Kommentare

Wieder mal anders als man denkt

Ein Einbruch von 2,2% auf 0,2% dürfte man wohl kaum dem Wetter in die Schuhe schieben können, zumal es auch die Exportfirmen sind, die jammern.

Die Frage, ob die FED den Leitzins erhöht, stellt sich also wohl eher nicht.
Diesen Pfeil wird Frau Yellen auch aus außen- und geopolitischen Gründen nicht allzu schnell verschießen wollen und vielleicht doch lieber die IWF-Beratungen in Peking abwarten.
Denn auch wenn der Yuan nicht mehr an den Dollar gekoppelt ist, so folgt er ihm doch meist und die politische Option, die Wirtschaft in China zum eigenen Vorteil beeinflussen zu können, dürfte einiges Wert sein.

Interessant für Europäer, die in jüngster Zeit viel über die Gefahr einer Deflation hören mussten: in den USA scheint sich bei einer Inflation nahe Null darüber keiner Gedanken zu machen.
Aber vielleicht diente das auch eher dazu, um den geplanten Kurs der EZB zu rechtfertigen.

Gute Nachricht

Ich habe in den letzten Monaten gelernt, dass die Meldung "Die Wirtschaft in den USA läuft nicht so gut wie erhofft" für die Zocker an der Börse eine gute Nachricht ist.
Da muss der Normalo erst mal nachdenken um zu erkennen, dass bei schwacher Wirtschaft die FED (oder die EZB) weiter Monopoly-Geld auf den Markt wirft und die Zockerei weitergehen kann.
Die Kunst bei den derzeitigen Aktienständen ist, rechtzeitig den Absprung zu schaffen. Dann läuft wie immer das Geld von den Amateuren zu den Profis.

Stabile Konjunktur

Die Aussichten in den USA sind stabil, die Inflation ist sehr niedrig und die Lohnentwicklung positiv. Also gute Nachrichten.

Wirtschaftsrückgang von über 90%

gegenüber den Vorjahresquartal könnte man auch sagen. Solche Zahlenspielereien sind eher für andere Weltregionen reserviert.

Wachstum, wenn auch kaum noch vorhanden, klingt da einfach positiver, selbst wenn es gebremst ist.

Mit einem überraschenden Wintereinbruch im Februar und einem harten Dollar weil weichem Euro hat man auch gleich eine passende Erklärung - für den Zeitgenossen, der das verstehen will.

Das Wetter...

... ist ja wohl die dümmste Ausrede zu diesen Zahlen ;)
Könnt Ihr bitte mal die Situation der Amerikanischen Wirtschaft hier genauer beleuchten. Das wäre mal ein interessanter Artikel. Die USA sind faktisch pleite, zumindest das sollte in Zeiten der Eurokrise auch mal erwähnt werden.
Interessant wäre z.b. ein Vergleich zwischen Griechenland, Russland und den USA... Da würden sich einige Ihrer Leser die Augen reiben.

robuste Wirtschaft TROTZ Wintereinbruch

eine robuste Wirtschaft, Verbraucher mit viel Geld zum Ausgeben, Wachstum TROTZ Wetter-Katastrophen, was willste mehr? Da ist das etwas geringere Wachstum nur ein kleiner "Ausrutscher".
Die Überschrift und die Realität scheinen da im Widerspruch zu stehen. Liebe ARD, bitte verzichten Sie auf diese "Negativ-Überschriften". Diese Art von "Werbung" haben Sie nicht nötig.

@si vis pacem pa

"Die Aussichten in den USA sind stabil, die Inflation ist sehr niedrig und die Lohnentwicklung positiv. Also gute Nachrichten."

Tja, Wirtschaft ist inzwischen eben eine reine Interpretationssache.

Erklären Sie mir bitte, warum eine niedrige Inflationsrate von um die 0,0%, die damit deutlich unter den Zielvorgaben der FED von 2,0% liegt eine positive Nachricht ist.
In Europa hat man das Deflationsgespenst schon bei höheren Werten an die Wand gemalt.

Lohnentwicklung: Wenn Sie mit "positiv" meinen, sie sei nicht rückläufig, haben Sie recht.
Aber die Lohnentwicklung hinkt allen anderen Daten (Arbeitsmarkt, Wirtschaftswachstum) hinterher und wird sogar von der FED als kritisch niedrig eingeschätzt, gerade weil 70% der Wirtschaftsleistung vom Binnenmarkt abhängen.

"Die Aussichten in den USA sind stabil"

Ein eklatanter Widerspruch zur Überschrift des Berichts "überraschend", "ausgebremst", Ihre Interpretation scheint mir vor allem durch Hoffnung und nicht durch Zahlen geleitet zu sein.

Ja man kann wirklich

nur glücklich sein,das man mal im Studium Ökonomie hatte. Und wär da gut aufgepasst hast,kann sich so seine eignen Gedanken machen.
Ja wenn man dann eben nicht weiter weiß mit Argumenten muß eben auch mal das Wetter herhalten.

