Kommentare

rer Truman Welt

Ich befürchte, das ist nur der zaghafte Beginn von dem, was Irland nun wieder bevorsteht. Jeder Tote bei solch zukünftigen Auseinandersetzungen gehen zu Lasten und auf's Konto der Brexiteers. Dafür dürfen, können und müssen diese die volle politische Verantwortung übernehmen. Damit ist auch Johnson mit im Boot. Wenn das eskaliert, müssen besagte Verantwortliche aufpassen, ab einem bestimmten Zeitpunkt der Eskalation nicht ins Fadenkreuz der verfeindeten Gruppen zu kommen. Politisch wird es ein Drahtseilakt, ein Lauf über's Minenfeld.

Der jüngst verstorbene große

Der jüngst verstorbene große Theologe Hans Küng hat Jahre und Jahrzehnte an einer Versöhnung, einem Respekt und einem Miteinander der Religionen im Sinne eines Weltethos gearbeitet. Er war überzeugt: Es gibt keinen Frieden zwischen den Nationen ohne Friede zwischen den Religionen. In Nordirland sieht man, dass der Mechanismus auch umgekehrt gilt und politische Konflikte sich auch der religiösen Unterschiede bedienen: Der unselige Sonderstatus Nordirlands im Brexit-Abkommen mit der längst überwunden geglaubten Grenze führt dazu, alte Konfliktlinien neu zu befeuern: Mit Religion hat das im Kern nichts zu tun; eher mit einer mißlungenen Brexit-Politik.

müssen Brexit und Corona herhalten.

"Zerstörung, Gewalt und die Androhung von Gewalt sind vollkommen inakzeptabel und nicht zu rechtfertigen", hieß es in einer Erklärung nach einer Sondersitzung des Kabinetts“

Wenigstens da ist man sich heute einig („Nordirland wird von einer Einheitsregierung der jeweils größten Parteien von protestantisch-unionistischer und katholisch-republikanischer Seite regiert").

Aber wer an politischen Spannungen "interessiert" ist, findet immer einen Vorwand, um Leute mittels Rhetorik aufzuheizen: „Nach Ansicht der Sicherheitsbehörden stecken dahinter teils militante protestantisch-loyalistische Gruppierungen, die auch im Drogenhandel tätig sind. Vorgeblicher Anlass ist die Entscheidung der Polizei, Politiker der katholisch-republikanischen Sinn-Fein-Partei nach Teilnahme an der großen Beerdigung eines ehemaligen IRA-Terroristen nicht wegen Verstößen gegen Corona-Regeln zu belangen“

Fragt sich nur, was die Aufwiegler sich von dieser Zerstörung versprechen.

wie sagte der Pilot bei meinem letzten Flug dorthin

sehr geehrte Fluggäste wir erreichen in Kürze Belfast.
Gurten sie sich bitte an, stellen die Rückenlehnen gerade
und stellen die Uhren bitte um 400 Jahre zurück

Logische Konsequenz

Es gibt viele, die an der EU herum mäkeln, aber eins hat sie geschafft: lokale Konflikte zu beenden. Sei es der ETA-Terror im Baskenland, die IRA in Nordirland oder auch Spannungen in Südtirol: das Europa der Regionen hat dafür gesorgt, dass sich alle als ein Teil einer Gemeinschaft fühlen. Durch den Brexit steigen jetzt wieder die Spannungen auf der irischen Insel. Dabei ist die irische Wiedervereinigung nur eine Frage der Zeit, innerhalb der nächsten 20 Jahre wird es passieren, falls sich Schottland vom UK abspaltet, sogar schon früher. Es ist eine Frage der Demographie: vor 100 Jahren lebten 90% Anglikaner und 10% Katholiken in Nordirland. Heute ist es etwa 50/50. Die Unionisten haben nur noch in Antrim und Down die Mehrheit, in den anderen vier Counties sind die Republikaner in der Mehrzahl.

