Ihre Meinung zu: IS in Syrien und im Irak: So gefährdet ist das Weltkulturerbe

20. Mai 2015 - 10:45 Uhr

Wo der "Islamische Staat" auftaucht, hinterlässt er eine Spur der Verwüstung. Auch vor Kulturgütern machen die Islamisten nicht halt. Welche Stätten hat der IS zerstört, welche sind bedroht und wie könnten sie geschützt werden? Ein Überblick.

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Kommentare

Solange die selbsternannte westliche Wertegemeinschaft

eine weiterhin knallhart ablehnende, kompromisslose und einseitige Einstellung zu Assad unterhält, werden die antiken Stätten in Syrien in permanenter Gefahr sein.
Die syrischen Regierungstruppen - geschwächt durch einen Krieg an vielen Fronten, der nicht zuletzt durch intensive ausländische Einmischung z.B. der Türkei (!) immer weiter angeheizt wird - können diese Stätten nicht dauerhaft schützen.
Beschweren dürfen wir uns im Grunde also nicht, dass in Syrien die Zeugnisse der Menschheitsgeschichte den Bach runter gehen. Der einzigen Partei, die den Schutz übernehmen kann und es z.Zt. auch tut, sollte man den Dialog nicht verwehren.

Nichts ist wichtiger

Als das beim Massenmorden und Vertreibungen im Völkerwanderungsbereich, deren rettende Schiffe wir versenken wollen statt sie zu füllen, Kulturgüter unbeschädigt bleiben.
Und beim ausbleibenden konzertierten Gegenschlag.
Manche Berichterstatter haben Sorgen!

Kultur oder Leben?

Wir dürfen uns nicht darauf einlassen "Steine" retten zu wollen! Wenn wir uns auf diese geistige Entwicklungsstufe herablassen, sind "wir" auch nicht besser als IS! Steine sind nur Steine, unsere Solidarität sollte ausschließlich dem Lebendigen zukommen und nicht dem Toten. Die IS und viele andere kämpfen für geistige Werte und opfern dafür Leben! Wir sollten es ihnen nicht gleich tun!

Da wurde gebomt und geplündert (Museen wurden nicht gesichert!) und keiner durfte berichten: Kriegsberichterstattung war embedded.
Aber jetzt! Bei so viel Aufmerksamkeit werden diese Chaoten (IS) förmlich weiter motiviert, es zu tun!

12:01, Reiner Sauer

Wer Kultur gegen Menschenleben aufrechnet bzw. in Stellung bringt und umgekehrt, der betreibt das Geschäft derjenigen, die die Geschichte auslöschen wollen, so daß sie neu geschrieben werden kann.

Die Alternative "Menschen oder Steine" stellt sich nicht.

Denn:

Wie Heinrich Heine sagte, wer Bücher verbrennt, der verbrennt auch Menschen. Wer glaubt, daß auch nur ein Menschenleben gerettet wird, indem man die Bücherverbrennung geschehen läßt, unterliegt einem fatalen Irrtum.

Falls jetzt jemand fragt, was Bücherverbrennung mit dem Zerstören von alten Steinen zu tun hat: Es ist genau das selbe. Nämlich das kulturelle Gedächtnis auslöschen.

@ 12:01 von Reiner Sauer

"Steine sind nur Steine, unsere Solidarität sollte ausschließlich dem Lebendigen zukommen"

Der Erhalt unserer Kultur ist meiner Meinung nach noch wichtiger als ein Menschenleben. Menschen werden geboren und sterben, daran lässt sich nichts ändern.
In 500 Jahren wird niemand mehr nach den Toten fragen, wohl aber nach den zerstörten tausende Jahre alten Kulturgütern.

@vanPaten

Das sind berechtigte Sorgen, denn ohne unsere Geschichte SIND WIR NICHTS und fangen mit jeder Generation bei null an.

Im übrigen leben die Erbauer dieser historischen Stätten durch ihre Werke weiter und inspirieren die Menschen zu höherem. Wenn dies zerstört wird dann fehlt auch die Inspiration und die Welt ist ärmer dran.

Manche Kommentatoren haben nur Gedanken für sich selber und die eigene Bequemlichkeit übrig.

12:01, Reiner Sauer

"Die IS und viele andere kämpfen für geistige Werte und opfern dafür Leben! Wir sollten es ihnen nicht gleich tun!"

Das ist eine der bizarrsten Aussagen, die ich hier seit langem lesen mußte. Dann kämpften unsere Bücherverbrenner vor 80 Jahren also auch für geistige Werte?

Nein, nein, nein. Ikonoklasten kämpfen GEGEN geistige Werte.

