Kommentare

Uralte Rituale

Die Tarifverhandlungen laufen immer noch nach den uralten Ritualen ab:

Die Gewerkschaft fordert überhöht, die Arbeitgeber bieten zu niedrig an. Dann folgen martialische Drohungen mit Streit etc.. Die Arbeitgeber malen den Untergang der Wirtschaft an die Wand. Nach mehreren Kaffeepausen einigt man sich etwa in der Mitte oft gepaart mit einem Sockelbetrag. Danach reklamiert jeder den Erfolg für sich und beruft sich zur Rechtfertigung für das Nachgeben auf die gesamtwirtschaftliche Vernunft und darauf, dass das Ergebnis gerade noch verkraftbar ist.

Wann erfindet mal jemand endlich eine neue "Verhandlungskultur"?

Freut mich, macht misch aber auch nachdenklich

Das Ergebnis ist gut, fast zu gut. Denn bedenkt man, was unter anderem die Krise in Griechenland ausgelöst hat, er ein wenig Mäßigung angebracht. Zumal es quasi keine Inflation gibt.

Nötig

Eigentlich sind noch höhere Abschlüsse nötig, in allen Bereichen. Mehr Einkommen -> mehr Konsum -> mehr Steuereinnahmen, mehr Inflation und mehr Produktion = mehr Beschäftigung

uralte Rituale @ Klaus Guggenberger

es gibt sie bereits, die neue "Verhandlungskultur".
Und wer hat sie erfunden? Richtig, die Schweizer. Deshalb wird dort auch nicht gestreikt. Jedenfalls nicht, um Lohnverhandlungen zu "unterstützen".

In der Schweiz wird durch eine Kommission der erforderliche Inflationsausgleich bestimmt. Auf dieser Basis werden Empfehlungen zur Gehaltserhöhung genannt, die weitgehend umgesetzt werden.
In meiner Firma waren das im letzten Jahr 0.5%. Hört sich nicht berauschend an, reicht aber aus.

Jedenfalls steht die Schweiz nicht im Verdacht, Lohndumping zu betreiben.

Gewerkschaften haben kein Interesse an einer echten Partnerschaft zwischen Unternehmen und deren Angestellten, dann wären sie nämlich überflüssig. Und wenn eine Gewerkschaft Amok läuft (wie derzeit in D die GDL / Weselsky) kann das die Gesellschaft Milliarden kosten.

Das Problem gibt es in der Schweiz mit ihren zahnlosen Gewerkschaften nicht. Und das ist gut so.

@aeschek

die "Betroffenen" Unternehmen werden in ihrer Mehrzahl solche sein, die mit dem Export ihr Geld verdienen.

Das Wachstum der deutschen Exporte - für dieses Jahr auf ca. 5% geschätzt - dürfte dafür sorgen, das die Firmen an den höheren Löhnen nicht zugrunde gehen werden.

Interessanter wäre es, zu lesen, wie die Lohnentwicklung in den Bereichen ist, die nicht für den Export arbeiten.

Interessant wäre auch, wie stark die Lohnentwicklung in Betrieben aussieht, die nicht in tarifbindung sind.
Eine Grafik dazu, die ich jüngst hier gesehen habe, zeigte, das dort die Entwicklung wesentlich verhaltener ist.

@Pessimist

"Eigentlich sind noch höhere Abschlüsse nötig, in allen Bereichen."

Nein.
genauso gut wie Ihre willkürliche Folgerung kann man die folgende aufstellen:
mehr Einkommen -> mehr Ausgaben für den Betrieb -> höhere Belastungen -> mehr Einsparungen -> größere Arbeitslosigkeit

Die höheren Abschlüsse sind evtl. bei Großbetrieben gerechtfertigt, bei Mittelständlern, Zulieferern, Kleinbetrieben jedoch häufig fatal, weil die oftmals sehr ums Überleben zu kämpfen haben.

Na super. Da kriegen die

Na super. Da kriegen die Leute 3,4% + 150 Euro mehr Lohn für die gleiche Arbeit wie letztes Jahr, aber für unsere Ersparnisse gibt's nur 0,5%.

Die Politik muß endlich dem auseinanderdriften von leistungslosen Lohnsteigerungen und dem Inflationsausgleich für Erspartes entgegenwirken. Es muß endlich schluß sein mit der Enteignungpolitik.

