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Nur noch Formsache. Uns fragt

Nur noch Formsache.
Uns fragt man gar nicht, ob wir die riskante Erweiterung der Eu haben wollen, und die betroffenen Länder vermutlich bald auch nicht mehr. Formsache.

EU-Demokratie

Der Euro und die Osterweiterung sind kein Projekt für die Bürger Europas. Sonst hätte die politisch/ökonomische Klasse nicht solche Angst vor Volksabstimmungen. Sie wissen nämlich genau, dass dann die Eurozone und die EU selbst viel kleiner wären.

Mir tun die Letten jetzt

Mir tun die Letten jetzt schon leid, da strampeln sie sich ab um eine vernünftige Wirtschaft auf die Reihe zu kriegen und dann wird ihnen so wie uns der Euro übergestülpt. Das mag den Reichen helfen aber dem Ottonormalo wird es an den Kragen (Geldbeutel) gehen ,genau so wie es uns passiert ist. Der kleine Mann wird nicht gefragt.

@ 11:49 von Gandhismus

Sie schreiben:
"Uns fragt man gar nicht, ob wir die riskante Erweiterung der Eu haben wollen, und die betroffenen Länder vermutlich bald auch nicht mehr. Formsache."
*
Welche riskante Erweiterung der EU?
Lettland ist schon viele Jahre Mitglied der EU!
Manchmal hilft es sich zu informieren bevor man etwas schrebt was nicht zur Realität passt.
Und riskant ist auch der Beitritt Lettlands zur Euro-Zone nicht denn dieses Land ist wirtschaftlich gesünder als viele anderen Euro-Länder!

3 Jahre Krise und nix

3 Jahre Krise und nix gelernt... der Rettungsschirm freut sich schon!

Lobbyismus pur

Das kann nur noch lobbyistengesteuert sein, ökonomisch gibt es dafür keine logische Erklärung mehr. Egal ob das Land wirtschaftlich besser als Griechenland dasteht, solange es schlechter als Deutschland ist, wird es im gemeinsamen Währungsraum verlieren und kann das nicht mehr durch Wechselkurse oder Abwertungen korrigieren. Hier gewinnen nur die großen Exporteure. Wenn selbst Frankreich durch den Euro langsam in die Knie gezwungen wird, geht es so einem kleinen schwachen Land nicht besser.

Die Erweitung des Euro-Raums hilft aber dem Finanzkapital. Endlich kann das aufgestaute Geld, das viel zu viel im Umlauf ist, durch eine neue Öffnung neue Wege suchen und es werden neue Euro-Kreditnehmer gefunden, die die Rendite aktueller Geldanlagen bezahlen können. Das heilt zwar das System nicht, aber verschafft mal wieder etwas Zeit.

Ökonomisch viel vernünftiger wäre es, den Euro dort als Parallelwährung einzuführen.

@Bernd1

Zitat: Und riskant ist auch der Beitritt Lettlands zur Euro-Zone nicht denn dieses Land ist wirtschaftlich gesünder als viele andere Euro-Länder!

Immerhin hat die EU zu einem Eurobeitritt Lettlands ja bereits Bedenken geäußert -siehe Tagesschauartikel vom 05.06.2013.
Lettland ist ein armes Land. Was soll der Euro dem Volk bringen? Etwa Wohlstand finanziert auf Pump und dann die gleiche Gangart wie in Südeuropa?
Auch Spanien und Portugal waren VOR den Eurobeitritt zwar arm aber wirtschaftlich relativ gesund. Was seit der Euroeinführung in diesen Ländern zur Katastrophe führte, ist bekannt.
Oder nehmen Sie Slowenien. Von der EU hochgelobt und fit für den Euro. Und heute ist Slowenien der nächste Kanditat für den Rettungsschirm. Sie zieren sich zwar, aber am Ende wird es so kommen.
Wurden die Letten wenigstens gefragt ob sie den Euro mit allen Vor- und nachteilen wollen? Mit dem Euro wird in Lettland erst mal alles so richtig schön teuer für die Leute.

