Ihre Meinung zu: Interview mit Internetaktivist Appelbaum zur Spähaffäre

7. September 2013 - 2:50 Uhr

Die Überwachung durch die Geheimdienste müsse mit starken politischen Konzepten und modernster Technologie bekämpft werden, sagt Netzaktivist Appelbaum im Interview mit der ARD. Doch auch jeder einzelne Bürger könne zu diesem Kampf beitragen.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
4.357145
Durchschnitt: 4.4 (14 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Schutz (z.B. wirksame Verschlüsselung) muss einfacher werden

Primärproblem ist n.E. in erster Linie, dass es praktisch für "Normalanwender" keine simpel bedienbare Verschlüsselungssoftware gibt. Die Open Source Anwendungen sind zu umständlich zu handhaben, weil die bislang damit befassten so mit der Materie vertraut sind, dass sie die Benutzungshürden nicht als solche erkennen.
.
Man nehme nur die überwältigende Mehrheit, die z.B. einfach mit dem Smartphone Homebanking macht, weil es so bequem ist. Das ist nur ein Beispiel, aber zeigt das Grundproblem: Die Tragweite ist von der breiten Masse nicht erkannt, weil sie es nicht in der ständigen Anwendung hat. Will man also wirklich private Sicherheit breit fördern und das Problembewusstsein schärfen, muss die Benutzung/Anwendung von Sicherheitssoft ebenso einfach und alltäglich werden, wie z.B. Benutzung von Onlinebanking.
Muss man aber erst umständlich und zeitaufwendig was installieren, dabei noch ohne leicht verständliche Anleitung, dann wird es nie was.

@Dreifels

Die NSA hat Supercomputer zur Verfügung, um Verschlüsselungssysteme zu knacken. Da gibt es KEINE wirksame Verschlüsselung die einfach ist. Schlagen Sie sich das aus dem Kopf. Die einzige Art in der Sie selber sicherer werden können ist die Umstellung der eigenen Gewohnheiten auf "mehr analog statt digital". Schreiben Sie Briefe statt eMails, stöpseln Sie Ihr Internet ab von wichtigen Rechnern. Und falls es wirklich nicht ohne eMail geht LÜGEN Sie, wie es Captain Kirk in Star Trek II vorgemacht hat.
.
Die allgemeine Benutzung des Internets für Homebanking oder und shopping sollte sowieso zurückgedrängt werden, denn das sorgt für Arbeitsplatzverluste in der realen Welt unserer Innenstädte und Dörfer.

weitere Ideen

►Brieftaubensport betreiben
►persönlich zu privaten Treffen einladen
►keine Protokolle mehr einfach ins Internet stellen
►Firmen-PC fürs Internet vom Netzwerk abkoppeln
►Daten über gebrannte CD/DVD weitergeben
►widersprüchliche Profile mit extra eingestreuten Lügen in verschiedenen sozialen Netzwerken pflegen
►Postsendungen mit möglichst kleinen Versandfirmen befördern lassen, solange die Großen alle scannen
►so oft es geht bar bezahlen
►Tauschringen/Regiogeldern beitreten
►Nachbarschaftshilfe ausweiten

Funktioniert nicht so

Der richtige Weg ist nicht, dass der "Verbraucher" sich aus dem Internet zurück zieht und auf herkömmliche Mittel zurück greift, sondern die Regierungen überstimmt, diese Bespitzelung zu verbieten.
Nur durch massiven Volkswillen wird sich daran etwas ändern und zudem diese Gelder des Steuerzahlers nicht dazu ausgegeben, um ihn selbst zu überwachen.
Deshalb sollten die Vertreter des Volkes endlich mal aus ihren Dornröschenschlaf erwachen und auch mal das fordern, was die breite Mehrheit will. Schließlich sind sie genau dazu gewählt.
Nur von dieser Seite kann man "oben" etwas ändern.
Ansonsten kommt es nur zu einen gegenseitigen Hochrüsten der Sicherheits- und Spionagetechnik wie im kalten Krieg - der schon längs hierüber begonnen hat...

