Ihre Meinung zu: 15 Jahre nach Politkowskaja-Mord: "Russlands Führung kennt den Auftraggeber"

7. Oktober 2021 - 7:50 Uhr

Vor 15 Jahren wurde die russische Investigativjournalistin Anna Politkowskaja ermordet. Ihr Weggefährte Sokolow von der "Nowaja Gaseta" spricht über die verschleppte Aufklärung der Tat - und die Gefahren, denen Kollegen heute ausgesetzt sind.

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Russlands Führung kennt den Auftraggeber

Russlands Führung kennt den Auftraggeber. Bedauerlich dass keine demokratischen Verhältnisse in Russland eine Chance haben. Dabei wäre Russland für die EU ein idealer Partner so wohl in der Wirtschaft der Energieversorgung und in der Wissenschaft. Diese Diktatur verhindert auch in Russland einen Wohlstand für die breite Mittelschicht nur einzelne Oligarchen horten das Geld und sind interessiert das sie Ihre Pfründe nicht mit Ihrer Bevölkerung teilen müssten.

Korruptes, verdorbenes politisches System der Herrschenden

Putin, seine Hofschranzen und die amtierenden pseudodemokratischen Fürsten in den unteren Gouvernements sind das akute Problem einer an sich auf gutem Wege gewesenen russischen Umstrukturierung. Wer aber meint, man setzt einen ehemaligen Geheimdienstmann auf den obersten Posten als Präsident und alles läuft von selbst zum Besseren, hat seit Jahren den Beleg, wie falsch und überzogen diese Erwartung war. Sehe ich die Jahre russischer Geschichte unter faschistoiden Herrschaftszeiten, haben sich die Methoden wenig im Kern geändert- nur das demokratische Deckmäntelchen gaukelt Leuten Mitbestimmung vor. Wird die Lupe rein geputzt, ist dieser Demokrat mit seiner Partei eine rückwärtsgewandte, Oligarchen und Neureiche versorgende Schicht Nassauer. Man melkt den Staat, hintertreibt demokratische Werte, sorgt für sich selbst und lässt weder Kritik noch Opposition noch Freiheiten zu. Das Straflager, politische Morde- von Sacharow bis Politkowskaja reicht das Album der Opfer. Was für ein System!

Ein Mord erschüttert die Welt- sie dreht sich weiter

Man hat überhaupt keine Handhabe gegen Russland, wenn in oder von diesem Land politische Morde und Attentate ausgehen. Ein Träumer, wer da glaubt, die russische Führung ist nicht im Bilde. Die Kanäle und Verschachtelungen von Auftraggebern und Tätern mit Regierungskreisen sind keine Neuigkeit. Mit dieser Methode lebt man gut, tarnt sich mit eisigem (Ver)Schweigen und Anonymität. Eher sportlich zu sehen, wenn man irgendjemanden aus dem Hinterzimmer anweist, auf Menschenjagd zu gehen. Und wenn man die Justiz daran hindert, sicherlich nicht offensichtlich und transparent, Ermittlungen und Täter vorzuweisen, dann liegt dem Kreml an diesem Prozess. Alle sind irgendwie verstrickt, denn das System baut auf Gegenseitigkeiten und Abhängigkeiten- Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Das wird in vielen Variationen knallhart durchgezogen. Wenn man nicht in der Öffentlichkeit an die Mordopfer erinnern würde, wäre auch hier Grabesruhe und Vergessen sehr willkommen in Russlands Kreml-Kreisen.

Re : Treualp1 !

Ich denke auch, dass die russische Führung die eigentlichen Täter kennt und schützt. Und leider ist es nur eine kleine Schicht, die wie auch in anderen Staaten, den Takt der Unterdrückung und der Selbstbereicherung vorgibt.
Aber nicht nur in Russland ist dies so, sondern noch einigen anderen Ländern, wo von einigen Wenigen der Machtmissbrauch und die Gewinnmaximierung oberste Priorität hat !
Die eigene verblendeten Ideologien und das verderbende Geld waren schon immer eine sehr große Triebfeder für all diese unseligen Vorgänge, die leider in vielen Ländern gang und gäbe sind. Auch jetzt wieder ersichtlich durch die Pandora- Papers, aber auch dem Unwillen von etlichen Staaten, die nicht gewillt sind, einheitliche Gesetze gegen jede Art von Steuerflucht, Steuerbetrug und Geldwäsche zu erlassen, und zu unterbinden. Dabei könnten mit all dem Geld vielen Menschen nachhaltig geholfen werden. Nur die Habsucht und Gier steht dabei im Weg !

Re : Sir Taki !

Nicht nur in Russland ist dies so, sondern auch allgegenwärtig in China, wo immer wieder mal Menschen verschwinden, mit mehr als fragwürdigen Vorwürfen. Sollte sie noch leben, dann irgend wo in einem Gefängnis, für nichts !
Es gab ja mal dieses Massaker in Peking, wo bis heute darüber geschwiegen wird, keiner die genauen Zahlen kennt, und jede Person verfolgt wird, die eine Aufklärung fordert. Das ist das System in diesen Ländern !
Was aber echt noch schlimmer ist, und die ganze Heuchelei, fehlende Moral und jeglicher fehlende Anstand zeigt, sind all die Länder und Konzerne, die mit solchen skrupellosen Staaten Geschäfte machen, ja sogar über viele Jahre schon schweigen, gute Beziehungen pflegen, zu viele Bereiche dort hin verlegten, nur um Kohle zu scheffeln.
Egal ob Christen oder Muslime, für alle zählt zuerst das Geld, und an letzter Stelle der Mensch !

und die Gefahren, denen Kollegen heute ausgesetzt sind.

Diese Risiken haben auch alle andern Bürger ob im Kaufhaus oder auf dem Weihnachtsmarkt.

Der kleine Unterschied ist das die Jornalisten dafür noch bezahlt werden und sich dieses zusätzlich persönlich Risiko selbst ausgesucht haben.

