Ihre Meinung zu: Gewalt gegen Pflegekräfte: Treten, schlagen, spucken

14. September 2021 - 10:25 Uhr

Gewalttätige Attacken sind für viele Beschäftigte in Kliniken Alltag. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage, die Report Mainz und "Zeit Online" vorliegt. Fachleute fordern angesichts des Problems Schutzkonzepte.

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Kommentare

Demütigend - und symptomatisch

"Die Übergriffe seien für die Krankenpflegerin sehr belastend, berichtet sie im Interview mit dem ARD-Politikmagazin: "Es ist auf jeden Fall demütigend. Gerade, weil wir ihnen ja helfen wollen. Und wenn einem dann als Dankeschön ins Gesicht gespuckt wird, ist das nicht schön."

Aber wohl "symptomatisch" für ein politisches System, das eher auf der Durchsetzung von Machtprinzipien als auf respektvoller Zusammenarbeit aller bzw. gegenseitiger Wertschätzung beruht.

?

"Und als Haupttatort nennen die Befragten nicht, wie man vermuten könnte, die Psychiatrie"

*

Warum sollte man die Psychiatrie vermuten?
Dort sind hauptsächlich Menschen mit psychischen Erkrankungen, die einen Leidensdruck verspüren, sich behandeln lassen wollen und auch aktuell in Behandlung sind. Seltener wird zwangseingewiesen.

Menschen mit psychischen Erkrankungen, die KEINEN Leidensdruck verspüren und sich NICHT behandeln lassen wollen findet man überall nur nicht in der Psychiatrie.

Ich weiß nicht...

wie genau die Fragestellungen waren und will daher nicht die hier geschilderten Ergebnisse anzweifeln.

Trotzdem, nach 43 Jahren in der Pflege in 8 Kliniken, kann ich mich nur an eine Situation erinnern, in der ein Patient eine Krankenschwester körperlich angehen wollte, was ich verhindern konnte.

Wenn nun solche Ergebnisse herauskommen, dann genügt es nicht, diese festzuhalten, sondern dann müssen die Rahmenbedingungen (ohne Tabus!) genauestens untersucht und miteinander verglichen werden.

Aufgrund der DRG's findet man in Akutkliniken fast nur noch Patienten, die noch ein gutes Maß an pflegerischer Versorgung benötigen. Warum diese Patienten schlagen, treten, kratzen usw., erschließt sich mir nicht ohne weiteres.
Bei Angehörigen könnte es da schon anders aussehen. Doch wie gesagt...genauere Informationen könnten hilfreich sein.

Gut das Wahlen kommen

ein Grund für diese respektlosen und selbstsüchtigen Attacken ist ein Werteverlust.

Es herrscht Markt und damit eine Sucht auf egoistischer Eigennutz und Schwächung der vermeintlich anderen.

Was wir brauchen ist ein Wandel hin zur Wertschätzung von Allem, was Helfer sind, was dem Gemeinsinn zuträglich und nicht länger nur monetär einträglich.

Und das bedeutet eine Abkehr vom Gewinndenken, Abkehr von Regulierung durch etwas, was der Markt genannt wird der angeblich alles regelt, von Sozialem bis zum Klimawandel.

Nein, das konnte nur die ehemalige soziale Marktwirtschaft. Das, was unsere Regierungen seit 2000 gemacht haben ist eine Abkehr von menschlichen Werten hin zu reinem Kapitaldenken.

Also Abkehr von dem was zu lange dran war, von den falschen Werten die eine CxU und FDP hoch halten wollen.

Gut, das jetzt Wahlen sind.

Das kenne ich

Nach 20 Jahren Rettungsdienst habe ich so ziemlich alles erlebt-Messer,Pistole usw.
Die Politik sagt immer“mehr Schutz“,passieren wird leider nichts.Alle Anzeigen sind im Sand verlaufen.
Und-ich hab noch nie erlebt,das eine Krankenschwester oder Arzt einen Patienten angegriffen hat.Soviel dazu!!!

Schwierig zu verhindern

Es gibt nun mal gewaltbereite Menschen und es gibt Menschen, die ihre Affekte nicht im Griff haben, auch schon ohne Alkohol und Drogen.
Ein Klinikaufenthalt ist psychisch belastend und Pflegekräfte müssen körperlich nah kommen und anfassen. Dass dann hirnlose und berauschte Menschen gewalttätig reagieren, damit ist zu rechnen.

Fixierung kann nicht immer die Lösung sein. Wie also kann man damit umgehen?

Gewalt gegen Pflegepersonal muss hart bestraft werden.

Alkohol, Drogen und/oder psychiatrischer Ausnahmezustand sind kein Rechtfertigungsgrund für Gewalt gegenüber Pflegepersonal.
Ich wäre daher voll dafür, dass derartige Gewalt hart bestraft wird und dass man keine verminderte Schuldfähigkeit dabei berücksichtigt.
Ausnahme: Der Gewalttätige ist dauerhaft dement.

Das Pflegepersonal arbeitet oftmals am Limit, weil die personelle Unterbesetzung nur diskutiert, aber nicht beseitigt wird von unseren verantwortlichen Politikern. Wenn man nicht will, dass immer mehr aus diesen Berufen ausscheiden, muss man deren Rechte schützen - und nicht nur diskutieren, diskutieren ...

Empfindliche Geldstrafe

Solche Typen müssen sehr hart bestraft werden!
Mit Jugendstrafe Lernen sie es nicht, eine sehr hohe Geldstrafe tut da schon richtig weh.
Wenn es Sozialhilfe Empfänger sind die Stütze Kürzen damit sie keinen Alk mehr kaufen können, Lebensmittel Bons, ohne Alkoholbezug, könnten auch helfen.
Alkoholisierte vor der Behandlung erst mal Ausnüchtern wäre eine weitere Möglichkeit, vor allem wenn sie "Dauergäste" sind.

Ich empfinde dieses

Ich empfinde dieses "Verhalten" von Patienten als sehr demütigend.
Aber man sollte tatsächlich unterscheiden, ob es sich um "normale" oder auffällige
( alkoholisiert, Drogenkonsum o.ä.) - also in Ausnahmesituationen - Patienten handelt. Was schon schlimm genug ist!
Aber wenn"normale" Patienten oder Angehörige sich so verhalten, hört mein Verständnis generell auf.
Menschen, die jemandem helfen wollen/müssen sind nicht die Blitzableiter für den Frust der Menschheit.
Diese verdienen - in der Regel - Respekt und allergrößte Anerkennung von den Patienten und Angehörigen.
Solche Demütigungen hat niemand verdient.
Das gilt übrigens genau so für Polizei, Feuerwehr u,ä. Berufe.
Wo haben solche Leute nur "Benehmen und Anstand" gelernt?

Kaum möglich

Es dürfte kaum möglich sein, das Ärzte- und Pflegepersonal gegen Patientengewalt zu schützen. Wenn ein oft nicht zurechnungsfähiger Patient in der Notaufnahme um sich schlägt, macht es auch wenig Sinn, diesen von Sicherheitspersonal fixieren zu lassen, das möglicherweise dem Patienten noch mehr Schaden zufügt. Also bleibt der Schwarze Peter beim sachkundigen Personal. Eine Fixierung von Anfang an ist rechtlich nicht möglich und verhindert auch nicht das Spucken. Vielleicht sollten die Kliniken für ihre Mitarbeitenden versuchen, Schmerzensgeldansprüche geltend zu machen. Diese müssten dann aber auch in für jeden spürbarer Höhe zugesprochen werden. Auf jeden Fall wird es höchste Zeit, dass das Thema Gewalt gegen Helfer, sei es in der Gesundheitspflege, Feuerwehr, Rettungswesen u.a. verstärkt in den Fokus gerückt wird. Denn wer will noch freiwillig solch eine Tätigkeit zum Wohle der Allgemeinheit ausüben, wenn er damit rechnen muss, körperlich angegriffen zu werden?...Immer weniger.

Wer diesen Job macht...

...den kann man nur bewundern. Ich wünschte, ich könnte mehr tun, als so eine banale Aussage zu machen und zu hoffen, dass ich es weitestgehend schaffe, nicht auch so ein Problem zu sein.