Tarifeinigung: Metaller bekommen 3,4 Prozent mehr Lohn

Naja, so in der Gegend war das Ergebnis zu erwarten.
Wurde die Bundesrepublik Deutschland nicht von der EU aufgefordert, die Binnennachfrage zu stärken? Mit DEM Ergebnis bei Metall wird sich Nachfragesteigerung wohl eher in Grenzen halten. Aber die Kommentatoren, die sich auf eine veränderte Verhandlungskultur beziehen und anfordern scheinen zu übersehen, daß dazu zwei Partner gehören.
Natürlich ist momentan die Inflationsrate eher gering, aber die recht hohen Abgaben bleiben dem durchschnittlichen Steuerbürger erhalten. Damit relativiert sich der Abschluss ebenfalls.

@garden.of.delight.. 7:12

Ich habe hier schon mehrfach berichtet, dass in unserem Unternehmen die letzte Gehaltserhöhung 2003 war, wurde deshalb sogar der Lüge bezichtigt, weil sich das wohl einige nicht vorstellen können. Dabei schüttet der Konzern, wie in den letzten Jahren, eine Rendite von 4,5% an die Aktionäre aus.
Auch dieses Jahr hat die Geschäftsführung ausser einer Erhöhung der Wochenarbeitszeit kein Angebot für uns.
Diese Woche ist Urabstimmung und ich hoffe zuversichtlich, dass sich die Belegschaft für Streik entscheidet. Auf die "Milliardenkosten für die Gesellschaft" (@ricosi64) bin ich gespannt. Hier zeigt sich sehr deutlich, dass Gewerkschaften alles andere als überflüssig sind, im Gegenteil, unsere hätte schon viel früher und viel mehr Dampf machen müssen.

Angesichts der Inflation sind

Angesichts der Inflation sind 3,4 % alles andere als wenig! Wir müssen aufpassen, dass wir nicht den gleichen Fehler wie die Südeuropäer machen und es uns zu gut gehen lassen... Klar sind wir JETZT wettbewerbsfähig trotz höherer Löhne. Aber nur so lange es Geld kostenlos gibt und der Euro super schwach ist. Das kann sich ganz schnell ändern. Nur sind wir dann nicht mehr die konkurrenzfähigen Innovationen! Eine derartige Weitsicht wünsche ich mir auch von den Gewerkschaften angesichts der oftmals krass übertriebenen Forderungen!

@garden of delight Haben Sie

@garden of delight

Haben Sie sich auch schon gefragt warum der Export in dem Maße zunehmen könnte? Sicher nicht weil unsere Produkte so viel besser geworden sind. Schlicht weil der Euro extrem schwach ist. Ich halte es nicht für besonders klug darauf zu bauen und sich faul auf den Lorbeeren auszuruhen! Übertriebenen Solzialgeschenke und Gehaltssteigerungen sind pures Gift. Nicht für heute, Aber sicher für morgen. Die Erlöse die jetzt anfallen sollten in Innovation und Forschung gesteckt werden. Das betrifft sowohl den Staat als auch die Unternehmen. Jetzt leichtfertig übertriebenen Gewerkschaftwünschen nachzugeben und Politikgeschenke wie Mütterrente oder die abschlagsfreie Frührente rächt sich in der Zukunft....

@07:58 von DerEdle

Glauben Sie ernsthaft, dass der gestiegene Lohn an den Investitionen gespart werden muss bzw. dass ein geringerer Lohn in mehr Investition fließen würde? Ich glaube eher die Investitionen sind bereits abbezahlt und alles zusätzliche Geld fließt in die Dividenden - und die sind fast genauso schwer wieder zu senken wie die Lohnkosten, da für die Anleger dann gleich das Abendland untergeht. Es ist also nur gut und sinnvoll, den Anstieg der Dividenden etwas zu bremsen - zugunsten der Arbeitslöhne.

Inflationsausgleich?!

Das ganze Kaspertheater um die Tarifverhandlungen könnte man sich schenken, wenn man die Löhne automatisch an die Inflationsrate anpasste. Das schonte die Nerven, sparte Zeit und Geld (gesamtgesellschaftlich betrachtet).

@ ricosi64

"Das Problem gibt es in der Schweiz mit ihren zahnlosen Gewerkschaften nicht. Und das ist gut so."
Tja, das setzt eine gewisse Einsicht voraus.
Genau die ist in Deutschland halt Mangelware und zwar von der Politik über die Vertreter von Arbeitgeber /-nehmer gleichermaßen.
Schade - aber Realität.