@ 12:44 von Trecker

Sie schreiben:
"Wenn selbst Frankreich durch den Euro langsam in die Knie gezwungen wird, geht es so einem kleinen schwachen Land nicht besser."
*
Wie kommen Sie darauf dass Frankreich durch den Euro "in die Knie gezwungen" wird?
Dieses Land scheitert an seiner eigenen Regierung und der falschen Strukturpolitik im eigenen Land.
Dass die französische Wirtschaft immer mehr an Wettbewerbsfähigkeit verliert hat hausgemachte Gründe. Das geben die Franzosen ja sogar selbst zu.
Und dass Herr Hollande bei der Geburtstagsfeier der SPD in seiner Rede sagte dass auch Frankreich solche Regformen benötigt wie Deutschland sie vor 10 jahren realisiert hat zeigt das ebenfalls. Er ist nur zu schwach um das auch umzusetzen!
*
Übrigens, für das "Finanzkapital" welches nach Ihrer Meinung profitiert ist der Beitritt Lettlands wohl eher uninteressant. Dafür ist dieses Land wirklich zu klein!

Wenn die Euro-Einführung wie

Wenn die Euro-Einführung wie in Deutschland läuft, ist die gute Nachricht für Alma und Klaudija:

Sie können ihre Beerenpreise jetzt verdoppeln (und hoffen, dass die Beeren dann noch gekauft werden).

Die schlechte Nachricht:
Dasselbe wird wahrscheinlich mit den Fahrkartenpreisen und den Marktstand-Gebühren passieren.

@ 12:51 von mondfee

Sie schreiben:
"Lettland ist ein armes Land. Was soll der Euro dem Volk bringen?"
*
In der weltweiten Rangliste "BIP pro Kopf" liegt Lettland (Platz 71) fast auf einer Stufe mit Polen (Platz 61), übrigens knapp 20 Plätze vor der Türkei (Platz 88)!
So arm ist das Land also nicht und Polen ist ein gesundes EU-Mitglied!
Quelle:
www.laenderdaten.de/wirtschaft/BIP_pro_kopf.aspx

Bernd1: Frankreich und Agenda 2010

Sie wiederholen da zwar die geäußerten Phrasen verschiedener Politiker, aber bitte, lesen Sie dazu Bücher oder schauen Sie sich volkswirtschaftliche Vorträge z.B. auch im Netz dazu an!
In einem einheitlichen Währungsgebiet gibt es keine Möglichkeit mehr durch flexible Wechselkurse die unterschiedlichen Exportüberschüsse /-defizite auszugleichen. Daher ist es unbedingt wichtig, dass hier einheitlich agiert wird, z.B. einheitliche Lohnstückkosten, einheitliche Inflation (die ja gewöhnlich auch oder durch die Löhne beeinflusst wird). Hier hat Deutschland mit Lohnzurückhaltung den Rest Europas ausgebremst.
Irre wäre, wenn man behauptet, der Rest Europas muss sich Deutschland anpassen, anstelle Deutschland an den Rest Europas anzudocken.
Die Agenda 2010 ist die Ursache für die Krise, nicht deren Lösung! Ansonsten müssten alle Länder so eine Agenda durchziehen, und alle geraten in den Strudel der verliehenen Niedriglohnarbeiter. Das kann nicht im Sinne sozialer Marktwirtschaft sein!

Eine falsche Währung für alle

Mit der Einführung des EURO hat man sich einen Maßanzug anfertigen lassen.

Ein Anzug für alle.

Und nun wundert man sich, dass nicht jeder in diesen einen Anzug passt.

Jeder vernünftige Mensch wird bestätigen, dass ein Auf- und Abwerten der jeweiligen Währung in der Vergangenheit völlig normal, und sogar überlebenswichtig für den jeweiligen Staat war.