@SinnUndVerstand (18:35)

Der jüngst verstorbene große Theologe Hans Küng hat Jahre und Jahrzehnte an einer Versöhnung, einem Respekt und einem Miteinander der Religionen im Sinne eines Weltethos gearbeitet. Er war überzeugt: Es gibt keinen Frieden zwischen den Nationen ohne Friede zwischen den Religionen. In Nordirland sieht man, dass der Mechanismus auch umgekehrt gilt und politische Konflikte sich auch der religiösen Unterschiede bedienen: Der unselige Sonderstatus Nordirlands im Brexit-Abkommen mit der längst überwunden geglaubten Grenze führt dazu, alte Konfliktlinien neu zu befeuern: Mit Religion hat das im Kern nichts zu tun; eher mit einer mißlungenen Brexit-Politik.
Der Nordirlandkonflikt ist ein politischer, kein religiöser. Es ging immer um die irische Unabhängigkeit bzw. Wiedervereinigung. Die Konfession dient nur als Vehikel, weil die Kirche von England natürlich für das Empire und die Krone steht. Demgegenüber steht der Katholizismus für St. Patrick und das freie keltische Irland.

18:51 von Sisyphos3

Danke werter Sisyphos,
wir sind ja nicht oft einer Meinung, aber jetzt habe ich doch herzlich gelacht.
Wie recht Sie haben.
Meinen Sie wirklich, die 400 Jahre reichen?
Ich verorte die Probleme dort eher in die Phase der Steinzeit. "Lasst Knüppel sprechen" oder so.
Ich bin ehrlich gesagt geschockt, dass die Auseinandersetzungen dort so vehement wieder aufleben.
Wobei während den ganzen Brexitverhandlungen immer davor gewarnt wurde. Die Menschheit lernt wohl nur in Äohnen dazu. Wenn überhaupt.

Was sollte Nordirland eigentlich sein ?

Britisch ?
Das haben doch schon vor 30 Jahren die meisten politisch interessierten Beobachter nicht mehr geglaubt.
Der damalige wirtschaftliche Nutzen lag klar bei den Protestanten , ..und nur diesen Nutzen galt es zu verteidigen .
Heute ?
Die Aufwiegler für die britische Sache verstehen sich als politisch rückwärtsgewandte Idiologen ...
Die sie benutzen sind die Generation der Orientierungslosen .
Diese spielen mit , ..sie wissen es nicht besser .
Wie geht es aus ?
Irland wird der Sieger sein , ..denn die haben gelernt zu warten ...

Allmählich sollten 0/0 Rivalen den gleichen Strich ziehen!

Konflikte klar! Die Lieblingsthemen auch in Irland. Ich weiß: würde Irland absaufen...dann würden sich auch dort alle gegenseitig gemeinsam aus den wilden Fluten in sichere Boote retten. Land weg... ! Also, was hält diese Staatsbürger eigentlich echt davon ab: sich endlich mal zusammenzunehmen? Oh, war es so ähnlich wie in einem Comic- Buch in dem Familien über unzählige Generationen verfeindet blieben, ohne das die überhaupt wussten.. warum die sich nicht riechen können sollten? Wir schreiben das Jahr 2021. Auch Irland wird absaufen, mit Ratte und Droge.. wenn jene sich nicht als zusammen akzeptieren. Sollen sie doch ihre Häuser in Kontrastfarben und mit "MEINS" anmalen. Aber sich endlich friedlich akzeptieren. Bei deren Pfürze..stinken die nämlich der ganzen Welt "allesamt" gleich! Irisch, im Abgang der Gase! Das verbindet...
Frieden geht sooo einfach: Leben und leben lassen!
Liebe Grüße an das arme Zoff- Irland.
Pro ...Leben und bald bei globalen Währungsreformen!
Frau D. Brauer

Politisch-sozialer Konflikt

Dank an nikioko (19:18).
Als langjähriger Kenner der Republik & auch Nordirlands kann ich die Aussage nur nochmals unterstreichen. Es war und ist ein politisch-sozialer Konflikt mit tribalistischen Besonderheiten. Die Religion ist ein Vorwand.

