Kommentare

Australien reagiert gelassen

Ob der Impfstoff in Australien jetzt sofort ankommt interessiert dort erst mal nicht.
Der Impfstoff ist eh erst in 3 Wochen zu verimpfen, so der Plan dort.

Das Corona-Impfen hat eh erst kürzlich begonnen.

Das ist verständlich.
Die - sehr strikten - Corona-Maßnahmen, wie Quarantäneaufenthalt in Quarantäne-Unterbringungseinheiten, Schnell-Tests, Selbst-Schnell-Tests, PCR-Tests, Abriegelung von Städten (regionaler Total-Lock-Down), Einreiseverordnungen, usw., sind in Australien seit Frühjahr2020 im Einsatz.

Folge:
Dauerhafte Infektionszahlen unter 50 ...
Geht doch.

Warum gibt es jetzt dann wieder Stimmen gegen ein Exportverbot? Hiervon betroffen sind doch ausschließlich Impfstoffe der Pharmafirmen, die den Lieferverpflichtungen gegenüber der EU nicht vertragsgemäß nachkommen. Noch dazu hat Astraseneca EU Hilfen für die Entwicklung erhalten. Also halte ich es für gerechtfertigt, daß Exporte dieser Art von den Mitgliedsländern gestoppt werden.

Australien hat eine der niedrigsten

Inzidenzraten, Italien eine der naechsten.

Da liegt es mehr als nahe erst in Italien zu impfen.

Brüssel - Rekordweltmeister in Schnelligkeit

Wenn Brüssel bei anderer Gelegenheit, z.B. beim Ordern, nur halb so flott reagiert hätte wie jetzt, dann hätten wir jetzt nicht die Probleme.

Impfstoff knapp

Natürlich gibt es zu wenig Impfstoff, um in allen Länder der Erde die Bevölkerung in kurzer Zeit zu impfen. Wer hätte auch vor der Pandemie solche Produktionskapazitäten aufbauen sollen? Fabriken, die vorher und nachher nutzlos herumstehen.

Also gibt es ein Hauen und Stechen um die verfügbaren Mengen und die Starken besiegen die Schwachen. Solidarität ist was für Sonntagsreden.

Das Verhältnis der EU zu AZ scheint schwierig zu sein und anscheinend lässt der Vertrag Interpretationsspielraum. Sind den die britischen bzw. australischen Verträge strenger (Termine, Mengen, Strafen)? Oder ist das mehr die nationale Verbundenheit des teilweise britischen Konzerns mit der Heimat und dem Commonwealth?

Es ist wohl unrealistisch, dass jedes Land seine eigene Impfstoffproduktion aufbaut. Also wird Zusammenarbeit nötig sein.

Exportstopp

Würde man der EU, unserer Regierung und den Landesregierungen für ihr Handeln in der Pandemie im vergangenen Jahr Zeugnisse ausstellen, würde es wohl heißen:
... haben sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden.

Vom Grundsatz bin ich gegen

Vom Grundsatz bin ich gegen dieses Verhalten " erst ich und dann lange nichts, dann die Anderen ".
Aber es müssen auch die Verträge
( unterschrieben von beiden Seiten ! ), eingehalten werden. Da AZ das nicht tut, sondern die Lieferungen an die EU kürzt, finde ich diesen Schritt gerechtfertigt.
Man sollte auch mal bedenken, das Australien zum " british Empire " gehört und eventuell daher dieses Ansinnen von AZ kommt ??!
Irgendwie hinterläßt das bei mir ein
" Geschmäckle ".

Exportstopp...

Die Entscheidung von der Leyens sei ein Freibrief für andere Länder, ebenfalls nationale Interessen vor globale Interessen zu stellen, sagte der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament...

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Und das nicht nur global. Auch oder besonders innerhalb der EU...
So langsam kommt die ganze Tragweite des Versagens und Bürokratie der EU bei der Impfstoffbeschaffung zum tragen...