Alle Bürger haben oft durch Steuerzahlungen die Täter noch mit alimentiert.

Informationskrieg

Während in Russland (regierungs)kritische Medien bekämpft werden, nutzt der russische Staat seine eigenen Medien für den Informationskrieg gegen den Westen. Kürzlich war hier auf der Tagesschau die Anschuldigung gegen die deutsche Regierung, weil Youtube den RT-Kanal wegen Desinformation bezüglich Covid19 gesperrt hat.
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/rtde-youtube-101.html

Aber was bringt es dem russischen Staat. Weder der Lebensqualität der russischen Bürger, der Wirtschaftskraft des Landes noch dem dem Entwicklungsstand des Landes ist es gedient, wenn kritische Medien unterdrückt werden.

@09:52 von Traumfahrer

"Was aber echt noch schlimmer ist, und die ganze Heuchelei, fehlende Moral und jeglicher fehlende Anstand zeigt, sind all die Länder und Konzerne, die mit solchen skrupellosen Staaten Geschäfte machen, ja sogar über viele Jahre schon schweigen, gute Beziehungen pflegen, zu viele Bereiche dort hin verlegten, nur um Kohle zu scheffeln.
Egal ob Christen oder Muslime, für alle zählt zuerst das Geld, und an letzter Stelle der Mensch !"

Was wäre denn die Alternative? Wollen Sie sich vor 2/3 der Welt isolieren weil wir denen 75 Jahre in der Menschheitsgeschichte voraus sind? Zumindest aktuell, wir haben´s ja schonmal doller getrieben, in imperialen Zeiten.

09:58, werner1955

>>und die Gefahren, denen Kollegen heute ausgesetzt sind.
Diese Risiken haben auch alle andern Bürger ob im Kaufhaus oder auf dem Weihnachtsmarkt.

Der kleine Unterschied ist das die Jornalisten dafür noch bezahlt werden und sich dieses zusätzlich persönlich Risiko selbst ausgesucht haben.

Alle Bürger haben oft durch Steuerzahlungen die Täter noch mit alimentiert.<<

Ja, es passieren jeden Tag Verbrechen. In Deutschland zum Glück weniger als in anderen Ländern. Aber jedes Verbrechen ist natürlich eins zu viel. Und sicherlich, zahlreiche Verbrecher haben staatliche Leistungen bezogen.

Aber Auftragsmorde? Denen fallen Menschen eher selten zum Opfer. Und dann zu sagen, selbst schuld, man hat sich den Beruf des Journalisten ja selbst ausgesucht und wird dafür bezahlt, das ist für mich der Gipfel der Verachtung dieses Berufes. Man könnte es auch glühenden Hass nennen.

@ 09:58 von werner1955

Ihrem Kommentar stimme ich größtenteils zu.

"""Der kleine Unterschied ist das die Jornalisten dafür noch bezahlt werden und sich dieses zusätzlich persönlich Risiko selbst ausgesucht haben."""

Aber da unterschätzen Sie wie wichtig eine unabhängige 4. Gewalt ist.
Fehlt es an dieser journalistisch-aufklärenden Kontrolle gegenüber den Mächtigen, so entstehen gerade die schrecklichen Zustände, die Sie und ich kritisieren.

Wenn Russland europäsich wäre

wäre Russland die Führungskraft in der EU. Wäre Russland weltoffen, demokratisch, tolerant, weniger orthodox und ultrakonservativ bis rechtsextrem, ja dann wären es goldene Zeiten für Russland und für ganz Europa. Davon bin ich überzeugt. Aber leider sprechen alle Taten der Führung, alle Strukturen und alle bisherigen soziologischen Entwicklungen eine eindeutig und exakt gegensätzliche Sprache.

werner1955

Ich danke Ihnen für Ihre geschickt kaschierte Hetze gegen Journalisten und Muslime. Übersetzt: Journalisten sind selber Schuld, wenn sie wegen ihrer Arbeit sterben. Die Vernichtung der eigenen Existenz wird schließlich in der Stellenbeschreibung mit aufgeführt. Dafür werden schließlich Journalisten sogar finanziell entschädigt. Bürger sterben dagegen durch islamistischen Terror durch Muslime, die staatliche Unterstützung wie Hartz4 erhalten. Die Bürger erhalten dagegen keinen finanziellen Ausgleich. Das ist meiner Meinung nach rechte Ideologie verpackt in verschwurbelten Formulierungen, um nicht gegen die Kommentargregeln zu verstoßen. Ihr Kommentar trägt nichts zur Diskussion zu diesem Thema bei und provoziert nur auf emotionaler unsachlicher Ebene. Journalisten wollen einfach ihrer Arbeit nachgehen. Die Bedrohung ihrer Existenz und ihrer Arbeit durch den Staat ist eine Realität in vielen Ländern. Hinnehmen sollten wir das nicht. Ich habe großen Respekt vor solchen Journalisten.

@10:36 von Eislöwe

"Wenn Russland europäsich wäre wäre Russland die Führungskraft in der EU. Wäre Russland weltoffen, demokratisch, tolerant, weniger orthodox und ultrakonservativ bis rechtsextrem, ja dann wären es goldene Zeiten für Russland und für ganz Europa."

Meinen Sie wirklich, dass die Integration Russlands als "Führungskraft" in Europa bestimmte europäische Staaten oder gar die USA zugelassen hätten?
Friedman und Brzezinski fanden dazu jedenfalls klare Worte.

Re : Olivia59 !