Ich dachte immer, Deutschland sei eine Kulturnation.

@Reiner Sauer

Ach kommen Sie ... der IS hat monatelang Menschen "im Internet" enthauptet und massenweise aus ihren Häusern vertrieben ... und nichts ist passiert. Wenn "ein bisschen Kultur" die Trantüten unserer Politiker dann zum Umdenken bringt, wäre das nichts schlechtes.

Im übrigen ist ein getöteter Soldat im Kampf gegen den IS das genaue Gegenteil von dem was der IS macht. Der eine stirbt für die Zerstörung von Kultur und Vielfalt und der andere für deren Erhalt.

"Unsere Solidarität" ... ist wieder so ein Standardspruch der Weicheier die nicht wirklich das richtige tun wollen (nämlich dafür zu sorgen dass die Flüchtlinge nicht mehr flüchten brauchen bzw. heimkehren können). Mit Geld löst man nicht alle Probleme ... oh und irgendwann steht der IS auch vor unserer Tür. Dann werde ich mal schön solidarisch sein, diese aber nicht davon abhalten Ihr Haus zu zerstören. [Das war Sarkasmus!]

Genug der Feigheit und Bequemlichkeit! Das ist genauso übel wie Chamberlain in den 30er-Jahren ...

Meta, Sie waren gemeint! Das

Meta, Sie waren gemeint! Das lassen Sie durch und sobald man auf geschichtliche fakten greift, streichen Sie es.
five oceans buc... verbreitet hier einen radikalen Aufruf und Sie sehen das nicht!!
11:34 von five oceans buc...

"Wie waere es wenn jetzt einmal der Putin ... zusammentun und vehement .... und die ausradiert bis zum letzten? Dann wuerden sich die Grossen der Welt wieder naeherkommen und dann koennte man das Kriegsbeil wieder begraben und nach getaner Arbeit einen quasi Neuanfang starten fuer den Weltfrieden und wieder gemeinsame Geschaeft machen und die Grenzen oeffnen. Es braucht aber leider ein bisschen Grips im Hirn von manchen Politikern und den Wagemut, ueber den eigenen Schatten zu springen."

Na, wenn das man nicht radikal und voll ideologisch ist. Erstaunlich, erstaunlich!
Ansichten gibt's, die gibt's gar nicht!

@DKAQI

Solche "radikalen Ansichten" erinnern mich immer an "die Wilde Dreizehn". Die wohnten nämlich "im Land das nicht sein darf" ... und so ist es mit einigen Ideen auch auf dem politischen Parkett.
"Mit Russland oder China zusammenarbeiten?"
"Nein das geht dann doch zu weit!"

Unsere Kanzlerin scheint auch nicht willens zu sein die Bundeswehr ohne die Amis in Marsch zu setzen ... und dabei wäre sie doch sooo gerne beim völkerrechtswidrigen Trip in den Irak 2003 mit dabeigewesen ... Nun gibt es einen legitimen Grund für den gleichen Ausflug und nix ist. Tja ... kein Rückgrat UND keine Cojones.

Steine sind eben nicht nur Steine!

Das die Islamisten gegen die Kulturgüter der Menschheitsgeschichte vorgehen, zeigt doch nur wie vollkommen rückwärtsgerichtet und geistig unterentwickelt sie sind. Das fängt allerdings schon beim Verbot von Bildern an. Wer keine Kunstwerke zuläßt, der löscht auch kulturhistorische Geschichte und visuelles Gedächtnis aus. In diesem Fall das der Völker, die dort leben. Europa sollte dringend gewarnt sein!

14:01, Vollrathsruhe

"Das die Islamisten gegen die Kulturgüter der Menschheitsgeschichte vorgehen, zeigt doch nur wie vollkommen rückwärtsgerichtet und geistig unterentwickelt sie sind."

Das zeigt lediglich, wie ungebildet das Fußvolk ist. Wenn Sie sich mit dem IS beschäftigen, dann erkennen Sie, daß die Führungsebene überhaupt nicht religiös ist. Lesen Sie mal den englischsprachigen Wikipedia-Artikel über Haji Bakr. Wenn Sie dann immer noch glauben, daß es denen um den Islam gehen würde, dann wären Sie ähnlich verblendet wie das Fußvolk....

Der "Kalif" gehört übrigens nicht zur Führungsebene. Der ist nichts als ein theologisch unbedeutender Strohmann.

Es sind doch nur Steine

Wir sollten uns lieber um die soziale Versorgung der Menschen hier in Deutschland kümmern, und nicht um die Steine in der Wüste.

15:08, Alt-DKPist

"Wir sollten uns lieber um die soziale Versorgung der Menschen hier in Deutschland kümmern, und nicht um die Steine in der Wüste."

