkommen, Bildung ... you name it ... von Chilenen mit denen von Cubanern oder Venezolanern.

Noch Fragen?

Gegen eine zumindest symbolische Studiengebührt spricht sowieso nichts. Das ist aber eine andere Diskussion.

Etwas, das nichts kostet, ist nichts wert und wird verschwendet bzw. dessen Qualität sinkt, aber solche grundlegenden wirtschaftlichen Zusammenhänge werden Linke nie verstehen.

10:24, SL2020

>>Was passt Ihnen denn am Grundgesetz nicht?
@fathaland slim

Das Kinderrechte immer noch nicht im Grundgesetz verankert sind. Und das im Jahr 2020. So werden weiterhin jeden Tag Kinderrechte in Deutschland mit Füßen getreten.<<

Das lässt sich mit einer parlamentarischen Zweidrittelmehrheit ganz einfach ändern.

Zitat: "Das Grundgesetz

Zitat:
"Das Grundgesetz verbietet es nicht, Eigentum zu vergesellschaften. Die einzige Voraussetzung dafür: eine entsprechende Mehrheit im Bundestag."

das mag zwar stimmen - es gibt aber in den nachfolgenden Gesetzen (Bürgerliches Gesetzbuch) keinerlei §§ wie man letztlich damit umgehen muss/kann

fragen sie sich doch einmal warum diese nie geschaffen wurden...

..und die Maastrich-Verträge haben auch das "Schlupfloch" im Grundgesetz geschlossen -> EU-Recht geht vor Landesrecht

also bitte keiner Illusion aufsitzen - der "Besitzer der Schafherde" weiss sich schon vor den "Schafen" zu schützen
*ironie*

@fathaland slim: Was passt

@fathaland slim: Was passt Ihnen denn am Grundgesetz nicht?

Zitat: Das Kinderrechte immer noch nicht im Grundgesetz verankert sind. Und das im Jahr 2020. So werden weiterhin jeden Tag Kinderrechte in Deutschland mit Füßen getreten.

Meinen Sie, das würde sich bei einer Grundsgesetzergänzung ändern?

Derr Vorschlag des Bundesjustizministerioums erscheint mir her populistisch.

Wichtiger wären m.E. einfachgesetzliche Maßnahmen, wo sie angebracht sind und deren konsequente Umsetzung.

@Blitzgescheit

die noch gültige verfassung ist untrennbar mit Pinochet verbunden. sie können also das eine nicht gut finden und mit dem anderen nichts zu tun haben wollen. plumpe ausrede ihrerseits. so läuft das leider nicht!

@ 10:09 von Bli...Bot...Brei...

Die Zahl der Opfer unter der Militärdiktatur Pinochets beträgt lt. chilenischer Regierungskommission weit mehr als 40.000: inhaftiert, gefoltert, ermordet, verschwunden.
Ihre Relativierungen sind unerträglich, genau wie ihre "Seligsprechung" der Chicago Boys, deren wirtschaftspolitische Unterstützung Pinochets diese Opfer in Kauf nahm, genau wie die massenweise Verarmung der Bevölkerung, horrende Absenkung der Löhne, massive Kürzungen von Ausgaben im Bildungs- und Sozialbereich sowie die Privatisierungen zur Bereicherung kapitalistischer Großunternehmer bis hin zu den Wasservorräten; die Chicago Boys haben Pinochets Regime dadurch gestützt - und es dürfte "kapitalistisch neoliberal" nicht zu ihrem eigenen Schaden gewesen sein (30.000 Dollar für die erste Stipvisite 1975...).
Und Sie versuchen, sich von Pinochet zu distanzieren und wollen gleichzeitig all das über den grünen Klee loben und "zu 100% unterstützen"?
Wie gesagt: Sie offenbaren sich ...

@ wenn die so genannte Wiedervereinigung 10:22 von Inge N.

"nicht nur ein Anschluss gewesen wäre."
zu @@9:54

Das hat schon der Oskar beklagt.
Leider gab die Geschichte nicht mehr her.
Der 'runde Tisch' wurde daher nie fortgeführt..

Die Folgen sehen wir u.a. in den 'blühenden Landschaften'.

Am 26. Oktober 2020 um 09:13 von Bender Rodriguez

Zitat: Wenn man das von Spanien oder England verlangt, bekommt man gesagt, das sei nicht möglich. In Deutschland völlig undenkbar, wegen Ewigkeitklausel, blabla.

Wenn jemand im Zusammenhang mit dem Grundgesetz "blabla" schreibt, bin ich besonders dankbar, dass die Mütter und Väter des Grundgesetzes unter dem Eindruck der nationalsozialsitischen Diktatur die Ewigkeitsgklausel in das Grundgesetz geschrieben haben.

Mr x

Mir ist klar, dass man das gg nach Belieben ändern kann. So steht es ja auch drinnen. Aber wehe, man will was ändern. Dann heißt es sofort, geh doch woanders hin. Oder man stehe nicht auf dem Boden des GG.
Oder in Spanien, dieses alberne Gesetz gegen Abspaltung. Wenn man sich erfolgreich abgespalten hätte, hätte Madrid in Barcelona gar nichts mehr zu sagen gehabt. Oder in GB, wo die Schotten um ein Referendum betteln müssen. Nein, einfach machen. 51% für Trennung? Dann ist die Sache klar. Chile hat es doch auch gerade eben hinbekommen, Gesetze zu ändern. Dann geht das ÜBERALL.

@Am 26. Oktober 2020 um 09:09 von krittkritt

ZItat: "Eine Erinnerung an ein peinliches Kapitel deutscher Außenpolitik
Die Beseitigung der Demokratie mit Hilfe der CIA (auch Kissinger) wurde von vielen konservativen Politikern bei uns begrüßt."

Immer diese Geschlichtsklitterung!

Es wurde von vielen konservativen Politikern wie bspw. der nie genug gelobte Franz-Josef Strauß nicht begrüßt, dass die "Demokratie" in Chile beseitig wurde, sondern das Chile und die Chilenen davor gerettet wurde, dass sich das Land in ein weiteres, blutrünstiges, kommunistisches Regime verwandeln würde.

Dass Sie die Einmischung der CIA in Chile kritisieren ... fair enough.