Solange die demokratischen Länder, auch D, nicht wirklich sich voll und ganz für die Menschenrechte, die Meinungsfreiheit und Pressefreiheit, wie auch die Rechte aller Frauen und Mädchen einsetzen, sondern immer nur so tun, wird sich nichts ändern. Das Einzige, was in der "freien Welt" etwas besser ist, dass so manche Skandale eher ans Licht kommen, egal ob Missbrauch, oder sonst sehr unlautere Praktiken, ist noch nicht alles verloren.
Die ganzen Ideologien und Macht- Phantasien sind doch die großen Auslöser für so viele Ungerechtigkeiten, Ungleichheiten, Diskriminierungen und Diffamierungen, weil es Menschen sind, die ihren Wahn leben wollen, auf Kosten von Vielen, die sich unterordnen müssen. Die Oberen wollen angeblich immer nur das Beste, leider nur für sich, ihren unseligen Vorstellungen folgend. Und dies ist überall zu sehen, auch in D.

@ um 10:36 von Eislöwe

„Wenn Russland europäisch wäre, …“
Ca 25% des russischen Staatsgebietes liegen definitiv in Europa.
Damit besteht Europa zu ca 30% aus Russland.
Und davon wird keine einzige Maus auch nur einen weiteren Faden abbeißen.
Wenn der Rest Europas seine überdenkenswerten Beziehungen zu den USA überwunden haben wird, wird es noch gute Zeiten für Europa und Russland geben. In Zusammenarbeit mit China sicherlich auch für die ganze Welt.
Es sei denn, die USA werden dann panisch. Dann kann es auch ganz mies werden für alle.

@10:59 von nie wieder spd

„Wenn der Rest Europas seine überdenkenswerten Beziehungen zu den USA überwunden haben wird, wird es noch gute Zeiten für Europa und Russland geben. In Zusammenarbeit mit China sicherlich auch für die ganze Welt.“

… und wenn sie nicht gestorben sind (oder werden) leben dann alle (außer den bösen USA) in einer glücklichen Diktatur.
So hat jeder seine ganz speziellen Träume …

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In den USA ebenfalls Morde. in D. massive Arbeitsbehinderung.

Das Vorgehen gegen kritische Journalisten und deren Informanten gibt es leider in fast allen Ländern.
In den USA wurde der Demokrat Seth ermordet in Washington. Ein angeblicher Raubmord. Obwohl der/die Täter weder Geld noch Papiere mitgenommen haben. Seth hatte Wikileaks die brisanten Informationen über Vorgänge bei den Demokraten übergeben.
Assange selbst wird mit fadenscheinigen Begründungen - Fälschungen der schwedischen Polizei, als das aufflog nachgeschobene Begründungen - gefangen gehalten.

In Bayern hatte u.a. die Süddeutsche Zeitung berichtet, wie ein investigativer Journalist, der im CSU-Spendensumpf (Schottdorf-Labor-Affäre) ermittelte, durch immer neue Prozesse des spendenden CSU-Millionärs am Arbeiten gehindert wurde. Schottdorf hat zwar alle Prozesse verloren. Aber der Jounalist - meiner Erinnerung nach Denk - musste sich persönlich um die Auseinandersetzungen kümmern, da er sich nicht teure Anwälte leisten konnte wie sein Gegner.

von Traumfahrer 09:52

Das ist alles so eine Sache. Vielleicht können Sie sich daran erinnern, wie sich vor drei Jahrzehnten das Oligarchensystem herausbildete (ursprüngliche Akkumulation). Da gab es 1993 auch noch die Beschießung des Parlaments. Staatsbankrott und Inflation. Von hier aus wurde das alles als "Reformen" gelobt. Ja, fehlende Moral.

@10:57 von Traumfahrer

"Die ganzen Ideologien und Macht- Phantasien sind doch die großen Auslöser für so viele Ungerechtigkeiten, Ungleichheiten, Diskriminierungen und Diffamierungen, weil es Menschen sind, die ihren Wahn leben wollen, auf Kosten von Vielen, die sich unterordnen müssen. Die Oberen wollen angeblich immer nur das Beste, leider nur für sich, ihren unseligen Vorstellungen folgend. Und dies ist überall zu sehen, auch in D."

Das berührt die menschliche Natur, was Sie da sagen. Interessanter Zugang zum Thema. Hierarchien sind für das Funktionieren von Gesellschaften unabdingbar, aber sie tendieren dazu zu korrumpieren. Da helfen nur Kontrollmechanismen, die in westlichen Demokratien tatsächlich noch am besten ausgeprägt sind.
Doch auch hier versucht Macht sich Beinfreihheit zu verschaffen. So ein statement von Clinton zu Assange verrät da viel. "Can't we just drone this guy?" Wohl nur ein Scherz weil sie sich über die Kontrolle bewusst ist.

10:54 von geigenzart, zu werner 1955

Danke für Ihre treffende Antwort auf diesen unsäglichen Kommentar!

10:36, Eislöwe

>>Wenn Russland europäsich wäre
wäre Russland die Führungskraft in der EU. Wäre Russland weltoffen, demokratisch, tolerant, weniger orthodox und ultrakonservativ bis rechtsextrem, ja dann wären es goldene Zeiten für Russland und für ganz Europa. Davon bin ich überzeugt.<<

Der allergrößte Teil der russischen Bevölkerung lebt im europäischen Teil Russlands.

Russland war immer ein Teil Europas. Die Sprache am Zarenhof war französisch.

Warum braucht Europa eine Führungsnation? Die EU ist, meiner Meinung nach, ein Zusammenschluss gleichberechtigter Staaten. Eine gewisse Führungsrolle wächst manchen Staaten allerdings aufgrund ihrer Wirtschaftskraft zu. Da liegt Russland allerdings, obwohl es fast doppelt so viele Einwohner hat, ein ganzes Stück hinter Deutschland.

Aber Sie haben schon Recht. Ein demokratisches, den Werten der Aufklärung verpflichtetes Russland wäre toll für Europa und würde es stärken.

Was nicht ist, kann ja noch werden.

"Russlands Führung kennt den Auftraggeber"

Ich glaube, dass Russlands Führung den Auftraggeber nicht nur kennt, sondern selbst der Auftraggeber ist. Offensichtlich soll jedem klargemacht werden, dass er sich den Interessen der Staatsführung besser nicht entgegenstellen oder sonstwie “gefährden“ sollte.