Diese Aussage ist in etwa so logisch wie: "wir sollten uns lieber um die überhöhten Vorstandsgehälter der DAX-Unternehmen kümmern und nicht um das Atomprogramm im Iran."

Mit anderen Worten: Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

fathaland slim

Das stimmt so nicht.
Es gibt eine religöse Ebene und eine politische Ebene.

Das kann man seinen Kugelschreiben-Aufzeichnungen, dem sog. Masterplan, eindeutig entnehmen. Originalbilder finden sie im Web unter spiegel.de/international/world/islamic-state-files-show-structure-of-islamist-terror-group-a-1029274.html

Natürlich geht es um den Islam und das religöse Ganze. Aber was glauben sie denn, wie man so etwas führt? Mit einer Horde Muslime und Gebetsteppichen? Selbstverständlich braucht man dafür eine politische Struktur.
Der Erzbischof Reinhard Kardinal Marx ist doch auch nur eine Strohfigur.

@vanPaten

"Nichts ist wichtiger als dass beim Massenmorden und Vertreibungen im Völkerwanderungsbereich, deren rettende Schiffe wir versenken wollen statt sie zu füllen, Kulturgüter unbeschädigt bleiben."

Ich bin auch etwas verwirrt über die neuerliche Überbetonung des Weltkulturerbes.
Hand aufs Herz, die wenigsten von uns werden diese Stätten vorher gekannt haben, geschweige denn, dort gewesen sein.

Daß um Palmyra herum Gasfelder liegen und daß diese vermutlich das Hauptziel der Angriffe des IS waren, hat es kaum in die Berichterstattung geschafft.

Die westlichen Politiker haben sich nicht getraut, eigene Soldaten zu gefährden als hunderte Menschen verschleppt und getötet wurden, da wird sich deren Motivation kaum steigern, wenn nun Weltkulturerbe zerstört wird.

Und auch die Bereitschaft der Bevölkerungen wird das kaum erhöhen können.
Oder soll das Gegenteil erreicht werden, wenn wir nun v.a. von der Gefahr für Bauwerke und nur noch selten von der Gefahr für Menschen hören?

Paradox:

Wenn die IS dann endlich gewichen ist, werden vermutlich nur genau die Gebäude stehen bleiben deren drohende Vernichtung man nicht(!) beklagt hat.
Übrigens haben sie den Kulturdebilen der IS mit dieser Aufzählung eine Menge Arbeit abgenommen. Wenn Sie also demnächst Blumen bekommen.....

Hat Schutz Priorität ?

Wenn der Schutz dieser Kulturgüter vor dem schwarzbeflaggten Todeskult wirklich eine Priorität der Völker wäre, dann liesse er sich ohne Probleme herstellen.

Stattdessen wird "anständig" die grosse kulturelle Betroffenheit von den 'zivilisierten' Ländern bekundet, während im Hintergrund weiter taktiert wird, Waffen geliefert werden, und der Terrorismus weitergeht.

Es gibt doch gar nicht wirklich eine entschiedene Priorität, den Terrorismus zu beenden oder Kulturgüter zu schützen.

Es gibt eine Priorität, Macht, Einflussnahme und Geld zu sichern.

Und jetzt reden Sie von Steinen

Ich bezweifle langsam, daß "wir" überhaupt ein gesteigertes Interesse an der Vernichtung des IS haben.
Normalerweise werden Terroristen aufwändig gesucht, hier weiß man, wo sie sind und kann sie genauestens beobachten.

Welches Interesse haben die sunnitischen Verbündeten daran, die syrische Regierung, die sie ja stürzen wollen, zu unterstützen?
Und welches Interesse daran, einen mehrheitlich schiitischen Irak wieder zu stabilisieren?

Wenn es stimmt, daß IS letztlich (an der Spitze) eine politische Bewegung zur Errichtung eines weiteren sunnitischen Staates in der Region ist, dann müssen sich darüber vor allem Syrien, der Irak und der Iran Sorgen machen.

Der Westen sieht in den sunnitischen Verbündeten einen Stabilitätsanker, wo ist also unser Interesse, gegen deren Willen Syrien und Irak zu befrieden?
Ich schätze, der Westen und die sunnitischen Monarchien können damit leben, erst einmal nur die Radikalen in Schach zu halten.
Und mehr tun wir gerade nicht, trotz der schönen Steine.

Zuschaun...

Warum sollten die Staaten der Welt jetzt etwas an ihrer beschämenden Appeasement Politik gegenüber dem IS ändern. Tausende Tote waren nicht überzeugend jetzt sollen es Kulturschätze ändern?

