Ihre Meinung zu: Frankreich: Selbstbestimmt leben im "Village Alzheimer"

20. Juni 2021 - 8:54 Uhr

Im südfranzösischen Dax ist ein außergewöhnliches Dorf entstanden: 120 Einwohner mit verschiedenen Formen von Demenz führen im "Village Alzheimer" so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben. Von S. Rau.

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Kommentare

Tolles Projekt

Leider wird aus dem Artikel nicht deutlich, ob das "Dorf" direkt an das Stadtzentrum grenzt.

Wäre dem so, könnten auch Bürger /innen der Stadt z. B in die Kneipe oder in das Café gehen, und so die Bewohner /innen des "Dorfes" zu treffen.

Ein solches eingezäuntes "Dorf" macht sich weniger als tolles Projekt, wenn es aus einem abgeschiedenen Dorf besteht, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht wünschen, und sonst niemand wg der Abgeschiedenheit vom gesellschaftlichen Leben dort wohnen möchte.

Nachahmenswert!

Man fragt sich, warum so etwas nicht grundsätzlich überall stattfindet?
Danke für diesen Bericht.
Schön wäre aber auch, wenn hier einerseits die Hintergründe und die Funktionsweise des französischen Sozialsystems erklärt würden, und weitergehend dann auch die Hintergründe und die Funktionsweise sämtlicher Sozialsysteme der EU - Länder.
Als Vergleich aufgearbeitet könnten sich daraus sicher gute Tipps für eine Verbesserung des deutschen Modells ergeben. Denn wir und unsere Politiker können auch mal von besseren Vorbildern lernen.

@0_Panik

"Tolles Projekt

Leider wird aus dem Artikel nicht deutlich, ob das "Dorf" direkt an das Stadtzentrum grenzt.

Wäre dem so, könnten auch Bürger /innen der Stadt z. B in die Kneipe oder in das Café gehen, und so die Bewohner /innen des "Dorfes" zu treffen.

Ein solches eingezäuntes "Dorf" macht sich weniger als tolles Projekt, wenn es aus einem abgeschiedenen Dorf besteht, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht wünschen, und sonst niemand wg der Abgeschiedenheit vom gesellschaftlichen Leben dort wohnen möchte."

Geht aus dem Artikel hervor, wenn man es zu Ende liest. Es ist ein abeschlossenes Dorf, aber mit allem, was ein Dorf so hat.

Bei uns gibt es ein Altersheim. Hier kreist manchmal mehrmals die Woche ein Suchhubschrauber, weil wieder mal einer der Alzheimer-Kranken entrückt ist. Lebensgefährlich, besonders im Winter.

Ihr Wunsch ist zwar verständlich, aber nicht umsetzbar. Deshalb der Zaun. Zum Schutz der Patienten, nicht um sie einzusperren.

10:21 von 0_Panik Manchmal

10:21 von 0_Panik

Manchmal hilft es, einen Artikel zu lesen
u n d zu verstehen.
Es handelt sich - zumindest habe ich das so verstanden - um ein eigenes Dorf.

Das steht in dem Artikel ( und noch mehr ):

** Ein Bilderbuchdorf - allerdings mit einem Zaun drumherum, zum Schutz der Bewohner: Denn alle dürfen sich hier frei bewegen, niemand wird eingesperrt. Marie-Christiane zieht mit der kleinen Truppe nach dem Einkauf - typisch Südfrankreich - erstmal in die Kneipe.
"Wir treffen hier die Bewohner aus den anderen Häusern", erklärt sie. Alkohol gibt es natürlich nicht - aber man vertreibt sich ein bisschen die Zeit mit Plaudern und Kartenspielen. Die 120 Dorfbewohner sind unterschiedlich fit, die Jüngste ist gerade vierzig Jahre alt.**

@ 0_Panik, um 10:21

Sie hätten Ihren Kommentar bei der Überschrift belassen sollen.

Aber das wäre nicht Ihre Art.

Stattdessen basteln Sie sich ein Konjunktiv-Dorf, das zwar so nicht existiert, sich aber gut dazu eignet, ein "Was-wäre-wenn" an die Wand zu malen und es dann als schlecht abzutun.

Vermitteln Ihnen die Fotos, der Artikeltext und der genannte Zaun den Eindruck von Fuchs und Hase, die in Abgeschiedenheit leben müssen?

Wie gesagt:
Nur die Überschrift - und es wäre der erste rein positive Kommentar von Ihnen, seit ich hier mitlese.

@nie wieder spd

"Man fragt sich, warum so etwas nicht grundsätzlich überall stattfindet?
Danke für diesen Bericht.
Schön wäre aber auch, wenn hier einerseits die Hintergründe und die Funktionsweise des französischen Sozialsystems erklärt würden, und weitergehend dann auch die Hintergründe und die Funktionsweise sämtlicher Sozialsysteme der EU - Länder. [...]"

Und das alles in 30 Zeilen? Wie soll das gehen. Journalisten können nicht zaubern. Außerdem hätte der ein oder andere User mit einem solch langen Text, der dafür notwendig wäre, Probleme. Manche schaffen es ja nicht mal, 10 Zeilen zu Ende zu lesen.

Solche Hintergründe interessieren mich auch. Aber die kann man sich auch selber im Internet zusammen suchen. Solch ein Bericht kann bestenfalls eine Anregung sein.

Muss man mögen

Meine Oma war dement und wohnte bis wenige Wochen vor ihrem Tod in eigener Wohnung, da mein Vater, mein Onkel und meine Cousine nach ihr gesehen hatten. Als sie schlimmer wurde kam der Pflegedienst hinzu.

In so ein Dorf würde sie nicht ziehen.

Ein selbstbestimmtes Leben

Mit Alzheimer-Demenz ist bis zu einer bestimmten Stufe der Erkrankung sehr gut.
Die Bewohnerinnen und Bewohner scheinen geistig noch ziemlich fit, wenn sie einkaufen, Karten spielen oder ähnliches (noch) können.

Ich wünschte, meine Mutter könnte es noch, doch leider ...

Es schmerzt mich jedesmal nach einem Besuch im Heim zu erleben, wie das Hirn abbaut, wie sie in einer völlig anderen Welt lebt,
einer Mischung aus weit zurückliegender Vergangenheit und Orientierungslosigkeit in der Gegenwart .

Zum Glück sind aggressive Phasen nicht mehr so stark.

Selbstbestimmt leben

In der Schweiz laufen seit Jahren ähnliche Projekte mit möglichst hohem Anteil für ein selbstbestimmtes Leben; zwar nicht in einem Dorf, aber teilweise sogar ohne Zaun,
Ist für die Betreuer(innen) eine sehr anstrengende Aufgabe, da immer wieder eine(r) der Bewohner(innen) abgängig ist.
Meine Ex hat etliche Jahre in einer dieser Einrichtungen gearbeitet. Daher meine Infos.