Anna Politkowskaja und unzählige andere Mitstreiter

sind die wahren Helden dieses Landes. Sie recherchieren, sie decken auf, sie berichteten - und das für einen Hungerlohn, nur der Sache wegen. Der Dank sind der eigene Tot durch das menschenverachtende Regime, zeitgleich groteske Tatsachenverdrehungen im Ausland der wenigen Putin-Jünger, die mit whataboutism und RT-deutsch-Sprech Tatsachen verdrehen, verschweigen oder schönreden wollen. Mein Mitgefühl gilt all jenen in allen unfreien und kleptokratischen Regimen wie Russland und China, Süd- und Mittelamerika, die sich gegen die Willkür der wenigen Mächtigen stellen, sich für Werte und Freiheit einsetzen. Es bleibt zu hoffen, das die Zeit jene Lügen straft, die immer noch an das Recht des scheinbar (!) Stärkeren glauben.

10:51, Olivia59

>>Meinen Sie wirklich, dass die Integration Russlands als "Führungskraft" in Europa bestimmte europäische Staaten oder gar die USA zugelassen hätten?
Friedman und Brzezinski fanden dazu jedenfalls klare Worte.<<

Vergessen Sie George Friedman. Der ist ein relativ unwichtiger Think Tank-Betreiber. Zbigniew Brzezinski ist eine ganz andere Nummer, mit dem sollte man sich wirklich etwas intensiver beschäftigen.

Zum Thema „Führungskraft“ habe ich schon weiter oben im Thread geschrieben.

09:58 von werner1955

Zitat:"Der kleine Unterschied ist das die Jornalisten dafür noch bezahlt werden und sich dieses zusätzlich persönlich Risiko selbst ausgesucht haben. "

Was für ein zynischer Kommentar!

10:59, nie wieder spd

>>Wenn der Rest Europas seine überdenkenswerten Beziehungen zu den USA überwunden haben wird, wird es noch gute Zeiten für Europa und Russland geben. In Zusammenarbeit mit China sicherlich auch für die ganze Welt.<<

Sie scheinen ja wirklich diktatorische Systeme demokratischen vorzuziehen.

Die Beziehungen zu den USA wird Europa schon deswegen nicht überwinden, weil die USA ein Kind Europas sind.

@Traumfahrer 9:52 Herrscherklasse

Ich schaue nicht auf die anderen Länder und vergleiche sie, wenn ich mich mit Russland befasse. Wir sollten uns davon trennen, immer Begründungen für das heimtückische Staatswesens eines Landes in den anderen zu suchen. Russland ist ohne Frage auf dem Weg in eine glasnost, also klare und durchsichtige Führungsweise gewesen. Wahlen, Demokratie, Justiz und Verwaltung sollten umgebrochen werden und stalinistische Grundzüge entschärft werden. Auch sollte der Kontakt zum Ausland neu ausgerichtet werden. Mit Putin ist eine verkehrte Richtung entstanden. Einerseits kommt er gegen Korruption kaum allein an, weil er den Apparat und seine Unterstützer braucht. Und weil das System marode, unsozial gebieben ist und kaum freier wurde. Politkowskaja hat versucht, das aufzudecken und anzupacken. Sie war erfolgreich, die Kritikergruppe wuchs an. Sie wollte nicht zurück weichen, weil sie an die Sache glaubte. Das war ihr Todesurteil. Geld ist dabei dem Machterhalt und Privilegien nachgeordnet.

Putins Sackgasse

Putin und die ihm ergebene Staatsapparatur haben kein Interesse an freier Berichterstattung, das ist klar.
Sie lehnen auch einen offenen Diskurs ab.
Stattdessen wird voll auf Propaganda gesetzt. Und wer freien Journalismus praktizieren will, riskiert viel.
Staatliche Gewalt als Funktion einer Elite, ethisch entkernt, nur dem Machtanspruch einer herrschenden Gruppe dienend, das ist historisch gesehen, eine Sackgasse.
Das Zarenreich und die UDSSR sind genau deshalb untergegangen.

@ 11:28 von blauer planet

Diesem Dank schließe ich mich ausdrücklich an! Es ist erschreckend, wie aus ideologischen Gründen einer Vasallenschaft zum Putin-Regime die notwendige und in manchen Staaten eben auch gefährliche Arbeit von Journalistinnen und Journalisten durch den User w... verunglimpft wird.

Am 07. Oktober 2021 um 11:19 von krittkritt

Zitat: In den USA wurde der Demokrat Seth ermordet in Washington. Ein angeblicher Raubmord. Obwohl der/die Täter weder Geld noch Papiere mitgenommen haben. Seth hatte Wikileaks die brisanten Informationen über Vorgänge bei den Demokraten übergeben.

Dazu berichtete die Welt am 18.03.2018 unter der Überschrift "Verschwörungstheorie Seth Rich":

"Wie funktionieren Verschwörungstheorien? Der Fall des Amerikaners Seth Rich zeigt es: Aus seinem ungeklärten Tod konstruierten Rechte im Netz eine Parallelwelt, in der Fakten wenig zählen. In den perfekten Sturm hineingezogen, findet die Familie in Nebraska bis heute keine Ruhe. "

Am 07. Oktober 2021 um 11:19 von krittkritt

Zitat: In Bayern hatte u.a. die Süddeutsche Zeitung berichtet, wie ein investigativer Journalist, der im CSU-Spendensumpf (Schottdorf-Labor-Affäre) ermittelte, durch immer neue Prozesse des spendenden CSU-Millionärs am Arbeiten gehindert wurde. Schottdorf hat zwar alle Prozesse verloren. Aber der Jounalist - meiner Erinnerung nach Denk - musste sich persönlich um die Auseinandersetzungen kümmern, da er sich nicht teure Anwälte leisten konnte wie sein Gegner.