@ Meinungsquirl Dividenden

@ Meinungsquirl

Dividenden sollten sich genauso an dem Geldpreis (Zinsentwicklung ) orientieren wie Lohnsteigerungen an der Inflation. Da stimme ich Ihnen voll zu. Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen versuchen sicher die Mitte zu finden. Wie der Kuchen bislang zumeist aufgeteilt wurde war nicht komplett falsch. Es darf aber in keinem Fall sein, dass zukünftig weniger für Forschung und Entwicklung zur Verfügung steht!

Da haben wir's...

...Andere Gewerkschaften fordern 5% mehr Geld und wollen 2 Stunden die Woche kürzerer Arbeitszeit. Aber das ist für viele scheinbar OK wenn man die Foren in den letzten Wochen so verfolgt. Die Diskussionen passen in Summer nicht so ganz zusammen.

@Dennicool 8:43

Und was heißt das nun? Dass nur diejenigen streiken dürfen, deren Arbeit nicht gebraucht wird? Oder bei denen der Streik keine Kosten verursacht? Verursache ich meinem Arbeitgeber etwa keine Kosten, wenn ich am Wochenende zu Hause bleibe? Geht das dann auch nicht?
Es gibt etwas, das nennt man Daseinsvorsorge. Alle Gesellschaften haben mal so funktioniert, dass diese sichergestellt war, z.B. indem man diese Arbeitsplätze mit Beamten besetzt hat. Eine andere, völlig überraschende Möglichkeit wäre auch, die Leute einfach anständig zu bezahlen. Wenn der GDL-Streik einen Millionen-Schaden anrichtet, heißt das nichts anderes, als dass die Lokführer, wenn sie arbeiten, der Gesellschaft einen Million-Nutzen bringen. Haben Sie es auch mal so gesehen?

@garden.of.delight

Es fragt sich nur wie lange die Exporterfolge anhalten. Mich wundert es immer wieder warum der Export so floriert obwohl die Wirtschaft in den anderen Staaten nicht so "rund" läuft. Dazu kommt noch die Einstellung der (Stammtisch-)Deutschen, die ja immer behaupten, dass man nur deutsche Produkte kaufen soll, aber möglichst nicht die Produkte von unseren "Kunden"... Auf Dauer kann das nicht funktionieren und ist aus meiner Sicht auch brandgefährlich. Was würde zB mit der deutsche Automobilindustrie passieren, wenn die Amerikaner und Asiaten es den Deutschen gleichtun und nur noch Autos aus ihrem Land kaufen würden. Ich würde auf Massenentlassungen oder sogar Pleiten tippen...

Laufzeit?

Wie schon mehrfach bei Berichten über Lohnabschlüsse angemahnt, fehlt auch hier wieder der konkrete Hinweis auf die Laufzeit, da ab Januar 2015 5,5% mehr von der Gewerkschaft gefordert wurden, gehe ich von mindestens 15 Monaten aus. Damit relativiert sich die Zahl von 3,4% Gehaltserhöhung entsprechend. Für die Einmalzahlung gibt es nur einen Gewinner: Das Finanzamt!
Bitte sachkundiger und vollständig berichten!

@ der Edle

wenn Sie in Zeiten guter Geschäfte nichts verteilen wollen wann wollen Sie es dann? Glauben Sie wirklich, dass unser Land die Weltwirschaft bestimmt und mit Niedriglöhnen etwas bewirken kann. Deshalb sind die Gewerkschaftswünsche durchaus berechtigt zumal der Bürger deutlich weniger Möglichkeiten zur Steuervermeidung hat wie die Wirtschaft. Bei den Politikgeschenken gebe ich Ihnen teilweise recht. Hier dürfen wir den Schuldenberg nicht vergessen ohne den wir Geschenke im Überfluß machen könnten. Deshalb sollte dessen Abbau eine hohe Priorität haben.

@ ricosi64 7:04 Uhr

'Die Gewerkschaften sind nicht an einer Partnerschaft zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern interessiert!"

Schauen sie mal in die Geschichtsbücher, dort können Sie lesen wann und warum Gewerkschaften entstanden sind. Wir leben in einer Zeit, wo Unternehmer und Manager immer mehr verdienen, während die Arbeiter im gleichen Zeitraum prozentual Wertverluste hinnehmen mussten. Es gibt immer mehr Prekärbeschäftigte, das bedeutet, die Arbeitnehmer können nicht von ihrem Lohn Leben, sodaß der Staat für deren Lebensunterhalt aufkommen muss.. Finden sie die Entwicklung richtig? Gewerkschaften sind wichtig!!!!! Die niedrige Inflationsrate von 0,3 % z.Z. liegt am niedrigen Rohölpreis, alles andere ist teurer geworden, dieses ist überall nachlesbar.