Ein "Altensilo"

Diese "Dorf" mag noch so außergewöhnlich sein. Aber es bleibt was es ist: Ein "Altensilo", in dem die Alten entsorgt werden, weil die junge Generation keinen Bock darauf hat, sich um ihre Eltern/Großeltern zu kümmern. In früheren Zeiten bildeten drei, manchmal vier Generationen einen Haushalt – was keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit war.

Ein Freund von mir

war Demenz und konnte zu Hause nicht mehr gepflegt werden und kam ins Heim für Demenz Kranke. Ich habe ihn mehrmals besucht,doch bei meine letzten Besuch hatte er mich nicht mehr erkannt.Es macht sehr traurig das so zu erleben.

@ um 10:49 von Anderes1961

Das ist ja das schöne am Internet: Platz gibt es jede Menge.
Abgesehen davon eignet sich das Thema für ganze Themenmonate in der ARD.
Und besser als langweilige und dumpfe Arzt - oder Liebesklamaukserien ist es auch.
Außerdem hat wohl kaum ein Senderkonglomerat dermaßen viele und vielseitige Journalisten, wie die ARD sie in aller Welt hat. Selbst ein weltweiter Vergleich der Sozialsysteme dürfte da kaum Schwierigkeiten bereiten, zumal auch Dolmetscher in den jeweiligen Ländern für die ARD arbeiten.
Und jetzt, da absehbar unser Sozialsystem merklich eingeschränkt werden wird, um uns die vermeintlichenKosten aufzudrücken, ist so ein Vergleich dringender den jeh.

um 11:08 von Leipzigerin59

,,...Ich wünschte, meine Mutter könnte es noch, doch leider ...

Es schmerzt mich jedesmal nach einem Besuch im Heim zu erleben, wie das Hirn abbaut, wie sie in einer völlig anderen Welt lebt,
einer Mischung aus weit zurückliegender Vergangenheit und Orientierungslosigkeit in der Gegenwart ..."

Ja, die Selbstentfremdung der Dementen trifft ja die Angehörigen schlimmer, zumindest wenn die oder der Betroffene nicht mehr mitbekommt, was im Kopf vor sich geht. Aber Angst und Orientierungslosigkeit sind ganz bei ihnen, den in Vergessen Verlorenen. Das Projekt setzt deshalb am richtigen Hebel an, indem es der Einsamkeit in dieser Entfremdung das Richtige entgegensetzt. Demenz ist bislang noch nicht wirklich erforscht, was die Ursache betrifft, die von innen, aus der Seele kommt. Ich kann es von meinen Eltern und von denen nicht weniger Bekannter und Freunde sagen, daß es fast immer um verdrängte Traumata oder unausgesprochene Kämpfe im Inneren geht, für die im Wiederaufbau kein Platz...

@Leipzigerin59

"
Am 20. Juni 2021 um 11:08 von Leipzigerin59
Ein selbstbestimmtes Leben

Mit Alzheimer-Demenz ist bis zu einer bestimmten Stufe der Erkrankung sehr gut.
Die Bewohnerinnen und Bewohner scheinen geistig noch ziemlich fit, wenn sie einkaufen, Karten spielen oder ähnliches (noch) können.

Ich wünschte, meine Mutter könnte es noch, doch leider ...

Es schmerzt mich jedesmal nach einem Besuch im Heim zu erleben, wie das Hirn abbaut, wie sie in einer völlig anderen Welt lebt,
einer Mischung aus weit zurückliegender Vergangenheit und Orientierungslosigkeit in der Gegenwart .

Zum Glück sind aggressive Phasen nicht mehr so stark."

Sie haben mein Mitgefühl und ich kann Ihre Erlebnisse nachvollziehen. Ich kenne das von meinen Großeltern.

Besonders die aggressiven Phasen sind nur schwer auszuhalten. Meine Mutter ist vor kurzem gestorben, ohne an Alzheimer/Demenz gelitten zu haben. Davor hatte ich die meiste Angst. Wegen meiner HSP-Disposition kann ich mit den agressiven Phase nicht umgehen.

@Louis2013, 11:19

Ein "Altensilo", in dem die Alten entsorgt werden, weil die junge Generation keinen Bock darauf hat, sich um ihre Eltern/Großeltern zu kümmern.

Es soll auch noch Leute wie mich geben, die keine Kinder (und: O Überraschung, auch keine Enkel) haben. Und die trotzdem im Alter gerne irgendwo bleiben wollen.

10:56, Tada

>>Muss man mögen
Meine Oma war dement und wohnte bis wenige Wochen vor ihrem Tod in eigener Wohnung, da mein Vater, mein Onkel und meine Cousine nach ihr gesehen hatten. Als sie schlimmer wurde kam der Pflegedienst hinzu.

In so ein Dorf würde sie nicht ziehen.<<

Solange eine Familie vor Ort ist, die mit der Situation nicht überfordert ist, braucht man auch in keine Einrichtung zu ziehen.

Das ist aber eher die Ausnahme als die Regel.

Ich weiß nicht, ob Ihnen der durchschnittliche Standard der Dementen-Verwahranstalten vertraut ist. Ich nehme an, daß das nicht der Fall ist. „Muss man mögen“ geht jedenfalls komplett am Thema vorbei.

@ um 11:19 von Louis2013

"Ein "Altensilo", in dem die Alten entsorgt werden, weil die junge Generation keinen Bock darauf hat, sich um ihre Eltern/Großeltern zu kümmern."

In der Zwischenzeit beschränkt sich diese Entwicklung doch nicht nur auf die "Alten", sondern auch auf die Kinder.
Ganztagsschulen und Ganztagsbetreuung sind hier die Schlagworte. Und zunehmend mehr Eltern können doch das Wort "Erziehung" nicht einmal mehr buchstabieren, geschweige denn dessen Bedeutung erkennen.

im südfranzösischen ... - Wieso nicht auch bei uns?

Solche Einrichtungen, in denen behinderte Menschen so lange wie es eben nur geht, ein selbstbestimmtes Leben führen können, sollten die Regel sein und nicht die Ausnahme.
Ich bin schwerbehindert zu 100 % u. würde mich weigern, jemals in ein Altenpflegeheim ziehen zu müssen, weil ich weiß, dass diese Pflegeheime meist kein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Ich weiß das deshalb, weil meine Eltern leider in solchen Heimen leben mussten bzw. müssen (ich bin selbst zu krank, als dass ich sie hätte pflegen können). Ich war/bin so gut wie täglich zu Besuch dort - oft 2 Stunden oder mehr.
Man bekommt dann vieles mit, was dort schiefläuft. Vieles, was weder die Heimaufsicht oder gar die Politik erfährt oder erfahren will.
Sicher sind auch diese Einrichtungen für ein selbstbestimmtes Leben nicht perfekt. Das wird es in dieser "Branche" kaum geben, es sei denn, man ändert die Personalschlüssel gewaltig.
Aber besser als ein Altenheim sind solche Einrichtungen.
Wieso nicht auch bei uns?