An der Kliniktüre abweisen

In dem Bericht steht nicht, welche Patienten (Alter, Ethnie, sozialer Status, usw.) auffällig werden. Es wird dringend Zeit, dass manche Menschen in Deutschland wieder mehr das Heft selber in die Hand nehmen und sich selber besser kontrollieren und über gewisse Dinge/Folgen ihres Handels sich klar werden. Ich selber habe meine Disseratation unter anderem über Alkoholismus herausgebracht und einen Test mit entwickelt, der bei Menschen angewandt wird, die zu viel Alkohol im Blut haben,w womit gezeitg wird, ob es regelmäßige Trinker sind oder nicht. Es ist erschreckend wieviel alkoholkranke Menschen wir in Deutschland haben und wenn jemand meint, er müsse trotz Präventionsmaßnahmen weiter trinken, darf eben dann nicht mehr auf ärztliche Hilfe hoffen. Es kann nicht sein, dass man sich im eigenen Leben verpflichtet hat, anderen zu helfen, aber dann von denjenigen angegriffen wird, die sich nicht daran halten. Es muss hier ein Umdenken stattfinden.

Am 14. September 2021 um 11:37 von Nettie

Aber wohl "symptomatisch" für ein politisches System, das eher auf der Durchsetzung von Machtprinzipien als auf respektvoller Zusammenarbeit aller bzw. gegenseitiger Wertschätzung beruht.
__
Von welchem politischen System reden Sie, das ein solches Verhalten akzeptiert ? Ich kenne keines. Dass "regieren" welcher couleur auch immer, mit Regeln sowie Ge- und Verboten agieren muss, ist eigentlich Konsens, oder ist Ihnen IRGEND ein System bekannt, in dem jeder machen kann was und wann er will ? Wenn das möglich wäre, würde Chaos herrschen. Mit Wertschätzung hat das eher wenig zu tun.

Welches Psychopharmakum

Welches Psychopharmakum verordnet ein Arzt, wenn ein Medikament als Nebenwirkung eine Suizid-Neigung erhöht, während ein anderes Medikament Gewalttätigkeit und Aggressivität als Nebenwirkung auslöst ? Die meisten Ärzte entscheiden da nicht objektiv zum Wohle des Patienten, sondern subjektiv im eigenen Interesse und zum Schutz der Klinikeinrichtung.

Entsprechende Konzepte seien für die...

...besonders häufig betroffenen Krankenhäuser entwickelt worden, meint die Krankenhausgesellschaft.

Dann fragt man sich schon, wieso noch immer so viele Pflegekräfte körperlich angegriffen werden. (Verbal tut zwar auch weh, aber damit leben nicht nur Menschen in Pflegeberufen.)

Patienten erleben oft große psychische Belastungen, die sie bei (un)passender Gelegenheit abbauen, das kann kaum überraschen.

Randalierende Besoffene brauchen kräftige Pfleger oder dergleichen, vor allem, wenn sie kurz zuvor verprügelt worden waren.
Nicht jeder, der helfen will, erfährt dafür Dankbarkeit; man frage mal beim Tierarzt..

In der Psychiatrie mag es andere Mittel und Wege geben, Aggressionen zu dämpfen.

@kurtimwald (11:55)

Dass Werteverlust zumindest ein Teil des Problems ist, denke ich auch. Dass es dafür aber eine politische Lösung gibt, glaube ich nicht, da Werte fundamentalen politischen Interessen entgegenstehen.

11:59 von skydiver-sr Erstmal

11:59 von skydiver-sr

Erstmal : Hochachtung vor der - für meine Begriffe - recht langen Zeit in diesem,mit Sicherheit sehr schweren Beruf.
Und nein, kein Arzt oder Pflegepersonal wird einen Patienten angreifen - Übergriffe (verbaler Natur ) gibt es aber auch von der Seite. Das sollte auch niemand in Abrede stellen( selbst erlebt!).
Und das Patienten/Angehörige das Pflegepersonal/Ärzte drangsalieren, ist für mich ein No Go (auch wenn ich mich jetzt wiederhole).

Harte Strafen?

Braucht es neue Strafen?
Körperliche Angriffe sind jetzt schon strafbar und können angezeigt werden.

*

Es sind auch demente Patienten dabei (das hat meine Mutter als Patientin in ihrem Zimmer erlebt). Wenn diese in einer fremden Umgebung sind und sich nicht verständlich machen können, dann können sie auch zuschlagen.

Unausweichliche Folge falscher Proritäten (bzw. "Wertmaßstäbe")

„Ein Hauptproblem ist, dass nicht offen über die Gewalt gesprochen wird. So erleben es viele Pflegekräfte, wie zum Beispiel Torsten aus Norddeutschland: "Man redet halt nicht gerne drüber. Nach dem Motto: Naja, irgendwie gehört das doch zu unserem Beruf dazu"
Die Mitarbeiterin der Berufsgenossenschaft bestätigt: "Das stimmt tatsächlich, dass es irgendwie leider zu dem Beruf dazugehört, weil die Zahlen ja so erschreckend hoch sind.
>> Aber dennoch hat eine Pflegekraft keine Gewaltereignisse am Arbeitsplatz hinzunehmen"

Natürlich nicht.

„Also jeder Beschäftigte in Deutschland hat ein Recht auf einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz. Und insofern müssen sich Unternehmen um dieses Thema kümmern"

Die kümmern sich aber lieber um ihren "guten Ruf“ (die Pflegewissenschaftlerin: "Gewalt gegen Pflege-Fachpersonen als Tabuthema, weil sie nach meiner Auffassung Angst haben um ihren Ruf“)

Denn wenn der ramponiert ist, wirkt sich das negativ auf den Unternehmensgewinn aus. Und nur der "zählt".

@ kurtimwald, um 11:55

Was soll denn das:
"...gut, dass bald Wahlen sind..."

Glauben Sie allen Ernstes, dass die renitenten Patienten nach dem Wahlsieg einer anderen Partei plötzlich zu Lämmern werden?

Und unserem FakeNews-Checker sei gesagt, dass ein Patient garantiert nicht deswegen die kleine Krankenschwester tritt oder bespuckt, weil ihr Chefarzt so gut verdient.

Meine Güte, was sich Leute so zusammenspinnen...

12:35 von Jochen Peter Und

12:35 von Jochen Peter

Und wie gehen Sie mit den "normalen" Patienten oder Angehörigen um?
Es sind bei weitem nicht nur Demente, Drogen- und Alkoholsüchtige, die sich "daneben benehmen"!

re 12:10 von FakeNews-Checker

Viele Patienten wehren sich gegen Zwangsmedikamentation und Infusionen, die ihnen gesundheitlich schaden.

Sie sprechen die wenigen Fälle in der Psychiatrie an. Die meisten Übergriffe auf Pflegepersonal, Ärzte/ -innen und Rettungsdienste haben aber nichts mit psychisch Erkrankten zu tun - es sind auch meistens nicht mal alkoholisierte Menschen, sondern ganz "normale", bei denen man eben nicht mit Angriffen rechnet.

Ich habe keine Ahnung, warum manche Menschen plötzlich austicken, es hat sicher etwas mit der allgemeinen Verrohung unserer Gesellschaft zu tun und dass Feuerwehr und Rettungsdienste fälschlicherweise auch als Exekutive angesehen werden. Es bringt aber nichts, nun wieder einmal nach härteren Strafen zu rufen, denn die wurden erst vor kurzem verschärft. Man sollte sie nur durchsetzen und das konsequent! Nach härteren Gesetzen zu rufen, ist wenig hilfreich wenn man nicht imstande ist, bestehende schnell durchzusetzen.

Kein Handlungsbedarf

Aus dem Artikel:
// Auf die Frage, ob es nicht verpflichtende Präventions- und Schutzkonzepte an allen Krankenhäusern und auf allen Stationen geben sollte, sieht die Krankenhausgesellschaft keinen akuten Handlungsbedarf und erklärt: "Die Gewaltbelastung in den Krankenhäusern ist je nach Standort sehr unterschiedlich. Insofern haben die Kliniken auch jeweils passende Konzepte entwickelt."

Das Bundesgesundheitsministerium sieht das Problem, erklärt jedoch nicht die Politik, sondern die Kliniken seien für den Schutz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig.//

Das typische Nullsummen Spiel um sich der Verantwortung zu entledigen, wie man es auch von den Zuständigkeiten zwischen Kommune, Land, Bund bis hin zur EU gewohnt ist.

Dabei sehe ich dieses gewalttätige Verhalten außerhalb einer psychischen Indikation unter dem gleichen Aspekt wie die tägliche Gewalt gegen Polizisten, Lehrer, Rettungssanitäter, etc.

Das waren mal Respektpersonen - doch der Rechtsstaat reagiert kaum.

um 11:55 von kurtimwald

Das sie nun auch für den mangelnden Respekt die CDU und FDP verantwortlich machen, ist absurd.
Hier fehlt es eindeutig an Erziehung, die beginnt im Elternhaus, und sollte auch in der Schule vermittelt werden.