Ich benutze nur noch winzige Speicherkarten ....

um sensible Date KODIERT(AES512 4096 bit) zu versenden. Die Karten werden dann per Bote oder Paketdienst versand mit kleinen Beigaben. Da beisst sich jeder Dienst die Zaehne aus. ;-)))

Bekämpfung von universellen Internetüberwachungen

M.E. könnten die Computer der riesigen Rechenzentren der Spyagencies lahmgelegt werden, falls es auf dem Internet genügende Menge von nicht oder kaum knackbare verschlüsselte Materiale vorhanden sind. Man könnte eigentlich einfach ein paar Zeilen von Buchstabensalat jeder Email hinzufügen. Da diese sowieso keinen Sinn enthalten, können sie auch nicht entschlüsselt werden, egal wie lange die Computer daran werkeln. Andererseits könnten die Spyagencies diese Emails nicht vernachläßigen, da sie ja eventuell sehr wohl echte Verschlüsselung von wichtigen Geheimnachrichten von Terroristen und Mafias oder -- für die Spyagencies m.E. die eigentliche Zielpersonen der vorliegenden Aktivitäten -- Managern großer finanzieller bzw. industrieller (ausländischer) Unternehmen sein können. Auch kann man in jeden SMS einige sinnlose Buchstaben eintippen. Wenn also es hinreichende Aktivisten in der Welt gäbe, die so was machen, dann würden die Computer von denen fast nutzlos und zwar im Nu.

Ein paar Gedanken zur Verschlüsselung ….

Ein paar Gedanken zur Verschlüsselung ….
Private Nutzer: Wenn die Verschlüsselung nicht zentral verwaltet wird sondern jeder seine eigene Software verwendet gibt es ein Chaos. Bei 5 Freunden müsste ich im schlimmsten Fall fünf verschiedene Programme installieren. Zudem gestaltet sich der Austausch von Schlüsseln eventuell schwierig.
Geheimdienste: Die Superrechner können sicherlich jede Verschlüsselung knacken, die Frage ist nur in welcher Zeit. Wenn es für eine E-Mail von Fritz an Maria nur 1/100 Sekunde ist um die Verschlüsselung zu knacken kann man leicht hochrechnen wie viele E-MAILS ein Superrechner schafft, oder wie viele Superrechner man braucht um alle abgesaugten Daten von Otto-Normalverbraucher zu entschlüsseln.
Für Terroristen: Für sie sollte Verschlüsselung unter Strafandrohung verboten werden

Cryptoparty

Gegen das Problem der schwierigen technischen Lösungen gibt es eine gesellschaftliche Lösung, die Cryptoparties.

Das sind Veranstaltungen zu denen man auch als Laie gehen kann um sich mal die Technik erklären zu lassen, bzw die einem dabei helfen die Software zu installieren und zu benutzen.

Da kann man auch Leute kennen lernen, mit denen man Infrastruktur teilen kann. Einen eigenen Mailserver zu betreiben ist für jemanden der das schon mal gemacht hat nicht schwierig. Dazu mietet man sich für zwischen 10 und 100 Euro im Monat einen Rechner im Internet, oder betreibt ihn daheim. Solch ein Rechner reicht dann locker für 10-100 Nutzer. So was finanziert sich dann schon irgendwie wenn Leute zusammen kommen.

E wäre ein Anfang.....

In der Tat gibt es Möglichkeiten, die extensiven Abschöpfungs- u. Überwachungsmethoden der Geheimdienste einzudämmen u. auf ein normales u. vor allem kontrolliertes Maß einzudampfen, wenn die Politik u. vor allem auch die Bürger nicht den Kopf in den Sand stecken.

Ohne Zweifel gilt in Demokratien das Primat der Politik, die somit bestimmt, mit welchen Mitteln u. Impetus die Geheimdienste ausgestattet werden. Darüber hinaus obliegt der Politik die Kontrollfunktion, damit sich diese Dienste nicht verselbständigen.

Und genau hier ist der Hebel anzusetzen wie dies Mr. Appelbaum deutlich beschreibt:
Es sollten nur die politischen Kräfte mit Mandat versehen werden, die bereit sind, die Bürgerrechte als nicht verhandelbar zu verteidigen, die fremde Dienste mit allen Möglichkeiten des Rechtsstaates (Strafverfolgung), der Politik (Kündigung von Verträgen) bekämpfen u. darüber hinaus bspw. fremde Einrichtungen (NSA) auf eigenem Boden verbannen...!