Das Leben ..

.. in der beschriebenen Einrichtung kann leider nur ein schöner Übergang sein, denn die stetig fortschreitende Demenz ist irgendwann dort auch nicht mehr zu ertragen. Danach folgt mit großer Wahrscheinlichkeit Immobilisierung mittels entsprechender Medikamente und der Tod (den die alten Menschen meistens ehrlich herbeisehnen !). Einen krassen Unterschied zu einem gut geführten Pflegeheim hier kann ich jedoch nicht erkennen. Vielleicht wäre es interessant nach zwei oder drei Jahren einen Kostenvergleich anzustellen.

@Louis2013

"in dem die Alten entsorgt werden, weil die junge Generation keinen Bock darauf hat, sich um ihre Eltern/Großeltern zu kümmern. In früheren Zeiten bildeten drei, manchmal vier Generationen einen Haushalt" Am 20. Juni 2021 um 11:19 von Louis2013

*

Ich kann diesen Unsinn über die rosarote Vergangenheit über das Altern nicht mehr lesen.

Erstens sind die Leute früher nicht so alt geworden, die Lebenserwartung lag bei 60. Keiner musste die alten Jahrzehnte lang pflegen und ganz bestimmt hat keiner die Arbeit niedergelegt, weil der demente Opa sich im Wald verirrt hatte, in dem noch Bären und Wölfe lebten.
Bestenfalls wurde der Opa im Keller eingesperrt.
Nur reiche könnten sich Diener leisten, die die Pflege übernahmen.

Oft waren psychische Erkrankungen peinlich und die Kranken wurden in klösterliche Pflege und später in weltliche Einrichtungen abgeschoben, wo sie eingesperrt vor sich hin vegetieren und an ihnen herum experimetiert wurde, um sie zu heilen.

@spd

"Das ist ja das schöne am Internet: Platz gibt es jede Menge.
Abgesehen davon eignet sich das Thema für ganze Themenmonate in der ARD.
[...]
Selbst ein weltweiter Vergleich der Sozialsysteme dürfte da kaum Schwierigkeiten bereiten, [...]
Und jetzt, da absehbar unser Sozialsystem merklich eingeschränkt werden wird, um uns die vermeintlichenKosten aufzudrücken, ist so ein Vergleich dringender den jeh."

Ich war davon ausgegangen, daß Sie auf Tagesschau.de einen solchen Bericht erwarteten. Das wäre nämlich nicht möglich, wegen der Privaten, die ja jetzt schon dauernd meckern, weil hier angeblich zu viel Text sei.

Wenn tatsächlich eine einschneidende Änderung des Sozialsystems bevor stünde, werden Sie ganz sicher auch eine Doku oder mehrere bei ARD/ZDF finden. Bei RTL oder Sat 1 wohl eher nicht. Bisher haben die ÖR nämlich immer über solche einschneidenden Veränderungen berichtet, auch schon über Sozialsysteme in anderen Ländern. Dazu gab es schon Dokus.

Ansonsten stimme ich Ihnen zu.

10:21 von 0_Panik: Einrichtungen in Stadtzentren

Leider wird aus dem Artikel nicht deutlich, ob das "Dorf" direkt an das Stadtzentrum grenzt.

Wäre dem so, könnten auch Bürger /innen der Stadt z. B in die Kneipe oder in das Café gehen, und so die Bewohner /innen des "Dorfes" zu treffen.
-----------
Das sehe ich auch so.
Ich fürchte aber, dass solche Einrichtungen wegen der Grundstückspreise eher auf dem Lande gebaut werden als in der Nähe von Städten.
Es gibt hier in Deutschland ganz vereinzelt sog. Seniorendörfer. Die nehmen allerdings nicht nur demente Menschen, sondern alle auf und die sind auch nur dafür gedacht, dass die Menschen wirklich noch sehr selbstständig sind.
Die Seniorendörfer, von denen ich weiß, befinden sich nicht in der Nähe von Städten.
Ich sehe das auch deshalb negativ, weil die dort lebenden Menschen auch zu Fachärzten müssen und viele Fachärzte sind nun mal nicht auf dem flachen Land niedergelassen.
Daher wären solche Dörfer gerade in der Nähe von Städten mit großen Kliniken auch sinnvoll.

11:19, Louis2013

>>Diese "Dorf" mag noch so außergewöhnlich sein. Aber es bleibt was es ist: Ein "Altensilo", in dem die Alten entsorgt werden, weil die junge Generation keinen Bock darauf hat, sich um ihre Eltern/Großeltern zu kümmern. In früheren Zeiten bildeten drei, manchmal vier Generationen einen Haushalt – was keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit war.<<

Ja, die gute alte Zeit, als alle glücklich und zufrieden miteinander lebten und füreinander sorgten.

Das Dumme ist nur, daß es die eigentlich nie gab.

Und nein, ein Silo ist das nicht, worüber hier berichtet wird.

Ich habe übrigens meine Mutter bis zu ihrem Tode begleitet und es ihr ermöglicht, in ihrem eigenen Haus zu sterben. Was ich aber nur leisten konnte, weil ich coronabedingt arbeitslos war.

@ Louis2013, um 11:19

Dass Sie sich darin gefallen, bevorzugt Negatives zu sehen und abzuqualifizieren überrascht Ihre Stellungnahme nicht weiter...

Ich sehe dieses im Artikel geschilderte Dorf, in das ja niemand gegen seinen Willen gesteckt wird, als absolut positiv.

Was ist denn dann ein Pflegeheim in Ihren Augen?
Der geschmacklose Begriff "Altensilo" wäre da ja noch zu toppen, was Ihnen ja leicht fallen müsste.

10:37 von nie wieder spd

"Nachahmenswert!

Man fragt sich, warum so etwas nicht grundsätzlich überall stattfindet?"

,.

Ich meckere, also bin ich.

Immerhin: EIN Wort ist ja positiv in Ihrem Text.
Aber gleich danach wird wie immer losgemeckert.

Ein erstaunliches Projekt, wie ich finde.

Die Dorf-Bewohner scheinen um ihre Krankheit zu wissen, sie verdrängen sie nicht, richten sich nach ihr.

Es ist - in meinen Augen - sicher ein riesiges Leid zu wissen, dass die eigene Krankheit nicht behebbar ist, sondern immer schlimmer wird.

Ich kann nie vergessen, wie bei einem Klassen-Besuch in Bethel - das war noch in meiner Schulzeit - ein junges Mädchen auf uns zukam und sagte:
Es sei grauenvoll zu wissen, dass sie - die noch nicht lange in Bethel war - so nach und nach am Ende so sein und aussehen werde wie die älteren Bewohner in Bethel.

Damals hatten fast alle Bewohner in Bethel Epilepsie.