Was Arbeit am Menschen wert ist

Für mich sieht es eher so aus, daß den spuckenden, schlagenden, pöbelnden und wütenden Patienten bewusst ist, daß Pflege in Deutschland so geringen Respekt erfährt, daß sogar jene, die sich selbst nicht leiden können sich erhöht genug fühlen, um diesen Kümmerern zu zeigen, was sie wert sind.

Damit reflektieren sie nur das Wertedenken, das die wirtschaftsliberale Welt vorgibt. Wer sich selbst so ausnutzen lässt wie dieses Pflegepersonal, gehört so behandelt.

@weingasi1, 12:40

"Von welchem politischen System reden Sie, das ein solches Verhalten akzeptiert ?"

"Akzeptiert" oder nicht, ein solches Verhalten ist offensichtlich hierzulande Fakt.

Bestrafen - bestrafen - bestrafen -

auf erfahrene Gewalt mit Gegengewalt reagieren: was sind das für Kommentaräußerungen! - Gewalttätigkeit hat Ursachen, und die liegen nicht zuletzt in der allgemeinen Hetze, die seit Jahren und Jahrzehnten gelebt wird: wenn einer Seele kein Raum gegeben wird zur ureigenen Reifung, dann bricht sie aus dieser Gewalt aus, um endlich zu sich selbst zu finden. - Es geht einerseits sicherlich darum, solidarisch Helfende in der Gesellschaft zu schützen, andererseits jedoch auch darum, z. B. gerade deren Hilfe nicht immer nur mit dem Wert "Null" und "selbstverständlich" in die Rechnung für eine solidarische Gesellschaft aufzunehmen (wie bei allen Dingen, die der "Natur" einfach entnommen, sprich: gestohlen werden). - Deutsche wie ausländische Leiharbeiter: arme Seelen; leistungsgehetzte Kinder: arme Seelen; gongschlagnormgeprügelte Menschen: arme Seelen. -

um 11:59 von skydiver-sr

Das kenne ich
Nach 20 Jahren Rettungsdienst habe ich so ziemlich alles erlebt-Messer,Pistole usw.
Die Politik sagt immer“mehr Schutz“,passieren wird leider nichts.Alle Anzeigen sind im Sand verlaufen.
Und-ich hab noch nie erlebt,das eine Krankenschwester oder Arzt einen Patienten angegriffen hat.Soviel dazu!!!
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Wenn ein Helfer mit Messer, Pistole oder ähnlichen angegriffen wird, sollten auch entsprechende Strafen ausgesprochen werden.
Ob unsere Kuscheljustiz ausreichend ist, bezweifle ich.

@ Jochen Peter, um 12:35

Teile Ihres Kommentars erschrecken mich.
Sie haben darüber promoviert und sagen, dass man Leute, die Alkoholiker sind und trotz "Präventionsmaßnahmen" weiter trinken, ärztliche Hilfe verweigert werden solle??

Ich hoffe, Sie da missverstanden zu haben, dann korrigieren Sie mich.

Andernfalls sollten Sie unbedingt längere Zeit in einer Suchtklinik zubringen, gerne ohne zu promovieren, dafür mit sehr offenen Augen für das, was eine "Sucht" charakterisiert.

das ist ja furchtbar - sowohl als auch

Ich bin ebenso bestürzt, zwar nicht von der Tatsache, dass es Gewalt von Patienten gegen Ärzte und Pflegepersonal gibt, aber doch von diesem Ausmaß. Ich habe auch keinen Lösungsansatz parat, unterstütze aber gerne jegliche dienliche Idee.
Aber genauso betroffen machen mich hier einige Kommentare.
"Keine Berücksichtigung verminderter Schuldfähigkeit" (@Margitt), "suchtkranke Menschen an der Kliniktür abweisen" (@Jochen Peter), ja bitte, wo sind wir denn? Das eine konterkariert unsere Auffassung von Rechtsstaat, das andere hat mit medizinischer Hilfeleistung gar nichts zu tun, und wenn das dann auch noch jemand schreibt, der in einem solchen Beruf promoviert hat, na dann gute Nacht. Da kann ich nur sagen, da kommen die richtigen Patienten und Helfer zusammen.

Widerspiegelt nur die Einstellung zum Berufsbild!

Ich bin seit 40 Jahren in der Pflege tätig und habe in mehreren Ländern gearbeitet:
Die deutsche Denkweise über den Pflegeberuf wurde durch die Entscheidung geprägt den Pflegeberuf in die ÖTV mit ein zu beziehen, dies hatte zur Folge: Müllmänner und Krankenpfleger kamen in die gleiche Gewerkschaft - die absolute Katastrophe! Irgendwo in der Welt hatte die Kranken- und Altenpflege einen schlechteren Ruf als Deutschland, dazu noch, dass die fehlende WERTSCHÄTZUNG durch ein entsprechend hohes Gehalt dadurch versagt geblieben ist.
Außerdem kommt noch dazu: HEUTE sind sehr Menschen in der Kranken- und Altenpflege tätig, die leider nicht die charakterlichen Eigenschaften für diesen Berufszweig mit sich bringen. Ich habe in den letzten Jahren öfters miterleben müssen, dass ich Arbeitskollegen- und Innen hatte, die besser NIE in diesem Berufszweig wären! Ich persönlich habe nie erfahren, dass Patienten meinem Verhalten gegenüber aggressiv begegnet sind!
Gewalt in der Pflege durch das Personal?

@ 12:10 von FakeNews-Checker An Ihren Kommentaren

merkt man, das Sie schon lange kein Krankenhaus mehr von innen gesehen haben - seien Sie froh, das Sie so gesund sind! Medikamente werden zum Heilen oder Behandeln einer Krankheit verschrieben - aus keinem anderen Grund! Falls Sie zurück ins Mittelalter mit der damals üblichen Lebenserwartung wollen, sind Sie wohl ziemlich alleine…

Schon

länger habe ich den Eindruck gewonnen, dass in Deutschland der Respekt vor einander extrem gesunken, aggressives Verhalten nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel ist. Die jungen Generationen bekommen respektvolles Verhalten als Wert mE von ihren Erziehungsberechtigten gar nicht mehr oder nur unzureichend mit auf den Weg gegeben; statt dessen wird den Kindern „lass dir nichts vorschreiben und setz dich durch“ als Leitspruch verpasst.
Die Aufforderung zu Höflichkeit und adäquaten Benehmen spielt in den Erziehungsmethoden vieler Eltern keine oder nur noch eine untergeordnete Rolle.
Die Auswirkungen werden in dem Artikel sichtbar.

schwache Justiz in D

Diese Art von Gewalt gibt es ja schon seit einiger Zeit nicht nur gegen Pflegekräfte sondern auch gegen Polizisten, Feuerwehrleuten usw. Und was passiert mit den Verursachern bzw. Tätern. So gut wie nichts. Da wird immer eine Ausrede gefunden warum es passiert ist und man den oder die Verursacher nicht verurteilen kann. Es ist höchste Zeit hier endlich etwas zu verändern damit diese Angriffe endlich aufhören.

12:40 von FakeNews-Checker

"Welches Psychopharmakum verordnet ein Arzt, wenn ein Medikament als Nebenwirkung eine Suizid-Neigung erhöht, während ein anderes Medikament Gewalttätigkeit und Aggressivität als Nebenwirkung auslöst ? Die meisten Ärzte entscheiden da nicht objektiv zum Wohle des Patienten, sondern subjektiv im eigenen Interesse und zum Schutz der Klinikeinrichtung."

,.,.,

Es fällt schon sehr auf, dass Sie Ihre ungeheuerlichen Anschuldigungen nicht belegen.

Sie KÖNNEN Sie auch gar nicht belegen, weil Sie ja nicht "die meisten Ärzte" kennen.

Also geht es nur um brutales Ärztebashing.

Ich glaube Ihnen kein einziges Wort.

Hauptproblem .... nnicht offen über die Gewalt gesprochen wird.

Ja. das ist die gelebte und empfunden Realität vieler Bürger.
Jeder kennt diese widerlichen immer häufigeren Angriffe auf Notärzte, Sicherheitskräfte und Personal in den Notaufnahmen der Krankenhäuser.

Da muss jetzt schnell etwas passieren. Die demokratischen Rechtsstaatlichen Gesetzte sind ja vorhanden und müssen nur auch durchgesetzt werden.

Langsam

Die Probleme entstehen wenn der Sozialdienst die Entlassung bearbeitet. Entweder direkt auf die Straße oder in eine "Kurzzeitpflege" oder "nach Hause". Gerne auch mit voller Windel und einem Sack voll Medis. Da sinkt die Zufriedenheit wenn man bereits das 3 mal in der Woche eingeliefert wird.

eine politische Lösung gibt!

von Tinkotis @
Wer sollten denn sonst ein massives Gesellschaftliche Gewalt Problem mit vielen Opfern aufgreifen wenn nicht die Politik und die Sicherheitsbehörden ?