Wieso kritisieren Sie dann aber nicht auf, dass Cuba, Russland/KGB ebenso sich in Chile eingemischt hatten und drauf und dran waren, Chile in ein blutrünstiges, kommunistisches Regime zu verwandeln?

Der CIA ist zuverdanken, dass Chile heute noch ein freies Land ohne jegliche Diktatur ist und nicht ein kommunistisches Unrechtsregime wie in Cuba, DDR, Mao-China oder sonst wo.

10:03 von Miauzi / @schabernack

«Eher erstaunlich, dass die so lange unverändert blieb.»

«Mich verwundert so etwas nicht...
..denn zum einen sind im wesentlichen die Vermögensverhältnisse und damit die schlichte monetäre Macht bis heute glich geblieben...
..zum anderen sind die Faschisten nicht in der Erde verschwunden - sondern haben sich nur zivile Anzüge angezogen und ("konservative") Parteien, Lobbyverbände usw. gegründet. Ähnliches können sie in Spanien beobachten.»

Viel näher liegend zu Chile sind die Ex-Militärdiktaturen in den Nachbarländern ARG / BRA / URU. Paraguay mal unbetrachtet.

Nirgendwo wurde nach Ende der Militärdiktatur die bestehende Verfassung für Jahrzehnte unangetastet gelassen. Daher: "Eher erstaunlich, dass die so lange unverändert blieb."

Auch in ARG / BRA / URU waren die Faschisten nicht verschwunden, nur weil die Militärdiktatur vorbei war. Auch die Eigentumsverhältnisse waren dort nicht über Nacht andere.

Daher ist Chile eher Sonderfall in dieser Richtung der Verfassung.

@10:11 von andererseits

Ich kenne mich mit der Geschichte Südamerikas nur unzureichend aus. Chile geht es im Vergleich mit anderen Ländern Südamerikas jedoch aktuell vergleichsweise gut und ist vom Wohlstand wohl vergleichbar mit den wirtschaftlich schwächeren EU Ländern wie Ungarn oder Portugal (der human development Index liegt z.B. dazwischen).

Die Verteilung des Reichtums (Gini-Koeffizient) ist gleicher als z.B. in Brasilien, Venezuela und nur ein wenig ungleicher als z.B. in Singapur. Allerdings bedeutend ungleicher als z.B. in der EU.

Es ist klar, dass so ein Land Ungerechtigkeiten und Probleme hat. Die Frage ist jedoch, womit man dieses Land vergleicht.
Stellte sich denn damals die Frage zwischen einem kapitalistischem Regime und einer freiheitlich demokratischen, sozialen Marktwirtschaft? Oder war es die Wahl zwischen Pest und Cholera?

Denn darüber, dass eine Diktatur Menschenrechte mit Füßen tritt gibt weder viel zu diskutieren noch schönzureden.

@andererseits um 09:54Uhr

Das Kompliment gilt auch für Sie, da aus Ihren Kommentaren Ihre ideologische Grundeinstellung deutlich zu erkennen ist. Mich stört dabei eigentlich nur, daß Sie die negativen Seiten der linken Systeme verschweigen oder ignorieren. Folter und Terror gab es schon bei der französichen Revolution! Wieviele Opfer gab es beginnend ab Lenin oder Mao oder PholPot oder Fidel Castro? Soviel ich weiß gab/gibt es in diesen Staaten auch eine Verfassung, oder nicht?

Nun warten wir erst mal ab.....

Was das Militär tut.
Denn das ist immer noch dasselbe wie 1973.

10:37, Miauzi

>>Zitat:
"Das Grundgesetz verbietet es nicht, Eigentum zu vergesellschaften. Die einzige Voraussetzung dafür: eine entsprechende Mehrheit im Bundestag."

das mag zwar stimmen - es gibt aber in den nachfolgenden Gesetzen (Bürgerliches Gesetzbuch) keinerlei §§ wie man letztlich damit umgehen muss/kann

fragen sie sich doch einmal warum diese nie geschaffen wurden...<<

Weil die Mehrheit der Bundesbürger eigentlich immer die CSU/CDU zur stärksten Partei gewählt hat.

>>..und die Maastrich-Verträge haben auch das "Schlupfloch" im Grundgesetz geschlossen -> EU-Recht geht vor Landesrecht<<

Ganz so ist es nicht. Genauso wenig wie in D generell Bundesrecht vor Landesrecht geht.

>>also bitte keiner Illusion aufsitzen - der "Besitzer der Schafherde" weiss sich schon vor den "Schafen" zu schützen
*ironie*<<

Solange wie die Schafe die Interessenvertetung der Besitzer wählen, wird sich da auch nix ändern.

Und wenn die Schafe dann doch mal rebellisch werden, dann wählen sie den Wolf...

Sachliche und themenorientierte Diskussion erwünscht

Sehr geehrte NutzerInnen von meta.tagesschau.de,
wir möchten Sie bitten, zu einer sachlichen und themenorientierten Diskussion zurückzufinden. Persönliche Auseinandersetzungen sind nicht erwünscht. Mit freundlichen Grüßen Die Moderation meta.tagesschau.de
P.S. Diese Mitteilung gilt allen TeilnehmerInnen dieser Diskussion.

@10:19 von WiPoEthik

Die Verfassung aus der Zeit Pinochets sicherte die Vormachtstellung des Militärs und hat über den sog. "nationalen Sicherheitsrat" die Möglichkeit, aktiv in die Politik einzugreifen; Privatisierung (u.a. der Wasservorräte) und soziale Ungleichheit sind festgezurrt; Minister sind nur dem Präsidenten und nicht dem Parlament verantwortlich; der Präsident besitzt darüber hinaus in vielen Bereichen das exklusive Recht für Gesetzesinitiativen, so in der staatlichen Finanzpolitik , beim Mindestlohn und den sozialen Sicherungssystemen; ein Veto des Präsidenten gegen ein parlamentarisch beschlossenes Gesetz kann nur durch eine Zweidrittelmehrheit beider Kammern (Abgeordnetenhaus u. Senat) überstimmt werden; die Polizei gehört zum Verteidigungsministerium...
Ein paar Dinge kann man über die derzeitige Verfassung Chiles wissen. Und da erkennt man, dass in der alten Verfassung die Menschenrechte nicht gesichert sind und erst recht nicht oberste Priorität haben.