Es könnte aber sein, dass die Betroffenen selber - auch bei Demenz - mit wachsender Krankheit diese nicht mehr wahrnehmen.

um 11:19 von Louis2013

,,Ein "Altensilo"
Diese "Dorf" mag noch so außergewöhnlich sein. Aber es bleibt was es ist: Ein "Altensilo", in dem die Alten entsorgt werden, weil die junge Generation keinen Bock darauf hat, sich um ihre Eltern/Großeltern zu kümmern. In früheren Zeiten bildeten drei, manchmal vier Generationen einen Haushalt – was keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit war."

Mal abgesehen von Ihrer Wortwahl mit ,, Altensilo", in der mehr Verachtung zum Ausdruck kommt als Sie selbst bei denjenigen sichtbar machen wollen, die sich etwas Besonderes ausgedacht haben bzw. vorhandene gute Ideen in die Tat umgesetzt, glaube ich, daß Sie hier schlechte eigene Erfahrungen mit Wut vermengen. Sicher ist seit der Individualisierung nach den Brüchen durch die Kriege und vor allem durch den unverhofften Überwohlstand, das Alter als Übergangsstufe in der Lebensgeschichte mehr als gesellschaftlich vertretbar wegrationalisiert worden ist.

Es gibt sie aber noch, diese intakten Großfamilien.

@ um 10:49 von Anderes1961

„Solche Hintergründe interessieren mich auch. Aber die kann man sich auch selber im Internet zusammen suchen. Solch ein Bericht kann bestenfalls eine Anregung sein.“

Selber suchen?
Weltweit dürfte das kaum jemandem gelingen, da die sprachlichen Hürden für die überwiegende Mehrheit kaum zu bewältigen sind.
Zumal dann auch Gesetzes - und Verordnungtexte zu übersetzen wären.

@ Louis2013, um 11:19

Noch ein Nachtrag zu meinem vorangegangenen Kommentar:

Sie sagen, früher hätten 3 oder 4 Generationen...
Die Zeiten, in denen 3 oder gar 4 Generationen quasi einen Großhaushalt bildeten, sind doch längst passé, Mutti und Vati müssen arbeiten, die Großeltern spielen Babysitter - solange sie können.

Tritt der Fall der Fälle ein, sind die wenigsten jungen Leute in der Lage, einen Demenzkranken angemessen zu betreuen.

Das ist keineswegs immer ein Abschieben, weil kein Bock...

@nie wieder spd, 10:37

„Nachahmenswert!
Man fragt sich, warum so etwas nicht grundsätzlich überall stattfindet?“

Es spricht tatsächlich nichts dagegen, alles zu tun, um Menschen in jeder Lebenslage so gut wie irgend möglich ihre Freiheit und Selbstbestimmung garantieren und erhalten zu können.

Ein "Altensilo"

Am 20. Juni 2021 um 11:19 von Louis2013
""Diese "Dorf" mag noch so außergewöhnlich sein. Aber es bleibt was es ist: Ein "Altensilo", in dem die Alten entsorgt werden, weil die junge Generation keinen Bock darauf hat, sich um ihre Eltern/Großeltern zu kümmern. In früheren Zeiten bildeten drei, manchmal vier Generationen einen Haushalt – was keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit war""

Ja, und noch früher sind sie nicht Auto gefahren, sondern auf dem Pferd geritten.
Jahrelang habe ich mich um meine Mutter gekümmert.
Als sie Dement wurde ist es ein 24 Stundenjob 7 Tage die Woche geworden,
da hast du keine Chance mehr, das reibt dich auf.
Sie mußte ins Pflegeneim.
Früher wurden diese Menschen ins Krankenhaus abgeschoben, die Erben haben die Rente eingesteckt. Es sind aber immer mehr, und die Menschen in Deutschland werden immer älter, darum schießen die Pflegeheime wie Pilze aus dem Boden.

Re : nie wieder spd !

Um ein einen deutschen Politiker oder Beamten von einem möglicherweise besseren System in einem anderen Land zu überzeugen ist schier unmöglich. Da ist der deutsche Michel zu deutsch und stur.
Sicher wäre es echt gut, nur leider ist dies mit keinem deutschen Verantwortlichen zu machen.
Man braucht nur zu schauen, wie es mit der Corona App läuft, dabei gibt es viel bessere Alternativen, und die deutsche Politik wirft lieber das Geld zum Fenster raus, als wirklich was für ältere Herrschaften und die Kinder zu tun. Auch dafür gibt es genug Beispiele.

11:19 von Louis2013: Vieles hat sich geändert ...

<< Aber es bleibt was es ist: Ein "Altensilo", in dem die Alten entsorgt werden, weil die junge Generation keinen Bock darauf hat, sich um ihre Eltern/Großeltern zu kümmern. In früheren Zeiten bildeten drei, manchmal vier Generationen einen Haushalt – was keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit war. >>
----------------------
Gegenüber diesen früheren Zeiten hat sich vieles geändert.
1. Die Industriealisierung führte dazu, dass die Menschen zu den Arbeitsplätzen hin zogen und dann aus dem Mehrgenerationenhaus auszogen.

2. Der Wohlstand führte u. a. dazu, dass man nicht mehr in den meist sehr beengten Verhältnissen früherer Zeiten leben wollte. Die jüngere Generation zog also aus.
etc.

Es wurden aber für die Behinderten keine Wohnformen geschaffen.
Die Altenpflegeheime erfüllen diesen Zweck nicht wirklich.
Diese Dörfer, die Sie als Altensilo bezeichnen, sehe ich aber positiver. Ein alter Mensch ist schon froh, wenn er mit etwas Unterstützung - eigenständig leben kann

Re : Louis 2013 !

Man kann es so sehen, als würden diese Menschen einfach abgeschoben in ein "Altensilo". Nur um Demenzkranke zu pflegen muss man Zeit und Auch ein Stück Erfahrung haben.
Und leider ist es heute auch oft so, dass viele Junge arbeiten gehen müssen, teils in prekären Bereichen, weil es sonst nicht zum Leben reicht.
Es mag sicher einige Junge geben, die keinen Bock auf solch eine Pflege haben, aber alle über einen Kamm zu scheren, ist nicht richtig, sondern unfair. Hinzu kommt, dass für viele oft eigene Probleme dazu kommen, die dann mit einer solchen Pflege von Demenz- Kranken eine Überforderung darstellt, und letztendlich für keinen hilfreich ist, sondern ins totale Chaos führt !

@nie wieder spd

"Am 20. Juni 2021 um 12:05 von nie wieder spd
@ um 10:49 von Anderes1961

„Solche Hintergründe interessieren mich auch. Aber die kann man sich auch selber im Internet zusammen suchen. Solch ein Bericht kann bestenfalls eine Anregung sein.“

Selber suchen?
Weltweit dürfte das kaum jemandem gelingen, da die sprachlichen Hürden für die überwiegende Mehrheit kaum zu bewältigen sind.
Zumal dann auch Gesetzes - und Verordnungtexte zu übersetzen wären."