Schutz Pflegekräfte

Gewalt ist in unserer Gesellschaft leider in zunehmendem Maße Alltag. Und schlimm finde ich, wenn man hier den bedrohten Menschen sagen muss, wir können nicht überall schützen. Security Kräfte sind eine Lösung, aber oft teuer und nicht überall einsetzbar. Unsere Polizei ist unterbesetzt, hat mittlerweile Aufgaben, die nicht zum Kernbereich der Schutzfunktion gehören. Und ob immer Prävention allein hilft, darf man auch bezweifeln. Ich habe den Eindruck, dass in den Einrichtungen zu manchen Zeiten zu wenig Personal anwesend ist, um einzugreifen. Und dass das Gewaltpotenzial so viele Ursachen hat, dass man hier nicht zu pauschal an die Thematik gehen sollte. Wer wird übergriffig, in welchen Situationen usw. ist auch festzustellen. Wenn demente Menschen gewaltätig werden, ist das schon ein Unterschied zu den Besuchern, Pflegepersonen, die hier hemmungslos und impulsiv zu Gewalt greifen. Und Schulungen zu Selbstverteidigung sind sicherlich nie verkehrt.

Wie also kann man damit umgehen?

von Carlos12 @

Da gibt es viel gute und demokrtische Lösungen.

Viel mehr Sicherheitspersonal, Verdopplung der Straftaten wenn Alkohol und Drogen verbrechen ursachen sind, harte lange Strafen und Medien die über diese vielen Angriffe jeden Tag ausführlich berichten.

Pflegenotstand

Pflegekräfte in allen Bereichen brauchen selbst Nothilfe. Abbau und Wegfall von Hilfspersonal, das immer auch die Fachkräfte entlastete, haben jetzt ein rotes Singnalzeichen gesetzt, dass wir uns in unzumutbare und fahrlässige Bereiche begeben. Wenn allein auf Stationen im Krankenhaus Nachtschwestern lange allein arbeiten müssen, Laufgänge machen und damit manche Zimmerflucht unbesetzt bleibt, zeigt das doch, wie viel den Menschen zugemutet wird. Bildungsexperten diskutieren seit Langem, dass auch Unterhaltung und Darstellungsformen von Gewalt in den Medien mit zu einer niedrigschwelligen Gewalt beitragen können. Da wäre eine grundlegende Diskussion über solche Formen (von Krimi bis Rapper Gang) zu beleuchten, woher diese Tendenz vielleicht auch noch verstärkt wird. Da gibt es viele Facetten, die manchem noch nicht klar geworden sind. Das gehört aber mit in die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

Gegenfrage

Wenn man diese Umfrage bei den Ärzten gemacht hätte, dann hätten meiner Einschätzung nach vielleicht 10 % oder sogar weniger eine Gewalt erlebt.

Die Pflegekräfte sind auch die Personen, die zuerst mit den Patienten in Kontakt kommen. Meistens sind es die Umstände in einem Krankenhaus oder einer Praxis über die die Patienten sich ärgern. Dann wird es an den Pflegekräften ausgelassen.
Es wird hier zwar nicht erwähnt aber die Sekretärin, die ständig die Termine ausmachen und Anrufe entgegen nehmen, sind eigentlich viel mehr belastet. Keine körperliche Gewalt aber psychisch. Sie bekommen nämlich alles ab.

Die beste Gegenmaßnahme ist die Bedingungen in den Krankenhäusern zu bessern. Wenn alles einwandfrei läuft, dann gibt es auch nichts zu meckern. Jeder ist zufrieden.

@ 11:37 von Nettie

Gewalt hat nur wahrlich nichts mit unserem politischen System zu tun. Leider ist respektvoller Umgang mittlerweile oft ein Fremdwort. Wie enthemmt sich manche Menschen benehmen kann man beinahe täglich in fast allen Lebensbereichen erleben. Dieses Thema muß stärker in den Fokus genommen werden und solches Verhalten gehört geächtet und sanktioniert. Von empfindlichen Geldstrafen über zeitweise bis dauerhaften Führerscheinentzug bis Haft, sollten es kein Tabu geben.

Die Geister die ich rief…

Etwas verstörend finde ich, dass immer wieder festgestellt wird, welche Werte in unserer Gesellschaft fehlen, und was dringend- direktiv- unternommen werden muss, um den Leuten Anstand und Selbstbeherrschung beizubringen…
Der Kapitalismus wurde auf allen Ebenen des Gesellschaftlichen Lebens entfesselt- bis hin zur Privatisierung der Kliniken. Wo es nur noch ums Geld geht haben die Pflegekräfte keine Fürsorge des Arbeitgebers zu erwarten, nur Ausbeutung. Dieser Geist herrscht allüberall- jeder ist sich nur noch selbst der nächste! Übrigens suggeriert auch unsere völlig Maß- und Grenzenlose Medienwelt dem einzelnen, dass nur SEIN Bedürfnis das Zentrum der Welt ist.
Wir sind verraten und verkauft- für ein paar Glasperlen. Und das wir nur fürs Geld Leben und den Konsum und den Egoismus als unsere Götzen verehren, dass lassen wir uns als FREIHEIT vorspiegeln.
Menschen in sozialen Berufen stehen im Rechenspiel der Radikalen Marktwirtschaft gaaaaanz unten.
So traurig ist das.

Im Einzelhandel nichts Neues

Gewalt auf der Arbeit kennt sicherlich fast jeder, der mit Menschen zu tun hat.

Ich arbeite im Lebensmitteleinzelhandel. Meine Kollegen wurden gewürgt, geschlagen, niedergerungen, mit Gegenständen beworfen, beschimpft und vieles mehr.

Das Problem muss breiter diskutiert werden. Aufsehen erregt es nur, wenn Berufe betroffen sind, die offensichtlich 'Gutes tun' und 'für die Menschen da sein wollen'.

11:37 von Nettie

>>Aber wohl "symptomatisch" für ein politisches System, das eher auf der Durchsetzung von Machtprinzipien als auf respektvoller Zusammenarbeit aller bzw. gegenseitiger Wertschätzung beruht.<<

Auweia! Das "politische System" ist schuld dass sich manche Menschen nicht benehmen können. Da fällt mir nichts mehr ein.
Die Aussage passt aber zu Ihren sonstigen Beiträgen.

Wer hat die Umfrage gemacht?

"Gemeinsam mit der Polizistin Ramona Thiem hat sie in Eigeninitiative die Umfrage erstellt und über Twitter verbreitet."

Wenn man sich die Personen anschaut, die dieses Thema aufgegriffen haben, dann kann man sich auch vorstellen, was dahinter steckt.
Vermutlich sieht man die Lösung auch darin, dass man Polizisten überall hinstellt und wenn Jemand gewalttätig wird er in Handschellen gelegt und von den Polizisten abgeführt wird. Also mehr Polizei und bessere Bestrafung.

Wir befinden uns ja angeblich in der 4. industriellen Revolution und in einem neuen Zeitalter. Eine neue und fortgeschrittene Weltordnung. Da gehört es anscheinend dazu Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen.
Wie wäre es mal stattdessen die Rahmenbedingungen zu verbessern und für einwandfreie Abläufe zu sorgen?
Dann ist die Pflegekraft nicht genervt und der Patient mit dem Dienst zufrieden oder zumindest mit positiven Gefühlen unterwegs.

Am 14. September 2021 um 12:48 von harry_up

@ kurtimwald, um 11:55

Auf Kommentar antworten
Am 14. September 2021 um 12:48 von harry_up
@ kurtimwald, um 11:55

Was soll denn das:
"...gut, dass bald Wahlen sind..."
Glauben Sie allen Ernstes, dass die renitenten Patienten nach dem Wahlsieg einer anderen Partei plötzlich zu Lämmern werden?
Und unserem FakeNews-Checker sei gesagt, dass ein Patient garantiert nicht deswegen die kleine Krankenschwester tritt oder bespuckt, weil ihr Chefarzt so gut verdient.

Meine Güte, was sich Leute so zusammenspinnen...
__
Völlige Zustimmung. Es ist ja geradezu absurd, die Aktionen solcher Assis mit der Politik in Verbindung zu bringen. Als wenn solche Leute sich, bei einer anderen Konstellation anders benehmen würden.
Unglaublich, welche Kruden Ideen hier in manchen Köpfen 'rumspuken.