Auch ein böser Millionär darf sein Recht vor Gericht suchen. Das wird dem betroffenen Journalisten allemal lieber sein, als getötet zu werden.

11:19 von krittkritt

Zitat:"In Bayern hatte u.a. die Süddeutsche Zeitung berichtet, wie ein investigativer Journalist, der im CSU-Spendensumpf (Schottdorf-Labor-Affäre) ermittelte, durch immer neue Prozesse des spendenden CSU-Millionärs am Arbeiten gehindert wurde. "

Wenn Sie das mit der Ermordung Frau Politkowskajas gleichsetzen, scheinen Sie einen etwas verschobenen Wertekanon zu besitzen. Davon abgesehen, hier geht es um Russland und Frau P. und nicht um all die anderen whats-abouts, die Ihnen noch einfallen mögen. Zu Russland verlieren Sie kein Wort, obwohl die Einschüchterung und z.T. auch physische Vernichtung der wahren Opposition dort jedem Beobachter klar sein muss. Ich erinnere an die Vergiftung und anschließende Verurteilung Nawalnys, an die Tatsache, dass fast alle regierungskritischen Organisationen entweder verboten oder zu "ausländischen Agenten" erklärt worden sind usw.

Russland, China, saudi

Russland, China, saudi Arabien...USA,.... Alle schalten Kritiker aus. Manche mit gift, manche mit Kettensägen. Andere mit Drohnen.
Ich würde mir wünschen, die anderen Morde würden ebenso benannt und kritisiert, wie die russischen.

12:02 von Bender Rodriguez

Zitat:"Ich würde mir wünschen, die anderen Morde würden ebenso benannt und kritisiert, wie die russischen."

Welche "anderen Morde" kennen Sie, die ich nicht kenne und die auch nicht in den Medien und/oder der Öffentlichkeit genauso kritisiert und verurteilt wurden wie der Mord an Frau Politkowskaja?

Tja, wie ist das nur möglich?

Es gab mal vielversprechende Gespräche zwischen EU/D und Russland. Aber statt Brücken zu bauen und damit aufstrebende Nationen einzubinden, zieht Amerika immer die Feindkarte und verhängt Sanktionen. 1. lenkt das die US-Bürger von Unzulänglichkeiten ihres eigenen Systems ab und 2. werden die betroffenen Staaten autokratisch und müssen sich zur Wehr setzen, was wiederum die These der Feindseligkeit unterstützt. 3. Leben die Bevölkerung in diesen Staaten in Knappheit und es besteht Hoffnung, dass die aufrührerisch werden. Das erhöht 4. wiederum den Druck der Staatsführungen.
.
om mani padme hum

12:10 von DeHahn

Zitat:"Es gab mal vielversprechende Gespräche zwischen EU/D und Russland. Aber statt Brücken zu bauen und damit aufstrebende Nationen einzubinden, zieht Amerika immer die Feindkarte und verhängt Sanktionen"

Selbst wenn diese Aussage stimmen würde: Was hat das mit dem Mord an Frau Politkowskaja zu tun? Oder sind vielleicht ganz geheim die USA durch ihre Politik dafür verantwortlich? Das glauben Sie doch nicht im Ernst!

11:57 von SinnUndVerstand @ 11:28 von blauer planet

Ich denke, dem user ging es außerdem um eine weitere Gelegenheit, seine Abwehrhaltung gegenüber Migration (nach Deutschland) zu äußern und seine Befürchtung, dass auf Kosten der deutschen SteuerzahlerInnen (ihn eingeschlossen) zu viele andere Menschen alimentiert werden könnten...
Das ist umso bitterer an dieser Stelle, wo an eine Journalistin erinnert wird, die sich mit ihrer Arbeit für eine gerechtere Welt eingesetzt hat.

12:02 Bender Rodriguez

"Ich würde mir wünschen, die anderen Morde würden ebenso benannt und kritisiert......."

Die anderen Morde sind nicht so wichtig, denn da waren einfach Mörder im Spiel, während in Russland immer nur einer der Mörder sein kann das ist das wichtigste an dieser Botschaft.

12:10, DeHahn

>>Es gab mal vielversprechende Gespräche zwischen EU/D und Russland. Aber statt Brücken zu bauen und damit aufstrebende Nationen einzubinden, zieht Amerika immer die Feindkarte und verhängt Sanktionen.<<

Sanktionen wurden nicht verhängt, um hoffnungsvolle Gespräche zwischen Deutschland, der EU und Russland zu torpedieren, sondern gemeinsam von den USA und der EU. Grund: die Besetzung der Krim und der hybride Krieg in der Ostukraine.

Ich bitte darum, diese Tatsache nicht aus den Augen zu verlieren.

Außerdem frage ich mich, was das alles mit der Ermordung Frau Politkowskajas zu tun hat.

>>1. lenkt das die US-Bürger von Unzulänglichkeiten ihres eigenen Systems ab und 2. werden die betroffenen Staaten autokratisch und müssen sich zur Wehr setzen, was wiederum die These der Feindseligkeit unterstützt<<

Sie wollen wirklich behaupten, Russland wäre vor etwa sieben Jahren autokratisch geworden, wegen der damals verhängten Sanktionen?

Anna Politkowskaja

gehört zu den Menschen, die mich sehr beeindruckt haben und die ich für Ihren Mut sehr bewundert habe. Es hat mich traurig und fassungslos gemacht, dass sie für unabhängigen und kritischen Journalismus sterben musste.

Wenn Menschen, die Macht innehaben keinen Dreck am Stecken hätten, weder Korruption unterstützen noch Menschenrechtsverletzungen begehen würden, müssten sie sich auch nicht vor Enthüllungen fürchten.

12:23, jukep

>>12:02 Bender Rodriguez
"Ich würde mir wünschen, die anderen Morde würden ebenso benannt und kritisiert......."