Mein Gott, wenn man keine Probleme hat, dann macht man sich eben welche, nicht wahr?

Zu Sozialsystemen in anderen Ländern gab es auch schon zahlreiche Dokus von ARD und ZDF. Nun wäre es eigentlich ein leichtes, die in der Mediathek vorzuhalten. Aber das geht nicht, weil - Sie ahnen es vielleicht schon - die Privaten das nicht wollten.

Videos dürfen bei den ÖR nur bestimmte Zeit in der Mediathek sein. Die Regeln, was wie lange bleiben darf, sind kompliziert, weil - Sie ahnen es jetzt ganz bestimmt - die Privaten es so wollten.

11:50, Quakbüdel

>>Das Leben ..
.. in der beschriebenen Einrichtung kann leider nur ein schöner Übergang sein, denn die stetig fortschreitende Demenz ist irgendwann dort auch nicht mehr zu ertragen. Danach folgt mit großer Wahrscheinlichkeit Immobilisierung mittels entsprechender Medikamente und der Tod (den die alten Menschen meistens ehrlich herbeisehnen !).<<

Im Endstadium der alzheimerschen Krankheit oder einer anderen Demenzerkrankung kann man nichts mehr. Auch nicht mehr sehnen.

>>Einen krassen Unterschied zu einem gut geführten Pflegeheim hier kann ich jedoch nicht erkennen.<<

Ich kenne kein Pflegeheim, das so organisiert ist wie im Artikel beschrieben.

>>Vielleicht wäre es interessant nach zwei oder drei Jahren einen Kostenvergleich anzustellen.<<

Sicherlich. Das ist immer das wichtigste.

@Louis2013 Zitat: "Diese

@Louis2013
Zitat:
"Diese "Dorf" mag noch so außergewöhnlich sein. Aber es bleibt was es ist: Ein "Altensilo", in dem die Alten entsorgt werden, weil die junge Generation keinen Bock darauf hat, sich um ihre Eltern/Großeltern zu kümmern. In früheren Zeiten bildeten drei, manchmal vier Generationen einen Haushalt – was keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit war."

solche Beiträge widern mich an - weil sie von gar keiner Ahnung über die Krankheit und den Umgang mit Kranken zeugen.

Mein eigener inzw. verstorbener Onkel litt die letzten Jahre unter genau darunter.
Und es war nicht nur die Hölle für ihn sondern für seine Angehörigen - vor allem für seine Ehefrau die ihn diese Jahre pflegte und dabei selbst fast drauf gegangen wäre.
Er ist jetzt tod - aber seine Witwe jetzt ein nervliches "Wrack".

Vier Generationen waren vielleicht bei vermögenden Menschen im Herrenhaus - da waren dann aber auch noch reichlich Bedienstete
Bei den Armen reichte es nur für 3 Generationen

Pflege ist für Angehörige ein Fulltime-Job

Natürlich will man keinen pflegebedürftigen Angehörigen abschieben in ein Altenpflegeheim oder ähnliches.
Wer selbst noch nie einen Demenzkranken oder schwer Pflegebedürftigen (Pflegegrad 3, 4 oder 5) im Familienkreis gepflegt hat, wird von "Abschiebung" sprechen.
Eine Pflege dieser Menschen kann nur dann zu Hause bewältigt werden, wenn sich mind. 3 Familienangehörige rund um die Uhr damit beschäftigen und zwar jeder für 8 Stunden.
Das setzt voraus, dass diese 3 Menschen dann aber nicht berufstätig sein können.
Wenn der Pflegebedürftige nicht dement ist und nachts allein das Bett verlassen kann, mögen auch 2 Personen ausreichend sein.

Oftmals aber hängt die Pflege eines Elternteils nur an einer Person, meist der Tochter.
DAS hält aber kein noch so gesunder Mensch auf Dauer aus. D. h. die Pflegeperson wird bald selbst krank und ggf. zum Pflegefall.

Es sollten Lebensformen für Pflegebedürftige geschaffen werden, die nicht nur in der Form von Altenheimen bestehen.

Alzheimer Dorf

So etwas gibt es in den Niederlanden auch

10:56 von Tada

"Muss man mögen

Meine Oma war dement und wohnte bis wenige Wochen vor ihrem Tod in eigener Wohnung, da mein Vater, mein Onkel und meine Cousine nach ihr gesehen hatten. Als sie schlimmer wurde kam der Pflegedienst hinzu.

In so ein Dorf würde sie nicht ziehen"

,.,.,

Ja, muss man mögen.

Der Artikel handelt nicht von Ihrer Oma, sondern von Personen, die das Projekt begeistert.

Haben Sie keinerlei Empathie für Menschen, die anders als Ihre Oma sind?
Müssen Sie diese anderen so abkanzeln?

Mich friert bei diesen Ihren Worten.

@ um 12:37 von Anderes1961

Noch nicht einmal zu den Sozialsystemen in den EU - Ländern gibt es umfassende und detaillierte Dokus im deutschen Fernsehen.
Und schon gar nicht einen Vergleich nur dieser 26.
Politiker fahren angeblich ins Ausland, um sich da etwas anzusehen, aber sie lernen daraus nicht.
Deshalb sollte ja auch die Bevölkerung per TV aufgeklärt werden. Immerhin haben die Ö/R einen Bildungsauftrag, der für Erwachsene kaum besser umgesetzt werden könnte, als mit einer Aufklärung und Information über solche Systeme, die besser funktionieren als unseres.

12:01, Sausevind

>>Die Dorf-Bewohner scheinen um ihre Krankheit zu wissen, sie verdrängen sie nicht, richten sich nach ihr.<<

Wer dement wird, merkt das immer zuallererst selbst. Oft Jahre bevor die Umwelt aufmerksam wird. Man steuert dagegen, gibt sich große Mühe, ein „normales“ Leben aufrecht zu erhalten. Bis es irgendwann eben nicht mehr geht.

Ich habe es bei meiner Mutter erlebt, die unter einer sogenannten frontotemporalen Demenz litt. Die Ärztin, die das kurz vor ihrem Tode diagnostizierte, meinte, daß die Krankheit wohl schon viele Jahre bestehen würde. Mir gegenüber klagte meine Mutter schon seit Jahren darüber, daß ihre geistigen Kräfte schwinden würden. Sie hatte die „Zeit“, die sie Jahrzehnte abonniert hatte, abbestellt, las kaum noch Bücher und verstand Filme nicht mehr. Aber wenn „Fremde“ zu Besuch kamen, dann war sie geistreich, zugewandt, eine gute Gastgeberin. Nichts merkte man ihr an.

Eine ungeheure Leistung, die für demente Menschen nicht untypisch ist, aber gern übersehen wird.

12:49, kachina

>>Alzheimer Dorf
So etwas gibt es in den Niederlanden auch<<

Wie schön.