Es wäre ein Anfang- ein klares Zeichen...!

Vielleicht reicht

es einfach mal aus, sich gedanken zu machen welche Daten Müll sind und die NSA gerne haben darf, und was persönlich für mich wirklich wichtig ist.

Ich bezweifle, dass die NSA interressiert, ob ich meiner Oma Tulpen oder Butterblümchen geschickt habe.

Aber wichtige Daten: Konto, vertrauliche Briefe, evtl. Gesundheitliche Dinge lässt man aus dem Netz. Rechner, auf denen Hochsensible Daten sind, dürfen keinen Netzzugang haben (einzig wirksame Schutzethode). Dann ist man schon einen guten Schritt weiter.

Das Internet wird aber allgemein zu harmlos gesehen. Es ist praktisch, mit bunten Bildern, man kann sich mit freunden verabreden und lustige Scherze machen. Das man seine Daten über den Globus verteilt und kaum eine privatsphäre existiert, beachtet kaum jemand. Viele halten eine Mail ja eher für einen Brief als eine Postkarte, die faktisch jeder lesen kann.

Aber absolute sicherheit der Daten im Netz wird es nie geben. Aber was in Leben ist schon sicher außer dem Tod....

Hintertüre

Mit den Virenprogrammen ist es , wie mit modernen Elektronikartikeln: Es werden von vorne herein Fehler eingebaut. Bei den Elektronikartikeln, damit sie frühzeitig kaputt gehen, beim Virenschutz damit Uncle Sam uns bespitzeln kann...

reine Symptombehandlung

Herr Appelbaum empfiehlt doch hier auch bloß Symptombekämpfung. Einen wirkungsvollen Schutz gegen Internetspionage erwähnt er nämlich überhaupt nicht: Einfach mal den Rechner aus machen und nicht jeden Scheiß über’s Internet machen. Diese zunehmende Abhängigkeit vom Internet ist das Problem, und das brocken sich die Menschen selber ein.

@EinfachGestrickt - 07. September 2013 um 08:19

zitat
"Für Terroristen: Für sie sollte Verschlüsselung unter Strafandrohung verboten werden"
-
Tut mir leid. Bei dem Satz mußte ich lachen. Ein Terrorist tut per se illegales, sonst wäre er kein Terrorist. So ein Satz wird sehr schnell zum Bumerang.
Erinnern wir uns an die Gesetzesverschärfungen nach 9/11. Da man nicht weiss, wer alles ein Terrorist ist, müßte nach ihrer Logik die Verschlüsselung für alle verboten werden. Verstehen Sie wie sich so simple Forderungen in das Gegenteil verkehren lassen? Bitte erst nachdenken, bevor man etwas naiv Dinge fordert, die den Falschen Munition liefert.
-
Zudem dürfen in der BRD nicht irgendwelche unbekannten Algorythmen verwendet werden. Vor ungefähr 13 Jahren haben zwei Arbeitskollegen einen eigenen Alg.rythm. verwendet, um ihre Telefonate zu verschlüsseln. Eine Woche später kam vom Bundesinnenministerium ein Brief, dass sie bitte das unerlaubte Telekommunikationsgerät aus ihrer Telefonanlage entfernen müssen. Alles klar?

Das ist nicht realistisch

Ich würde sehr gerne Verschlüsselungstechnik einsetzen. Das funktioniert aus folgenden Gründen aber nicht:

Wenn ich etwas verschlüssele, muss derjenige, der das lesen soll, auch den passenden Schlüssel haben. Wie soll er den bekommen? Etwa per E-Mail? Dann hat die NSA den auch. Per USB-Stick per Post? Für jeden, mit dem man per E-Mail kommunizierst, soll ich einen Schlüssel per E-Mail per Post schicken und ihn bitten, den zu installieren? Was ist mit Kunden, die Anfragen unverschlüsselt per E-Mail schicken? Nicht drauf antworten oder auch erst mal nen Schlüssel per Post hinschicken?

