Ihre Meinung zu: Afghanistan-Abzug: US-Verteidigungsminister räumt Fehler ein

28. September 2021 - 19:05 Uhr

"War es perfekt? Nein, natürlich nicht": Beim Afghanistan-Abzug haben die USA Fehler gemacht - das hat Verteidigungsminister Austin eingestanden. Zugleich warnte er vor einer neuen Gefahr durch IS und Al Kaida.

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Kommentare

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung - und die Bereitschaft,

Fehler zuzugeben ein Zeichen offenen Entgegenkommens und somit Voraussetzung für Glaubwürdigkeit

Und damit auch des Vertrauens, das unabdingbare Voraussetzung für eine konstruktive Zusammenarbeit bei der Suche nach einer für alle befriedigenden bzw. nachhaltigen Lösung der ebenso zahlreichen wie komplexen gemeinsamen(!) Probleme ist.

Bezüglich der Möglichkeiten Afghanistans

waren die US-Präsidenten Carter und Reagan realistisch. Ihre Amtsnachfolger nicht.

Der Realismus führte zum Sieg. Die Naivität der Amtsnachfolger, wenn auch gut gemeint, natürlich zur Niederlage.

Das Problem war ...

... Donald Trump, der ohne jegliches diplomatisches Gespür in direkte Verhandlungen mit den Taliban eingestiegen ist und sich von denen vollkommen hat übern Tisch ziehen lassen.

"Sieg" war Sieg der Islamisten.

@20:31 von État DE gauche
Natürlich hatten sie EIN Ziel erreicht, die Sowjetunion ins Chaos zu stürzen. Aber um den Preis, die Basis für Al Kaida und ISIS geschaffen zu haben.
Brzezinski meinte, das sei es wert. Heute werden vielleicht auch die USA anfangen, darüber anders zu denken.

Die Korruption unterschätzt

Er räumte ein, man habe das Ausmaß der Korruption und der schlechten Führung auf der afghanischen Seite nicht erkannt. Auch habe man nicht gesehen, dass die Vereinbarung von Doha mit den Taliban die afghanischen Streitkräfte demoralisiert habe.

Die Korruption und das Stammesdenken in Afghanistan sind wirklich himmelschreiend. Menschliche Werte wie Fairness, Zuverlässigkeit, Treue, Demokratie spielen fast keine Rolle.

@20:37 von Anatoliy Chepiga

"Das Problem war ..., ... Donald Trump, der ohne jegliches diplomatisches Gespür in direkte Verhandlungen mit den Taliban eingestiegen ist und sich von denen vollkommen hat übern Tisch ziehen lassen."

Ach ja. Wenn man das so genau beurteilen kann war doch die Niederlage der Afghanen absehbar und man hätte die Hilfskräfte rechtzeitig abziehen müssen. Und tatsächlich war es absehbar wenn man den Streitkräften der afghanischen Armee zugehört hätte, die schon längst ihren Unmut bekundeten, besonders nach dem Nacht und Nebel Abzug des US-Militärs, den Biden zu verantworten hatte.
Dazu kommt natürlich noch ein Versagen der Dienste hinsichtlich Unkenntnis über die Kapitulations-Verhandlungen der Taliban mit den Regionen, die bereits vor dem Einmarsch stattfanden.

@ 20:46 von krittkritt

Alle US-Präsidenten, die sich Afghanistan engagiert haben, taten dies mit der Absicht die dort zur jeweiligen Zeit gefährlichsten antizivilisatorischen Kräfte zu besiegen.

Brzezinski meinte, das sei es wert.

Was ja auch stimmt. Eine Bedrohung, zivilisatorisch auf dem gleichen Niveau wie dem der Taliban, wurde besiegt und beseitigt.

Heute werden vielleicht auch die USA anfangen, darüber anders zu denken.

Über das US-Vorgehen in Afghanistan ab 2001, sicherlich.

Über das Vorgehen von Carter und Reagan, das mit zur Befreiung hunderte Millionen Menschen führte, sicherlich nicht.

@ krittkritt

Natürlich hatten sie EIN Ziel erreicht, die Sowjetunion ins Chaos zu stürzen. Aber um den Preis, die Basis für Al Kaida und ISIS geschaffen zu haben.

Die Sowjetunion ist 1989 in Afghanistan gescheitert und hat sich 1991 aufgelöst.
Al Kaida hat sich um 1995 gegründet und ISIS wurde mit Hilfe des syrischen Geheimdienstes etwa um 2003 im Irak gegründet.
Ihre Aussage passt also nicht.

Brzezinski meinte, das sei es wert. Heute werden vielleicht auch die USA anfangen, darüber anders zu denken.

Da haben Sie Brzezinski ja völlig missverstanden.