Tarifeinigung:Metaller bekommen 3,4 % mehr....

Na,da können ja die Medien der Bundesrepublik von den öffentlich-rechtlichen Sendern bis zu FAZ und BILD und Neven DuMont auf eine weitere Kampagne gegen eine Gewerkschaft verzichten.
Einen Streik wird es nicht geben.
Die Arbeitsproduktivität stieg je Arbeitsstunde von 1991 zu heute um 37 %.
Rechnet man die Preissteigerungen der letzten Jahre hinzu ist 3,4 % nicht so doll.

Und was weiter gehen wird ist bei den meisten Metallbetrieben wie Opel,BMW,Mercedes,Siemens,ist daß Ko-Managemant der IG Metall mit den Vorständen.

re frosthorn

"Ich habe hier schon mehrfach berichtet, dass in unserem Unternehmen die letzte Gehaltserhöhung 2003 war"

Und ich habe schon mehrfach gefragt, warum Sie dort noch arbeiten. Und Ihre sämtlichen Kollegen. Es kann mir doch keiner erzählen, dass er bei einem Wechsel nicht mindestens die gleichen Konditionen erreicht, höchstwahrscheinlich aber bessere.

Und wer lässt sich in diesem Saftladen einstellen zum Lohnniveau von 2003?

3,4%..

..klingt nicht schlecht,aber davon kommen in der Gehaltsabrechnung netto nicht allzu viel raus..schließlich schöpft Vater Staat noch ordentlich ab..

außerdem verteuern sich Waren und Dienstleistungen auch noch immer mehr,so dass die Lebenshaltungskosten auch nicht gleich bleiben.

Die 3 vor dem Koma war sicher und das bei 0% Inflation!

Bei den Daten 5,5% Forderung und 2,2% Angebot der Arbeitgeber war zu erwarten dass am Ende eine 3 vor dem Koma steht. Die offene Frage war nur was kommt nach dem Komma.
Bei nahezu 0% Inflation gibt das natürlich eine gute Reallohnentwicklung. Und man kann sicher sein dass andere Branchen sich an diesem Ergebnis orientieren so dass es insgesamt ein gutes Jahr für die Arbeitnehmer wird.
*
Leider gibt es viele Unternehmen die nicht tarifgebunden sind. Da kann man den Arbeitnehmern nur empfehlen die momentane Lage am Arbeitsmarkt zu nutzen und über den Betriebsrat (sofern vorhanden, sonst bitte gründen!) auch Lohnerhöhungen durchzudrücken. In der jetzigen Lage kann sich kaum ein Unternehmen leisten deswegen Mitarbeiter zu entlassen, denn es gibt kaum Fachkräfte.
Also bitte, nur Mut. Einigkeit macht stark!

@ 07:48 von frosthorn

Sie schreiben:
"Ich habe hier schon mehrfach berichtet, dass in unserem Unternehmen die letzte Gehaltserhöhung 2003 war, wurde deshalb sogar der Lüge bezichtigt, weil sich das wohl einige nicht vorstellen können. Dabei schüttet der Konzern, wie in den letzten Jahren, eine Rendite von 4,5% an die Aktionäre aus."
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Ja, es gibt solche Unternehmen die nicht tarifgebunden sind.
Aber wenn sich die Arbeitnehmer das selbst bei der aktuellen Arbeitsmarktlage gefallen lassen frage ich mich warum man dort noch arbeitet?
Gibt es keinen Betriebsrat?
Ist man sich nicht einig?
Heutzutage kann sich kein Unternehmen leisten Fachkräfte zu verlieren. Wenn sich die Mitarbeiter dennoch nicht einig sind das Unternehmen unter Druck zu setzen dann ist das traurig genug. Ich würde als Fachkraft dort ganz schnell kündigen und mir einen anderen Job suchen denn es gibt genug davon wenn man bzgl. des Wohnortes etwas flexibel ist!