Alles Humbug. Zumal die NSA jeden Schlüssel in Echtzeit knackt. Kann man sich also getrost sparen. Gezielte Fehlinformation ist wohl das effektivste Störmanöver. Leider ist damit auch kein sinnvolle elektronische Kommunikation mehr möglich und dass das bereits eine massive Freiheitsberaubung ist, sollte klar sein.

Verschlüsseln ist einfach

Man nehme Thunderbird, Enigmail und GnuPG. Das ist alles freie und quellenoffene Software, drei Komponenten, die ineiander greifen und ganz einfach zu bedienen sind. Damit ist man in der Lage einen PGP Schlüssel zu erstellen, mit dem man ganz einfach verschlüsselte Emails verschicken kann. Und es ist bisher nicht bekannt, daß PGP jemals geknackt wurde. Auch die Geheimdienste werden sich daran die Zähne ausbeißen. Wichtig ist, daß starke Paßwörter verwendet werden, die auch sicher aufbewahrt werden, damit sie nicht bekannt werden. Denn wenn der private Schlüssel mit dem Paßwort bekannt wird, dann können die Geheimdienste die Mails natürlich entschlüsseln. Dann muß man nur noch seine Email-Kontakte davon überzeugen ebenfalls PGP zu verwenden.
Wer übrigens auf Nummer sicher gehen will, benutzt auch ein freies Betriebssystem, wie z.B. Linux. Denn Windows oder MacOS sind natürlich nicht sicher, weil niemand nachprüfen kann, welche Hintertüren dort eingebaut worden sind.

@Jadawin1974: Internationale Kommunikation...

... wie sie beispielsweise in internationalen Forschungsprojekten üblich und notwendig ist kommt heute schlicht nicht mehr ohne den Austausch auch sensibler Daten über das Netz aus. Natürlich wäre der Datenaustausch auch analog, per Brief oder Couriersendung, möglich, aber die damit verbundenen zeitlichen Verzögerungen wären gigantisch. Natürlich könnte man die Telefonkonferenz auch durch ein "reales", phyisches Meeting ersetzen, aber dann würde ich als Wissenschaftler schnell mehr Zeit mit Reisen verbringen als in meinem Labor.

Nein, der Weg kann kein Verzicht auf moderne Kommunikationsformen sein, der Weg muss sein, dass wir bewusst und vernünftig damit umgehen. Und er muss beinhalten, dass Staat und Gesellschaft dafür sorgen, dass ein solcher Umgang halbwegs sicher möglich ist. Man müsste im Grunde darüber nachdenken, ob der Schutz des Einzelnen vor der NSA&Co. nicht Teil der staatlichen Daseinsfürsorge zu sein hat, ob der Staat die Bürger nicht aktiv schützen muss.

@ Oberkobold

"Für Terroristen: Für sie sollte Verschlüsselung unter Strafandrohung verboten werden"

Ich nehme an, dass User @EinfachGestrickt diesen Satz ironisch meinte. Und ja, ganz recht, man geht einfach einmal von der Vermutung aus, dass alle Terroristen sein könnten bzw werden könnten und dann beginnt man auszusortieren. Das machen natürlich keine Menschen, sondern Programme. Erst wenn die etwas Interessantes finden, setzt man Menschen zur näheren Überprüfung ein. So oder ähnlich dürfte das funktionieren. Deswegen bin ich auch der Meinung, dass Sie bei Verwendung von starker Verschlüsselung für diese Dienste genannten Schnüffler erst recht interessant erscheinen dürften.

Völlig aussichtslos

>Wir brauchen Privatsphäre, die von Anfang an gegeben ist und dann eine Politik, die das stärkt und unterstützt - denn grundlegende Ideale einer liberalen Demokratie bleiben unter massiver Überwachung nicht erhalten<
Wenn man sich die Reaktionen der Politiker und Regierungen auf diesen Skandal vergegenwärtigt,
wohl aussichtslos, daß diese etwas unternehmen!
Es sei denn, wir wählen sämtliche Regierungen, die jetzt an der Macht sind, radikal ab!
Am 22.September habt Ihr eine Möglichkeit dazu!