Die anderen Morde sind nicht so wichtig, denn da waren einfach Mörder im Spiel, während in Russland immer nur einer der Mörder sein kann das ist das wichtigste an dieser Botschaft.<<

Von welchen anderen Morden reden Sie?

Bitte ein paar Beispiele.

@11:54 von SirTaki

"Ich schaue nicht auf die anderen Länder und vergleiche sie, wenn ich mich mit Russland befasse. Wir sollten uns davon trennen, immer Begründungen für das heimtückische Staatswesens eines Landes in den anderen zu suchen. Russland ist ohne Frage auf dem Weg in eine glasnost, also klare und durchsichtige Führungsweise gewesen. Wahlen, Demokratie, Justiz und Verwaltung sollten umgebrochen werden und stalinistische Grundzüge entschärft werden. Auch sollte der Kontakt zum Ausland neu ausgerichtet werden."

Kurioserweise ist gerade die Jelzin Zeit, die Sie wohl hier als Aufbruch beschreiben und der Begriff "Demokratie" bei den Russen mit Korruption verbunden.
Wenn man die Clinton-Jelzin Transkripte liest, die vor einigen Jahren veröffentlicht worden sind bekommt man einen Eindruck von dieser Zeit. Die Wiederwahl wurde durch US-Spindoktoren und Wahlkampfgeld gesichert. Die Oligarchen plünderten das Land und auch westliche "Investoren" wie Bill Browder machten das Geschäft ihres Lebens.

Vom Kanon zum Wertekanon

""In Bayern hatte u.a. die Süddeutsche Zeitung berichtet, wie ein investigativer Journalist, der im CSU-Spendensumpf (Schottdorf-Labor-Affäre) ermittelte, durch immer neue Prozesse des spendenden CSU-Millionärs am Arbeiten gehindert wurde. "" Zitat @krittkritt
.
"Wenn Sie das mit der Ermordung Frau Politkowskajas gleichsetzen, scheinen Sie einen etwas verschobenen Wertekanon zu besitzen." @Peter Meffert
.
Klar gibt es zwischen Mord und juristischer Mattsetzung einen Unterschied. Aber sowohl ein Mord als auch die Verhinderung freier Meinungsäußerung verstoßen gegen den Wertekanon einer humanistischen Gesellschaft.
.
Eine Kanon ist ein mehrstimmiger Gesang, bei dem zeitversetzt mehrere Leute die gleiche Melodie singen. Wer aber das Wort "Wertekanon" einfach diffamatorisch nachträllert, scheint nur den Klang, aber nicht die Bedeutung zu kennen.

11:25 von Bernd Kevesligeti

«… wie sich vor drei Jahrzehnten das Oligarchensystem herausbildete (ursprüngliche Akkumulation). Da gab es 1993 auch noch die Beschießung des Parlaments. Staatsbankrott und Inflation. Von hier aus wurde das alles als "Reformen" gelobt. Ja, fehlende Moral.»

Als es noch die UdSSR gab, gab es einen Oligarch … der Staat.
Dieser Oligarch konnte am Ende wirtschaftlich gar nichts mehr.

Russland großes Land … weites Sibirien.
Schwer zu kontrollieren … Schlaraffenland Oligarchenland.
Oligarchen wurden die schon in der UdSSR einflussreichen Mächtigen.
Konnte man beim Zerfall der UdSSR gar nicht verhindern.

Heute ist wieder der Staat Russland der Oligarch.
Gazprom ist einer der größten Oligarchen der Welt.

Einzeloligarchen gibt es auch noch. Solange die politisch Mr. Putin nicht in die Quere kommen, ist alles gut, und der Oligarch hat ein schönes Leben in Saus und Braus.

Oligarchie ist in RUS Staatsform seit sehr langer Zeit.
Mal so und mal so Oligarchie. Seit 2000 Putin-Oligarchie.

12:27 fathaland slim

"von welchen anderen Morden reden sie?....."

Einfach mal googeln "Journalistenmorde in der EU".

Ohne zu googeln fällt mir auf die schnelle Malta und Slowakei ein.

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12:27, Olivia59

>>Kurioserweise ist gerade die Jelzin Zeit, die Sie wohl hier als Aufbruch beschreiben und der Begriff "Demokratie" bei den Russen mit Korruption verbunden.<<

Sie wollen behaupten, es gäbe jetzt weniger Korruption in Russland?

>>Wenn man die Clinton-Jelzin Transkripte liest, die vor einigen Jahren veröffentlicht worden sind bekommt man einen Eindruck von dieser Zeit. Die Wiederwahl wurde durch US-Spindoktoren und Wahlkampfgeld gesichert.<<

Mit Spindoktoren und Wahlkampfgeld lassen sich gewünschte Wahlausgänge erzielen? Hatten denn nur Jelzins Unterstützer solche Spindoktoren zur Hand? War die andere Seite bitterarm und konnte deswegen ihren Wahlkampf nicht finanzieren?

>>Die Oligarchen plünderten das Land und auch westliche "Investoren" wie Bill Browder machten das Geschäft ihres Lebens.<<

Die Oligarchen plündern nach wie vor, und Investoren würden nicht investieren, wenn sie kein Geschäft machen würden. Russland ist nun mal ein kapitalistisches Land.

In Russland spielt die oppositionelle Presse eine größere Rolle

@12:02 von Peter Meffert
... als bei uns.
So zumindest der Dokumentarfilmer Nekrasov. Er hat u.a. für arte verschiedene Dokus gedreht.
In seiner letzten Auftragsarbeit für arte "Der Fall Magnitski" machte er die für ihn überraschende Erfahrung, dass die deutsche Presse, genauer die Öffentlichkeit viel regierungsnaher aufgestellt ist, als die russische.
Er hatte es in einer Diskussion nach einer Filmvorführung so erklärt. In Russland spielen die staatsnahen Sender für die Kreise, in denen er verkehrt, eine untergeordnete Rolle. Die vielfältigen "oppositionellen" Veröffentlichungen werden dagegen ernst genommen.
Wie festgelegt das westliche Narrativ ist, zeigte sich dann daran, dass die Fakten, die er in der Doku entschlüsselt, in der westlichen Öffentlichkeit geradezu ignoriert werden. Nur die FAZ und "alternative" Medien brachten Interviews oder ausführliche Berichte.