Nach wie vor stehen sich sowas wie zwei "Stämme" gegenüber, wobei einer, die unionistische Seite, daran zu kauen hat, dass alte Privilegien schwinden. Die Provinz ist vielfältiger geworden. Dass Menschen mit der Alltagskomplexität nicht klarkommen, sehen wir ja in D auch an unseren Rechtsnationalen.

Die, die dort jetzt Randale machen, sind natürlich nur eine kleine Minderheit. Von Schwarz-weiß-Feindbildern geleitete, meist Jüngere. Die große Mehrzahl in beiden Lagern haben andere Sorgen.

Der Friedensprozess nach dem Karfreitagsabk. ist umunkehrbar. Der demografische Wandel wird die Vereinigung bringen.

Ziel muss es sein, dem unionistschen Stamm die Paranoia & Angst zu nehmen, dass Ihre Identität in einem vereinten Irland nicht untergeht.

Der Brexit wollte kein zusammenwachsendes Europa

wie konnte man erwarten, dass der Spaltpilz Brexit im nur mühsam zugedeckten Konflikt unter den gegnerischen Lagern Nordirlands nicht wieder einen Konflikt auslösen würde.

zu Lasten und auf's Konto der Brexiteers?

von Meinung zu unse... @

Wieso? menschen die Gewalt anwenden und demokratische entscheidungen nicht akzeptieren sind die Verbrecher.

@werner1955, 20:11

Wieso? menschen die Gewalt anwenden und demokratische entscheidungen nicht akzeptieren sind die Verbrecher.

Es gibt Tage, da beneide ich Sie um Ihr schlichtes Weltbild.

bloody sunday

Das war im November 1972,so lange ist das schon her.
der Konflikt war nie ganz vorbei,aber befrieded.
Auch das ist ein Folge des Brexits und davor wurde gewarnt,wollten die Verantwortlichen aber nicht wissen.

@19:22 von Rimutotara

>> Ich bin ehrlich gesagt geschockt, dass die
>> Auseinandersetzungen dort so vehement
>> wieder aufleben.

Mich verwundert eher, daß es so lange gedauert hat. -.-

@20:11 von werner1955

>> und demokratische entscheidungen nicht
>> akzeptieren

Eine unverbindliche Umfrage in ein amtliches Endergebnis umzuwandeln ist also eine "demokratisch Entscheidung"? oO

@esgehtauchanders

Der Friedensprozess nach dem Karfreitagsabk. ist umunkehrbar. Der demografische Wandel wird die Vereinigung bringen.
Ziel muss es sein, dem unionistschen Stamm die Paranoia & Angst zu nehmen, dass Ihre Identität in einem vereinten Irland nicht untergeht.

____

Richtig, und der Brexit hat diesen Prozess nur beschleunigt. Dadurch, dass die innerirische Grenze offen bleibt und die harte Grenze auf die Irische See verlagert wurde, wurde Nordirland noch stärker an den Süden gebunden und vom restlichen UK abgenabelt. Und auch immer mehr Unionisten wird klar, das Nordirland den Mächtigen in Westminster herzlich egal ist. Die Wiedervereinigung ist nur eine Sache der Zeit.
Wie friedlich das Ganze ablaufen wird, hängt aber auch von der Republik Irland ab. Zugeständnisse an die Unionisten wie Sonderrechte der Provinz Ulster (und die Provinzen werden wiederhergestellt) ähnlich wie die der Dänen in Schleswig-Holstein werden diesen die bittere Pille versüßen und den Vorgang abmildern.