@holyknights

"Die USA sind faktisch pleite, zumindest das sollte in Zeiten der Eurokrise auch mal erwähnt werden.
Interessant wäre z.b. ein Vergleich zwischen Griechenland, Russland und den USA... "

Nun, ich weiß zwar nicht, wo sie einen ursächlichen Zusammenhang zwischen hoher Verschuldung und Wirtschaftswachstum sehen. Den gibt es so nicht. Solange der Staat weiter so viel ausgibt, wie vorher, hat das keine Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum.

Aber dennoch:
Staatsverschuldung USA 110% vom BIP
Griechenland: 180%
Russland: 26%

Wobei zu bedenken ist, dass Russland bei einer Gesamtwirtschaftsleistung, die in etwa der Italiens entspricht, ein Öl- Gas- und andere Rohstoffe in großem Maße ausführenden Landes ist.

Alle anderen Ausfuhrländer, die einen ähnlichen hohen Anteil ihres BIP an diesen Stoffen ausführen, erwirtschaften Überschüsse. Das gilt z.B. auch für Norwegen.

Und: In jeder Sekunde (!) steigen z.Zt. die Schulden Russlands um ca. 1400 €.

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@19:12 von wega

"Ja man kann wirklich"

...nur an den uralten Witz mit den vier Feinden der Sowjetischen Landwirtschaft denken. Wie hießen sie doch gleich. Ach ja, Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Scheinen auch die Hauptfeinde der Amerikanischen Konjunktur zu sein.

16:53 von holyknights

Die USA sind faktisch pleite, zumindest das sollte in Zeiten der Eurokrise auch mal erwähnt werden.

Ohne die Schuldenmacherei der USA schön reden zu wollen aber "faktisch" pleite sind die USA genausoviel oder genausowenig wie Europa.
Das Schulden/BIP Ratio der USA liegt heute, 29.4.2015 bei 101.53%. Die Eurozone liegt derzeit bei 91.9%
Beides sind keine guten Zahlen, da braucht man nicht drüber diskutieren.
Jedoch haben die USA wesentlich höheres Potenzial den Schuldenberg zu reduzieren falls nötig weil:
- die Einkommensteuern liegen vergleichsweise niedrig
- Eine Mehrwertsteuer gibt es bislang nicht und die Verkaufsteuer liegt je nach Staat zwischen 6 und 12% und deutlich unter den durchschnittlichen 20% der Eurozone
- Onlinekauf ist momentan noch steuerfrei in USA
- die Sozialausgaben sind niedriger als in Europa.
- Sparpotenzial gibt es beim Miltär - da ist in Europa nichtsmher zu holen

Basierend auf den Daten mache ich mir um die USA weniger Sorgen als um Europa

um 19:12 von wega

Ja wenn man dann eben nicht weiter weiß mit Argumenten muß eben auch mal das Wetter herhalten

Wenn Sie in Ökonomie in der Schule aufgepasst hätten wüssten Sie, dass es natürlich sehr wohl einen Einfluss des Klimas auf die Wirtschaft gibt.
Wir hatten trotz global warming einen der längsten und kältesten Winter seit 100 Jahren in den USA. Straßenbau, Bauwirtschaft, selbst Landwirtschaft kam quasi zum Erliegen und läuft anders als nach "normalen Wintern" erst jetzt wieder langsam an.
Vielleicht erinnern Sie ich, dass z.B. die Stadt Boston für Wochen komplett eingeschneit war und das öffentliche Leben quasi vollständig zum Erliegen gekommen war.
In anderen Regionen war es nicht viel besser.

Ansonsten läuft die Wirtschaft sehr gut, wenn auch der Energiemarkt aufgrund der niedrigen Ölpreise deutlich eingebrochen ist.
Das nächste Quartal sollte wieder eine Wachstum von 2.X % aufzeigen.

Verblüffend

Ist das sich die US Wirtschaft immer noch ständig "neu erfinden" kann - wie lange noch? Richtig ist, das Wirtschaftswachstum, Leitzinsniveau und Währungskurs nicht direkt miteinander gekoppelt sind. Es ist ein wenig so wie bei Griechenland: der Staat steht vor der Pleite, es gibt aber viel Reichtum in der Gesellschaft der aber ungleichmäßig verteilt ist. Perspektivisch wird der Dollar fallen sobald sich China von seinen US Bonds trennt. Die USA haben eine negative Handelsbilanz und sind auf die Geldzuflüsse ausländischer Investoren angewiesen. Dies ist viel entscheidender als die Wirtschaftsleistung wenn es um die Festsetzung der Leitzinsen geht. M.a.W.: sobald der Kapitalzufluss in die USA versiegt, werden die Zinsen angehoben - ganz egal wie die Binnenwirtschaft zu diesem Zeitpunkt performt. Ironischerweise ist die EZB nicht zu eigenständiger Geldpolitik in der Lage: hebt die FED die Zinsen, muss die EZB nachziehen, unabhängig von der Wirtschaftssituation im Euro-Raum.

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