Kommentare

Aufschwung kommt später- Bremsen erlaubt

Was denn nun?

Soll der Aufschwung durch Bremsen kommen-
oder will man den betrogenen Sparer vertrösten?

Damit ich das richtig verstehe

Die EU lockert den Sparkurs, weil es langsam dämmert: Je mehr gespart wird, desto mehr wird die Wirtschaft abgewürgt (natürlich wird weiterhin beteuert, dass genau das Gegenteil der Fall ist).

Rolf Dieter Krause meint, dass Frankreich aber "Strukturreformen" angehen müsse (Strukturreformen = die Politik die den Krisenländern in eine Rezession historischen Ausmaßes führt). Das Frankreich in der Krise sitzt hat man auch vielleicht einem Mitgliedsstaat in unmittelbarer Nachbarschaft zu verdanken, dass nicht im Team spielen will.

Wenn man also doch schon so weit ist, wieso wird dann nicht ein Alternative dazu diskutiert? Nach Jahren exzessiven Sparens, liegt Europa am Boden. Und es soll besser werden, wenn man nur noch halb so viel spart?

Zum Thema Prognose: Einfach mal die gleiche Quelle aus den Jahren 2010-2012 zum Vergleich heranziehen. Dann weiß man auch was hier mit "soliden Zahlen" gemeint ist. Denn laut diesen haben wir längst Wachstum in der Eurozone.

Gehts eigentlich noch ....... ???

Seit zig Jahren müssten Schulden abgebaut werden, um Länder überlebensfähig zu machen. Man zieht das Seil um die strangulierten Südländer weiter zu und behauptet, das sei Lebensrettung. Auch um unseren Hals liegt die Schlinge bereits, an deren losem Ende alle Südländer hängen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Tod runterfallen und uns strangulieren.

Wir bräuchten -irreal- viel mehr Wachstum gg. Schulden

Wieder wird die Streusandbüche der Nettoneuverschuldung NNV geöffnet, auf die es ankomme. Dabei ist vor lauter Sparen die Gesamtstaatsverschuldung der Eurozone um 3% auf über 90% der Wirtschafteistung (BIP) gestiegen, also auf ca. 8. Billionen Euro.
Lt. Maastricht (das Ding als völkerrechtliche Schuldenbremse von allen einst unterschrieben und dann mit Füßen getreten) sind die 3% NNV ja nur 1/20 der Gesamtverschuldung, also schon von daher völlig ungeignet das Gesamtproblem zu lösen. Spart man dieses 1/20 tatsächlich ein, bleiben noch 19 Teile übrig.
Auch GRE mit 160% Gesamtschulden kann selbst bei keinen Regierungsausgaben und Ende der asozialen Sparorgie aus Eigenmitteln die Schulden nie bezahlen.
Und sollte DE alle Schulden (ohne EZB.verluste und Target-2) übernehmen müssen, bräuchte es nur dafür 7,5% Wachstum auf 10 Jahre.
Soviel zu den optimistischen Wirtschaftsprognosen kurz über Null im Hinblick aud die Geldkrise des Euro.

Dann schauen wir mal...

... wo Frankreich und Spanien in 2 Jahren stehen werden. Wird die zusätzliche Zeit verwendet um Strukturreformen zu implementieren oder wird einfach nur munter weiter das Geld ausgegeben, welches die zukünftigen Generationen dann abbezahlen dürfen?

"Nach Jahren exzessiven Sparens" - Welch Unsinn

Auch ständiges Wiederholen macht Unfug nicht wahrer.

Die Schuldenberge wachsen munter weiter. Das begeisterte Echo jetzt ist in etwa so, als würde eine Gruppe Komasäufern jubeln, weil ihr Klassenlehrer erklärt, Abstinenz sei halt nicht vermittelbar.
Es wird gerne über Sparprogramme schwadroniert.
Tatsächlich aber spart niemand.

Das €päische Statistikamt hält Diätplauderern den Spiegel vor. Die 17 Länder der €-Zone alleine im vergangenen Jahr 375 Mrd € neue Schulden gemacht.
NEUE Schulden!