12:27 Olivia59

"Kurioserweise ist gerade die Jelzin Zeit ........"

Ja es ist kurios, dass diese Zeit im Westen als Aufbruch und Demokratie bezeichnet wird. Während genau die Zeit bei fast allen Russen (bis auf die Gewinnler die zumeist in London, Zypern und Israel sitzen und mit allen Mitteln Putin weg haben wollen) als ein Desaster und Demütigung verbunden mit Hunger und Elend empfunden wird.

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12:36, jukep

>>12:27 fathaland slim
"von welchen anderen Morden reden sie?....."

Einfach mal googeln "Journalistenmorde in der EU".

Ohne zu googeln fällt mir auf die schnelle Malta und Slowakei ein.<<

Über diese Morde wird nicht gesprochen?

Ich bitte Sie. Sie beherrschten die Schlagzeilen in Deutschland genau so wie der Mord, um den es hier geht. Ihr Whataboutism geht ins Leere.

12:33, schabernack

>>Oligarchen wurden die schon in der UdSSR einflussreichen Mächtigen.
Konnte man beim Zerfall der UdSSR gar nicht verhindern.<<

Zwei zum Verständnis dessen, was in Russland passiert ist, ganz zentrale Sätze.

12:45, jukep

>>12:27 Olivia59
"Kurioserweise ist gerade die Jelzin Zeit ........"

Ja es ist kurios, dass diese Zeit im Westen als Aufbruch und Demokratie bezeichnet wird.<<

Da haben Sie was falsch verstanden.

Als Aufbruch und Demokratie wird die Zeit unter Gorbatschow bezeichnet.

12:31 von DeHahn

Zitat:"Klar gibt es zwischen Mord und juristischer Mattsetzung einen Unterschied. Aber sowohl ein Mord als auch die Verhinderung freier Meinungsäußerung verstoßen gegen den Wertekanon einer humanistischen Gesellschaft."

Der Unterschied scheint Ihnen aber nicht so groß sein, wenn Sie den Vergleich @krittkritts verteidigen.

Zitat:"Eine Kanon ist ein mehrstimmiger Gesang, bei dem zeitversetzt mehrere Leute die gleiche Melodie singen. Wer aber das Wort "Wertekanon" einfach diffamatorisch nachträllert, scheint nur den Klang, aber nicht die Bedeutung zu kennen."

Da muss ich Sie enttäuschen. Das Wort "Kanon" hat im Deutschen mehrere Bedeutungen, u.a. Richtschnur, Leitfaden für jemandes Verhalten. Wussten Sie das nicht? Ein Wertekanon ist auch keine "diffamatorische" (was soll das sein?) Bezeichnung.

von schabernack 12:33

Aber sehr kurz gegriffen, von wegen "war immer so".
Da gab es doch neugegründete Banken, wie die MENATEP, mit der die künftigen Oligarchen
die Privatisierungskupons aufkauften. Volkswirtschaft angeeignet, aber auch mit Insidergeschäften von Kabinettsmitgliedern. Warum aber ausgerechnet die die hochgelobten "Reformer" sein sollten ? Gaidar, Tschubais, Chodokowski etc. Schönes Leben in Braus.

Heute ist Gazprom der größte Oligarch ? Das ist ein halbstaatliches Unternehmen. Die eine Hälfte sind private Aktionäre, darunter eine New Yorker Bank mit 25 Prozent.
Oder soll das nicht halbstaatlich sein ? Sondern wem gehören ? Ganz privatisiert werden, dann ist es gut ?

Verschwörungstheorien.

@11:57 von falsa demonstratio
Auch alle (!) für Russland angeführten Morde/-versuche sind Verschwörungstheorien, solange die Beweise nicht vorliegen.
Oder wer weiß jetzt wirklich, was die Speziallabore an Nawalnys Unterhose*) gefunden haben? Die bisherigen Berichte gingen immer von einer Wasserflasche oder einem Trinkglas aus.
*) Das war die von Nawalny persönlich geäußerte letzte Version.

12:45, krittkritt

>>In Russland spielt die oppositionelle Presse eine größere Rolle
@12:02 von Peter Meffert
... als bei uns.<<

Meine Güte. Ich fasse es nicht.

>>So zumindest der Dokumentarfilmer Nekrasov. Er hat u.a. für arte verschiedene Dokus gedreht.
In seiner letzten Auftragsarbeit für arte "Der Fall Magnitski" machte er die für ihn überraschende Erfahrung, dass die deutsche Presse, genauer die Öffentlichkeit viel regierungsnaher aufgestellt ist, als die russische.<<

Sie reden von Andrei Lwowitsch Nekrassow. Es lohnt, den Wikipediaartikel über ihn zu lesen.

>>Wie festgelegt das westliche Narrativ ist, zeigte sich dann daran, dass die Fakten, die er in der Doku entschlüsselt, in der westlichen Öffentlichkeit geradezu ignoriert werden. Nur die FAZ und "alternative" Medien brachten Interviews oder ausführliche Berichte.<<

Daß alternative, also rechte Medien sich an Versatzstücken seiner oft bizarren Äußerungen gern bedienen, überrascht nicht.

@12:44 von fathaland slim

">>Kurioserweise ist gerade die Jelzin Zeit, die Sie wohl hier als Aufbruch beschreiben und der Begriff "Demokratie" bei den Russen mit Korruption verbunden.<<

Sie wollen behaupten, es gäbe jetzt weniger Korruption in Russland?