@huette

Beschäftigen Sie sich einmal mit PGP. Man hat hierbei einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel. Sie brauchen Ihren privaten Schlüssel mit Ihrem Paßwort und den öffentlichen Schlüssel des Mailempfängers zum verschlüsseln. Der Empfänger Ihrer Mail braucht zum entschlüsseln Ihren öffentlichen Schlüssel und seinen eigenen privaten und sein Paßwort.
Den öffentlichen Schlüssel können sie auch ruhig im Internet verbreiten, damit kann nämlich keiner etwas anfangen. Sie können die öffentlichen Schlüssel auch ruhig per Mail verschicken. Jeder Schlüssel hat eine kurze Prüfsumme (Fingerprint), die sie per Telefon oder persönlich abprüfen, um die Echtheit des Schlüssels zu bestätigen.
Das ist ein sehr sicheres Verfahren und die Software ist leicht zu benutzen. Das einzige Problem: Sie müssen Ihre Email-Kontakte überzeugen, PGP einzusetzen und ihre öffentlichen Schlüssel mit Ihnen auszutauschen. Erst dann funktioniert es.

@ huette

Es geht schon. Nur muss die Kommunikation zwischen den beiden Leuten komplizierter ablaufen. Sagen wir Sie wollen mir etwas Privates schicken. Ich schicke Ihnen eine verschliessbare Box und ein Schloss, von dem nur ich den Schlüssel habe. Sie legen ihre Nachricht in die Box und benutzen mein Schloss um es zu zumachen. Jetzt schicken Sie es zu mir zurück. Auf dem Weg kann niemand die Nachricht öffen, aber ich habe ja meinen Schlüssel bei mir und kann Ihre Nachricht lesen.
Natürlich war das sehr vereinfacht ausgedrückt, aber das Prinzip ist in der Realität ähnlich. Solange das Programm welches mir Box und Schlüssel liefert nicht gleichzeitig eine Kopie anlegt und an die NSA schickt, so muss man schon ganz schön lange knobeln um die Box zu öffnen.
Selbst moderne Supercomputer brauchen lange um das zu machen. Theoretisch kann man den Schlüssel einfach ein bisschen länger machen und dann kann NSA es nicht mehr. Vor allem wenn viele Menschen anfangen solche Technologie zu nutzen.

@huette: Verschlüsselung noch unklar?

Sie schreiben "Wenn ich etwas verschlüssele, muss derjenige, der das lesen soll, auch den passenden Schlüssel haben. Wie soll er den bekommen? Etwa per E-Mail?"
Bei PGP und S/MIME ist es so, dass derjenige, dem Sie etwas senden wollen, Ihnen seinen öffentlichen Schlüssel per Email gibt oder ihn in einem zentralen Verzeichnis ablegt. Damit können Sie (und auch die NSA) nur verschlüsseln. Entschlüsseln kann nur der Adressat mit seinem privaten Schlüssel, den er niemandem geben wird.
Wenn Sie etwas als verschlüsselte ZIP-Datei verschicken, ist es so, wie von Ihnen beschrieben. Da müssen Sie demjenigen z.B. telefonisch oder per Post das Passwort schicken.
@Redaktion: Vielleicht wäre es interessant, wenn Sie die aktuellen Verschlüsselungsmöglichkeiten (auch wenn sie meist noch lästig in der Bedienung sind) erklären.

Die Summe aller Teil....

Es gibt nicht EIN Allheilmittel, sondern die Summe der vielen in den anderen Beiträgen vorgestellten Möglichkeiten ist wirksam:
- Politiker nerven
- mal ne andere Partei wählen
- quelloffene Programme verwenden
- achtsam mit den eigenen Daten umgehen (Fratzenfibel et altera nicht mehr nutzen statt dessen Falschdaten füttern)
- immer "böse" Schlüsselworte in Mail einfügen
- möglichst viel verschlüsseln
...
das wird dazu führen, dass die Überwachung in vielerlei Beziehung immer teurer wird.

Übrigens haben auch "Superrechner" Kapazitätsgrenzen... ;)

(paranoia=on >Habe ich mich mit diesem Beitrag jetzt schon strafbar gemacht? Unterstützung einer kriminellen Vereinigung? ...?)