@Tremiro, 13:21 re @Nettie

Auweia! Das "politische System" ist schuld dass sich manche Menschen nicht benehmen können. Da fällt mir nichts mehr ein.

Ich würde nicht soweit gehen, dass das politische System unmittelbar für fehlendes Benehmen verantwortlich ist, aber mittelbar hat es schon einen Anteil daran. Eltern lernen, dass Ellbogen und Rücksichtslosigkeit im Leben hilfreich sind, was also werden sie, zumindest unbewusst, an ihre Kinder weitergeben? Wer für die Aufsatznote seines Sohnes einen Anwalt anheuert, lebt ihm schon damit vor, dass man nichts akzeptieren muss, was einem nicht passt, und sei es noch so berechtigt.
Die Erziehung der kommenden Generation erfolgt nach den Werten, die sich eine Gesellschaft setzt. Und ich sehe das durchaus auch so, dass adäquates Sozialverhalten kein solcher Wert mehr bei uns ist. Das wird sogar eher als hinderlich, als Schwäche gesehen.

Sie haben mich nicht missverstanden

Sehr geehrter Herr Harry_up,
ich meinte mit dem Kommentar, dass Suchtkranken, die trotz Prävention und Angeboten so weiter machen und dann aggressiv werden, der Zugang verwehrt werden sollte. Wenn jemand trinkt und das nicht unter Kontrolle hat, dann muss dieser die Präventionsmaßnahmen, die Suchtkliniken auferlegen, auch einhalten. Ich habe im Rahmen meiner Dissertation auch Suchtkliniken von Innen gesehen. Und bei vielen (privaten) muss man auch einen Vertrag unterschreiben. Und wer sich nicht an den Vertrag hält (sprich nichts trinken usw.) wird sofort vor die Türe gesetzt. Ein wenig Selbstdisziplin ist angebracht und man bekommt ja auch Hilfe geboten, um aus dem Dilemma herauszukommen; dies muss man auch annehmen bzw. umsetzen. Wenn man aber meint, dass man andere angeht, weil man sich selber bzgl. Alkohol nicht unter Kontrolle hat, dann darf man keine Hilfe erwarten. Das alles gilt natürlich nicht für Demenzkranke oder psychotische Menschen; diese können es nicht kontrollieren

Pflegekräfte sind vermutlich

nur beklatschte Verschleißartikel.
Die allgemeine Bezeichnung von Arbeitnehmern als Resourcen deutet stark darauf hin.
Viel Erfolg bei der Resourcenplanung.

Zu Am 14. September 2021 um 13:18 von Johanna Rapp

Ihrem Kommentar kann ich nur voll zustimmen.

Und meiner Ansicht nach ist ein Weg das zum Besseren zu beeinflussen,

Einmal selbst respektvoll und menschlich sozial handeln und Vorbild sein,

Zum Anderen die Politik wählen, die dieses eigene Handeln am stärksten unterstützt.

Jetzt sind wieder Wahlen!

Am 14. September 2021 um 12:10 von FakeNews-Checker

Das Niels Högel Prinzip

Viele Patienten wehren sich gegen Zwangsmedikamentation und Infusionen, die ihnen gesundheitlich schaden. Doch Ärzte und Pfleger stehen unter einem hohen Umsatzdruck und in Verträgen mit der Pharmaindustrie und dulden daher keinen Widerspruch. Da bleiben Handgreiflichkeiten und Patienten-Fixierungen nicht aus.
__
Dass Sie hier die Taten eines rechtskräftig verurteilten Serienmörders zur Rechtfertigung Ihrer mehr als kruden Thesen heranziehen, ist schon ein starkes Stück. Dass die Mods das zulassen auch.
Sie sollten allen Ernstes einmal Ihre Einstellungen hinterfragen, Herr fakenews !

@ Nettie, um 11:37

Ihr Kommentar von 11:37 lässt mich noch nicht ganz los.
Für meine Begriffe verlagern Sie diese Erscheinung sehr auf die politische Ebene.

Was nicht ausschließt, dass möglicherweise trotzdem eine politisch-gesellschaftliche Ursache mit dahinter steckt.
Natürlich heißt keine politische Richtung Gewalt gut, doch wenn Durchsetzungskraft, die in Rücksichtslosigkeit mündet, auch noch oft zum Erfolg führt, fördert dies das entsprechende Verhalten.

Nur: Wer soll das ahnden. Und wie?

Wie ich bereits vorher schrieb:
Patienten leben in einer Art anderen Welt, der eine nimmt alles gottergeben hin, der andere ist widerspenstig und misstrauisch, der dritte ist ängstlich und abwehrend.
Und der nächste Schritt ist eine Art Angstbeißen, basierend auf großem psychischem Stress.
Gilt auch für Alkoholisierte.

Das rechtfertigt nix, erklärt aber vielleicht einiges.

Und hilft erstmal nicht, das ist mir auch klar.

Zu Am 14. September 2021 um 14:49 von weingasi1

Allein in Ihrer Antwort liegt eine Verrohung, der entgegen gewirkt werden sollte.

Und ja, dazu braucht es begleitend die richtig Politik.

Solche Assis, wie Sie diese Menschen titulieren, werden nicht so geboren, eine Gesellschaft zieht diese heran.

Und das kann Politik ändern.

Am 14. September 2021 um 12:52 von melancholeriker

Was Arbeit am Menschen wert ist

Für mich sieht es eher so aus, daß den spuckenden, schlagenden, pöbelnden und wütenden Patienten bewusst ist, daß Pflege in Deutschland so geringen Respekt erfährt, daß sogar jene, die sich selbst nicht leiden können sich erhöht genug fühlen, um diesen Kümmerern zu zeigen, was sie wert sind.

Damit reflektieren sie nur das Wertedenken, das die wirtschaftsliberale Welt vorgibt. Wer sich selbst so ausnutzen lässt wie dieses Pflegepersonal, gehört so behandelt.
___
Eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall, denn es sind eben nicht die Anhänger der wirtschaftsliberalen Politik, die sich derart aufführen, sondern eher die am entgegengesetzten Ende.
Aber was solls, letztlich taugt JEDES Thema zum Politi-bashing, egal wie absurd es ist.

Zu wenig Achtung für die Pflege

Woher kommt das? Neben Drogen oder Alkohol mag ein weiterer Grund sein, dass Güter oder Dienstleistungen, die (scheinbar) umsonst sind, von manchen Menschen gering geschätzt werden. Solche Mitbürger verdienen unsere Solidarität eigentlich gar nicht. Frage an die Klinikbetreiber: muss man in jedem Fall helfen, oder ist nicht die Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern manchmal wichtiger? Das sollte bei aggressiven Patienten stets abgewogen werden. Es gibt keinen Automatismus, der die Pflegekräfte zwingt, alles zu erdulden.

Also wirklich @ Werner1955

Da gibt es viel gute und demokrtische Lösungen.

Ich hätte es nicht gerne wenn ich im Krankenhaus läge, das in meinem Zimmer irgend ein Security-Hansel säße oder in der Erstaufnahme ect.!
Das was Sie fordern heißt nicht Demokratie sondern Diktatur.

Verschleißartikel?

von FritzF @
Ihre Bezeichnungen und Wortwahlen kann ich nur als widerlich empfinden.
Mir ist nie klar wie die „röter“ Kommentare beurteilen.

Ich hoffe das die Pflegekräfte nach den guten Maßnahmen der GDL erkennen das nur eine starke Gewerkschaft Ihnen helfen wird die notwendigen und dringend sinnvollen Maßnahmen auch durchzusetzen.

Und ja für den Streik sind dann die Arbeitgeber und niemand anders verantwortlich.

Glück auf.

@ 13:12 von werner1955

>>Viel mehr Sicherheitspersonal, Verdopplung der Straftaten wenn Alkohol und Drogen verbrechen ursachen sind, harte lange Strafen und Medien die über diese vielen Angriffe jeden Tag ausführlich berichten.<<

>>Viel mehr Sicherheitspersonal<<
Dies hilft vielleicht etwas.

>>Verdopplung der Straftaten wenn Alkohol und Drogen verbrechen ursachen sind<<
Das ist sinnloser Unfug. Hirnlose und berauschte Menschen machen doch ihr Handeln nicht von der Höhe einer zu erwarteten Strafe abhängig. Knäste vollmachen bringt nichts. Wirkungsvoller wären geringere aber sichere eintretende Strafen, z.B. Bußgelder.

>>Medien die über diese vielen Angriffe jeden Tag ausführlich berichten<<
Ja genau das brauchen wir, eine Kultur der Angst und Hysterie. Solche Berichte wie "Walter X., 62 Jahre, hat bei seiner Einlieferung ins Kreiskrankenhaus Herne die Pflegekräfte getreten und geschlagen"

@ Orfee, um 14:49

Sie holen sehr weit aus.