Blame Game

Loyd Austin schiebt eigentlich alles auf die Afghanen: die Taliban wollten ab dem 1.9. nicht mehr mitspielen, auf Regierungsseite sei die Korruption zu groß gewesen, und die Führung zu schlecht. Und die afghanischen Streitkräfte seien vom Doha-Abkommen demoralisiert worden.
Da konnte der Abzug ja nicht so ganz perfekt werden.

@20:31 von État DE gauche

>> Bezüglich der Möglichkeiten Afghanistans
>> waren die US-Präsidenten Carter und
>> Reagan realistisch.
>> Der Realismus führte zum Sieg.
Ähh, radikale Islamisten mit Panzerfäusten u.ä. auszurüsten "führte zum [Pyrrhus-]Sieg"? oO

>> Ihre Amtsnachfolger nicht.
Sie meinen die "Naivität" von Georg Bush sen., Georg W. Bush und Donald J. Trump? -.-

@20:57 von Olivia59

>> besonders nach dem Nacht und Nebel
>> Abzug des US-Militärs, den Biden zu
>> verantworten hatte.

Sie haben Joe Biden mit Donald J. Trump verwechselt. -.-

Respekt

Der Einsatz speziell der Amerikaner in Afghanistan hat zweierlei deutlich gemacht:
Zum einen hatten sie für Millionen Menschen selbstverständliche iund dennoch neue Freiheiten gebracht. Er dies bisher übersehen haben mag, möge sich die aktuellen „Rückführungen“ dieser Freiheiten betrachten...
Zum zweiten hat sich - leider erwartbar - auch gezeigt, dass die Unterdrückung von Unterdrückern zu einem Überdruck gerade bei diesen Unterdrückern führt. Einfacher: Druck erzeugt immer Gegendruck!

Der Ausweg aus diesem Dilemma ist weder das hier wiederholt geforderte „Kopf in den Sand“ stecken noch ein verstärkter Militäreinsatz nach dem Motto „Mehr hilft mehr“.

Gefragt ist vielmehr ein - wie ich es nenne - „begleiteter Ausstieg“ aus der Unterdrückung. Und zwar sowohl für die Unterdrücker wie auch für die Unterdrückten.

Das ist nicht einfach, aber auch nicht so schwer, wie es manch einem scheinen mag. Man braucht Zeit, Konsequenz, Geduld und vor allem eine Perspektive.

Und: Es wirkt sofort!

@21:26 von saschamaus75

"Olivia: >>besonders nach dem Nacht und Nebel Abzug des US-Militärs, den Biden zu verantworten hatte.<<

Sie haben Joe Biden mit Donald J. Trump verwechselt. -.-"

ich sprach natürlich von Art der Ausführung des Abzugs.

@20:59 von État DE gauche

>> Alle US-Präsidenten, die sich Afghanistan
>> engagiert haben, taten dies mit der
>> Absicht die dort zur jeweiligen Zeit
>> gefährlichsten antizivilisatorischen Kräfte
>> zu besiegen.

Also, die Warlords mit deren Mohnplantagen bekämpfen? Ach nein, DAS haben ja zuerst die RoteArmee und danach die Taliban gemacht.

Hatte die USA im Kampf gegen die RoteArmee nicht die Mudschaheddin unterstützt?

Hatte die USA im Kampf gegen die Taliban nicht die Warlords unterstützt? Nur Photos von GIs in Mohnfeldern wegzensiert?

Ist doch alles(!) recht übersichtlich. -.-

Am 28. September 2021 um 20:59 von Antonio Pedron

Falsch , al Qaida wurde am 11 August 1988 Gegründet. Der Abzug der russischen Truppen begann in Mai.
Worauf die Führer der "arabischen Afghanen , zu ihn gehörte Bin Laden beschlossen den Kampf gegen Ungläubige, speziell USA fortzuführen.
Auch die Gründung v Isis stimmt nicht, schon gar nicht, das es vom syrischen Geheimdienst gegründet wurde. ISIS existierte vie länger als selbstständiger Ableger von Al Qaida. Der Begründer und maßgeblicher Ideologiegeber war ein Jordanier. Der Name ISI entstand als man den irakischen Sunniden versprach sie vor Schiiten zu beschützen. Als der Aufstand in Syrien begann schickte der neue Anführer ein Iraker die syrischen Kämpfer zurück nach Syrien Der wahre Anführer der ISIs war aber zu dem Zeitpunkt ein Ägypter.
Kann man alles nachlesen u.a. bei der bpb und an hochwertigen Forschungsartikel auf Islamforschung spezialisierter Universitäten und Institut

@21:33 von Olivia59

>> ich sprach natürlich von Art der
>> Ausführung des Abzugs.

Sie meinen, das diplomatische Trümmerfeld, daß Trump in Afghanistan hinterlassen hat, innerhalb eines halben Jahres aufzuräumen und bestehende (Trump-)Verträge zu brechen? oO

Die afghanische Armee ist nicht

zusammengebrochen, sie stehen nach dem Abzug nur auf einer neuen PayRole.
Nach 20 Jahren Kampf gegen Terrorismus ist der Terror zu/nach Hause angekommen/geflüchtet und auch in Afghanistan wieder zu Hause.