Falsche Prioritäten. Nicht nacheinander, sondern parallel

Die Priorisierungslisten müssen weg. Das Bürokratiemonster Impfreihenfolge darf nicht das Impfen behindern.
Momentan wird an einigen Stellen nicht geimpft, weil das Primärziel, das Durchimpfen, zugunsten von nebensächlichen Zielen an den Rand gedrängt wird.
Es kann nicht sein, dass in den Impfzentren die Impfkräfte, d.h. Ärzte, med. Fachpersonal und Hilfskräfte, zum Däumchendrehen verdammt sind, weil sie keine jüngeren Menschen, keine LehrerInnen, ambulante PflegerInnen, Gastronomiebeschäftigte, Beschäftigte im Einzelhandel ... impfen dürfen.

Wenn ich könnte, würde ich mir einen Campingstuhl mitbringen und mich mit Maske und Abstand den ganzen Tag in die Reihe stellen, bis ich dran wäre.
Geht nicht. Obwohl da überall Helfer herumsitzen und gerne arbeiten würden. Und Impfstoff ist auch genug da.

Re : dr.bashir !

Als man mit der Forschung nach dem Impfstoff gegen Corona begann, hätte jedes betroffene Land schon mal damit beginnen können, mit all den Pharmafirmen und anderen Ländern Vereinbarungen zu treffen, damit rechtzeitig genügend Produktionskapazitäten vorhanden sind.
Leider aber finden eben solche Dinge nicht statt, weil viele Länder zu viele Eigeninteressen haben und verfolgen, weil es immer und überall um Macht, Einfluss und viel Geld geht, und der Mensch nur eine lästige Ware ist. Nur Vordergründig ist es so, dass angeblich alles für die Gesundheit der Menschen getan wird, dabei wird aber immer zuerst auf die Kohle geschaut, die damit verdient werden kann.
Schon lange Zeit wird nicht wirklich auf Zusammenarbeit mehr geachtet, sondern nur wer sichert sich den größten Kuchen, egal ob Staat oder Konzern.
Wenn alle wollten, könnten schon sehr viele Synapsen gebildet werden, nur leider wollen nicht viele, sie bekriegen sich lieber !

Politische Prioritäten

@bashir
//Das Verhältnis der EU zu AZ scheint schwierig zu sein und anscheinend lässt der Vertrag Interpretationsspielraum. Sind den die britischen bzw. australischen Verträge strenger (Termine, Mengen, Strafen)? Oder ist das mehr die nationale Verbundenheit des teilweise britischen Konzerns mit der Heimat und dem Commonwealth?//

Nach der Halbierung der Liefermengen an die EU argumentierte AZ nicht mit anderen vertraglichen Verpflichtungen sondern mit Problemen in der Produktion, die aber nur die Belieferung der EU betrafen.Daher gehe ich sehr stark davon aus, dass die nationale Verbundenheit den "best effort" beeinflusst.

Träges Prio-system kontra kreative und schnelle Fuzzylogik

Die Berliner Zeitung schrieb am 26.2.: >>Spahn: „Es liegt noch zu viel Impfstoff in den Kühlschränken herum“
Der Bundesgesundheitsminister will bald auch in Arztpraxen impfen lassen. Die Länder fordern weitere Öffnungen.<<

Die Priorisierungslisten dürfen nicht länger zur Hauptsache gemacht werden. Es ist genug Impfstoff da, aber die Impfteams trauen sich nicht, die Listen zu übergehen.

Herr Spahn, lassen sie parallel impfen. Alte Menschen haben Vorrang, aber parallel können auch andere geimpft werden und zwar nicht nach Einladung und Terminvereinbarung, sonder nach Reihenfolge: Hinten anstellen, Ausweis vorzeigen, registriert werden, warten, geimpft werden, Impfausweis wird nach Prüfung der Daten an die Heimatadresse geschickt - und fertig.

Herr Spahn, meinen Sie, dass Auslieferungsfahrer, Beschäftigte in der Gastronomie, im Einzelhandel u.a. Menschen mit vielen Kontakten, dass diese Menschen keine Angst vor Corona haben?