@ Wegelagerer34

"hätte diese Chance (eher Pflicht) 1990 auch gehabt und wissentlich verstreichen lassen."

Wird ja immer gern angeführt, dass man das 1990 hätte machen müssen/können. Das ist ja auch teilweise richtig. Wenn man aber mal von der Metaebene runterkommt -wie hätte sich den die Verfassung _inhaltlich_ vom unserem GG unterscheiden sollen? Ich denke, dass das GG ein ziemlich gutes Werk ist. Es wird ja auch hie & da nachgebessert bzw. den Entwicklungen angepasst. 1990 folgte man eher dem pragmatischen "never change a running system".

@sonnenbogen (26. Oktober 2020 um 10:00 Uhr)

"Ein Dokument, immer durch Zusatzparagraphen immer länger zu machen ist nicht gut."

Das Grundgesetz wird nicht durch Zusatzparagraphen immer länger, sondern die einzelnen Artikel (nicht Paragraphen, wir sind hier nicht in einem Gesetzbuch!) werden entsprechend umgeschrieben (= editiert, geändert). Bitte informieren Sie sich doch wenigstens, bevor Sie schreiben.

"Aber moralische Vorstellungen und Verantwortlichkeiten könnten sich über Jahrhunderte ändern."

Selbstverständlich können sie das. Und stellen Sie sich mal vor: Selbst diesbezügliche Änderungen der letzten 70 Jahre sind ins Grundgesetz eingeflossen.

"Extrem: Wie wollten Sie gegebenenfalls, den Gedankengang "alle Säugetiere (oder nur Primaten, Delphine, Wale) sind gleich" in die bestehende Verfassung einarbeiten?"

Gar nicht, denn so ein extremer Unsinn hat in keiner Verfassung etwas zu suchen, das wäre allerhöchstens eine Sache, die man auf Gesetzesebene und unter Missachtung aller biologischen Erkenntnisse regeln könnte.

10:37 von fathaland slim

Das Kinderrechte immer noch nicht im Grundgesetz verankert sind.
.
was wollen sie denn noch alles
reicht es nicht dass es Menschenrechte gibt,
braucht es da noch spezielle Kinderrechte
Glauben sie nicht dass ne Verfassung so flexibel ist das abzudecken

11. September 1973

(09:05 von Wolfgang E S:)

"Den Chilenen steht noch eine lange Auseinandersetzung mit den Kapitalisten um Eigentum und Pfründe bevor. Und die USA werden die chilenische Sozialisierungs-Bewegung mit größten Anstrengungen zu verhindern suchen, zumal auch US-Firmen Kapital in Chile liegen haben."

Wollen wir hoffen, dass deren "Anstrengungen" dieses Mal nicht so ausfallen wie beim Chilenischen 11. September.

Viel Glück den Chilenen bei ihrem Unterfangen!

10:50 von WiPoEthik

Der intellektuelle "Vater" der Pinochet-Verfassung war Jaime Guzmán, und er selbst sagte, die Verfassung sei so angelegt, dass selbst „wenn die Gegner an die Macht gelangen sollten, sie sich gezwungen sähen, ähnliche Politiken zu verfolgen wie meine eigenen“.
Deshalb sind in der chilenischen Verfassung Reformen in vielen Politikbereichen sehr erschwert, vor allem wo es um die Aufhebung des Privateigentums auf Elemente der Grundversorgung wie das Wasser und die Aufhebung der Einschränkung von sozialen Rechten geht, wofür es hohe Mehrheitsanforderungen von zwei Dritteln bzw. sogar drei Fünfteln bräuchte.
Diese Pinochet-Verfassung war nicht die Wahl zwischen "Pest und Cholera", es war für das Gros der Bevölkerung Pest und Cholera in einem.
Mit dem jetzt eingeleiteten Prozess zu einer neuen Verfassung unter Bürger*innenbeteiligung und mit demokratisch legitimiertem Prozess wird auch ein notwendiger Schritt zur Aufarbeitung der Pinochet-Diktatur vollzogen.

Eigentum zu vergesellschaften?

fathaland slim @
Und der zusammenbruch der DDR ist der Grund warum wir es nicht nochmal so machen dürfen.

@ 10:56 von karlheinzfaltermeier

Hier geht es um die Verfassung Chiles und seinen Ursprung in der Militärdiktatur Pinochets. Nirgends haben Sie von mir ein Verschweigen oder Verleugnen der Opfer anderer Regime gelesen. Daher bitte ich Sie, diese Unterstellungen zu unterlassen und hier beim Thema zu bleiben. Vielen Dank.

10:56, karlheinzfaltermeier

>>@andererseits um 09:54Uhr
Das Kompliment gilt auch für Sie, da aus Ihren Kommentaren Ihre ideologische Grundeinstellung deutlich zu erkennen ist. Mich stört dabei eigentlich nur, daß Sie die negativen Seiten der linken Systeme verschweigen oder ignorieren. Folter und Terror gab es schon bei der französichen Revolution! Wieviele Opfer gab es beginnend ab Lenin oder Mao oder PholPot oder Fidel Castro? Soviel ich weiß gab/gibt es in diesen Staaten auch eine Verfassung, oder nicht?<<

Salvador Allende war ein demokratisch gewählter demokratischer Sozialist. Ein linker Sozialdemokrat. Wie Sie in diesem Zusammenhang auf Mao und sogar Pol Pot kommen, das begreife ich nicht.

re Blitzgescheit/bote/breiterbart

", sondern das Chile und die Chilenen davor gerettet wurde, dass sich das Land in ein weiteres, blutrünstiges, kommunistisches Regime verwandeln würde."

...und sich stattdessen in ein weiteres, blutrünstiges diktatorisches Regime verwandelt hat.

"Wieso kritisieren Sie dann aber nicht auf, dass Cuba, Russland/KGB ebenso sich in Chile eingemischt hatten und drauf und dran waren, Chile in ein blutrünstiges, kommunistisches Regime zu verwandeln?"

Vermutlich weil das hier nicht das Thema ist und Sie (wie immer) reinsten Whataoutism betreiben.

"Der CIA ist zuverdanken, dass Chile heute noch ein freies Land ohne jegliche Diktatur ist "
Der Historiker in mir weiß nicht ob er lachen oder weinen soll, angesichts eines derartigen Schwachsinns.