11:08 von Leipzigerin59

"Es schmerzt mich jedesmal nach einem Besuch im Heim zu erleben, wie das Hirn abbaut, wie sie in einer völlig anderen Welt lebt,
einer Mischung aus weit zurückliegender Vergangenheit und Orientierungslosigkeit in der Gegenwart .

Zum Glück sind aggressive Phasen nicht mehr so stark."

.-.

Ich kann nur hoffen - und Sie das ab und an auch trösten kann -, dass es von Ihrer Mutter selber nicht unbedingt so empfunden wird.

Ich habe gestern ein Video angeschaut, das kürzlich gesendet wurde:
wo ein relativ junger Mann nach einem Auto-Unfall sich die GEGENWART nicht mehr merken konnte.

Er notierte sich das am Tag Erlebte, aber am nächsten Tag konnte er sich an den Inhalt dessen, was er aufgeschrieben hatte, nicht mehr erinnern.

Die Sendung kam in der ARD, wurde von Giovanni di Lorenzo geleitet, und u.a. war Sahra Wagenknecht dabei.

Bei youtube ist die Sendung auf abrufbar.

Es kann total bestürzen, wie sehr wir von unserem Gehirn abhängig sind.
Und wie Menschen damit umgehen lernen.

@nie wieder spd

"
Am 20. Juni 2021 um 12:59 von nie wieder spd
@ um 12:37 von Anderes1961

Noch nicht einmal zu den Sozialsystemen in den EU - Ländern gibt es umfassende und detaillierte Dokus im deutschen Fernsehen.
Und schon gar nicht einen Vergleich nur dieser 26.
Politiker fahren angeblich ins Ausland, um sich da etwas anzusehen, aber sie lernen daraus nicht.
Deshalb sollte ja auch die Bevölkerung per TV aufgeklärt werden. Immerhin haben die Ö/R einen Bildungsauftrag, der für Erwachsene kaum besser umgesetzt werden könnte, als mit einer Aufklärung und Information über solche Systeme, die besser funktionieren als unseres."

Lesen Sie meine Antwort von 12:37 Uhr.

@fathaland slim Zitat: "Ja,

@fathaland slim
Zitat:
"Ja, die gute alte Zeit, als alle glücklich und zufrieden miteinander lebten und füreinander sorgten.
Das Dumme ist nur, daß es die eigentlich nie gab."
Da haben Sie völlig recht.
Ich kenne noch solche verwandtschaftlichen "Wohngemeinschaften" auf dem Dorf - die Verwandtschaft meiner Mutter waren "Mittelbauern" - ihr Land ging zwar in der LPG "auf" - ihre Wohnhäuser nebst Stallungen/Scheune usw. behielzen sie natürlich.
Und so erlebte ich tatsächlich 4. Generationen unter einem Dach - die aber mehr neben als miteinander wohnten.
Vor allem wenn man als Frau "einheiratet" in die Familie - bevorzugt den späteren Haupterben - da biste für die Alten nur die neue Magd - nicht ganz so krass wie in Indien - aber sehr weit weg von "Heimat und heiler Welt".
Zeit für Pflege?
Bei der Arbeitsfülle auf dem Lande - auch wenn die in einer LPG deutlich weniger ist als bei Einzelkämpfern - von einer 40 Stundenwoche ist man da noch Lichtjahre weg!

12:05 von nie wieder spd

«Selber suchen?
Weltweit dürfte das kaum jemandem gelingen, da die sprachlichen Hürden für die überwiegende Mehrheit kaum zu bewältigen sind.»

Deutsch ist keine "Weltsprache", und noch viel weniger eine Exotensprache, die nur ein ganz paar wenige können.

Sogar zu größeren Ländern mit Schriftexot aus Asien können Sie mind. englisch-sprachige Versionen von Nachrichten und ausgewählten Reportagen finden. Nicht selten auch was in Deutsch. Zu Lateinamerika gibt es "amerika21", zu Japan "japandigest". Alles auf Deutsch. Die Internationalen Programme der BBC London sind legendär, und die besten weltweit.

Englisch können ist immer gut, und Informationsbeschaffung via Internet war nie einfacher, und mehr in Vielfalt vorhanden als heutzutage. Wie der Postmann oder der Eismann an oder vor der Tür klingelt aber niemand mit News zu irgendwas.

12:05 von nie wieder spd

Selber suchen?

Die Ursprungsidee dazu stammt aus den NL:

"https://demenz-portal.at/aktuelles/leben-im-demenzdorf/"

Dorfähnliche Struktur für Menschen mit Demenz bei Hameln:

"https://www.toeneboen-stiftung.de/pflegeheim/toeneboen-am-see/index.htm"

"https://www.funk.net/channel/ykollektiv-1059/im-demenzdorf-der-richtige-umgang-mit-dementen-1591383"

Leben in Form von WGs für Menschen mit Demenz:

"https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/Alz/pdf/factsheets/infoblatt13_demenz-wg_dalzg.pdf"

"https://mitpflegeleben.de/wohnen/wohnformen-und-betreuungskonzepte/wohngemeinschaften/ambulant-betreute-wohn-oder-hausgemeinschaften/demenz-wg/"

Vielleicht nimmt die ARD Ihre Anregung ja für eine Themenwoche 2022 auf.

12:06 von harry_up

"@ Louis2013, um 11:19

Sie sagen, früher hätten 3 oder 4 Generationen...
Die Zeiten, in denen 3 oder gar 4 Generationen quasi einen Großhaushalt bildeten, sind doch längst passé"

.-.-.

Ich vermute, diese Zeiten gab es - zumindest in Deutschland - zuletzt vor dem Ersten Weltkrieg - also ca. vor 1900.

Daran wird sich Louis2013 vermutlich nicht mehr erinnern, aber es gibt Romane, die dergleichen schildern.

Oder er kommt aus einem anderen Land.

Auf jeden Fall darf ein positives Vorbild bei uns kein Anlass sein, etwas zu loben, sondern muss ein Anlass sein, anderes kaputtzuschimpfen.

12:41 von fathaland slim

<<< 11:50, Quakbüdel

>>Vielleicht wäre es interessant nach zwei oder drei Jahren einen Kostenvergleich anzustellen.<<

Sicherlich. Das ist immer das wichtigste. <<<

.-.-.

Danke für Ihre feine Ironie, fathaland slim.
Sonst kriegt man hier ja fast noch einen Herzkasper.

@Kaneel

"
Am 20. Juni 2021 um 13:26 von Kaneel
12:05 von nie wieder spd

Selber suchen?