@Karwandler 10:58

Ich kann mich erinnern, dass Sie mich das vor etwa einer Woche gefragt haben, leider war damals der Thread geschlossen, als ich Ihren Post gelesen habe. Aber ich antworte gerne.
1. Ich nage nicht am Hungertuch. Innerhalb der Firma gehöre ich immer noch zu den besser verdienenden.
2. Es entspricht nicht meinem Charakter, mich immer dahin zu orientieren, wo für mich persönlich am meisten herausspringt (auch wenn es genug Leute gibt, die sich keine andere Lebensstrategie vorstellen können, aber das ist ein Problem der Gesellschaft). Ich setze mich lieber da für Gerechtigkeit ein, wo ich grade bin.
3. Ich bin gut ausgebildet, meine Arbeit und das Aufgabengebiet sehr "speziell", ein vergleichbarer Arbeitsplatz ist kaum zu finden.
4. wg. 3. liebe ich meine Arbeit sehr und mache sie gerne. Man kann aber durchaus mit der Arbeit zufrieden und gleichzeitig mit der Bezahlung unzufrieden sein, nicht wahr?
Ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage.

Bei einer Inflation nahe 0%

ist das für die Arbeitnehmer in Metallbetrieben doch ein erfreuliches Ergebnis. Ich denke, bei der momentanen Auftragslage in der Industrie können wir uns das auch leisten. Und den Schäuble freut es auch, da er überproportional mehr an Steuergeldern abgreifen kann.

re frosthorn

Im Einzelfall mögen die von Ihnen genannten Punkte zutreffen. Aber kaum quer durch die gesamte Belegschaft. Und ich bezweifle, dass eine erfolgreiche Unternehmenskultur stattfinden kann, wenn fast jeder Arbeitnehmer sich im Vergleich mit anderen Unternehmen als unterbezahlt einschätzen muss.

Und ich frage mich immer noch, wer sich denn da überhaupt einstellen lässt.

Attraktivere finanzielle Ausstattung der Altersteilzeit

Noch vor ein paar Monaten hat die Wirtschaft, die Wirtschaftsweisen und die Politik über die Rente mit 63 geklagt - der Fachkräftemangel würde zu weniger Wachstum führen und die Investitionsbereitschaft hemmen. Jetzt fördern die Arbeitgeber auch den früheren Austritt der älteren Mitarbeiter.
Ist dieser Tarifabschluss besser für die Wirtschaft, als das Gesetz zur abschlagsfreien Rente mit 63?
Was ist denn nun richtig? Sollen wir alle länger arbeiten oder doch früher in den Ruhestand gehen? Werden die Fachkräfte länger gebraucht oder nicht?
Verwirrung total!

Bei einer Inflationsrate von

Bei einer Inflationsrate von Null ist das ein großer Gewinn für die Arbeitnehmer. Es ist super, dass in Deutschland die Sozialpartnerschaft so gut funktioniert. Auch wenn ein Teil über Steuern abgezogen wird kommt das ja indirekt der Gesellschaft wieder zu Gute.

@karwandler 11:44

Und ich frage mich immer noch, wer sich denn da überhaupt einstellen lässt.
Auch das ist leicht erklärt. Sie zahlen neu eingestellten Mitarbeitern eine Zulage außerhalb des Haustarifvertrags und lassen die angestammten "mit dem Ofenrohr ins Gebirge" schauen. Das führt dann zwar dazu, dass Kollegen, die lange im Betrieb sind, neben neuen arbeiten, die, obwohl z.T. schlechter qualifiziert, mehr verdienen. Und natürlich macht das nicht jeder endlos mit. Aber bis einer von den "Alten" kündigt, haben Sie auf diese Weise das Maximum aus ihm herausgepresst. Lohnt sich also immer.
Im Übrigen haben ältere Arbeitnehmer in der Regel einige Privilegien, die man nicht so einfach aufgibt, haben keine Lust, mit 55 noch mal irgendwo eine Probezeit zu absolvieren, und sind bereit, in einem Betrieb zu bleiben, vor allem, wenn man ihnen für die Zukunft Besserung verspricht.

@karwandler

Ach ja, ich vergaß: die "erfolgreiche Unternehmenskultur". Nun, die gibts einfach nicht. Es sei denn, man definiert den Erfolg ausschließlich über die Bilanzen. Und da die auch in der Tat das einzige sind, worüber unsere Geschäftsführer dem Aufsichtsrat Rechenschaft ablegen müssen (den interessiert nämlich die Zufriedenheit der Mitarbeiter herzlich wenig), ist auch das kein Widerspruch.

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