Was verstehen Sie denn unter "Verbesserung der Rahmenbedingungen und einwandfreien Abläufen"?

Da kommt ein randalierender Patient blutend ins Krankenhaus.
Er soll ordnungsgemäß behandelt werden und schlägt einer helfenden Ärztin oder Krankenschwester ins Gesicht.

Welche Rahmembedingungen sollten da verbessert werden?

Außer Sie meinen, dass da 2 kräftige Pfleger im Hintergrund stehen und dann, oder besser: bei Einlieferung beherzt zupacken.

Würde sich möglicherweise rumsprechen und zu besserem Verhalten solcher Patienten führen?

Wohl kaum.

@harry_up, 14:58 (+ @frosthorn, 14:49)

"Was nicht ausschließt, dass möglicherweise trotzdem eine politisch-gesellschaftliche Ursache mit dahinter steckt“

Was sonst? Die Bürger in ihrer Gesamtheit bilden doch die Gesellschaft und sind Basis der Politik.

"Natürlich heißt keine politische Richtung Gewalt gut, doch wenn Durchsetzungskraft, die in Rücksichtslosigkeit mündet, auch noch oft zum Erfolg führt, fördert dies das entsprechende Verhalten"

Genau. Diesen Zusammenhang hat auch frosthorn in seinem Kommentar auf den Punkt gebracht: „Die Erziehung der kommenden Generation erfolgt nach den Werten, die sich eine Gesellschaft setzt. Und ich sehe das durchaus auch so, dass adäquates Sozialverhalten kein solcher Wert mehr bei uns ist. Das wird sogar eher als hinderlich, als Schwäche gesehen“

„Das rechtfertigt nix, erklärt aber vielleicht einiges. Und hilft erstmal nicht, das ist mir auch klar“

Asoziales Verhalten ist grundsätzlich nicht zu rechtfertigen, aber Erklärungen dafür finden ist Voraussetzung, es abstellen zu können.

Am 14. September 2021 um 13:06 von stgtklaus

Die Probleme entstehen wenn der Sozialdienst die Entlassung bearbeitet. Entweder direkt auf die Straße oder in eine "Kurzzeitpflege" oder "nach Hause". Gerne auch mit voller Windel und einem Sack voll Medis. Da sinkt die Zufriedenheit wenn man bereits das 3 mal in der Woche eingeliefert wird.
__
Leider ist nicht ersichtlich von welchem Patientenkreis Sie hier reden. Ich kann mir allerdings schwerlich vorstellen, dass jemand, der zum 3. Mal in einer Woche als Notfall eingeliefert wurde, über ein derartiges Gewaltpotienzial verfügt. Die Menschen, die Sie schildern, sind eher froh, dass sie leben.

@ Jochen Peter, um 14:53

re @ harry_up

Danke für Ihren Erklärungsversuch.

Trotzdem kann ich Ihnen immer noch nicht zustimmen.
Ein Suchtkranker k a n n , solange er nicht geheilt ist (was eh oft die Ausnahme sein dürfte), nicht einfach nichts mehr trinken. Das geht eine Weile, dann passiert es wieder.
Sie wissen sicher aus Ihren Arbeit mit Suchtkranken, wie mühsam dieser Weg hin zum Trockenwerden ist.

Meine Schwägerin erwartete heute Morgen, wieder einmal vergeblich den Mann, der ihr im Garten hilft.
Letzte Woche kam er pünktlich und unaufgefordert, meist aber muss sie ihn Tags zuvor erinnern.

Sie kennt den Grund:
Er war bis vor 2 oder 3 Wochen wieder einmal(!) in der Suchtklinik, etwa 10 Tage ging's gut, heute war er wieder betrunken.

Solche Menschen sind nicht disziplinlos, sie sind schlicht ohnmächtig sich selbst gegenüber und brauchen wahnsinnig viel Hilfe.
Meine Schwägerin hat das verstanden, sie hat Geduld, lässt ihn nicht fallen - und hat meine größte Bewunderung.

@harry_up

"Er soll ordnungsgemäß behandelt werden und schlägt einer helfenden Ärztin oder Krankenschwester ins Gesicht."

Was haben Sie da für Vorstellungen darüber was in den Krankenhäusern oder Praxen abläuft. Anscheinend erweckt dieser Artikel einen völlig realitätsfremden Eindruck darüber was im Leben passiert.
Warum soll ein Mensch, der von einer Ärztin gerade behandelt wird der Ärztin ins Gesicht schlagen? Glauben Sie dieser Mensch versteht nicht, dass die Ärztin helfen will? Es sei denn er weiß nicht was er tut, aber deswegen kann man ihn auch nicht bestrafen.

@ Nettie, um 15:19

re @ harry_up. 14:58

Nicht jeder ist zwar ein Spiegelbild der Gesellschaft, doch gebe ich Ihnen im Grunde Recht, da unterscheiden wir uns in unserer Auffassung wenig.

Nur:
Wie soll man dieses Problem ad hoc anpacken?
Das haben besagte Krankenhäuser jetzt, also tut Abhilfe Not.

Und da liegt in der Tat die pragmatische Lösung nah,... nee, ich hab tatsächlich keine praktikable.

Vergesst Strafen

Habt ihr jemals gesehen, dass ein Betrunkener sich beruhigt hat, wenn ihm Strafen angedroht wurden ? Ihr müsst über den Tellerrand herausschauen. Die Gewalt ist ein Problem, die sich auch bei Partnerschaften oder im Straßenverkehr äußert. Diese Menschen brauchen Therapie. Ihr müsst das Problem an der Wurzel packen, nicht Äste abtrennen.

Margitt

Volle Zustimmung von mir. Eine gute Bekannte arbeitet in der Altenpflege und spricht genau so. Durch den Leistungsdruck wegen chronischer Unterbesetzung des Pflegepersonals kommt die menschliche Nähe zu kurz. Deshalb entsteht der Eindruck das ihr nichts an den Problemen der Bewohner liegt. Da kommen dann schnell ungerechtfertigte Beleidigungen und Gewaltandrohungen. Es ist oft nicht leicht darüber zu stehen. Deshalb benötigt sie jetzt sogar selbst psychologische Hilfe um ihren Beruf, den sie sehr liebt, weitermachen zu können.

@Nettie - Das scheint mir aber wirklich

weit hergeholt - a) finde ich das weitgehend unfair gegenüber Politikern und politisch Engagierten und b) und viel schlimmer: Sie sprechen jedem Übeltäter die Verantwortung für sein eigenes Verhalten ab - es sind immer die anderen oder das System.

Woraus besteht denn das System? Aus uns allen.

Wenn man von klein auf keinen Respekt beigebracht bekommen hat und später nicht selbst drauf gekommen ist, dass der im Zusammenleben die erste Notwendigkeit ist, dann muss man ihn per Konsequenzen lernen: Leute, die gewalttätig werden, noch dazu in Krankenhäusern und anderen Helfereinrichtungen, Leute, die mit dem Smartphone auf Unfallopfer halten, statt zu helfen oder wenigstens Platz zu machen für Hilfskräfte, Leute - jeder Herkunft - die rassistisch oder sexistisch ausfallend werden, gehören strafverfolgt.
Es muss aufhören, dass wir immer "die Verhältnisse" dafür verantwortlich machen. Wir leben in privilegierten Verhältnissen; und es ist Einstellungssache, wie man sich selbst benimmt.

Du meine Güte…

wenn man einige Kommentare hier liest, wird einem ganz anders.
Ich habe solche Übergriffe schon mitbekommen, allerdings lange nicht in dem Ausmaß, wie einem hier suggeriert wird und die meisten gingen tatsächlich von nicht zurechnungsfähigen Patienten aus. Damit muss man leider leben, diverse Krankheitsbilder können damit einhergehen. Was man allerdings sehr wohl tun muss ist, darüber zu reden und nach Lösungen zu suchen, die ohne Gegengewalt auskommen. Deeskalation z.B. kann auch nicht unbedingt jeder einfach so, kann man aber lernen und natürlich mehr Personal, um selbst ausgeruht und konzentriert zu sein und/oder gleich Hilfe zu haben, falls ein Patient handgreiflich wird.

@harry_up, 15:40

"Wie soll man dieses Problem ad hoc anpacken?
Das haben besagte Krankenhäuser jetzt, also tut Abhilfe Not.

Und da liegt in der Tat die pragmatische Lösung nah,... nee, ich hab tatsächlich keine praktikable."