@10:34 von Traumfahrer

"Als man mit der Forschung nach dem Impfstoff gegen Corona begann, hätte jedes betroffene Land schon mal damit beginnen können, mit all den Pharmafirmen und anderen Ländern Vereinbarungen zu treffen, damit rechtzeitig genügend Produktionskapazitäten vorhanden sind"

Das klingt theoretisch ja gut, in der Praxis ist es irreal. Als man mit der Forschung begann, wusste keiner, ob aus dem eigenen Impfstoff etwas wird, siehe Sanofi, siehe Merck&Co. Man kann dann zwar auf gut Glück etwas bestellen, aber Fabriken zu bauen und Leute einzustellen (die man auch erst finden und ausbilden muss) würde ich auf keinen Fall tun, außer jemand bezahlt es mir. Und selbst dann würde es dauern.

Wenn Sie eine Fabrik haben, die bisher z.B. klassischen Masernimpfstoff herstellt, dann müssen sie die tw. umbauen, um dort mRNA-Impfstoff herzustellen. Und dann fehlt es an Masernimpfstoff. Usw.

Die Welt ist nicht so einfach, wie am PC zu schreiben "man müsste halt".

@10:42 von gila.b

"Daher gehe ich sehr stark davon aus, dass die nationale Verbundenheit den "best effort" beeinflusst"

Ich schon auch. AZ muss ja Australien nicht aus seinem Werk in Belgien beliefern. Die könnten die australischen Ampullen auch in GB abfüllen. Wo sie doch in Belgien "Produktionsprobleme" haben...

Aber was wissen wir schon. Jeder behauptet irgendetwas in irgendwelche Mikrophone und wir glauben eher dem, den wir sympathischer finden oder das unserer vorgefertigten Meinung entspricht.

Hierarchie behindert das zügige Durchimpfen

Die Impfzentren sind dem RKI unterstellt. Das RKI ist dem Gesundheitsministerium unterstellt. Da geht es immer noch, wie Anno Muff, von oben nach unten und wieder von unten nach oben: Weisung von oben wird nach unten über mehrere Instanzen/Abteilungen durchgegeben, unten wird gearbeitet, dann wird Vollzug gemeldet - wieder von unten nach oben. Immer schön unter Einhaltung der Hierarchie.

Das dauert und dauert.

Die Menschen vor Ort, die engagierten Helfer, dürfen nichts entscheiden, die sitzen da, zum Nichtstun verdammt. Und warum? Weil oben über "wichtige" Dinge gestritten wird: über Öffnungsmodalitäten, darüber wer was zu verantworten hat ...
Wir haben genug Impfstoff. Weshalb liegt der in den Kühlschränken herum?
Kommt in die Puschen, Leute!

„Für grundfalsch hält hingegen EU-Parlamentarier Bernd Lange den Exportstopp an Australien. Die Entscheidung von der Leyens sei ein Freibrief für andere Länder, ebenfalls nationale Interessen vor globale Interessen zu stellen (…) - wie es de facto die USA und Großbritannien jetzt schon tun. "Damit wird der Zugang zu Impfstoffen weiter eingeschränkt auf wenige Industrieländer", unterstreicht der SPD-Europapolitiker.

Klingt für mich irgendwie verwirrend. Soll das heißen, dass man, wenn die Lieferung für weniger „zahlungskräftige“, aber bedürftigere Empfänger gedacht gewesen wäre mit dem Exportstopp einverstanden gewesen wäre?

„Wegen einer marginalen Menge von Impfstoff riskiere die Kommission das gute Verhältnis zum engen Partnerland Australien >> mit dem die EU-Kommission zudem gerade Handelsverhandlungen führe. "Da wird wirklich unnötigerweise viel Porzellan zertrümmert"

Genau da dürfte der Hase im Pfeffer liegen: Sich die Gelegenheit zu "guten Geschäften" nicht entgehen zu lassen.

@ dr.bashir um 10,48 Uhr ,Die Welt ist nicht so einfach

>>Wenn Sie eine Fabrik haben, die bisher z.B. klassischen Masernimpfstoff herstellt, dann müssen sie die tw. umbauen, um dort mRNA-Impfstoff herzustellen. Und dann fehlt es an Masernimpfstoff. Usw.