Die zig Millionen Tote kommunistischer Regimes weltweit sind bekannt und unbestritten.
Allerdings haben sie mit der Lage in Chile und dem Artikel nichts zu tun...

Am 26. Oktober 2020 um 09:22 von Blitzgescheit

Zitat:
"...Jetzt geht man in Richtung sozialistischen Niedergang. Cuba und Venezuela lassen grüßen..."

und warum, weil es die Finanzfaschisten so wollen.

Ganz nebenbei, manchen Menschen passt eine andere Sicht nicht, wenn diese nicht seinem Weltbild entspricht.

re bender rodriguez

". Aber wehe, man will was ändern. Dann heißt es sofort, geh doch woanders hin. Oder man stehe nicht auf dem Boden des GG."

Schlicht nicht wahr.
Oder wo waren diese Rufe denn bei den letzten 60 Änderungen?
Wenn man in Bundestag und Bundesrat eine 2/3-Mehrheit hat kann man Änderungen machen, wenn nicht, dann halt nicht.
Also nichts mit irgendwelchen "Geh doch woanders hin"-Rufen...

@11:05 von andererseits

Danke dafür. Das ist dann tatsächlich die recht deutliche Handschrift einer Diktatur.

Neue Wege gehen?

(10:22 von Inge N.:)

"Obwohl ich - wenn ich international vergleiche - froh um unsere Verfassung bin und obwohl ich nie mit der DDR sympathisiert habe, hätte ich es auch besser gefunden, wenn die so genannte Wiedervereinigung nicht nur ein Anschluss gewesen wäre."

Ja, das wäre doch was gewesen: Zwei souveräne Deutsche Staaten. Sie könnten international zum Beispiel als >Union Deutscher Staaten (Super Republik)< auftreten.

Am 26. Oktober 2020 um 10:47 von Blitzgescheit

Zitat: Es wurde von vielen konservativen Politikern wie bspw. der nie genug gelobte Franz-Josef Strauß nicht begrüßt, dass die "Demokratie" in Chile beseitig wurde, [.....]

Selbst die Konrad-Adenauer-Stiftung, deren Gründungsvater Bruno Heck, Bundesminister und CDU-Generalsekretär, war, bescheinigt ihm, er habe nach dem Sturz des chilenischen Präsidenten Salvador Allende 1973 Chile besucht und nachher den Pinochet-Putsch in einer Pressekonferenz verteidigt.

Die Süddeutsche berichtet über Fanz Josef Strauss: "Bei manchen seiner Reisen gewann Strauß Erkenntnisse, die zu Hause für Aufregung sorgten und selbst Parteifreunde irritierten. So fand er für das chilenische Militärregime unter General Pinochet erstaunlich viel Verständnis. Natürlich sei es beim Putsch 1973 "nicht freundlich zugegangen". Aber wenn die Lage so dadargestellt werde, "als ob in Chile wahllos gemordet und gefoltert würde und Menschenrechte unterdrückt würden, so ist dies unwahr."

11:13, Sisyphos3

>>10:37 von fathaland slim
Das Kinderrechte immer noch nicht im Grundgesetz verankert sind.
.
was wollen sie denn noch alles
reicht es nicht dass es Menschenrechte gibt,
braucht es da noch spezielle Kinderrechte
Glauben sie nicht dass ne Verfassung so flexibel ist das abzudecken<<

Die Kinderrechte wurden in einem Beitrag, auf den ich antwortete, thematisiert. Nicht von mir.

@Blitzgescheit

Die sozialen Leistungen in Chile sind nicht toll, sondern kümmerlich!
Leider könnten Sie recht haben, dass es nun in Richtung Argentinien geht, wenn nicht schlimmer. Aber warum? Weil die sogenannte Elite 25 Jahre zu lange ausbeuten durfte wie es die Verfassung hergab. Schuld daran sind gewiss nicht die armen Schweine, die jetzt nicht wissen was sie tun.

Am 26. Oktober 2020 um 11:13 von Sisyphos3

10:37 von fathaland slim: Das Kinderrechte immer noch nicht im Grundgesetz verankert sind.
.
Zitat: was wollen sie denn noch alles
reicht es nicht dass es Menschenrechte gibt,
braucht es da noch spezielle Kinderrechte
Glauben sie nicht dass ne Verfassung so flexibel ist das abzudecken

Das Zitat stammt nicht von "fathalandslim". Er hat nur auf "10:24, SL2020" geantwortet.

11:18, werner1955

>>Eigentum zu vergesellschaften?
fathaland slim @
Und der zusammenbruch der DDR ist der Grund warum wir es nicht nochmal so machen dürfen<<

Wem bei Sozialismus DDR einfällt, der hat grundlegendes nicht verstanden.

Kleine Buchempfehlung:

Iring Fetscher, "Von Marx zur Sowjetideologie".

Chilenen stimmen für neue Verfassung

Das Volk im Westen Südamerikas ist deutlich widerspenstiger geworden in den letzten Jahren, wenn man so betrachtet, dass sie nun für eine neue Verfassung gestimmt haben. Der heimtückische Sturz der damaligen Regierung Allende bzw. die langjährige Diktatur von Pinochet haben viele Jahre in diesem Land für die Bevölkerung beschwerlich gemacht.
Auch bei kleinen Dingen, die der Gesellschaft heute nicht passen, gingen sie mittlerweile erfolgreich gegen vor, wenn man zum Beispiel den Kampf gegen die Tricks der Lebensmittelindustrie eines berühmten Getränke-Konzerns aus Atlanta oder auch eines anderen Lebensmittel-Konzerns aus Michigan betrachtet.
Dieses Volk imponiert einfach nur. Da könnte sich Deutschland einfach nur eine Scheibe von abschneiden.

10:00 von sonnenbogen

«Aber moralische Vorstellungen und Verantwortlichkeiten könnten sich über Jahrhunderte ändern.»

Es gibt wenige Verfassungen, die schon seit Jahrhunderten bestehen. Die in den USA von 1789 dürfte eine der ältesten sein. Welche exakt die älteste ist … weiß ich jetzt nicht. Werde ich mich aber mal schlau machen. Ist mir eine interessante Fragestellung.

Es werden ja in viele demokratischen Verfassungen immer wieder andere Vorstellungen im Lauf der Zeit eingearbeitet. Hier und da und dort mehr oder weniger häufig und erforderlich.