Hin- statt wegzuschauen (das ist natürlich auf die "Verwaltungsebene" gemünzt), und zwar persönlich und vor Ort, und Zahlen Zahlen sein lassen wäre schon mal ein guter Anfang. Und den Pflegekräfte zuhören und sie danach fragen, was sich nach ihrer alltäglichen Erfahrung konkret ändern müsste, um solche Situationen möglichst verhindern zu können bzw. damit sie ggfs. nicht weitestgehend allein damit fertig werden müssen.

Verrohung der Gesellschaft

Erst mal , ich habe großen Respekt für Menschen die sozialen Berufen und in der Pflege arbeiten. Userin Johanna Rapp hat es meiner Meinung auf Punkt gebracht mit dem entfesselten Kapitalismus. Wir als Gesellschaft haben die Normen , Werte , Natur und auch die Freiheit geopfert für eine Scheinwelt.

12:10 von FakeNews-Checker

"..........Doch Ärzte und Pfleger stehen unter einem hohen Umsatzdruck und in Verträgen mit der Pharmaindustrie und dulden daher keinen Widerspruch. "

Das und insbesondere in dieser verallgemeinenden Formulierung stoert mich.

Koennen Sie diese Meinung belegen?

12:58 von frosthorn: Verminderte Schuldfähigkeit ?!

Zur Schuldfähigkeit mancher gewaltbereiter Menschen:
Ich will dazu das Beispiel der Menschen nennen, die mit einem hohen Alkoholspiegel sich hinters Steuer setzen.
Würde man sagen, diese Menschen sind nicht schuldfähig, dürften sie keine Sanktionen zu erwarten haben, wenn sie betrunken Auto fahren.
Meines Wissens aber wird nicht nur der Führerschein entzogen, sondern sie werden auch für die Schäden, die sie verursachen, haftbar gemacht und wenn es zu Verletzten infolge eines Unfalls kommt, gehen sie meines Wissens nicht straffrei aus.

Analog muss man alkoholisierte Menschen auch behandeln, die andere Menschen angreifen, sei es in den Kliniken oder anderswo.
Natürlich soll man einen alkoholsierten Menschen oder einen Drogensüchtigen, wenn er med. Hilfe benötigt, behandeln.
Wenn er aber andere dabei verletzt, dann sollte eine Anzeige postwendend erfolgen.
Alles müssen sich die Pfleger auch nicht gefallen lassen, finde ich.
Ich weiß, dass das in der Praxis nicht immer einfach ist ...

@ Bürgerkritik

schwache Justiz in D ... Es ist höchste Zeit hier endlich etwas zu verändern damit diese Angriffe endlich aufhören.

Selbst wenn Sie die Kapazitäten im Strafvollzug verdoppeln, aufhören tun diese Angriffe nicht.

@11:55 von kurtimwald

//Es herrscht Markt und damit eine Sucht auf egoistischer Eigennutz und Schwächung der vermeintlich anderen.//

Das mag ein Grund sein, aber ein eher seltener. Ein Aspekt kommt mir hier im Bericht entschieden zu kurz. Gerade nach längerem Koma sind Patienten in der Aufwachphase häufig verwirrt (sogenanntes Psychosyndrom). In dieser Phase dürfte unvorstellbare Angst der Hauptgrund für aggressives Verhalten sein. Die Patienten wissen nicht, wer Sie sind und was Sie wollen, fühlen sich bedroht.
Dies nur als ein Beispiel von vielen. Betrunkene in der Notaufnahme sind noch einmal ein Kapitel für sich. Ebenso Patienten mit schweren Hirnerkrankungen.

Ich bin nach 30 Berufsjahren

Ich bin nach 30 Berufsjahren in der Pflege noch nie vorsätzlich, körperlich angegriffen worden. Unruhigen, aggressiven, dementen Menschen kann ich ihr unkontrolliertes Verhalten nicht verübeln. Bisher hat noch kein Patient die Kontrolle über mich gehabt. Ich glaube, dass eher die ersten Anlaufstellen vorsätzlich betroffen sind, weniger die peripheren Stationen, denn dort muss man erstmal hinkommen. In unserem Haus gibt es einen Notruf für die hausinterne Security. Verbale Übergriffe gibt es oft dort, wo es lange Wartezeiten (6-8h- eine Zumutung!) gibt und unfreundliches Personal.

@15:06 von Hansi Glück @ Werner1955

//Ich hätte es nicht gerne wenn ich im Krankenhaus läge, das in meinem Zimmer irgend ein Security-Hansel säße oder in der Erstaufnahme ect.!//

"Security-Hansel": mit solchen Bezeichnungen fangen die Respektlosigkeiten an.

@ FakeNews-Checker

Doch Ärzte und Pfleger stehen unter einem hohen Umsatzdruck und in Verträgen mit der Pharmaindustrie und dulden daher keinen Widerspruch.

Ärzte dürfen keine Verträge mit Pharmaunternehmen abschließen und stehen auch nicht unter Umsatzdruck. Da müssen Sie wohl mal etwas besser checken.
Ihre Vermutungen zu Lasten des medizinischen Personals gehen an den Ursachen der Gewalt meilenweit vorbei.

@12:09 von Margitt.

//Alkohol, Drogen und/oder psychiatrischer Ausnahmezustand sind kein Rechtfertigungsgrund für Gewalt gegenüber Pflegepersonal.//

Wenn es sich um einen Zustand geistiger Verwirrung handelt, ist ausschließlich medizinische Behandlung erforderlich. Schizophrenie zum Beispiel verläuft in Schüben. Da für gibt es geschlossene Abteilungen.
Diese Menschen (und deren Angehörige) sind genug gestraft.

//Ausnahme: Der Gewalttätige ist dauerhaft dement.//

Es gibt weit mehr Ausnahmen.
Und jeden von uns, kann es schon in der nächsten Stunde treffen. Hirntumore oder schwere Gehirnentzündungen können je nachdem, welche Hirnregionen betroffen sind, zu unberechenbarem (auch aggressivem) Verhalten führen.

@Jochen Peter 14:53

Wenn Sie sogar eine Dissertation darüber geschrieben haben ist Ihnen doch auch klar, dass Suchtkranke eben Kranke sind, die eben, wie der Name ja schon sagt - süchtig sind.

Der Grund für diese Sucht ist doch nicht einfach weg, weil man einen Entzug gemacht hat. Jeder Raucher (ich eingenommen) der schon mal aufgehört hat zu Rauchen weiß ganz genau um seine Sucht und auch ich (einfach nur dumm) habe nach 9 Jahren nichtrauchen wieder angefangen. Einmal "Suchti" immer "Suchti" und Menschen dann zu verurteilen und gleich aus dem Sozialsystem zu werfen weil sie eben menschliche Schwächen haben, das geht mir dann doch zu weit.

@Johanna Rapp, 13:18

"Und das wir nur fürs Geld Leben und den Konsum und den Egoismus als unsere Götzen verehren, dass lassen wir uns als FREIHEIT vorspiegeln"

Das wirft - zumindest bei allen, auf die dies zutrifft - die Frage auf: Von wem?

"Menschen in sozialen Berufen stehen im Rechenspiel der Radikalen Marktwirtschaft gaaaaanz unten"

Weil sie darin ein "Kostenfaktor" sind.

"So traurig ist das"

Finde ich auch.

...ttestEineMeinung @14. September 2021 um 12:09 von Margitt.

"Alkohol, Drogen und/oder psychiatrischer Ausnahmezustand sind kein Rechtfertigungsgrund für Gewalt gegenüber Pflegepersonal.
Ich wäre daher voll dafür, dass derartige Gewalt hart bestraft wird und dass man keine verminderte Schuldfähigkeit dabei berücksichtigt.
Ausnahme: Der Gewalttätige ist dauerhaft dement." [sic
!]

Ich denke nicht, dass man das so einfach sehen kann, oder hier anders urteilen weil Straftaten sich gegen Menschen richten, die berufsmässig helfen.

Ich werde nie vergessen, dass ich, im Aufwachen nach einem Alptaum, um mich geschlagen habe, weil jemand meine Schulter anfasste und nach mir sehen wollte, weil ich so unruhig schlief.
Da war weder Alkohol noch Drogen im Spiel, aber bis heute ist das für mich so ziemlich das peinlichste, das mir je passiert ist.

Auf der anderen Seite erzeugen Alkohol und Drogen zum Teil dauerhafte Demenz und es gibt psychische Störungen, die eigentlich friedliche Menschen ausrasten lassen.

Das Pflegepersonal kann ihnen das bestätigen!