Dieses wichtige Werkzeug hat man den "Krisenstaaten" genommen.

Das allerschlimmste daran ist, dass niemand diesen Fehler eingestehen möchte.

Und so ist ein Abwärtstrend für alle EURO-Staaten absehbar. Der letzte macht das Licht aus.

Da fällt mir die Geschichte vom reichen Mann ein, der an einem kalten Wintertag einen fast nackten Bettler trifft.

Der reiche Mann zieht seinen Wintermantel aus, trennt ihn in der Mitte durch, und gibt dem Bettler die eine Mantelhälfte.

Am Ende sind beide erfroren....!

@Serenity

Ihr Szenario wird wahrscheinlich so ablaufen:
Alma und Klaudija müssen ihre Beerenpreise jetzt etwas senken um sie überhaupt noch verkaufen zu können. Viele Letten kommen jetzt auf die Idee, man könne ja vor dem Hauptjob noch schnell Beeren pflücken und diese dann an die Kollegen in der Firma verkaufen. Weil die Leute müssen jetzt den Gürtel noch enger schallen.
Denn durch den Euro wird alles teurer, so die Fahrkartenpreise und die Marktstandgebühren.
Der Staat könnte sich jetzt überlegen, die Schwarzarbeit (Beerenpflücken und Verkaufen) zu ahnden. Es könnten sogar neue Jobs (Beerenpflücker) entstehen. Einfach Gewerbe anmelden und los gehts.

Das nächster Opfer ist fällig

Bei Regional- und Kommunalwahlen im Mai stimmten ca. 60% der Wähler für freiheitliche (im Jargon €kratisch gesinnter Medien auch "€-skeptisch" genannte) Parteien.
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Laut einer Umfrage der belgischen Zeitung "Het Laatste Nieuws" sind nur 36% der Letten für die Einführung des €.
Die große Mehrheit der Letten, 62%, ist dagegen.
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Mehr muss man nicht wissen.
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Den ganzen Zynismus mit der €kraten den Bürgerwillen ignorieren, um ihr Esperatogeld als Speerspitze zentralistischer Machtübernahme zu oktroyieren, lassen (Polit-)Währungskommissar Rehns Worte vom 5. Juni erahnen:
Lettlands Wunsch(!), den Euro einzuführen, ist Beweis für das Vertrauen in unsere gemeinsame Währung und weiterer Beleg dafür, dass all jene, die den Zerfall des Euro-Währungsgebiets vorhersagten, unrecht hatten.“

Weiter auf demselben Kurs

Warum denn noch mal nachdenken, ob es wirklich gut war, Länder mit völlig verschiedenen Lebenshaltungskosten und Lohnniveaus und Sozialgesetzgebung und Arbeitsrecht und Steuern und Wirtschaften unter einen Währungshut zu zwängen?
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Lettland ernährt seine Rentner nicht (wie es mit der medizinischen Versorgung steht, will man gar nicht wissen). Aber es erfüllt das Defizitkriterium. Das sind also die europäischen Werte.
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By the way, Deutschland dürfte derzeit nicht dem Euro beitreten. Das Maastricht-Kriterium Gesamtverschuldung ist nicht erfüllt.

@ 13:35 von Dittsche

Vollkommen richtig was Sie sagen! Danke für Ihren Beitrag!

@Bernd1

danke für Ihren Statistikauszug. Lettland ist also ein armes Land.
Aber fällt Ihnen etwas auf, Sie führen Polen und die Türkei ins Feld. Beide Länder, sowohl die Türkei als auch Polen haben keinen Euro.

Ich bleibe dabei der Euro wird den Letten keinen nachhaltigen Wohlstand bringen. Ganz im Gegenteil, als Euromitglied müssen Sie ebenfalls Eurokrisenländer retten. Und das obwohl sie viel ärmer sind.