@ Olivia59

@ Olivia59:
besonders nach dem Nacht und Nebel Abzug des US-Militärs, den Biden zu verantworten hatte.

@ saschamaus75:
Sie haben Joe Biden mit Donald J. Trump verwechselt. -.-"

@ Olivia59:
ich sprach natürlich von Art der Ausführung des Abzugs.

Die @saschamaus75 allerdings auch.

21:50, FritzF

>>Die afghanische Armee ist nicht
zusammengebrochen, sie stehen nach dem Abzug nur auf einer neuen PayRole.<<

Dann hoffe ich nur, daß die neue Payroll zuverlässiger als die alte ist. Was aber eher unwahrscheinlich ist.

>>Nach 20 Jahren Kampf gegen Terrorismus ist der Terror zu/nach Hause angekommen/geflüchtet und auch in Afghanistan wieder zu Hause.<<

Der Terror war die ganzen zwanzig Jahre nie weg. Es gab ständig Anschläge in Afghanistan. In einer Frequenz, die für uns Europäer gar nicht vorstellbar ist.

21:46, Magic.fire

>>Auch die Gründung v Isis stimmt nicht, schon gar nicht, das es vom syrischen Geheimdienst gegründet wurde. ISIS existierte vie länger als selbstständiger Ableger von Al Qaida. Der Begründer und maßgeblicher Ideologiegeber war ein Jordanier. Der Name ISI entstand als man den irakischen Sunniden versprach sie vor Schiiten zu beschützen.<<

Die Entstehung des IS hängt eng mit Saddam Hussein zusammen, einem sunnitischen Diktator eines mehrheitlich schiitischen Landes. Was aber nicht bedeutet, daß er sonderlich religiös gewesen wäre. Der IS ist aus seinem Geheimdienst und Militär hervorgegangen. Ein signifikanter Teil deren Führungselite wurde in Camp Bucca interniert und hat sich dort neu formiert. Eine direkte Folge des unsäglich dummen Irakfeldzugs Bush des Jüngeren. Sehr religiös waren diese Kader eigentlich gar nicht, aber plötzlich ließen sie sich Bärte wachsen und machten einen eher schlicht gestrickten, lenkbaren Zeitgenossen zum Posterboy. "Abu Bakr al Baghdadi".

Zbigniew Brzezinsky

Der Name fiel ja hier im Thread.

Es ist sehr lohnenswert, sich mit dieser mittlerweile historischen Figur zu beschäftigen.

Der Wikipediaartikel ist ein guter Einstieg.

Eine sehr vielschichtige Persönlichkeit mit einer interessanten, aufschlussreichen Biografie.

Am 28. September 2021 um 23:42 von fathaland slim

Bundeszentrale für politische Bildung als nur eine Quelle nachlesen.
Der Name den gab es erst Nach Sturz und bürgerkriegsähnliche Zustände.
Die Organisation selbst existiert wesentlich länger

21:36, saschamaus75

>>Also, die Warlords mit deren Mohnplantagen bekämpfen? Ach nein, DAS haben ja zuerst die RoteArmee und danach die Taliban gemacht.<<

Die afghanischen Mohnplantagen gab es lange bevor es Warlords gab. Mohn ist eine alte, vielseitige Nutzpflanze. Mohnkuchen und Mohnbrötchen beispielsweise werden mit den Samen genau dieser Pflanze gebacken. Wenn Kriegsparteien solche Felder niederbrennen, dann tun sie das, um der Gegenseite die Mittel zu entziehen. Ist diese Gegenseite dann besiegt, wird natürlich wieder Mohn angebaut.

23:50, Magic.fire

>>Am 28. September 2021 um 23:42 von fathaland slim
Bundeszentrale für politische Bildung als nur eine Quelle nachlesen.
Der Name den gab es erst Nach Sturz und bürgerkriegsähnliche Zustände.
Die Organisation selbst existiert wesentlich länger<<

Ihr letzter Satz stimmt so nicht. Ich empfehle Christoph Reuters Buch "Die schwarze Macht". Meiner Ansicht nach eine der besten Arbeiten zur Geschichte des IS.

Todenhöfers Buch "Inside IS" ist ebenfalls interessant.

21:00 von Sparpaket

weer hätte auch nach knapp 20 jahren ahnen können, daß die afghanischen soldaten nicht so sattelfest bei der demokratisierung mitmachen? niemand natürlich

@État DE gauche

Ihr Kommentar: "Bezüglich der Möglichkeiten Afghanistans waren die US-Präsidenten Carter und Reagan realistisch. Ihre Amtsnachfolger nicht.Der Realismus führte zum Sieg."

Von welchem Sieg sprechen Sie? Habe ich da was verpasst? Wer hat wo gesiegt?

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