@15:07 von werner1955

//von FritzF @
Ihre Bezeichnungen und Wortwahlen kann ich nur als widerlich empfinden.
Mir ist nie klar wie die „röter“ Kommentare beurteilen.//

Kein Grund zur Aufregung. Wenn mich nicht alles täuscht hatte kürzlich eine junge, sehr eloquente Altenpflegerin Herrn Spahn vorgeworfen, dass man seitens der Politik die Menschen in diesem Beruf als Verschleißartikel betrachtet bzw. dass man sich so fühlt. Ganz falsch ist diese Einschätzung sicher nicht.

17:16 von Anna-Elisabeth: Abgrenzung ggf. nötig

Sicher gibt es eine Reihe von neurologischen/psychiatrischen u. auch internistischen Krankheiten, die -unverschuldete- Ausnahmezustände zur Folge haben.
Ich meinte in meinem Kommentar aber die sonst eher gesunden Menschen.
Wenn jemand z. B. betrunken ist, aber im nicht trunkenen Zustand voll zurechnungsfähig ist, so müsste man ihn bei Gewaltanwendung gegen Pflegepersonal belangen können.
Denn würde er z. B. betrunken Auto fahren, wird er auch bestraft, wenn er jemanden verletzt oder einen Sachschaden verursacht.
Auch bei Menschen mit Drogenproblemen würde ich das ähnlich sehen.
Wenn jemand eine chronische Krankheit mit Veränderungen im Gehirn hat, wäre das anders zu sehen.
Vielleicht wäre das bei einem chronischen Alkoholiker auch im Endstadium der Fall. Denn dieses Endstadium ist wie eine Demenz u. man muss ihn dann den Dementen gleichstellen.
Abgrenzungen sind da sehr schwer möglich.
Es wird in der Praxis daher wohl zu wenig auf die Rechte der Pfleger geachtet werden - leider!

@16:37 von Margitt. 12:58 von frosthorn:

//Natürlich soll man einen alkoholsierten Menschen oder einen Drogensüchtigen, wenn er med. Hilfe benötigt, behandeln.
Wenn er aber andere dabei verletzt, dann sollte eine Anzeige postwendend erfolgen.//

Teilweise erfolgen solche Anzeigen auch. In der Regel hat das aber keinen Sinn, weil der Patient zum Tatzeitpunkt ja nicht zurechnungsfähig war. Bei ernsthaften Verletzungen dennoch sinnvoll, weil dann die Frage geklärt werden muss, welche Versicherung zahlt. In Notaufnahmen werden die Kollegen von der Security aber öfter(s) mal gerufen.

...ttestEineMeinung @Es ist erschreckend wieviel alkoholkranke

"Es ist erschreckend wieviel alkoholkranke Menschen wir in Deutschland haben und wenn jemand meint, er müsse trotz Präventionsmaßnahmen weiter trinken, darf eben dann nicht mehr auf ärztliche Hilfe hoffen. Es kann nicht sein, dass man sich im eigenen Leben verpflichtet hat, anderen zu helfen, aber dann von denjenigen angegriffen wird, die sich nicht daran halten. Es muss hier ein Umdenken stattfinden." [sic!]

Sie schreiben, sie hätten unter anderem zum Thema "Alkoholismus" promoviert.

In dem Zusammenhang verwundert mich ihre Aussage, die so klingt, als seien Alkoholiker schlicht charakterschwache Menschen und müssten sich einfach nur entscheiden mit dem Trinken aufzuhören.

Meinen sie das wirklich ernst?

Immerhin sprechen sie selbst von "Alkoholkranken", also Menschen, bei denen die rationale Entscheidungsfähigkeit in Bezug auf das Trinken von anderen Automatismen überlagert wird.

Ohne Arbeitsrechtler oder

Ohne Arbeitsrechtler oder auch nur Jurist zu sein bin ich ganz sicher, dass kein Arbeitnehmer in D verpflichtet werden kann, sich wehrlos Gewalt auszusetzen oder sich beleidigen zu lassen, ganz gleich durch wen.
Falls dies geschieht, würde ich mich - zB als Pflegekraft - sofort von diesem Menschen zurückziehen und mich der nächsten hilfsbedürftigen Person zuzuwenden.
Es liegt dann am Arbeitgeber, die Gefahr für mich zu beseitigen, ansonsten der Gefährder eben nicht behandelt werden kann.
Jedenfalls nicht von mir.

...ttestEineMeinung #Es gibt keine einfache Lösung...

... für dieses Problem.

Mit Menschen in Ausnahmesituationen umzugehen war und ist Teil des Berufs.

Auch die Gewalt war schon immer Produkt dieser Situationen - heute wird sie zumindest stärker wahrgenommen.
Und es ist gut, dass darüber gesprochen wird.

Nicht jeder, der um sich schlägt, tut das mit Absicht oder Berechnung, aber in dem Fall haben wir ein Strafrecht.

Generell muss man sich Gedanken machen um personelle Ausstattung, damit Pflegekräfte mit bedrohlichen Situationen nicht allein umgehen müssen.

Ausbildung ist wichtig - Deeskalation, Vermeidung von Situationen in denen verwirrte oder demente Menschen agressiv werden können, aber auch Abwehrtraining und regelmässige Supervision.

Und generelle Wertschätzung der Patienten:

Wer ständig auch verbales "Bashing" erlebt, weil Patienten mit der Versorgung allgemein unzufrieden sind, kommt mit den wenigen körperlichen Attacken viel schlechter klar.

Sein wir so freundlich zu Pflegekräften sein, wie es für uns selbst auch wünschen

@Kokolores2017, 16:03

"Wenn man von klein auf keinen Respekt beigebracht bekommen hat und später nicht selbst drauf gekommen ist, dass der im Zusammenleben die erste Notwendigkeit ist, dann muss man ihn per Konsequenzen lernen: Leute, die gewalttätig werden, noch dazu in Krankenhäusern und anderen Helfereinrichtungen, Leute, die mit dem Smartphone auf Unfallopfer halten, statt zu helfen oder wenigstens Platz zu machen für Hilfskräfte, Leute - jeder Herkunft - die rassistisch oder sexistisch ausfallend werden, gehören strafverfolgt"

Natürlich muss ein solches Verhalten strafrechtliche Konsequenzen haben. Ich bezweifle nur, dass die viel ausrichten bzw. am Grund des Übels ändern werden.

"Woraus besteht denn das System? Aus uns allen"

Ja eben, das sage ich doch immer. Also liegt es auch in der (eigenen) Verantwortung jedes Einzelnen, ob es funktionieren kann.

Ich kann so ein Verhalten

nicht verstehen.Werde im Oktober mal wieder das Krankenhaus aufsuchen. Ich bin jedesmal Dankbar für die Pflege des Personal das mir angedient wurde. Beim Abschied füttere ich dann immer das Trinkgeld Schwein.

Gewalt gegen Pflegekräfte: Treten, schlagen, spucken....

Arbeitsbedingungen und Verhältnisse die nicht mehr akzeptabel sind. Wie lange Pflegekräfte da noch still halten ? Eine nicht gerade überzeugende Bezahlung, Wechselschicht und dann auch noch Gewalterfahrungen für vier von fünf Beschäftigten. Eigentlich müsste die Gewerkschaft in Aktion treten.....

18:08 @ BILD.DirEinDuHä...

Mich haben die Äußerungen zu alkoholkranken Menschen auch irritiert.

Sucht ist eine Krankheit, die man nur zurückdrängen ksnn indem man trocken bzw. clean bleibt.
Der körperliche Entzug dauert mindestens 3 Wochen bei Alkohol, bei Medikamenten oder Drogen länger. Dann erst hat der Körper die Stoffe abgebaut, jedoch nach wie vor ein Gedächtnis für diese Stoffe. Letzteres bleibt für immer und ist beim erneuten Griff nach den Suchtmitteln wieder aktiv, bei manchen ganz schnell, bei manchen dauert es ein bisschen länger.

Wenn sich alles im Hirn nur noch um den Suchtstoff dreht, werden die Leute aggressiv, wenn sie befürchten, nicht mehr ranzukommen.

Als Erklärung, nicht als Rechtfertigung.

Am Schlimmsten finde ich, wenn Angehörige von Patienten aggressiv werden, diese sollten sich im Griff haben und nicht besserwisserisch mit dem Pflegepersonal oder Ärzten umgehen.
Das findet man auch bei der ambulanten Pflege.

Leider.

@18:56 von schiebaer45

//Ich bin jedesmal Dankbar für die Pflege des Personal das mir angedient wurde. Beim Abschied füttere ich dann immer das Trinkgeld Schwein.//

Das sollte man bei allem Übel tatsächlich nicht unerwähnt lassen, dass sehr viel Patienten auch sehr dankbar sind. Das ist es ja auch, was viele zum Durchhalten veranlasst.

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