@Hart aber wahr

Danke für die Umfrage aus Lettland. Nein, mehr muss man nicht wissen.

lettland

so nun bekommt also ein ehemaliger staat der früher zur sowjetunion gehörte den euro. hier wird nur meiner ansicht nach versucht kleine staaten auf dem ehemaligen gebiet der sowjetunion in die eu zu holen, damit nicht auf den gebiet wieder ein großreich entsteht welches dem kapitalismus konkurenz macht.

Alle anderen gern, nur bitte nicht Lettland!

Jedenfalls nicht, so lange dort annähernd die Hälfte der Bevölkerung – die russischsprachige – massivst diskriminiert wird und es für sie das grausame völkerrechtliche Kuriosum von in Lettland ansässigen sogenannten “Nichtstaatsbürgern” (was keineswegs Staatenlosen entspricht!) gibt... Neben Ungarn gibt es in Europa wohl kein radikaler nationalistisches Land als Lettland – eines, das unsere gemeinsamen Werte und die universalen Menschenrechte mit brutaleren Füßen tritt........

Lettland ist

schon seit dem 1. Mai 2004 EU Mitglied!

@Dittsche

Treffender Kommentar , auch dieser Satz" Der reiche Mann zieht seinen Wintermantel aus, trennt ihn in der Mitte durch, und gibt dem Bettler die eine Mantelhälfte.
Am Ende sind beide erfroren....! "
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Dem habe ich nichts hinzu zu fügen !

Gruß Schiebaer45

Ich bin fassungslos über manche Kommentare!

Also bei allem Respekt, Letttland ist seit 2004 in der Europäischen Union und hat den €uro mehr als verdient! Ist bin sprachlos was manche Leser/Lesserinnen hier für Kommentare über Lettland oder auch über Kroatien (was am 1.Juli beitreten wird) loslassen :-(
Diese beiden Länder haben in den Letzten 10 Jahren ohne jeden Zweifel mehr gegen Korruption und Veternwirtschaft geleistet als zb Griechenland! Im übrigen profitieren Deutsche Arbeitgeber gewaltig durch die EU erweiterung mit Lohndrückerei und Leiharbeit! Darüber sollten sich manche mal Gedanken machen!

13:35, Dittsche

"Da fällt mir die Geschichte vom reichen Mann ein, der an einem kalten Wintertag einen fast nackten Bettler trifft.
Der reiche Mann zieht seinen Wintermantel aus, trennt ihn in der Mitte durch, und gibt dem Bettler die eine Mantelhälfte.
Am Ende sind beide erfroren....!"
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Das ist die Sankt Martin - Geschichte, nur mit anderem Ausgang. Da überleben nämlich beide.
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Ihre Anekdote ist sehr bezeichnend für die Stimmung hier im Forum und bringt sie zugespitzt auf den Punkt: Wenn der Reiche mit dem Armen teilt, so hat der Arme nix davon und der Reiche geht auch drauf. Deswegen ist es besser, der Reiche behält seinen Reichtum, dann geht wenigstens bloß der Arme drauf.
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Und der hat es ja verdient, was ist er auch arm? Selber schuld, könnte ja auch reich sein, müsste sich nur anstrengen. Die calvinistische Wirtschaftsmoral lässt grüßen. Wer reich ist, den liebt Gott und zeigt es durch das Verleihen von Reichtum.

@ 13:30 von Trecker

Sie schreiben:
"Sie wiederholen da zwar die geäußerten Phrasen verschiedener Politiker, aber bitte, lesen Sie dazu Bücher oder schauen Sie sich volkswirtschaftliche Vorträge z.B. auch im Netz dazu an!"
*
Nein, ich wiederhole absolut keine Phrasen von Politikern sondern eindeutige Erkenntnisse von Fachleuten aus Wissenschaft und Wirtschaft.
Und ich ziehe meine Erkenntnisse aus eigenem Erleben in mehr als 30 Jahren beruflichem Erfahrungen in den verschiedenen Ländern Europas! Das bringt mehr als irgendwelche pseudo-volkswirtschaftliche Vorträge im Netz die von interessierten Kreisen dort positioniert werden!