«Extrem: Wie wollten Sie gegebenenfalls, den Gedankengang "alle Säugetiere (oder nur Primaten, Delphine, Wale) sind gleich" in die bestehende Verfassung einarbeiten?»

Gar nicht … weil es schlicht Unfug ist, das in die Verfassung rein zu schreiben. Das macht man mit Gesetzen auf einer der Verfassung untergeordneten Ebene. So wie man Gesetze macht, dass Bären, Wölfe, und Luchse die Wälder nur von 11:00 bis 13:00 Uhr zum Einkaufen verlassen dürfen.

Chilenische Mitbürger (auf Zeit)

Nach dem C.I.A.-gesponserten Putsch flohen zig Tausende Chilenen. In der "sogenannten DDR" (ARD, ZDF) wurden viele aufgenommen und wurden Mitbürger auf Zeit. In den Schulen wurde zusammengerückt, damit Platz wurde für die vielen dunkelhaarigen Jungen und Mädchen, die ganz anders drauf waren und ein Fenster in die weitere Welt öffneten für jene, die mit Dingen aus dem Westen (ausser Fernsehen) nicht so viel Berührungspunkte hatten. – Das war mit Kopfschmerzen bei vielen "Verantwortlichen" verbunden.

@ 10:47 von Bli...Bot...Brei...

Sie meinen mit dem "nie genug gelobten" Franz-Josef Strauß den, der bei seiner Pinochet-Hofierung 1977 sagte, dass "allein von Moskau gesteuerte Links-Intellektuelle und Berufschilenen im Exil über Land und Regime schlimmste Lügen verbreiten", und der auf die Frage, ob er denn den Auftrag der christdemokratischen Weltunion ausgeführt habe, der auch die CSU angehört, und bei dem Junta-Chef die Wiederherstellung der Grundfreiheiten verlangt habe, unwirsch antwortete: "Sollten wir nicht über Seriöseres reden?" und der dann skrupelfrei die Würde eines Ehrenprofessors der Staatsuniversität von Chile entgegennahm aus den Händen des zum Dekan ernannten Hugo Rosende, der als "Jurist" Recht gleichsetzte mit unbegrenzten und unkontrollierten Vollmachten der Junta und mit dem Kampf gegen alle ihre Gegner?
Dieser Strauß wurde Ihrer Meinung nach nie genug gelobt?
Machen Sie nur weiter mit ihren Offenbarungen.

11:23 von Mister_X

Schlicht nicht wahr.
Oder wo waren diese Rufe denn bei den letzten 60 Änderungen?
.
da konnte man ja der AfD oder früher irgendwelchen Linken Gruppen unterstellen !

@ 11:24 von WiPoEthik

Gerne. Und man darf nicht verkennen, dass Pinochet bis zu seinem Tod 2006 nicht für seine Verbrechen zur Rechenchaft gezogen wurde bzw. werden konnte; insofern ist die jetzt initiierte Arbeit an einer neuen Verfassung unter klarer Bürger*innenbeteiligung in einem transparenten geordneten demokratischen Prozess ein wichtiger Schritt zur Verarbeitung der Pinochet-Militärdiktatur.

Der Sprung von einer

Der Sprung von einer diktatorischen "Verfassung" zu demokratischen ist an sich leicht, grundsätzlich aber richtig. Die Details der Verfassung werden den Charakter prägen.
Ob man so leicht eine Verfassung ändern sollte, das muss strittig bleiben. Auch in Deitschland wurde in den 1930ern eine Verfassung geändert, die Änderung war meiner Meinung nach nicht so gut. Um es mal auf heute und Deutschland zu beziehen, wir haben sicher noch viel Luft nach oben, um DEMOKRATISCHE Änderungen vorzunehmen. Aber allein 75% der Stimmen des Bundestages sollten das nicht dürfen, es muss auch von der Wahlbeteiligung abhängig sein. So dürfen Berufspolitiker, sobald sie die benötigte Mehrheit im Bundestag haben, die Verfassung in Deutschland ändern. Auch wenn die Mehrheit im Bundestag nicht der Mehrheit des Volkes entspricht. Das ist meiner Meinung nach falsch.

@Mister_X, 11:20 (re Blitzgescheit/bote/breiterbart ")

Danke für die unmissverständliche „Klarstellung“.

11:29 von fathaland slim

sorry
sollte vielleicht aufmerksamer lesen

Chilenen stimmen für neue Verfassung

Lass ihn raus, den Tiger!
Zeig ihnen, dass du es kannst!

Theoretiker vs Praktiker

(11:33 von fathaland slim:)

"Wem bei Sozialismus DDR einfällt, der hat grundlegendes nicht verstanden."

Au weia. Da ist Ihnen aber wieder ein Streich gelungen!

Deshalb erntet man wohl als "West-Linker" immer nur ein müdes Lächeln: Komplett verinnertliche Ignoranz.

10:31 von Blitzgescheit

Zitat:"Etwas, das nichts kostet, ist nichts wert und wird verschwendet bzw. dessen Qualität sinkt"

Dann war also die kostenlose Universitätsausbildung, die wir viele Jahrzehnte genossen haben, nichts wert? Aber zum Thema: Ihre zynische und menschenverachtende Art, mit der Sie die brutale Pinochet-Diktatur wegen einiger angeblicher wirtschaftlicher Erfolge schönzureden versuchen, widert mich an. Mit dem gleichen Argument könnte man auch die Hitlerdiktatur bis 1939 rechtfertigen. Aber wenn man Ihrer Meinung nach ein "Linker" sein muss, um das zu erkennen, dann bin ich mit Stolz ein "Linker"!

@fathaland slim um 11:20Uhr und @andererseits

Ich brauche keine Nachhilfe in Geschichte, weil ich weiß, wer Allende war. Ich ärgere mich nur über die gefühlte Verleihung von Jeiligenscheinen an sozialistische etc. Politijer, obwohl im Einzelfall garnicht bekannt ist, wie deren Verhalten nach einer Machtübernahme gewesen wäre. Ich will Pinochet und Co. weder entschuldigen oder relativieren, wage aber zu vermuten, daß Verstöße gegen das gerne zitierte Menschenrecht auch unter Fidel Castro, Chavez, Maduro oder Morales vorgekommen sind. Wer einmal an den Schalthebeln der Macht sitzt, hat leider meistens keine Skrupel diese Position zu erhalten..Ich verspreche jedenfalls meine Kommentare küntig eindeutiger und vertändlicher zu formulieren!