Terrorrückehrer erzählen Deutschland ihre herzerwärmende Geschichte vom Krankenschwester Aufenthalt in Syrien oder dem Irak und sind damit von jeglicher Strafverfolgung geschützt. Wenn die Amerikaner Namen von der Liste streichen wird sich hier empört. Den Untaten der religiösen Fanatikern steht die Welt staunend gegenüber ...

@ fathaland slim

" Wenn Sie sich mit dem IS beschäftigen, dann erkennen Sie, daß die Führungsebene überhaupt nicht religiös ist."

Mag sein das Sie mit Ihrer Vermutung, die Amerikaner sind Schuld am IS weil man den Geheimdienst aufgelöst hat, recht haben.

Ich bezweifle das allerdings. Oder war Abu Musab az-Zarqawi ein irakischer Geheimdiensoffizier?

Bedeutet das, man hätte nach dem Irakkrieg ähnlich wie in Deutschland 45 handeln sollen. Nazis in ihren Positionen belassen?

@privat23

"Bedeutet das, man hätte nach dem Irakkrieg ähnlich wie in Deutschland 45 handeln sollen. Nazis in ihren Positionen belassen?"

Das hat man nicht getan, es gab eine "Entnazifizierung".

Ähnliches hätte man mit der irakischen Armee machen können, anstatt sie gänzlich aufzulösen. Nicht jeder Berufsoffizier war ein fanatischer Anhänger Husseins.
Aber viele der nun arbeitslosen Armeeangehörigen wurden dann zu Aufständischen oder Symphatisanten.

Und auch die neue Armee hätte dann vermutlich nicht die aktuellen Auflösungserscheinungen gezeigt.

Die eigene Nase

Sönke Neitzel ist aber schlecht informiert (was man allerdings von einem habilitierten Historiker nicht erwarten wollte) oder will sich nicht erinnern wenn er sagt: "Indem der IS Kulturgüter von welthistorischem Rang zerstört, bricht er mit allem, was wir kennen". Genau das Gleiche ist von Christen in Mexiko (und anderswo) gemacht worden, vermutlich aus dem gleichen Grund, "eine neue Identität schaffen und andere Identitäten zerstören."

So singulär ist das also nicht, was da passiert, und könnte auch mal als Chance genutzt werden, über die 'eigene' Geschichte zu reflektieren. Wenn diese "beispiellose Respektlosigkeit" für "uns nur schwer zu verkraften sei", wie schwer muss es dann für all die Kulturen sein, die seit Jahrhunderten von der Unseren underdrückt oder ausgelöscht wurden, und die noch nicht mal die Möglichkeit haben/hatten, darüber aus der Ferne zu lamentieren.

16:28, privat23

"Mag sein das Sie mit Ihrer Vermutung, die Amerikaner sind Schuld am IS weil man den Geheimdienst aufgelöst hat, recht haben.

Ich bezweifle das allerdings. Oder war Abu Musab az-Zarqawi ein irakischer Geheimdiensoffizier?"

Abu Mus'ab az-Zarkawi wurde 2006 "eliminiert". Er war Al Kaida - affiliiert, und Aiman az-Zawahiri, der jetzige Al Kaida - Chef, möchte mit IS nichts zu tun haben. Er nennt sie "Heuchler".

"Bedeutet das, man hätte nach dem Irakkrieg ähnlich wie in Deutschland 45 handeln sollen. Nazis in ihren Positionen belassen?"

Ja, das wäre aus pragmatischen Gründen ganz gewiss klüger gewesen. Man kann nicht die gesamte Elite eines Staates austauschen und dann hoffen, ein funktionierendes Staatswesen auf die Beine stellen zu können.

Paul Bremer und die hinter ihm stehende Administration waren ungeheuer naiv.

Assads Ziele Ich kann vielen

Assads Ziele

Ich kann vielen der Kommentare nur zustimmen. Eine Zerstörung der antiken Stätte von Palmyra wäre schrecklich. Gleichzeitig heißt das nicht, dass deswegen Menschenleben egal wären, auch diese Tode sind nicht weniger schrecklich, nur auf anderer Ebene.
Jedoch muss man sich doch die Frage stellen, was Assad von der ganzen Sache hat.
Natürlich ist Tadmur als wichtige Oasenstadt auch von strategischer Bedeutung. Falls allerdings Palmyra zerstört wird, wird das Entsetzen des Westens über den IS weiter anwachsen. Und früher oder später könnte das die Legitimierung für eine Fortsetzung der Herrschaft der Baath-Partei in Syrien sein. Weil man von zwei Übeln lieber das geringere nimmt. Interveniert wird ja schließlich nicht, und die FSA ist praktisch am Ende.

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