@ 13:55 von mondfee

Sie schreiben:
"danke für Ihren Statistikauszug. Lettland ist also ein armes Land.
Aber fällt Ihnen etwas auf, Sie führen Polen und die Türkei ins Feld. Beide Länder, sowohl die Türkei als auch Polen haben keinen Euro."
*
Es ist schade dass Sie die Zusammenhänge nicht sehen.
Dass ich Polen und die Türkei als Beispiele nenne hat folgende Gründe:
Polen wird demnächst Mitglied der Euro-Zone werden und darauf freuen sich viele Experten weil Polen ein wirtschaftlich gesundes Land ist welches dem Euro gut tut.
Lettland liegt nur wenig dahinter.
Und die Türkei nenne ich als Beispiel weil sehr viele Menschen gerade hier in den Foren seit langem behaupten dass die Türkei wirtschaftlich so stark ist und auch deswegen unbedingt in die EU aufgenommen werden sollte. Dabei liegt die Türkei in der wirtschaftlichen Stärke weit hinter Lettland!
*
Lettland ist KEIN armes Land auch wenn Sie es wieder behaupten. Wiederholung erhöhen zum Glück nicht den Wahrheitsgehalt, das zeigen die Fakten!

Wann wird man es begreifen ?

Was hat denn die Mitgliedschaft in der EU mit dem Euro als Zahlungsmittel zu tun ?

Nichts..., rein gar nichts...! Lettland hat den Euro mehr als verdient?

Wenn mir jemand ein blaues Auge verpasst, sage ich doch auch nicht: "Das hab ich mir verdient"...!

Wir haben doch Staaten, die innerhalb der EU ohne Euro besser als andere auskommen.

Seit beginn der Eurokrise haben sich zwei Unwörter in unsere Grammatik eingeschlichen: "Geberländer" und "Nehmerländer". Das sollte uns schon einmal mächtig zu denken geben.

Denn dazwischen gibt es nichts...!

Kein Staat innerhalb der EU wird in Zukunft eine ausgeglichene, auf längere Sicht absehbare Haushaltspolitik betreiben können. Denn niemand kann heute voraussehen, welches Land morgen nach dem Rettungsschirm greift.

Das ganze Konzept des Euro ist mit "sehr heisser Nadel gestrickt", und völlig übereilt eingeführt worden.

Diese Gemeinschaftswährung hat keine Zukunft. Sie treibt die Mitgliedsstaaten nur weiter auseinander.

@ Bernd1

Sie schreiben:
"Lettland ist KEIN armes Land auch wenn Sie es wieder behaupten."

Diese Feststellung ist geradezu absurd, wird doch im Tagesschau-Beitrag beschrieben, wie Rentnerinnen im fortgeschrittenen Alter hart arbeiten müssen, um zu überleben. Das ist ein Zeichen von Armut.

Und auch ein Durchschnittseinkommen von 700 Euro (brutto, wie mir scheint) zeigt, dass die Menschen arm sind . Wenn Ihr Nachbar 700 Euro im Monat verdiente, würden Sie ihn dann nicht als arm bezeichnen? Ich schon. Dabei muss man sich natürlich bewusst sein, dass die Preise für importierte Konsumgüter, und das ist der Löwenanteil, sich von denen in reicheren Ländern kaum unterscheiden.

Nachbar Estland

hat den Euro schon. Alles Bestens.

Ich kenne das Baltikum und vor allem Lettland sehr sehr gut. Deshalb "Laipni gaidīti eiro Latvija" (Lettland willkommen im Euro).

Nur noch so nebenbei am Rande sollte erwähnt sein

Mit Wirkung vom 1. Januar 2005 wurde der Lats fest an den Euro zu einem Wechselkurs von 1 EUR = 0,702804 LVL gekoppelt. Die lettische Zentralbank hält den Lats-Wechselkurs in einer Bandbreite von ±1 % gegenüber dem Euro bis zur Euroeinführung. Die Maastrichtkriterien werden seit 2012 erfüllt.