Die Kapitalverschiebung hatte fast ausschliesslich damals stattgefunden. Putin hat diese neuen Kräfte lediglich geordnet und sie in das System eingebunden, damit die Oligarchen nicht unkontrolliert die Politik bestimmen. Da gibt es ja die bekannten Bilder von dem Treffen mit Putin und Oligarchen. ist natürlich nicht nach unserer Vorstellung aber das war seine Lösung.

12:47 fathaland slim

"sie beherrschten die Schlagzeilen......."

Ja sie beherrschten damals die Schlagzeien. Die Betonung liegt auf beherrschten und sind weitgehend in Vergessenheit geraden. Oder glauben sie dass irgendjemand noch weiß ob diese Morde aufgeklärt sind und wer die Täter waren? Während Morde in Russland immer wieder je nach Bedarf aus dem Schrank geholt und als Schlagzeilen aufgewärmt werden.

12:56, krittkritt

>>Verschwörungstheorien.
@11:57 von falsa demonstratio
Auch alle (!) für Russland angeführten Morde/-versuche sind Verschwörungstheorien, solange die Beweise nicht vorliegen.
Oder wer weiß jetzt wirklich, was die Speziallabore an Nawalnys Unterhose*) gefunden haben? Die bisherigen Berichte gingen immer von einer Wasserflasche oder einem Trinkglas aus.
*) Das war die von Nawalny persönlich geäußerte letzte Version.<<

All diesen Theorien könnte die russische Führung durch eine transparente Aufarbeitung rasch den Boden entziehen.

Daran hat sie aber kein Interesse.

@12:44 von fathaland slim

">>Wenn man die Clinton-Jelzin Transkripte liest, die vor einigen Jahren veröffentlicht worden sind bekommt man einen Eindruck von dieser Zeit. Die Wiederwahl wurde durch US-Spindoktoren und Wahlkampfgeld gesichert.<<

Mit Spindoktoren und Wahlkampfgeld lassen sich gewünschte Wahlausgänge erzielen? Hatten denn nur Jelzins Unterstützer solche Spindoktoren zur Hand? War die andere Seite bitterarm und konnte deswegen ihren Wahlkampf nicht finanzieren?"

Angesichts des Wehklagens über russische Einflussnahme in den US-Wahlkampf 2016 erkennen Sie doch hoffentlich die Ironie. Die "andere Seite" waren Russen, keine fremden Nationen.

13:03, Olivia59

>>@12:44 von fathaland slim
">>Kurioserweise ist gerade die Jelzin Zeit, die Sie wohl hier als Aufbruch beschreiben und der Begriff "Demokratie" bei den Russen mit Korruption verbunden.<<

Sie wollen behaupten, es gäbe jetzt weniger Korruption in Russland?

Die Kapitalverschiebung hatte fast ausschliesslich damals stattgefunden. Putin hat diese neuen Kräfte lediglich geordnet und sie in das System eingebunden, damit die Oligarchen nicht unkontrolliert die Politik bestimmen. Da gibt es ja die bekannten Bilder von dem Treffen mit Putin und Oligarchen. ist natürlich nicht nach unserer Vorstellung aber das war seine Lösung.<<

Was heißt „unsere Vorstellung“?

Die Korruption wurde in Russland institutionalisiert, nachdem sie eine Zeit lang wild wuchs. Sämtliche Oligarchen entstammten der Machtelite der untergegangenen UdSSR.

Die Putin-Jahre werden als bleierne Zeit in die russische Geschichte eingehen. Als erzreaktionäre Periode.

@ 12:56 von krittkritt

>>Auch alle (!) für Russland angeführten Morde/-versuche sind Verschwörungstheorien, solange die Beweise nicht vorliegen.<<

Die Beweise liegen vor, sei es im Fall Nawalny, im Fall Skripal oder Fall Litwinenko. Wie werden nur von den den loyal zur russischen Regierung stehenden Personen geleugnet.

12:52 fathaland slim

"Als Aufbruch und Demokratie wurde die Zeit unter Gorbatschow bezeichnet.......

Nein diese Zeit wurde als Öffnung bezeichnet.
(Öffnung für transatlantische Heuschrecken).

13:06, Olivia59

>>@12:44 von fathaland slim
">>Wenn man die Clinton-Jelzin Transkripte liest, die vor einigen Jahren veröffentlicht worden sind bekommt man einen Eindruck von dieser Zeit. Die Wiederwahl wurde durch US-Spindoktoren und Wahlkampfgeld gesichert.<<

Mit Spindoktoren und Wahlkampfgeld lassen sich gewünschte Wahlausgänge erzielen? Hatten denn nur Jelzins Unterstützer solche Spindoktoren zur Hand? War die andere Seite bitterarm und konnte deswegen ihren Wahlkampf nicht finanzieren?"

Angesichts des Wehklagens über russische Einflussnahme in den US-Wahlkampf 2016 erkennen Sie doch hoffentlich die Ironie. Die "andere Seite" waren Russen, keine fremden Nationen.<<

Wehklagen?

Es ging um konspirative Einflussnahme. Alles wurde abgestritten. Das war beim Einsatz für Jelzin ein wenig anders. Der „Spiegel“ berichtete zeitnah, und niemand widersprach.

Sie erkennen den Unterschied?

12:47 fathaland slim

"Ihr Whataboutism geht ins Leere......"

Whataboutism ist ein Totschlagargument.

13:12, jukep

>>12:52 fathaland slim
"Als Aufbruch und Demokratie wurde die Zeit unter Gorbatschow bezeichnet.......

Nein diese Zeit wurde als Öffnung bezeichnet.
(Öffnung für transatlantische Heuschrecken).<<

Was ist mit den transpazifischen Heuschrecken? Den transmediterranen?

Sie sollten Ihr Feindbild vielleicht mal ein wenig entplumpen. Es ist doch gar zu parolenhaft.

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