10:00 von andererseits @ 09:22 Bli...Bot...Brei

>>Gut, dass wir nun lesen können, dass Sie eine Verfassung ablehnen, die die soziale Rolle des Staates stärken, Grundrechte auf Arbeit, Gesundheitsversorgung, Bildung und Trinkwasser aufnehmen sowie die Anerkennung der indigenen Völker festschreiben wird.<<

Der Forist dem Sie antworten hat doch schon mehrfach betont, welche Partei er bevorzugt.
Da braucht man sich doch über solche Aussagen nicht zu wundern.

@Am 26. Oktober 2020 um 11:20 von Mister_X

Zitat: ""Wieso kritisieren Sie dann aber nicht auf, dass Cuba, Russland/KGB ebenso sich in Chile eingemischt hatten und drauf und dran waren, Chile in ein blutrünstiges, kommunistisches Regime zu verwandeln?"

Vermutlich weil das hier nicht das Thema ist und Sie (wie immer) reinsten Whataoutism betreiben."

Eh, nein. Kein Whataboutism.

Das Abgleiten in eine kommunistische Diktatur war und ist die historische Dimension und Prämisse, die Chile und ganz Südamerika in den 1970ern begleitet haben.

Und diese Perspektive muss berücksichtigt werden. Geschichte passiert nun einmal nicht in einem luftleeren Raum.

Wenn man die Einmischung des CIA in Chile kritisiewrt, was ich auch tue, muss man genauso kritisieren, dass die Russen/KGB und Cubaner bereits jahrelang in Südamerika aktiv waren.

Blitz“Gescheit“

Ich frage mich, warum die Leute in Chile gegen die Verhältnisse im Land demonstriert haben, wenn gemaess ihren liberalen Ausdünstungen Chile doch eigentlich das irdische Paradies sein müsste.

Antwort :
Es ist halt nicht so gut, wie es sein sollte gemäß Milton Friedman’s „Markt und Reform“ oder ähnlichen Druckwerken.

Insb3sondere das chilenische Bildungswesen taugt nicht viel.

Bezüglich des Gesundheitssystems frage ich mich, warum Militärs in Chile sich nicht privat Krankenversichern müssen/wollen.
Sondern staatlich versichert sind.

Die Antwort dürfte wohl klar sein....

Chilenen stimmen für neue Verfassung........

Das war fällig, daß kann zu einer Änderung, auch der Lebensverhältnisse vieler führen. Die alte Verfassung, noch aus der Pinochet-Zeit, legte fest, daß so ziemlich alles eine Ware war: Das Wasser, die Stromversorgung, die Bildung, Hochschulen für Arme unbezahlbar und die Rentenversicherung. Ein Milton-Friedman-Labor.
Nur der Pensionsfond der Armee, der wurde nicht privatisiert.
Und es zeigt sich, die große Mehrheit ist damit unzufrieden.

10:47 von Blitzgescheit

Zitat:"Es wurde von vielen konservativen Politikern wie bspw. der nie genug gelobte Franz-Josef Strauß nicht begrüßt, dass die "Demokratie" in Chile beseitig wurde, sondern das Chile und die Chilenen davor gerettet wurde, dass sich das Land in ein weiteres, blutrünstiges, kommunistisches Regime verwandeln würde."

Dass diese "Rettung" mit der Ermordung und Folterung zehntausender Menschen durchgeführt wurde, was solls... Dass diese "Rettung" die Demokratie in Chile auf Jahrzehnte hinaus durch eine blutrünstige Diktatur ersetzte, was solls...Dass Präsident Allende demokratisch gewählt war und auch sein konservativer Vorgänger Frei den Militärputsch verurteilte, was solls...Dass die "Colonia Dignidad" unter dem Schutz Pinochet Regimegegner foltern und Kinder quälen und missbrauchen konnte, was solls...Ihre "Argumente" sind menschenverachtend und zeigen wieder einmal Ihre wahre Gesinnung.

@10:09 von Bli...Bot...Brei...

Fast hätte ich eine weitere Geschichtsverfälschung von Ihnen überlesen: Die Unruhen in Chile unter der demokratisch gewählten Regierung Allendes gingen nicht unwesentlich von der Ermordung des christdemokratischen Ex-Ministers Zujovic 1971 aus, deren Umstände nie wirklich geklärt wurden - etliche Indizien sprachen dafür, dass Rechtsaußen diesen Mord verübten, um die Christdemokraten von der Unterstützung Allendes abzubringen, was ihnen schließlich auch gelang. Eindeutig geklärt ist, dass radikale rechte Gruppen in der Folgezeit hunderte Terror- und Sabotageakte auf Eisenbahnen, Brücken u.a. Infrastrukturen verübten. 1973 wurde Allendes politischer Sturz forciert u.a. durch die Ermordung des Offiziers Arturo Araya Peters auf seinem Balkon, geplant und initiiert durch die rechtsextreme "Patria y Libertad". Die überführten Mörder kamen unter Pinochets Diktatur straflos davon. Die "Arbeit" an der rechtsextremen Militärdiktatur begann früh...

26. Oktober 2020 um 11:32 von EPN

>> Die sozialen Leistungen in Chile sind nicht toll, sondern kümmerlich!
Leider könnten Sie recht haben, dass es nun in Richtung Argentinien geht, wenn nicht schlimmer. Aber warum? Weil die sogenannte Elite 25 Jahre zu lange ausbeuten durfte wie es die Verfassung hergab. Schuld daran sind gewiss nicht die armen Schweine, die jetzt nicht wissen was sie tun. <<
.
.
Wenn Sie Menschen als "arme Schweine" bezeichnen sagt das genügend über Sie aus.

Vergesellschaftetes Eigentum?

Ich lebe in einem Altbau, der zu DDR-Zeiten "vergesellschaftet" war.

Wenn ich das Wort verlottert auf das Objekt anwende, beschreibt das nicht den Zustand völliger Herunterwirtschaftung, einer quasi zerstörten Wohnung, die ich seit Jahren schrittweise renoviere.
Im Haus hatten wir zig Wasserrohrbrüche, einmal kam ein Lichtbogen aus dem Sicherungskasten, Kohleöfen versottet, Kopfbalken der Holzdecken durchgefault.
Dachstuhl- Schwammbefall.