Details:
E: 10,6%
GR: 10%
IRL: 7,6%
P: 6,4%
F: 4,8%
Tendenz steigend!

Die gefühlte Sparpolitik und die tatsächliche Schuldenmacherei fallen eklatant auseinander.
Wie man es dreht und wendet, die "Schuldenbremsen"-Strategie bleibt bislang reine Kampf-Rhetorik der Schuldenjunkies und ist Bestandteil der Deformation des Sprechens und Denkens a la €kratistan.

Der neuerliche Rechtsbruch wird nur zu einem führen:
Noch mehr neuer Schulden

Und der KLEINE Bürger

Und der KLEINE Bürger zahlt's. WAS für eine Ungerechtigkeit!!!!!

@HartAberWahr

"Auch ständiges Wiederholen macht Unfug nicht wahrer."

Verzeihung sie haben natürlich recht. Ich bin tatsächlich auf die weit verbreitete Rhetorik hereingefallen, obwohl ich es besser weiß.

Ich meinte natürlich die Austeritätspolitik, die natürlich nichts mit Sparen zu tun hat als ginge es um einen Privathaushalt. Da Volkswirtschaften nunmal nicht so funktionieren, ist eine weitere Verschuldung mit der Austeritätspolitik unausweichlich. Demnach ist es also dringend notwendig mit dieser Politik aufzuhören, da sie auch gleichzeitig die Wirtschaftsleistung auffrisst und damit die Schuldenquote erhöht.

Allerdings gibt es dennoch etwas anzumerken: Die Existenz von "Sparpolitik" nur am Sparerfolg zu belegen führt in eine rhetorische Sackgasse. Ich glaube Merkel merkte dies an: Griechenland befände macht nur weiter Schulden, weil die "Sparpolitik" noch nicht wirklich angewendet wurde. Angesichts der Zerreißprobe in der Gesellschaft kann dies aber nicht noch intensiviert werden.

@20:24 von Nana

Wir sehen die Dinge diametral entgegengesetzt.

Unter dem Titel "Die Lüge von der Austerität" veröffentlichte Prof. Philipp Bagus am 3.3.13 einen Beitrag im Netz, in dem er darlegt, dass die von Ihnen vielgeschmähte Austerität die Grundlage der wirtschaftlichen Gesundung ist.

In dem Artikel wird zwar auch stark vereinfacht, prinzipiell halte ich den beschriebenen Mechanismus für korrekt.

Ich denke, Sie werden die Thesen Prof. Bagus' nicht akzeptieren, trotzdem wird es eine interessante Lektüre sein.
Vielleicht nehmen Sie sich die Zeit hineinzuschauen.

ach GOTT, die eu kommission wacht auf

das wir das noch erleben duerfen, die eu-kommission ist aufgewacht und hat festgestellt, dass sparen keine allheil loesung ist.

na, lasst das aber bitte nicht angela hoeren, und schaeuble auch nicht.

wir haben schon ende letzten jahres in diesem forum geschrieben das
1.) investiert werden muss,
2.) aus investitionen wieder kapital geschoepft werden muss,
3.) arbeitsplaetze geschaffen werden muessen, in denen man auch etwas verdienen kann und nicht 1 euro jobs.

ferner sollte die eu die 3% neuverschuldungsgrenze anheben und fuer laender individueller gestalten. (z.b. 3-6%) solltet mal sehen wie schnell die dann wieder boden unter den fuessen bekommen koennen.

und wenn der euro so weitermacht wird er bald vom chinesischen renminbi abgeloest.

@HartAberWahr

Bitte vergleichen Sie den angegeben Text mit der Wirklichkeit. Vor einigen Jahren waren solche Thesen common sense. Jetzt sind sie längst von der Realität überholt worden.

Die Kernthese: Der Staat senkt die Ausgaben und rechnet mit Steuereinnahmen die zwar prognostiziert werden, aber aus 'unerfindlichen' Gründen nicht rein kommen. Und dann muss man Schulden machen. So ein Staat kann nicht sparsam sein, richtig. Das war aber von Anfang an klar, weswegen die "Sparpolitk" eigentlich Schuldenpolitik ist.