In Riga stand im Jahre 1510 der erste Weihnachtsbaum der Welt.

Lettland hat schon jetzt ein

Lettland hat schon jetzt ein Defizit in der Leitungsbilanz. Mit dem Euro ist das Land nicht wettbewerbsfähig. Es müsste weitere Anpassungsprogramme durchführen, die noch schlimmer als die in Südeuropa sind.

@Andie Theke

Wobei das lettische Bier besser ist als das deutsche........

Kann auch gut sein dass ich meinen Lebensabend in Riga verbringe, die schönste Stadt die ich kenne.

Am 28. Juni 2013 um 16:45 von Andie Theke

Es geht hier nicht um den Wert einer Währung. Es geht einzig darum, dass ein Auf- oder Abwerten der jeweiligen Währung in Zukunft nicht mehr möglich ist.

Das heisst: Ein Handeln der jeweiligen Regierung, um Wettbewerbsfähig gegenüber anderen Staaten zu bleiben, wird mit einem Schlag auf Faktor "0" gesetzt.

Dieser Umstand hat bereits mehrere Länder in die Krise gestürzt.

Anstatt aus diesen Fehlern zu lernen, werden diese Fehler nun systematisch wiederholt.

Es macht auch keinen Sinn, ein Land 2-3 Jahre im Wohlstand zu wägen, um dann mit voller Härte gegen die Wand zu fahren.

Leidtragende sind die armen Bürger, die dann die harten (von Brüssel auferlegten) Sparmassnahmen zu tragen haben.

Mal ganz abgesehen von der Jugend. Denn die Schulden werden die nächsten Generationen noch härter treffen.

Abschliessend möchte ich noch anmerken, dass der Euro keinesfalls eine "harte" Währung ist. Das Drucken neuen Geldes, und die Wertschöpfung "aus dem Nichts" erleben wir gerade.

Bernd1: Pseudo-Volkswirtschaft

Das bringt mehr als irgendwelche pseudo-volkswirtschaftliche Vorträge im Netz die von interessierten Kreisen dort positioniert werden!

Interessant. Also ist die Volkswirtschaft in Ihren Augen eine verschwörungstheoretische unwissenschaftliche Zusammenrottung von Menschen, die sich zwar täglich mit diesen Themen auseinander setzen, aber die Ihnen nicht das Wasser reichen können.
Aber diese Meinung ändert nichts daran, dass in einem Währungsgebiet die Gebiete mit geringeren Lohnstückkosten verarmen werden, egal ob sie nun reicher oder ärmer als andere arme Regionen sind. Kapital wandert dort hin, wo die höchste Rendite ist. Punkt. Und die höchste Rendite ist dort, wo Lohnstückkosten (Löhne und Produktivität im Verhältnis) gering sind.
Das haben wir bei der Wiedervereinigung in Deutschland erlebt, jetzt in Europa und das wird Lettland erleben, weil es ein ökonomisches Gesetz ist und eben keine Verschwörungstheorie, wie sie es aus persönlichen Erfahrungen heraus vermuten.

16:57 von Indignado

Sie schreiben:
"Wenn Ihr Nachbar 700 Euro im Monat verdiente, würden Sie ihn dann nicht als arm bezeichnen? Ich schon."
*
Das kommt doch wohl darauf an wie hoch im Vergleich dazu die Lebenshaltungskosten sind!
Und in Lettland lässt sich mit 700 Euro sehr gut leben. Das ist im Verhältnis zum Lebensstandard etwa vegleichbar mit einem Einkommen von 2.000 Euro in Deuschland!
Und im Übrigen:
Das Nachbarland Estland mit den gleichen Lebensverhältnissen hat den Euro bereits und denen geht es ganz gut damit!
Man kann und man sollte Länder wie Lettland im Einkommen NICHT mit Deutschland vergleichen.