Was tut man, als Mieter, wenn der Innenputz rieselt? Na neu verputzen. Aber zunächst waren 10 Tapetenlagen abzulösen, auf der untersten Ebene- Zeitungsmakulatur aus der Nazizeit. Dann kam die Küchendecke herunter.

Ich hoffe nicht auf "Vergesellschaftung". Das Objekt, um das ich kämpfe, ist durch Vergesellschaftung fast zerstört worden.

Daher kann ich mich nur wundern, über Leute, die "Vergesellschaftung" im Grundgesetz verankert wünschen. Naive Ostalgie. Es ist krachend gescheitert, wer Anderes behauptet, unterschlägt die Jahre des Mangels.

Die guten ins ........

.......Töpfchen die schlechten ins Kröpfchen. Diesen Ausspruch kennt glaube jeder. Es ist aus dem Märchen Aschenputtel, was über Jahrhunderte weitergegeben wurden ist und sich später in gesammelte Werke wiederfand. Was spricht dagegen, diese Volksweisheit in Chile anzuwenden. Ich kenne die Artikel und Inhalte der chilenischen Verfassung von 1980 nicht. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass sich darin auch bewährte Artikel befinden und übernommenen werden können. Der Rest wird dann durch die verfassungsgebenden Versammlung neu interpretiert und auf die heutigen gesellschaftlichen Interessen des Volkes angepasst und mit rein genommen. Das wichtigste ist doch, dass es dann vom Volk endlich legitimiert wird. also warum dann diese heftigen verbalen Auseinandersetzung in dieser Runde. Oder geht es hier um etwas anderes?

@11:58 von karlheinzfaltermeier

Hier ist auch nicht das Forum von Nachhilfe in Geschichte, hier ist das Forum, Entwicklungen und Berichte kritisch zu kommentieren. Allerdings wird mir nicht deutlich, dass Sie ein Bild davon haben, wer Allende war, wie es zum Sturz kam und wie Pinochet mit den beiden "Säulen" (kapitalistischer Schocktherapie der Chicago Boys und der damit einhergehenden Hofierung von Großkapital und deren Paralysierung für demokratische Grundrechte und Prozesse einerseits; ein brutal folterndes mordendes Regime andererseits) seine Militärdiktatur sicherte. Stattdessen führen Sie x andere Namen an, die mit den Entwicklungen in Chile nichts zu tun haben. Warum?

11:58 von karlheinzfaltermeier

ZItat:"obwohl im Einzelfall garnicht bekannt ist, wie deren Verhalten nach einer Machtübernahme gewesen wäre."

Sehen Sie, Herr Faltermeier, das macht den Unterschied: man weiß nicht, was bei Allende gekommen WÄRE, aber man weiß genau, was bei Pinochet gekommen IST. Im Übrigen lehne ich Diktaturen aller Art, ob kommunistisch, faschistisch oder sonstwie "begründet", absolut ab. Im Unterschied zu anderen Diktaturen war Allende, bei dem man eben nicht weiß, ob er zum Diktator mutiert wäre, immerhin demokratisch gewählt und auch sein Vorgänger, der konservative Edoardo Frei, hatte den Militärputsch verurteilt.

@Bender Rodriguez 09:13

Zitat: "Sieh an. Verfassungen kann man ändern?
Wenn man das von Spanien oder England verlangt, bekommt man gesagt, das sei nicht möglich. In Deutschland völlig undenkbar, wegen Ewigkeitklausel, blabla.
ALLES lässt sich ändern. Sogar Gesetze, die das verhindern sollen.
Und so wünsche ich Chile, dass sie diese Altlasten los werden und durchstarten können"

Es ist ja auch ein kleiner Unterschied, wenn man eine Verfassung aus der Pinochet-Diktatur hat, oder wie in D diese nach Wk2 ausgearbeitet wurde.

Re Blitzgescheit/bote/breiterbart

"Das Abgleiten in eine kommunistische Diktatur war und ist die historische Dimension und Prämisse, die Chile und ganz Südamerika in den 1970ern begleitet haben."

Und schon wieder falsch.
Allende war kein Diktator und es drohte auch mitnichten eine kommunistische Diktatur.
Ein reines Hirngespinst Ihrerseits und den Ewiggestrigen Anhängern der Militärdiktatur...

Der Untertanengeist, seine Solidarität u. sein Mitgefühl heute

Sympathisanten von Autokraten, Diktatoren und Foltermethoden sind hier wieder auf meta.tagesschau unterwegs? Die deutsche Gesellschaft ist anscheinend noch nicht mit einem ihrer größten Probleme durch. Und offensichtlich fehlt einem großen Teil der Bürger die Bildung und Urteilsfähigkeit, (selbst welche sich sonst als Demokraten sehen?), um die wichtigsten Unterschiede zwischen Freiheit und dazu nötigen demokratischen Grundlagen einerseits und Gewalt/Zwang und Autoritarismus andererseits unterscheiden zu können.
Als eine Wahl zwischen Pest und Cholera würde doch hoffentlich niemand über Deutschland 1933 urteilen. War nicht so, war auch in Chile 1973 (Putsch) nicht so. Ohne die Unterstützung der USA und ihrer Chicagoer Schule, und der Angst, die die Chilenen noch nach Ende der Diktatur vor dem Repressionsapparat hatten, hätten die Chilenen schon längst die Verfassung eines Rechts- und Sozialstaates.
Wir können in D froh sein, dass hier die Weichen nach 1945 anders gestellt wurden.

Zitat: "Solange wie die

Zitat:
"Solange wie die Schafe die Interessenvertetung der Besitzer wählen, wird sich da auch nix ändern."

sorry - die "Schafe" haben letztlich nur die Chance den "Schäfer" aber nicht den "Besitzer der Herde" zu wählen

oder anders ausgedrückt...
..per Wahl kann ich zwar das Zugpersonal aber niemals die Richtung der Schienen bestimmen.
Deren Richtung legen genau die fest die niemals zur Wahl stehen.

ganz nach dem alten "Sponti-Spruch":
wenn wahlen etwas ändern würden wären sie längst abgeschafft

Und wenn die "Schafe" die Absicht haben mal einen anderen "Schäfer" zu wählen kann man sie locker mit dem "Wolf" wieder auf die Spur bringen
*sarkasmus*

09:13 von Bender Rodriguez

Zitat:"In Deutschland völlig undenkbar, wegen Ewigkeitklausel, blabla."