Die Ursprungsidee dazu stammt aus den NL:

"https://demenz-portal.at/aktuelles/leben-im-demenzdorf/"

Dorfähnliche Struktur für Menschen mit Demenz bei Hameln:

"https://www.toeneboen-stiftung.de/pflegeheim/toeneboen-am-see/index.htm"

"https://www.funk.net/channel/ykollektiv-1059/im-demenzdorf-der-richtige-umgang-mit-dementen-1591383"

Leben in Form von WGs für Menschen mit Demenz:

"https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/Alz/pdf/factsheets/infoblatt13_demenz-wg_dalzg.pdf"

"https://mitpflegeleben.de/wohnen/wohnformen-und-betreuungskonzepte/wohngemeinschaften/ambulant-betreute-wohn-oder-hausgemeinschaften/demenz-wg/"

Vielleicht nimmt die ARD Ihre Anregung ja für eine Themenwoche 2022 auf."

Danke, für Ihre Mühen. Aber bei dem, was sich der User wünscht, wäre es mit einer Themenwoche nicht getan. Dazu bräuchte es ein Themenjahrzehnt.

Am 20. Juni 2021 um 10:21 von 0_Panik

Leider wird aus dem Artikel nicht deutlich, ob das "Dorf" direkt an das Stadtzentrum grenzt.
___
Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man Sie fast schon bewundern, ob der Penetranz mit der Sie an jeder aber wirklich JEDER noch so positiven Meldung noch etwas zu kritisieren finden.
Sollten Sie einen Lebenspartner haben, frage ich mich, wie man es mit einem solchen Misanthropen bloss aushalten kann.

@ Sausevind, um 13:19

re 11:08 von Leipzigerin59

Den von Ihnen genannten Beitrag der ARD habe ich leider nicht gesehen.
Sie schreiben, es könne total bestürzen, wie sehr wir von unserem Gehirn abhängig sind.

Eigentlich ist es das doch überhaupt nicht, denn das, was uns als Mensch, Persönlichkeit, ausmacht, ist ja das Gehirn.
Aber das meinen Sie ja.

Ich musste das bei meinem Schwager feststellen, der nach einer Hirntumor-Op nicht mehr der Mann war, als den ihn jeder kannte.
Von heute auf morgen nicht mehr die selbstverständlichsten Grundfertigkeiten zu besitzen, weder geistig, noch körperlich, und als 72-Jähriger wie ein Zweijähriger vollkommen auf die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen zu sein - das zu erleben hat mich zutiefst erschüttert.

@ um 13:26 von Kaneel

Dankeschön. Ich arbeite seit Jahren in der Pflege und die Möglichkeiten in NL sind mit durchaus bekannt.
Aber darum ging es mir gar nicht.
Mir geht es um 26 oder 150 verschiedene Systeme der staatlichen sozialen Fürsorgepflicht.
Da wird sicher eines darunter sein, dass besser organisiert und finanziert ist, als das deutsche System.
Dazu wäre es sehr schön, wenn alle diese Systeme detailliert aufgeschlüsselt und erklärt werden könnten, um dann vielleicht auch eine oder mehrere Ideen zu bekommen, wie man es in Deutschland besser machen kann, als einen Teil der Rentner zum Pfandflaschensammeln zu schicken, weil die Rente nicht reicht.

11:19 von Louis2013

(...) Ein "Altensilo", in dem die Alten entsorgt werden, weil die junge Generation keinen Bock (...) hat (...) . In früheren Zeiten bildeten drei, manchmal vier Generationen einen Haushalt – was keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit war."

Jo, das haben die so gemacht, weil die Bock 'drauf hatten. Ihr logischer Umkehrschluss im ersten Teil ... den haben Sie ziemlich verbockt.

11:50 von Quakbüdel

«Einen krassen Unterschied zu einem gut geführten Pflegeheim hier kann ich jedoch nicht erkennen. Vielleicht wäre es interessant nach zwei oder drei Jahren einen Kostenvergleich anzustellen.»

Lebensqualität lässt sich nicht in Kostenvergleichen erfassen und gegenüberstellen.

Jede Gesellschaft mit mehr Geld wie Industriegesellschaften muss sich daran messen lassen, wie viel ihr die Schwächsten und am meisten Schutzbedürftigen der Gesellschaft … Kinder und Alte Menschen … an Fürsorge, Mühe, und Geld wert sind.

Am 20. Juni 2021 um 11:19 von Louis2013

Diese "Dorf" mag noch so außergewöhnlich sein. Aber es bleibt was es ist: Ein "Altensilo", in dem die Alten entsorgt werden, weil die junge Generation keinen Bock darauf hat, sich um ihre Eltern/Großeltern zu kümmern. In früheren Zeiten bildeten drei, manchmal vier Generationen einen Haushalt – was keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit war.
___
Noch so ein Forist, der immer nur meckert, entsetzlich !
Im übrigen war der Zustand, den Sie schildern, vielleicht früher auf dem platten Land so. In den Städten geht das nur selten, weil die räumlichen Bedingungen das nicht hergeben und meistens das Pflegegeld nicht so hoch ist, dass man dafür eine Berufstätigkeit aufgeben könnte.
Mir hat der Artikel gut gefallen. Besser in einer solchen Einrichtung unterkommen, als mit genervten, weil doppelbelastete Familienmitgliedern zu leben.
Wenn es sich bei dem zu Pflegenden womöglich noch um einen Meckerfritze Ihrer Couleur handelt, na dann, besten Dank.

@ nie wieder spd, um 13:53

re @ 13:26 von Kaneel

Sie dürfen nicht vergessen, dass in 26 oder 150 Ländern nie die gleichen wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen usw. Voraussetzungen gegeben sind.

Das macht es ja immer so schwierig, wenn nicht unmöglich, aufgrund einer Aufschlüsselung der Sozialsysteme zu hilfreichen Erkenntnissen zu gelangen.

Das wird und wurde doch schon bei den Corona-Maßnahmen in den verschiedenen Ländern deutlich.

@fathaland slim

"„Muss man mögen“ geht jedenfalls komplett am Thema vorbei" Am 20. Juni 2021 um 11:47 von fathaland slim

*

Das Thema ist das besagte Dorf und nicht sonstige Einrichtungen, die Ihnen dabei einfallen.
Und selbst das Dorf und vor allem WGs sind nicht jedermanns Sache.

Am 20. Juni 2021 um 11:34 von nie wieder spd

Und jetzt, da absehbar unser Sozialsystem merklich eingeschränkt werden wird, um uns die vermeintlichenKosten aufzudrücken, ist so ein Vergleich dringender den jeh.
__
Woher wissen Sie das ? Haben Sie Zugang zu den betreffenden Gremien, sind Sie selbst in der Politik tätig ? Haben Sie schon Einschnitte jetzt gehabt ? Wollten Sie einfach nur mal wieder Politik-bashing betreiben oder ist das einfach so ein "Bauchgefühl" ? Wenn nicht, bitte Quellenangabe.