Die Welt ist nicht so einfach, wie am PC zu schreiben "man müsste halt". <<

Das stimmt. Und trotzdem gibt es in vielen Unternehmen engagierte Menschen, die sich an der Impfstoffproduktion beteiligen. Novartis und Bayer steigen ein, die haben große Kapazitäten. Das wird der Produktion richtig Schub geben.
Ich bin zuversichtlich, was die Impfstoffproduktion angeht. Das Nadelöhr ist ja jetzt schon der Impfvorgang selbst, die Impfzentren mit ihren bürokratischen Vorgaben durch die Länder und das Gesundheitsministerium.

10:56, draufguckerin

>>Wir haben genug Impfstoff. Weshalb liegt der in den Kühlschränken herum?
Kommt in die Puschen, Leute!<<

Wir haben natürlich nicht genug Impfstoff. Was in den Kühlschränken herumliegt, ist wohl ausschließlich der AstraZeneca Impfstoff. Und der liegt deswegen herum, weil die Leute damit nicht geimpft werden wollen.

Zu Ihrem Vorschlag, man solle sich einfach unbürokratisch anstellen dürfen, in der Hoffnung, dranzukommen:

Ich glaube, Ihnen ist nicht klar, was für eine ungeheure logistische Herausforderung die Impfung eines ganzen Landes innerhalb kurzer Zeit darstellt. Und was hier im Forum und auf den Straßen los wäre, würde nach dem Prinzip „First come, first serve“ verfahren. Es gäbe ein Riesengeschrei. Neid und Mißgunst würden Tür und Tor geöffnet. Außerdem würde es die Vorurteile gegenüber diesem Impfstoff befeuern. „Die werden ihn nicht los und verramschen ihn. Wusste ich doch, daß der nix taugt.“

10:56 von draufguckerin Sie

10:56 von draufguckerin
Sie vergaßen die Bürokratie.
Alles will erst einmal beantragt sein. Dazu bedarf es eines Antragsformulars. Ein solches muß vor dem Druck erst einmal genehmigt sein. Der Auftrag zum Druck muß europaweit ausgeschrieben werden. Dieses Verfahren dauert und es müssen die Betriebsräte des beauftragten Unternehmens zustimmen. Eine Widerspruchsfrist muß eingehalten werden und es besteht immer die Möglichkeit der Klage gegen einen Widerspruchsbescheid.
Gut Ding will Weile haben...
Ach ja: Vorab muß ein Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars gestellt werden…. und das Papier muß aus nachhaltigem Anbau sein...

Die EU sollte die Preise alle Produkte von AZ

Um 40% kürzen bis die Verträge eingehalten werden.
Des Weiteren glaube ich immer noch nicht an den Impfstoff von AZ mit einer Wirksamkeit von unter 30% gegen die Süd Afrikanische Mutation. Es ist nur eine Frage der Zeit wann diese sich auch in Europa durchsetzt. Was dann? Alle die AZ bekommen haben nochmals Impfen?

Einfach Lösungen für schwierige Probleme:

Wenn AZ die der EU zugesagten Impfmengen abgeliefert hat, dann kann Exportiert werden. Also: EU, ihr habt ausgeschlafen, alles richtig gemacht. Jetzt mal keine Poserei mehr, Ärmel hochkrämpeln und ran an die Arbeit, dafür zahlen die EU Bürger.

@ 10:03 von Pool Roboter

„ … Impfstoffe der Pharmafirmen, die den Lieferverpflichtungen gegenüber der EU NICHT vertragsgemäß nachkommen.“

Danke für Ihren Kommentar, ich halte es auch für richtig, sich zu wehren.

Zu dem Verhalten von AZ möchte ich sagen: Jeder Kunde ist wichtig, auch der mit kleineren Aufträgen. Das Blatt kann sich, nicht erst seit Corona, ganz schnell wenden. Ab Ende des Monats soll zudem die Produktion von Astrazeneca-Impfstoff in Australien selbst anlaufen.

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