@saschamaus75 (22:46)

>> und demokratische entscheidungen nicht
>> akzeptieren

Eine unverbindliche Umfrage in ein amtliches Endergebnis umzuwandeln ist also eine "demokratisch Entscheidung"? oO
____

Offenbar genauso wie ein Mandat, die Möglichkeiten auszuloten und dann noch mal zur Abstimmung vorzulegen in einer Auftrag zur Durchführung um jeden Preis uminterpretiert wurde.

22:46 von saschamaus75

Eine unverbindliche Umfrage in ein amtliches Endergebnis umzuwandeln
ist also eine "demokratisch Entscheidung"?
.
Was auch immer ne "unverbindliche" Umfrage ist !
(vielleicht auch ne Auslegungssache ?)

In Landsgemeinden in Appenzell Innerrhoden trifft man sich noch so.
Der Stimmzettel ist der Säbel (keine Ahnung wie bei Frauen) und dann hebt man die Hand
oder wechselt die Seite auf dem Platz und die Entscheidung ist gefällt
Zugegeben, früher hat man nen Vertrag per Handschlag besiegelt,
ist es glaubhafter wenn man seinen Namen unter ein Schriftstück setzt ?

19:22 von Rimutotara

wir sind ja nicht oft einer Meinung,
--
das dürfte doch wohl kein Problem darstellen :-)
(wo kämen wir hin, alle mit der gleichen Meinung)

aber zum Thema,
ich wundere mich auch sehr darüber, wo da die Gründe des Unfriedens liegen könnten.
Die Katholiken laufen provozieren durch protestantische Wohngebiete, ne Schlacht vor 300 Jahren zu feiern
und die Woche drauf die Anderen, in katholischen, um ne gewonnene Schlacht vor 350 Jahren zu feiern
Normal fängt ja Frieden zu halten oder Toleranz im kleinen statt.
Ebenso sollte man sich doch irgendwann von der Vergangenheit gelöst haben.
Wie Menschen mit so archaischen Vorstellungen, oder ist es nur ein Vorwand ?
überhaupt ne Organisation wie die EU in Erwägung ziehen,
ist mir ein Rätsel

Ihr schlichtes Weltbild?

von frosthorn @

Wenn sie demokratische mehrfach durchgefürte Abstimmungen mit klaren Mehrheitenmit ja zum Brexit als
" Ihr schlichtes Weltbild" bezeichen was ist das dann bei uns?

Hier wird die stärkste Partei nach Wahlen in einem BL nicht an der Regierung beteiligt.

Was auch immer ne "unverbindliche" Umfrage ist ?

von Sisyphos3 @

Was soll an demokratischen Wahlen die mehrfach mit dem Punkt "ja zum Brexit" klar entschienden worden sind denn unverbindlich sein?

Was wir unter "unverbindlichen" Wahlen verstehen haben wir in Thüringen erlebt.

23:36 von werner1955

ich bezog mich auf einen namentlich genannten Beitrag
ich halte die Brexit Sache nicht für unverbindlich

Der demografische Wandel wird die Vereinigung bringen?

von esgehtauchanders @

Das glaube ich nicht. Wenn Sie sich die Welt und Ihre Länder ansehen geht es genau in die andere Richtung.

Der gesamte Nahe Osten, große Teile Afrikas und auch in Spanien, und in den Ländern des ehemaligen Ostblockes ist das überall so.

20:30 von frosthorn @werner1955, 20:11

Wieso? menschen die Gewalt anwenden und demokratische entscheidungen nicht akzeptieren sind die Verbrecher.

Es gibt Tage, da beneide ich Sie um Ihr schlichtes Weltbild.
//
könnten sie das mal näher erläutern ?
wie will man in einer Gesellschaft Ordnung halten
wenn nicht der Mehrheitswille durchgesetzt wird

Den Brexiteers auf ...

... ihrem bequemen Sofa sind diese brennenden Barrikaden doch völlig egal.

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