Blablabla meint den Verfassungstext?
Natürlich kann man das GG ändern, ist ja schon oft genug passiert. Die sog. Ewigkeitsklausel Art.20 GG bezieht sich nur auf die grundlegenden Säulen des demokratischen und föderalen Rechtsstaates. Die werden Sie doch wohl nicht abschaffen wollen?

Es wird jetzt darauf

Es wird jetzt darauf ankommen, die neue Verfassung auch zum Wohle des ganzen Volkes umzusetzen. Diesbezüglich kompetente Regierungsführung ist ja in Süd-Amerika bisher Mangelware.

11:43, andererseits

>>Und man darf nicht verkennen, dass Pinochet bis zu seinem Tod 2006 nicht für seine Verbrechen zur Rechenchaft gezogen wurde bzw. werden konnte.<<

Vor allem deswegen, weil er sich einer Strafverfolgung durch ein spanisches Gericht (Baltasar Garzón war der Ermittlungsrichter) durch Flucht nach England entzog. Dort wartete auf ihn die Höchststrafe, wie der große Walter Böhlich schrieb:

Lebenslang Tee mit Maggie Thatcher.

Aufschwung unter Allende, kaputt durch CIA unterst. Putsch.

@09:51 von Blitzgescheit
Den markanten wirtschaftlichen Aufschwung nach der Wahl Allendes habe ich noch gut in Erinnerung.
Das passte einigen Oligarchen nicht. Mit Hilfe der USA wurde dieser Aufschwung kaputt gemacht. Vielleicht erinnern Sie sich: Mit von den USA gesteuerter "Streik" der Transportunternehmer.
Kissinger wurde für sein "Engagement" wegen Verbrechen angeklagt, und ist aus Angst vor gerichtlichen Maßnahmen eine zeitlang nicht mal mehr in die Bundesrepublik gereist.

Ein guter chilenischer Bekannter hat einige Zeit nach dem Putsch seine Heimat besucht. Und entsetzt erzählt, wie marode der Zustand unter dem Diktator Pinochet jetzt war. Erschüttert hat ihn als Beispiel die Kinderprostitution aus Armut.

12:00, Blitzebreit

>>Das Abgleiten in eine kommunistische Diktatur war und ist die historische Dimension und Prämisse, die Chile und ganz Südamerika in den 1970ern begleitet haben.<<

Ja sicher. Und dagegen helfen bekanntermaßen nur faschistische Militärdiktaturen, wie sie in den 70er Jahren in Lateinamerika üblich waren.

Danke für diese Einblicke in Ihre Gedankenwelt.

11:58 von karlheinzfaltermeier

«Ich brauche keine Nachhilfe in Geschichte, weil ich weiß, wer Allende war.»

Und wenn Sie das wissen, dann müssen Sie Allende erst recht nicht in einem Satz potentiell vergleichend mit Pol Pot als eventuell möglichen Linken Diktator nennen, der Allende vielleicht unter Umständen hätte sein können, hätte er nicht im Verlauf des Putsches gegen ihn Suizid begangen.

«Ich ärgere mich nur über die gefühlte Verleihung von Heiligenscheinen an sozialistische etc. Politiker, obwohl im Einzelfall garnicht bekannt ist, wie deren Verhalten nach einer Machtübernahme gewesen wäre.»

Müssen Sie ja auch nicht ohne Kenntnisse wild rumspekulieren, was gewesen wäre, hätte Señor Allende die Macht in Chile übernommen. Er war für 3 J. der gewählte Präsident des Landes ! Wissen Sie doch.

War er zu einer Zeit, als man ganz gewiss nicht ihm Diktatorengehabe vorwerfen konnte. Könnten auch Sie wissen. Was Allende getan hätte, wäre er 10 statt 3 J. lang Präsident gewesen. Das weiß niemand. Woher auch …?

Wie man angesichts...

...eines fairen demokratischen Vorgangs, der anscheinend nicht mal relevant von FakeNews beeinflusst wurde eine solche Diskussion vom Zaume brechen kann ist mir erstens schleierhaft und macht mir zweitens Angst angesichts der teilweisen Aggressivität.

12:08, Kein Einstein @11:32 von EPN

>>Wenn Sie Menschen als "arme Schweine" bezeichnen sagt das genügend über Sie aus.<<

Dieser gebräuchliche umgangssprachliche Begriff ist Ihnen nicht bekannt?

12:02 von Autochon

«Insbesondere das chilenische Bildungswesen taugt nicht viel.»

Mehr noch als ein Taugenichts, ist es sehr teuer für Schüler und Studenten.
Plus zusätzlich sozial sehr unausgewogen und ungerecht.
Zum Bildungssystem gibt es bereits seit vielen Jahren Proteste für besser.

Immer wieder mit Straßenschlachten, Tränengas … und auch Toten. Das chilenische Symbol der Proteste entstammt den Protesten der Schüler und Studenten:

"Caceroladas" = Radau / Lärm durch Schlagen auf Kochtöpfe.
Wurde auch benutzt gegen die Preiserhöhungen im ÖPNV in Santiago de Chile, und in anderen größeren Städten im Land. Ist von gar nicht so lange her von ± Ende des Jahres 2019.

Sozialismus

fathaland slim @

Wenn ich den Begriff "Sozialismus" höhre und lese denke ich dei Vieln menschen die unsagbares Leid ertragen mussten und daran das es gerade die kapitalistischen/demokratischen System waren diesen Menschen geholfen haben.

Ich kenn in den letzten 2000 jahre kein System was besser war als unseres. Und ja das bessere ist der Nachfolger des guten und daran arbeiten wir erfolgreich.

12:13, r0lt0

>>Daher kann ich mich nur wundern, über Leute, die "Vergesellschaftung" im Grundgesetz verankert wünschen. Naive Ostalgie. Es ist krachend gescheitert, wer Anderes behauptet, unterschlägt die Jahre des Mangels.<<

Es gibt zahlreiche Denkmodelle zur Vergesellschaftung. Der Weg der DDR ist keins davon.

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