@Jadawin1974

Auch ob Sie ihrer Oma tulpen schicken, könnte für andere von Interesse sein. Man selbst kann garnicht beurteilen, welche Daten von einem für andere wichtig sind, oder welche nicht. Bilder können sich aus Teilen zusammensetzen, und vielleicht ist Wissen über die Existenz ihrer Oma oder dass sie sie mögen und ihr Tulpen schicken genau das Teil, das jemand braucht.

Beispiel: Durch die Kenntnis darüber dass sie Tulpen verschicken könnte die Sendung abgefangen und genetisches Material oder Fingerabdrücke etc davon genommen werden. Oder bisher wußte niemand dass sie eine Oma haben, und durch die neue Erkenntnis wird auch ihre Oma überwacht um mehr über Sie zu erfahren. Oder auch abgesehen von staatlicher Überwachung, könnte jemand die Information nutzen, um ihnen einen Tulpenkatalog zuzuschicken als Spam etc.

Man kann sich einfach nicht vorstellen, was andere mit selbst den vermeintlich belanglosesten Informationen anstellen können.

über asymmetrische Verschlüsselung

@huette, das ist so glücklicherweise nicht korrekt.

Üblicherweise werden zum Schlüsselaustausch asymmetrische Verschlüsselungsverfahren eingesetzt. D.h. man behält einen privaten (geheimen) Schlüssel, der nie über's Netz geht. Dazu passend gibt es einen öffentlichen Schlüssel, der jedem (auch der NSA) bekannt sein darf.

Der öffentliche Schlüssel kann nur verschlüsseln, der private nur entschlüsseln. Somit ist es nicht nötig vorab einen Schlüssel auf sicherem Weg auszutauschen.

Programme wie im Kommentar "Verschlüsseln ist einfach" genannt wurden, machen das vollautomatisch!

Außerdem ist es der NSA nicht möglich jeden Schlüssel in Echtzeit zu knacken. Daher unternehmen sie große Anstrengungen Verschlüsselung zu sabotieren, wie kürzlich enthüllt wurde.

Unwissenheit

Hätten unsere Politiker seinerzeit angefangen, mit dem C 64 zu spielen, dann wären sie heute nicht so unwissend über die Möglichkeiten, die das Internet bietet. Unkenntnis schützt vor Strafe nicht!

Sicherheit - Freiheit > die falsche Alternative

1. Keine Regierung wird freiwillig ihrem eigenen Geheimdienst das Geld entziehen und sich damit selbst schwächen.

2. Das (wirklich dumme) Argument "Ich habe nichts zu verbergen" mag so lange ziehen, so lange ich die Regierenden auf meiner Seite und mich in Sicherheit wähne. Kommen plötzlich andere Kräfte an die Macht (siehe 1933, siehe Russland nach Gorbatschow, siehe Georgien, Ägypten, ...), wird so mancher froh sein, wenn bestimmte Suchanfragen bei google oder private Mails nicht gespeichert wurden ...

3. Wir werden aufstehen und uns verteidigen müssen - nicht, wie uns die Politik glauben machen möchte, gegen den Terror. Die "Frontlinie" wird künftzig zwischen dem einzelnen Bürger und seiner eigenen Regierung, bzw. deren Geheimdienst verlaufen.

4. Die Krux dabei ist, dass wir beide Seiten finanzieren ...

Gegenwärtig werden alle Vögel in Käfige gesperrt, um sie vor den Katzen zu schützen. Dagegen wehre ich mich!

Wenn ich das richtig verstanden habe,

wird hier zunächst mal ein riesigen, neues Geschäftfeld eröffnet: Aufrüstung der Bürgergesellschaft gegen Übergriffe seiner Staaten.
Die Idee, dass Regierungen über ihre Übergriffe stürzen könnten, erscheint mir etwas verträumt. Die erste Regierungen, die dann gestürzt werden könnten, wären die australische und die unsere. Wer's glaubt wird selig.
Unsere Regierung leugnet doch einfach die Tatsachen. Und die braven Bürger, die dieses uralte Regime wieder an die Macht bringen, sagen: Wir haben nichts zu verbergen, womit die meisten sogar recht haben.
Weiter so, Deutschland !