13:51 von harry_up

und als 72-Jähriger wie ein Zweijähriger vollkommen auf die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen zu sein -
---
das wäre für mich !!
(man beachte für mich steht da ! )
das schlimmste was mir passieren täte
so seine Würde zu verlieren

Am 20. Juni 2021 um 12:24 von Traumfahrer

Zitat: Um ein einen deutschen Politiker oder Beamten von einem möglicherweise besseren System in einem anderen Land zu überzeugen ist schier unmöglich. Da ist der deutsche Michel zu deutsch und stur.

Vielleicht sind ja deutsche Poltiker und Beamte im Gegensatz zu Ihnen in der Lage, in eine beliebige Suchmaschiene die Worte "alzheimer" und "dorf" einzugeben und dadurch festzustellen, dass es in Deutschland durchaus verschiedene ähnliche Einrichtungen gibt.

um 11:50 von Quakbüdel

,,Das Leben ..
.. in der beschriebenen Einrichtung kann leider nur ein schöner Übergang sein, denn die stetig fortschreitende Demenz ist irgendwann dort auch nicht mehr zu ertragen.
Danach folgt mit großer Wahrscheinlichkeit Immobilisierung mittels entsprechender Medikamente und der Tod (den die alten Menschen meistens ehrlich herbeisehnen !)."

Keine(r) der Dementen die ich bisher kannte, hat sich ,, nach dem Tod gesehnt". Mein Vater, der die Macht des Vergessens 11 Jahre durchleben musste, hat in der Zukunft maximal die nächste Mahlzeit vor sich sehen können, hatte zum Schluß nur noch Angst, die Russen würden kommen und die 3 Dinge, die meine Mutter nur beschäftigten, war das Brummen, als die Bomber über ihre Stadt in Richtung Dresden flogen, das zulässige Gewicht des Gepäcks bei der Flucht und ihr fürchterlicher Vater. Ich kann mache Beiträge hier nur so verstehen, daß die Angst, selbst mal isoliert in einem Heim leben zu müssen, für die Qualität des Projektes völlig blind macht.

12:41 von fathaland slim 11:50, Quakbüdel

>>Vielleicht wäre es interessant nach zwei oder drei Jahren einen Kostenvergleich anzustellen.<<

Sicherlich. Das ist immer das wichtigste
.
ganz unwesentlich dürfte es natürlich auch nicht sein

aber Geld muß natürlich vorhanden sein, ein naiver Spruch den man recht häufig hört
wahrscheinlich von den die nichts oder fast nichts in die Sozialkasse einbezahlen

13:53 von nie wieder spd

«Mir geht es um 26 oder 150 verschiedene Systeme der staatlichen sozialen Fürsorgepflicht.
Da wird sicher eines darunter sein, dass besser organisiert und finanziert ist, als das deutsche System.»

Wollen Sie sich über 150 Systeme im Detail informieren, können Sie sich schon mal 1 bis 2 Jahre Urlaub nehmen. So was wie mind. 100 sind sicher nicht besser organisiert und finanziert wie das in Deutschland.

Gut sind die in Skandinavien. Mit allerdings auch höheren Steuern, die für Soziales verwendet werden, und Sozialabgaben. Dort ist es mehr der Staat dem man solche Angelegenheiten anvertraut, und auch zutraut.

Andere Systeme mit guten Voraussetzungen und Ergebnissen wie das in Japan kann man nicht übertragen. Sie können eine Japanerin heiraten, dort hinziehen, und bleiben. Arbeiten müssen Sie nie, kein eigenes Vermögen nachweisen. Finanziell aufkommen für Sie muss sich im Fall der Fälle die Verwandtschaft.

Kann sie das … gut. Die meisten können.
Kann sie das nicht … schlecht.

Am 20. Juni 2021 um 11:49 von Margitt.

Solche Einrichtungen, in denen behinderte Menschen so lange wie es eben nur geht, ein selbstbestimmtes Leben führen können, sollten die Regel sein und nicht die Ausnahme.
__
Es gibt derartige Einrichtungen auch bei uns. Habe ich kürzlich noch einen Bericht gesehen. Aufgrund vieler gesetzlicher/versicherungstechnischer Vorschriften ist das bei unseren behördlichen Bedenkenträgern aber nicht so einfach, eine entsprechende Genehmigung zum Betrieb zu bekommen. Im übrigen kann man "die Heime" auch nicht über einen Kamm scheren. Mein Vater hat 10 Jahre in einer Alten/Pflege-Einrichtung gelebt und sich ausserordentlich wohl dort gefühlt. Besser eine gute Einrichtung, als Leben in einer dadurch sehr schwierigen Familiensituation.

13:53, nie wieder spd

Sie meinen, irgendwo müsste es das Paradies doch geben?

Am 20. Juni 2021 um 11:54 von Margitt.

Die Seniorendörfer, von denen ich weiß, befinden sich nicht in der Nähe von Städten.
Ich sehe das auch deshalb negativ, weil die dort lebenden Menschen auch zu Fachärzten müssen und viele Fachärzte sind nun mal nicht auf dem flachen Land niedergelassen.
Daher wären solche Dörfer gerade in der Nähe von Städten mit großen Kliniken auch sinnvoll.
__
Leider verzetteln Sie sich häufig im "kleinklein"
Wären die Einrichtungen in den Innenstädten, würden Sie wahrscheinlich bemängeln, dass es dort viel zu gefährlich ist, wegen des Verkehrs und deshalb die Bewohner kaum vor die Tür kommen. Irgend etwas ist ja immer.
Ausserdem können Sie sicher sein, dass derartige Einrichtungen mit Sicherheit über behindertengerechte Fahrzeuge verfügen, die man zum Transport zu einem Facharzt, so notwendig, nutzen kann. Eine soooo einsame Gegend, dass das nicht ohne grossen Aufwand möglich ist, gibt es bei uns garnicht, ausser da, wo Sie wohnen, anscheinend. Das behaupten Sie ja immer hier

Zu Quakbuedel 11.50

Die Frage nach den Kosten ist durchaus berechtigt und nicht per se so inhuman, wie es manche Foristen versuchen Ihnen zu unterstellen. Das Experiment findet in der Peripherie eines bekannten franzoesischen Kurortes statt, dessen Kurbetrieb nach meiner Erinnerung in Zusamnenhang mit dem Vincentinertum steht, ein katholischer Orden, der sich um Obdachlose und andere Randgruppen der Gesellschaft kuemmert. Ich vermute mal, dass der Standort, suedlich meiner Lieblingsgegend, des wundervollen Perigord, nicht zuletzt deshalb gewaehlt wurde, weil dort eine Betreuungsinfrastruktur vorhanden ist. Von daher koennte ich mir durchaus eine qualitativ hochwertige Betreuung in angenehmer Umgebung dort vorstellen, die kostenmaessig auch nicht exorbitant von den auch hohen Kosten vergleichbarer Pflegeheime abweicht. Jedenfalls ein zumimdest im Ansatz gut durchdachtes Experiment. Damit aber kein Missverstaendnis aufkommt. Mit Inklusion kann eine Alzheimerbetreuung nichts zu tun haben. Leider.

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