17:44, Nny

"Lettland hat schon jetzt ein Defizit in der Leitungsbilanz. Mit dem Euro ist das Land nicht wettbewerbsfähig. Es müsste weitere Anpassungsprogramme durchführen, die noch schlimmer als die in Südeuropa sind."
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Lesen Sie bitte den Kommentar von "SydB", der über dem Ihrigen steht. Daraus geht hervor, daß Lettland den Euro seit 2005 de facto schon hat. Ein schönes Beispiel dafür, wie leicht sich Leute in die Irre führen lassen, vor allem, wenn sie die Probleme, die Europa und die Welt momentan haben auf den Euro schieben wollen.
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Es ist immer schön, eine einfache Erklärung für ein komplexes Problem zu haben. Das Dumme ist nur, daß einfache Erklärungen der Sachlage selten oder nie gerecht werden.

Nny: Defizit und Währung

Exakt. Wenn ein Land ein Defizit in der Leistungsbilanz hat, wird es automatisch über den Wechselkurs ausgeglichen oder das Land muss in einer Währungsunion dann Schulden machen.
Das ist so simpel wie wahr. Leider gibt es tatsächlich Leute, die so etwas nicht nur ignorieren, sondern als lächerlich hinstellen wollen. Verrückte Welt.
Im Grunde wäre das alles nicht so schlimm und könnte mir egal sein, aber es geht um sehr viele Menschen, die unter solcher Unwissenheit leiden werden. Und das macht mich traurig, weil ich dem mit sehenden Auge entgegen gehe.

@Andie Theke

"Fahren Sie mal nach Lettland, dann lernen Sie schnell was 700 € dort wert sind. "

Liegt da nicht eins der Probleme? Innerhalb eines Währungsraumes sollte die Währung überall gleiche Kaufkraft haben. Dachte ich jedenfalls immer.

18:15, Trecker

" Wenn ein Land ein Defizit in der Leistungsbilanz hat, wird es automatisch über den Wechselkurs ausgeglichen"
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Das müssen Sie mir bitte erklären. Das würde ja heißen, daß es Länder mit negativer Leistungsbilanz und eigener Währung nicht gibt, da ja dann der von Ihnen beschriebene Abwertungsmechanismus greift. Das widerspricht allerdings allem, was ich bisher gehört, gelesen und erfahren habe.
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Sie sehen mich verwirrt.

fathaland slim: Defizite im Euro

Lesen Sie bitte den Kommentar von "SydB", der über dem Ihrigen steht. Daraus geht hervor, daß Lettland den Euro seit 2005 de facto schon hat.
Sehen Sie, genau das passt doch mit dem Kommentar von nny zusammen. Wenn sie sich bereits hart an den Euro geklammert haben, konnten sie quasi nur in das Leistungsbilanzdefizit rutschen.
Das "Problem" ist weniger komplex als Sie denken, es macht absolut Sinn.

@fathaland slim

Richtig. Wie gesagt, ich kenne Lettland sehr gut, meine Frau ist Lettin. Aus Riga!
Natürlich gibt es Probleme in Lettland. So die Rente. Dabei darf man nicht vergessen dass die heutigen Rentner Bürger der UdSSR waren und ganz andere Rentenaussichten hatten. Sehe ich ganz gut an meiner Schwiegermutter.
Was hier auch angeführt wurde ist die russische Minderheit die sich ach so benachteiligt fühlt.
Diese Menschen leben z.T. ihr ganzes Leben im Baltikum und hatten nie notwendig die Landessprache zu lernen (auch heute noch nicht), warum auch aus ihrer Sicht. Und genau dies ist halt Voraussetzung die lettische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Der OB von Riga ist gebürtiger Russe, soviel zum "Fremdenhass" in Lettland.