10:29 von fauxpas

In mehreren Städten der USA werden inzwischen Verdächtige - z. B. auf Bewährung entlassene - mit dem Programm precrime überwacht. Wann kommunizieren sie per Mail, Facebook ..., welche Wortwahl benutzen sie, welche Musik laden sie herunter usw. Daraus wird ein Stimmungsbild dieser Menschen erstellt und ständig mit bisherigem Verhalten verglichen.
Da steht dann die Polizei vor der Tür, bevor dieser Mensch überhaupt weiß, daß er etwas vorhat.
Und dieses "Spiel" ließe sich inzwischen auf fast alle ausweiten. Dann könnte man Menschen vorsorglich wegsperren. Wenn Sie zornig sind und z. B. Ihren Chef in den Hintern treten möchten.

@Frank_Furter

So sehe ich das eigentlich auch. Es gibt eine große Zahl an Möglichkeiten, wie man sich gegen die Überwachung wehren kann. Man braucht ja persönlich nicht gleich das gesamte Spektrum abzudecken. Jeder macht halt das, was ihm liegt.

Verschlüsselung ist auf jeden Fall hilfreich. Das bestätigt letztlich ja auch der Insider Snowden. Selbst wenn man annimmt, das die Geheimdienste jede Verschlüsselung knacken können (was ich mir im Falle von Open Source Lösungen doch recht schwierig vorstelle), so ist es doch eine Möglichkeit seine Freiheit so teuer wie möglich zu verkaufen.

Aber auch den in einigen Beträgen angesprochenen Verzicht halte ich für eine angemessene Reaktion. Es braucht ja nicht gleich ein vollständiger Boykott sein. Es ist völlig ausreichend, wenn man als Verbraucher nicht gleich jeden digitalen Brocken bereitwillig herunterschluckt, den einen die Internet-Wirtschaft vor die Füße wirft.

Die echte Lösung

Appelbaum deutet es nur an, aber die echte Lösung gegen digitale Überwachung liegt in (sic!) der Hand: ein von Hand zu Hand weitergereichter Stick, ein PC ohne Internetanschluss, aber auch der Verzicht auf hochmoderne Überwachungsgeräte wie Smartphones. Uns werden diese kleinen Spionage-Computer so schmackhaft gemacht, und es wird nicht nur nicht verheimlicht, sondern auch noch damit geworben, dass man mit massenhaften Bewegungsdaten z.B. Staus auf Straßen analysieren kann (Bewegungsgeschwindigkeit der IPhones, siehe Google Earth), kabellose Übertragung (Bluetooth= unbemerkter Zugang auf Gerät möglich), ja sogar das freiwillige Hergeben eigener Dateien (Cloud). Wir machen es den Überwachungsinstitutionen leider auch viel zu einfach. Es klingt zwar mittelalterlich, aber ein handgeschriebener Brief ist sehr viel aufwändiger und nur mit höherer krimineller Energie zu überwachen, vom persönlichen Gespräch bei einem Waldspaziergang ganz zu schweigen.

@ jbolten

"Man müsste im Grunde darüber nachdenken, ob der Schutz des Einzelnen vor der NSA&Co. nicht Teil der staatlichen Daseinsfürsorge zu sein hat, ob der Staat die Bürger nicht aktiv schützen muss."

Was aber tun, wenn der "Staat" nicht das geringste Interessen daran hat, sondern das genaue Gegenteil anstrebt, nämlich seine Bürger möglichst umfassend zu überwachen? Und wenn er dies nicht selbst kann/darf, eben "befreundete" Geheimdienste darum bittet, um die eigenen Gesetze dagegen zu umgehen?

Wie reagiert Frau Merkel?

Die mexikanische und die brasilianische Regierung haben die US-Botschafter einbestellt. Und eine brasilianische Delegation, die den Staatsbesuch der Präsidentin vorbereiten sollte, hat die Reise in die USA abgesagt.
Und Frau Merkels Reaktion? Alles halb so schlimm. Und: Die Freihandelsgespräche mit den USA müssen auf jeden Fall fortgeführt werden.
Und in der EU? Ein neues Gesetz wird bisher von Deutschland ausgebremst.
Interessantes Interwiev mit Frau Reding im ZDF Frühstücksfernsehen vom 6.9. (Mediathek)
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1979660/Reding-Verschluesse...

Darstellung: