Kommentare

Demokratie

Und hier sehen wir wieder einmal wie die Demokratie (Volksherrschaft) in der EU gehandhabt wird:

"Laut einer Umfrage ist jedoch mehr als die Hälfte der Letten gegen die Einführung des Euro."

Aber die Politiker wissen es ja so viel besser.

Getreu dem Moto der EU:

veni, vidi, violini

(Ich kam, Ich sah, Ich habe vergeigt)

Die Letten sehen die Euroeinführung skeptisch!

Ich auch, ihr lieben Letten.
Noch geht es euch verhältnismäßig gut. Genießt eure Landeswährung solange ihr diese noch habt. Ab 2014 wird dann mit Sicherheit alles teurer. Werden eure Löhne im Gegenzug steigen? Wohl eher nicht.
Es ist mir ein Rätsel warum die Eurozone erweitert wird bevor die Probleme des Euros gelöst sind. Aber erst einmal könnten die Letten zu Rettern werden, obwohl die menschen weniger verdienen als in Südeuropa.
Willkommen im Club der Retter!

Die Letten und der Euro

Die Bevölkerung dort ist als gar nicht begeistert von der Euro-Einführung?

Macht nichts. Wir wurden auch nicht gefragt. Dafür angelogen. Der Euro, eine Geschichte von gebrochenen Verträgen, Versprechen. Gebaut auf Lug und Trug, eine wahre Erfolgsgeschichte, die uns noch teuer zu stehen kommen wird. Den Letten gilt heute schon mein Bedauern.

@Pessimist

Ja, das mit der Demokratie ist so eine Sache...
In den wenigsten EU-Staaten wurde die bevölkerung zur Euroeinführung je gefragt und in Irland wurde die Bevölkerung so lange befragt bis sie endlich entnervt zugestimmt haben.
Zur unsäglichen Rettungspolitik wurde auch kein EU-Bürger je befragt.

@ Pessimist

Eine Frage lieber Pessimist, warum sollten die meisten Bürger (damit meine ich nicht explizit die Letten), von denen nur wenige mehr über Wirtschaft wissen als in Boulevard-Zeitungen (falsch) wiedergekäut wird, mehr Wissen haben als die FACHgremien, deren Empfehlungen Politiker folgen?

Der Euro hat einige sehr große Vorteile und da ist der Fakt, dass ich in den Urlaub fahren kann ohne Geld tauschen zu müssen, meine geringste Freude. Wenn man seinen Horizont etwas erweitern möchte, kann man sich gern ein wenig damit beschäftigen. Leider plappern viele nur das nach, was fragwürdige Medien ungeprüft behaupten.

Der Rettungsschirm ist schon gespannt

Das Land befand sich in den Jahren 2008/2009 in einer sehr schweren Finanz- und Wirtschaftskrise...! ...Befand...?

Und nun hat man sich auf "Euro Niveau" gehungert. immer nur ein Ziel vor Augen...!

Ich vergleiche das mit einer Braut die eine strenge Diät macht, um in ihr Hochzeitskleid zu passen...!

Nach der Hochzeit kann man das mit der Diät dann gelassener sehen, denn der Ehemann ist ihr ja erstmal sicher.

Von der Meinung des Volkes wollen wir gar nicht erst reden.

Herzlich willkommen Lettland. Die stärkeren EU- Länder werden bis zum bitteren Ende für Euch bürgen....!

Dafür sind wir ja die "Bürger"...!

Falsch

Jeder Erweiterung der EU oder der Euro-Zone in der aktuellen Krisenphase ist einfach falsch. Warum sich noch mehr potentielle Probleme mit in Boot holen? Der Euro-Raum kann wohl kaum entscheidend von Lettland profitieren, dass aber auch ein kleines Land große Probleme und Kosten mit sich bringen kann, hat man ja an Zypern gesehen. Solange nicht die gravierenden Mängel behoben wurden und die vollkommen falsche und unverantwortliche Rettungspolitik nicht beendet wurde, sollte man garnicht erst über weitere Mitgliedsländer nachdenken.

@ mondfee

Ab 2014 wird dann mit Sicherheit alles teurer. Werden eure Löhne im Gegenzug steigen? Wohl eher nicht.

Das hat andere Gründe als die Euroeinführung. Die Inflation des Euros liegt und lag eigentlich immer unter der, die die DM hatte. Dagegen hat uns die Euroeinführung aber enorme wirtschaftliche Erfolge beschert.

Dass die Löhne in den letzten Jahren nicht gestiegen sind ist zudem auch nicht ganz richtig. Im unteren gesellschaftlichen Drittel sind die Reallöhne tatsächlich drastisch gefallen. Im mittleren Drittel sind sie vergleichsweise stabil geblieben und im oberen stark gestiegen. Das hat aber mehr mit dem erstarkten Wettbewerb durch "Niedriglohnländer" und die Abwanderung einiger Großindustrie zutun, sowie zweifelhafter politischer Entscheidungen, die uns dafür aber in den Jahren 2008 bis 2010 extrem geholfen haben.

@Münzi

Ja, alle prosperieren dank des Euro - die Griechen tanzen vor Freude auf den Straßen, auch die spanischen und portugiesischen Jugendlichen stimmen mit ein. In Frankreich herrscht Hochstimmung, der Industrie in Italien ging es niemals besser als heute, auch die Infrastruktur in Deutschland wurde auf Vordermann gebracht, alles läuft wie geschmiert.
Die Politik mit ihren Fachgremien ist schon toll, alles läuft bestens. Einzige Voraussetzung: Das komplette Ignorieren der Realität. Falls das mal nicht hilft weil der Mob vor der Türe steht kommt der Teil mit dem Gesundbeten. Wenn auch das irgendwann versagt... wir werden sehen.

@Münzi

Ab2014 wird dann mit Sicherheit alles teurer. Werden eure Löhne im Gegenzug steigen?
Mit der Euroeinführung wurden die Löhne und Gehälter, Mietverträge und sonstige Verträge zum Kurs 1,95583 umgerechnet.
Viele Lebensmittelpreise und die Preise in der Gastronomie wurden schlagartig teurer.
Man will uns oft weismachen, dass uns der Euro enorme wirtschaftliche Erfolge beschert hat. Doch wer bitte ist "uns"? Der Euro hatte den deutschen Exportfirmen Erfolge beschert, den Arbeitnehmern, die durch ihre Arbeit zu dem Erfolg beigetragen haben, haben jedoch nicht von dem Erfolg profitiert.
Nach der Bundestagswahl werden wir sehen können wie die Erfolgsgeschichte des Euros weiter geht.

@my3cents

Ihrem guten Kommentar ist nichts hinzuzufügen.

Erweiterung um solide Länder wie Lettland erfreulich!

Solange die Beitrittskriterien erfüllt sind wie im Falle Lettlands, das eines der höchsten Wachstumsraten der EU aufweist, ist eine Erweiterung der Eurozone erfreulich, zumal eine Erweiterung um Nordländer die Position der Bundesbank im EZB-Rat gegenüber den laxeren Südländern stärkt.

Was viele verwechseln: Die Krise in vielen europäischen Ländern ist nicht primär dem Euro zuzuschreiben, sondern einer schlechten Handhabung der Staatsfinanzen, mangelnder Wettbewerbsfähigkeit sowie Missmanagement im Bankenystem. Das sieht man z. B. an den massiven Finanzproblemen der vergangenen Jahre in Island oder Ungarn, die gar keinen Euro haben.

Für Lettland wird sich die Euro-Einführung positiv auf Außenhandel und Arbeitsplätze auswirken - genau wie in Estland 2011. Ich freue mich bereits auf die angedachte Euro-Einführung in Litauen in 2015.

@Münzi 13:52

Werteste(r) Münzi,

eine Gegenfrage, wie kommt es das ein Großteil der Politiker über ein Thema abstimmt (z.B.: ESM) von dem sie selber nichts verstehen und sich auch vor einer Abstimmung kein Fachwissen aneignen, bzw. in der sehr kurzen Zeit zwischen Vorlage und Abstimmung aneignen können?

Fakt ist doch das der Kreis der "Wissenden" die letztlich vorgeben wie bitte abzustimmen ist, vornehmlich von Vertretern der Wirtschaft, den sogenannten Lobbyisten beraten werden.

Und die haben leider, in erster Linie, nicht das Wohl der Bürger im Sinn sondern das der Firmen, für die sie arbeiten.

Das dann besagte Konzerne, Banken und Konsorten tatsächlich vom Euro und der Rettungspolitik profitieren, da möchte ich gar nicht widersprechen.

Letten sehen Euro-Einführung skeptisch.....

.....und nicht nur die Letten.
Die EU ist mittlerweile zu einem Wald verkommen, in dem immer mehr kranke Bäume gepflanzt werden, die eines Tages dem lauen Winde nicht mehr standhalten, und die gesunden Bäume beim Sturz mit zu Boden reissen, welche eigentlich das kranke Holz immer wieder aufs Neue stützen soll.
Ich sehe eine rosige Zukunft für den €uro nur mit einer rosaroten Brille!

Eines verstehe ich nicht

Wieso erzählt Rolf Dieter Krause was davon, dass die Letten sich mehr angestrengt haben als die Griechen oder Portugiesen? Welche Reformen waren denn das? Bitte mal auf den Tisch legen!

Für mich klingt das so, als würde man krampfhaft versuchen die Austeritätspolitik als erfolgreich zu verbuchen. Einfache Logik: Wenn kein Sparerfolg eintritt, wurde nicht gespart.

Die Einschnitte im öffentlichen Dienst sind durch aus vergleichbar, aber aus Lettland sind mehrere Hunderttausend (!) Menschen schon vor der Krise ausgewandert. Darüber hinaus haben sie 2007 Gelder in Höhe von 1/3 des BIP erhalten!

Was uns Herr Krause nicht sagt ist, dass die Lettische Wirtschaft ein Defizit schon mit eigener Währung aufweist, und Deutschland ideal den Maschinenbau überrollen kann.

Aber Hauptsache Maastricht stimmt.

Der Euro hatte den deutschen

Der Euro hatte den deutschen Exportfirmen Erfolge beschert, den Arbeitnehmern, die durch ihre Arbeit zu dem Erfolg beigetragen haben, haben jedoch nicht von dem Erfolg profitiert.

Doch er hat auch dem Arbeitnehmer etwas gebracht, nämlich den Erhalt oder Ausbau bestimmter Arbeitsplätze. Sie glauben doch sicher nicht, dass es diese Stellen gebe, wenn wir nicht ins Ausland exportieren würden?! Nicht einmal wir deutschen kaufen doch häufig unsere eigenen Produkte.

Ich warte auf dem Tag wo man das Volk...

Ich warte auf dem Tag wo man das Volk fragt welche Währung Sie möchten! Gruss

@ my3cents

Sie verkennen Ursache und Wirkung. Das eine ist eine Staatsschuldenkrise, die aufgrund zu vieler (Steuer-)Geschenke u.ä. bei zu geringer Produktivität durch diverse Bankenpleiten ausgelöst wurde. Der Euro hatte darauf keinen wirklichen Einfluss.

Wir hätten mit Sicherheit auch den Krisenstaaten in der EU geholfen, wenn es keinen Euro gegeben hätte. Denn auch dann hätte es wirtschaftliche Abhängigkeiten zwischen den Staaten gegeben.

Schade, dass das bis heute (immerhin 5 Jahre seit Beginn der Krise) noch nicht verstanden ist.

@ mondfee

Der Euro hatte den deutschen Exportfirmen Erfolge beschert, den Arbeitnehmern, die durch ihre Arbeit zu dem Erfolg beigetragen haben, haben jedoch nicht von dem Erfolg profitiert.
Doch er hat auch dem Arbeitnehmer etwas gebracht, nämlich den Erhalt oder Ausbau bestimmter Arbeitsplätze. Sie glauben doch sicher nicht, dass es diese Stellen gebe, wenn wir nicht ins Ausland exportieren würden?! Nicht einmal wir deutschen kaufen doch häufig unsere eigenen Produkte.

Fällt eigentlich mal wem auf...

dass an den Miseren der europäischen Ländern nicht der oft gescholtene €uro schuld ist, sondern die hochgelobte Globalisierung? Der Wirtschaftskrieg, der gerade in Verhandlungen über den 'Freihandel' mündet?
Ich beglückwünsche Lettland zu seinem Mut und hoffe, der Euro kann sich bald aus der Globalisierungs- und Dollarfalle befreien!

@Münzi

"Eine Frage lieber Pessimist, warum sollten die meisten Bürger (damit meine ich nicht explizit die Letten), von denen nur wenige mehr über Wirtschaft wissen als in Boulevard-Zeitungen (falsch) wiedergekäut wird, mehr Wissen haben als die FACHgremien, deren Empfehlungen Politiker folgen?"

Lassen Sie mich antworten:

Weil entgegen ihrer Annahme und, bis auf opportunes Verhalten (siehe Handelsbilanz) kaum ein Blatt Papier zwischen dem Boulevard und den "Fachgremien" liegt. Der Boulevard sagt häufig genau das Gleiche wie die häufig zitierten Experten.

Der Boulevard muss jedoch einen Drahtseilakt zwischen Euroskeptizismus und Befürwortung (fataler) Krisenpolitik wagen.

@14:31 von Mavomi

Man hat den Letten in den vergangenen Jahren sehr harte Sparmassnahmen, und Reformen auferlegt, nur um erst einmal die Beitrittskriterien zu erfüllen...!

Was sind denn das bitteschön für Voraussetzungen für eine sorglose Zukunft des Landes...?

Natürlich wird es dort in naher Zukunft schlimmer kommen. Die meisten Bürger haben dies wohl auch erkannt, wurden aber nicht gefragt...!

@Münzi

Doch er hat auch dem Arbeitnehmer etwas gebracht, nämlich den Erhalt oder Ausbau bestimmter Arbeitplätze.

In den Exportunternehmen sind zunehmend Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor entstanden. Die gut verdienende Stammbelegschaft macht nur 1/3 tel der Gesamtbelegschaft aus. Sklavenarbeit (Leiharbeit und Werkverträge) prägen das Bild der Werkhallen.
Der Ausdruck "bestimmter Arbeitsplätze" ist zum auf der Zunge zergehen lassen.
Mit dem Exportüberschuss schadet Deutschland im übrigen den Südländern.
Eine ausgewogene Handelsbilanz wäre wünschenswert.
Warum kaufen wir keine deutschen Produkte? Es gibt nur noch wenige Produkte, die in Deutschland produziert wurden, weil längst in Fernost produziert wird.

@ Pessimist

Eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten halte nicht nur ich für ganz schlechten Stil. Allerdings möchte ich Ihnen trotzdem antworten, da dies ein anderes Thema ist.

Das Politiker keine Kenntnis aller Fakten haben, ist natürlich unglücklich. Allerdings kann man das auch nicht von allen Politikern erwarten. Jeder Bundespolitiker ist normalerweise Mitglied einer Kommission mit bestimmtem Schwerpunkt. Es ist völlig ausreichend, wenn Politiker, die sich mit einem Thema nicht intensiv beschäftigen können, von anderen mit diesem Schwerpunkt bei der Entscheidungsfindung beraten werden. Immer über alles zu 100 % Bescheid zu wissen ist schlicht und ergreifend unmöglich.

Ein Beispiel, in der Bundespolitik sitzen teilweise auch Politiker, die aus den Ingenieurs-, Natur- oder Geisteswissenschaften stammen. Wie sollen die sich intensiv mit Wirtschaftsfragen in ihrer ohnehin begrenzten Zeit beschäftigen können, so dass sie auf dem gleichen Stand sind wie die "Profis" ihrer Partei?

@ 14:38 von Nana

Wegen unerträglicher Lebensumstände verliessen 10 % der arbeitenden Bevölkerung das Land.
Dadurch sank die Arbeitslosenquote. (Ja nee...,is klar)

Das Bruttoinlandsprodukt fiel innerhalb von zwei Jahren um 25 Prozent. Das Land konnte nur durch Gelder des IWF vor dem Bankrott bewahrt werden.

Die Regierung von Ministerpräsident Vladis Dombrovskis beschloss auf Druck des IWF drakonische Sparmaßnahmen, strich Arbeitsplätze, kürzte die Löhne und entwertete die Landeswährung LAT.

Und diese Abwertung der Währung ist dann auch Geschichte...!

@ thengel

Schön, dass wenigstens ein paar Personen diesen Umstand erkennen. Die Globalisierung ist tatsächlich Segen und Fluch zugleich. Während andere, bisher eher rückständige Staaten ihren Wohlstand erhöhen können, sozusagen ihr Stück am (Wohlstands-)Kuchen erkämpfen, müssen wir eben ein bisschen was von unserem bisher sehr großen Stück abgeben. Wir regen uns sozusagen darüber auf, dass so langsam partiell "Gerechtigkeit" einkehrt. Und das machen wir nur, weil wir als Staat überdurchschnittlich gut dastanden. Wir (als Staat) sind sozusagen die Großverdiener, deren Wohlstand nicht beschnitten werden darf, während wir uns im privaten über die böse Managerelite aufregen.

@Dittsche - 13:55 Uhr keine Sorge

..Lettland wird nicht gerettet werden müssen.

@ Nana

Weil entgegen ihrer Annahme und, bis auf opportunes Verhalten (siehe Handelsbilanz) kaum ein Blatt Papier zwischen dem Boulevard und den "Fachgremien" liegt. Der Boulevard sagt häufig genau das Gleiche wie die häufig zitierten Experten.

Da habe ich mit Verlaub einen deutlich anderen Eindruck. Der Boulevard beschreibt sehr selektiv nur die negativsten Szenarien und informiert auch nicht umfassend über positive Aspekte. Haben Sie im Boulevard in den letzten 5 Jahren auch nur einmal etwas über die deutlich positiven Aspekte des Euros oder der EU gelesen? Wohl kaum, denn das verkauft sich gerade besonders schlecht.

@ Münzi

Absolut richtig. Das einige selbtsernannte Experten diesen Fakt nicht akzeptieren wollen bzw. ignorieren wird wohl daran liegen, dass es sich dann schlechter gegen den Euro wettern läßt. Und das wiederum gehört anscheinend zu den bevorzugten Freizeitaktivitäten einiger unserer Landsleute.

Wer erfüllt denn die Kriterien bei den EU-Staaten?

Ich glaube mich zu erinnern, dass viele EU-Staaten gegen die Maastricht-Kriterien verstoßen, sei es die Verschuldung oder das Haushaltsdefizit.
Bei der Verschuldung liegt doch Deutschland selbst ständig über den 60%.

Wir sollten erst die eigenen Probleme lösen, sonst tun wir niemandem einen Gefallen, auch Lettland nicht.

Und das hat mit dem Euro selbst nichts zu tun. Falls doch bitte Belege liefern und nicht einfach auf den Euro schimpfen.

@lieber Jung - 14:33 Uhr - auch ohne rosarote Brille..

sieht die Zukunft für den Euro so schlecht nicht aus. Die Geburtsfehler sind mittlerweile bekannt und auch erkannt. Die Euro-Krise ist, wenn nicht schon durchstanden, dann zumindest schon über dem Zenit hinaus. Das sehen auch die Finanzmärkte so.

Es muss noch viel reformiert werden und an einigen Stellen wird es auch nochmals weh tun (sprich viel Geld kosten). Diejenigen, die den Euro immer noch in Frage stellen, haben eben noch nicht gemerkt, das sie den Entwicklungen schon hinterherlaufen. In 2-3 Jahren fragt da keiner mehr nach denen.

Andere Wirtschafts- und Währungsräume haben auch ihre Probleme (gehabt und werden sie auch wieder haben).

Und ja, die Schulden werden noch weiter wachsen, aber im Verhältnis zum BIP abnehmen.

Ich erinnere mich übrigens, dass auch in Deutschland damals mind. 53 % gegen die Euroeinführung waren. Heute sind mehr als 2/3 dafür.

@ mondfee

Ich weiß nicht wo Sie tätig sind bzw. woher Sie Ihre Informationen beziehen, aber diese ständigen pauschalen Aussagen zu Sklavenarbeit usw. sind nicht nur extrem übertrieben sondern auch langweilig. Diese polemische Art, permanent das Leben in diesem Land als so übertrieben unerträglich darzustellen, verursacht bei mir nur Kopfschütteln.

@Münzi

Und die Experten die unsere Euroretter beraten ("Deutschlands klügster Professor") empfehlen drakonische Sparmaßnahmen (Reformen genannt).

Unabhängig davon sind diese Experten natürlich für weitere Aufnahmen. Wo sollen wir denn mit unserem Handelsüberschuss hin? Das erinnert entfernt an ein Schnellball System.

Abgesehen davon ist ökonomisches Basiswissen keine Zeitverschwendung in diesen Zeiten. Soweit ich weiß bemühten sich diverse Volksvertreter in vergangenen Zeiten auch darum. Das Problem heute ist: sollten sie etwas in Erfahrung bringen, was der öffentlichen Linie widerspricht, sind Sie als Politiker geliefert wenn sie es herumposaunen. Wer meint zB das die Handelsüberschüsse schädlich sind (und das sind sie faktisch), wird in der Presse gleich nieder gemacht. Denn unsere Linie ist zB das Handelsüberschüsse unser Recht sind, basta.

Ein Politiker, der sich wählen lassen will, muss diese Linie vertreten. Er kann sein "Fachwissen" sogar teilweise aus dem Boulevard nehmen.

@Dittsche 15:17 - Abwertung des LAT? glatte Falschaussage

Der LAT war schon vor der Krise in 2008 fest an den Euro gebunden und wurde nicht abgewertet. Ich weiß nicht wie sie auf so eine falsche Behauptung kommen.

Durch die von Ihnen genannten Kürzungen fand quasi eine innere Abwertung statt. Arbeit wurde drastisch verbilligt.

So überwand Lettland bereits nach kurzer Zeit die Krise und ist aktuell die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft in der EU.

Diese "innere Abwertung" hätten Länder wie Portugal und Griechenland auch nötig. Dort waren und sind die Menschen aber nicht bereit einmal erreichtes wieder abzugeben. Und das obwohl dort das Einkommensniveau deutlich höher ist, als bspw. in Lettland.

Insbesondere in Griechenland, aber auch in Portugal und Spanien sind die Jahre vor der Krise und nach der Euroeinführung nicht genutzt worden. Man hat einfach den Bonus "verfrühstückt" und ist nicht bereit die Zeche zu zahlen.

@15:40 von vriegel

Ich habe in Ihrem Beitrag Ironie gesucht, aber keine gefunden...!

Meinen Sie das wirklich ernst...? Also mal ehrlich, Ihren Optimismus möchte ich haben.

Zwei Drittel der deutschen wären also Ihrer Meinung nach bei heutigen Umfragen für den Euro...?

Wo haben Sie denn die Zahlen her...?

Und im Übrigen: Lettland wurde bereits mit Geldern des Internationalen Währungsfonds vor einem Staatsbankrott gerettet.

Durch die harten Sparauflagen hat das Land dann zehn Prozent seiner Bürger durch Auswanderung verloren.

Wenn Sie das Land nun noch einen "stabilen Partner" innerhalb der EU nennen, dann wundert mich gar nichts mehr...!

All das erleben wir doch gerade bei Griechenland, Zypern & CO.

Warum tut sich dieses Land denn so etwas an ? Ist es die Aussicht auf Rettungsschirme...?

@Münzi

Ihr Argument ist, dass die Bevölkerung zu dumm ist den Sachverhalt zu kapieren und von daher es richtig ist, dass die Regierenden ignorieren, dass die Mehrheit den Euro gar nicht will. Ich finde das ist eine traurige Sicht auf die Dinge. Ich bin froh in einer Demokratie zu Leben und nicht in einer Diktatur. Darum finde ich es ziemlich dreist wenn sich die Regierung über den Willen der Bevölkerung hinwegsetzt. Wenn die Mehrheit falsch liegt dann ist das eben der Preis der Demokratie, lieber so als ein Diktat.

Zudem gibt es genug Experten die der Meinung sind der Euro kann nicht funktionieren bei Ländern die so unterschiedliche Wirtschaftsleistung haben. Es gibt auch Experten, die sagen unser Währungssystem steht vor dem Ende es ist nicht mehr eine Frage ob sondern wann es zusammen bricht.

Der Vorteil des Euros ist auch fraglich. Die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden hat sich reduziert. Viele Bürger arbeiten nicht mehr Vollzeit oder haben Unterbrechungen in Ihrem Lebenslauf. Die Bürgen werden mit billigen Geld bezahlt und haben effektiv weniger Geld in der Tasche. Ich kenne eigentlich nur Beispiele wo Firmen ihre Mitarbeiterzahl drastisch reduziert haben, aber toll als Ausgleich haben wir jetzt Amazon und co. OK vielleicht, aber nur vielleicht wäre es ohne Euro schlimmer aber ein Erfolg ist der Euro dadurch nicht.

@ Nana

Ich gebe Ihnen Recht, dass Handelsüberschüsse global (oder in dem Fall EU-weit) gesehen problematisch sind. Da es hier aber um unser Einkommen als Staat geht, werden die Politiker natürlich für den Beibehalt unserer Überschüsse kämpfen. Dürften wir nicht soviel exportieren, dann würde das die Deutsche Wirtschaft und das Steuereinkommen massiv belasten.

Sparmaßnahmen sind nebenbei bemerkt nicht so unsinnig. In den letzten 20 Jahren haben wir verschiedene Krisen versucht mit immer mehr Geld zu lösen. Gebracht hat es leider nicht viel. Die aktuelle Krise ist in zu hohen Staatsschulden begründet. Besiegt man die tatsächlich indem die Staatsverschuldung erhöht wird und dafür Investitionen getätigt werden, deren Nutzen höchst fragwürdig ist? Selbst Steuererleichterungen für die Bürger wären als Maßnahme äußerst fragwürdig, denn wir investieren ohnehin mehr in Produkte aus Fernost als in unsere und somit stärkt man nicht einmal den Binnenmarkt. Bezug zum Handelsüberschuss erkannt?

@ tsmikey

Deswegen leben wir in einer repräsentativen Demokratie. Die Menschen wählen Politiker, von denen sie glauben, sie würden mit ihrem Fachwissen und ihren Idealen, die eigenen Bedürfnisse optimal schützen.

Der einzelne Bürger ist nicht in der Lage in jedem Gebiet Experte zu sein, zumal er einen eingeschränkten Zugang zu Informationen hat (teilweise auch aus gutem Grund).

Ich möchte jedenfalls nicht darunter leiden wollen, wenn die Bürger zwecks (selbstverschuldetem) Mangels an Wissen - ich spreche nicht von fehlender Intelligenz oder Dummheit, wie sie es interpretierten - falsche Entscheidungen treffen. Ein vortreffliches Beispiel für das Versagen direkter Demokratie ist beispielsweise das völlig unsinnige Minarettverbot in der Schweiz.

Nebenbei, ich bin sicher, würden wir eine direkte Demokratie haben, müssen auch bald alle Topverdiener aus Deutschland flüchten. Dann würde man diese per Gesetz nämlich zumindest teilweise enteignen.

Ganz so einfach ist es nicht

Griechenland hat zwar eine geringere Inflation sprich niedrigere Lohnstückkosten nötig. Im Maastricht Vertrag sind 2% vereinbart.
Deutschland dagegen braucht dringend eine Anhebung der Inflation in Form höherer Löhne. In einer Währungsunion führt ein ausbrechen einzelner Staaten nach oben oder unten zur Kriese. Deutschland liegt seit vielen Jahren darunter. Darum geht es uns beim Export auch so gut.
Es ist ja nicht so das die Produkte nicht vorhanden sind. Es kann sich nur ein Teil von uns diese Produkte nicht leisten. Eine konzentration auf den Binnenmarkt hätte viel mehr Wachstum gebracht.
Sollten die USA oder China "husten" hat unsere Exportwirtschaft die "Grippe" und wir große Probleme.
Trennen sollte man davon die Auswirkungen der Finanzkriese. Das ist eine Bankenkriese aber kein Problem des Euro.

Buchstäblich demokratisch

@Pessimist:
"Laut einer Umfrage ist jedoch mehr als die Hälfte der Letten gegen die Einführung des Euro."

 
Ja da sollste mal sehen. Ich erinnere mich, als wir im Englischunterricht das past tense eingeführt haben, war auch die große Mehrheit der Klasse dagegen. Genutzt hats nix. Unser Englischlehrer hat es uns trotzdem beigebracht und heute bin ich froh drum.
Alles klar?

Willkommen

Je mehr Länder im Euro sind, desto besser. Willkommen liebe Letten.

@ Münzi Handelsüberschüsse unser Einkommen?

Wie essen sie den Ihr Geld am liebsten?

Ein Handelsüberschuss läuft über Schulden.
Wir sehen dafür keine Waren oder Dienstleistungen. Macht ein Land pleite haben wir noch nicht mal Ansprüche als Gläubiger. Etwa nach den Schuldenschnitt in Griechenland.

@Münzi

"Bezug zum Handelsüberschuss erkannt?"

Es tut mir Leid, aber das ist schon eine sehr gewagte Behauptung. Immerhin verdienen wir hier an den Produkten mit. Außerdem gibt es keine "staatsschuldenkrise", somndern nur Banken die den Staaten nicht trauen (selbsterfüllende Prophezeiung, da Finanzierung nur über Geschäftsbanken).

Wenn es außerdem wahr ist, dass wir in Produkte in Fernost investieren (wobei es eher Spekulationen sind, und keine realen Werte), würde unser Überschuss nicht durch die Decke gehen.

Und wer Überschüsse haben will, braucht jemanden, der sich verschuldet. Und auf einmal wird das Motiv Deutschlands weitere Länder in den Euro aufzunehmen sehr viel klarer. Wir brauchen Leute die sich verschulden. Und das ist ein endliches Spiel. Die Konsumenten hierzulande bekommen kein Geld, und die anderen müssen sich verschulden. Die Profiteure zocken auf den Finanzmärkten mit dem erarbeiteten Geld.

So funktioniert das nicht auf Dauer.

@Münzi

Und noch was: Ihr glaube daran, dass in ökonomischen Fragen die Fachleute beraten ist nicht ganz richtig. Es beraten Ökonomen aus den Bereichen bestimmter ökonomischer Schulen die Regierung.

Was das in der Praxis bedeutet, kann man an der Eurokrise sehen. Sie erleben gerade live wie diese Schulen im historischen Ausmaß scheitern.

Es geht hier nicht um Physik oder Chemie - also empirischer Wissenschaften. Es geht hier um Interpretationen von Vorgängen, man könnte schon fast Theologie sprechen. Diese Leute glauben nur zu wissen wie bestimmte Abläufe statt finden. Dazu haben sie sich ganze Modellwelten erdacht, in der alles wunderbar zusammen passt - wenn da die Realität nicht wäre.

Ein weiteres Beispiel wäre die Krise 2008 die keiner hat kommen sehen.

als Griechen oder Italienern. Gerade für kleine Staaten ist der Euro eine große Hilfe, da er umso mehr vom Außenhandel abhängig ist.
Es sollte zwei Eurozonen mit zwei verschiedenen Währungen geben, eine, die aus Südeuropa und eine, die aus Nordeuropa besteht.

@Dittsche 16:11 Uhr - 69 % für den Euro in Deutschland

Das ist eine representative Umfrage des Forsa-Institutes. Bei Nettoeinkommen ab 3.000 € mtl. steigt die Bewertung auf 79 %...

Das Lettland nicht mit Griechenland und Zypern vergleichbar ist, sollte auch einem Laien klar sein. Die Situation und die Ursachen für die Rettungsaktion von IWF und EU waren andere, ebenso die Rahmenbedingungen.

Von den "ausgewanderten" 10 % der Bevölkerung sind mittlerweile viele wieder im Land.

Die Gründe für Lettlands Beitritt? Erwartetes Wirtschaftswachstum, ausländische Investitionen, mehr Arbeitsplätze, politische Sicherheit und natürlich auch finanzielle Stabilität.

Ich kenne das Land gut. Estland noch besser. In Estland hat der Euro auch viel positives gebracht. Dort war die "Abgrenzung" zu Russland sicher ein noch wichtigerer Aspekt für den Euro.

@Pessimist -nach Umfragen regieren?-

Nunja, wenn nach einer Umfrage regiert werden soll, dann halte ich das auch nicht gerade für "demokratisch". Wie ist sie zustande gekommen? Wer wurde wann befragt? Wie lauteten die Fragestellungen? Wer hat die Umfrage wie ausgewertet? Und so fort.

Wir haben die Politiker gewählt und Ihnen damit das Mandat erteilt, auf Zeit genau diese Entscheidungen zu fällen.

Sie können ja eine der 38 Parteien, die bei unserer nächsten Bundestagswahl zugelassen sind, wählen. Oder noch besser: Werden Sie selbst aktiv und organisieren Sie sich die Mehrheiten!

Ohne Investitionen gibt es kein Wachstum. Und ohne Kredite (egal von wem), gibt es keine Investitionen. Jemand verschuldet sich, um sich etwas zu leisten, was er sich sonst nicht (sofort) leisten könnte. Durch seine Arbeitskraft verdient er Geld und zahlt die Schulden zurück. Oder ein Unternehmer nimmt einen Kredit auf um sich eine Maschine zu kaufen, mit der er Geld verdient. Mit einem Teil dieses Geldes zahlt er die Schulden zurück.

Der Wirtschaftskreislauf bedingt, dass alles stetig wächst, wenn auch nicht immer alles gleich schnell und proportional. Wenn diese Dinge zu sehr aus dem Gleichgewicht geraten, dann gibt es Probleme.

Diese müssen dann korrigiert werden.

Grundlegend ist aber nichts falsch daran, es sei denn man ist Kommunist und hält nichts von Marktwirtschaft.

@my3cents -EURO weg und alles wird gut?-

Die wirtschaftlichen Probleme lassen sich doch nicht so einfach auf den EURO schieben. Ich denke, im Gegenteil, dass Spekulationen gegen so kleine Währungen wie der lettischen eine ernsthafte Gefahr für das Land darstellen.

Auch noch den Investitionsstau in die Infrastruktur in Deutschland auf den EURO zu schieben und auch das ganze "Schuldenmachen" fast aller EU Staaten ist nun wirklich an den Haaren herbeigezogen. Hier hat die Politik versagt, ob mit oder ohne EURO.

@Münzi 16:26 - Minarettverbot

So sehr ich Ihre Kommentare hier bisher geschätzt habe - aber das Minarettverbot in der Schweiz als "Demokratieversagen" zu bezeichnen...

Das ist eine demokratische Entscheidung und von daher zu akzeptieren. Ganz egal wie man das persönlich sieht.

Und mir ist nicht bekannt, dass die Topvediener aus der Schweiz flüchten mussten, aus Angst vor Enteignung. Auch dort gibt es eine Verfassung und andere Gesetze, die nicht so einfach außer Kraft zu setzen sind. Da sehe ich das Risiko hier eher gegeben, wenn die Linke an die Macht käme.

Ich bin übrigens ein Anhänger von mehr direkter Demokratie. Das funktioniert nicht immer alles gleich von Anfang an reibungslos (siehe S21 oder auch die Absetzung Mursi's in Ägypten).

Letztendlich würde sich durchsetzen, dass außreichend Informationen für alle zur Verfügung stehen. Und auch in der Schweiz gehen nie 100 % zur Wahl..

Noch was: Politiker verfügen i.d.R. nicht über Fachwissen! Und Ideale? vielleicht führere Politiker-Generationen mal..

@Münzi

Wir haben keine "Staatsschludenkrise". Die Schulden des Staates sind die Forderungen eines anderen - z.B. von ihnen an ihre Rentenversicherung, die wiederum in Staatsanleihen investiert (investieren muss). Man kann nicht erst allen Bürgern eine private Rentenversicherung aufschwatzen und dann die sicheren Anlageformen durch eine Nahe-Null-Zinspolitik. Wo soll all das Geld denn (sicher!) investiert werden? Außerdem muss irgendjemand Schulden in unserem System machen, sobald alle sparen kollabiert es.
Zum Thema baltische Staaten empfehle ich
http://www.flassbeck-economics.de/abo-preview-lettland-lohne-und-die-kri...

Zitat: "Die Prä­si­den­tin Litau­ens etwa, die gerade den Karls­preis der Stadt Aachen ver­lie­hen bekom­men hat, hat sich in ihrer Preis­rede genau wie­der dahin­ge­hend geäu­ßert. Dass sie gleich­zei­tig öffent­lich sagte, dass ein Vier­tel des litaui­schen Staats­haus­halts aus Brüs­sel kommt, wird in der hie­si­gen Presse nur als Peti­tesse behandelt. "

@mondfee

"Ab2014 wird dann mit Sicherheit alles teurer. "

Nur weil ein solcher Satz immer wieder dahergebetet wird, wird er noch nicht wahr. Wahr ist, dass der EURO preisstabiler ist, als es die DM je war. War ist auch, dass es zur Euroeinführung keine signifikant beweisbaren Verteuerungen gab. Die Inflation bewegte sich im langjährigen Mittel.

Ich kann mir das nur so erklären, dass oftmals die Vergangenheit ein bischen verklährt daherkommt. Der Lebensstandart und unsere Ansprüche sind in den letzten Jahren arg gestiegen, da glauben viele nicht mehr mithalten zu können. Wenn Sie aber ihren Lebensstandart auf den von z. B. 1960 zurückschrauben (kleinste Wohnung, nur 1X pro Woche Fleisch, kein Telefon, kein Auto, max ein paar Schuhe pro Jahr, keinen teuren Urlaub und so weiter...) werden Sie sehr schnell merken, wieviel EUROS plötzlich am Ende des Monats übrig sind!

Nutznießer Deutschland

Für fast alle Süd- und Osteuropa-Staaten ist der Euro Gift. Konnten sich die Letten in der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise in 2008/2009 noch selbst retten wird dies in Zukunft nicht mehr möglich sein. Auch werden Sie mit gleicher Währung aber ungleicher Produktivität wirtschaftlich das Nachsehen haben gegenüber hocheffizienten Ländern wie Deutschland, Holland, Österreich oder Finland.
Um Südeuropa oder Osteuropa eine CHance mit dem Euro zu geben muß entweder Deutschland raus aus dem Euro oder in Deutschland müssten zumindest die Löhne mehrmals im 2-stelligen Bereich angehoben werden. Nur das würde den Handelsüberschuß Deutschlands zu Gunsten schächerer Länder reduzieren, im Umkehrschluß aber gleichzeitig die Binnennachfrage in Deutschland steigern.
Aber nein, die Lohnzuwächse sind marginal und man führt subventionierte 1-Euro Jobs ein. Wie soll so Europa mit einer Einheitswährung funktionieren?

@vriegel

Nun sollten Sie aber wissen, dass sich auch die Welt der Ökonomie seit Adam Smith sich weiter entwickelt hat. So einfach ist es nicht. Es gerät nicht einfach aus dem Gleichgewicht, weil jemand keine Lust hat.

Was sich heute Marktwirtschaft nennt, nenne ich offen Misswirtschaft. Man kann nicht gegen die Realität seine Theorie von der Ökonomie setzen. Die Realität gewinnt da immer.

16:26 von Münzi

"Ein vortreffliches Beispiel für das Versagen direkter Demokratie ist beispielsweise das völlig unsinnige Minarettverbot in der Schweiz."

Wieso um alles in der Welt ist dies ein Versagen der direkten Demokratie? Weils Ihnen nicht gefällt?
Oder meinen Sie die Mehrheit der Schweizer fehlt das entsprechende Wissen?
Nein es zeigt ganz klar eine funktionierende direkte Demokratie,auch wenns Ihnen in diesem Fall nicht gefällt.(Die Mehrheit wollte es nun mal so)
Im Übrigen funktioniert diese direkte Demokratie der Schweiz ,wie Sie ja wissen,seit langer Zeit ganz hervorragend.
Oder ist die Schweiz etwa schlecht damit gefahren? Wohl eher nicht......

Paar Fehler in meinem Beitrag...

Nicht "Staatsschludenkrise" sondern "Staatsschuldenkrise" natürlich. Außerdem nach der "Nahe-Null-Zinspolitik" ein "wegnehmen" vergessen. Der Link ist auch nicht komplett, nach der Seite kommt "/abo-preview-lettland-lohne-und-die-krise-2/". Schade dass die Links hier immer abgeschnitten werden. Auch interessant ein weiterer Artikel von Flassbeck unter "/slowenien-lettland-und-estland-ein-vergleichbares-muster-der-wirtschaftspolitik-und-ein-problem-fur-europa/" (an http://www.flassbeck-economics.de anfügen). Wegen der Vielzahl an Ergänzungen als eigener Post und nicht als "Bearbeiten".

Automatismus durch einen Knebelvertrag!

Lettland "muss" den Euro einführen!
So steht es im EU-Aufnahmevertrag!
Nur die Briten und Dänen sind befreit, die Glücklichen in der EU.
Die 18. im Ruin Bündnis wären sie.
Ich wünsche mir von dem mündigen Volk die Durchsetzung eines Volksentscheides und zwar dagegen.
Dieser wurde uns ja undemokratisch vorenthalten, denn wir waren wohl nie mündig?
Seehofer foppt uns ja auch laufend mit diesem Versprechen.

@von Giga -direkte Demokratie...

in der Schweiz funktioniert ganz hervorragend?

ich bin da sehr skeptisch. Wenn man sich die Sache genauer betrachtet stellt man fest, das überproportional oft diejenigen eine solche Abstimmung gewinnen, die auch entsprechende Lobbyarbeit betreiben können oder über große (Werbe)-Etats verfügen.

Außerdem muss die Politik zwingend auch Minderheiten berücksichtigen, sonst herrscht ja Diktatur der Mehrheit. Es ist nicht alles nur einfach schwarz oder weiß. Was passiert, wenn man eine maßgebliche Gruppe politisch ignoriert sehen wir gerade in Ägypten.

Herzliches Beileid, Latvija

Willkommen auf dem sinkenden Schiff, liebe Letten.
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Offensichtlich ein weiteres Land, in dem ein realistisch und pragmatisch denkendes Volk von einer verträumt-realitätsfernen Regierung geführt wird.

Einheit

Für Firmen wie unsere, die viel in Finnland und im Baltikum zu tun haben, ist die immer weitere Verbreitung des einheitlichen Zahlungsmittels eine feine Sache.

Euro Pessimismus

Wenn man hier mal so quer liest, dann überwiegt bei weitem der Pessimismus und die Tristesse. Menschen, die von der Wirtschaft ein wenig Ahnung haben, sehen den Euro wesentlich unaufgeregter. Er ist natürlich kein Allheilmittel. Aber eine große Chance gerade für kleine Länder ist er schon.

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