fathaland slim: Verwirrung um Regelmechanismen

Ich sehe Sie verwirrt, kann Ihnen aber helfen, das zu verstehen. Natürlich gibt es in der Realität nie das perfekte Gleichgewicht. Die Anpassungsprozesse bei Wechselkursen, bei Preisen oder bei Angebotsmengen führen immer dazu das es über oder unter das Ziel schießt. Immerhin plant ein Unternehmer, investiert, stellt ein oder entlässt Mitarbeiter mit Kündigungsfristen. Nichts passiert in der aktuellen Sekunde.
Das alles ist ja auch nicht das Problem, wenn es über die Zeit halbwegs ausgeglichen ist. Wenn aber ein Land keine dynamischen Regelmechanismen mehr hat, wird es dauerhaft über oder unter dem Optimum liegen. Und eine ausgeglichene Leistungsbilanz ist das Optimum, kein Überschuss wie in Deutschland, weil man damit nur Forderungen aufbaut, die bei dauerhafter Verschuldung der Handelspartner nie mehr ausgeglichen werden können.
Wenn es diese dynamischen Anapssungsprozesse nicht mehr gibt, muss man harte Anpassungen durchführen, die da wären: Preise und Löhne senken.

tanaka: Kaufkraft des Euros

Liegt da nicht eins der Probleme? Innerhalb eines Währungsraumes sollte die Währung überall gleiche Kaufkraft haben. Dachte ich jedenfalls immer.

Das ist ein richtiger und wichtiger Gedanke. Im Grunde ist es ja langfristig auch so und ja, es ist ein Problem. Wir haben das bei der Wiedervereinigung erlebt.
Strom, Gas, Post, Telefon kosteten schlagartig das Gleiche wie im Westen, die Löhne waren aber deutlich niedriger. Die Firmen konnten nur noch in der neuen harten Währung handeln und verloren die Handelspartner in den Ländern außerhalb dieser harten Währung, quasi über Nacht. Firmen gingen reihenweise pleite und wurden für eine symbolische Mark an die Konkurrenz verkauft.
Die Löhne passen sich dann langsam an, aber selbst heute ist der Prozess noch nicht vollendet. Die höheren Kosten sind sofort da. Diese "Vereinigung" nutzte quasi nur den Firmen, die bereits Bestand in dem Währungsraum hatten.

19:11, Trecker

Ich kann nur sagen: Leistungsbilanzdefizite und -überschüsse dauerhafter Art gab es lange vor Einführung des Euro in Europa. Da wurde nix ausgeglichen, damit wurde gelebt und gewirtschaftet. Gleichzeitig wurde natürlich viel geklagt, in Sonntagsreden.

fathaland slim: Leistungsbilanz

Schauen Sie sich bitte Statistiken oder volkswirtschaftliche Vorträge dazu an! Ja, es mag immer Defizite und Überschüsse gegeben haben. Aber die Verhärtung und die Extreme, die dabei im Euro-Raum entstanden sind, sind neu.
Und genau so war es nach der deutschen Wiedervereinigung, wo es mit dauerhaften Transferzahlungen ausgeglichen wurde.
In Europa hat man so einen Transfer nicht eingerichtet, was die sozialen Unterschiede erzeugt.

Leistungsbilanz und Wechselkurs erklärt

Wegen der obigen Verwirrung möchte ich gerne mal den Zusammenhang erklären:
Defizitland:
Defizit -> mehr Import als Export -> Währung strömt auf Märkte -> Abwertung -> Import wird teurer, Export günstiger -> Defizit sinkt
Überschussland:
Überschuss -> mehr Export als Import -> Währung wird knapper -> Aufwertung -> Import wird günstiger, Export teurer -> Überschuss sinkt
ERGO: Dynamischer Ausgleich, der jetzt innerhalb des Währungsgebiets fehlt.
Und ja, dieser Ausgleich kann dauern, niemand baut in ein paar Monaten eine Exportindustrie auf.

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