Machen wir es kurz. Das Stichwort heißt Fiskalmultiplikator. Und hier hat sich zB der IWF bei Griechenland verrechnet, was vor einigen Monaten in den Nachrichten war. Liegt dieser über 1 so sind Ausgaben sinnvoll. Wer da spart hat Rezession (siehe Realität).

Zu hoffen irgendwann käme die wundersame Erholung ist nicht nur der letzte, sondern der allerletzte Strohhalm an dem sich diese katastrophale Politik klammert. Denn sie hat keinerlei Erfolge aufzuweisen außer Armut und Rezession.

@22:00 von Nana

Die Kernthese ist m.E. eine andere. Nämlich dass der Privatsektor den Einsatz von Geld als Produktionsmittel besser als der Staatssektor bewerkstelligt.

Dass "Steuermittel aus unerfindlichen Gründen" nicht kommen fand ich nicht.
Im Gegenteil, weist der Autor darauf hin, dass BSP Rückgang eintritt:

In dieser Übergangsphase, wo in den
aufgeblähten Wirtschaftssektoren Arbeitsplätze vernichtet werden, neigt das BSP zu Rückgängen. Der
Rückgang des BSP ist aber lediglich ein Hinweis darauf, dass die notwendige Restrukturierung im Gang ist....
Die staatliche Austerität ist eine notwendige Voraussetzung, damit der Privatsektor prosperiert und sich schnell erholen kann.


Keynesianische Ansätze haben bisher noch immer zu Strohfeuern und einer Erhöhung von Staatsverschuldung geführt.

Wir werden keinen gemeinsamen Nenner finden.
Aber Respekt, dass Sie sich den Artikel angetan haben.

@HartAberWahr

Für diese These gab es nicht genug Platz. Die Verdrängungseffekte sind da, aber wie beim Fiskalmultiplikator, nicht immer absolut und einseitig.
Aber wir haben Krise. Es kommt kein Gastwirt und investiert in Immobilien im Armenviertel Wieso auch? Die Aussichten sind denkbar schlecht. Deswegen ist ein ausgedehnte Investitionspolitik in Krisenzeiten unabdingbar.

"Dass "Steuermittel aus unerfindlichen Gründen" nicht kommen fand ich nicht."

Doch, in dem Beispiel des Gasthausbesitzers, rechnete er mit der gleichen Gewinnsumme. Wie kann man denn die gleichen Gewinne einfahren, wenn man notwendige Investitionen vernachlässigt?

Zum Keynesianismus: Historisch gesehen sind die besten Jahre des Kapitalismus dem Keynesianismus zu verdanken (Jahrzehnte nach der großen Depression USA). Auch die Schuldenquote sank. Ich glaube das sollte man mal als Maßstab nehmen, und dagegen sieht der aktuelle Rekordeinbruch in der Wirtschaft der EU ziemlich schlecht aus. Das sind die Fakten, keine Prognose.

@Nana - auch zu einfach gedacht

Gibt ein Staat einfach nur Geld aus (z.B. mehr Staatsdiener oder mehr Bauprojekte), dann wird das Geld nur verbrannt. Am Ende ist der Staat einfach nur noch höher verschuldet. Der Staat muss die Wirtschaft *nachhaltig* fördern. Und da liegt die Krux: das hat bis jetzt nicht gerade gut geklappt, denn das Gießkannenprinzip funktioniert da nicht. Strukturreformen helfen da schon eher. Auch der Fiskalmultiplikator invalidiert einige grundsätzliche Zusammenhänge nicht. Griechenland (besonders der Staat) hat so immens über seine Verhältnisse gelebt, dass Sparen absolut nötig war. Dadurch schrumpft natürlich die Wirtschaft und das ist auch gut so. Die Wirtschaft muss auf das normale Maß zurückgehen, denn sie war ja gerade durch die exzessive Kreditaufnahme künstlich aufgebläht. Und ja, die Vorhersagen, um wie viel die Wirtschaft schrumpft, waren falsch. Ist da jetzt die Konsequenz dann man weiter auf Pump leben soll? Wer soll das bezahlen?

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